Alina Buschmann ist nach einem Autounfall seh- und gehbehindert. Sie ist wütend über ihre Situation und setzt ungeahnte Kräfte frei. Biologin Jasmina Neudecker fragt: Kann man Wut nutzen? Unterdrückte Wut macht uns körperlich krank, unkontrollierte Wut aber auch, weiß Psychiater und Neurowissenschaftler René Hurlemann. Die Lösung liegt darin, die Wut als Alarmsignal zu verstehen. Sie kann ein Kompass für unsere Bedürfnisse und ein Schutzschild sein. Was macht uns wütend und was ist der richtige Umgang damit? Um das herauszufinden, nimmt Jasmina Neudecker an einem Wutseminar teil. Unter Anleitung der Therapeutin Donata Oerke lernt sie in praktischen Übungen, die eigene Kraft zu spüren, Grenzen zu setzen und Aggression nicht mit Gewalt zu verwechseln. Für Jasmina, die ihre Wut eher
unterdrückt, eine Offenbarung. Sie spürt eine Energie, die sie so noch nie wahrgenommen hat. Alinas Geschichte zeigt die zerstörerische und zugleich schöpferische Kraft der Wut. Nach dem Autounfall kämpft sie sich durch eine „ÄrztInnen-Odyssee“ und ist konfrontiert mit Schmerz, Bürokratie und existenziellen Sorgen. Die Wut, die daraus entsteht, ist überwältigend. Doch anstatt daran zu zerbrechen, lernt Alina, sie zu kanalisieren. Sie gründet die Internetplattform „Angry Cripples“, um sich und anderen Betroffenen eine Stimme zu geben. Ihre Wut wird zum Motor für gesellschaftliche Veränderung. Die Reise zeigt: Wut ist eine Lebensenergie. Wenn wir lernen, sie zu fühlen und zu regulieren, können wir ihre gewaltige Schaffenskraft für uns nutzen. Ein Plädoyer für den Mut zur Wut. (Text: ZDF)