Der Kriminalist

    zurückStaffel 3, Folge 15–22weiter

    • ZDF-Ausstrahlungsreihenfolge (tlw. abweichend von SRF 1)
    • Staffel 3, Folge 1 (60 Min.)
      Bild: ZDF
      Bluesgewehr (Staffel 3, Folge 1) – © ZDF

      Auf dem Plattenspieler liegt die schwarz glänzende LP vom Vorabend. Raue Töne dröhnen aus des Lautsprechern der Musikanlage, als Schumann diese anstellt: verzerrte Akkorde, Schlagzeug, Bass und die rotzige Stimme des Sängers, der den Widerstand gegen ein korruptes Regime beschwört. Der Blick des Hauptkommissars wandert durch das verwohnte Altbauzimmer mit den hohen Stuck-wänden. Diverse Instrumente, Gitarren, ein Klavier, Schallplatten und CDs füllen den Raum. Auf dem Nachttisch dann ein Häufchen Kokain, daneben eine halb leere Sektflasche, eine weitere leere Flasche auf dem Boden. Der leblose Körper von Willy Burkhard liegt auf dem zerwühlten Bett. Verletzungen sind nicht sichtbar, nur etwas getrocknetes Blut unter der Nase. Offenbar hatte der ehemalige Rockstar eine heiße Liebesnacht hinter sich, wobei ihm der maßlose Drogenkonsum zum Verhängnis wurde. Dennoch wird Schumann den aufdringlichen Gedanken nicht los, Willys Tod habe einen anderen Hintergrund. Ein zerknittertes Foto auf dem Schreibtisch des Rockstars, das eine junge Familie vor einem hübschen, aber etwas heruntergekommen Haus zeigt, lässt dem Kommissar keine Ruhe. Der Obduktionsbericht gibt letztlich Aufschluss über das Geschehene: Willy wurde vergiftet. Schumann und seine Kollegen nehmen sofort die Ermittlungen auf. Sie erfahren bald über Willys turbulente Vergangenheit in der DDR, über seinen Hass gegen das unterdrückende Regime und über seine Gefängnisstrafe. Sie finden auch jenes Haus auf dem Foto. Einst lebte dort Willys engster Kumpel. Dieser hegte wohl lange Zeit Pläne, die DDR zu verlassen, doch er wurde verraten und kam schließlich im Gefängnis zu Tode. Willy hatte dessen kleine Tochter Conny zu sich und seiner Tochter Nike geholt. Nach dem Ende der DDR wurde es ziemlich ruhig um Willy und seine Freunde. Das aber sollte sich jetzt ändern, denn die Rock-Band bereitet sich auf ein Comeback vor. Die ‚Wiedervereinigung‘ verläuft allerdings nicht ohne Hinder-nisse. Schumann recherchiert über den handfesten Streit, der sich zwischen Willy und dem Gitaristen Paule ereignet haben soll. Willy hatte offenbar Paule vor kurzem erst aus der Band gefeuert. Rasch lassen sich viele weitere Indizien finden, die Paule als Täter besonders verdächtig erscheinen lassen. Obwohl dieser vehement seine Unschuld beteuert, kommt es schließlich zur Verhaftung. Unter den Fans der Band macht sich damit ziemlicher Unmut breit, dem Schumann und Henry Weber nur knapp und nicht gänzlich unbeschadet ent-kommen können. Doch von der Lösung ihres Falles sind sie trotzdem weit entfernt. Ein erneuter, intensiverer Blick in Willys Vergangenheit wirft schließlich Licht auf bislang ungeklärte Fakten und bringt die Kommissare auf eine interessante heiße Spur … (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 10.10.2008 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 07.10.2008 SRF 1
    • Staffel 3, Folge 2 (60 Min.)
      Bild: ZDF
      Eiskalter Tod (Staffel 3, Folge 2) – © ZDF

      Ein trauriges Bild zeigt sich Hauptkommissar Bruno Schumann, als dieser einen Altbau in Neuköln betritt. Polizisten der Spurensicherung weisen ihm den Weg zum Keller. An einem Rohr, das an einer Heizungskellerwand verläuft, hängt ein junger Mann, am Boden eine offene Ladeluke. Leichte Rötungen am Hals des Toten lassen das Geschehene erahnen: Matthias Kron, Informatik-Student, hatte offenbar den eigenen Gürtel verwendet, diesen am Rohr befestigt und sich dann in die geöffnete Luke fallen lassen. Das alles vor etwa zwei Tagen, am Wochenende. Den Indizien am Tatort zufolge ein eindeutiger Selbstmord. Dennoch ist Schumann von dieser plausiblen Erklärung nicht überzeugt. Die Recherchen seiner Kollegen Henry und Jana zeichnen ohnehin ein ganz anderes Bild von Matthias. Dieser hatte nie angedeutet, sich das Leben nehmen zu wollen. Der junge Student war zudem frisch verliebt in Meike und hatte bereits die Tickets für eine gemeinsame Reise mit ihr auf dem Schreibtisch. Matthias war allseits beliebt, auch als Vorsitzender eines berühmt-berüchtigten Computerclubs. Ihm eilte sogar der Ruf voraus, es gebe keine Software, die er nicht knacken könne, doch nie würde er sich auf diesem Wege bereichern.

      Der Obduktionsbericht bestätigt in der Tat Schumanns Befürchtung: Matthias wurde ermordet, der Student wurde auf brutale Weise stranguliert. Allzu schnell verbreitet sich die Nachricht unter den Mitgliedern des Computerclubs. Lars Wolkenhaar, der beste Freund des Studenten, und Meike sind besonders erschüttert. Allesamt teilen sie die Überzeugung, Matthias sei dem Gewinnstreben irgendeines skrupellosen Auftraggebers zum Opfer gefallen. Offenbar interessierte sich Matthias in letzter Zeit für militärische Datenbanken. Welche Software er jedoch zu knacken versuchte, kann niemand sagen. Eine verschlüsselte Notiz, die Schumann und seine Kollegen nach einiger Mühe doch noch entziffern können, führt sie tatsächlich zu einem großen Software-Unternehmen. Die Kollegen des BKA, die sich zu Schumanns Ärger ebenfalls in den Fall einmischen, erklären, dass die Bundeswehr gerade ein Sicherheitssystem der Firma testen ließ. Und zwar von Matthias Kron. Offenbar hat jemand die Arbeit des Studenten rechtzeitig stoppen wollen. Die Ermittlungen der Kommissare werden umso spannender, als sich herausstellt, dass Herr Lackner, der Vorsitzende des Unternehmens, Meikes Vater ist. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 17.10.2008 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 14.10.2008 SRF 1
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    • Staffel 3, Folge 3 (60 Min.)
      Bild: ZDF
      Schlaflos (Staffel 3, Folge 3) – © ZDF

      Es ist bereits spät in der Nacht, als Hanna und Jakob die mollige Wärme ihrer Betten verlassen. Die Geschwister drängt es nach draußen u2013 auf den Spielplatz, zu dem sie sich mit Taschenlampen den Weg bahnen. Für den Fünfjährigen bedeutet der kurze Ausflug eine Mutprobe. Er soll erfahren, dass die Nacht nicht anders als der Tag ist. Und fast hätte die kleine Hanna ihren Bruder überzeugt, wäre da nicht plötzlich ein dumpfes Geräusch zu hören, das die Kinder aufschrecken lässt … 

      Flackerndes Blaulicht erhellt wenig später die Dunkelheit. Auf der Straße liegt der leblose Körper eines jungen Mannes. Die offene Wunde an seinem Kopf bezeugt, wie brutal Robert Brandler niedergeschlagen wurde. Sein Schwiegervater hat ihn als erster entdeckt. Der alte Mann wollte an diesem Abend noch die Übergabe der Führung seines Bauunternehmens mit Robert bereden. Er hatte den ehrgeizigen und arbeitsamen jungen Mann in sein Herz geschlossen, mehr noch als seine eigene, mittlerweile hochschwangere Tochter Alice. Robert wäre ein würdiger Nachfolger, zumal dieser bei der Hochzeit auch den Namen der Familie angenommen hatte.

      Hauptkommissar Schumanns Ermittlungen zeichnen jedoch bald ein ganz anderes Bild von Robert: Dieser war in schwierigen familiären Verhältnissen aufgewachsen und neigte als Jugendlicher zur Gewalt. Vor allem aber litt Robert unter Schlaflosigkeit, die ihn allabendlich in eine heruntergekommene Bar trieb. Vor sechs Monaten führte die stetige Übermüdung zu einem Unfall, der folgenlos geblieben wäre, hätte Robert dabei nicht Leonie Bergan getroffen. Die junge Frau leidet an einer Krankheit, die ihr nicht erlaubt, tagsüber ihre Wohnung zu verlassen. Somit zieht es sie nachts auf die Straßen Berlins. Offenbar war es dieser Umstand, der auf Anhieb diese beiden Menschen einander verstehen ließ. Doch nicht allein die innige Freundschaft zu Leonie veränderte Roberts Leben. Zur gleichen Zeit traf Robert wohl seinen ehemaligen Betreuer aus dem Jugendclub wieder. Schumann kommt einem ohne Zweifel gestörten Verhältnis zwischen Robert und dem damaligen Sozialarbeiter Henning Wolff auf die Spur. Wolff wird für Schumann und seine Kollegen zum Hauptverdächtigen. Allerdings fehlen handfeste Beweise. Erst ein bislang ungeachtetes Indiz führt die Kommissare auf eine heiße Spur und verleiht dem Fall schließlich eine überraschende Wendung. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 24.10.2008 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 21.10.2008 SRF 1
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    • Staffel 3, Folge 4 (60 Min.)
      Bild: ZDF
      Ruhe in Frieden (Staffel 3, Folge 4) – © ZDF

      Längst wäre Sebastian mit seinen Freunden auf dem neuen Spielplatz, hätte es seine Mutter an diesem Tag nicht verboten. Piraten wollten sie spielen. Und sich verkleiden. Stattdessen ist Sebastian allein. Auf dem Boden im Baumhaus ersetzen einige Spielfiguren seine Freunde. Schnell findet der Junge jedoch Ablenkung in einem Lichtreflex, der plötzlich an die Decke fällt. Neugierig sieht Sebastian nach draußen zum Garten des Nachbarn, kann aber nichts erkennen. Doch dann ist es wieder da, das Licht.

      Als Hauptkommissar Schumann zum Tatort gerufen wird, ist Sebastian seit einigen Stunden verschwunden. Seine Eltern können ihn nirgends finden. Bei Freunden wie auch Nachbarn haben sie gesucht. Es gibt kaum Zweifel, dass Sebastian entführt wurde. Dabei haben Magda und Hannes Gengenbacher versucht, genau einer solchen Situation vorzubeugen: Das Haus der kleinen Familie umstellen Zäune, zudem überwachen Kameras das Grundstück. Dennoch hatte der Täter offenbar das einzige Schlupfloch entdeckt, das direkt zum Nachbargarten führt. Simonicz, ein einsamer älterer Mann hatte es lange schon in den Zaun geschnitten, um ab und zu mit Sebastian spielen zu können. Blutspuren lassen allerdings vermuten, dass der Junge gewaltsam verschleppt wurde. Die Ermittler finden zudem Schuhabdrücke und einen Nikotinkaugummi.

      Ähnliche Spuren hatten vor etwa einem Jahr zur Festnahme von Jürgen Pelkow geführt, der offenbar versucht hatte, einen siebenjährigen Jungen zu missbrauchen. Magda Gengenbacher kennt den alten Fall nur allzu gut, denn die Psychologin arbeitet auch mit Sexualstraftätern. Nach einer Therapie hatte sie damals befürwortet, Pelkow als Freigänger zu entlassen. Kurz darauf verschwand ein kleiner Junge, Kolya Degen. Aufgrund mangelnder Beweise wurde Pelkow jedoch nie verurteilt. Im Fall des kleinen Sebastian liegen den Kommissaren wiederum keine handfesten Beweise gegen den mutmaßlichen Straftäter vor. Die Zeit drängt. Bruno Schumann und seine Kollegen Henry und Jana beunruhigt sehr, nach wie vor kein Lebenszeichen von Sebastian erhalten zu haben. Gleichzeitig versuchen sie den Eltern gegenüber Ruhe zu bewahren. Doch bei Frau Gengenbacher liegen die Nerven absolut blank.

      Allein der kriminalistische Instinkt des Hauptkommissars bewegt diesen, weiterhin an einem Bezug zwischen den beiden Fällen zu glauben. Schumann entgeht das verstörte Verhalten von David Degen, Kolyas Vater, nicht. Ohnehin glaubt dieser an eine Schuld der Therapeutin am Tod seines kleinen Sohnes, dessen Leiche nie gefunden wurde. Degen weigert sich vehement, im Fall Sebastian zu helfen. Im Gegenteil – er gibt sogar zu, selbst den Jungen entführt zu haben. Nichts kann ihn jedoch bewegen, sein Versteck zu verraten. Dabei läuft den Kommissaren die Zeit davon … (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 31.10.2008 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 28.10.2008 SRF 1
    • Staffel 3, Folge 5 (60 Min.)
      Bild: ZDF
      Zwischen den Welten (Staffel 3, Folge 5) – © ZDF

      Die Sonne steht bereits tief im Horizont. Ihre Strahlen streifen die Baumkronen, die sich im leichten Wind wiegen. Kein Motorengeräusch weit und breit. Es ist ein idyllisches Stückchen Wald weitab der Großstadt, durch das sich Hauptkommissar Schumann und sein Team den Weg bahnen. Auf einer Lichtung steht bereits ein Schutzzelt, das eine Grube und auch verstreute, teilweise noch mit Bekleidungsresten versehene Knochen abdeckt. Tiere haben wenige Stunden zuvor eine Leiche ausgegraben. Ein grausamer Anblick, denn der weibliche Körper muss an dieser Stelle bereits vor Monaten vergraben worden sein. Eine deutliche Schädelfraktur lässt keine Zweifel zu: Die Frau wurde erschlagen.

      Die Identität der Ermordeten stellt die Ermittler bald vor große Rätsel. Der in der Kleidung eingestickte Name Anna Baier und das geschätzte Alter der Toten führen Schumann und sein Team zwar schnell in eine noble Gegend von Berlin. Doch die wohlhabenden Eltern bezweifeln sofort und vehement, dass es sich um ihre Tochter handeln könnte. Denn diese halte sich derzeit im Rahmen ihres Studiums zu einem Praktikum an einer privaten Business School in Dubai auf. Nur missmutig lässt Martina Baier, eine durch langjährige Krankheit an den Rollstuhl gefesselte Frau, die Recherchen der Kommissare im Leben ihrer abwesenden Stieftochter zu. Ihr Ehemann Jochen Baier, ein angesehener Staatssekretär, ist sogar empört, resigniert jedoch angesichts der eindeutigen Ergebnisse des DNA-Vergleichs.

      Die Ermittler erhalten den Hinweis, dass Anna Baier in einer heruntergekommenen Kneipe im nicht wirklich schönsten Teil der Stadt gearbeitet, und zudem ein Verhältnis mit dem dubiosen Kneipenwirt hatte. Jan-Ole Gerster weigert sich allerdings, mit dem Tod der Studentin in Verbindung gebracht zu werden. Schließlich habe er sie wirklich geliebt. Die Recherchen Schumanns sind von der Frage geleitet, was die junge Frau dazu veranlasste, ein Leben in solchen Gegensätzen zu führen. Erst als die Kommissare den jungen argentinischen Studenten Victor kennen lernen und der tatsächlich zugibt, seit einigen Monaten Annas Freund gewesen zu sein, setzt sich das Puzzle des Falls nach und nach zusammen. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 08.05.2009 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 05.05.2009 SRF 1
    • Staffel 3, Folge 6 (60 Min.)
      Bild: ZDF
      Zerschlagene Träume (Staffel 3, Folge 6) – © ZDF

      Auf der Leinwand läuft ein Video in Endlosschleife, mit Handy aufgenommen – verwackelt: im Vordergrund sieht man schemenhaft die Kapuze eines Shirts, das Gesicht darunter ist verborgen. Deutlich zu erkennen dagegen ist eine junge Frau, die mit schreckhaft aufgerissenen Augen in die Kamera starrt. Dann holt ein Arm aus. Der kugelförmige Gegenstand in der Hand trifft hart auf den Kopf der Frau, ihr Körper sackt weg. Sichtlich geschockt schauen Bruno Schumann und seine Kollegen auf das grausame Geschehen, das ihnen via Internet zugespielt wurde. Am Abend zuvor wurde Daniela Olbert erschlagen aufgefunden, in unmittelbarer Nähe eines Berliner Polizeipräsidiums.

      Den Kommissaren ist das neue Phänomen roher Gewalt längst bekannt: „Happy Slapping“ nennen es zumeist jene Jugendlichen, die sich eher wahllos ihr Opfer aussuchen, dann zuschlagen, während eine Handykamera alles festhält. Bislang hatten diese willkürlichen Attacken jedoch zu keinen tödlichen Verletzungen geführt. Mit einiger List gelingt es den Ermittlern sich in diese Szene einzuschleusen. Dabei stoßen Schumann und sein Team auf zwei junge Männer, berüchtigt für ihre brutalen Schläge mit Billardkugeln. Paul Brandt und Tim Joswig sind allerdings auch leidenschaftliche Musiker. Ihre Lieder nehmen sie derzeit im Proberaum eines Clubs auf, in dem regelmäßig Talentwettbewerbe organisiert werden. An einem ähnlichen Wettbewerb hatte auch Daniela Olbert am Abend vor ihrem Tod gesungen. Die hübsche Frau nannte sich Donna. Paul und Tim waren fasziniert von ihrer Ausstrahlung und Musik. Den Ermittlern verraten sie aber nur widerwillig, Donna tatsächlich gekannt zu haben. Allem voran streiten beide vehement ab, Schuld an ihrem Tod zu tragen.

      Donnas großer Traum war eine Karriere als Sängerin. Dafür hatte die junge Frau ihre Vergangenheit komplett hinter sich gelassen. Ihr Talent hatte in der Tat die Aufmerksamkeit einiger Musikagenten auf sich gezogen. Wolfgang Hutter, derzeitiger Manager von Paul und Tim, schien dabei besonders von Donnas Performance angetan. Als plötzlich Donnas Vater Walter Olbert auftaucht und behauptet, dass nicht nur seine Tochter von zu Hause weggelaufen, sondern auch seine Frau Sonja seit nunmehr einigen Tagen verschwunden ist, offenbaren sich für Schumann weitere und neue Zusammenhänge. Da er sich eingehend mit der Geschichte der offenbar zerrütteten Familie beschäftigt, bringt er deren Tragödie zutage. Und diese führt den Hauptkommissar schließlich zur Lösung des Falls. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 15.05.2009 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 12.05.2009 SRF 1
    • Staffel 3, Folge 7 (60 Min.)
      Bild: ZDF
      Mauer im Kopf (Staffel 3, Folge 7) – © ZDF

      Den Reisebus der ‚Fun-Tours‘ umzäunt bereits ein Absperrband, als Hauptkommissar Bruno Schumann in diesen hineinsteigt. Am Steuer lehnt noch die in sich zusammengesunkene Leiche des Busfahrers. Eine klaffende Wunde am Hintergrund zeugt von der Brutalität, mit der dieser erschlagen wurde. Es ist ein schauriges Bild, das sich die Gruppe US-Touristen, die sich um den Reisebus drängeln, offenbar nicht entgehen lassen will. Sie kannten Frank Müller. In seinem Bus hatte er sie noch am Tag zuvor zu den sehenswürdigen Stätten Berlins gefahren. Die meisten der Reisegruppe haben eine deutsche Vergangenheit und sind auf der Suche nach Spuren aus jener Zeit. Dass Frank Müller ausgerechnet an der Gedenkstätte vor den Überresten der Berliner Mauer sterben musste, erscheint Schumann kaum ein Zufall.

      Schumann und seine Kollegen Henry und Jana beginnen sofort mit den Recherchen über das Leben des Opfers. Frank Müller pflegte offenbar einen extravaganten Lebensstil, der mit den Einkünften eines Busfahrers nicht zu vereinbaren war. Auch seine eindeutig sexuellen Verhältnisse zu vielen Frauen unterschiedlicher Reisegruppen lassen die Ermittler staunen. Bei der Befragung der Touristen, die zuletzt von ihm gefahren wurden, stellen sich schnell Hindernisse in den Weg. Die Staatsangehörigkeit der Reisegruppe erlaubt es in der Tat nicht, diese ohne Anwesenheit der Staatsanwaltschaft zu befragen. Kostbare Zeit verstreicht, bis ausgerechnet gegen den amerikanischen Jura-Professor Joseph White erste Indizien über ein mögliches Mordmotiv ans Licht geraten: auch seine Frau konnte dem Busfahrer „Franky“ nicht widerstehen. Fortan nutzt Joseph White jede Möglichkeit, nicht mit der deutschen Justiz zu kooperieren. Reiseleiterin Solveig Fields versucht vergebens zu vermitteln. Sie weiß, unter welchem Zeitdruck Schumann steht, denn der Rückflug in die Staaten steht kurz bevor, daran lässt sich nicht rütteln. Auch Solveig Fields will ihren Aufenthalt nicht verlängern, allein schon weil Ihr Sohn Martin sich in Berlin langweilt.

      Als sich herausstellt, dass Müller kurz vor seinem Tod mit dem Immobilienmakler Kolja Sander telefonierte und dieser verrät, er sei von Müller erpresst worden, führen die Spuren zurück in die Vergangenheit, in die Jugend der beiden unter dem freiheitsraubendem Regime der DDR. Eine Vergangenheit, von der auch die deutschstämmigen US-Touristen nicht unberührt blieben. Hatte Schumann etwa doch mit seiner anfänglichen Vermutung recht und der Tatort ist auch als Hinweis auf das Tatmotiv zu verstehen? (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 22.05.2009 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 19.05.2009 SRF 1
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    • Staffel 3, Folge 8 (60 Min.)
      Bild: SF1
      Die Kronzeugin (Staffel 3, Folge 8) – © SF1

      Es ist ein ruhiger, beinahe romantischer Ort am Rande Berlins. Das geschäftige Treiben der Großstadt erreicht diese kleine Gemeinde kaum. Besonderes Aufsehen erregt daher das große Polizeiaufgebot, das auf dem Grundstück hinter dem Gotteshaus einen Tatort absperrt. Dort liegt im Gras eine Frau. Zweifelsohne wurde sie an dieser Stelle erschossen. Karin Vorwinkel hatte die Kirche soeben verlassen. Die Proben des Kirchenchores waren beendet, so dass die Frau offenbar allein zurückblieb. Die Notenblätter des geprobten Stückes liegen sorgfältig gefaltet in ihrer Tasche. Dazu auch ein anderer kleiner Gegenstand, der Hauptkommissar Schumann Staunen lässt: Karin Vorwinkel trug ein Springmesser bei sich.

      Die kleine Familie der Ermordeten führte bislang ein bescheidenes, gar zurückgezogenes Leben. Gerd Vorwinkel kann kaum einen Grund nennen, warum seine Ehefrau ein derartiges Messer besitzen sollte. Allerdings weiß er aus ihrer Vergangenheit nur wenig zu berichten. Einzig eine antike Kette mit Amulett erinnert an Karins Jugend. Tatsächlich sollte niemand je über diese turbulenten Jahre erfahren, als sie eigentlich noch Susanne Sonntag hieß und aktiv bei Aktionen der RAF mitwirken sollte. Die Akten über Karin Vorwinkel liefern Bruno Schumann und seinen Kollegen rasch erste Erkenntnisse über die wahre Identität der knapp 40-jährigen Mutter, gleichzeitig aber auch ein anschauliches Motiv, das womöglich den Täter veranlasst hatte, diese zu töten. Denn Karin war nunmehr im Zeugenschutzprogramm des BKA. Sie hatte vor 17 Jahren durch ihre Aussage einen terroristischen Anschlag verhindert, aber auch dazu beigetragen, dass einige der führenden Mitglieder der RAF eine langjährige Gefängnisstrafe verbüßen mussten. Einer von ihnen, Timo Auer, wurde vor einer Woche aus der Haft entlassen. Natürlich gerät dieser sofort ins Visier der Ermittler, doch offenbar können weder er noch die anderen aus der damals verhafteten Gruppe mit dem Mord in Verbindung gebracht werden.

      Im Gegensatz zum vollkommen ahnungslosen Gerd Vorwinkel interessieren die Ereignisse um Karins RAF-Vergangenheit ihren Sohn Sebastian sehr. Mit dessen Trotz und Zorn über den Tod der Mutter, aber auch mit den eher radikalen Ansichten über Polizei und Staat wird Hauptkommissar Bruno Schumann einige Male konfrontiert. Dabei scheint Sebastian allem voran von Peter Klaaßen, in dessen Verlag er gerade ein Praktikum macht, stark beeinflusst. Das auf Sebastians Schreibtisch aufgeschlagene Nachrichtenmagazin mit dem alten Foto der RAF-Gruppe verrät jedoch, dass der Junge auf diesem weitaus mehr erkannt hat, als den Kommissaren zunächst bewusst ist. Das vor beinahe zwanzig Jahren aufgenommene Foto scheint der Schlüssel für die Ermittlungen zu sein … (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 29.05.2009 ZDF
      Original-Erstausstrahlung: Di 26.05.2009 SRF 1
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