Der Deutsche Fernsehpreis 2021: „Wer stiehlt mir die Show?“, Carolin Kebekus und „ZDF-Fernsehgarten“ nominiert

    Jan Böhmermann, „Wir sind jetzt“, „Unbroken“ und „Para – Wir sind King“ im Rennen

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 01.09.2021, 12:47 Uhr

    Nominiert für den Deutschen Fernsehpreis 2021: „Wer stiehlt mir die Show?“, „Die Carolin Kebekus Show“ und Andrea Kiewel – Bild: ProSieben/Max Beutler/WDR/Ben Knabe/ZDF/Sascha Baumann
    Nominiert für den Deutschen Fernsehpreis 2021: „Wer stiehlt mir die Show?“, „Die Carolin Kebekus Show“ und Andrea Kiewel

    Die Nominierungen für den „Deutschen Fernsehpreis 2021“ stehen fest. In insgesamt 28 Kategorien, ausgewählt von einer unabhängigen Fachjury, werden die besten Programme und prägendsten TV-Persönlichkeiten des zurückliegenden Fernsehjahres ausgezeichnet. Gewürdigt werden herausragende Programme sowie journalistische und künstlerische Einzelleistungen aus der TV-Saison 2020/​21. Der Beobachtungszeitraum für die diesjährige Preisfindung reicht vom 1. Mai 2020 bis zum 30. Juni 2021.

    Im zurückliegenden Corona-Jahr gab es eine erheblich gestiegene Programmnutzung bei allen Sendern und Plattformen. Trotz pandemiebedingter Einschränkungen in der Produktion hat die Jury in allen Genres eine große Vielfalt an Themen und Stoffen in exzellenter Umsetzung gesehen. Eine bemerkenswerte Leistung der Kreativen, die unter den besonderen Umständen des Jahres gar nicht hoch genug zu bewerten ist, so der Juryvorsitzende Wolf Bauer.

    Die gesellschaftliche Stimmungslage spiegle sich laut Bauer in einer „neuen Ernsthaftigkeit“ wider, auch in der Unterhaltung. In der Unterhaltung haben in neuen wie in etablierten Formaten gesellschaftliche Themen Einzug gehalten, so Bauer. So findet sich „Die Carolin Kebekus Show“ ebenso im Nominierungsfeld wie auch „Freitagnacht Jews“ und „Joko & Klaas Live“ mit den zwei herausragenden Sondersendungen „Männerwelten“ und „Pflege ist #NichtSelbstverständlich“. Hier werden Gender und Diversity ebenso behandelt wie Sexismus, Antisemitismus oder der Pflegenotstand. Das ist innovativ und verleiht der Unterhaltung neues Gewicht.

    Im fiktionalen Bereich führen trotz der Konkurrenz durch die Streamingdienste deutlich die Werke klassischer Fernsehsender das Nominierungsfeld an. Auf gleich mehrere Auszeichnungen dürfen etwa die Mehrteiler „Das Geheimnis des Totenwaldes“, „Oktoberfest 1900“ und „Die Toten von Marnow“ hoffen. RTL Zwei darf sich außerdem über zwei Nominierungen für die Serie „Wir sind jetzt“ freuen. Ebenfalls mehrere Siegchancen haben die ZDF-Reihe „Ku’damm 63“, die TNT Serie-Produktion „Para – Wir sind King“ und die ZDFneo-Dramaserie „Unbroken“.

    Im Unterhaltungsbereich gibt es mit Jan Böhmermann und dessen „ZDF Magazin Royale“ alte Bekannte, die auf Auszeichnungen hoffen dürfen. Doch auch der RTL-Dauerbrenner „Take Me Out“ und die ProSieben-Show-Innovation „Wer stiehlt mir die Show?“ sind im Rennen. In seinem 35. Sendejahr wird endlich auch der „ZDF-Fernsehgarten“ gewürdigt: Sowohl Moderatorin Andrea Kiewel als auch Regisseurin Nadja Zonsarowa wurden mit Nominierungen bedacht.

    Im Sendervergleich führt das ZDF die Werkkategorien mit 13 Nominierungen an, gefolgt von der ARD mit zehn Nennungen. Die Mediengruppe RTL kommt auf acht Nominierungen, ProSiebenSat.1 auf fünf Nennungen. Mit zwei Produktionen ist Netflix im Rennen, Amazon Prime, Magenta TV, Sky und TNT Serie mit jeweils einer. Inklusive der Personenkategorien hat das ZDF mit 34 Nominierungen ebenfalls die Nase vorn, während 26 an die ARD, 14 an die Mediengruppe RTL, acht an ProSiebenSat.1, fünf an TNT Serie, jeweils vier an Netflix und Amazon Prime, zwei an Sky und eine an Magenta TV gingen.

    Werkkategorien „Fiktion“

    Bester Fernsehfilm

    Bester Mehrteiler

    Beste Drama-Serie

    Beste Comedy-Serie

    Personenkategorien „Fiktion“

    Beste Schauspielerin

    Bester Schauspieler

    Beste Regie Fiktion

    Bestes Buch Fiktion

    • Jantje Friese für „Dark“ (Netflix/​Wiedemann & Berg/​Dark Series)
    • Leo Khasin für „Das Unwort“ (ZDF/​Moovie)
    • Stefan Kolditz für „Das Geheimnis des Totenwaldes“ (ARD/​NDR/​Degeto/​Conradfilm/​Bavaria Fiction)

    Beste Kamera Fiktion

    • Matthias Bolliger für „Para – Wir sind King“ (TNT/​W&B Television)
    • Felix Cramer für „Oktoberfest 1900“ (ARD/​BR/​Degeto/​WDR/​MDR/​Zeitsprung Pictures/​Violet Pictures/​Amalia Film/​Maya Production)
    • Leah Striker für „Unbroken“ (ZDFneo/​Network Movie)

    Bester Schnitt Fiktion

    Beste Musik Fiktion

    Beste Ausstattung Fiktion

    Werkkategorien „Unterhaltung“

    Beste Unterhaltung Show

    Beste Comedy/​Late Night

    Bestes Factual Entertainment

    Beste Unterhaltung Reality

    Personenkategorien „Unterhaltung“

    Beste Moderation/​Einzelleistung Unterhaltung

    Bestes Buch Unterhaltung

    Beste Regie Unterhaltung

    Beste Ausstattung Unterhaltung

    • Katia Convents (Kostümbild) für „Let’s Dance“ (RTL/​Seapoint Productions)
    • Remigius Roskosch (Setdesign) für „Freitagnacht Jews“ (WDR/​Turbokultur)
    • Michael König (Setdesign), Kaja Manenbach (Szenenbild) für „ZDF Magazin Royale“ (ZDF/​Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld)

    Werkkategorien „Information“

    Beste Information

    Bestes Infotainment

    • „Joko & Klaas 15 Minuten: Männerwelten“ (ProSieben/​Florida Entertainment)
    • „Joko & Klaas – Live: Pflege ist #NichtSelbstverständlich“ (ProSieben/​Florida Entertainment)
    • „RTL Spezial – Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können!“ (RTL/​RTL News)

    Beste Dokumentation/​Reportage

    Beste Doku-Serie

    Werkkategorien „Information“

    Beste Moderation/​Einzelleistung Information

    Beste Kamera Information/​Dokumentation

    Bester Schnitt Information/​Dokumentation

    Programmbereich „Sport“

    Beste Sportsendung

    Im vergangenen Jahr wurde „Der Deutsche Fernsehpreis“ zwar verliehen, doch Corona-bedingt gab es keine festliche Gala. Stattdessen wurden die Gewinner lediglich schriftlich bekanntgegeben (fernsehserien.de berichtete). Dies ändert sich in diesem Jahr wieder. Der 22. Deutsche Fernsehpreis findet am 16. September statt – unter der erneuten Federführung von RTL. In Anbetracht der wieder steigenden Infektionszahlen hat man sich für eine Open-Air-Show im Kölner Tanzbrunnen entschieden. RTL wird diese zwar nicht live übertragen, aber ab 20:15 Uhr zeitversetzt ausstrahlen. Barbara Schöneberger wird durch den Abend führen. Erstmals trat die Deutsche Telekom dem Stiftergremium bei, das außerdem aus ARD, ZDF, RTL und Sat.1 besteht. Im vergangenen Jahr war die Telekom bereits als Kooperationspartner mit an Bord.

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