TV-Flops 2019 international: Von „Game of Thrones“ über unnötige Spin-Offs bis Apple TV+

    Internationale Fernseh-Tiefpunkte im Rückblick

    Bernd Krannich – 30.12.2019, 18:00 Uhr

    Die internationalen TV-Flops 2019

    Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten: Nach dem Jahresrückblick und den TV-Tops 2019 soll es jetzt darum gehen, auf welche Flops so mancher Fernsehmacher in diesem Jahr am liebsten verzichtet hätte. Und welche Formate haben die meisten Zuschauer schon wieder verdrängt? Wir erinnern an die nennenswertesten Flops des internationalen TV-Jahres 2019.

    Die Streaming Wars haben auch hier einen festen Platz, denn in der Materialschlacht um die Gunst der Zuschauer wurde oftmals gewaltiges Geld in bekannte Namen vor und hinter der Kamera gesteckt, obwohl für die Zuschauer im Endeffekt nichts Sehenswertes heraussprang – Erfolg kann man halt nicht kaufen. Trotzdem versuchen es die großen Anbieter immer wieder und sprechen frühzeitig Verlängerungen aus, um ihr Contentangebot auszubauen.

    Das blanke Investieren in Projekte führt immer häufiger auch dazu, dass die von der Idee weggekauft werden – und erst später eine genauere Ausarbeitung folgt. Wo die klassischen Broadcast Networks im Jahresrhythmus neue Serien vom Pitch (im Herbst) bis zur Ausstrahlung (ein Jahr später) bringen, dauert die Veröffentlichung bei den Streamingdiensten oftmals weit mehr als ein Jahr (zumal die auch noch mit kompletten Staffeln, weltweit mit entsprechenden Sprachfassungen angepasst) von der Ankündigung bis zur Veröffentlichung. Wartezeiten von zwei Jahren auf Projekte können die Folge sein. Die „Der Herr der Ringe“-Serie von Prime VIdeo begann mit dem Rechtekauf vor zwei Jahren, frühestens 2021 wird eine erste Staffel veröffentlicht.

    Daneben setzen viele Sender und Produktionsstudios unmotivert auf Ableger bekannter Franchises und fahren ganze Serienuniversen damit vor die Wand, etwa durch „Pretty Little Liars: The Perfectionists“ oder das „Suits“-Spin-Off „Pearson“.

    Dazu brachte auch 2019 wieder das traurigste Phänomen für Fans: unzufriedenstellende Serienenden. Schlimm genug, wenn wirtschaftliche Gründe die Ursache für eine kurzfristige Absetzung sind, doch nichts ist trauriger als Produzenten, die eine Serie vor die Wand fahren … 

    Es gibt kaum jemanden, der die achte und letzte Staffel von „Game of Thrones“ nicht auf die eine oder andere Art als gewaltige Enttäuschung empfindet. Die einen sind erbost über die Entwicklung gewisser Figuren, andere über die episodenlange Nachtschlacht, bei der der durchschnittliche Zuschauer auf seinem durchschnittlichen TV-Gerät Schwierigkeiten hat, viel zu erkennen, und wieder andere verstehen nicht so ganz, wie die Produzenten in den Interviews zu den Episoden mehrfach Aussagen zur Einordnung getroffen haben, die mit der folgenden Episode Lügen gestraft wurden. Und dann gibt es an allen Ecken und Enden Probleme mit der „inneren“ Logik, vor allem wenn es um Schlachten-Strategien ging. Die Fallhöhe beim beliebten „Game of Thrones“ war gewaltig, und die finale Staffel stürzte ab wie ein tödlich getroffener Drache. Für die allermeisten Fans – auch die, die nachträgliche Erklärungsversuche angenommen haben – wird die Handlung der achten Staffel von „Game of Thrones“ die größte Enttäuschung des Fernsehjahres 2019 bleiben. Bild: HBO
    Viele „Tragödien“ gibt es im Fernsehgeschäft. Die eine davon ist, wenn eine Serie ihren Zenit überschreitet. Die Kehrseite der Medaille ist, wenn eine Serie nicht ausreichend Zeit erhält, ihre komplexe Geschichte zu erzählen: Der Trend der kurzen Staffeln, die nur noch acht oder gar sechs Folgen haben. Gerade „Carnival Row“ von Prime Video, das in diesem Jahr in einer eigenen, komplexen Welt mit phantastischen Kreaturen, politischen Verwicklungen, Rückblicken und gleich mehreren großen Handlungssträngen an den Start gegangen war, fühlte sich mit „nur acht“ Folgen viel zu gedrängt an. Im Zeitalter der Streamingdienste ist es schade, dass viel zu oft die Rahmenbedingungen für Formate über einen Kamm geschert werden und bloße wirtschaftliche Überlegungen über den inhaltlichen stehen. „Carnival Row“ gehört zu den Serien, die in der ersten Staffel auch gerne zwölf Episoden hätten füllen können … Bild:
     … während man es bei „The End of the F***ing World“ seitens Netflix (und Channel 4) durchaus bei einer Staffel hätte belassen können. Die zweite Staffel war kein kompletter Reinfall, aber die neue Geschichte mit der neu hinzugekommenen Hauptfigur Bonnie (Naomi Ackie) hat das Gesamtwerk nicht aufgewertet. Jede Serie kann eine Handlung für eine gewisse Zeit tragen. Und auch bei Ricky Gervais’ „After Life“ war eine Staffel mit sechs Folgen genau die richtige Länge. Bild: Netflix
    Bei dem Gedanken, dass Serienideen über ihren sinnvollen Endpunkt hinaus ausgedehnt werden, kommen wir in der Rückbetrachtung auch zu unnötigen Spin-Offs. Sicher sind sie kein neues Phänomen des Jahres 2019, aber doch eins, das in diesem Jahr seine Fortsetzung fand. Etwa in dem auf Biegen und Brechen gestarteten „Pretty Little Liars: The Perfectionists“, in dem zwei Figuren aus der Mutterserie „Pretty Little Liars“ eingebaut wurden (abweichend von der zugrundeliegenden Buchreihe). Auch „Pearson“ als „Suits“-Spin-Off um die von Gina Torres gespielte Jessica Pearson war einfach zu unterschiedlich zum „Original“, als dass man damit den Erfolg und Unterhaltungswert hätte kopieren können. Bild: Freeform
    Für kein anderes Franchise gilt das „Auspressen bis zum letzten Dollar“ wohl so sehr wie das um „The Walking Dead“. Wie ein unaufhaltsamer Zombie pflügt sich das Franchise durch entlassene Kreative, Prozesse um Abrechnungsskandale und sinkende Quoten. Als „Antwort“ setzen die Macher nun auf ein zweites Spin-Off – „The Walking Dead: World Beyond“ – und eine Filmreihe um Abenteuer von Rick Grimes (Andrew Lincoln). Und auch weiter wird man wohl jeden, der „zu teuer“ wird, zum Beißer machen.

    Nicht alles ist schlecht im Franchise, viele engagierte Menschen arbeiten dort und schaffen immer wieder auch gute Geschichten. Aber das steht leider schon lange, lange nicht mehr im Zentrum. Bild: AMC

    In kleinerem Rahmen gilt das auch für „American Gods“ – das kleine Produktionsstudio Fremantle hatte den Coup gelandet und Fanliebling Neil Gaiman unter Vertrag genommen, der durchaus auch Spaß daran zu haben scheint, nun Fernsehserien zu gestalten. Doch hinter den Kulissen ging so ziemlich alles schief – zwei Showrunner wurden entlassen – und auch das Ergebnis ist nicht schön anzusehen, bringt aber wohl genug Geld. Die Hoffnung der Fans stirbt bekanntlich zuletzt. Doch manchmal ist ein Ende mit Schrecken doch besser als ein Schrecken ohne Ende. Bild: Prime Video
    In eine ähnliche Richtung entwickelte sich auch „Designated Survivor“, bei dem nach drei Staffeln nun endlich die Reißleine gezogen wurde. Die Voraussetzungen waren ähnlich: Ein kleines und junges Studio (The Mark Gordon Company) hatte sich die Dienste von Ex-Jack-Bauer-Darsteller Kiefer Sutherland gesichert und wollte nun Geld verdienen. So ging man in drei Staffeln durch fünf Showrunner, inklusive diverser Neuausrichtungen zwischen Familien- oder Politdrama oder Verschwörungsthriller. Bild: Netflix
    Gerade noch konnten wir Phoebe Waller-Bridge in den Tops 2019 dafür loben, dass sie bei „Fleabag“ auf die Bremse getreten ist und trotz gewaltigem Erfolg für ein Ende nach zwei Staffel eintritt. Das könnte damit zu tun haben, dass sie dort hinter und auch vor der Kamera agierte. Anders bei „Killing Eve“. Waller-Bridge hatte die geniale erste Staffel geschrieben, die noch vor der Ausstrahlung zur Bestellung einer zweiten Staffel führte – „The Walking Dead“-Firma AMC hat übrigens auch hier ihre Finger im Spiel. Doch für die zweite Staffel – und dann wieder für die noch ausstehende dritte – übernahm eine neue Frau das Ruder hinter den Kulissen. Damit hat die Serie um den Tanz zwischen Agentin Eve (Sandra Oh) und Psychopathin Villanelle (Jodie Comer) eindeutig an Brillanz verloren. Das Weiterziehen genialer Serienschöpfer zu neuen Projekten und Verdienstmöglichkeiten ist eine weitere traurige Tradition, die schon bei diversen Serien für einen kreativen Knick gesorgt hat („Buffy“ und „Alias“). Bild: BBC America
    In der Regel hat die Fernsehindustrie Mechanismen, die verhindern, dass wirklich schlechte Serien es ins Fernsehen schaffen: Denn mit schlechten Fernsehserien verliert man in der Regel Geld, und das will man in der Filmindustrie möglichst verhindern. Als Sony Pictures TV es schaffte, den bei NBC durchgefallenen Serienpiloten zu „L.A.’s Finest“ beim recht kleinen Streaminganbieter Spectrum unterzubringen, war man optimistisch: Eine Serie mit Ex–„Dark Angel“ Jessica Alba und Gabrielle Union erschien vielversprechend und die Ablehnung der Sony-Serie bei NBC ergab auch aus rein wirtschaftlichen Gründen Sinn. Doch am Ende erwies sich: Das Format war einfach unglaublich flach – und wird jetzt auch noch in die zweite Staffel gehen. Bild: Spectrum
    Und dann gibt es noch Sonderfälle wie etwa „Bull“, wo bekannt gewordene Begleitumstände den Branchenbeobachter an der grundlegenden Moral der Verantwortlichen zweifeln lassen: Es war bekannt geworden, dass Hauptdarsteller Michael Weatherly sich bereits in Staffel eins gegenüber der designierten Hauptdarstellerin Eliza Dushku so belästigend verhalten hatte, dass die Macher sie sicherheitshalber nicht weiter beschäftigen wollten. Nachdem sich Dushku in einer Schlichtung – die ihr den Gehaltsverlust in Höhe von 9,5 Millionen US-Dollar ersetzte – ein Gespräch mit Produzent Steven Spielberg ausbedungen hatte, ist dessen Firma aus der Produktion ausgeschieden. Nicht so aber CBS und CBS Studios, die munter weiter produzieren lassen, um Geld zu scheffeln. Bild: CBS
    Auch über anderen Serien liegt ein ähnlicher Schatten. Da gibt es „The Rookie“, bei dem Darstellerin Afton Williamson nach diversen Vorfällen von Rassismus und sexueller Aggression am Set lieber ihren Abschied einreichte, weil sie sich von der Produktionsleitung nicht im Mindesten geschützt vor weiteren Vorkommnissen sah. Auch bei „The Affair“ gab es Berichte darüber, dass sich die Darsteller massiv unwohl fühlten, nachdem ein Produzent ein am Set im Umfeld von Dreharbeiten entstandenes Nacktbild eines Körperdoubles nach Monaten im privaten Gespräch auf seinem privaten Smartphone hervorzauberte und nebenbei über den Widerstand einer Darstellerin „gegen zu viele Nacktszenen„ vom Leder zog. Bis sich überall anständige Arbeitsbedingungen durchgesetzt haben, wird wohl noch einige Zeit ins Land ziehen – leider. Bild: ABC
    Auch andere reale Entwicklungen sorgten 2019 dafür, dass der Zuschauer eine Serie nicht mehr einfach nur als Serie empfinden kann, sondern aus der Immersion gezogen wird. Im abgelaufenen Jahr gab es den College-Zulassungs- und Bestechungs-Skandal, in den auch Felicity Huffman und Lori Loughlin verwickelt waren, während „„Empire“-Darsteller Jussie Smollett unter dem Vorwurf steht, ein schweres Hassverbrechen gegen sich selbst vorgetäuscht zu haben. Von Bill Cosby, nach seiner Verurteilung wegen Betäubung und sexueller Nötigung, kommen aus dem Gefängnis Verschwörungstheorien über seine Verurteilung, während in der gesamten Unterhaltungsbranche deutlich wird, dass sexuelle Übergriffe von Stars über Dekaden gedeckt wurden. Bild: Lori Loughlin in „When Calls the Heart“/Hallmark
    Doch zurück zu den „alltäglichen“, kleinen Ärgernissen im Fernsehjahr 2019. Da vor allem die Streaminganbieter mit Schlagzeilen auf sich aufmerksam machen wollen, werden „große Dinge“ gerne sofort angekündigt, wohingegen die Zuschauer über Jahre auf Früchte warten müssen. Seien es die Rahmenverträge mit Produzenten-Stars durch Netflix (Shonda Rhimes, Ryan Murphy) oder neue Prestige-Projekte (Remake „Utopia“, „Ratched“, „Der Herr der Ringe“, „Star Trek: Picard“, Marvel-Serien wie „WandaVision“). Und auch bei der Fortsetzung von Serien kann es aktuell immer länger dauern – siehe „Game of Thrones“, „Westworld“ oder „The Orville“. Gerne nehmen sich die Produzenten alle Zeit der Welt – nicht immer wird das Ergebnis dadurch besser. Der Grat zwischen Unterhaltung und Kunst einerseits und Selbstverliebtheit der Produzenten andererseits ist schmal. Bild: HBO
    Vermutlich wird diese Diskrepanz zwischen „Wollen“ und „Sein“ nirgends so deutlich wie bei den ersten Serien von Apple TV+, das in diesem November an den Start gegangen ist. Teils waren Grundideen vielversprechend und für die Dramen „The Morning Show“, „See“, „For All Mankind“, „Truth Be Told“ und „Servant“ wurde für Talent hinter und vor der Kamera tief in die Tasche gegriffen. Doch die Serien selbst verstolperten sich allesamt, blieben nur für ein Nischenpublikum interessant und erweisen sich weitestgehend als Verschwendung von Talent. Bild: Apple TV+
    Ebenfalls eine bezeichnende Entwicklung ist, dass mittlerweile häufig auch schon Millionenbeträge für eine Verlängerung von Serien vor der Erstveröffentlichung locker gemacht werden – vornehmlich bei den Streaming-Diensten. Während es löblich ist, wenn die Anbieter dabei einer kreativen Vision der Macher folgen und sicherstellen, dass Geschichten komplett erzählt werden oder eine Zwei-Staffel-Bestellung von Anfang an erzählerische Kniffe erlaubt, so macht die anscheinende Blanko-Verlängerung aller Serien bei Apple TV+ den Zuschauer doch irgendwie zum Konsumenten-Vieh: „Uns doch egal, ob es denen gefällt, wir stopfen es ihnen einfach in den Hals.“ So, wie einst den deutschen Zuschauern zahlreiche amerikanische Comedys „schmackhaft“ gemacht wurden. Bild: Apple TV+
    Einer ähnlichen Philosophie folgen auch zahlreiche Serien, die trotz Problemen oder großen Änderungen einfach weitermachen, weil ihre Serien ja bisher Geld gebracht haben/sich gut im Ausland verkaufen und die Zuschauer schon schlucken werden, was man ihnen vorsetzt – häufig genug tun die es dann leider auch. Etwa „Der Denver-Clan“, der mittlerweile drei verschiedene Cristals und drei Alexis’ präsentiert hat. Oder „MacGyver“, wo CBS an dem bekannten Titel festhalten kann, während Hauptdarsteller gehen und ersetzt werden. Immerhin wurde in diesem Jahr „Lethal Weapon“ nach dem letztjährigen Hauptdarsteller-Tausch endlich aussortiert. Bild: FOX
    Doch von den Serien, die ihren Zenit überschritten haben, zu denjenigen, die widrigen äußeren Umständen zum Opfer gefallen sind und daher ohne runden Abschluss bleiben. Da ist zum einen das Marvel-Franchise von Netflix, das sowohl dem Auseinandergehen der beiden Firmen in anderen Bereichen der Zusammenarbeit wie auch dem Wunsch von Netflix nach kürzeren Staffeln/geringeren Kosten zum Opfer gefallen ist. Da Netflix auch weiterhin die Rechte an den bisherigen Staffeln um „Marvel’s The Defenders“ hält, wird es da keine Rettung durch Disney+ geben können. Bild: Netflix/Marvel
    Durch den Ausstieg von YouTube Premium aus dem Geschäft mit fiktionalen Serien werden wohl „Wayne“ und „Impulse“ unvollendet bleiben, man kann nur hoffen, dass die Macher von „Cobra Kai“ die Gelegenheit für ein rundes Serienende erhalten werden. Bild: „Wayne“/YouTube Premium
    Auch die von Starz produzierte Serie „Counterpart“ hätte ein würdigeres Ende verdient gehabt: Die Serie mit J.K. Simmons in einer Doppelrolle als Wandler zwischen zwei parallelen Welten fiel einer „Kurskorrektur“ ihres Heimatsenders zum Opfer, der sich stärker auf ein weibliches Publikum konzentrieren will. Bild: Starz
    Was uns zu den weiteren Serien bringt, die uns in diesem Jahr vor ihrer Zeit verlassen haben. Einerseits „The OA“, wo Netflix mit der Bestellung einer zweiten Staffel die Hoffnung auf eine in sich abgeschlossene, große Erzählung gemacht hat – nur um das ungewöhnliche Format dann einzustellen. Daneben „Life in Pieces“, das in den USA zwischen Sender CBS und Produzent 20th Century Fox TV aufgerieben wurde – Serien von „Fremdstudios“ haben es in der Fernsehwelt einfach verdammt schwer. Und dann „Anne with an E“, das vom kanadischen Sender CBC und Netflix abgesägt wurde, noch bevor Netflix die dritte und somit letzte Staffel überhaupt den Zuschauern gezeigt hatte. Bild: „Anne with an E“/CBC/Netflix
    Womit wir bei den Serien angelangt sind, bei denen wir uns fragen: Was sollte das? Hier findet sich sicherlich „The I-Land“ von Netflix wieder, für viele fällt auch „The Politician“ – ebenfalls Netflix und aus der Schmiede von Ryan Murphy – in diese Kategorie. Bild: Netflix
    Auch die Idee zur „Meta-Serie“ „BH90210“ ist und bleibt ziemlich abstrus: Ein fiktionales Projekt, das als Revival-Serie die Darsteller von „Beverly Hills, 90210“ zusammenbringt, die ein Revival ihrer Serie wollen … Bild:
     … . und ja, auch „Batwoman“ muss man insgesamt als Enttäuschung und Zeitverschwendung verbuchen. Allerdings nicht aus den Gründen, aus der die Serie immer schlechtgeredet wird und die sich als „Majestätsbeleidigung an Batman“ zusammenfassen lassen. Vielmehr weil „Batwoman“ nach der ganzen Reihe an exzellenten Superhelden-Serien, die im Verlauf des Jahres 2019 erschienen sind, eben doch recht altbacken wirkt, aus der gleichen Gussform kommt wie die anderen The-CW-Superhelden-Serien. Und von denen gibt es schon mehr als genug. Bild: The CW
    Womit dieser Rückblick bei einem bangen Blick in die Zukunft angekommen ist. Denn aktuell produziert der Dienst Quibi, der seinen Start für den 6. April 2020 angekündigt hat, wie verrückt neue Serien für seinen Programmstart. Das Besondere: Die einzelnen „Serien-Episoden“ werden zehn Minuten oder kürzer sein – quick bite content. Ausgelegt ist der Dienst, der mehr als eine Milliarde US-Dollar an Investorengeldern eingesammelt hat, darauf, dass seine Serien „unterwegs“ auf dem Smartphone geschaut werden. Entsprechend soll die Bindung der Zuschauer an den Inhalt nicht zu lange dauern. Uns fröstelt es … Bild: Quibi

    Über den Autor

    Bernd Krannich

    Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von „The Americans“ über „Arrow“ bis „The Big Bang Theory“. Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von fernsehserien.de.

    Lieblingsserien: Buffy – Im Bann der Dämonen, Frasier, Star Trek – Deep Space Nine

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1954) am melden

      Lieber Bernd, bei aller berechtigten Kritik, etwa an der Kerzenlicht-Kuschelfolge um das Ende der Weißen Wanderer, und fehlender Handlungslogik dort und anderswo (was ja schon seit der vierten Staffel ein Problem war) sollte nicht unterschlagen werden, dass die vorletzte Folge doch schon den alten Geist atmete, während die letzte brillant die wichtigsten Fäden zusammenführte sowie ästhetisch und emotional einfach nur großartig war. Kritik kam da doch nur von Leuten, denen das Ende (bes. der von mir längst erhoffte und konsequente Tod der irren Gewaltherrscherin) einfach nicht passte, also denselben Leuten, die bei der Roten Hochzeit noch in Larmoyanz badeten. Grüße Rainer
        hier antworten
      • (geb. 1983) am melden

        Ich glaube, die sog. "TV-Flops" lassen sich hier nur auf den Autor übertragen; Bull ist kein Flop - überhaupt nicht. Und Eliza Dushku ... nunja ... das ist ein ganz eigenes Thema.

        Schauspielern soll sie - und sonst die Bälle flach halten, was sie erstaunlicherweise aber nie tut.
        Ich bleib' dabei: E.D. setzt ihre Kurven ein, wann immer es ihr was bringt.

        Nicht vergessen: in den ironischerweise breiflächig-prüden USA gilt mancherorts schon der Blick auf den (nicht nur weiblichen) Hintern als sexuelle Belästigung. Was soll man davon halten? Nichts.
          hier antworten
        • am melden

          Was ist denn an den Conners jetzt so schlecht? Die Serie hat durch den Weggang der unsäglichen Roseanne doch eher profitiert.
            hier antworten
          • am melden

            Ja, die Staffellängen kotzen mich teilweise auch an. Besonders bei "How to sell drugs".
            Nur werden Gerüchte leider auch oft als wahr angenommen. Für Fälle wie "Bull" oder "Rookie" gilt eigentlich die Unschuldsvermutung, zumal, im Gegensatz zu Cosby oder Spacey, nichts mit handfesten Beweisen untermauert ist. Die einzigen "Beweise" sind Aussagen von möglicherweise erzürnten Frauen. 
            Vom Rausschmiss von "Roseanne" kann man ja halten, was man will, aber wurde letztes Jahr die Geldgeilheit von ABC in der Hinsicht thematisiert? Stellen "Roseanne" aus mehr oder wenigen, je nach Sichtweise, guten Gründen ein, da sie aber schon nen Haufen Werbegelder eingestrichen haben, wurde einfach über Nacht ein dämliches "Spinoff" bestellt. 
            Liebes ABC, ganz oder gar nicht denn das ist wirklich wahre Geldgier. 
            Was LA's Finest angeht, frage ich mich das gleiche bei Netflix(besonders wenn es um "Dark" oder "Stranger Things" geht).
            Zu Sachen Apple TV+: Netflix Eigenproduktionen sind doch auch Nischenserien und zumeist einfach nur nen Haufen Trash. Besonders eben was genannte Serien oder OA bzw. diese ganzen Marvelquatsch angeht. 
            Zu "Batwoman" ALLE Superheldenserien sind einfach der komplette Müll. Von Arrow bis Batwoman bis Flash und Supergirl. 
            Was jetzt so das Problem mit "MacGyver" ist werde ich sowieso nicht verstehen, zumal Anderson nicht gerade ein Sympathieträger ist/war.  Bei Sachen wie "Lethal Weapon" "GoT" oder kurze Staffellängen stimme ich euch zu. 


            Achso und Netflix ist ja eh der letzte Saftladen: "Retten" Designated Survivor und anstatt es,wie die üblichen echten Netflix Originals, auf 50-60 Min auszudehnen, nein 10x40 Minuten und ne Absetzung mit nem größeren Cliffhanger als bei ABC.
             HOW DARE YOU NETFLIX?
              hier antworten

            weitere Meldungen

            weitere Meldungen

            weitere Meldungen

            weitere Meldungen