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Dienstags bis donnerstags lädt ZDF-Moderator Markus Lanz prominente Gäste und Experten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu seiner bunten Talkrunde. In der Regel sind es vier Gäste, die einzeln vorgestellt werden und ihre persönlichen Erfahrungen zu den besprochenen aktuellen Themen einbringen.
Der Fokus liegt seltener auf komplexen politischen Betrachtungen als vielmehr auf launigen und unterhaltsamen Gesprächen, wobei Lanz es versteht, durchaus eloquent und beharrlich nachzufragen, wenn nur ausweichend geantwortet wird. Neben prominenten Gästen kommen auch immer wieder Menschen zu Wort, die durch ganz besondere Erlebnisse Schlagzeilen gemacht haben. Diese tiefgründige Schilderung persönlicher Schicksale ist ebenfalls ein wichtiges wiederkehrendes Element der spätabendlichen Talkshow.
@ Uli Russlands Angriff auf die Ukraine ein Akt der Schwäche?
War es nicht eher die Befürchtung der russischen Führung, daß ihre relative Position gegenüber der Ukraine und dem Westen langfristig schwächer werden könnte?
Aus dieser Perspektive war der Angriff ein präventiver, respektive revisionistischer Machtversuch. Russland war militärisch deutlich stärker als die Ukraine und sah vermutlich das geeignete Zeitfenster gerade noch stark genug zu sein, die Entwicklung der Ukraine in Richtung Westen "auszubremsen"!
Dass Deutschland militärisch "schwächelt" ist hinreichend bekannt. Deshalb bin ich aus sicherheitspolitischen Gründen für eine starke deutsche Verteidigungsfähigkeit!
Eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit macht einen Krieg weniger attraktiv, weil sie die Erfolgsaussichten des Angreifers reduziert.
Das heisst nicht, dass unsere Infrastruktur zu Gunsten militärischer Aufrüstung vernachlässigt wird. Es muss beides möglich sein!
Ökonomische Auswirkung haben doch auch die Arbeitsplätze - und, dass ein Teil des Wissens entsprechender Fachkräfte später auch zivile Anwendung finden kann.
zweiland (geb. 2001) am
Merz wollte die AfD halbieren, aber halbiert wurde schließlich seine CDU. Rot-Rot-Grün trompetet noch immer für das Verbot, aber so langsam geht die Puste aus. Bleibt die profane Wahlfälschung. In Sachen-Anhalt hat die AfD bei der Urnenwahl über 51 Prozent bekommen und hätte sehr bequem alleine regieren können. Bei den Briefwahlstimmen lag sie aber nur gleichauf mit der CDU, das hat sie im gesamtergebnis um sieben Punkte gedrückt. Wurde getrickst? In Magdeburg und Halle wurden <<versehentlich>> rund 1500 Briefwahlunterlagen doppelt verschickt. In einem Altersheim in Dessau-Roßlau soll eine beschäftigte für eine demente Seniorin abgestimmt haben. Ein Verwandter stellte Anzeige, die Polizei ermittelte, gab aber danach Entwarnung---Jedenfalls erhielt die AfD in Sachsen-Anhalt bei den Ü65 nur 31 Prozent der Stimmen, die CDU war nahezu gleichauf.
zweiland (geb. 2001) am
Die Gefahr eines dritten Weges besteht für Deutschland. Vergleiche mit 1932/33 sind gar nicht so falsch, sie müssen nur vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Die Braunen von heute sind nicht die Blauen, also die vermeintlichen Nazis, sondern die selbsternannten Anti-Nazis, also die Bunten. <<Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“. Nein, er wird sagen: „ Ich bin der Antifaschismus“, so der italienische Schriftsteller Ignazio Silone, übrigens selbst ein Symphatisant der Kommunisten. Aber vielleicht sind auch alle politischen Kategorien der Vergangenheit, selbst die von Silone, unbrauchbar. Die karten werden nämlich neu gemischt – und die Farben. Die Demokraten irrte, als sie nach dem Ersten Weltkrtieg und der Ausrufung der Weimarer republik ständig von der Wiederkehr der Reaktion, der Monarchisten und Junker warnten. In Wirklichkeit war deren zeit längst vorbei. Die Hitlerbewegung war etwas neues, eine vorher völlig unbekannte Mischung aus Archaischem und Moderne, aus Arierspleen und Sozialismus, aus Sozialpolitik und Vernichtungswahn, aus Planwirtschaft und Profitmaximierung. Die NSDAP stieg zu einem Zeitpunkt auf, als die Brandmauer zwischen Weimarer Republik und den erstarkenden Kommunisten unüberwindlich schien, und bot einen dritten Weg an, der Elemente aus beiden Lagern kombinierte. Die Wall Street sorgte mit ihren Kapitalspritzen für den Propaganda-Schub, so wie heute die Sozialen Netzwerke in der Hand der Tech-Barone. Die Wirtschaftskrise war der Hochofen, in dem gegensätzliche Inhalte verschmolzen, um die „Volksgemeinschaft“ für den Krieg zu schmieden.
UserUli (geb. 1962) am
Wir können also gut ausrechnen, worauf wir hier zurollen. Ein sozial- und bildungspolitisches Desaster. Wollen wir das? Ohne diese Diskussion ist es nur eine halbe, unpolitische.
UserUli (geb. 1962) am
@ 819 - zur Einordnung: Lütz brachte hier einfach das Standardaufrüstungsargument, dass es fahrlässig ist nichts zu tun, wenn der Nachbar massiv aufrüstet. Weil irgendwann will er seine Waffen einsetzen - und dann steht man minderbemittelt dumm da.
Aber was heißt das jetzt? Führt nicht, eher umgekehrt, die Gegenaufrüstung wieder in den Wettlauf hinein, der die Gefahr nicht noch vergrößert, dass ein Krieg entsteht, der so gar nicht beabsichtigt war? War Russlands völkerrechtliche Aggression wirklich ein Angriff aus der Stärke heraus - oder eher eine kolionale Maßnahme aus einer Schwäche, dem Bedenken, Hegemonie zu verlieren? (Wie auch zahlreiche Historiker eher nicht die Stärke, sondern die befürchtete Schwächung als Ursache ausmachen).
Und selbst wenn wir es als Stärke interpretieren - lässt sich daraus ableiten, dass Russland demnächst NATO-Staaten angreifen wird? Das ist schon weit aus dem Fenster gelehnt. Und selbst wenn wir das bejahen - kann dann Deutschland als der einzige Verteidiger ausgemacht werden? Immerhin müsste hier dann der Bezug zur NATO hergestellt werden.
Und wenn Sie recht haben mit Russlands "Schattenrüstung" von 250 Mrd., dann ist die NATO - ohne die USA - immer noch dreifach überlegen. Ich zitiere das ZDF vom 7.7.2026: "Insgesamt werden der Nato zufolge die Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanada im Vergleich zu 2025 um elf Prozent auf 777 Milliarden Dollar (rund 680 Milliarden Euro) steigen."
Mithin neige ich hier doch deutlich mehr der Position von @ Reformer 028 zu: Wozu ohne Sinn und Verstand mehr Geld in Rüstung pumpen, wenn man sowieso schon drei Mal so viel ausgibt - und sich trotzdem noch unterlegen fühlt? Da muss an einer anderen Stelle etwas nicht stimmen! Sich selbst zu ruinieren, bevor es ein anderer tut - oder was ist die Maßgabe?
Und @ Reformer 028 - Das Sondervermögen für Rüstung waren nur 100 Mrd. (Infrastruktur 500 Mrd.). Die 100 sind praktisch schon ausgegeben, 50 real weg, der Rest in Verträgen für Waffenlieferungen vor allem aus den USA gebunden. Was jetzt noch ist, ist, dass Rüstungsausgaben oberhalb 1% BIP (Haushalt) von der Schuldenbremse ausgenommen sind. Als etwa 43 Mrd. (1% 4,3 Bio. BIP) kommen aus dem Haushalt. Sind gut 100 Mrd. für Rüstung in 2026 geplant, gehen rund 60 Mrd. über schuldenfinanzierte Ausgaben.
Da bis 2029 (dann rund 150 Mrd. p.a.) von einem deutlichen Aufwuchs geplant auszugehen ist, steigen also die Rüstungsschulden enorm. Bis dieser Betrag wieder in den Haushalt genommen wird. Dann geht im Sozialen nichts mehr.
Denn dieser enorme Anstieg ließe sich nicht einmal mit einem 3% Wachstum kompensieren! Von dem wir meilenweit entfernt sind, nach allen Wirtschaftsinstituten. Und die ökonomische Auswirkung von Rüstungsinvestitionen ist bekanntlich mäßig. Wi...