Einzeldokumentationen, Folge 121⁠–⁠139

  • Folge 121 (15 Min.)
    Psychologie-Professorin Dr. Sabine Walper – Bild: ZDF und Marius Fuchtmann
    Psychologie-Professorin Dr. Sabine Walper
    Geschwisterbeziehungen zählen meist zu den dauerhaftesten sozialen Bindungen eines Menschen. Sie reichen oft über Jahrzehnte – länger als Partnerschaften oder Freundschaften. Die Psychologie beschreibt Geschwister daher als ein einzigartiges Beziehungssystem, das von intensiver Nähe, Rivalität, und einem lebenslangen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung geprägt ist. In einem Sozialexperiment erzählen Menschen von belasteten Beziehungen, großen Streits, mehrjährigen Kontaktabbrüchen unter Geschwistern und von Wiederannäherung. Von der Psychologieprofessorin Sabine Walper will Leon Windscheid wissen, warum Geschwistersein so oft mit Konflikten einhergeht und was man im Erwachsenenalter tun kann, um sich wieder anzunähern. Dabei spielt immer wieder die Frage eine Rolle, ob Geschwister uns per se guttun und was wir tun können, um diese lebenslangen Beziehungen zu stärken. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 20.07.2026 ZDF
  • Folge 122 (15 Min.)
    Aggression durch Beobachtung? Psychologe Leon Windscheid fragt, ob Kinder aggressives Verhalten von Eltern, Games und Social Media kopieren und erklärt die Bobo-Doll-Studien.
    Lernen wir aggressives Verhalten, wenn wir Gewalt sehen? Psychologe Albert Bandura zeigt im Bobo-Doll-Experiment, wie kleine Kinder aggressives Verhalten beobachten und dann nachahmen. „Modelllernen“ oder „Beobachtungslernen“ nennt Albert Bandura seine Lerntheorie. Psychologe Leon Windscheid zeigt auf, welche Rolle Vorbilder und auch Medien im sozialen Lernprozess spielen und was das heute für ein mögliches Social Media Verbot bedeutet. Was der kanadische Psychologe Albert Bandura damals herausfand, gilt bis heute als Meilenstein in der Gewaltforschung. Er hat mit seinen Bobo-Doll-Studien gezeigt, dass Lernen nicht ausschließlich über Belohnung und Bestrafung funktioniert, sondern Menschen auch durch Beobachtung und Imitation lernen. Anfang der 1960er-Jahre wird der Fernseher zum Leitmedium und 1963 wiederholt Bandura das Experiment mit der Frage, ob Kinder durch Gewalt im Fernsehen und in Filmen negativ beeinflusst werden können. Wie wirkt sich heute Gewalt aus Filmen, Social Media, Serien oder Gaming auf uns aus und vor allem auf Kinder, die solche Inhalte sehen? Psychotherapeutin Dr. Isabel Brandhorst geht davon aus, dass Mediengewalt als ein mögliches Verhaltensskript gelernt und gespeichert wird. Gleichzeitig gibt es zahlreiche weitere Einflüsse, die mitentscheiden, ob dieses Skript aktiviert wird und Menschen selbst aggressiv reagieren. Modelllernen prägt unser Verhalten weit stärker, als uns oft bewusst ist. In nahezu allen Lebensbereichen sind wir – ob wir es wollen oder nicht – Vorbilder, denn wir werden ständig beobachtet. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.06.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Do. 23.07.2026 ZDF
  • Folge 123 (45 Min.)
    Pia Bergmann nutzt „Live Action Roleplay“, um sich eine Auszeit von der Realität zu nehmen. Im Gespräch mit Eric Mayer erklärt sie, dass es ihrer psychischen Gesundheit hilft, einem Hobby nachzugehen.
    Warum fliehen Menschen in Fantasie- und Digitalwelten? Eric Mayer erforscht, wie viel Realität unser Gehirn verkraftet, wann sie zu viel wird und wie Eskapismus entlasten oder belasten kann. Eric Mayer trifft Lars (Name geändert), der dem Alltagsdruck erlag und in digitale Welten flüchtete; begleitet LARP-Spielerin Pia Bergmann in eine Fantasiewelt und spricht mit Forschern darüber, wann Realitätsflucht krank macht – oder mental stärken kann. Warum ist für manche Menschen die Flucht in Fantasie- und Digitalwelten so reizvoll? Wie viel Realität verarbeitet unser Gehirn? Wissenschaftsjournalist Eric Mayer will wissen, wie das Gehirn unseren Alltag verarbeitet, wann es zu viel wird und ob Pausen von der realen Welt Kraft geben können. Zwischen Therapie, Live-Rollenspiel – kurz LARP – und Forschung zeigt Eric, wie Eskapismus belasten, aber auch entlasten kann. Eric Mayer trifft Lars (Name von der Redaktion geändert), der vor einigen Jahren mit dem Druck in seinem Alltag nicht mehr klar kam und sich in digitale Welten flüchtete – so intensiv, dass er eine Mediensucht entwickelte. Für Pia Bergmann ist das Live-Rollenspiel wie ein Werkzeug: Es hilft ihr, mit den vielen Krisen unserer Zeit klarzukommen und der Wirklichkeit für kurze Zeit zu entfliehen. Mehrmals im Jahr taucht sie bei einem sogenannten „Live Action Role Play“ in eine fiktive Welt ein und spielt dann für ein paar Tage sogar eine ganz andere Person. Unter ihrer Anleitung macht Wissenschaftsjournalist Eric Mayer den Selbstversuch: Was passiert, wenn man sich in eine solche fiktive Welt versetzt? Für den Eskapismusforscher Prof. Frode Stenseng, Psychologe an der Universität Trondheim, ist dabei eines klar: Realitätsflucht ist nicht gleich Realitätsflucht. Es gibt Eskapismusformen, die unseren Alltag stark in Mitleidenschaft ziehen und in psychologischer Überforderung enden, und andere, die uns helfen und neue Kraft geben. Warum das so ist, erfährt Eric bei Prof. Óscar Gonçalves, Neurowissenschaftler an der Universität Coimbra. Er sagt, dass das Verhältnis zwischen unserem Gehirn und der Realität ambivalent ist und „ … dass das Gehirn während des Ruhezustands sehr aktiv ist. Ein Netzwerk aus Hirnregionen wird besonders aktiv, wenn unsere Gedanken wandern. Das sind vor allem Bereiche, in denen unsere Selbstreflexion stattfindet und die eng mit Erinnerungen verknüpft sind. Und das Interessante daran ist, dass wir das während unserer Wachzeit etwa 50 Prozent der Zeit tun!“ (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.07.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere So. 26.07.2026 ZDF
  • Folge 124 (15 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid erklärt das von Geschichtslehrer Ron Jones gestartete Experiment „The Third Wave“.
    1967 startet Geschichtslehrer Ron Jones das Experiment „The Third Wave“. Plötzlich geht es an der Cubberley High School nicht mehr um Unterricht, sondern um Disziplin und Gemeinschaft. Ron Jones stellt Hierarchien auf, führt Rituale ein und macht sich selbst zum Anführer. Die Klasse erlebt fünf Tage lang Mechanismen faschistischer Bewegungen. Psychologe Leon Windscheid will wissen: Sind wir alle verführbar? Wie konnten so viele Deutsche behaupten, sie hätten von den Verbrechen der Nationalsozialisten nichts gewusst? Diese Frage bringt dieses radikale Experiment ins Rollen: Lehrer Ron Jones baut faschistische Mechanismen im Klassenzimmer nach und zeigt, was passiert, wenn Macht, Gruppendynamik und eigene Wahrheiten aufeinandertreffen. Psychologe Leon Windscheid beleuchtet psychologische Konzepte wie die Einteilung in „Wir“, die sogenannte In-Group und die „Die Anderen“, also sogenannte Out-Group. Der Sozialpsychologe und Konfliktforscher Prof. Andreas Zick zeigt, wie identitätsstiftend auch heute noch Gruppensymbole sind und dass Menschen, die ihre moralischen Standards nicht aufgeben wollen, eher autoritären Bewegungen widerstehen können. Die Reihe „Terra Xplore – Brain Projects“ beleuchtet weltberühmte Experimente, Diagnosen und Therapien. Zwischen Wissenschaft und Wahnsinn fragt Psychologe Leon Windscheid: Was können wir aus diesen Geschichten für unsere eigene Psyche lernen, und warum wirken manche Methoden bis heute nach? (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 16.08.2026 ZDF
  • Folge 125 (25 Min.)
    Für viele Menschen ist Religion ein zentrales Element ihres Denkens und Handelns. Leon Windscheid geht dem aus psychologischer Sicht nach und fragt: Brauchen wir Glaube? Leon trifft Angela, die mehrere Schicksalsschläge erlebt und Halt im christlichen Glauben gefunden hat. Kommen Menschen mit dem Bedürfnis, an etwas Höheres zu glauben, bereits auf die Welt, oder werden sie von ihren Erfahrungen geleitet? Leon lernt auch Lisa kennen – eine Muslima, die als Jugendliche vom Katholizismus zum Islam konvertiert ist. Er besucht sie in Köln, um ihre Beweggründe besser zu verstehen. Der Sozialpsychologe Prof. Detlef Fetchenhauer gibt Einblicke in die Forschung und erklärt, was der Glaube Menschen geben kann. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 23.08.2026 ZDF
  • Folge 126 (20 Min.)
    In einem Sozialexperiment treffen Menschen aufeinander, die ganz unterschiedliche Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Glaube und Spiritualität haben – gute, aber auch negative. Psychologe Leon Windscheid erlebt in diesen Gesprächen: So verschieden Menschen sind, so individuell sind auch ihre Beziehungen zum Glauben. Religionen haben schon immer die größten Hoffnungen, aber auch die tiefsten Ängste der Menschheit mitbestimmt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 23.08.2026 ZDF
  • Folge 127 (30 Min.)
    Wir verbringen rund 14 Stunden täglich zuhause. Licht, Raum und Farben beeinflussen unsere Psyche. Wie gestalten Menschen ihren Wohnraum, damit er zu ihnen passt? Psychologe Leon Windscheid trifft in dieser „Terra-Xplore“-Folge den Influencer Mr. Unreal Estate, der ihm exklusive Immobilien zeigt. Denn beim Wohnen geht es nicht nur um Luxus, sondern vor allem darum, was man wirklich braucht, um sich geborgen zu fühlen. Für Unternehmer Simon Schäfer zählen natürliche Materialien, viel Tageslicht und der Blick ins Grüne – danach plante er seine Villa. Lena Lademann verlor nach einer Trennung ihr Zuhause und erzählt auf Mallorca, wie prägend Wohnen in dieser Phase für sie ist. Wohnpsychologin Melanie Fritze ordnet ein, welche Aspekte von Wohnraum besonders relevant für das psychische Erleben sind, welche verbreiteten Fehlannahmen es bei der Einrichtung des eigenen Zuhauses gibt und welche Bedeutung Wohnsicherheit für das psychische Wohlbefinden hat. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 ZDF
  • Folge 128 (15 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid (2.v.l.) im Gespräch mit den Teilnehmenden des Sozial-Experiments darüber, was die eigene Wohnung über uns aussagt.
    Wie wir wohnen, beeinflusst unser Wohlbefinden stärker, als uns oft bewusst ist. Schon kleine Veränderungen zu Hause können dazu beitragen, dass wir uns wohler fühlen. In einem Studioexperiment zeigt Psychologe Leon Windscheid den Teilnehmenden Fotos der Wohnungen der jeweils anderen. Obwohl sie sich nicht kennen, versuchen sie daraus Rückschlüsse auf Persönlichkeit, Lebensstil und Gewohnheiten der Bewohner zu ziehen. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 ZDF
  • Folge 129 (25 Min.)
    Wenn ein Mensch spurlos verschwindet, bleiben Familie und Freunde mit quälenden Fragen und Ungewissheit zurück. Ein Ausnahmezustand, der ihre Psyche massiv belastet und beeinflusst. Psychologe Leon Windscheid begegnet Angehörigen vermisster Personen und erhält Einblicke in ihren Umgang mit Hoffnung, Angst und Verlust. Psychologin Prof. Rita Rosner erklärt, wie Hoffnung stabilisieren, Sinn stiften und Handlungskraft erhalten kann. Der Fall von Nathalie Schöffmann zeigt die andere Seite des Vermisst-Seins – die Perspektive der Betroffenen selbst. Die österreichische Radrennfahrerin und Triathletin wurde 2019 während einer Radtour entführt und war stundenlang in der Gewalt ihres Täters. Trotz extremer Angst blieb sie ruhig, sprach mit dem Entführer – und kam frei. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 14.09.2026 ZDF
  • Folge 130 (20 Min.)
    Sandra Eckardt
    Spurlos verschwunden, kein Abschied, keine Antworten. Psychologe Leon Windscheid trifft Ralf Salice. Seit 2020 sucht er seine vermisste Tochter. Aufzugeben ist für ihn keine Option. Täglich werden in Deutschland rund 250 Menschen als vermisst gemeldet. Aktuell sind es etwa 10.000 Vermisste. Psychologe Leon Windscheid fragt: Was macht diese Ungewissheit mit unserer Psyche? Wie lebt man als Angehöriger weiter? Im September 2020 verschwindet Scarlett Salice während einer Wanderung im Schwarzwald. Auch nachdem die offiziellen Suchmaßnahmen der Polizei eingestellt wurden, sucht Scarletts Vater Ralf weiter. Er sammelt Hinweise, spricht mit Zeugen, gibt nicht auf. Die Suche nach Scarlett bestimmt seitdem einen großen Teil seines Lebens. Er sagt: „Ich muss das tun, was nötig ist, um sie wiederzufinden. Und da gibt es in dem Moment auch keine Grenzen.“ Hoffnung bedeutet für ihn Handeln. Der Fall Salice zeigt, was ein Verschwinden für Angehörige bedeutet: ein Leben im permanenten Alarmzustand. Um die psychischen Folgen dieser Ungewissheit zu verstehen, trifft Leon Windscheid die Psychologin Prof. Rita Rosner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sie erklärt, warum das menschliche Gehirn Unsicherheit kaum aushält und welche emotionalen Mechanismen dabei aktiviert werden. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 14.09.2026 ZDF
  • Folge 131 (15 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid (2.v.r.) spricht mit Teilnehmenden des Sozialexperiments über ihre Trennungen.
    Warum fällt es uns so schwer, eine Beziehung zu beenden – selbst dann, wenn wir längst spüren, dass sie uns nicht mehr guttut? Und kann man sich eigentlich gut trennen? In einem Studioexperiment kommen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen und erzählen von ihren Erfahrungen mit Trennung, Zweifel und Neuanfang. Ihre Geschichten zeigen, wie emotional und verletzend das Thema ist und wie viel Mut es braucht, loszulassen. Leon Windscheid ordnet die persönlichen Erfahrungen mit Erkenntnissen der Beziehungspsychologie ein. Er geht Fragen nach wie: Woran erkennen wir, dass eine Beziehung wirklich am Ende ist? Warum halten viele Menschen an einer Partnerschaft fest, obwohl sie unglücklich sind? Und wann lohnt es sich, um die Liebe zu kämpfen – und wann ist Loslassen der gesündere Weg? Die aktuelle Forschung zeigt: Trennungen sind meist kein spontaner Entschluss, sondern das Ende eines langen Prozesses, der oft Monate oder sogar Jahre vor der eigentlichen Trennung beginnt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 ZDF
  • Folge 132 (15 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid (5.v.r.) spricht mit den Teilnehmenden des Sozialexperiments über ihr ganz persönliches Verhältnis zum Thema Rausch.
    Auch wenn es einen risikofreien Alkoholkonsum niemals geben wird – ist eine andere, bewusstere Trinkkultur auch in Deutschland denkbar? Im Sozialexperiment trifft Psychologe Leon Windscheid auf Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen: eine Winzerin, für die Wein Kulturgut ist. Einen seit zwölf Jahren trockenen Alkoholiker. Eine junge Frau, die als Teenager im Rausch Zugehörigkeit suchte. Ihre Geschichten zeigen: Alkohol ist Genuss, Ritual und Risiko zugleich – oft alles auf einmal. Suchtforscher Professor Johannes Lindenmeyer sagt, eine Gesellschaft wird den Alkohol nie loswerden. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob wir trinken, sondern wie. Während andere Kulturen zum Teil einen bewussteren Umgang mit Alkohol pflegen, gilt in Deutschland noch immer viel zu häufig: Wer viel trinkt, hat gewonnen. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 ZDF
  • Folge 133 (25 Min.)
    Stephanie Spendler führt seit Jahren eines der bekanntesten Bierzelte auf der Wiesn. Sie erlebt jeden Herbst, wie Millionen Menschen gemeinsam den Rausch suchen. Auf dem Oktoberfest, beim Karneval, am Ballermann: Der Rausch hat in unserem Leben einen festen Platz. Millionen Menschen trinken Alkohol – obwohl sie wissen, dass er schadet. Psychologe Leon Windscheid fragt sich „Warum suchen wir den Rausch?“ „Seitdem wir Geschichte nachprüfen können, gibt es auch Alkohol“, berichtet Kulturanthropologe Prof. Gunther Hirschfelder. Frühe Spuren von Alkohol finden sich tatsächlich rund um den Globus. In dieser „Terra Xplore“-Folge erfährt Leon, wie vielschichtig das Verhältnis zwischen Mensch und Alkohol, dem Rauschmittel Nummer eins in Deutschland, wirklich ist. Aufgrund des hohen Alkoholkonsums sterben in Deutschland jährlich rund 44.000 Menschen. Knapp vier Millionen Menschen haben alkoholbezogene Störungen. Und doch, sagt Suchtexperte Prof. Johannes Lindenmeyer, wird unsere Gesellschaft den Alkohol nie loswerden. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob wir trinken, sondern wie. Denn während es auch Kulturen mit bewussterem Umgang mit Alkohol gibt, gilt in Deutschland noch immer oft: Wer viel trinkt, kann damit fast angeben. Auch wenn es einen risikofreien Konsum niemals geben wird – ist eine andere, bewusstere Trinkkultur denkbar? Im Sozialexperiment trifft Leon auf Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen: Eine Winzerin, für die Wein Kulturgut ist, einen seit zwölf Jahren trockenen Alkoholiker, eine junge Frau, die als Teenager im Rausch Zugehörigkeit suchte. Ihre Geschichten zeigen: Alkohol ist Genuss, Ritual und Risiko – oft alles auf einmal. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 ZDF
  • Folge 134 (45 Min.)
    60 Jahre im Schlager-Business: Roland Kaiser (l.) kennt die Musikrichtung wie kein anderer. Aber wie funktioniert der Musikstil, der die Meinungen so spaltet?
    Warum berührt Schlager Millionen, während andere abschalten? Leon Windscheid trifft Stars, Fans und Experten und entdeckt: Hinter den Hits stecken Sehnsucht, Gemeinschaft und Kalkül. Was passiert bei Schlagermusik im Kopf? Leon Windscheid geht für „Terra Xplore“ den psychologischen Mechanismen des Genres nach. Dr. Pop erklärt, wie Vertrautheit und Emotion diese Musik prägen. Mit Roland Kaiser erlebt Leon zudem, was Generationen verbindet. Tausende Menschen, ein Refrain, Tränen in den Augen: Bei einem Schlager lassen sich Millionen fallen, ob im Festzelt, auf Mallorca oder im Stadion. Aber warum feiern ihn die einen hemmungslos, während die anderen beim ersten Takt die Augen verdrehen? Leon Windscheid trifft für „Terra Xplore“ Schlagergrößen. Da ist Isi Glück, die mit Partyschlager ganze Hallen in kollektive Ekstase versetzt. Leon begleitet sie backstage und erlebt, wie viel Handwerk, Energie und Strategie hinter dem scheinbar mühelosen Auftritt steckt. Warum funktionieren einfache Zeilen, klare Beats und große Gefühle so zuverlässig? Und warum ist gerade die Übertreibung oft der Schlüssel zum Erfolg? Auf der anderen Seite: Roland Kaiser, der den deutschen Schlager seit Jahrzehnten prägt wie kaum ein zweiter. In Münster spricht Leon mit ihm über Sehnsucht, Gemeinschaft, den Generationenwechsel und darüber, was Schlager den Menschen eigentlich gibt. Wie ein Hit überhaupt entsteht, zeigt Produzent Tim Peters: Schlager ist kein Zufallsprodukt, sondern ein genau kalkuliertes Zusammenspiel aus Melodie, Text, Rhythmus und Emotion. Musikwissenschaftler Dr. Markus Henrik, alias Dr. Pop, erklärt die Mechanismen hinter dem Phänomen: Welche Sehnsüchte bedient ein Schlager und warum funktioniert er über Generationen hinweg so verlässlich? Am Ende wird klar: Hinter all den Bildern, Tränen und Partyexzessen steckt mehr als Kitsch. Schlager ist Party, Emotion und ein lukratives Geschäft. Aber auch ein Ort, an dem viele sich trauen, einfach sie selbst zu sein. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 17.09.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere So. 04.10.2026 ZDF
  • Folge 135 (45 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid (r.) trifft den Rekruten Connor (l.) und fragt: Warum würde er für Deutschland kämpfen?
    Die Angst vor Krieg in Europa gehört zu den größten Sorgen junger Menschen. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine rückt die Gefahr näher. Leon Windscheid fragt: Würdest du kämpfen? Leon Windscheid trifft Connor, der seine Grundausbildung bei der Bundeswehr absolviert. Im Ernstfall würde er zur Waffe greifen, um die Sicherheit der Menschen in Deutschland und Europa zu schützen. Leon begleitet ihn bei einer anspruchsvollen Abschlussübung. Doch Connor ist eher die Ausnahme. Was bringt einen jungen Menschen zu dieser Überzeugung? Warum würden die einen kämpfen, während andere sich zurückziehen? Und was beeinflusst unsere Entscheidungen, wenn aus einer abstrakten Gefahr plötzlich eine reale wird? Die Sozialpsychologin Prof. Eva Jonas macht deutlich, welche Reaktionen existenzielle Bedrohungen in uns auslösen. Ganze Generationen sind mit Frieden in Europa aufgewachsen. Doch was, wenn Krieg plötzlich Realität wird? Der Soziologe Dr. Timo Graf ordnet ein, wie sich das Verhältnis der Deutschen zu Krieg und Bundeswehr von der Friedensbewegung bis zur „Zeitenwende“ verändert hat. Hinter der Frage „Würdest du kämpfen?“ steckt immer auch die Frage, wer wir als Gesellschaft sein wollen. In einem Sozialexperiment trifft der Psychologe Leon Windscheid Menschen, die auf diese Frage kaum unterschiedlicher antworten könnten: Befürworter und Gegner einer Wehrpflicht, Reservisten, Menschen mit eigener Kriegserfahrung und Ula Wagner, die ihre Tochter im Krieg verlor. Als Ula Wagner die Nachricht vom Tod ihrer Tochter Savita erhielt, hielt sie sie zunächst für ein Missverständnis. Die 36-jährige deutsche Freiwillige war für die ukrainische Armee im Einsatz. Anders als ihre Familie annahm, arbeitete sie nicht fernab der Front, sondern als Frontsanitäterin. Am 31. Januar 2024 wurde sie bei der Rettung zweier Soldaten von einem russischen Granatsplitter an der Halsschlagader getroffen und tödlich verletzt. Im Mai 2022 schrieb sie in ihr Tagebuch: „Warum sitzen alle in Europa auf ihren Hintern, schauen die Nachrichten und beschweren sich, aber niemand fühlt sich motiviert, etwas dagegen zu tun?“ Ula Wagner hat das Kriegstagebuch ihrer Tochter veröffentlicht. Daraus wird deutlich, wofür Savita kämpfte: für Europa und für die Demokratie. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 28.09.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere So. 11.10.2026 ZDF
  • Folge 136 (45 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid (r.) im Gespräch mit dem Systemischen Therapeuten Prof. Björn Enno Hermans (l.) darüber, wann ein Kontaktabbruch der richtige Schritt ist.
    Familie gilt als engste Beziehung. Umso größer das Tabu, wenn Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen. Leon Windscheid fragt: Warum treffen sie diese radikale Entscheidung? Leon trifft Menschen, die den Kontakt zu ihren Eltern beendet haben. Sie erzählen von Verletzungen, Schuldgefühlen und dem langen Ringen um einen Entschluss, der für manche der letzte Ausweg war, um Frieden zu finden. Juliane lebt mit ihrem Partner auf einem Hof in der Nähe von Magdeburg. Die 39-Jährige wirkt angekommen. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Juliane berichtet Leon von einer Kindheit, in der sie sich nie wirklich geliebt fühlte, von seelischen Narben, die sie bis ins Erwachsenenalter begleitet haben, und von der schwersten Entscheidung ihres Lebens: dem Kontaktabbruch zu ihren Eltern und ihren beiden Brüdern. Eine Entscheidung, die sie schmerzt, von der sie gleichzeitig sagt, sie habe ihr das Leben gerettet. Zu einem Kontaktabbruch gehören immer zwei Seiten. Deshalb begegnet Leon Windscheid für „Terra Xplore“ auch Müttern und Vätern, deren erwachsene Kinder gegangen sind. Sie berichten von Verlust, Ohnmacht und der quälenden Frage, ob sie den Bruch hätten verhindern können. Mit dieser Thematik beschäftigt sich Prof. Björn Enno Hermans vom Institut für systemische Familientherapie in Essen. Er spricht mit Leon darüber, wie er als Therapeut in solchen Fällen mit Familien arbeitet. Die britische Psychologin und Kontaktabbruch-Forscherin Prof. Lucy Blake von der University of the West of England erklärt, warum Familien oft über Jahre auseinanderdriften, weshalb Kontaktabbrüche selten aus einem einzigen Streit entstehen und unter welchen Bedingungen Versöhnung gelingen kann. Im Mittelpunkt der Folge steht ein außergewöhnliches Sozialexperiment: Menschen, die mit ihren Eltern gebrochen haben, treffen auf Eltern, deren Kinder gegangen sind, nicht als Familien, sondern als Fremde. Kann dieser psychologisch begleitete Perspektivwechsel ihren Blick auf die eigene Geschichte verändern? Eine „Terra Xplore“-Folge über eine harte Grenze, die Menschen ziehen können, und darüber, ob Loslassen manchmal der wichtigste Schritt zurück zu sich selbst ist. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 12.10.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere So. 18.10.2026 ZDF
  • Folge 137 (45 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid (r.) spricht mit Protagonistin Nane (l.) darüber, wie ihre Angststörung sie in ihrem Leben eingeschränkt hat.
    Angst gehört zum Leben: Sie schützt, macht vorsichtig und hilft bei Entscheidungen. Doch was, wenn sie bleibt, den Alltag bestimmt, Wege unmöglich macht und das Leben einschränkt? Leon Windscheid fragt, warum Angststörungen bei jungen Menschen zunehmen und was hilft. Jeder Vierte entwickelt bis zum jungen Erwachsenenalter eine Angststörung. Sind junge Menschen ängstlicher? Wann wird Angst zur Erkrankung? Leon trifft Nane, die ihre erste Panikattacke bereits im Kindergarten erlitt. Die Ängste nahmen immer weiter zu, bis sie irgendwann kaum noch ihre Wohnung verlassen konnte. Die Angst bestimmte ihr gesamtes Leben. Heute geht es ihr bedeutend besser; sie macht gerade ihr Abitur. Mithilfe verschiedener Therapien hat sie gelernt, mit ihren Ängsten umzugehen. Sie sind nicht verschwunden, aber sie beherrschen ihr Leben nicht mehr. Sechs junge Menschen schildern, wie sich Angst anfühlt, wenn sie das Leben zunehmend bestimmt und einengt. Im Gespräch wird sichtbar, was sich sonst meist nur im Inneren abspielt. Außerdem erzählen die Teilnehmenden, was ihnen hilft und wie sie versuchen, ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Die Kinder- und Jugendpsychologin Prof. Julia Asbrand erklärt, warum gerade das Jugendalter besonders anfällig für Angststörungen ist, weshalb Vermeidung die Erkrankung oft verstärkt und warum frühe Hilfe so entscheidend ist. Die Neurobiologin Prof. Stephanie Kandsperger zeigt, was bei Angst im Gehirn geschieht und welche neuen Erkenntnisse die Forschung über Entstehung und Behandlung liefert. „Terra Xplore“ verbindet bewegende persönliche Schicksale mit aktueller Wissenschaft und macht Mut. Denn Angststörungen sind keine Charakterschwäche, sondern gut behandelbare Erkrankungen. Wer lernt, sich der Angst Schritt für Schritt zu stellen, kann ihr die Macht über das eigene Leben wieder nehmen. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 01.11.2026 ZDF
  • Folge 138 (15 Min.)
    Psychologe Leon Windscheid bringt in einem Sozialexperiment Hochbetagte und „logo!“-Kinderreporter zusammen. Was können die Generationen voneinander lernen und ab wann fühlt man sich alt? Gerontopsychologin Prof. Eva-Marie Kessler erklärt, warum Menschen ihr eigenes Alter häufig anders wahrnehmen, als es ihrem tatsächlichen Alter entspricht und wie gesellschaftliche Altersbilder unser Denken beeinflussen. Werden ältere Menschen als schwach oder nutzlos gesehen, kann daraus Ageism entstehen – die Benachteiligung aufgrund des Alters. Die Begegnung zeigt, wie solche Vorstellungen ins Wanken geraten, wenn junge und alte Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Ilse (102), Heribert (97) und Katharina (101) erzählen Oskar (11), Inci (11) und Thea (10) von ihren Erfahrungen mit dem Älterwerden, von Familie, Liebe und Lebensfreude, aber auch von Krankheit und Tod. Für sie bedeutet gutes Altern nicht, möglichst jung zu wirken, sondern weiterhin am Leben teilzunehmen und Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen. Wir erfahren dabei: Alter ist nicht nur eine Zahl – und Zuhören kann helfen, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 ZDF
  • Folge 139 (30 Min.)
    Niemand will alt sein, aber alle wollen möglichst lange leben. „Terra Xplore“-Host Leon Windscheid fragt, was wir selbst dafür tun können und was ein gutes Leben im Alter wirklich ausmacht. Dafür trifft der Psychologe unter anderem einen Biohacker, einen 102-Jährigen und seine 100-jährige Großtante. Sie nimmt das Alter erstaunlich gelassen. Ganz anders die Longevity-Bewegung: Sie will den körperlichen Alterungsprozess möglichst lange hinauszögern. Die Altersforscherin Eva-Marie Kessler erklärt, warum unsere Vorstellungen vom Alter unser eigenes Altern beeinflussen können. Soziologe Hartmut Rosa spricht über die Bedeutung von Resonanz und darüber, warum ein gutes Leben auch die Akzeptanz der eigenen Endlichkeit braucht. Dabei wird deutlich: Länger zu leben ist nicht automatisch das Ziel. Entscheidend ist die Frage, wie wir die gewonnenen Jahre leben – und ob wir uns selbst erlauben, älter zu werden. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 ZDF

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