136. Kontaktabbruch zu den Eltern – darf ich das?
Folge 136 (45 Min.)
Psychologe Leon Windscheid (r.) im Gespräch mit dem Systemischen Therapeuten Prof. Björn Enno Hermans (l.) darüber, wann ein Kontaktabbruch der richtige Schritt ist.Bild: ZDFFamilie gilt als engste Beziehung. Umso größer das Tabu, wenn Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen. Leon Windscheid fragt: Warum treffen sie diese radikale Entscheidung? Leon trifft Menschen, die den Kontakt zu ihren Eltern beendet haben. Sie erzählen von Verletzungen, Schuldgefühlen und dem langen Ringen um einen Entschluss, der für manche der letzte Ausweg war, um Frieden zu finden. Juliane lebt mit ihrem Partner auf einem Hof in der Nähe von Magdeburg. Die 39-Jährige wirkt angekommen. Doch bis dahin war es ein langer Weg.Juliane berichtet Leon von einer Kindheit, in der sie sich nie wirklich geliebt fühlte, von seelischen Narben, die sie bis ins Erwachsenenalter begleitet haben, und von der schwersten Entscheidung ihres Lebens: dem Kontaktabbruch zu ihren Eltern und ihren beiden Brüdern. Eine Entscheidung, die sie schmerzt, von der sie gleichzeitig sagt, sie habe ihr das Leben gerettet. Zu einem Kontaktabbruch gehören immer zwei Seiten. Deshalb begegnet Leon Windscheid für „Terra Xplore“ auch Müttern und Vätern, deren erwachsene Kinder gegangen sind. Sie berichten von Verlust, Ohnmacht und der quälenden Frage, ob sie den Bruch hätten verhindern können. Mit dieser Thematik beschäftigt sich Prof. Björn Enno Hermans vom Institut für systemische Familientherapie in Essen. Er spricht mit Leon darüber, wie er als Therapeut in solchen Fällen mit Familien arbeitet. Die britische Psychologin und Kontaktabbruch-Forscherin Prof. Lucy Blake von der University of the West of England erklärt, warum Familien oft über Jahre auseinanderdriften, weshalb Kontaktabbrüche selten aus einem einzigen Streit entstehen und unter welchen Bedingungen Versöhnung gelingen kann. Im Mittelpunkt der Folge steht ein außergewöhnliches Sozialexperiment: Menschen, die mit ihren Eltern gebrochen haben, treffen auf Eltern, deren Kinder gegangen sind, nicht als Familien, sondern als Fremde. Kann dieser psychologisch begleitete Perspektivwechsel ihren Blick auf die eigene Geschichte verändern? Eine „Terra Xplore“-Folge über eine harte Grenze, die Menschen ziehen können, und darüber, ob Loslassen manchmal der wichtigste Schritt zurück zu sich selbst ist. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 12.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere So. 18.10.2026 ZDF 137. Wie viel Angst ist normal?
Folge 137 (45 Min.)Psychologe Leon Windscheid (r.) spricht mit Protagonistin Nane (l.) darüber, wie ihre Angststörung sie in ihrem Leben eingeschränkt hat.Bild: ZDF und Marius FuchtmannAngst gehört zum Leben: Sie schützt, macht vorsichtig und hilft bei Entscheidungen. Doch was, wenn sie bleibt, den Alltag bestimmt, Wege unmöglich macht und das Leben einschränkt? Leon Windscheid fragt, warum Angststörungen bei jungen Menschen zunehmen und was hilft. Jeder Vierte entwickelt bis zum jungen Erwachsenenalter eine Angststörung. Sind junge Menschen ängstlicher? Wann wird Angst zur Erkrankung? Leon trifft Nane, die ihre erste Panikattacke bereits im Kindergarten erlitt. Die Ängste nahmen immer weiter zu, bis sie irgendwann kaum noch ihre Wohnung verlassen konnte. Die Angst bestimmte ihr gesamtes Leben.Heute geht es ihr bedeutend besser; sie macht gerade ihr Abitur. Mithilfe verschiedener Therapien hat sie gelernt, mit ihren Ängsten umzugehen. Sie sind nicht verschwunden, aber sie beherrschen ihr Leben nicht mehr. Sechs junge Menschen schildern, wie sich Angst anfühlt, wenn sie das Leben zunehmend bestimmt und einengt. Im Gespräch wird sichtbar, was sich sonst meist nur im Inneren abspielt. Außerdem erzählen die Teilnehmenden, was ihnen hilft und wie sie versuchen, ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Die Kinder- und Jugendpsychologin Prof. Julia Asbrand erklärt, warum gerade das Jugendalter besonders anfällig für Angststörungen ist, weshalb Vermeidung die Erkrankung oft verstärkt und warum frühe Hilfe so entscheidend ist. Die Neurobiologin Prof. Stephanie Kandsperger zeigt, was bei Angst im Gehirn geschieht und welche neuen Erkenntnisse die Forschung über Entstehung und Behandlung liefert. „Terra Xplore“ verbindet bewegende persönliche Schicksale mit aktueller Wissenschaft und macht Mut. Denn Angststörungen sind keine Charakterschwäche, sondern gut behandelbare Erkrankungen. Wer lernt, sich der Angst Schritt für Schritt zu stellen, kann ihr die Macht über das eigene Leben wieder nehmen. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere So. 01.11.2026 ZDF 138. Kinder fragen 100-Jährige: Wie fühlt sich alt sein an?
Folge 138 (15 Min.)Psychologe Leon Windscheid bringt in einem Sozialexperiment Hochbetagte und „logo!“-Kinderreporter zusammen. Was können die Generationen voneinander lernen und ab wann fühlt man sich alt? Gerontopsychologin Prof. Eva-Marie Kessler erklärt, warum Menschen ihr eigenes Alter häufig anders wahrnehmen, als es ihrem tatsächlichen Alter entspricht und wie gesellschaftliche Altersbilder unser Denken beeinflussen. Werden ältere Menschen als schwach oder nutzlos gesehen, kann daraus Ageism entstehen – die Benachteiligung aufgrund des Alters. Die Begegnung zeigt, wie solche Vorstellungen ins Wanken geraten, wenn junge und alte Menschen miteinander ins Gespräch kommen.Ilse (102), Heribert (97) und Katharina (101) erzählen Oskar (11), Inci (11) und Thea (10) von ihren Erfahrungen mit dem Älterwerden, von Familie, Liebe und Lebensfreude, aber auch von Krankheit und Tod. Für sie bedeutet gutes Altern nicht, möglichst jung zu wirken, sondern weiterhin am Leben teilzunehmen und Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen. Wir erfahren dabei: Alter ist nicht nur eine Zahl – und Zuhören kann helfen, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 ZDF 139. Longevity und Biohacking – Wie wollen wir alt werden?
Folge 139 (30 Min.)Niemand will alt sein, aber alle wollen möglichst lange leben. „Terra Xplore“-Host Leon Windscheid fragt, was wir selbst dafür tun können und was ein gutes Leben im Alter wirklich ausmacht. Dafür trifft der Psychologe unter anderem einen Biohacker, einen 102-Jährigen und seine 100-jährige Großtante. Sie nimmt das Alter erstaunlich gelassen. Ganz anders die Longevity-Bewegung: Sie will den körperlichen Alterungsprozess möglichst lange hinauszögern. Die Altersforscherin Eva-Marie Kessler erklärt, warum unsere Vorstellungen vom Alter unser eigenes Altern beeinflussen können. Soziologe Hartmut Rosa spricht über die Bedeutung von Resonanz und darüber, warum ein gutes Leben auch die Akzeptanz der eigenen Endlichkeit braucht. Dabei wird deutlich: Länger zu leben ist nicht automatisch das Ziel. Entscheidend ist die Frage, wie wir die gewonnenen Jahre leben – und ob wir uns selbst erlauben, älter zu werden. (Text: ZDF)Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 ZDF
