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Kommentare 21471–21480 von 27834

  • am

    Wunsch eines jungen Mädchens

    O fände für mich
    Ein Bräutigam sich!
    Wie schön ist's nicht da,
    Man nennt uns 'Mama'.
    Da braucht man zum Nähen
    Zur Schul' nicht zu gehen;
    Da kann man befehlen,
    Hat Mägde, darf schmälen,
    Man wählt sich die Kleider,
    Nach Gusto den Schneider.
    Da läßt man spazieren
    Auf Bälle sich führen,
    Und fragt nicht erst lange
    Papa und Mama.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder

    Lasset Gelehrte sich zanken und streiten,
    Streng und bedächtig die Lehrer auch sein!
    Alle die Weisesten aller der Zeiten
    Lächeln und winken und stimmen mit ein:
    Töricht, auf Bessrung der Toren zu harren!
    Kinder der Klugheit, o habet die Narren
    Eben zum Narren auch, wie sich's gehört!

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Gesellige Lied: Kophtisches Lied

    Rezensent

    Da hatt ich einen Kerl zu Gast,
    Er war mir eben nicht zur Last;
    Ich hatt just mein gewöhnlich Essen,
    Hat sich der Kerl pumpsatt gefressen,
    Zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt.
    Und kaum ist mir der Kerl so satt,
    Tut ihn der Teufel zum Nachbarn führen,
    Über mein Essen zu räsonieren:
    "Die Supp hätt können gewürzter sein,
    Der Braten brauner, firner der Wein."
    Der Tausendsakerment!
    Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Parabolisch

    Und sie sieht mich Schmetterling.
    Zitternd vor des Freund's Verlangen
    Springt sie auf, da flieg' ich ferne.
    "Liebster, komm, ihn einzufangen!
    Komm! Ich hätt' es gar zu gerne,
    Gern das kleine bunte Ding."

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Der Schmetterling

    Nähe des Geliebten

    Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
    Vom Meere strahlt;
    Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
    In Quellen malt.

    Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
    Der Staub sich hebt;
    In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
    Der Wandrer bebt.

    Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
    Die Welle steigt.
    Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
    Wenn alles schweigt.

    Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
    Du bist mir nah!
    Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
    O wärst du da!
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    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

    Sie umarmt ihn lächelnd stumm,
    Und sein Mund genießt der Stunde,
    Die ihm güt'ge Götter senden,
    Hüpft vom Busen zu dem Munde,
    Von dem Munde zu den Händen,
    Und ich [Schmetterling] hüpf' um ihn herum.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Der Schmetterling

    Ich [Schmetterling] belausch' ein zärtlich Paar;
    Von des schönen Mädchens Haupte
    Aus den Kränzen schau' ich nieder;
    Alles, was der Tod mir raubte,
    Seh ich hier im Bilde wieder,
    Bin so glücklich, wie ich war.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Der Schmetterling

    In des Papillons Gestalt
    Flattr' ich, nach den letzten Zügen,
    Zu den vielgeliebten Stellen,
    Zeugen himmlischer Vergnügen,
    Über Wiesen, an die Quellen,
    Um den Hügel, durch den Wald.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Der Schmetterling

    Das Schreien

    Einst ging ich meinem Mädchen nach
    Tief in den Wald hinein
    Und fiel ihr um den Hals und – "Ach!"
    Droht sie, "ich werde schrei'n."

    Da rief ich trotzig: "Ha! Ich will
    Den töten, der uns stört!" –
    "Still", lispelt sie, "Geliebter, still!
    Daß ja dich niemand hört!"

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder

    [Ich bin] ein Teil von jener Kraft,
    Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. ...
    Ich bin der Geist, der stets verneint!
    Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
    Ist wert, daß es zugrunde geht;
    Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
    So ist denn alles, was ihr Sünde,
    Zerstörung, kurz das Böse nennt,
    Mein eigentliches Element.
    • am

      Feiger Gedanken
      Bängliches Schwanken,
      Weibisches Zagen,
      Ängstliches Klagen
      Wendet kein Elend,
      Macht dich nicht frei.

      Allen Gewalten
      Zum Trutz sich erhalten,
      Nimmer sich beugen,
      Kräftig sich zeigen,
      Rufet die Arme
      Der Götter herbei!

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Lila. Singspiel, 1777, Erstdruck Theater-Kalender auf das Jahr 1778. 2. Aufzug, 2. Szene, Magus

      Fröhlicher Tod

      Es ist ein fröhlich Ding um aller Menschen Sterben:
      Es freuen sich darauf die gerne-reichen Erben;
      Die Priester freuen sich, das Opfer zu genießen;
      Die Würmer freuen sich an einem guten Bissen;
      Die Engel freuen sich, die Seelen heimzuführen;
      Der Teufel freut sich, im Fall sie ihm gebühren.

      Friedrich Freiherr von Logau (1604 - 1655), deutscher Jurist, Satiriker, Epigramm- und Barockdichter, Pseudonym: Solomon von Golaw

      Auf Dörfern sieht's ganz anders aus,
      Da treibt die liebe Not
      Die Jungen auf das Feld hinaus
      Nach Arbeit und nach Brot.
      Wer von der Arbeit müde,
      Läßt gern den Mädchen Friede.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Kinderverstand

      Ein Mädchen wünscht von Jugend auf
      Sich hochgeehrt zu seh'n,
      Sie ziert sich klein und wächst herauf
      In Pracht und Assembleen.
      Der Stolz verjagt die Triebe
      Der Wollust und der Liebe,
      Sie sinnt nur drauf, wie sie sich ziert,
      Ein Aug' entzückt, ein Herze rührt,
      Und denkt ans andre nicht.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Kinderverstand

      In großen Städten lernen früh
      Die jüngsten Knaben was;
      Denn manche Bücher lesen sie
      Und hören dies und das
      Vom Lieben und vom Küssen,
      Sie brauchten's nicht zu wissen.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Kinderverstand

      Ohne dich, Liebste, was wären die Feste?
      Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz?
      Wärst du mein Schatz nicht, so möcht' ich nicht tanzen,
      Bleibst du es immer, ist Leben ein Fest.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder. Aus Wechsellied zum Tanze

      Was lockst du meine Brut
      Mit Menschenwitz und Menschenlist
      Hinauf in Todesglut?
      Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
      So wohlig auf dem Grund,
      Du stiegst herunter, wie du bist,
      Und würdest erst gesund.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Balladen, Aus Der Fischer

      Wie bebt von deiner Küsse Menge
      Ihr Busen und ihr voll Gesicht;
      Zum Zittern wird nun ihre Strenge,
      Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht.
      Schnell hilft dir Amor zu entkleiden
      Und ist nicht halb so schnell als du;
      Dann hält er schalkhaft und bescheiden
      Sich fest die beiden Augen zu.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Hochzeitslied

      Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde,
      Der deiner Gäste Lärm verjagt;
      Wie glühst du nach dem schönen Munde,
      Der bald verstummt und nichts versagt.
      Du eilst, um alles zu vollenden,
      Mit ihr ins Heiligtum hinein;
      Das Feuer in des Wächters Händen
      Wird wie ein Nachtlicht still und klein.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

      Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Hochzeitslied

      Im Schlafgemach, entfernt vom Feste,
      Sitzt Amor, dir getreu, und bebt,
      Daß nicht die List mutwill'ger Gäste
      Des Brautbetts Frieden untergräbt.
      Es blinkt mit mystisch heil'gem Schimmer
      Vor ihm der Flammen blasses Gold;
      Ein Weihrauchwirbel füllt das Zimmer,
      Damit ihr recht genießen sollt.
      • am

        Wir borgen
        von der Zukunft

        und geben es
        doch nie

        zurück

        © Hans-Christoph Neuert (1958 - 2011), deutscher Aphoristiker und Lyriker

        Quelle: Neuert, Glücksnatur, 2006

        Wenn einem Mädchen, das uns liebt,
        Die Mutter strenge Lehren gibt
        Von Tugend, Keuschheit und von Pflicht,
        Und unser Mädchen folgt ihr nicht
        Und fliegt mit neuverstärktem Triebe
        Zu unsern heißen Küssen hin,
        Da hat daran der Eigensinn
        So vielen Anteil als die Liebe.

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Liebe und Tugend

        O Jüngling, sei weise, verwein' nicht vergebens
        Die fröhlichsten Stunden des traurigen Lebens,
        Wenn flatterhaft je dich ein Mädchen vergißt.
        Geh, ruf sie zurücke, die vorigen Zeiten!
        Es küßt sich so süße der Busen der zweiten,
        Als kaum sich der Busen der ersten geküßt.

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Unbeständigkeit

        Beherzigung

        Ach, was soll der Mensch verlangen?
        Ist es besser, ruhig bleiben?
        Klammernd fest sich anzuhangen?
        Ist es besser, sich zu treiben?

        Soll er sich ein Häuschen bauen?
        Soll er unter Zelten leben?
        Soll er auf die Felsen trauen?
        Selbst die festen Felsen beben.

        Eines schickt sich nicht für alle!
        Sehe jeder, wie er's treibe,
        Sehe jeder, wo er bleibe,
        Und wer steht, daß er nicht falle!

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827, Lieder

        Die Bauernmädchen aber sind
        In Ruhe mehr genährt,
        Und darum wünschen sie geschwind,
        Was jede Mutter wehrt.
        Oft stoßen schöckernd Bräute
        Den Bräut'gam in die Seite,
        Denn von der Arbeit, die sie tun,
        Sich zu erholen, auszuruh'n,
        Das können sie dabei.

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Kinderverstand

        Ursprünglich eignen Sinn
        Laß dir nicht rauben!
        Woran die Menge glaubt,
        Ist leicht zu glauben.

        Natürlich mit Verstand
        Sei du beflissen;
        Was der Gescheite weiß,
        Ist schwer zu wissen.

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Zahme Xenien 6

        So läßt der Herr ihn seinen Rücken
        Gar vielmal nach den Kirschen bücken.
        Das dauert eine ganze Zeit.
        Dann sprach der Herr mit Heiterkeit:
        Tätst du zur rechten Zeit dich regen,
        Hättst du's bequemer haben mögen.
        Wer geringe Dinge wenig acht',
        Sich um geringere Mühe macht.

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Legende

        Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
        Von dem ist leider! nie die Frage.

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Studierzimmer, Mephistopheles zum Schüler

        Doch als in allerneusten Jahren
        Das Weib nicht mehr gewohnt zu sparen,
        Und, wie ein jeder böser Zahler,
        Weit mehr Begierden hat als Taler,
        Da bleibt dem Manne viel zu dulden,
        Wo er nur hinsieht, da sind Schulden.

        Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

        Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 1. Akt, Weitläufiger Saal mit Nebengemächern, Der Abgemagerte

        Was ich gedacht, ich eil' es zu vollbringen;
        Des Herren Wort, es gibt allein Gewicht.
        Vom Lager auf, ihr Knechte! Mann für Mann!
        Laßt glücklich schauen, was ich kühn ersann.
        Ergreift das Werkzeug, Schaufel rührt und Spaten!
        Das Abgesteckte muß sogleich geraten.
        Auf strenges Ordnen, raschen Fleiß
        Erfolgt der allerschönste Preis;
        Daß sich das größte Werk vollende,
        genügt ein Geist für tausend Hände.
        • am

          Ja es umgibt uns eine neue Welt!
          Der Schatten dieser immergrünen Bäume
          Wird schon erfreulich. Schon erquickt uns wieder
          Das Rauschen dieser Brunnen, schwankend wiegen
          Im Morgenwinde sich die jungen Zweige.
          Die Blumen von den Beeten schauen uns
          Mit ihren Kinderaugen freundlich an.
          Der Gärtner deckt getrost das Winterhaus
          Schon der Citronen und Orangen ab,
          Der blaue Himmel ruhet über uns,
          Und an dem Horizonte löst der Schnee
          Der fernen Berge sich in leisen Duft.

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Torquato Tasso, 1807. 1. Akt, 1. Szene, Leonore zur Prinzessin

          Fest waren wir an sie gehangen;
          Wir streichelten die runden Wangen
          Und gleiteten stets mit Verlangen
          Von da herab zur rundern Brust.
          O Nebenbuhler, frei vom Neide,
          Reliquie, du schöne Beute,
          Erinnre mich der alten Lust.

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Die Reliquie

          Erst gewahrten wir vergnüglich
          Wilden Wesens irren Lauf;
          Unerwartet, unverzüglich
          Trat ein neuer Kaiser auf.
          Und auf den vorgeschriebnen Bahnen
          Zieht die Menge durch die Flur;
          Den entrollten Lügenfahnen
          Folgen alle. - Schafsnatur!

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 4. Akt, Auf dem Vorgebirg, Zweiter Kundschafter zum Kaiser

          Alles Vergängliche
          Ist nur ein Gleichnis;
          Das Unzulängliche,
          Hier wird's Ereignis;
          Das Unbeschreibliche,
          Hier ist's getan;
          Das Ewig-Weibliche
          Zieht uns hinan.

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 5. Akt, Bergschluchten, Chorus Mysticus

          Hoffnung

          Schaff das Tagwerk meiner Hände,
          Hohes Glück, daß ich's vollende!
          Laß, o laß mich nicht ermatten!
          Nein, es sind nicht leere Träume:
          Jetzt nur Stangen, diese Bäume
          Geben einst noch Frucht und Schatten.

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

          Jägers Abendlied

          Im Felde schleich' ich still und wild,
          Gespannt mein Feuerrohr.
          Da schwebt so licht dein liebes Bild,
          Dein süßes Bild mir vor.

          Du wandelst jetzt wohl still und mild
          Durch Feld und liebes Tal,
          Und ach, mein schnell verrauschend Bild,
          Stellt sich dir's nicht einmal?

          Des Menschen, der die Welt durchstreift
          Voll Unmut und Verdruß,
          Nach Osten und nach Westen schweift,
          Weil er dich lassen muß.

          Mir ist es, denk ich nur an dich,
          Als in den Mond zu seh'n;
          Ein stiller Friede kommt auf mich,
          Weiß nicht, wie mir gescheh'n.
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          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

          Ein Gleiches

          Über allen Gipfeln
          Ist Ruh,
          In allen Wipfeln
          Spürest du
          Kaum einen Hauch;
          Die Vögelein schweigen im Walde.
          Warte nur, balde
          Ruhest du auch.

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Lieder

          Blumengruß

          Der Strauß, den ich gepflücket,
          Grüße dich vieltausendmal!
          Ich habe mich oft gebücket,
          Ach, wohl eintausendmal,
          Und ihn ans Herz gedrücket
          Wie hunderttausendmal!

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Lieder

          Nur wenn die Mutter es erreicht,
          Daß sie das gute Herz erweicht,
          Voll Stolz auf ihre Lehren sieht,
          Daß uns das Mädchen spröde flieht,
          So kennt sie nicht das Herz der Jugend;
          Denn wenn das je ein Mädchen tut,
          So hat daran der Wankelmut
          Gewiß mehr Anteil als die Tugend.

          Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

          Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Liebe und Tugend
          • am

            Von Sonn' und Welten weiß ich nichts zu sagen,
            Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.
            Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,
            Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.
            Ein wenig besser würd' er leben,
            Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
            Er nennt's Vernunft und braucht's allein,
            Nur tierischer als jedes Tier zu sein.

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Faust. Eine Tragödie. Prolog im Himmel, 1800. Mephistopheles zum Herrn

            Da sind sie nun! Da habt ihr sie,
            Die Lieder, ohne Kunst und Müh'
            Am Rand des Bachs entsprungen!
            Verliebt und jung und voll Gefühl
            Trieb ich der Jugend altes Spiel
            Und hab' sie so gesungen.

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Zueignung

            Forschend übersieht dein Blick
            Eine großgemess'ne Weite.
            Hebe mich an deine Seite!
            Gib der Schwärmerei dies Glück;
            Und in wollustvoller Ruh'
            Säh der weitverschlag'ne Ritter
            Durch das gläserne Gegitter
            Seines Mädchens Nächten zu.

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: An den Mond

            Behandelt die Frauen mit Nachsicht!
            Aus krummer Rippe ward sie erschaffen,
            Gott konnte sie nicht ganz grade machen.
            Willst du sie biegen, sie bricht.
            Lässt du sie ruhig, sie wird noch krümmer,
            Du guter Adam, was ist denn schlimmer? –
            Behandelt die Frauen mit Nachsicht:
            Es ist nicht gut dass euch eine Rippe bricht.

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Gedichte. West-östlicher Divan. Moganni Nameh – Buch des Sängers

            Bäume leuchtend, Bäume blendend,
            Überall das Süße spendend,
            In dem Glanze sich bewegend,
            Alt und junges Herz erregend -
            Solch ein Fest ist uns bescheret,
            Mancher Gaben Schmuck verehret;
            Staunend schaun wir auf und nieder,
            Hin und her und immer wieder.

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Inschriften, Denk- und Sendeblätter, Weihnachten

            Im Anfang
            ist bereits
            das Ende

            in der Geburt
            auch schon

            der Tod

            © Hans-Christoph Neuert (1958 - 2011), deutscher Aphoristiker und Lyriker

            Quelle: Neuert, Glücksnatur, 2006

            Aufgezogen durch die Sonne
            Schwimmt im Hauch äther'scher Wonne
            So das leicht'ste Wölkchen nie
            Wie mein Herz in Ruh' und Freude.
            Frei von Furcht, zu groß zum Neide,
            Lieb' ich, ewig lieb' ich sie!

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Das Glück der Liebe

            Trunken müssen wir alle sein!
            Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
            Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
            So ist es wundervolle Tugend.
            Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
            Und Sorgenbrecher sind die Reben.

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Gedichte. West-östlicher Divan, entst. 1814-1819, Erstdruck Cotta, Stuttgart u. Tübingen 1819. Das Schenkenbuch

            Bleibe nicht am Boden heften,
            Frisch gewagt und frisch hinaus!
            Kopf und Arm mit heitern Kräften,
            Überall sind sie zu Haus;
            Wo wir uns der Sonne freuen,
            Sind wir jede Sorge los.
            Daß wir uns in ihr zerstreuen,
            Darum ist die Welt so groß.

            Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

            Quelle: Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erw. Form 1829. 3. Buch, 9. Kap.

            Dieses ist das Bild der Welt,
            Die man für die beste hält:
            Fast wie eine Mördergrube,
            Fast wie eines Burschen Stube,
            Fast so wie ein Opernhaus,
            Fast wie ein Magisterschmaus,
            Fast wie Köpfe von Poeten,
            Fast wie schöne Raritäten,
            • am

              Unglaube, du bist so sehr ein Ungeheuer,
              Als Aberglaube, du!
              Für deinen Aftergott gehst du mit Schwert und Feuer
              Auf deine Feinde zu.
              Streckst sie zu Boden, trinkst ihr Blut aus ihrem Schädel,
              Wirst Märtyrer mit Prunk,
              Bist grausam, dumm und stolz, dünkst tapfer dich und edel
              Bei deinem Schädeltrunk!
              Unglaube streitet nur mit Worten und wird müde;
              Dir, Ungeheuer, brennt
              Die ganze Seele! Dir ist nirgend Ruh und Friede,
              Krieg ist dein Element!

              Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 - 1803), genannt »Vater Gleim«, deutscher Anakreonitiker, Epigramm- und Fabeldichter

              Der Schatzgräber

              Arm am Beutel, krank am Herzen
              Schleppt' ich meine langen Tage.
              Armut ist die größte Plage,
              Reichtum ist das höchste Gut!
              Und, zu enden meine Schmerzen,
              Ging ich, einen Schatz zu graben.
              Meine Seele sollst du haben!
              Schrieb ich hin mit eignem Blut.

              Und so zog ich Kreis' um Kreise,
              Stellte wunderbare Flammen,
              Kraut und Knochenwerk zusammen:
              Die Beschwörung war vollbracht.
              Und auf die gelernte Weise
              Grub ich nach dem alten Schatze
              Auf dem angezeigten Platze;
              Schwarz und stürmisch war die Nacht.

              Und ich sah ein Licht vom weiten,
              Und es kam gleich einem Sterne
              Hinten aus der fernsten Ferne,
              Eben als es zwölfe schlug.
              Und da galt kein Vorbereiten;
              Heller ward's mit einem Male
              Von dem Glanz der vollen Schale,
              Die ein schöner Knabe trug.

              Holde Augen sah ich blinken
              Unter dichtem Blumenkranze;
              In des Trankes Himmelsglanze
              Trat er in den Kreis herein.
              Und er hieß mich freundlich trinken;
              Und ich dacht': "Es kann der Knabe
              Mit der schönen lichten Gabe
              Wahrlich nicht der Böse sein."

              "Trinke Mut des reinen Lebens!
              Dann verstehst du die Belehrung,
              Kommst mit ängstlicher Beschwörung
              Nicht zurück an diesen Ort.
              Grabe hier nicht mehr vergebens!
              Tages Arbeit! Abends Gäste!
              Saure Wochen, frohe Feste!
              Sei dein künftig Zauberwort."
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              Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

              Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Ballade (entst. 1797)

              Ungeduld

              Immer wieder in die Weite,
              Über Länder an das Meer,
              Phantasien, in der Breite
              Schwebt am Ufer hin und her!
              Neu ist immer die Erfahrung:
              Immer ist dem Herzen bang,
              Schmerzen sind der Jugend Nahrung,
              Tränen seliger Lobgesang.

              Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

              Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Lyrisches

              Was verkürzt mir die Zeit? – Tätigkeit!
              Was macht sie unerträglich lang? – Müßiggang!
              Was bringt in Schulden? – Harren und Dulden!
              Was macht gewinnen? – Nicht lange besinnen!
              Was bringt zu Ehren? – Sich wehren!

              Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

              Quelle: Goethe, Gedichte. West-östlicher Divan. Buch der Betrachtungen. Fünf andere (Dinge)

              Das Lied von der Glocke

              Vivos voco
              Mortuos plango
              Fulgura frango

              Fest gemauert in der Erden
              Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
              Heute muß die Glocke werden,
              Frisch, Gesellen, seid zur Hand.
              Von der Stirne heiß
              Rinnen muß der Schweiß,
              Soll das Werk den Meister loben,
              Doch der Segen kommt von oben.

              Zum Werke, das wir ernst bereiten,
              Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
              Wenn gute Reden sie begleiten,
              Dann fließt die Arbeit munter fort.
              So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
              Was durch die schwache Kraft entspringt,
              Den schlechten Mann muß man verachten,
              Der nie bedacht, was er vollbringt.
              Das ists ja, was den Menschen zieret,
              Und dazu ward ihm der Verstand,
              Daß er im innern Herzen spüret,
              Was er erschafft mit seiner Hand.

              Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
              Doch recht trocken laßt es sein,
              Daß die eingepreßte Flamme
              Schlage zu dem Schwalch hinein.
              Kocht des Kupfers Brei,
              Schnell das Zinn herbei,
              Daß die zähe Glockenspeise
              Fließe nach der rechten Weise.

              Was in des Dammes tiefer Grube
              Die Hand mit Feuers Hülfe baut,
              Hoch auf des Turmes Glockenstube
              Da wird es von uns zeugen laut.
              Noch dauern wirds in späten Tagen
              Und rühren vieler Menschen Ohr
              Und wird mit dem Betrübten klagen
              Und stimmen zu der Andacht Chor.
              Was unten tief dem Erdensohne
              Das wechselnde Verhängnis bringt,
              Das schlägt an die metallne Krone,
              Die es erbaulich weiterklingt.

              Weiße Blasen seh ich springen,
              Wohl! die Massen sind im Fluß.
              Laßts mit Aschensalz durchdringen,
              Das befördert schnell den Guß.
              Auch von Schaume rein
              Muß die Mischung sein,
              Daß vom reinlichen Metalle
              Rein und voll die Stimme schalle.

              Denn mit der Freude Feierklange
              Begrüßt sie das geliebte Kind
              Auf seines Lebens erstem Gange,
              Den es in Schlafes Arm beginnt;
              Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
              Die schwarzen und die heitern Lose,
              Der Mutterliebe zarte Sorgen
              Bewachen seinen goldnen Morgen. –
              Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.
              Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,
              Er stürmt ins Leben wild hinaus,
              Durchmißt die Welt am Wanderstabe.
              Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus,
              Und herrlich, in der Jugend Prangen,
              Wie ein Gebild aus Himmelshöhn,
              Mit züchtigen, verschämten Wangen
              Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
              Da faßt ein namenloses Sehnen
              Des Jünglings Herz, er irrt allein,
              Aus seinen Augen brechen Tränen,
              Er flieht der Brüder wilden Reihn.
              Errötend folgt er ihren Spuren
              Und ist von ihrem Gruß beglückt,
              Das Schönste sucht er auf den Fluren,
              Womit er seine Liebe schmückt.
              O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
              Der ersten Liebe goldne Zeit,

              Das Auge sieht den Himmel offen,
              Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
              O! daß sie ewig grünen bliebe,
              Die schöne Zeit der jungen Liebe!

              Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
              Dieses Stäbchen tauch ich ein,
              Sehn wirs überglast erscheinen,
              Wirds zum Gusse zeitig sein.
              Jetzt, Gesellen, frisch!
              Prüft mir das Gemisch,
              Ob das Spröde mit dem Weichen
              Sich vereint zum guten Zeichen.

              Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
              Wo Starkes sich und Mildes paarten,
              Da gibt es einen guten Klang.
              Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
              Ob sich das Herz zum Herzen findet!
              Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
              Lieblich in der Bräute Locken
              Spielt der jungfräuliche Kranz,
              Wenn die hellen Kirchenglocken
              Laden zu des Festes Glanz.
              Ach! des Lebens schönste Feier
              Endigt auch den Lebensmai,
              Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
              Reißt der schöne Wahn entzwei.
              Die Leidenschaft flieht!
              Die Liebe muß bleiben,
              Die Blume verblüht,
              Die Frucht muß treiben.
              Der Mann muß hinaus
              Ins feindliche Leben,
              Muß wirken und streben
              Und pflanzen und schaffen,
              Erlisten, erraffen,
              Muß wetten und wagen,
              Das Glück zu erjagen.
              Da strömet herbei die unendliche Gabe,
              Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
              Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
              Und drinnen waltet
              Die züchtige Hausfrau,
              Die Mutter der Kinder,
              Und herrschet weise
              Im häuslichen Kreise,
              Und lehret die Mädchen
              Und wehret den Knaben,
              Und reget ohn Ende
              Die fleißigen Hände,
              Und mehrt den Gewinn
              Mit ordnendem Sinn.
              Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
              Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
              Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
              Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
              Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
              Und ruhet nimmer.

              Und der Vater mit frohem Blick
              Von des Hauses weitschauendem Giebel
              Überzählet sein blühend Glück,
              Siehet der Pfosten ragende Bäume
              Und der Scheunen gefüllte Räume
              Und die Speicher, vom Segen gebogen,
              Und des Kornes bewegte Wogen,
              Rühmt sich mit stolzem Mund:
              Fest, wie der Erde Grund,
              Gegen des Unglücks Macht
              Steht mir des Hauses Pracht!
              Doch mit des Geschickes Mächten
              Ist kein ewger Bund zu flechten,
              Und das Unglück schreitet schnell.

              Wohl! Nun kann der Guß beginnen,
              Schön gezacket ist der Bruch.
              Doch, bevor wirs lassen rinnen,
              Betet einen frommen Spruch!
              Stoßt den Zapfen aus!
              Gott bewahr das Haus.
              Rauchend in des Henkels Bogen
              Schießts mit feuerbraunen Wogen.

              Wohltätig ist des Feuers Macht,
              Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
              Und was er bildet, was er schafft,
              Das dankt er dieser Himmelskraft,
              Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
              Wenn sie der Fessel sich entrafft,
              Einhertritt auf der eignen Spur
              Die freie Tochter der Natur.

              Wehe, wenn sie losgelassen
              Wachsend ohne Widerstand
              Durch die volkbelebten Gassen
              Wälzt den ungeheuren Brand!
              Denn die Elemente hassen
              Das Gebild der Menschenhand.
              Aus der Wolke
              Quillt der Segen,
              Strömt der Regen,
              Aus der Wolke, ohne Wahl,
              Zuckt der Strahl!
              Hört ihrs wimmern hoch vom Turm?
              Das ist Sturm!
              Rot wie Blut
              Ist der Himmel,
              Das ist nicht des Tages Glut!
              Welch Getümmel
              Straßen auf!
              Dampf wallt auf!
              Flackernd steigt die Feuersäule,
              Durch der Straße lange Zeile
              Wächst es fort mit Windeseile,
              Kochend wie aus Ofens Rachen
              Glühn die Lüfte, Balken krachen,
              Pfosten stürzen, Fenster klirren,
              Kinder jammern, Mütter irren,
              Tiere wimmern
              Unter Trümmern,
              Alles rennet, rettet, flüchtet,
              Taghell ist die Nacht gelichtet,
              Durch der Hände lange Kette
              Um die Wette
              Fliegt der Eimer, hoch im Bogen
              Sprützen Quellen, Wasserwogen.
              Heulend kommt der Sturm geflogen,
              Der die Flamme brausend sucht.
              Prasselnd in die dürre Frucht
              Fällt sie, in des Speichers Räume,
              In der Sparren dürre Bäume,
              Und als wollte sie im Wehen
              Mit sich fort der Erde Wucht
              Reißen, in gewaltger Flucht,
              Wächst sie in des Himmels Höhen
              Rießengroß!
              Hoffnungslos
              Weicht der Mensch der Götterstärke,
              Müßig sieht er seine Werke
              Und bewundernd untergehen.

              Leergebrannt
              Ist die Stätte,
              Wilder Stürme rauhes Bette,
              In den öden Fensterhöhlen
              Wohnt das Grauen,
              Und des Himmels Wolken schauen
              Hoch hinein.

              Einen Blick
              Nach dem Grabe
              Seiner Habe
              Sendet noch der Mensch zurück –
              Greift fröhlich dann zum Wanderstabe,
              Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
              Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
              Er zählt die Häupter seiner Lieben,
              Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.

              In die Erd ists aufgenommen,
              Glücklich ist die Form gefüllt,
              Wirds auch schön zutage kommen,
              Daß es Fleiß und Kunst vergilt?
              Wenn der Guß mißlang?
              Wenn die Form zersprang?
              Ach! vielleicht, indem wir hoffen,
              Hat uns Unheil schon getroffen.

              Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde
              Vertrauen wir der Hände Tat,
              Vertraut der Sämann seine Saat
              Und hofft, daß sie entkeimen werde
              Zum Segen, nach des Himmels Rat.
              Noch köstlicheren Samen bergen
              Wir traurend in der Erde Schoß
              Und hoffen, daß er aus den Särgen
              Erblühen soll zu schönerm Los.

              Von dem Dome,
              Schwer und bang,
              Tönt die Glocke
              Grabgesang.
              Ernst begleiten ihre Trauerschläge
              Einen Wandrer auf dem letzten Wege.

              Ach! die Gattin ists, die teure,
              Ach! es ist die treue Mutter,
              Die der schwarze Fürst der Schatten
              Wegführt aus dem Arm des Gatten,
              Aus der zarten Kinder Schar,
              Die sie blühend ihm gebar,
              Die sie an der treuen Brust
              Wachsen sah mit Mutterlust –
              Ach! des Hauses zarte Bande
              Sind gelöst auf immerdar,
              Denn sie wohnt im Schattenlande,
              Die des Hauses Mutter war,
              Denn es fehlt ihr treues Walten,
              Ihre Sorge wacht nicht mehr,
              An verwaister Stätte schalten
              Wird die Fremde, liebeleer.

              Bis die Glocke sich verkühlet,
              Laßt die strenge Arbeit ruhn,
              Wie im Laub der Vogel spielet,
              Mag sich jeder gütlich tun.
              Winkt der Sterne Licht,
              Ledig aller Pflicht
              Hört der Pursch die Vesper schlagen,
              Meister muß sich immer plagen.

              Munter fördert seine Schritte
              Fern im wilden Forst der Wandrer
              Nach der lieben Heimathütte.
              Blökend ziehen
              Heim die Schafe,
              Und der Rinder
              Breitgestirnte, glatte Scharen
              Kommen brüllend,
              Die gewohnten Ställe füllend.
              Schwer herein
              Schwankt der Wagen,
              Kornbeladen,
              Bunt von Farben
              Auf den Garben
              Liegt der Kranz,
              Und das junge Volk der Schnitter
              Fliegt zum Tanz.
              Markt und Straße werden stiller,
              Um des Lichts gesellge Flamme
              Sammeln sich die Hausbewohner,
              Und das Stadttor schließt sich knarrend.
              Schwarz bedecket
              Sich die Erde,
              Doch den sichern Bürger schrecket
              Nicht die Nacht,
              Die den Bösen gräßlich wecket,
              Denn das Auge des Gesetzes wacht.

              Heilge Ordnung, segenreiche
              Himmelstochter, die das Gleiche
              Frei und leicht und freudig bindet,
              Die der Städte Bau gegründet,
              Die herein von den Gefilden
              Rief den ungesellgen Wilden,
              Eintrat in der Menschen Hütten,
              Sie gewöhnt zu sanften Sitten
              Und das teuerste der Bande
              Wob, den Trieb zum Vaterlande!

              Tausend fleißge Hände regen,
              Helfen sich in munterm Bund,
              Und in feurigem Bewegen
              Werden alle Kräfte kund.
              Meister rührt sich und Geselle
              In der Freiheit heilgem Schutz.
              Jeder freut sich seiner Stelle,
              Bietet dem Verächter Trutz.
              Arbeit ist des Bürgers Zierde,
              Segen ist der Mühe Preis,
              Ehrt den König seine Würde,
              Ehret uns der Hände Fleiß.

              Holder Friede,
              Süße Eintracht,
              Weilet, weilet
              Freundlich über dieser Stadt!
              Möge nie der Tag erscheinen,
              Wo des rauhen Krieges Horden
              Dieses stille Tal durchtoben,
              Wo der Himmel,
              Den des Abends sanfte Röte
              Lieblich malt,
              Von der Dörfer, von der Städte
              Wildem Brande schrecklich strahlt!

              Nun zerbrecht mir das Gebäude,
              Seine Absicht hats erfüllt,
              Daß sich Herz und Auge weide
              An dem wohlgelungnen Bild.
              Schwingt den Hammer, schwingt,
              Bis der Mantel springt,
              Wenn die Glock soll auferstehen,
              Muß die Form in Stücken gehen.

              Der Meister kann die Form zerbrechen
              Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
              Doch wehe, wenn in Flammenbächen
              Das glühnde Erz sich selbst befreit!
              Blindwütend mit des Donners Krachen
              Zersprengt es das geborstne Haus,

              Und wie aus offnem Höllenrachen
              Speit es Verderben zündend aus;
              Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
              Da kann sich kein Gebild gestalten,
              Wenn sich die Völker selbst befrein,
              Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.

              Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
              Der Feuerzunder still gehäuft,
              Das Volk, zerreißend seine Kette,
              Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
              Da zerret an der Glocke Strängen
              Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
              Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
              Die Losung anstimmt zur Gewalt.

              Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
              Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
              Die Straßen füllen sich, die Hallen,
              Und Würgerbanden ziehn umher,
              Da werden Weiber zu Hyänen
              Und treiben mit Entsetzen Scherz,
              Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
              Zerreißen sie des Feindes Herz.
              Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
              Sich alle Bande frommer Scheu,
              Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
              Und alle Laster walten frei.
              Gefährlich ists, den Leu zu wecken,
              Verderblich ist des Tigers Zahn,
              Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
              Das ist der Mensch in seinem Wahn.
              Weh denen, die dem Ewigblinden
              Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
              Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
              Und äschert Städt und Länder ein.

              Freude hat mir Gott gegeben!
              Sehet! wie ein goldner Stern
              Aus der Hülse, blank und eben,
              Schält sich der metallne Kern.
              Von dem Helm zum Kranz
              Spielts wie Sonnenglanz,
              Auch des Wappens nette Schilder
              Loben den erfahrnen Bilder.

              Herein! herein!
              Gesellen alle, schließt den Reihen,
              Daß wir die Glocke taufend weihen,
              Concordia soll ihr Name sein,
              Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine
              Versammle sie die liebende Gemeine.

              Und dies sei fortan ihr Beruf,
              Wozu der Meister sie erschuf!
              Hoch überm niedern Erdenleben
              Soll sie in blauem Himmelszelt
              Die Nachbarin des Donners schweben
              Und grenzen an die Sternenwelt,
              Soll eine Stimme sein von oben,
              Wie der Gestirne helle Schar,
              Die ihren Schöpfer wandelnd loben
              Und führen das bekränzte Jahr.
              Nur ewigen und ernsten Dingen
              Sei ihr metallner Mund geweiht,
              Und stündlich mit den schnellen Schwingen
              Berühr im Fluge sie die Zeit,
              Dem Schicksal leihe sie die Zunge,
              Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
              Begleite sie mit ihrem Schwunge
              Des Lebens wechselvolles Spiel.
              Und wie der Klang im Ohr vergehet,
              Der mächtig tönend ihr entschallt,
              So lehre sie, daß nichts bestehet,
              Das alles Irdische verhallt.

              Jetzo mit der Kraft des Stranges
              Wiegt die Glock mir aus der Gruft,
              Daß sie in das Reich des Klanges
              Steige, in die Himmelsluft.
              Ziehet, ziehet, hebt!
              Sie bewegt sich, schwebt,
              Freude dieser Stadt bedeute,
              Friede sei ihr erst Geläute.
              [gesamten Text zeigen]

              Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

              Quelle: Schiller, Gedichte. 1799

              Ausweichen kannst du Elefanten, wehren
              Dem schneller Eber und dem Sprung des Bären,
              Dem wilden Rosse, tollen Stier;
              Doch nimmer der Verleumdung Klapperschlange,
              Der Rachsucht schlau verstecktem Tigerfange,
              Des Trugs Hyäne und des Grolls Vampir.

              Arthur (Nostiz und Jänckendorf Gottlieb Adolf Ernst) von Nordstern (1765 - 1836), deutscher Dichter und sächsischer Konferenzminister

              Ihr seufzt und singt und schmelzt und küsst
              Und jauchzet, ohne dass ihr's wisst,
              Dem Abgrund in der Nähe.
              Flieht Wiese, Bach und Sonnenschein,
              Schleicht, soll's euch wohl im Winter sein,
              Bald zu dem Herd der Ehe.

              Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

              Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Zueignung

              Das alte Jahr noch nicht gegangen,
              das neue noch nicht angefangen –
              kommen vor diesem Neubeginn
              mir so viele Gedanken in den Sinn –
              die noch tief im Schlafe eingehüllt,
              sehr bald schon Worte mit Leben füllt.
              Nie liegen Traum und Wunsch so nah –
              doch manchmal werden sie sogar wahr.
              Oder wollen wir uns nur träumend verneigen –
              warten wir es ab – das Neue Jahr wird es uns zeigen.

              © Roswitha Bloch (*1957), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin, Dozentin und Lektorin

              Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
              Wer nie die kummervollen Nächte
              Auf seinem Bette weinend saß,
              Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

              Ihr führt ins Leben uns hinein,
              Ihr laßt den Armen schuldig werden,
              Dann überlaßt ihr ihn der Pein,
              Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

              Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

              Quelle: Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 2. Buch, 13. Kap., Wilhelm hört Alten singen

              Nur wer die Sehnsucht kennt,
              Weiß was ich leide!
              Allein und abgetrennt
              Von aller Freude,
              Seh' ich ans Firmament
              Nach jener Seite.
              Ach! Der mich liebt und kennt,
              Ist in der Weite.
              Es schwindelt mir, es brennt
              Mein Eingeweide
              Nur wer die Sehnsucht kennt,
              Weiß, was ich leide!

              Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

              Quelle: Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 4. Buch, 11. Kap., Mignon und Harfner singend

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                Mann mit zugeknöpften Taschen,
                Dir tut niemand was zulieb:
                Hand wird nur von Hand gewaschen;
                Wenn du nehmen willst, so gib!

                Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

                Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827, aus: Epigrammatisch, Wie du mir, so ich dir

                Rätsel
                Ein Bruder ist’s von vielen Brüdern,
                In allem ihnen völlig gleich,
                Ein nötig Glied von vielen Gliedern
                In eines großen Vaters Reich;
                Jedoch erblickt man ihn nur selten,
                Fast wie ein eingeschobnes Kind:
                Die andern lassen ihn nur gelten
                Da, wo sie unvermögend sind.
                (Schalttag)

                Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

                Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Epigrammatisch. Rätsel

                Seele des Menschen,
                Wie gleichst du dem Wasser!
                Schicksal des Menschen,
                Wie gleichst du dem Wind!

                Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

                Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Vermischte Gedichte. Aus: Gesang der Geister über den Wassern
                • am

                  Das Alter

                  Das Alter ist ein höflich' Mann:
                  Einmal übers andre klopft er an;
                  Aber nun sagt niemand: Herein!
                  Und vor der Türe will er nicht sein.
                  Da klinkt er auf, tritt ein so schnell,
                  Und nun heißt's, er sei ein grober Gesell.

                  Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

                  Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Das Alter, 1815

                  Himmelan hat er dein Ziel
                  Selbst hinaufgestellt.
                  Sorg nicht mutlos, nicht zu viel
                  Um den Tand der Welt!
                  Flieh diesen Sinn,
                  Nur was du dem Himmel lebst,
                  Dir von Schätzen dort erstrebst,
                  Das ist Gewinn.

                  Johannes Schöner (1477 - 1547), latinisiert auch Johann(es) Schonerus, deutscher Mathematiker, Geograph, Kartograf, Astronom, Astrologe und Herausgeber

                  Freudvoll
                  Und leidvoll,
                  Gedankenvoll sein,
                  Langen
                  Und bangen
                  In schwebender Pein,
                  Himmelhoch jauchzend,
                  Zum Tode betrübt;
                  Glücklich allein
                  Ist die Seele, die liebt.

                  Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

                  Quelle: Goethe, Egmont, 1788. 3. Akt, Klärchens Lied

                  Genieße mäßig Füll und Segen,
                  Vernunft sei überall zugegen,
                  Wo Leben sich des Lebens freut.
                  Dann ist Vergangenheit beständig,
                  Das Künftige voraus lebendig,
                  Der Augenblick ist Ewigkeit.

                  Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

                  Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827, Gott und Welt. Aus: Vermächtnis
                  • am

                    Der ersten Unschuld reines Glück,
                    Wohin bis du geschieden?
                    Du flohst und kehrest nicht zurück
                    Mit deinem süßen Frieden!
                    Dein Edengarten blüht nicht mehr;
                    Verwelkt durch Sündenhauch ist er,
                    Durch Menschenschuld verloren.
                    • am

                      Nicht alle Frauen sind Engel
                      (Haben Männer doch auch ihre Mängel!);
                      Und solche Frauen durch Vernunft zu zwingen
                      Wird nicht dem Weisesten gelingen:
                      Sie lassen lieber schmeichelnd sich betören,
                      Als auf die Stimme der Vernunft zu hören.

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