Einzeldokumentationen, Folge 116–134
116. Vermisst – wie lange bleibt die Hoffnung?
Folge 116 (45 Min.)
Psychologe Leon Windscheid (M.) spricht mit Teilnehmenden des Sozialexperiments über ihre Vermissten-Geschichten.Bild: ZDF und Marius FuchtmannSpurlos verschwunden, kein Abschied, keine Antworten. Psychologe Leon Windscheid trifft Ralf Salice. Seit 2020 sucht er seine vermisste Tochter. Aufzugeben ist für ihn keine Option. Täglich werden in Deutschland rund 250 Menschen als vermisst gemeldet. Aktuell sind es etwa 10.000 Vermisste. Leon Windscheid fragt: Was macht diese Ungewissheit mit unserer Psyche? Wie leben Angehörige weiter – zwischen Angst und Hoffnung? Im September 2020 verschwindet Scarlett Salice während einer Wanderung im Schwarzwald. Auch nachdem die offiziellen Suchmaßnahmen der Polizei eingestellt wurden, sucht Scarletts Vater Ralf weiter.Er sammelt Hinweise, spricht mit Zeugen, gibt nicht auf. Die Suche nach seiner Tochter Scarlett ist für ihn zum Mittelpunkt seines Lebens geworden. Er sagt: „Ich muss das tun, was nötig ist, um sie wiederzufinden. Und da gibt es in dem Moment auch keine Grenzen.“ Hoffnung bedeutet für ihn Handeln. Der Fall Salice zeigt, was ein Verschwinden für Angehörige bedeutet: ein Leben im permanenten Alarmzustand. Um die psychischen Folgen dieser Ungewissheit zu verstehen, trifft Leon Windscheid die Psychologin Prof. Rita Rosner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sie erklärt, warum das menschliche Gehirn Unsicherheit kaum aushält und welche emotionalen Mechanismen dabei aktiviert werden. Hoffnung spielt eine doppelte Rolle: Sie kann stabilisieren, Sinn stiften und Handlungskraft erhalten. Gleichzeitig kann sie verhindern, dass Schmerz verarbeitet wird. Die Forschung zeigt: Hoffnung ist weder gut noch schlecht – entscheidend ist, ob sie beweglich bleibt oder sich starr an ein einziges mögliches Ergebnis klammert. Der Fall von Nathalie Schöffmann zeigt die andere Seite des vermisst seins – die des Opfers. Die österreichische Radrennfahrerin und Triathletin wird 2019 während einer Radtour entführt und ist stundenlang in der Gewalt ihres Täters. Trotz extremer Angst bleibt sie ruhig, spricht mit dem Entführer – und kommt frei. Ihre Geschichte macht deutlich: Während Betroffene selbst auf Rettung hoffen können, bleibt für Angehörige oft nur die quälende Ungewissheit. „Terra Xplore“ zeigt: Beim Hoffen oder Loslassen gibt es kein richtig oder falsch. Fehlende Klarheit kann lähmen – doch manchmal ist es gerade eine bewusste Entscheidung, die es ermöglicht, weiterzuleben. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 22.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere So. 05.07.2026 ZDF 117. Mutter sein – Zwischen Liebe und Druck
Folge 117 (25 Min.)Psychologe Leon Windscheid diskutiert mit den befreundeten Schauspielerinnen Rhea Harder-Vennewald und Nina Bott, was Muttersein bedeutet. Seit rund 20 Jahren gehört Rhea Harder-Vennewald zur Stammbesetzung der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“. Im wahren Leben ist sie Mutter von drei Kindern. Sie berichtet von Nähe und Erschöpfung sowie dem Druck, zwischen Drehalltag und Familie „gut genug“ zu sein. Nina Bott, selbst vierfache Mutter, erzählt im Gespräch mit Leon, wie ihre eigene belastete Kindheit mit einer suchtkranken Mutter zugleich Liebe, Verantwortung und Überforderung bedeuten kann – und wie sich der Blick auf die eigene Mutter mit den Jahren verändert hat. Mutterliebe gilt als bedingungslos und einfach da. Doch Mutterliebe ist kein Naturgesetz, erklärt Psychologin Prof. Dr. Helga Krüger-Kirn. Überhöhte Ideale und Perfektionsansprüche setzen Mütter maßlos und vor allem unnötig unter Druck. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 13.07.2026 ZDF 118. Wie Mütter uns prägen
Folge 118 (15 Min.)In einem bewegenden Studioexperiment mit dem Psychologen Leon Windscheid sprechen Mütter, Töchter und Söhne aus, wie sehr Muttersein und Mütter sie geprägt haben. Dankbarkeit, Enttäuschung, Loyalität, Kontaktabbrüche, Gewalt- und Traumaerfahrungen: Kaum eine Rolle ist aufgeladener als die der Mutter. Manche Kinder wurden getragen, andere verletzt. Manche Mütter konnten lieben, andere waren selbst überfordert oder traumatisiert. Mutterliebe ist kein Garant für eine gute Beziehung – und ihr Fehlen kein persönliches Versagen. Fabienne Becker-Stoll, Psychologin und Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik an der Universität Regensburg, führt aus, warum uns früheste Bindungserfahrungen – egal ob positiv oder negativ – nachhaltig beeinflussen, jedoch nicht allein entscheidend sind für das spätere Leben oder die Tatsache, ob man selbst ein sicheres oder vielleicht ängstlicheres Elternteil wird. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 13.07.2026 ZDF 119. Was tun mit psychisch kranken Tätern?
Folge 119 (45 Min.)Psychologe Leon Windscheid (r.) befragt Passanten bei einer Straßenumfrage über ihren Standpunkt zum Thema Forensik.Bild: ZDF und Marius FuchtmannEin geliebter Mensch wird brutal ermordet. Vielleicht die beste Freundin oder sogar das eigene Kind. Der Täter kommt nicht ins Gefängnis, sondern in die Forensische Psychiatrie. Warum? Psychologe Leon Windscheid trifft eine Frau, die unter anderem eine Dame mit dem Messer bedrohte und seit 16 Jahren in der Forensischen Psychiatrie einsitzt. Sie leidet unter Impulskontrollstörungen, hat ihre Emotionen nicht im Griff und ist immer wieder aggressiv. Der Psychiater Prof. Dieter Seifert ist forensischer Sachverständiger. Er erklärt Leon, auf welchen Grundlagen man die Schuldunfähigkeit von straffälligen Menschen feststellt.Anders als im Gefängnis, gibt es in der Forensischen Psychiatrie kein zeitlich festgelegtes Strafmaß. Entlassen werden Insassen erst, wenn das Risiko weiterer Straftaten für die Allgemeinheit möglichst gering bleibt. Und sie werden auch anschließend noch weiter psychologisch betreut. Ganz anders verhält es sich im Fall des Serienmörders Niels Högel, der für eine der größten Mordserien der Bundesrepublik verantwortlich ist. Der ehemalige Krankenpfleger ermordete in zwei Kliniken Patienten, indem er ihnen Überdosen an Medikamenten verabreicht. In 332 Fällen werden Ermittlungsverfahren eingeleitet, Högel wird schließlich wegen über 80 Morden angeklagt. Warum aber wird er nicht in eine forensische Psychiatrie eingewiesen? 2019 wird Högel zu lebenslanger Gefängnishaft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Da er seine Taten kühl geplant und sich dem, was er getan hat, bewusst war, wird Högel als voll schuldfähig eingestuft. Eine Unterbringung in einer Forensische Psychiatrie kommt für diesen Täter daher nicht in Frage. Doch der andere Umgang mit psychisch kranken Straftätern polarisiert. Für „Terra Xplore“ bringt Leon Windscheid in einem Studioexperiment Täter und Opfer zusammen. Da ist Gerhard, dessen Bruder von einem psychisch kranken Menschen brutal ins Koma geschlagen wird. Oder Petra, die in ihrem Juweliergeschäft überfallen und gefesselt zurückgelassen wird. Leon will wissen, wie sie auf den forensischen Strafvollzug und das Thema Strafe blicken. Dabei wird auch deutlich, dass sich die Opfer von Gewaltverbrechen mehr Hilfsangebote und auch Betreuung wünschen, um das Geschehen zu verarbeiten. Und so zeigt der Film, wie komplex das Thema „Schuldunfähigkeit und Umgang mit psychisch kranken Straftätern“ ist. Es prallen theoretische, psychologische Sichtweisen auf emotionale Lebenserfahrungen von Tätern, Opfern und deren Angehörigen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere So. 19.07.2026 ZDF 120. Ehrlich Brothers: Die magische Kraft der Geschwister
Folge 120 (30 Min.)Geschwister begleiten uns oft ein Leben lang. So gehören diese Beziehungen zu den komplexesten und prägendsten überhaupt. In „Terra Xplore“ trifft Leon Windscheid die Ehrlich Brothers. Die berühmten Brüder sprechen offen über ihr Aufwachsen, den Beginn ihrer gemeinsamen Karriere und die Schwierigkeiten, die entstehen können, wenn man als Brüder nicht nur das Privatleben, sondern auch die Karriere teilt. Expertinnen und Experten aus Psychologie und Familienforschung ordnen zudem ein, wie entscheidend diese frühen sozialen Erfahrungen für die persönliche Entwicklung sind. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 20.07.2026 ZDF 121. Geschwister – Wie Familienkonstellationen unser Leben prägen
Folge 121 (15 Min.)Psychologie-Professorin Dr. Sabine WalperBild: ZDF und Marius FuchtmannGeschwisterbeziehungen zählen meist zu den dauerhaftesten sozialen Bindungen eines Menschen. Sie reichen oft über Jahrzehnte – länger als Partnerschaften oder Freundschaften. Die Psychologie beschreibt Geschwister daher als ein einzigartiges Beziehungssystem, das von intensiver Nähe, Rivalität, und einem lebenslangen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung geprägt ist. In einem Sozialexperiment erzählen Menschen von belasteten Beziehungen, großen Streits, mehrjährigen Kontaktabbrüchen unter Geschwistern und von Wiederannäherung. Von der Psychologieprofessorin Sabine Walper will Leon Windscheid wissen, warum Geschwistersein so oft mit Konflikten einhergeht und was man im Erwachsenenalter tun kann, um sich wieder anzunähern. Dabei spielt immer wieder die Frage eine Rolle, ob Geschwister uns per se guttun und was wir tun können, um diese lebenslangen Beziehungen zu stärken. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 20.07.2026 ZDF 122. Bobo-Doll-Studien: Aggressive Vorbilder, aggressive Kinder?
Folge 122 (15 Min.)Aggression durch Beobachtung? Psychologe Leon Windscheid fragt, ob Kinder aggressives Verhalten von Eltern, Games und Social Media kopieren und erklärt die Bobo-Doll-Studien.Bild: ZDF und Marius FuchtmannLernen wir aggressives Verhalten, wenn wir Gewalt sehen? Psychologe Albert Bandura zeigt im Bobo-Doll-Experiment, wie kleine Kinder aggressives Verhalten beobachten und dann nachahmen. „Modelllernen“ oder „Beobachtungslernen“ nennt Albert Bandura seine Lerntheorie. Psychologe Leon Windscheid zeigt auf, welche Rolle Vorbilder und auch Medien im sozialen Lernprozess spielen und was das heute für ein mögliches Social Media Verbot bedeutet. Was der kanadische Psychologe Albert Bandura damals herausfand, gilt bis heute als Meilenstein in der Gewaltforschung.Er hat mit seinen Bobo-Doll-Studien gezeigt, dass Lernen nicht ausschließlich über Belohnung und Bestrafung funktioniert, sondern Menschen auch durch Beobachtung und Imitation lernen. Anfang der 1960er-Jahre wird der Fernseher zum Leitmedium und 1963 wiederholt Bandura das Experiment mit der Frage, ob Kinder durch Gewalt im Fernsehen und in Filmen negativ beeinflusst werden können. Wie wirkt sich heute Gewalt aus Filmen, Social Media, Serien oder Gaming auf uns aus und vor allem auf Kinder, die solche Inhalte sehen? Psychotherapeutin Dr. Isabel Brandhorst geht davon aus, dass Mediengewalt als ein mögliches Verhaltensskript gelernt und gespeichert wird. Gleichzeitig gibt es zahlreiche weitere Einflüsse, die mitentscheiden, ob dieses Skript aktiviert wird und Menschen selbst aggressiv reagieren. Modelllernen prägt unser Verhalten weit stärker, als uns oft bewusst ist. In nahezu allen Lebensbereichen sind wir – ob wir es wollen oder nicht – Vorbilder, denn wir werden ständig beobachtet. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Do. 23.07.2026 ZDF 123. Fantasiewelten: Gut für die Psyche?
Folge 123 (45 Min.)Pia Bergmann nutzt „Live Action Roleplay“, um sich eine Auszeit von der Realität zu nehmen. Im Gespräch mit Eric Mayer erklärt sie, dass es ihrer psychischen Gesundheit hilft, einem Hobby nachzugehen.Bild: ZDF und Jan HinkesWarum fliehen Menschen in Fantasie- und Digitalwelten? Eric Mayer erforscht, wie viel Realität unser Gehirn verkraftet, wann sie zu viel wird und wie Eskapismus entlasten oder belasten kann. Eric Mayer trifft Lars (Name geändert), der dem Alltagsdruck erlag und in digitale Welten flüchtete; begleitet LARP-Spielerin Pia Bergmann in eine Fantasiewelt und spricht mit Forschern darüber, wann Realitätsflucht krank macht – oder mental stärken kann. Warum ist für manche Menschen die Flucht in Fantasie- und Digitalwelten so reizvoll? Wie viel Realität verarbeitet unser Gehirn? Wissenschaftsjournalist Eric Mayer will wissen, wie das Gehirn unseren Alltag verarbeitet, wann es zu viel wird und ob Pausen von der realen Welt Kraft geben können.Zwischen Therapie, Live-Rollenspiel – kurz LARP – und Forschung zeigt Eric, wie Eskapismus belasten, aber auch entlasten kann. Eric Mayer trifft Lars (Name von der Redaktion geändert), der vor einigen Jahren mit dem Druck in seinem Alltag nicht mehr klar kam und sich in digitale Welten flüchtete – so intensiv, dass er eine Mediensucht entwickelte. Für Pia Bergmann ist das Live-Rollenspiel wie ein Werkzeug: Es hilft ihr, mit den vielen Krisen unserer Zeit klarzukommen und der Wirklichkeit für kurze Zeit zu entfliehen. Mehrmals im Jahr taucht sie bei einem sogenannten „Live Action Role Play“ in eine fiktive Welt ein und spielt dann für ein paar Tage sogar eine ganz andere Person. Unter ihrer Anleitung macht Wissenschaftsjournalist Eric Mayer den Selbstversuch: Was passiert, wenn man sich in eine solche fiktive Welt versetzt? Für den Eskapismusforscher Prof. Frode Stenseng, Psychologe an der Universität Trondheim, ist dabei eines klar: Realitätsflucht ist nicht gleich Realitätsflucht. Es gibt Eskapismusformen, die unseren Alltag stark in Mitleidenschaft ziehen und in psychologischer Überforderung enden, und andere, die uns helfen und neue Kraft geben. Warum das so ist, erfährt Eric bei Prof. Óscar Gonçalves, Neurowissenschaftler an der Universität Coimbra. Er sagt, dass das Verhältnis zwischen unserem Gehirn und der Realität ambivalent ist und „ … dass das Gehirn während des Ruhezustands sehr aktiv ist. Ein Netzwerk aus Hirnregionen wird besonders aktiv, wenn unsere Gedanken wandern. Das sind vor allem Bereiche, in denen unsere Selbstreflexion stattfindet und die eng mit Erinnerungen verknüpft sind. Und das Interessante daran ist, dass wir das während unserer Wachzeit etwa 50 Prozent der Zeit tun!“ (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere So. 26.07.2026 ZDF 124. Third Wave – in 5 Tagen zum faschistischen Regime?
Folge 124 (15 Min.)Psychologe Leon Windscheid erklärt das von Geschichtslehrer Ron Jones gestartete Experiment „The Third Wave“.Bild: ZDF und Marius Fuchtmann1967 startet Geschichtslehrer Ron Jones das Experiment „The Third Wave“. Plötzlich geht es an der Cubberley High School nicht mehr um Unterricht, sondern um Disziplin und Gemeinschaft. Ron Jones stellt Hierarchien auf, führt Rituale ein und macht sich selbst zum Anführer. Die Klasse erlebt fünf Tage lang Mechanismen faschistischer Bewegungen. Psychologe Leon Windscheid will wissen: Sind wir alle verführbar? Wie konnten so viele Deutsche behaupten, sie hätten von den Verbrechen der Nationalsozialisten nichts gewusst? Diese Frage bringt dieses radikale Experiment ins Rollen: Lehrer Ron Jones baut faschistische Mechanismen im Klassenzimmer nach und zeigt, was passiert, wenn Macht, Gruppendynamik und eigene Wahrheiten aufeinandertreffen.Psychologe Leon Windscheid beleuchtet psychologische Konzepte wie die Einteilung in „Wir“, die sogenannte In-Group und die „Die Anderen“, also sogenannte Out-Group. Der Sozialpsychologe und Konfliktforscher Prof. Andreas Zick zeigt, wie identitätsstiftend auch heute noch Gruppensymbole sind und dass Menschen, die ihre moralischen Standards nicht aufgeben wollen, eher autoritären Bewegungen widerstehen können. Die Reihe „Terra Xplore – Brain Projects“ beleuchtet weltberühmte Experimente, Diagnosen und Therapien. Zwischen Wissenschaft und Wahnsinn fragt Psychologe Leon Windscheid: Was können wir aus diesen Geschichten für unsere eigene Psyche lernen, und warum wirken manche Methoden bis heute nach? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere So. 16.08.2026 ZDF 125. Warum glauben Menschen?
Folge 125 (25 Min.)Für viele Menschen ist Religion ein zentrales Element ihres Denkens und Handelns. Leon Windscheid geht dem aus psychologischer Sicht nach und fragt: Brauchen wir Glaube? Leon trifft Angela, die mehrere Schicksalsschläge erlebt und Halt im christlichen Glauben gefunden hat. Kommen Menschen mit dem Bedürfnis, an etwas Höheres zu glauben, bereits auf die Welt, oder werden sie von ihren Erfahrungen geleitet? Leon lernt auch Lisa kennen – eine Muslima, die als Jugendliche vom Katholizismus zum Islam konvertiert ist. Er besucht sie in Köln, um ihre Beweggründe besser zu verstehen. Der Sozialpsychologe Prof. Detlef Fetchenhauer gibt Einblicke in die Forschung und erklärt, was der Glaube Menschen geben kann. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere So. 23.08.2026 ZDF 126. Religion, Spiritualität oder Atheismus?
Folge 126 (20 Min.)In einem Sozialexperiment treffen Menschen aufeinander, die ganz unterschiedliche Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Glaube und Spiritualität haben – gute, aber auch negative. Psychologe Leon Windscheid erlebt in diesen Gesprächen: So verschieden Menschen sind, so individuell sind auch ihre Beziehungen zum Glauben. Religionen haben schon immer die größten Hoffnungen, aber auch die tiefsten Ängste der Menschheit mitbestimmt. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere So. 23.08.2026 ZDF 127. Geborgen wohnen: Die Psychologie des Zuhauses
Folge 127 (30 Min.)Wir verbringen rund 14 Stunden täglich zuhause. Licht, Raum und Farben beeinflussen unsere Psyche. Wie gestalten Menschen ihren Wohnraum, damit er zu ihnen passt? Psychologe Leon Windscheid trifft in dieser „Terra-Xplore“-Folge den Influencer Mr. Unreal Estate, der ihm exklusive Immobilien zeigt. Denn beim Wohnen geht es nicht nur um Luxus, sondern vor allem darum, was man wirklich braucht, um sich geborgen zu fühlen. Für Unternehmer Simon Schäfer zählen natürliche Materialien, viel Tageslicht und der Blick ins Grüne – danach plante er seine Villa. Lena Lademann verlor nach einer Trennung ihr Zuhause und erzählt auf Mallorca, wie prägend Wohnen in dieser Phase für sie ist. Wohnpsychologin Melanie Fritze ordnet ein, welche Aspekte von Wohnraum besonders relevant für das psychische Erleben sind, welche verbreiteten Fehlannahmen es bei der Einrichtung des eigenen Zuhauses gibt und welche Bedeutung Wohnsicherheit für das psychische Wohlbefinden hat. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 ZDF 128. Was Wohnungen über Menschen verraten
Folge 128 (15 Min.)Wohnpsychologin Melanie Fritze (l.) und Psychologe Leon Windscheid (r.)Bild: ZDF und Marius FuchtmannWie wir wohnen, beeinflusst unser Wohlbefinden stärker, als uns oft bewusst ist. Schon kleine Veränderungen zu Hause können dazu beitragen, dass wir uns wohler fühlen. In einem Studioexperiment zeigt Psychologe Leon Windscheid den Teilnehmenden Fotos der Wohnungen der jeweils anderen. Obwohl sie sich nicht kennen, versuchen sie daraus Rückschlüsse auf Persönlichkeit, Lebensstil und Gewohnheiten der Bewohner zu ziehen. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 ZDF 129. Vermisst – Zwischen Hoffnung und Ungewissheit
Folge 129 (25 Min.)Wenn ein Mensch spurlos verschwindet, bleiben Familie und Freunde mit quälenden Fragen und Ungewissheit zurück. Ein Ausnahmezustand, der ihre Psyche massiv belastet und beeinflusst. Psychologe Leon Windscheid begegnet Angehörigen vermisster Personen und erhält Einblicke in ihren Umgang mit Hoffnung, Angst und Verlust. Psychologin Prof. Rita Rosner erklärt, wie Hoffnung stabilisieren, Sinn stiften und Handlungskraft erhalten kann. Der Fall von Nathalie Schöffmann zeigt die andere Seite des Vermisst-Seins – die Perspektive der Betroffenen selbst. Die österreichische Radrennfahrerin und Triathletin wurde 2019 während einer Radtour entführt und war stundenlang in der Gewalt ihres Täters. Trotz extremer Angst blieb sie ruhig, sprach mit dem Entführer – und kam frei. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 14.09.2026 ZDF 130. Vermisst – Was Ungewissheit mit uns macht
Folge 130 (20 Min.)Sandra EckardtBild: ZDFSpurlos verschwunden, kein Abschied, keine Antworten. Psychologe Leon Windscheid trifft Ralf Salice. Seit 2020 sucht er seine vermisste Tochter. Aufzugeben ist für ihn keine Option. Täglich werden in Deutschland rund 250 Menschen als vermisst gemeldet. Aktuell sind es etwa 10.000 Vermisste. Psychologe Leon Windscheid fragt: Was macht diese Ungewissheit mit unserer Psyche? Wie lebt man als Angehöriger weiter? Im September 2020 verschwindet Scarlett Salice während einer Wanderung im Schwarzwald. Auch nachdem die offiziellen Suchmaßnahmen der Polizei eingestellt wurden, sucht Scarletts Vater Ralf weiter. Er sammelt Hinweise, spricht mit Zeugen, gibt nicht auf.Die Suche nach Scarlett bestimmt seitdem einen großen Teil seines Lebens. Er sagt: „Ich muss das tun, was nötig ist, um sie wiederzufinden. Und da gibt es in dem Moment auch keine Grenzen.“ Hoffnung bedeutet für ihn Handeln. Der Fall Salice zeigt, was ein Verschwinden für Angehörige bedeutet: ein Leben im permanenten Alarmzustand. Um die psychischen Folgen dieser Ungewissheit zu verstehen, trifft Leon Windscheid die Psychologin Prof. Rita Rosner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sie erklärt, warum das menschliche Gehirn Unsicherheit kaum aushält und welche emotionalen Mechanismen dabei aktiviert werden. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mo. 14.09.2026 ZDF 131. Neustart nach Trennung – Kämpfen oder loslassen?
Folge 131 (15 Min.)Psychologe Leon Windscheid (2.v.r.) spricht mit Teilnehmenden des Sozialexperiments über ihre Trennungen.Bild: Marius Fuchtmann / ZDFWarum fällt es uns so schwer, eine Beziehung zu beenden – selbst dann, wenn wir längst spüren, dass sie uns nicht mehr guttut? Und kann man sich eigentlich gut trennen? In einem Studioexperiment kommen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen und erzählen von ihren Erfahrungen mit Trennung, Zweifel und Neuanfang. Ihre Geschichten zeigen, wie emotional und verletzend das Thema ist und wie viel Mut es braucht, loszulassen. Leon Windscheid ordnet die persönlichen Erfahrungen mit Erkenntnissen der Beziehungspsychologie ein. Er geht Fragen nach wie: Woran erkennen wir, dass eine Beziehung wirklich am Ende ist? Warum halten viele Menschen an einer Partnerschaft fest, obwohl sie unglücklich sind? Und wann lohnt es sich, um die Liebe zu kämpfen – und wann ist Loslassen der gesündere Weg? Die aktuelle Forschung zeigt: Trennungen sind meist kein spontaner Entschluss, sondern das Ende eines langen Prozesses, der oft Monate oder sogar Jahre vor der eigentlichen Trennung beginnt. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 ZDF 132. Alkohol – Brauchen wir den Rausch?
Folge 132 (15 Min.)Psychologe Leon Windscheid (5.v.r.) spricht mit den Teilnehmenden des Sozialexperiments über ihr ganz persönliches Verhältnis zum Thema Rausch.Bild: ZDF und Marius FuchtmannAuch wenn es einen risikofreien Alkoholkonsum niemals geben wird – ist eine andere, bewusstere Trinkkultur auch in Deutschland denkbar? Im Sozialexperiment trifft Psychologe Leon Windscheid auf Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen: eine Winzerin, für die Wein Kulturgut ist. Einen seit zwölf Jahren trockenen Alkoholiker. Eine junge Frau, die als Teenager im Rausch Zugehörigkeit suchte. Ihre Geschichten zeigen: Alkohol ist Genuss, Ritual und Risiko zugleich – oft alles auf einmal. Suchtforscher Professor Johannes Lindenmeyer sagt, eine Gesellschaft wird den Alkohol nie loswerden. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob wir trinken, sondern wie. Während andere Kulturen zum Teil einen bewussteren Umgang mit Alkohol pflegen, gilt in Deutschland noch immer viel zu häufig: Wer viel trinkt, hat gewonnen. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 ZDF 133. Alkohol – Warum wir den Rausch suchen
Folge 133 (25 Min.)Stephanie Spendler führt seit Jahren eines der bekanntesten Bierzelte auf der Wiesn. Sie erlebt jeden Herbst, wie Millionen Menschen gemeinsam den Rausch suchen. Auf dem Oktoberfest, beim Karneval, am Ballermann: Der Rausch hat in unserem Leben einen festen Platz. Millionen Menschen trinken Alkohol – obwohl sie wissen, dass er schadet. Psychologe Leon Windscheid fragt sich „Warum suchen wir den Rausch?“ „Seitdem wir Geschichte nachprüfen können, gibt es auch Alkohol“, berichtet Kulturanthropologe Prof. Gunther Hirschfelder. Frühe Spuren von Alkohol finden sich tatsächlich rund um den Globus.In dieser „Terra Xplore“-Folge erfährt Leon, wie vielschichtig das Verhältnis zwischen Mensch und Alkohol, dem Rauschmittel Nummer eins in Deutschland, wirklich ist. Aufgrund des hohen Alkoholkonsums sterben in Deutschland jährlich rund 44.000 Menschen. Knapp vier Millionen Menschen haben alkoholbezogene Störungen. Und doch, sagt Suchtexperte Prof. Johannes Lindenmeyer, wird unsere Gesellschaft den Alkohol nie loswerden. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob wir trinken, sondern wie. Denn während es auch Kulturen mit bewussterem Umgang mit Alkohol gibt, gilt in Deutschland noch immer oft: Wer viel trinkt, kann damit fast angeben. Auch wenn es einen risikofreien Konsum niemals geben wird – ist eine andere, bewusstere Trinkkultur denkbar? Im Sozialexperiment trifft Leon auf Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen: Eine Winzerin, für die Wein Kulturgut ist, einen seit zwölf Jahren trockenen Alkoholiker, eine junge Frau, die als Teenager im Rausch Zugehörigkeit suchte. Ihre Geschichten zeigen: Alkohol ist Genuss, Ritual und Risiko – oft alles auf einmal. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 ZDF 134. Warum lieben wir Schlager?
Folge 134 (45 Min.)Warum berührt Schlager Millionen, während andere abschalten? Leon Windscheid trifft Stars, Fans und Experten und entdeckt: Hinter den Hits stecken Sehnsucht, Gemeinschaft und Kalkül. Was passiert bei Schlagermusik im Kopf? Leon Windscheid geht für „Terra Xplore“ den psychologischen Mechanismen des Genres nach. Dr. Pop erklärt, wie Vertrautheit und Emotion diese Musik prägen. Mit Roland Kaiser erlebt Leon zudem, was Generationen verbindet. Tausende Menschen, ein Refrain, Tränen in den Augen: Bei einem Schlager lassen sich Millionen fallen, ob im Festzelt, auf Mallorca oder im Stadion. Aber warum feiern ihn die einen hemmungslos, während die anderen beim ersten Takt die Augen verdrehen? Leon Windscheid trifft für „Terra Xplore“ Schlagergrößen.Da ist Isi Glück, die mit Partyschlager ganze Hallen in kollektive Ekstase versetzt. Leon begleitet sie backstage und erlebt, wie viel Handwerk, Energie und Strategie hinter dem scheinbar mühelosen Auftritt steckt. Warum funktionieren einfache Zeilen, klare Beats und große Gefühle so zuverlässig? Und warum ist gerade die Übertreibung oft der Schlüssel zum Erfolg? Auf der anderen Seite: Roland Kaiser, der den deutschen Schlager seit Jahrzehnten prägt wie kaum ein zweiter. In Münster spricht Leon mit ihm über Sehnsucht, Gemeinschaft, den Generationenwechsel und darüber, was Schlager den Menschen eigentlich gibt. Wie ein Hit überhaupt entsteht, zeigt Produzent Tim Peters: Schlager ist kein Zufallsprodukt, sondern ein genau kalkuliertes Zusammenspiel aus Melodie, Text, Rhythmus und Emotion. Musikwissenschaftler Dr. Markus Henrik, alias Dr. Pop, erklärt die Mechanismen hinter dem Phänomen: Welche Sehnsüchte bedient ein Schlager und warum funktioniert er über Generationen hinweg so verlässlich? Am Ende wird klar: Hinter all den Bildern, Tränen und Partyexzessen steckt mehr als Kitsch. Schlager ist Party, Emotion und ein lukratives Geschäft. Aber auch ein Ort, an dem viele sich trauen, einfach sie selbst zu sein. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere So. 04.10.2026 ZDF
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