Die 10 besten Sherlock-Holmes-Adaptionen

Zum Start von „Sherlock & Daughter“ haben wir die Gedanken kreisen lassen

Christopher Diekhaus
Christopher Diekhaus – 30.01.2026, 15:00 Uhr

Sherlock (Benedict Cumberbatch) mit tierischen Begleiter – Bild: BBC
Sherlock (Benedict Cumberbatch) mit tierischen Begleiter

Er ist ein Phänomen: Sherlock Holmes, der berühmteste Privatdetektiv der Popkultur, geistert schon seit vielen Jahrzehnten in immer neuen Variationen über die große Leinwand und den kleinen Bildschirm. Den Deutschlandstart der US-Serie „Sherlock & Daughter“ am 1. Februar auf MagentaTV wollen wir nutzen, um euch – natürlich ganz subjektiv – die 10 besten Verfilmungen rund um den von Arthur Conan Doyle erfundenen Meisterschnüffler vorzustellen. Viel Spaß beim Durchklicken!

Unser Ranking: die 10 besten Sherlock-Holmes-Verfilmungen

Platz 10: „Sherlock Holmes“ (1954):

Die erste US-Adaption der Holmes-Erzählungen schickt Ronald Howard auf Verbrecherjagd und wurde kurioserweise in Frankreich gedreht. Viele der halbstündigen Episoden sind originäre Geschichten, die nicht auf den klassischen Werken von Arthur Conan Doyle basieren. Nichtsdestotrotz erfreut sich die kurzweilige Serie unter den Holmes-Adaptionen überdurchschnittlicher Beliebtheit. Guild Films

Platz 9: „Der Hund von Baskerville“ (1959):

Arthur Conan Doyles Roman „Der Hund von Baskerville“ gehört zu den am häufigsten adaptierten Sherlock-Holmes-Geschichten. Auch wenn die Meinungen über die 1959 veröffentlichte Interpretation der legendären Hammer Studios auseinandergehen, gehört der in Farbe gedrehte Gruselkrimi für uns ganz klar zu den besseren Verfilmungen der Buchvorlage. Terence Fishers Version ist stilbewusst und wartet mit zwei starken Darbietungen in den Hauptrollen auf. Peter Cushing als Meisterdetektiv und André Morell als Dr. Watson überzeugen auf ganzer Linie. United Artists

Platz 8: „Mr. Holmes“ (2015):

Bill Condons Adaption von Mitch Cullins Roman „A Slight Trick of the Mind“ ist keine klassische Holmes-Erzählung, sondern ein leises Drama über den inzwischen 93-jährigen, mit Gedächtnislücken kämpfenden Sherlock im Ruhestand. Getragen von Ian McKellens berührend-nuanciertem Spiel, beweist der unterschiedliche Zeitebenen klug verschränkende Film, dass es zur Figur des Meisterdetektivs trotz unzähliger Bearbeitungen auch heute noch frisch wirkende Zugänge gibt. Allstar/​BBC Films

Platz 7: „Enola Holmes“ (2020):

Streng genommen handelt es sich bei diesem Netflix-Film nach Vorlage einer Kinderbuchreihe von Nancy Springer natürlich nicht um eine Sherlock-Holmes-Adaption. Der Geist von Arthur Conan Doyles Geschichten durchweht den Mystery-Streifen um die titelgebende kleine Schwester (Millie Bobby Brown) des Meisterdetektivs aber sehr wohl. Ihren emanzipatorischen Ansatz trägt die an sich schon genügend Aussagekraft besitzende Geschichte manchmal zu sehr vor sich her. Eine schwungvolle, die vierte Wand durchbrechende Inszenierung, ein lockerer Tonfall und die mitreißend verkörperte Titelheldin, die gegen Normen und Konventionen rebelliert, sorgen jedoch für ansprechende Unterhaltung. Legendary/​Alex Bailey

Platz 6: „Das Geheimnis des verborgenen Tempels“ (1985):

Der US-amerikanische Originaltitel „Young Sherlock Holmes“ vermittelt deutlich besser als das deutsche Pedant, worum es in dem von Barry Levinson inszenierten und von Steven Spielberg mitproduzierten Abenteuerkrimi geht. In jungen Jahren freundet sich der zukünftige Starermittler (Nicholas Rowe) auf einem Internat mit dem etwa gleichaltrigen John Watson (Alan Cox) an und spürt mit ihm einer mysteriösen Mordserie nach. Sicherlich kein Meisterwerk, aber ein charmanter, flotter Rätselspaß, der sich einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern konnte, weil erstmals in einem abendfüllenden Spielfilm eine vollständig computergenerierte, menschenähnliche Figur zu sehen war. Bei der 58. Oscar-Verleihung war „Das Geheimnis des verborgenen Tempels“ dann auch für die besten visuellen Effekte nominiert. Anfang März startet bei Prime Video mit „Young Sherlock“ übrigens eine neue Serie, die den frühen Werdegang des berühmten Detektivs in den Blick nimmt. Allstar/​Paramount Pictures

Platz 5: „Elementary“ (2012⁠–⁠2019):

In dieser in der Gegenwart spielenden US-Produktion verschlägt es Sherlock Holmes (Jonny Lee Miller) nach New York, wo er die Polizei schließlich bei ihrer Arbeit unterstützt. Als Helferin und Aufpasserin an seiner Seite: die frühere Chirurgin Joan Watson (Lucy Liu). Wenngleich die Kriminalfälle nicht übermäßig komplex ausfallen, sorgt die moderne Sherlock-Interpretation für launigen Zeitvertreib. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern bzw. ihren Figuren stimmt. Den klassischen Vorlagen gewinnen die Macher durchaus neue Facetten ab. Und was besonders wichtig ist: Die Serie nimmt sich selbst nicht zu ernst. CBS

Platz 4: „Sherlock Holmes“ (1984⁠–⁠1994):

In der Spätzeit des viktorianischen Englands widmet sich der Detektiv Sherlock Holmes (Jeremy Brett, spielte im Theater hingegen Dr. Watson) ganz unterschiedlichen Fällen. Zu seinen Klienten gehören „normale“ Privatpersonen, aber auch adelige Berühmtheiten. Diese für den Sender ITV produzierte Fernsehserie zeichnet sich vor allem durch ihre Treue zu den literarischen Vorlagen und die hochgelobte Performance des Hauptdarstellers aus. Nicht wenigen gilt Brett noch heute als der beste Holmes-Akteur. Tolle Schauwerte und ein gutes Auge für die Details der abgebildeten Zeit runden das stimmige Bild ab. ITV

Platz 3: „Basil, der große Mäusedetektiv“ (1986):

Grundlage dieses Disney-Animationsfilms ist eine Kinderbuchreihe von Eve Titus. Als cleverer, jede Spur genau unter die Lupe nehmender Detektiv taucht hier der in der Baker Street 221b lebende Mäuserich Basil auf. Sein kniffliger Fall: das Verschwinden eines Artgenossen, der sich als Spielzeugmacher betätigt. Die eine große emotionale Bandbreite abdeckende Geschichte überzeugt mit gelungenen Humoreinlagen und detailfreudig gezeichneten Bildern, die ab und an auch ins Gruselige ausgreifen. Ein toller Spaß für die ganze Familie! Disney

Platz 2: „Das Privatleben des Sherlock Holmes“ (1970):

Ja, auch der große Billy Wilder schrieb sich in die Geschichte der Holmes-Arbeiten ein. Sein Film, der von zwei unterschiedlichen Fällen handelt, erweist sich dabei als augenzwinkerndes Spiel mit dem Sherlock-Mythos an sich. Den Rahmen bildet der viele Jahre nach dem Tod von Dr. Watson begutachtete Nachlass des Arztes, der auch ein Manuskript mit Informationen zu (erdachten) bislang nicht veröffentlichten Fällen seines Freundes Holmes enthält. Was Wilders gut gespielte, hübsch ausgestattete Version besonders interessant macht: Zwischen den Zeilen finden sich Hinweise auf das besondere Verhältnis zwischen dem Titelhelden und Watson. Ersterer erscheint implizit als verkappter Homosexueller. Eine Darstellung, die Mark Gatiss, den Mitschöpfer der hochgelobten „Sherlock“-Serie, nachhaltig beeindruckt hat. Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc/​Phalanx Productions Inc

Platz 1: „Sherlock“ (2010-heute):

Womit wir bei der wohl besten Adaption von Arthur Conan Doyles Ermittlergeschichten wären. Die 2010 erstmals gezeigte BBC-Serie „Sherlock“ verlegt die Geschichten und Figuren der Vorlagen ins 21. Jahrhundert und zeichnet den Titelhelden als eine Intelligenzbestie, die sozial allerdings fast untragbar ist. Benedict Cumberbatch brilliert in der Hauptrolle und erlangte mit ihr weltweite Berühmtheit. Ebenso wie Martin Freeman, der als Dr. Watson einen vorzüglichen Stellvertreter des Zuschauers abgibt. Pfiffige Drehbücher und eine abwechslungsreiche Inszenierung komplettieren das starke Gesamtbild – auch wenn die letzten Episoden die Qualität nicht immer halten konnten. ARD Degeto/​BBC/​Hartswood Films 2

Über den Autor

Christopher Diekhaus, Jahrgang 1985, erlebte seine TV-Sozialisation in den 1990er-Jahren. Seine echte Liebe für den Flimmerkasten entbrannte allerdings erst gegen Ende der Schulzeit. Nach seinem Studium landete er zunächst in einer Film- und Fernsehproduktionsfirma. Seit 2013 schreibt Christopher als Freiberufler Film- und Serienkritiken. Das Portal fernsehserien.de unterstützt er seit Ende 2019. Im Meer der Veröffentlichungen die Perlen zu entdecken – diese Aussicht spornt ihn immer wieder an. Insgeheim hofft er, irgendwann eines seiner in der Schublade liegenden Drehbücher zu verkaufen. Bis er den Oscar in Händen hält, sichtet und rezensiert er aber weiter fleißig die neuesten Serien.

Lieblingsserien: Devs, Lass es, Larry!, Severance

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