Deutsche Erstausstrahlung: ZDF
    Alternativtitel: jbk

    Seit Januar 1998 hat der ehemalige Sportkommentator Johannes B. Kerner seine eigene, nach ihm benannte, Talkshow im ZDF. Seit Anfang des Jahres 2002 gibt es die Sendung, wegen steigender Zuschauerinteresse, viermal wöchentlich von Dienstag bis Freitag. Abend für Abend begrüßt der Talkmaster in seinem Studio Gäste aus den Bereichen Politik, Sport, Unterhaltung und Kultur, wo er sie meist zu aktuellen Projekten befragt. Aber nicht nur prominente Leute kommen bei ihm zu Wort, sondern auch weniger bekannte Menschen haben die Gelegenheit über besondere Ereignisse, Erfahrungen oder Schicksalsschläge aus ihrem Leben zu berichten. Johannes B. Kerner punktete in der Vergangenheit mit Humor und Gefühl bei seinem Publikum. Er zählt mit durchschnittlich über zwei Millionen Zuschauern pro Abend zu den erfolgreichsten Talkmastern im deutschen Fernsehen. (Text: Marcel Nindel)

    Spin-Off: Kerner kocht
    siehe auch Markus Lanz

    Kauftipps von Johannes B. Kerner-Fans

    Johannes B. Kerner – Community

    am : Was bist du denn für ein Schwachkopf , dein IQ kann doch nicht höher als 60 sein . Also halt dich raus , du bist zu dämlich , um mitreden zu können .
    am : Stimm ich dir voll zu . Arschkriecher haben nichts Bedeutendes zu sagen . Überflüssig die Missgeburt .
    am : Eva Hermann sagt die Wahrheit , aber das ist für dich Vollidiot zu hoch .
    am : Du verstehst die Zusammenhänge nicht , du Vollidiot .
    am : Du willst doch wohl nicht den Arschkriecher Kerner und Stefan Raab miteinander vergleichen . Stefan Raab würde sich nie wie dieser Kerner als Propagandaarschkriecher herablassen . Ich erinnere nur an Eva Hermann . Schon deswegen hat der Kerner den Tod verdient . Ekelhaftes Stück Scheisse , mehr ist er nicht .

    Johannes B. Kerner – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Late-Night-Talkshow mit Johannes B. Kerner, der mit prominenten Gästen über ihr Privatleben spricht und mit nicht prominenten über ihre Schicksalsschläge.

    Das ZDF bewarb den von Sat.1 eingekauften Moderator in Anlehnung an JFK (John F. Kennedy) als „JBK“. Das war sowohl für seine Bedeutung als Hoffnungsträger des Senders als auch für seine Selbsteinschätzung ganz bezeichnend. Zunächst empfing Kerner wöchentlich Gäste zu einem Oberthema. Die erste Sendung war bereits typisch für das Profil der nächsten Jahre: Zum Thema „Ganz oben“ waren der Astronaut Ullrich Walter, die Schauspielerin Julia Stemberger, der Musikproduzent Dieter Bohlen und Moderator Thomas Ohrner zu Gast. Zwischen Stemberger, die gerade im König von St. Pauli zu sehen war, und Walter schaffte Kerner eine Verbindung durch den Satz: „Ich würde gern mal einen Strip in der Schwerelosigkeit sehen.“

    Mit Start der Polit-Talkshow Berlin Mitte im Oktober 1999 wurde die Kerner-Show auf den späteren Abend verlegt und um eine Viertelstunde verlängert. Die Sendung profilierte sich mit Boulevardthemen in einer Art, wie sie bis dahin für das öffentlich-rechtliche Fernsehen undenkbar gewesen war. Im Oktober 2001 war Verona Feldbusch einziger Gast in einer Sonderausgabe, die auf ihren besonderen Wunsch zustande gekommen war. Darin berichtete sie ausführlich über die Abgründe ihrer Kürzest-Ehe mit Dieter Bohlen und darüber, dass er sie damals, vor fünf Jahren, geschlagen habe. Das veranlasste sie zu einem heftigen Tränenausbruch, den Kerner zurückgelehnt hinter seinem Schreibtisch verfolgte.

    Obwohl die Sendung als Aufzeichnung ausgestrahlt wurde, wurden diese Szenen auf ausdrücklichen Wunsch Feldbuschs, die gerade eine neue Show auf Sat.1 startete, nicht herausgeschnitten. Fotos davon erschienen vorab in der „Bild“-Zeitung, deren Unterhaltungschef der Bruder des Redaktionsleiters der Johannes B. Kerner Show war. (Feldbuschs Ex-Ehemann Bohlen ist übrigens der Komponist der Titelmusik der Sendung.) ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner sagte hinterher über die PR- und Heulshow Feldbuschs: „Das ist eine Lautstärke, die man beim ZDF nicht kannte. Aber es ist eine, die man vielleicht auch mal anschlagen sollte. Das ist doch das, was die Leute sehen wollen.“

    Wenig später gab das ZDF bekannt, Kerners Sendung werde nun fast täglich ausgestrahlt. Ab Januar 2002 wurde sie viermal wöchentlich gezeigt. Verona kam jetzt öfter und brachte immer ein paar zusätzliche Fernsehzuschauer mit. Inzwischen versuchte man auch nicht mehr, mit einem Oberbegriff eine Verbindung zwischen den Gästen herzustellen. Kerner schaffte es an den meisten Tagen, akzeptable Zuschauerzahlen zu erreichen, erreichte jedoch nicht das angepeilte Ziel einer Verjüngung des ZDF-Publikums. Seine Art, sich von jeder Frage gleich wieder zu distanzieren und sich auch nach den schmutzigsten Intimgeschichten zu erkundigen, ohne dabei selbst schmutzig zu werden, prägte die Sendung. Sein Bemühen, nie eine eigene Meinung kundzutun und immer korrekt zu sein, führte häufig zu absurd komplizierten Formulierungen wie folgender Verabschiedung von der schwangeren Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange: „Ich bedanke mich sehr herzlich für das offene Gespräch und freue mich, wenn wir uns alsbald wiedersehen. Wichtig ist allerdings, dass Sie unsere Wünsche entgegennehmen, nämlich dass wir Ihnen alles Gute wünschen für die bevorstehende Geburt Ihres zweiten Kindes.“

    Am 26. April 2002 stand Kerner plötzlich in Erfurt nicht weit von dem Ort, wo gerade ein Schüler ein Blutbad angerichtet hatte, und fragte einen kleinen Jungen, der Zeuge war, wörtlich: „Nun bist du elf Jahre alt, und wir wollen von einem Elfjährigen nicht verlangen, dass man sich sozusagen große Gedanken in einem großen Zusammenhang macht, aber wenn du sagst, du hast dir Gedanken gemacht, welche waren das?“ Kerner reduzierte in Gesprächen mit Psychologen, Politikern und Augenzeugen die ZDF-Berichterstattung über den Amoklauf auf das Niveau einer „Bild“-Zeitungsschlagzeile, was in den Augen vieler Beobachter ein größerer Skandal war als die Veronafeldbuschisierung des ZDF durch die Sendung. Ende des gleichen Jahres prahlte er gegenüber der „Hörzu“: „Wissen Sie, wie viel Geld ich verdiene? Es ist unglaublich, wie viel Geld ich mit diesem Image machen kann. Besser geht’s nicht. Ich habe alles richtig gemacht!“

    Mitte Januar 2003 strich das ZDF die Show, aber nur aus dem Titel, und die Sendung hieß nun nur noch Johannes B. Kerner. Im November 2003 war eine ganze Woche lang Boris Becker, der gerade seine Autobiografie verkaufen wollte, Gast bei Kerner. Jeden Tag. Im Februar 2005 lud Kerner den Schiedsrichter Robert Hoyzer ein, der Hauptbeschuldigte in einem gerade publik gewordenen gewaltigen Schiebungsskandal im deutschen Fußball. Dass der geständige Betrüger auf diese Weise ein Forum bekam (während die Schlagersängerin Michelle und die Schauspielerinnen Marion Kracht und Barbara Schöne stumm daneben saßen), sorgte für heftige Kritik und war einer der Gründe dafür, warum Hoyzer wenig später verhaftet wurde. Kerner betonte, dass entgegen anders lautender Gerüchte Hoyzer nur das Standardhonorar erhalten habe, das alle Gäste bekämen: 500 €. Später wurde bekannt, dass Hoyzer darüber hinaus der Produktionsfirma a+i u. a. auch die Kosten für seinen Anwalt und einen Bodyguard in Rechnung gestellt hatte, so dass er insgesamt exakt 7451,21 € für seinen Auftritt erhielt. a+i ist eine hundertprozentige Tochter des „Spiegel“, mit dem Kerner auf diese Weise ebenfalls verbunden ist.

    Die Show lief anfangs wöchentlich donnerstags um 22.15 Uhr, ab Oktober 1999 um 23.00 Uhr. Seit Januar 2002 wird sie viermal wöchentlich ausgestrahlt, dienstags bis freitags immer gegen 23.00 Uhr.

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