Staffel 19, Folge 1–23

    • Staffel 19, Folge 1
      Am 18. November 2018 feiert Bariton Josh Groban sein Tournee-Finale im ausverkauften Madison Square Garden. Er präsentiert das Beste seiner 20-jährigen Karriere sowie große Musical-Hits. Begleitet wird Groban von seiner Band, Chor und Orchester sowie den Sängerinnen Jennifer Nettles, bekannt aus dem New-Country-Duo Sugarland, und Idina Menzel, die 2013 durch ihre Interpretation des Songs „Let It Go“ aus dem Film „Die Eiskönigin“ weltweit bekannt wird. Geboren 1981 in Los Angeles, springt der damals noch unbekannte Sänger als Ersatz für Andrea Bocelli bei der Grammy-Verleihung 1999 ein und singt ein Duett mit Céline Dion.
      Josh Groban wird über Nacht weltberühmt, bekommt 2000 eine Gastrolle in der Fernsehserie „Ally McBeal“, veröffentlicht 2001 sein vierfach Platin-ausgezeichnetes Debütalbum, singt auf der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City und tritt 2008 im Londoner Hyde Park im Rahmen des Geburtstagskonzerts zu Ehren von Nelson Mandela auf. Nach weiteren Alben und Gastrollen vor der Kamera spielt Josh Groban 2016 die Titelrolle im Broadway-Musical „Natasha, Pierre & The Great Comet of 1812“, wird dafür mit einem Tony-Award ausgezeichnet und ist im September 2018 bei Netflix in der Krimiserie „The Good Cop“ an der Seite von Tony Danza zu sehen.
      Immer wieder tritt der Sänger, Komponist, Filmschauspieler und Moderator im Rahmen von Benefizkonzerten auf und gründet 2004 die „Josh Groban Foundation“, die bedürftige Kinder unterstützt und inzwischen „Find Your Light Foundation“ heißt. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereMo 30.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 2
      Im November 2018 ehrt Los Angeles Joni Mitchell zu ihrem 75. Geburtstag mit einem Geburtstagskonzert: Norah Jones, Diana Krall, Seal, Kris Kristofferson und viele andere geben sich die Ehre. Tief bewegt verfolgt die Singer-Songwriterin das Konzert, trotz der Folgen der Morgellons-Krankheit und eines Schlaganfalls. Mit ihrem drei Oktaven umfassenden Sopran und ihren Texten war sie die Personifikation des Folks der 1960er- und 1970er-Jahre. Als Kind erkrankt Joni Mitchell an Kinderlähmung. Ihre linke Hand bleibt leicht gelähmt, trotzdem lernt sie Gitarre zu spielen und verwendet offene Stimmungen, die ihr erlauben, die linke Hand zu schonen. Dazu sagt sie: „Meine linke Hand ist etwas ungeschickt wegen der Kinderlähmung.
      Ich musste die Akkorde für die linke Hand vereinfachen, aber ich sehnte mich nach Akkordfolgen, die ich nicht mit der Standard-Stimmung ohne eine extrem gelenkige linke Hand erreichen konnte.“ Die gebürtige Kanadierin studiert Kunst und ist sich der Problematik ihrer Ausstrahlung schon früh bewusst: „Das Leben ist schwer, wenn du schön bist. Du bist besser dran, wenn du durchschnittlich aussiehst. Und du hast eine größere Chance, wahre Liebe zu finden.“ Die junge und hilflose Studentin bringt mit 22 Jahren in Toronto ein Kind zur Welt, erleidet eine postnatale Depression und gibt das Mädchen zur Adoption frei. Im Song „My Child’s a Stranger“ verarbeitet sie 1982 dieses Trauma. Ende der 1990er-Jahre finden sich Mutter und Tochter wieder, doch ihre Beziehung bleibt kompliziert.
      Trost findet Joni Mitchell in kurzen Beziehungen zu Neil Young, Leonard Cohen und Graham Nash. Nach dem Ende der Liason mit Jackson Browne unternimmt sie einen Suizidversuch. 1969 soll sie auf dem Woodstock-Festival auftreten, doch sie erreicht wegen des Verkehrschaos die Bühne nicht und widmet dem Festival später den Song „Woodstock“. In den 1970er-Jahren feiert sie mit ihren fast jährlich erscheinenden Alben große Erfolge, fühlt sich in den 1980er-Jahren „wie die Zellophanhülle einer Zigarettenschachtel, durchsichtig, benutzbar“ und hat am 21. Juli 1990 ihren großen Auftritt beim Berliner Live-Konzert „The Wall“: Sie singt „Goodbye Blue Sky“ und begeistert die 300 000 Zuschauer auf dem ehemaligen Todesstreifen.
      Danach widmet sich Joni Mitchell wieder verstärkt der Malerei, veröffentlicht 2002, inspiriert von den Anschlägen des 11. September, ein Doppelalbum und überrascht ihre Fans nach einem angekündigten Rücktritt aus der Öffentlichkeit 2007 mit einem neuen Album. Zu ihrer Doppelbegabung sagt sie: „Ich bin eine Malerin, die Lieder schreibt. Meine Songs sind sehr visuell. Die Wörter erschaffen Szenen – in Cafés und Bars – in düsteren kleinen Zimmern – an vom Mond beschienenen Ufern – in Küchen – in Krankenhäusern und auf Rummelplätzen. Sie ereignen sich in Fahrzeugen – Flugzeugen und Zügen und Autos.
      “ 3sat präsentiert das Geburtstagskonzert der dreifachen Grammy-Preisträgerin, dem Mitglied der Rock and Hall of Fame und der Trägerin des Ehren-Grammy für ihr Lebenswerk mit vielen ihrer großen Hits wie „Both Sides Now“, der von Seal atemberaubend interpretiert wird. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 3
      Am 20. Juni 2019 feiert John Fogerty im Red-Rocks-Amphitheater Geburtstag: 50 Jahre Woodstock und 50 Jahre Hits wie „Proud Mary“, „Bad Moon Rising“ und „Who’ll Stop the Rain“, alle von 1969. Nur fünf Jahre dauert die Erfolgsgeschichte von John Fogerty und Creedence Clearwater Revival. Im Dezember 1967 ist der Name gefunden, 1968 feiert die Band mit Songs wie „Suzie Q.“ und „I Put a Spell on You“ erste Erfolge und spielt 1969 auf dem Woodstock-Festival. Ihre Musik ist der „Swamp-Rock“, einer Mischung aus Blues, Folk, Rock ‚n‘ Roll und Cajun-Musik, die klingt, als ob die Band aus Louisiana und nicht aus Kalifornien stammt. Leider erscheint der Auftritt von CCR weder auf der Woodstock-Platte noch im Woodstock-Film: Fogerty findet den Auftritt, der nachts um 3:00 Uhr stattfindet, zu schlecht, um veröffentlicht zu werden.
      Erst im August 2019 erscheint der legendäre Auftritt zum ersten Mal vollständig auf Tonträgern.Mit dem Hit „Fortuante Son“ werden CCR im November 1969 politisch: Gegenstand der Verachtung ist der „rücksichtlose Wohlhabende“, der die Macht für seine Zwecke ausnutzt. Ein klarer Verweis auf den Vietnamkrieg und die Möglichkeit, sich dem Kriegsdienst durch einen reichen Vater zu entziehen. Mit „Looking Out My Back Door“ erreichen CCR im Sommer 1970 den Höhepunkt ihrer Karriere und schaffen im Dezember 1970 mit „Hey Tonight“ einen Nummer-eins-Hit in Deutschland. Doch in der Band gärt es: John Fogerty ist inzwischen der alleinige Song-Lieferant, und sein Bruder Tom scheidet im Februar 1971 aus der Band aus.
      Im Juli 1972 lösen sich CCR auf, John Fogerty startet seine Solokarriere, schreibt 1975 den Hit „Rockin’ All Over the World“, der zwei Jahre später durch Status Quo zum Welterfolg wird, und steht 2019 mit 74 Jahren auf der Bühne des Red-Rocks-Amphitheaters. Die Kritiker sind begeistert. Die lokale Zeitung „Denver Westword“ schreibt: „Wenn sie ein Fan amerikanischer Musik sind, dann sind sie ein Fan von Creedence Clearwater Revival. Die pure Kraft und Authentizität von Fogertys Songwriting, Gesang und oftmals unterschätztem Gitarrenspiel kann nur als zeitlos bezeichnet werden.“ Ein schwedischer Kritiker schreibt: „Fogerty zählt heute zu einer raren Spezies an Künstlern, die auf der Bühne mit über 70 Jahren besser sind als vor 20 Jahren.“ (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 4
      „Für mich sind Toto die besten Musiker auf dem Planeten“, sagt Gitarrist Eddie Van Halen. 1978 erscheint ihr Debütalbum. 2018 feiern sie 40 Jahre mit einem Best-of-Album und einer Welttournee. Am 17. März 2018 gastieren Toto in Amsterdam und begeistern mit ihren Hits 18 000 Fans. Kritiker Jan Vogel schreibt in „laut.de“: „Bühne frei für eine Band mit Pop-Rock-Kulturerbe-Format, die trotz Radio-Tauglichkeit große songwriterische Finesse offenbaren.“ Die Bühne ist schlicht, es gibt keine Projektionen, keine Inszenierungen, keine Pyrotechnik, nur Musik. Im Publikum versammeln sich mehrere Generationen, ein neunjähriger hält ein Plakat hoch, er sei Drummer und Toto-Fan.
      Der Kult lebt, man ist in die Jahre gekommen, aber die Band präsentiert ein Programm mit Songs für die Ewigkeit: „Hold the Line“, „Rosanna“, „Georgy Porgy“ und viele andere mehr, zum Teil akustisch arrangiert. Der Titel für die Jubiläumstour bezieht sich auf Totos ersten eigenen Song von 1976, „Miss Sun“. Gitarrist Steve Lukather stellt dazu fest: „David, Steve, Joseph und ich freuen uns über den langjährigen Erfolg der Band und sind gleichzeitig etwas ehrfürchtig. Die Tour zum 40. Geburtstag wird für uns und alle Fans die dabei sind, eine Besondere werden.“Die x-fachen Grammy-Gewinner gehören allerdings auch zu den meist gehassten Bands in der Progressive-Szene. Auf ihren Instrumenten Weltmeister, sind sie für einige nur schnöde Hit-Lieferanten fürs Radio.
      Einig sind sich aber die Meisten, das Toto zu den ganz wenigen Bands gehören, die die Perfektion ihrer Studioaufnahmen 1:1 live auf der Bühne wiedergeben können. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 5
      Im Dezember 1977 filmen 35mm-Kameras The Who für den Jeff-Stein-Film „The Kids Are All Right“ in Kilburn. Nur zwei Ausschnitte landen im Film, der Rest bleibt bis 2008 unveröffentlicht. Am 7. September 1978, nur wenige Monate nach dem Auftritt in Kilburn, stirbt Schlagzeuger Keith Moon. Der geniale Witzbold der Band, der zusammen mit Gitarrist Pete Townshend für Exzesse zuständig ist, etabliert das Schlagzeug als Solo-Instrument in der Rockmusik. Gefürchtet als „Moon the Loon“ – „Moon, der Irre“ -, zerlegt er unter Drogen und Alkohol stehend Hotel- und Wohnungseinrichtungen und ganz viele Drumsets. Um vom Alkohol wegzukommen, nimmt er ein verordnetes Beruhigungsmittel ein und vergreift sich am 7. September 1978 in der Dosis.
      2004 wird er vom britischen Musikmagazin „Q“ zum „größten Rowdy der Rockmusik“ gewählt, und der „Rolling Stone“ setzt Moon im Jahr 2016 auf Platz zwei der 100 besten Schlagzeuger der Welt, hinter John Bonham von Led Zeppelin und vor Ginger Baker von Cream.2002 wird das Konzert-Material entdeckt. Es sind die letzten Liveaufnahmen des originalen Line ups der Band. Während die PR-Abteilung vom „Heiligen Gral“ spricht, kursiert das Gerücht von einem schlechten Auftritt, der komplett wiederholt wurde. Sicher ist, dass die Band am Anfang noch nicht ganz warm gespielt ist, aber spätestens ab „Baba O’Riley“ wird Kilburn zu einem magischen Konzert.
      Gitarrist Pete Townshend bearbeitet mit Windmühlenarmen seine Les Paul, Sänger Roger Daltrey ist mit Löwenmähne und knappem Shirt über dem muskulösen Oberkörper der mikrofonwirbelnde optische Mittelpunkt, während Bassist John Entwistle den Songs das virtuose Fundament verleiht und Schlagzeuger Keith Moon sein kreatives Drumming auslebt – und nebenbei den genervten Townshend aufzieht. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 6
      „Brillant, ob Schrei oder Soul“, schreibt „laut.de“ zum Beth-Hart-Konzert in London, dass am 4. Mai 2018 spektakulär beginnt: Die Sängerin geht a-cappella-singend durchs Publikum. Von Hardrock über Blues, Rock ‚n‘ Roll, Gospel und Soul reicht das Repertoire der Amerikanerin, die 1993 durch eine Castingshow bekannt wird und für viele die Janis Joplin unserer Zeit ist. 2001 spielt Beth Hart im Musical „Love, Janis“ die Rolle der Sängerin. Ihr Markenzeichen ist ihre große markante raue Stimme, die Beth Hart mühelos in ein leises zittriges Vibrato hinabgleiten lassen kann. 1972 geboren, studiert Beth Hart zunächst Cello und Gesang in Los Angeles.
      1996 arbeitet sie an ihrem ersten Album – und ist bereits gezeichnet von ihrer Alkohol- und Drogensucht, mit der sie sich auf dem 1999er-Album „Screamin’ for My Supper“ musikalisch auseinandersetzt.Auch das 2003er-Album „Leave the Light On“ kreist um die dunklen Stunden von Beth Hart und bringt den erhofften Durchbruch in den USA und in Europa. Inzwischen ist klar, dass Beth Hart unter einer bipolaren Störung leidet. Die Sängerin geht offen damit um und sagt 2018 im Interview mit „laut.de“: „Es fühlt sich für mich selbst einfach gut an, darüber zu sprechen. Psychische Erkrankung ist ein großer Teil meiner Geschichte, einer der größeren Kämpfe meines Lebens. Aber es hat mich nicht umgebracht. Im Endeffekt wurde ich dadurch wahrscheinlich dankbarer und mitfühlender gegenüber anderen. Ich schäme mich nicht dafür.
      Und vielleicht weil ich mich nicht dafür schäme, fühlt es sich so gut an, darüber zu reden.“Auch ihre Lebensgewohnheiten auf Tour und zu Hause verändert Beth Hart, um zu überleben: Kein Alkohol, Training im Fitnessstudio, Yoga und eine gesunde Ernährung. Trotzdem verschwinden die Stimmungsschwankungen nicht vollständig, und Beth Hart gibt im Interview offen zu: „Vorgestern habe ich den ganzen Vormittag geheult. Dafür hatte ich am Abend die beste Show der ganzen Tour! Ich bin älter geworden, kein Kind mehr, und habe über die Jahre verstanden, dass das bei einer bipolaren Störung einfach dazugehört. Es ist ein ständiges Auf und Ab, aber ich kann das überstehen. Vor allem: Ich kann das friedlich überstehen. Natürlich tut es weh, aber ein bisschen Schmerz wird mich nicht umbringen. Das ist meine Taktik.
      “Begleitet wird Beth Hart vom Gitarristen John Nichols, dem Bassisten Bob Marinelli um dem Schlagzeuger Bill Ransom, die über 100 Songs für dieses Konzert vorbereitet haben, weil die Sängerin sehr gerne ihr Programm noch kurz vor der Show umbaut. Ob Cover- oder Eigenkompositionen, Beth Hart liefert sich dem Publikum aus und fällt am Ende in die Arme ihres Partners, der die glückliche und erschöpfte Sängerin von der Bühne trägt. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 7
      Im November 2018 präsentieren die Doobie Brothers ihre Erfolgsalben „Toulouse Street“ und „The Captain and Me“ live im New Yorker Beacon Theatre. Bühne frei für Harmoniegesang und Rock ‚n‘ Roll: „Listen to the Music“, „Jesus Is Just Alright“ und „Long Train Runnin’“ sind nur einige der Hits, die die Band mit Unterstützung einer Bläsersektion im historischen Beacon Theatre interpretieren. 2010 ist das Theater Kulisse für den Rolling-Stones-Film „Shine a Light“. 1969 noch unter dem Namen „Pud“ gegründet, nennt sich die Band ab 1970 „The Doobie Brothers“. Doobie ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Zwei-Blatt-Joint.
      Mit ihrem zweiten Album „Toulouse Street“ und dem Song „Listen to the Music“ werden die Doobie Brothers 1972 bekannt und erreichen mit dem 1973er-Nachfolgealbum „The Captain and Me“ und dem Song „Long Train Runnin’“ den ersten Top-Ten-Hit. Die Band erlebt zahlreiche Umbesetzungen und erweitert das musikalische Spektrum ab 1975 mit Keyboarder Michael McDonald in Richtung Soul und Jazz-Rock. Er ist der Ersatz für Sänger und Gründungsmitglied Tom Johnston, der die Doobies verlässt und 1988 nach dem Weggang von Michael McDonald wieder in die Band zurückkehrt.Im Rahmen des Beacon-Theatre-Konzerts spielen die Doobie Brothers auch den Song „Black Water“, der 1974 zunächst etwas versteckt als B-Seite einer Single erscheint. Gitarrist und Sänger Patrick Simmons kann sich noch gut an die Entstehung erinnern.
      Er saß im Studio und spielte in einer Pause so vor sich hin, bis ihn Produzent Ted Templeman fragte: „Was spielst Du da?“. „Ach, das ist nur so ein Riff“, antwortet Simmons. „Ich liebe das“, antwortet Templeman und fügt hinzu: „Du solltest einen Song mit diesem Riff schreiben.“ Simmons schreibt „Black Water“ in New Orleans zu Ende, wo er seine musikalischen Wurzeln hat und immer wieder in das „French Quarter“ und seiner Musiktradition zwischen Blues, Jazz und Dixieland abtaucht. Auch seine kindlichen Leseerfahrungen mit „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ verarbeitet Simmons im Song, der von akustischen Gitarren und einer Violine geprägt ist. Eine überraschende A-cappella-Chorpassage macht „Black Water“ schließlich unverkennbar.
      Bei den Aufnahmen mit dabei ist auch Singer-Songwriter Arlo Guthrie, der das Windspiel und eine Kastenzither spielt. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 8
      Am 7. Juli 2018 feiern The Cure im Londoner Hyde Park ein Bühnenjubiläum: Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren spielt die Band am 9. Juli 1978 zum ersten Mal in einem Club in Sussex. In London begeistert die Band um den charismatischen Sänger und Gitarristen Robert Smith 65 000 Zuschauer mit einem Trip durch 40 Jahre Bandgeschichte: „Friday I’m in Love“, „Boys Don’t Cry“ und „Lullaby“ sind nur einige der unvergänglichen Meisterwerke. Inszeniert hat das Konzert Tim Pope, der die meisten Videos der ikonischen Band gestaltet hat und 1986 Regie im preisgekrönten Film „The Cure in Orange“ führt. Im Interview sagt Pope, der die Band seit 1981 begleitet: „Ich war am Tag vor der Show in einem sehr beengten Studio bei den Proben und saß in der Mitte der Gruppe, als sie die Songs durchgingen.
      Ich wusste, dass die einzige Möglichkeit, den Leuten die wahren Cure zu zeigen, darin bestand, nicht nur die großartige, epische Dimension ihrer Bühnenshow einzufangen, sondern auch die enge, intime Seite dieser Band zu zeigen, die einfach zusammen Musik macht. Nie hat Robert so gut gesungen, nie haben The Cure leidenschaftlicher, straffer und kraftvoller gespielt.“Und Robert Smith resümiert nach dem Konzert: „Dies war wirklich die perfekte Art, um 40 Jahre der Band zu feiern. Es war ein großartiger Tag, den keiner von uns jemals vergessen wird.“1976 im südenglischen Crawley als „Malice“ gegründet, nennt sich die Band ab 1978 „The Cure“. Identifikationsfigur, Bandleader, Komponist und Sänger ist Robert Smith, der mit toupierten Haaren und geschminktem Gesicht die Blicke auf sich zieht.
      1979 erscheint das Debütalbum „Three Imaginary Boys“ mit der Single „Boys Don’t Cry“, die in den USA zu einem kleinen Hit wird. Die englische Musikzeitschrift „Melody Maker“ stellt fest: „The 80’s start here“. Die immer düster werdenden Songs gipfeln 1982 im Album „Pornography“, einer Reise „den Berg hinab, direkt in ewig-dunkle Schatten“, schreibt Musikjournalist Adam Sweeting. 1988 heiratet Robert Smith seine langjährige Freundin Mary Poole und erreicht 1989 mit dem Album „Disintegration“ Platz drei der britischen Album-Charts. Smith widmet die Single „Lovesong“ seiner Frau als Hochzeitsgeschenk und erreicht damit Platz zwei in den US-Singlecharts: The Cure sind auf dem Höhepunkt des weltweiten Ruhms und präsentieren 1992 mit „Friday I’m in Love“ einen regelrechten Gute-Laune-Sommerhit.
      Robert Smith sagt dazu: „Es ist schon paradox, dass die Leute uns unter Gothic-Band abgespeichert haben. Das sind wir ganz und gar nicht. Ich bin der Typ der lieber ‚Friday I‘m in Love’ singt als ‚Shake Dog Shake‘.“Im Hyde Park wird Robert James Smith vom Bassisten Simon Gallup, Keyboarder Roger O’Donnell, Schlagzeuger Jason Cooper und Gitarrist Reeves Gabrels begleitet, die im März 2019 in die Rock and Hall of Fame aufgenommen werden. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 9
      1999 überraschen Metallica-Fans und Kritiker mit zwei Cross-Over-Konzerten: Zusammen mit dem San Francisco Symphony Orchestra präsentieren Metallica ihre Songs in neuen Arrangements. Das Livealbum trägt den Titel „S&M“, eigentlich die Abkürzung für „Sadomasochismus“. Als Wortspiel gedacht bedeutet es „Symphony and Metallica“. Die Idee dazu hat Komponist Michael Kamen, der sich einen Namen als Arrangeur für Cross-Over-Projekte gemacht hat. Michael Kamens Genie ist es zu verdanken, dass die Metallica-Songs vom Orchester nicht nur im Hintergrund begleitet werden. Kamen modelliert den Metallica-Sound, arbeitet Melodien noch stärker heraus, verleiht den Beats Tiefe und schafft immer wieder fließende Übergänge.
      Metallica wissen genau, warum sie Michael Kamen beauftragen: Seine Kooperationen mit David Bowie, Eric Clapton, Bob Dylan, Pink Floyd, Queen und Queensrӱche empfehlen ihn als Spezialisten für solche Projekte. Umso tragischer ist es, dass Michael Kamen, ausgezeichnet mit je einem Grammy für die Filmmusik von „Brazil“ und „Lethal Weapon“, nur vier Jahre nach „S&M“ im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt stirbt. Den Filmfans ewig in Erinnerung wird Michael Kamen mit seinen beiden Hits „(Everything I Do) I Do It For You“ in Zusammenarbeit mit Bryan Adams zum Kevin-Costner-Epos „Robin Hood“ und „All For Love“ für den Abenteuerfilm „Die Drei Musketiere“ bleiben, den er zusammen mit Bryan Adams, Sting und Rod Stewart schreibt.
      Auch Kamens dritte Zusammenarbeit mit Bryan Adams ist erfolgreich: „Have You Ever Really Loved a Woman“ aus dem Film „Don Juan de Marco“ mit Johnny Depp wird ein Hit und für den Grammy nominiert. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 10
      Am 15. Juli 1989 erreichen Pink Floyd im Rahmen ihrer „A Momentary Lapse of Reason-Tour“ Venedig. Es ist das vorletzte Konzert der Tour und stellt die Band vor große Herausforderungen. Pink Floyd spielen 197 Konzerte vor 5,5 Millionen Fans und planen mit der weltweiten Liveübertragung des Konzerts in Venedig Großes. Doch es gibt Probleme: Die Band muss auf eine schwimmende Plattform ausweichen, weil die Stadt Schäden an den Bauwerken befürchtet. Sänger und Gitarrist David Gilmour sagt dazu: „Das war ein spezieller Auftritt für das italienische Fernsehen und die gleichzeitige weltweite TV-Übertragung. Aufgrund von Zeitvorgaben konnten wir einige Songs nicht spielen und mussten andere kürzen. Wir hatten zwar viel Spaß, aber es war angespannt und nervenzerreibend. Wir mussten aufgrund der Satellitenübertragung eine genaue Länge der Show einhalten.
      “ Aus ganz Europa strömen die Fans nach Venedig.Es ist Urlaubszeit, und das Konzert ist gratis. Um 22:00 Uhr beginnt das Konzert vor geschätzten 200 000 bis 350 000 Zuschauern. Doch die magische Nacht bleibt nicht ohne Folgen: Nach heftiger Kritik der venezianischen Bürger tritt die Stadtregierung zurück. Keine sanitäre Anlagen, keine Versorgungsstationen, kein Müllkonzept, machen aus dem historischen Zentrum eine stinkende Müllhalde. Dabei will die Stadtregierung mit dem Konzert in Venedig Werbung in eigener Sache machen: „Venedig muss offen für neue Trends sein, eingeschlossen der Rockmusik“, berichtet die „Washington Post“.
      Noch bevor ein Ton gespielt wird, beschweren sich die Bürger von Venedig und befürchten, dass die Vibrationen Schäden an den historischen Gebäuden verursachen: „Wenn sie Rock wollen, lasst sie das in einem Fußballstadion machen, aber nicht auf der Piazza San Marco“, zitiert die „New York Times“ einen früheren Tourismusmanager Venedigs. Pink Floyd drosseln aus Verbundenheit zur Lagunenstadt die Lautstärke von 100 auf 60 Dezibel und weichen auf eine schwimmende Bühne auf dem Canal Grande aus. Doch es ist nicht die Lautstärke, die Venedig schadet, sondern 300 Tonnen Müll und 500 Kubikmeter an leeren Flaschen, die aus Venedig eine Toilette machen.
      Die TV-Übertragung dagegen ist ein großer Erfolg: Geschätzte 100 Millionen Zuschauer sehen das Konzert zu Hause und staunen über die aufwendige Inszenierung in gewohnt perfektem Pink-Floyd-Sound ohne Gründungsmitglied und Bassist Roger Waters, der ein Jahr später vor der Berliner Mauer und vor geschätzten 300 000 Fans „The Wall“ inszeniert. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 11
      Am 15. August 1991 schreibt Paul Simon Geschichte: Vor geschätzten 600 000 Zuschauern steht er im New Yorker Central Park auf einer Open-Air-Bühne und gibt ein Konzert bei freiem Eintritt. Das live im US-TV übertragene Konzert ist ein Zwischenstopp im Rahmen seiner „Born at the Right Time“-Tour. Begleitet wird er von seiner Band um den Saxofonisten Michael Brecker und Schlagzeuger Steve Gadd sowie der brasilianischen Percussion-Truppe Olodum. Im Mittelpunkt des stimmungsvollen Konzerts stehen die Songs seiner Alben „Graceland“ und „Rhythm of the Saints“ sowie die großen Hits aus seiner Zeit mit Art Garfunkel. Zehn Jahre zuvor, am 19. September 1981, stehen Paul Simon und Art Garfunkel an gleicher Stelle im Central Park.
      Das 1981er „Concert in Central Park“ scheint ein unwiederholbarer Erfolg zu sein, doch Paul Simon beweist 1991, wie man vertraute Songs erfolgreich im neuen Sound präsentieren kann. Trotzdem hätten sich viele Fans zumindest einen Gastauftritt von Art Garfunkel gewünscht. Am Abend vor dem Konzert sagt Art Garfunkel in einem Interview der „New York Times“, dass „er wohl nicht gut genug sei“ um eingeladen zu werden. Immerhin wünscht Art Garfunkel seinem ehemaligen Duo-Partner alles Gute und verlässt die Stadt. Zwei Jahre später stehen Simon & Garfunkel wieder vereint auf der Bühne des New Yorker Paramount Theatre und beenden die Querelen der 1980er-Jahre.
      Eingeladen zum Konzert im Central Park wird aber Filmschauspieler Chevy Chase, der zusammen mit Paul Simon eine umwerfend komische Tanzeinlage zum Song „You Can Call Me Al“ hinlegt, obwohl Paul Simon die Tanzschritte durcheinanderbringt. Beide haben im Musikvideo zu „You Can Call Me Al“ zusammengearbeitet: Chevy Chase tritt als Sänger auf, während Paul Simon ein Instrument nach dem anderen in den Raum bringt und spielt. Dazwischen tanzen die beiden. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 12
      Im September 1997 brechen die Rolling Stones zu ihrer „Bridges to Babylon“-Welttournee auf. Sie spielen 97 Konzerte und machen dabei am 2. September 1998 Station im Bremer Weserstadion. 40 000 Fans im Stadion und Millionen Fernsehzuschauer feiern die Stones in der europaweiten TV-Liveübertragung. 21 Jahre verschwindet das Konzert im Stones-Archiv und kursiert als Bootleg. Im Juni 2019 erscheint das langersehnte Konzert, bild- und tonoptimiert. Im Mittelpunkt des Konzerts stehen die großen Stones-Klassiker und die Songs des Albums „Bridges to Babylon“, das schon kurz nach der Veröffentlichung im September 1997 Platin-Status in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA erreicht. Außerdem überraschen die Stones ihre Fans mit einer Premiere: Die Stones auf zwei Bühnen innerhalb eines Konzerts – das gab es noch nie.
      Keith Richards geht es nach seinem angeblichen Sturz von einer Leiter in seiner Bibliothek auch wieder gut, was er eindrucksvoll beim Auftakt-Song „Satisfaction“ beweist: Mit Eidechsen-Sonnenbrille und Leopardenmantel fegt die Gitarrenlegende über die Bühne. Andere Probleme haben die Stones mit ihrer neuen Single „Anybody Seen My Baby“. Die Ähnlichkeit zu K.d. langs „Constant Craving“ ist nicht zu überhören. Die Stones nehmen K.d. lang und ihren Co-Komponisten Ben Mink in die Komponisten-Credits zum Song auf und lösen das Problem. Auch das Video zum Song macht den Stones Sorgen: Angelina Jolie spielt darin eine Stripperin, die vor der Band auftritt, verschwindet und verzweifelt von Mick Jagger gesucht wird.
      Es halten sich Gerüchte, dass Jagger mit Jolie eine Affäre hat, und manchem ist die Bildsprache zu explizit: Zu viel nackte Haut und zu viel Leid auf der Straße. Viele Journalisten haben aber noch eine ganz andere Frage: Ist das die letzte Tour? Keith Richards sagt dazu: „This and the next five“.Das Klima in der Band und auf der Bühne ist prima. Vergessen sind die Streitigkeiten der 1980er-Jahre zwischen Mick Jagger und Keith Richards, als Jagger 1985 und 1987 Soloalben veröffentlicht und Richards als Reaktion 1988 seine Soloplatte vorstellt. Vorbei sind auch die Zeiten der Gigantonomie: Für die 1990er-Europatournee „Urban Jungle“ braucht es noch zwei „Boeing 747“, um das Equipment zu transportieren. 1993 verlässt Bill Wyman die Band, und 1994 folgt der letzte Akt des Gigantismus: die „Vodoo-Lounge“-Tour.
      Mit „Bridges to Bremen“ konzentrieren sich die Rolling Stones wieder auf Musik ohne Brimborium. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 13
      Am 14. Januar 1973 schreibt Elvis Presley Musikgeschichte: Sein Konzert auf Hawaii wird via Satellit in über 40 Länder live übertragen. Das hatte noch kein Solokünstler vor ihm gewagt. Mit 2,5 Millionen Dollar ist es die bis dahin teuerste Konzertproduktion mit Einschaltquoten bis zu 90 Prozent. Elvis betritt im weißen Aloha-Eagle-Jumpsuit, verziert mit dem Motiv des amerikanischen Adlers und bestückt mit 6500 Nieten und Schmucksteinen, die Bühne. Elvis Manager, Colonel Tom Parker, der eigentlich Andreas Cornelis van Kuijk heißt, sieht 1972 im Fernsehen die Livebilder des Staatsbesuchs von Richard Nixon in China. Das bringt ihn auf die Idee einer Livekonzertübertragung aus Hawaii, deren Einnahmen noch dazu einer Krebsstiftung für den verstorbenen hawaiianischen Komponisten Kui Lee zugutekommen.
      Elvis ist in Höchstform und präsentiert mit der typisch hawaiianischen Blumengirlande um den Hals geschwungen die ganze Bandbreite seines künstlerischen Schaffens, von „Blue Suede Shoes“ bis „Something“ von den Beatles. Er ist 38 Jahre, und alle glauben, dass das in den kommenden Jahren so weitergeht. Doch Schmerzmittel und Schlafmittel bestimmen in den Monaten nach Hawaii das Leben des „King“, der am 16. August 1977 stirbt. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 14
      Am 17. Februar 2019 feiert Amerika Elvis mit der Ausstrahlung eines starbesetzten TV-Specials mit Jennifer Lopez, Ed Sheeran, Shawn Mendes, John Legend, Keith Urban, Alessia Cara und anderen. Am 3. Dezember 1968 schafft Elvis mit einem US-TV-Special sein Comeback. Produzent Ken Ehrlich lässt diese legendäre Nacht neu aufleben. Er verpflichtet die Stars der Musikszene für eine Aufzeichnung im Oktober 2018 und landet mit der Ausstrahlung einen TV-Hit. „Wir hätten heute keine Popmusik ohne Elvis“, sagt der musikalische Leiter und Bassist der Erfolgsshow, Don Was, und ergänzt: „Elvis hat nicht nur alles was vor ihm war auf seine eigene Weise verarbeitet, sondern beeinflusste alle, die nach ihm kamen.
      “ Produzent Ken Ehrlich baut den gleichen Boxring auf, der Elvis als Bühne diente, und adaptiert alle weiteren Elemente des Bühnendesigns von damals, als Elvis acht Jahre nach seinem letzten Auftritt vor Publikum sein Comeback wagt. John Fogerty, Sänger und Gitarrist von Creedance Clearwater Revival, sieht das Elvis Special 1968 selbst am TV-Schirm. Er ist bei der Neuauflage von 2018 mit dabei und sagt: „Das Comeback-Special von Elvis war 1968 von großer Bedeutung. Da war Elvis wieder, unser lange verloren geglaubter Freund, gut aussehend und gut singend. Es war toll, ihn zurückzuhaben.“ Auch Country-Rocker Keith Urban, der beim „All-Star Tribute“ mitwirkt, hat eine besondere Beziehung zur Musik von Elvis Presley: „Mein Vater hat Elvis in ohrenbetäubender Lautstärke gehört. Es ist als sei er immer hier gewesen, so wie Coca Cola.
      “ Eingeladen zur großen Elvis-Gala ist auch der Regisseur des 68er-Comeback-Specials Steve Binder, der sich noch sehr gut an sein erstes Gespräch mit Elvis zu dem Projekt erinnert: „Was glauben Sie“, fragte Elvis, „wo stehe ich zurzeit mit meiner Karriere?“ „Die ist in der Toilette“, antwortet Binder, und nach kurzer Schockstarre lacht Elvis und sagt: „Endlich spricht mit mir mal jemand Klartext.“ (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 15
      Am 12. und 13. April 2017 spielt Sting im ausverkauften Pariser Konzertsaal Olympia. Mit seiner Band präsentiert er ein karriereumspannendes Set mit großen Hits und Songs des neuen Albums. Sting und sein Gitarrist Dominic Miller haben besondere Unterstützung auf der Bühne des 1888 erbauten Olympia-Saals: Ihre Söhne Joe Sumner und Rufus Miller begeistern die 2000 Zuschauer als Sänger und Gitarrist in der ältesten noch existierenden Pariser Music Hall. Paris erlebt eine musikalische Sternstunde: Sting und seine Band sind seit Februar 2017 auf ihrer „57th & 9th Tour“ und bestens eingespielt. Schlagzeuger Josh Freese und Akkordeonist Percy Cardona vervollständigen mit den Chorsängern Diego Navaira und Jerry Fuentes, bekannt als „The Last Bandoleros“, die Band.
      Im Mittelpunkt steht natürlich der durchtrainierte Sting in schwarzer Jeans und grauem T-Shirt. Seine 66 Jahre sieht man ihm nicht an, der „Beau mit dem abgeranzten Bass“, wie ihn der „Rolling Stone“ 2016 beschreibt, ist körperlich topfit, seine Stimme ist stark und klar und vor allem in der Höhe noch immer makellos. Mit Paris verbindet den Briten ein besonderes Erlebnis: Am 12. November 2016 tritt Sting zur Wiederöffnung des „Bataclan“ auf, der Ort, an dem ein Jahr zuvor 130 Menschen ihr Leben bei den Pariser Terroranschlägen verlieren.
      Dass Sting eigentlich Gordon Matthew Thomas Sumner heißt, haben viele Fans vergessen, denn bereits 1971 wird aus Gordon Sting: Seine damalige Freundin strickt für den College-Studenten einen Sweater mit schwarzen und gelben Streifen, den er während einer Probe mit der Newcastle Big Band „Phoenix Jazzmen“ trägt. Posaunist Gordon Solomon fühlt sich an eine Biene erinnert und nennt seinen Mitmusiker und Bassisten „Sting“ – „Stachel“. An der Spitze der langen Liste seiner Auszeichnungen stehen bis 2019 25 American Music Awards, 17 Grammy Awards und zwei MTV Video Musiv Awards. Doch sein wertvollster Preis ist ein Frosch: 1994 wird ein in Kolumbien beheimateter Laubfrosch auf den Namen „Hyla stingi“ getauft, in Anerkennung seines Regenwald-Engagements.
      Sting sagt dazu 2011: „Das war doch mal eine nette Auszeichnung, zumal es nicht irgendein Frosch ist, sondern eine Art psychedelische Kröte. Wenn du an seinem Rücken leckst, wirst du high. Es ist wie ein Drogentrip. Ich hab’s mal probiert, allerdings nicht mit dieser Spezies, sondern mit einer anderen.“ (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 16
      Im September 2018 ist Ariana Grande Gast in den Londoner BBC-Studios. Begleitet von einem Orchester präsentiert die zurzeit erfolgreichste Popsängerin ihr Grammy-Album „Sweetener“. Es ist Arianas erster Auftritt in England nach dem „One Love Manchester“-Gedenkkonzert im Juni 2017. Am 22. Mai 2017 sterben 22 Fans durch einen Anschlag nach einem Grande-Konzert in Manchester. „Mein Herz ist gebrochen“, twittert Ariana nach dem Attentat. Bis heute leidet Ariana Grande unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und ermutigt ihre Fans, die psychische Probleme haben, darüber zu reden und Hilfe zu suchen. Und Fans hat Ariana Grande genug: Sie ist mit über 158 Millionen Abonnenten ihres Instagram-Kanals die weibliche Nummer Eins. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 17
      2011 und 2012 gehen Coldplay auf ihre „Mylo Xyloto Tour“. Regisseur Paul Dugdale begleitet sie nach Paris, Glastonbury und Montreal und präsentiert 2012 seinen atemberaubenden Konzertfilm. Ein wesentliches Gestaltungsmittel der Konzerte ist das Xyloband, ein Stoff-Armband, das mit LEDs und einem Funkempfänger bestückt ist. Die LEDs im Armband werden von einer Software gesteuert und ermöglichen das Blinken im Takt des jeweiligen Songs. Während die Bänder 2012 noch einfarbig leuchten, benutzen Coldplay seit 2016 RGB-Xylobänder, die ihre Farbe wechseln können. Erfinder Jason Regler hat die Idee zu einem solchen Band während eines Coldplay-Konzerts. Die „Washington Post“ beschreibt den Effekt als „Psychedelikatesse von sich bewegenden, vielfarbigen Lichtern.
      “Beate Wild schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“: „Ganz egal, was man von der Band und ihren Songs halten mag – in einem vollen Stadion kann man sich der Magie der Balladen, der gut inszenierten Lichtshow und der Gefühlsduselei kaum entziehen. Coldplay sind Meister der Bühnenshow.“ (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 18
      Im September 2018 geht für Marteria ein Kindheitsraum in Erfüllung: Vor 32 000 Fans spielt er im ausverkauften Ostseestadion in Rostock und füllt als erster deutscher Rapper ein Stadion. Hier hat der Sänger als kleiner Junge seinem Verein Hansa Rostock zugejubelt, wird Kapitän der Jugendmannschaft und spielt im U-17 Nationalteam: „Ich habe mir immer gewünscht, einmal im Ostseestadion zu spielen. Das ist die schönste Nacht meines Lebens.“ „Plattentests.
      de“ schreibt dazu: „Denn so kitschig diese Erfolgsgeschichte auch klingen mag, ist ‚Live im Ostseestadion‘ doch in seiner Gesamtheit ein bemerkenswertes Werk geworden – ein antifaschistischer Hip-Hop-Künstler verkauft das Stadion einer Stadt in der ostdeutschen Provinz aus, die von DDR-Vergangenheit und Nazi-Problematik gebeutelt ist – und Du glaubst nicht an Wunder?“Am Ende des Konzerts hüllt sich Marteria in die Rostock-Flagge, schaut fast ungläubig auf die Fans, die ihn frenetisch feiern, schlägt die Hände vors Gesicht und zieht die Flagge über den Kopf. So sieht es aus, wenn coole Jungs Gefühle zeigen. Jetzt ist er der erste Rapper, der ein eigenes Stadion gefüllt hat: „Wir haben Geschichte geschrieben, hier in Mecklenburg Vorpommern, hier in Rostock. Das ist unsere Geschichte“, ruft Marteria seinen Fans zu. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 19
      Am 13. November 2018 hebt sich der Vorhang zum Finale: U2 beenden in Berlin ihre „eXPERIENCE + iNNOCENCE“-Tour nach 60 Konzerten in Amerika, Kanada und Europa mit knapp einer Million Besuchern. Ein spektakuläres Bühnenbild: Eine Hauptbühne, verbunden mit einer runden Nebenbühne und riesiger Projektionsfläche lassen Platz für die aufwendige Inszenierung. Spezialeffekte erlauben Sänger Bono, seinen Charakter „MacPhisto“ live auf der Bühne anzunehmen. Die Crew besteht aus 90 Mitarbeitern, die jeweils vor Ort von 120 Bühnenhelfern unterstützt werden, die in zehn Stunden die Bühne aufbauen, welche danach wieder in 27 Lastwagen verpackt wird.
      Eigentlich sollte die Tour schon früher beginnen, doch das Brexit-Referendum, die 2016er-US-Wahl und die weltweite Tendenz zu nationalkonservativen Regierungen veranlassen U2, den Inhalt der Konzerte neu zu überdenken. Als die Tour Europa erreicht, schreibt Bono in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, „dass er die Europäische Union unterstützen wird und in jedem Konzert die Europäische Flagge schwenken wird.“ Am 31. August und 1. September 2018 spielen U2 in Berlin, doch am zweiten Abend muss Sänger Bono das Konzert nach fünf Songs abbrechen: Er hat seine Stimme verloren und verspricht, das Konzert zu wiederholen. Es wird der 13. November. Die Kritiker bewerten die Tour positiv. Jennifer O’Brien von der „Times“ gefällt, dass die Band für Toleranz eintritt und das politische Klima anklagt.
      Dave Egan schreibt im „Irish Independent“ von der „mutigsten, kraftvollsten und überhaupt zornigsten Performance, die U2 je geliefert haben.“ Und Roy Trasskin schreibt in „Variety“, dass sich U2 nicht auf die Nostalgie verlassen haben und viele Songs der letzten beiden Alben spielen. Die „Nashville Scene“ vergleicht die U2-Konzerte mit Filmen von Steven Spielberg als „Star-Wars-Sized Events of Rock“, und Dave Simpson vom „The Guardian“ schreibt: „Es ist nicht unbedingt ihre beste Show, aber mit Sicherheit ihre Menschlichste.“ (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 20
      Von Mai 2015 bis August 2016 gehen Muse auf Welttournee. In Amsterdam, Mailand und Berlin lässt die Band die Konzerte aufzeichnen. Nach aufwendigem Schnitt kommt der Film im Juli 2018 ins Kino. Eine runde Bühne ist Mittelpunkt der Show, die mit ausgeklügelter Lichttechnik und schwebenden Drohnen für Staunen sorgt. Videoeffekte verfeinern das Gesamtkunstwerk des Trios um Frontmann Matt Bellamy, Bassist Chris Wolstenholme und Drummer Dominic Howard. Zur Inszenierung sagt Sänger, Pianist und Gitarrist Matt Bellamy: „Die Symbiose zwischen Mensch und Technik hat mich schon immer interessiert. Drohnen scheinen eine sehr interessante moderne Metapher dafür zu sein. Du möchtest die Leute dazu anregen, dass sie selbst die Frage nach der Rolle der Technologie in unserem Leben stellen und ob es eine gute oder eine schlechte Sache ist.
      “ Muse gehören zu den letzten großen Rockbands der Welt. Ihre Musik erinnert an Pink Floyd, Queen und Metallica, ihre Konzerte loten die Grenzen der Bühnentechnik aus. Die „New York Times“ beschreibt die Muse-Live-Erfahrung unlängst als „eine unendliche Steigerung, die auf einen Höhepunkt nach dem anderen zusteuert – das ist, was ein Muse-Konzert mit allen verfügbaren Mitteln leisten will. Mehr Entertainment, mehr Musik, mehr Pathos kann man wirklich nicht verlangen.“ (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 21
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat
    • Staffel 19, Folge 22
      Deutsche TV-PremiereDi 31.12.20193sat

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