Markus Lanz
D 2008–
Deutsche TV-Premiere ZDF
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Dienstags bis donnerstags lädt ZDF-Moderator Markus Lanz prominente Gäste und Experten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu seiner bunten Talkrunde. In der Regel sind es vier Gäste, die einzeln vorgestellt werden und ihre persönlichen Erfahrungen zu den besprochenen aktuellen Themen einbringen.
Der Fokus liegt seltener auf komplexen politischen Betrachtungen als vielmehr auf launigen und unterhaltsamen Gesprächen, wobei Lanz es versteht, durchaus eloquent und beharrlich nachzufragen, wenn nur ausweichend geantwortet wird. Neben prominenten Gästen kommen auch immer wieder Menschen zu Wort, die durch ganz besondere Erlebnisse Schlagzeilen gemacht haben. Diese tiefgründige Schilderung persönlicher Schicksale ist ebenfalls ein wichtiges wiederkehrendes Element der spätabendlichen Talkshow.

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Markus Lanz – Community

  • am

    Puh!
  • (geb. 1962) am

    @ Sebastian K. - Wollen wir Ihre Analyse mal ein bisschen erweitern und auf die sozialen Auswirkungen der wirtschaftlichen Stagnation oder Krise zu sprechen kommen. Denn tatsächlich sind die Reaktionen auf die Krisenerscheinung gespalten.

    Die einen wollen ein in die Krise geratenes System prgressiv verändern, den Neoliberalismus stoppen, funktionale Systeme wieder etablieren, die die gesellschaftliche Gleichheit und die Investitionen in die Binnenwirtschaft stärken und zu einem kooperativen Modell zurückkehren.

    Die andern sind dagegen glühende Anhänger des Neo-Liberalismus und camouflieren sich nur als Kritische Kritiker. Sie nutzen die Krisenerscheinungen, um gegen alle DemokratInnen zu stänkern und mittels des Vorspiegelns kritischer Rede am Ende verbalradikalen nationalen oder gar völkischen Elementen Zutritt zu verschaffen.

    Ich schätze Sie nicht in der ersten Kategorie ein.
  • (geb. 1962) am

    Kapitalismus verstehen II

    Ob ein Land jetzt viel exportiert oder nicht, ist nicht wesentlich. Zu vermeiden sind strukturelle Leistungsbilanzunterschiede, bei denen sich ein Land auf Kosten eines anderen bereichert. Wird jedoch genau das, der Raubtierkapitalismus, zur Leitmaxime erhoben, kannibalisiert sich der Kapitalismus selbst. Ein Land muss immer mehr Kredite aufnehmen, damit das andere sein Vermögen steigern kann - neu investieren tut bzw. kann am Ende keineR mehr, die wirtschaftliche Entwicklung wird immer langsamer. Am Ende: Stillstand.

    Und damit wären wir beim globalen Phänomen, dass Sebastian K. von Anfang an richtig beschrieben, wenn auch moralisierend missgedeutet hat. Die Unternehmen investieren nicht mehr, weil sie nicht mehr an eine ertragreiche Zukunft in der Realwirtschaft glauben. Sie sehen nicht mehr, wer ihre Produkte in der Zukunft kaufen könnte und setzen selbst lieber auf das Sparen. Es kommt zu - wir sehen es - negativen Investitionsraten. Die BürgerInnen sehens mit Schrecken - und fangen auch an zu sparen.

    Die kapitalistische Dynamik stoppt - das Geld flüchtet in Anlagen. Staaten bleibt nichts anderes übrig, als dies mit Mehrausgaben zum Schutz vor Rezession zu kompensieren, oder, wie in den USA, die kapitalistische Dynamik mit Staatsausgaben voranzupeitschen.

    Das ist die Lage momentan, wenn man es kapitalismusimmanent betrachtet. Der Kapitalismus koppelt sich zunehmend von der Realwirtschaft ab. Oder anders, er leidet unter Überakkumulation oder Fehlallokation des Kapitals, je nach theoretisch-ideologischer Richtung, aus der man argumentiert.

    Und zu Ihrem "geschlossen System". Wirtschaftswachstum bemisst sich im modernen Kapitalismus nicht an der Menge der produzierten Gegenstände, sondern anhand der erzeugten Werte.

    Technologische Innovationen, Wissensökonomie, Kreislaufwirtschaft erlaubten durchaus theoretisch Wachstum mit ausgeglichenem Ressourcenverbrauch. Ob die Jugend das nun herbeiführen wird, weiß ich nicht, aber sicher ist - der Kapitalismus ist aktuell akut fehlgesteuert, wie richtig bemerkt. Und die aktuelle "Standortortpolitik" lenkt noch in genau diese destruktive Richtung. Das kommt, wenn man den Kapitalismus nicht versteht.
  • (geb. 1962) am

    Kapitalismus erstmal verstehen oder : @ diametral - Was erzählen Sie denn da?

    Sie sprechen von Kapitalismus, aber Ihr Bauer im ersten Teil lebt in einer Subsistenzwirtschaft und Ihre Staaten im zweiten Teil agieren, als ob man stets nur um die gleiche Menge konkurriere. Auch das ist eine Bauerngesellschaft, vorkapitalistisch, die anderen was wegnehmen will. Ich dachte, der Kapitalismus bringt allen Vorteile? Dazu passt die Illusion der begrenzten Ressourcen, das ist die Vorstellung der Weltwirtschaft als schwäbischem Haushalt.

    Kapitalismus ist natürlich nicht erstmal Angebot und Nachfrage, die sind doch kein System, sondern weitere Merkmale. Der Kern ist die Umwandlung von Geld in Kapital. Warum heißt er wohl "Kapitalismus"? Aus Geld werden Maschinen, die die Werte mit höherer Effektivität erzeugen lassen, das ist die eine Grundlage von dynamischem Wachstum.

    Die zweite ist, dass die erforderlichen Fabrikgebäude nicht gebaut wurden, indem man über Generationen Steine gesammelt und Fleisch, Brot und Weizen gehortet hat, um die notwendigen ArbeiterInnen zu versorgen und die Maschinen sich schließlich auf dem Flohmarkt gekauft hat, um sich dann Jahrzehnte später von den Erlösen was leisten zu können.

    Das wäre keine "Dynamik", sondern eine "Schleichökonomie" geworden. Nein, man hat Kredite aufgenommen, um die Maschinen zu kaufen, die Arbeiter zu bezahlen und den Absatz abzusichern. Auf das der Erlös am Ende nicht nur die Kosten deckt und die Zinsen zahlt, sondern auch noch einen Profit (oder Gewinn, je nach Facon) erbringt.

    Und gleichzeitig damit - mit der Nachfrage nach herzustellenden Maschinen, der Bezahlung der Arbeitenden usw. - die Voraussetzungen geschaffen, dass der erhöhte Absatz überhaupt möglich wurde. Das ist dynamischer Kapitalismus. Immer eine Wette auf (oder ein Vertrauen in oder der Glaube an) die Zukunft. That´s the Idea.

    Diese Dynamik hat die enormen Wachstumraten der Vergangenheit geschaffen, mit Ihrer "Schleichwirtschaft" wäre das gar nicht möglich gewesen. Das dabei auch Ausbeutung, Kolonialisierung usw. im Spiel war, ist unbenommen. Von den von Marx beobachteten Konzentrationstendenzen wollen wir auch hier nicht sprechen.

    Nicht jedoch sollen in dieser Idee die Staaten selbst die Kapitalisten sein, sondern die Regeln setzen. Die Unternehmen sollen konkurrieren, die Staaten dafür sorgen, dass alle davon profitieren und nicht "ihre" Unternehmen bevorteilen. Weil genau das sonst zu Handelsungleichgewichten führt, die komparative Kostenvorteile - den Sinn des internationalen Handels - unmöglich machen.
  • (geb. 1965) am

    und noch zu Ihrem letzten Satz:

    >>Für weiteres Wachstum stehen nur zwei externe Stimuli zur Verfügung: Staatsausgaben und koloniale Ausbeutung.<<

    In gewisser Weise haben Sie recht, aber die Frage muss doch sein, was nachhaltig ist.

    "Staatsausgaben":
    bringen langfristig nichts.
    Sie sind verdammt teuer (Zinsen) und lösen jeine systemischen Probleme.
    In grwissen Situationen sind sie hilfreich, aber nur selten.

    "koloniale Ausbeutung":
    schon eher, aber Entwicklungsländer lassen sich immer weniger "ausbeuten". Zudem moralisch bedenklich.

    Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Zenit des möglichen Wachstums ebenso überschritten haben wie auch die Zeit von Wohlstand.
    Man wird den Gürtel enger schnallen müssen.

    Die Frage ist, wie man dennoch das Sozialsystem weitgehend aufrecht erhalten kann und durch Fleiß und technologische Konkurrenzfähigkeit den Export möglichst lange als Basis für Wohlstand erhält.

    Vor diesen Schwierigkeiten stehen ALLE Parteien.
    Keine Partei hat DIE Patentlösung.

Markus Lanz – News

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