Was liest du?

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    • Staffel 4, Folge 1 (45 Min.)
      Bild: WDR
      Harald Schmidt (Staffel 4, Folge 1) – © WDR

      Sarah Kuttner: Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens.

      Tilman Spengler: Wenn Männer sich verheben.

      Es ist eine lieb gewordene Tradition: Wenn die Adventszeit naht, kann „Was liest Du?“ nicht weit sein. In diesem Jahr ist die lange Buchnacht im WDR Fernsehen besonders lang – satte 45 Minuten. Jürgen von der Lippe und seine prominenten Gäste nutzen die Zeit an den vier Samstagen sinnvoll, greifen genüsslich zur Lesebrille und stellen ihre ,,komischen“ Lieblingsbücher auf derart fulminante Weise vor, dass die Zuschauer anschließend vor einer schwierigen Entscheidung stehen: Lese ich die Bücher selbst? Verschenke ich sie zu Weihnachten? Oder mache ich gar beides? Eines ist jedenfalls sicher: ,,Was liest Du?“ weckt die Lust aufs Vorlesen. Und das ist gerade an langen Winterabenden nicht die schlechtste Art der Freizeitgestaltung. Als ersten Gast der ,,Was liest Du?“-Saison 2006 begrüßt Jürgen von der Lippe niemand geringeren als Harald Schmidt. Er legt dem Publikum das Buch einer besonders wortgewaltigen Kollegin ans Herz: Sarah Kuttners ,,Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens“, einen Sammelband mit Kolumnen aus der Süddeutschen Zeitung und dem Musikexpress. Mit ausgeprägter Vorliebe für verblüffend sinnfällige Wortneuschöpfungen und extrem waghalsige Gedankenketten stellt sich die Fernsehmoderatorin den wichtigen Fragen des Lebens: Ist Grillen Breitensport oder Brauchtum? Kann man in einem auf Ebay ersteigerten Erbseneintopf wirklich die Silhouette der Klitschko-Brüder nach einem Kampf erkennen? Und was wird besser? Für die Vermutung, dass Harald Schmidt das Buch tatsächlich schon mal gelesen hat, gibt es übrigens ein ernst zu nehmendes Indiz: Er hat den Klappentext geschrieben bzw. auf den Anrufbeantworter der Autorin diktiert. Sein Fazit: ,,Sarah Kuttner ist der Beweis: Es gibt auch Frauen, die es können.“ Jürgen von der Lippe indes pflegt auch in der neuen Staffel von ,,Was liest Du?“ seinen Ruf als Hypochonder und empfiehlt den geneigten Zuschauern Tilman Spenglers ,,Wenn Männer sich verheben. Eine Leidensgeschichte in 24 Wirbeln“. Der am Lendenwirbelsäulen-Syndrom – schnittig: LWS-Syndrom – leidende Spengler (,,Lenins Hirn“) schreitet literarisch Wirbel um Wirbel die Stationen seines Leiden ab, berichtet kenntnisreich von den abenteuerlichsten Methoden, gegen den Schmerz anzukämpfen, und gewährt abgrundtiefe Einblicke in die Seele eines gekrümmten Mannes. Schließlich ist es nicht nur physisch enorm belastend, wenn die LWS aus den Fugen gerät und einst aufrechte Kerle ernüchtert feststellen müssen: Die Welt aus den Angeln heben war gestern – heute dreht sich mein Leben um Angorafelle, Aerobic-Übungen und Feldenkrais-Kassetten. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 25.11.2006 WDR
    • Staffel 4, Folge 2 (45 Min.)

      Douglas Adams: Die letzten ihrer Art.

      Cark Hiaasen: Der Reinfall.

      Wenn es Winter wird und dunkelt, schneit und stürmt, dann greift der Mensch besonders gern zum Buch. Bloß zu welchem? Jürgen von der Lippe leistet Entscheidungshilfe: In „Was liest Du?“ stellen er und seine prominenten Gäste ihre „komischen“ Lieblingsbücher vor. Durch die „lange Buchnacht“ (J.v.d.Lippe) des WDR Fernsehens – Sendedauer: 45 Minuten – wird Jürgen von der Lippe diesmal von Annette Frier begleitet. Sie erinnert an den 2001 verstorbenen Douglas Adams, den Schöpfer der Kultsatire „Per Anhalter durch die Galaxis“. Die Schauspielerin und Comedy-Darstellerin hat sich allerdings nicht für Adams’ berühmtestes und kommerziell erfolgreichstes Werk entschieden, sondern für das Buch, auf das er besonders stolz war: „Die letzten ihrer Art – Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde“. Wann immer Adams gefragt wurde, für welchen Beruf er sich entscheiden würde, wenn er noch einmal die Wahl hätte, antwortete er: Zoologe. In den 80ern Jahren ergab sich für ihn die Möglichkeit, seine schriftstellerische Tätigkeit und seinen Traumjob unter einen Hut zu bringen: Gemeinsam mit dem Zoologen Mark Carwardine reiste er in die abgelegensten Regionen unseres Planeten, um akut vom Aussterben bedrohte Tiere zu beobachten. Eigentlich ein todernstes Thema. Allerdings nicht, wenn der Chronist dieser Expeditionen Douglas mit Vor- und Adams mit Nachnamen heißt. Sein sehr spezifischer Humor sorgt dafür, dass auch Menschen mit eher neutralem bis gespaltenem Verhältnis zu nachtaktiven Lemuren, menschenfressenden Echsen und blinden Delfinen dieses Buch lieben lernen. Bleibt natürlich die Frage, welche Tiere es Annette Frier besonders angetan haben. Der seltenste und sexuell gestörteste Falke der Welt? Der dickste und daher flugunfähigste Papagei aller Zeiten? Oder doch die Vögel, die sich – oh Launen der Natur – für Menschen halten? Aussterben: Das ist in etwa das Schicksal, das sich Charles Regis Perrone, Chaz genannt, für seine Gattin Joey wünscht. Also schubst er sie vor den Küsten Floridas von einem Luxuskreuzschiff in den Golfstrom und schaut ab sofort wesentlich gelöster in die Zukunft. Dumm ist nur, dass ihm ein entscheidendes biografisches Detail seiner Ehefrau völlig entgangen ist: Sie war früher Leistungsschwimmerin. Und sinnt nach ihrer gänzlich unerwarteten Rettung nun auf furchtbare Rache. Wie sich die Dinge daraufhin entwickeln, das hat Jürgen von der Lippe so außergewöhnlich gut gefallen, dass für ihn klar war: Carl Hiaasens Krimi-Satire „Der Reinfall“ ist ein Muss für „Was liest Du?“. Als Reporter und Starkolumnist des Miami Herald und Schöpfer kultisch verehrter Krimimalromane („Unter die Haut“) hat es Hiaasen immer wieder geschafft, auf gnadenlos spannende und witzige Weise dem Establishment Floridas Saures zu geben. Das gelingt ihm auch mit „Der Reinfall“, ein Buch, über das die „Krimiwelt-Bestenliste“ schrieb: „Schrill, durchgedreht, bester Hiaasen, zum Brüllen komisch.“ Na denn. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 02.12.2006 WDR
    • Staffel 4, Folge 3 (45 Min.)
      Bild: WDR
      Ralf Schmitz (Staffel 4, Folge 3) – © WDR

      Arto Paasilinna: Im Jenseits ist die Hölle los.

      Sue Townsend: Adrian Mole und die Achse des Bösen.

      Es weihnachtet sehr, und prompt sehnt sich der Mensch nach ein wenig Kontemplation und Besinnlichkeit. Da ist er bei Jürgen von der Lippe genau richtig. In der heutigen Ausgabe von „Was liest Du?“ geht der bekennende Bücherfreund unter anderem der Frage nach, was nach dem Tod kommt, und er gewährt seinen Zuschauer inspirierende Einblicke in die komplexe Gedankenwelt des 34 3/4 Jahre alten Vorzeige-Intellektuellen Adrian Mole. Durch die lange Buchnacht im WDR Fernsehen wird Jürgen von der Lippe diesmal von einem Mann begleitet, der mit Fug und Recht behaupten kann: Draußen vom Walde komme ich her. Denn dort spielte er an der Seite Ottos einen Zwerg. Und weil Ralf Schmitz als Comedian und Schauspieler auch sonst die Leute sehr gerne zum Lachen bringt, ist er bei „Was liest Du?“ genau richtig. „Adrian Mole und die Achse des Bösen“ heißt sein aktuelles „komisches“ Lieblingsbuch, das er dem Publikum ans Herz legen möchte. Mit den Tagebüchern des ebenso nachdenklichen wie unverbesserlichen Adrian Mole gelang der Britin Sue Townsend der internationale Durchbruch. Nach Bestsellern wie „Das Intimleben des Adrian Mole, 13 3/4 Jahre“ und „Die neuen Leiden des Adrian Mole“ ist der eigenwillige Held im Rahmen seiner Möglichkeiten erwachsen und außerdem ein riesiger Tony-Blair-Fan geworden. Als der Premierminister verkündet, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge, die beispielsweise Zypern in kürzester Zeit erreichen könnten, ist Mole alarmiert: Ausgerechnet auf Zypern wollte er Urlaub machen. Die Ferien sind damit gestorben. Doch das Reisebüro stellt sich quer: Es fordert von Adrian Mole Beweise. Ob Tony Blair ihm tatsächlich das gewünschte Dokument -“handschriftlich reicht völlig aus“ – zuschicken wird? Natürlich gibt es noch viele andere brandheiße Themen, die den Tagebuchschreiber nicht ruhen lassen: postmoderne Katzengedichte, die Wohnungseinrichtung Mahatma Gandhis … Zurück zur eingangs gestellten Frage, was den Menschen – hier insbesondere einen Finnen – nach dem Tod erwartet. Die Antwort kann der Held aus Arto Paasilinnas haarsträubend komischem Roman „Im Jenseits ist die Hölle los“ nur deshalb beantworten, weil er mitten auf der Straße etwas zu intensiv einer hübschen Frau nachgeschaut hat. Exitus. So richtig zur Ruhe kommt der frisch aus dem Leben geschiedene Journalist dennoch nicht. Erfreut stellt er fest, dass man im Jenseits mit unvorstellbarer Geschwindigkeit durch die Gegend reisen und Leute kennen lernen kann, denen man schon immer mal persönlich begegnen wollte. Jesus zum Beispiel. Sogar das Flirten klappt noch. Kurzum: Es gibt viel zu erleben nach dem Leben. Und weil Kultautor Arto Paasilinna mit gewohnt überschäumender Phantasie und geistreichem Witz zu Werke geht, stellt sich die spannende Frage: Für welche Passagen wird sich Vorleser Jürgen von der Lippe am 09. Dezember bloß entscheiden? (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 09.12.2006 WDR
    • Staffel 4, Folge 4 (45 Min.)

      William Kotzwinkle: Ein Bär will nach oben.

      Max Goldt: Für Nächte am offenen Fenster

      Ein Bär im Literaturbetrieb, ein Kolumnenschreiber, der sich unter anderem Gedanken über Quitten zwischen Emden und Zittau und darüber macht, ob Claudia Schiffers Schwester schwitzte – in „Was liest Du?“, der langen Büchernacht im WDR Fernsehen, wird wieder einiges geboten. Diesmal begrüßt Gastgeber Jürgen von der Lippe die Humorfachfrau Cordula Stratmann, die man regelmäßig in der „Schillerstraße“ antrifft und manchmal auch „Annemie Hülchrath“ nennen darf. Heute erhält sie die Möglichkeit, ihr „komisches“ Lieblingsbuch vorzustellen, und was macht sie? Greift hundertprozentig geschmackssicher zu Max Goldts Sammelband „Für Nächte am offenen Fenster“. Gut so. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 16.12.2006 WDR

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