HBO Max: Starttermin und Trailer zum neuen Streamingdienst

    Warner-Streamingdienst geht mit 10.000 Stunden Material an den Start

    Glenn Riedmeier – 21.04.2020, 20:02 Uhr

    Als WarnerMedia im Oktober 2019 seinen neuen Streamingdienst vorgestellt hat, blieb der Konzern ein konkretes Starttermin schuldig. Doch nun ließen die Verantwortlichen die Katze aus dem Sack: HBO startet am 27. Mai 2020 – vorerst nur in den USA. Es war bereits bekannt, dass lokale Versionen in Europa und Lateinamerika frühestens 2021 starten werden. Im Zuge der Verkündung des Starttermins veröffentlichte HBO Max zu einigen seiner Produktionen neue Trailer.

    Kosten

    Der neue Service wird in den USA zum Start 14,99 US-Dollar kosten. Das ist mehr als etwa Apple TV+ (ca. 5 US-Dollar), Netflix (verschiedene Angebote, 13 US-Dollar für das populärste) und Disney+ (ca. 8 US-Dollar), allerdings genau die gleiche Summe, die man für das bisherige Streaming-Angebot von HBO zahlen muss. Ab 2021 soll auch eine Variante von HBO Max verfügbar sein, die auch durch Werbung finanziert ist. Daneben sollen zu den fiktionalen Angeboten dann auch News und Sport ins Programmangebot aufgenommen werden.

    Programmangebot

    Rund 10.000 Stunden Material wird es zum Start bei HBO geben, sowohl Eigenproduktionen als auch Klassiker aus dem reichhaltigen Archiv von Warner Bros., DC, CNN, TNT, TBS, truTV, Cartoon Network, Adult Swim und Crunchyroll. HBO und HBO Max haben im Jahr 2020 insgesamt 69 Eigenproduktionen im Angebot, 2021 werden es 88 sein. Darunter befindet sich eine Neuauflage von „Gossip Girl“, „Grease: Rydell High“, „Circe“, „Dune: The Sisterhood“, „The Flight Attendant“ mit Kaley Cuoco und „Made for Love“ sowie die „Sender-Wechsler“ „Search Party“ und „Doom Patrol“, zudem die neuen HBO-Serien „The Gilded Age“, „Lovecraft Country“, „Mare of Easttown“, „The Nevers“, „Perry Mason“, „The Plot Against America“ und das „Game of Thrones“-Prequel „House Of The Dragon“ (fernsehserien.de berichtete).

    Ebenfalls bei HBO Max landen wird die Sci-Fi-Serie „Raised By Wolves“ (Produzent Ridley Scott) sowie zwei weitere DC-Serien von Greg Berlanti (eine auf Basis von Green Lantern, eine Anthologie namens „Strange Adventures“), neue „Looney Tunes Cartoons“, die Comedy „College Girls“ (von Produzentin Mindy Kaling; „The Mindy Project“), das von „Shining“ inspirierte „Overlook“, das 70er-Jahre-Drama „Duster“ und die DC-Comics-Verfilmung „Justice League Dark“. Dazu gesellen sich The-CW-Produktionen wie „Batwoman“, „Nancy Drew“ und „Katy Keene“ sowie eine Reihe von Stand-up-Specials unter der Leitung von Late-Night-Talker Conan O’Brien.

    HBO-Hits wie „Westworld“, „Big Little Lies“, „Game of Thrones“, „Sex and the City“, „Veep“, „The Wire“, „Lass es, Larry!“ und „Die Sopranos“ sind natürlich ebenfalls zu finden. Zudem hat sich der Dienst die Rechte an Dauerbrennern wie „South Park“, „Friends“, „Der Prinz von Bel-Air“, „Pretty Little Liars“, „Doctor Who“ und „The Big Bang Theory“ gesichert. „Sesame Street“ zieht von HBO nach HBO Max um, weitere Kindersendungen, Zeichentrickserien, Dokutainment-Formate und Reality-Competitions finden sich ebenfalls im Angebot wieder.

    Filmklassiker wie „Casablanca“, „Der Zauberer von Oz“, „Matrix“, „Die Goonies“, „Der Herr der Ringe“, „Citizen Kane“ und „Gremlins – Kleine Monster“ gibt es oben drauf, dazu kommen Anime-Fans mit Film-Meisterwerken von Studio Ghibli wie „Prinzessin Mononoke“ und „Kikis kleiner Lieferservice“ auf ihre Kosten.

    Trailer

    Mit insgesamt sechs Originals geht HBO Max am 27. Mai an den Start, zu denen der Streamingdienst nun Trailer veröffentlicht hat.

    • „Anna Kendrick’s Love Life“ (Comedy-Anthologieserie mit Anna Kendrick)
    • „On The Record“ (Dokumentation über Musikproduzentin Drew Dixon)
    • „Legendary“ (Reality-Show um eine Underground-Ballroom-Gemeinschaft)
    • „Craftopia“ (Bastel-Wettbewerb für Kinder)
    • „Looney Tunes Cartoons“ (Neuauflage der klassischen Cartoons mit Bugs Bunny und Co.)
    • „The Not Too Late Show with Elmo“ (neues Talk-Format mit Elmo aus der „Sesamstraße“)
    • Allgemeiner HBO Max-Highlight-Trailer

    Veröffentlichung

    HBO Max verfolgt bei der Veröffentlichung seiner Serien das „Eine-Folge-pro-Woche“-Schema – wie es auch HBO handhabt. Das Unternehmen beharrt darauf, dass so die Serien besser auf den Zeitgeist eingehen können (wie etwa die wöchentlich diskutierten Episoden des HBO-Erfolgs „Succession“). Im Gegensatz dazu stünde die „Alles-auf-einen-Schlag“-Methode (von Netflix), bei der die Serien zwar heiß aufschlagen, aber auch „schnell verpuffen“. Kunden, die bingen wollen, hätten bei HBO Max zudem eine gewaltige Bibliothek an Formaten, die bereits komplett zur Verfügung stehen.

    Langfristige Pläne

    Bis 2025 will HBO Max in Europa, den USA und Lateinamerika 75 bis 90 Millionen Kunden haben – bis zu 50 Millionen davon in den USA. Den Anfang machen dabei die aktuellen HBO-Now-Kunden und die zehn Millionen Kabelkunden von WarnerMedias Mutterfirma AT&T, die den Service zunächst umsonst erhalten – was die Kundenzahl sogleich auf eine zweitstellige Millionenzahl bringt. In Deutschland haben HBO und Sky ihre Zusammenarbeit auf mehrere Jahre verlängert. Daher erscheint es eher unwahrscheinlich, dass HBO Max in den Sky-Ländern wie Deutschland und Österreich in absehbarer Zeit starten wird.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      @Fernsehschauer

      HBO Max wird in den Sky Märkten frühestens 2025 starten, wenn die momentanen Verträge mit Sky auslaufen. Es sollen ja auch einige HBO Max Produktionen bei Sky laufen...
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      • (geb. 1967) am melden

        Da bin ich ja echt mal wirklich gespannt, wann Sky das Dingens dann einspeisen wird....
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          Früheste Versionen in Europa erst 2021 zu bringen ist zwar in der heutigen Zeit zwar bescheuert, aber was solls.
          Gut möglich dass HBO Max 2021 auch in DACH startet. 
          Nur weil HBO ihre Verträge mit Sky verlängert hat, schließt das ja keinen Start aus.
          HBO MAX Originals bspw. könnten ja trotzdem direkt bei HBO Max landen.
          Und die HBO Serien eben nach Sky Ausstrahlung (bspw. 3 oder 6 Monate danach) so wie es ja auch bei House of Cards, dem ersten Netflix Original, so gehandhabt wurde... 
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