Die neuen Serien 2021 – Von Sci-Fi bis Comic, von Network bis Spin-Off

    Ausblick auf die Serien-Highlights der kommenden Monate

    Jana Bärenwaldt und Bernd Krannich – 02.01.2021, 18:00 Uhr

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    Starten 2021: (oben) „Tilo Neumann und das Universum“, „Call Me Kat“, „Star Wars: Ahsoka“; (unten) „Superman & Lois“, „Star Wars: Strange New Worlds“, „Walker“

    Das Jahr 2020 hat mit der COVID-19-Pandemie zahlreiche Produktionspläne in der Serienwelt durcheinandergewirbelt. Nicht nur wurden zahllose, für das Kalenderjahr erwartete Serien nicht fertiggestellt, auch sorgt das Virus dafür, dass nun bei Serienproduktionen neue Hygienestandards gelten, die für zusätzliche Verzögerungen sorgen. So ist nicht immer ersichtlich, welche der teils schon lange angekündigten Serien es in das Jahr 2021 „schaffen“ und welche dann doch noch länger auf sich warten lassen werden.

    Nichtsdestotrotz rufen wir auch zu diesem Jahreswechsel die vielversprechendsten Projekte noch einmal in Erinnerung, um damit die Vorfreude auf die Serien- Highlights der kommenden zwölf Monate schon einmal anzuregen. Dabei gehen wir nach den Kategorien „Network-Serien“, „Adaptionen & Spin-Offs“, „Comic-Adaptionen“, „Science-Fiction“, „Fantasy & Mystery“, „Mit deutscher Beteiligung“ und „Miniserien“ vor, denen wir jeweils eine Seite widmen. (Serien, die bereits fest für 2022 angekündigt sind, lassen wir aber außen vor.)

    Network-Serien

    „Call Me Kat“

    Die Sitcom „Call Me Kat“ handelt von der 39-jährigen Kat (Mayim Bialik, „The Big Bang Theory“), die es im Alltag nicht einfach hat. Dennoch beschließt sie, ihrer Mutter Sheila (Swoosie Kurtz, „Mike & Molly“) zu beweisen, dass man glücklich sein kann, auch ohne die traditionell gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen. So nimmt sie das Geld, das ihre Eltern eigentlich für die Finanzierung von Kats Hochzeit angespart hatten, und eröffnet in Louisville, Kentucky, ein „Katzen-Café“.

    Damit entspricht sie nicht gerade den Erwartungen ihrer Mutter, die traditionelle Geschlechterrollen verinnerlicht hat und Kats unverheirateten Familienstand als ihr persönliches Versagen betrachtet. Wie es der Zufall will, arbeitet Kats Highschool-Flamme Max (Cheyenne Jackson, „American Horror Story“) direkt gegenüber von ihrem neuen Café als Barkeeper, seit er nach einer Trennung in seine alte Heimat zurückgekehrt ist.

    „Call Me Kat“ basiert auf der britischen Serie „Miranda“, die von 2009 bis 2013 sehr erfolgreich in Großbritannien lief. Mayim Bialik produziert ihre neue Serie gemeinsam mit ihrem früheren „Big Bang Theory“-Kollegen Jim Parsons.

    Start: 3. Januar 2021 bei FOX

    Trailer zu „Call Me Kat“ (englisch)

    „The Gilded Age“

    Das Historiendrama „The Gilded Age“ spielt im New York City der 1880er Jahre, in einer Zeit sozialer und wirtschaftlicher Umbrüche. Im Zentrum steht Marian Brook (Newcomerin Louisa Jacobson), die Tochter einer alteingesessenen, konservativen Familie. Sie kommt mit einer Nachbarsfamilie in Kontakt, der der skrupellose Eisenbahn-Tycoon George Russell vorsteht. Dessen Sohn ist der schnittige und zugängliche Larry, daneben gehört die ehrgeizige Ehefrau Bertha zur Familie. Die Tatsache, dass die Russells eben erst „kürzlich“ zu ihrem Reichtum gekommen sind, bildet eine Barriere für den Einstieg in die höhere Gesellschaft, in der Familientradition groß geschrieben wird.

    Zum Hauptcast gehören neben Jacobson bislang Christine Baranski („Good Wife“), Denée Benton („UnREAL“), Thomas Cocquerel („The 100“), Taissa Farmiga („American Horror Story“), Jack Gilpin („Madam Secretary“), Simon Jones („Wiedersehen mit Brideshead“), Cynthia Nixon („Sex and the City“), Blake Ritson („Krypton“), Morgan Spector („Orange is the New Black“), Harry Richardson („Poldark“) sowie Carrie Coon („The Leftovers“). In einer wiederkehrenden Rolle ist außerdem noch Jeanne Tripplehorn („Criminal Minds“) dabei.

    Entwickelt wird die Serie über die New Yorker High Society im 19. Jahrhundert von Julian Fellowes, der damit nach dem Erfolg von „Downton Abbey“ sein US-Debüt plant.

    Start: Noch kein konkretes Startdatum bekannt, HBO Max

    „Law & Order: Organized Crime“

    In „Law & Order: Organized Crime“, dem Spin-Off von „Law & Order: Special Victims Unit“, kehrt Christopher Meloni in seiner Rolle als Detective Elliot Stabler zurück. In dieser hatte er in den ersten zwölf Staffeln an der Seite von Olivia Benson (Mariska Hargitay) ermittelt – bis es im Rahmen einer anstehenden Vertragsverlängerung zum Überwürfnis von Melonie mit den Machern kam. In der Serie hatte Stabler es (off-screen nach der 12. Staffel) abgelehnt, sich nach einem tragischen Schusswechsel einer psychologischen Begutachtung zu unterziehen und stattdessen die Polizei verlassen.

    In der neuen Serie ist Stabler nach einem „schwerwiegenden persönlichen Verlust“ wieder zur Polizei zurückgekehrt und inzwischen zum Chef eines Teams im Kampf gegen das organisierte Verbrechen in New York City geworden. In „Special Victims Unit“ war etabliert worden, dass Stabler in einer wechselvollen Ehe steckte (teils wegen des Stresses, den sein fordernder Job auch für die Familie mitbrachte) und fünffacher Vater ist, wobei die älteren Kinder teils auch schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen waren.

    Die neue Serie im „Law & Order“-Universum hat eine direct-to-series Bestellung über 13 Episoden erhalten.

    Start: Noch kein konkretes Startdatum bekannt, NBC

    Darüber hinaus … 

    In „Big Shot“ von Disney+ muss der temperamentvolle Profi-Basketballcoach Marvyn (John Stamos) nach einem Rauswurf nun ein Mädchenteam an einer Privatschule trainieren. Bei „Call Your Mother“ von ABC hat es Mutter Jean (Kyra Sedgwick) satt, dass ihre Kinder im entfernten Los Angeles sich nicht mehr bei ihr melden – und zieht kurzerhand selbst dorthin. „Doogie Kameāloha, M.D.“ von Disney+ handelt von einem jungen Genie, das zwar noch minderjährig ist, aber schon als Ärztin auf Hawaii in einem Krankenhaus arbeitet. In der Peacock-Serie „Girls5Eva“ versucht eine ehemalige Girlband eine zweite Chance auf den Ruhm beim Schopf zu ergreifen, steht sich dabei aber selbst im Weg.

    Bei „Heels“ von Starz geht es um das Wrestling als Unterhaltung, allerdings weit abseits vom Spotlight und Millionen-Einnahmen – Stephen Amell spielt eine Hauptrolle. In der Sitcom „Home Economics“ von ABC mit Topher Grace geht es um drei erwachsene Geschwister, die in sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Die Netflix-Serie „Maid“ stellt Margaret Qualley als alleinerziehende Mutter ins Zentrum, die alle Energie in einen schlechtbezahlten Job als Zimmermädchen in einem Hotel stecken muss, um mit ihrem Kind über die Runden zu kommen. Die AMC-Comedy „Kevin Can F*** Himself“ dreht sich um die Leiden einer klassischen Sitcom-Ehefrau, deren kindsköpfiger Ehemann sie ebenso wenig zu schätzen weiß wie ihr restliches Umfeld.

    In „Mr. Mayor“ von NBC hat ein Geschäftsmann (Ted Danson) sich zum Bürgermeister von Los Angeles wählen lassen, um im Ansehen seiner Teenager-Tochter zu steigen. In der von Chuck Lorre entwickelten Sitcom „United States of Al“ von CBS kommt ein afghanischer Übersetzer in die USA und schließt sich einem jungen Ex-Soldaten an, für dessen Einheit er gearbeitet hatte; beide haben für ihren jeweiligen Neuanfang einen Freund bitter nötig. Die NBC-Comedy „Young Rock“ erzählt die Jugendjahre von Dwayne „The Rock“ Johnson nach.

    Im Peacock-Thriller „One Of Us Is Lying“ überlebt ein zum Nachsitzen verdonnerter Schüler diese Extrastunden im Schulgebäude nicht – einer der anderen Schüler vom Nachsitzen muss ihn auf dem Gewissen haben. In der Historienserie „Domina“ von Sky steht Livia im Zentrum, die mit einem der Mörder von Julius Caesar verheiratet war und daher ohne eigene Schuld um ihr Leben fürchten musste. Sie sollte später zur Ehefrau eines Kaisers werden und zur Mutter eines anderen.

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