117. Mutter sein – Zwischen Liebe und Druck
Folge 117 (25 Min.)Psychologe Leon Windscheid diskutiert mit den befreundeten Schauspielerinnen Rhea Harder-Vennewald und Nina Bott, was Muttersein bedeutet. Seit rund 20 Jahren gehört Rhea Harder-Vennewald zur Stammbesetzung der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“. Im wahren Leben ist sie Mutter von drei Kindern. Sie berichtet von Nähe und Erschöpfung sowie dem Druck, zwischen Drehalltag und Familie „gut genug“ zu sein. Nina Bott, selbst vierfache Mutter, erzählt im Gespräch mit Leon, wie ihre eigene belastete Kindheit mit einer suchtkranken Mutter zugleich Liebe, Verantwortung und Überforderung bedeuten kann – und wie sich der Blick auf die eigene Mutter mit den Jahren verändert hat. Mutterliebe gilt als bedingungslos und einfach da. Doch Mutterliebe ist kein Naturgesetz, erklärt Psychologin Prof. Dr. Helga Krüger-Kirn. Überhöhte Ideale und Perfektionsansprüche setzen Mütter maßlos und vor allem unnötig unter Druck. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 13.07.2026 ZDF 118. Wie Mütter uns prägen
Folge 118 (15 Min.)In einem bewegenden Studioexperiment mit dem Psychologen Leon Windscheid sprechen Mütter, Töchter und Söhne aus, wie sehr Muttersein und Mütter sie geprägt haben. Dankbarkeit, Enttäuschung, Loyalität, Kontaktabbrüche, Gewalt- und Traumaerfahrungen: Kaum eine Rolle ist aufgeladener als die der Mutter. Manche Kinder wurden getragen, andere verletzt. Manche Mütter konnten lieben, andere waren selbst überfordert oder traumatisiert. Mutterliebe ist kein Garant für eine gute Beziehung – und ihr Fehlen kein persönliches Versagen. Fabienne Becker-Stoll, Psychologin und Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik an der Universität Regensburg, führt aus, warum uns früheste Bindungserfahrungen – egal ob positiv oder negativ – nachhaltig beeinflussen, jedoch nicht allein entscheidend sind für das spätere Leben oder die Tatsache, ob man selbst ein sicheres oder vielleicht ängstlicheres Elternteil wird. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 13.07.2026 ZDF 119. Was tun mit psychisch kranken Tätern?
Folge 119 (45 Min.)Psychologe Leon Windscheid (r.) befragt Passanten bei einer Straßenumfrage über ihren Standpunkt zum Thema Forensik.Bild: ZDF und Marius FuchtmannEin geliebter Mensch wird brutal ermordet. Vielleicht die beste Freundin oder sogar das eigene Kind. Der Täter kommt nicht ins Gefängnis, sondern in die Forensische Psychiatrie. Warum? Psychologe Leon Windscheid trifft eine Frau, die unter anderem eine Dame mit dem Messer bedrohte und seit 16 Jahren in der Forensischen Psychiatrie einsitzt. Sie leidet unter Impulskontrollstörungen, hat ihre Emotionen nicht im Griff und ist immer wieder aggressiv. Der Psychiater Prof. Dieter Seifert ist forensischer Sachverständiger. Er erklärt Leon, auf welchen Grundlagen man die Schuldunfähigkeit von straffälligen Menschen feststellt.Anders als im Gefängnis, gibt es in der Forensischen Psychiatrie kein zeitlich festgelegtes Strafmaß. Entlassen werden Insassen erst, wenn das Risiko weiterer Straftaten für die Allgemeinheit möglichst gering bleibt. Und sie werden auch anschließend noch weiter psychologisch betreut. Ganz anders verhält es sich im Fall des Serienmörders Niels Högel, der für eine der größten Mordserien der Bundesrepublik verantwortlich ist. Der ehemalige Krankenpfleger ermordete in zwei Kliniken Patienten, indem er ihnen Überdosen an Medikamenten verabreicht. In 332 Fällen werden Ermittlungsverfahren eingeleitet, Högel wird schließlich wegen über 80 Morden angeklagt. Warum aber wird er nicht in eine forensische Psychiatrie eingewiesen? 2019 wird Högel zu lebenslanger Gefängnishaft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Da er seine Taten kühl geplant und sich dem, was er getan hat, bewusst war, wird Högel als voll schuldfähig eingestuft. Eine Unterbringung in einer Forensische Psychiatrie kommt für diesen Täter daher nicht in Frage. Doch der andere Umgang mit psychisch kranken Straftätern polarisiert. Für „Terra Xplore“ bringt Leon Windscheid in einem Studioexperiment Täter und Opfer zusammen. Da ist Gerhard, dessen Bruder von einem psychisch kranken Menschen brutal ins Koma geschlagen wird. Oder Petra, die in ihrem Juweliergeschäft überfallen und gefesselt zurückgelassen wird. Leon will wissen, wie sie auf den forensischen Strafvollzug und das Thema Strafe blicken. Dabei wird auch deutlich, dass sich die Opfer von Gewaltverbrechen mehr Hilfsangebote und auch Betreuung wünschen, um das Geschehen zu verarbeiten. Und so zeigt der Film, wie komplex das Thema „Schuldunfähigkeit und Umgang mit psychisch kranken Straftätern“ ist. Es prallen theoretische, psychologische Sichtweisen auf emotionale Lebenserfahrungen von Tätern, Opfern und deren Angehörigen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere So. 19.07.2026 ZDF 120. Ehrlich Brothers: Die magische Kraft der Geschwister
Folge 120 (30 Min.)Geschwister begleiten uns oft ein Leben lang. So gehören diese Beziehungen zu den komplexesten und prägendsten überhaupt. In „Terra Xplore“ trifft Leon Windscheid die Ehrlich Brothers. Die berühmten Brüder sprechen offen über ihr Aufwachsen, den Beginn ihrer gemeinsamen Karriere und die Schwierigkeiten, die entstehen können, wenn man als Brüder nicht nur das Privatleben, sondern auch die Karriere teilt. Expertinnen und Experten aus Psychologie und Familienforschung ordnen zudem ein, wie entscheidend diese frühen sozialen Erfahrungen für die persönliche Entwicklung sind. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 20.07.2026 ZDF 121. Geschwister – Wie Familienkonstellationen unser Leben prägen
Folge 121 (15 Min.)Psychologie-Professorin Dr. Sabine WalperBild: ZDF und Marius FuchtmannGeschwisterbeziehungen zählen meist zu den dauerhaftesten sozialen Bindungen eines Menschen. Sie reichen oft über Jahrzehnte – länger als Partnerschaften oder Freundschaften. Die Psychologie beschreibt Geschwister daher als ein einzigartiges Beziehungssystem, das von intensiver Nähe, Rivalität, und einem lebenslangen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung geprägt ist. In einem Sozialexperiment erzählen Menschen von belasteten Beziehungen, großen Streits, mehrjährigen Kontaktabbrüchen unter Geschwistern und von Wiederannäherung. Von der Psychologieprofessorin Sabine Walper will Leon Windscheid wissen, warum Geschwistersein so oft mit Konflikten einhergeht und was man im Erwachsenenalter tun kann, um sich wieder anzunähern. Dabei spielt immer wieder die Frage eine Rolle, ob Geschwister uns per se guttun und was wir tun können, um diese lebenslangen Beziehungen zu stärken. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Mo. 20.07.2026 ZDF 122. Bobo-Doll-Studien: Aggressive Vorbilder, aggressive Kinder?
Folge 122 (15 Min.)Aggression durch Beobachtung? Psychologe Leon Windscheid fragt, ob Kinder aggressives Verhalten von Eltern, Games und Social Media kopieren und erklärt die Bobo-Doll-Studien.Bild: ZDF und Marius FuchtmannLernen wir aggressives Verhalten, wenn wir Gewalt sehen? Psychologe Albert Bandura zeigt im Bobo-Doll-Experiment, wie kleine Kinder aggressives Verhalten beobachten und dann nachahmen. „Modelllernen“ oder „Beobachtungslernen“ nennt Albert Bandura seine Lerntheorie. Psychologe Leon Windscheid zeigt auf, welche Rolle Vorbilder und auch Medien im sozialen Lernprozess spielen und was das heute für ein mögliches Social Media Verbot bedeutet. Was der kanadische Psychologe Albert Bandura damals herausfand, gilt bis heute als Meilenstein in der Gewaltforschung.Er hat mit seinen Bobo-Doll-Studien gezeigt, dass Lernen nicht ausschließlich über Belohnung und Bestrafung funktioniert, sondern Menschen auch durch Beobachtung und Imitation lernen. Anfang der 1960er-Jahre wird der Fernseher zum Leitmedium und 1963 wiederholt Bandura das Experiment mit der Frage, ob Kinder durch Gewalt im Fernsehen und in Filmen negativ beeinflusst werden können. Wie wirkt sich heute Gewalt aus Filmen, Social Media, Serien oder Gaming auf uns aus und vor allem auf Kinder, die solche Inhalte sehen? Psychotherapeutin Dr. Isabel Brandhorst geht davon aus, dass Mediengewalt als ein mögliches Verhaltensskript gelernt und gespeichert wird. Gleichzeitig gibt es zahlreiche weitere Einflüsse, die mitentscheiden, ob dieses Skript aktiviert wird und Menschen selbst aggressiv reagieren. Modelllernen prägt unser Verhalten weit stärker, als uns oft bewusst ist. In nahezu allen Lebensbereichen sind wir – ob wir es wollen oder nicht – Vorbilder, denn wir werden ständig beobachtet. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Do. 23.07.2026 ZDF 123. Fantasiewelten: Gut für die Psyche?
Folge 123 (45 Min.)Pia Bergmann nutzt „Live Action Roleplay“, um sich eine Auszeit von der Realität zu nehmen. Im Gespräch mit Eric Mayer erklärt sie, dass es ihrer psychischen Gesundheit hilft, einem Hobby nachzugehen.Bild: ZDF und Jan HinkesWarum fliehen Menschen in Fantasie- und Digitalwelten? Eric Mayer erforscht, wie viel Realität unser Gehirn verkraftet, wann sie zu viel wird und wie Eskapismus entlasten oder belasten kann. Eric Mayer trifft Lars (Name geändert), der dem Alltagsdruck erlag und in digitale Welten flüchtete; begleitet LARP-Spielerin Pia Bergmann in eine Fantasiewelt und spricht mit Forschern darüber, wann Realitätsflucht krank macht – oder mental stärken kann. Warum ist für manche Menschen die Flucht in Fantasie- und Digitalwelten so reizvoll? Wie viel Realität verarbeitet unser Gehirn? Wissenschaftsjournalist Eric Mayer will wissen, wie das Gehirn unseren Alltag verarbeitet, wann es zu viel wird und ob Pausen von der realen Welt Kraft geben können.Zwischen Therapie, Live-Rollenspiel – kurz LARP – und Forschung zeigt Eric, wie Eskapismus belasten, aber auch entlasten kann. Eric Mayer trifft Lars (Name von der Redaktion geändert), der vor einigen Jahren mit dem Druck in seinem Alltag nicht mehr klar kam und sich in digitale Welten flüchtete – so intensiv, dass er eine Mediensucht entwickelte. Für Pia Bergmann ist das Live-Rollenspiel wie ein Werkzeug: Es hilft ihr, mit den vielen Krisen unserer Zeit klarzukommen und der Wirklichkeit für kurze Zeit zu entfliehen. Mehrmals im Jahr taucht sie bei einem sogenannten „Live Action Role Play“ in eine fiktive Welt ein und spielt dann für ein paar Tage sogar eine ganz andere Person. Unter ihrer Anleitung macht Wissenschaftsjournalist Eric Mayer den Selbstversuch: Was passiert, wenn man sich in eine solche fiktive Welt versetzt? Für den Eskapismusforscher Prof. Frode Stenseng, Psychologe an der Universität Trondheim, ist dabei eines klar: Realitätsflucht ist nicht gleich Realitätsflucht. Es gibt Eskapismusformen, die unseren Alltag stark in Mitleidenschaft ziehen und in psychologischer Überforderung enden, und andere, die uns helfen und neue Kraft geben. Warum das so ist, erfährt Eric bei Prof. Óscar Gonçalves, Neurowissenschaftler an der Universität Coimbra. Er sagt, dass das Verhältnis zwischen unserem Gehirn und der Realität ambivalent ist und „ … dass das Gehirn während des Ruhezustands sehr aktiv ist. Ein Netzwerk aus Hirnregionen wird besonders aktiv, wenn unsere Gedanken wandern. Das sind vor allem Bereiche, in denen unsere Selbstreflexion stattfindet und die eng mit Erinnerungen verknüpft sind. Und das Interessante daran ist, dass wir das während unserer Wachzeit etwa 50 Prozent der Zeit tun!“ (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere So. 26.07.2026 ZDF 124. Third Wave – in 5 Tagen zum faschististischen Regime?
Folge 124 (15 Min.)Psychologe Leon Windscheid erklärt das von Geschichtslehrer Ron Jones gestartete Experiment „The Third Wave“.Bild: ZDF und Marius Fuchtmann1967 startet Geschichtslehrer Ron Jones das Experiment „The Third Wave“. Plötzlich geht es an der Cubberley High School nicht mehr um Unterricht, sondern um Disziplin und Gemeinschaft. Ron Jones stellt Hierarchien auf, führt Rituale ein und macht sich selbst zum Anführer. Die Klasse erlebt fünf Tage lang Mechanismen faschistischer Bewegungen. Psychologe Leon Windscheid will wissen: Sind wir alle verführbar? Wie konnten so viele Deutsche behaupten, sie hätten von den Verbrechen der Nationalsozialisten nichts gewusst? Diese Frage bringt dieses radikale Experiment ins Rollen: Lehrer Ron Jones baut faschistische Mechanismen im Klassenzimmer nach und zeigt, was passiert, wenn Macht, Gruppendynamik und eigene Wahrheiten aufeinandertreffen.Psychologe Leon Windscheid beleuchtet psychologische Konzepte wie die Einteilung in „Wir“, die sogenannte In-Group und die „Die Anderen“, also sogenannte Out-Group. Der Sozialpsychologe und Konfliktforscher Prof. Andreas Zick zeigt, wie identitätsstiftend auch heute noch Gruppensymbole sind und dass Menschen, die ihre moralischen Standards nicht aufgeben wollen, eher autoritären Bewegungen widerstehen können. Die Reihe „Terra Xplore – Brain Projects“ beleuchtet weltberühmte Experimente, Diagnosen und Therapien. Zwischen Wissenschaft und Wahnsinn fragt Psychologe Leon Windscheid: Was können wir aus diesen Geschichten für unsere eigene Psyche lernen, und warum wirken manche Methoden bis heute nach? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 ZDF
