Internationale TV-Tops 2018: Von den Simpsons bis zum Doctor

    Ein Rückblick auf die internationalen TV-Höhepunkte

    Bernd Krannich – 29.12.2018, 18:00 Uhr

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    Die folgenden Serien haben uns im Jahr 2018 besonders Spaß gemacht oder zum Nachdenken angeregt.

    Unterhaltsame Serien des Jahres 2018
    Das American Film Institute kürte folgende zehn Serien zu den herausragenden des Jahres: „The Americans“ (FX), „American Crime Story: The Assassination of Gianni Versace“ (FX), „Atlanta“ (FX), „Barry“ (HBO), „Better Call Saul“ (AMC), „The Kominsky Method“ (Netflix), „The Marvelous Mrs. Maisel“ (Amazon), „Pose“ (FX), „Succession“ (HBO) und „This Is Us“ (NBC) (Angabe in lexikalischer Reihenfolge, das AFI vergibt keine weiteren Ränge). Amazon Studios
    Schon vor dem Serienstart die neue „Lieblingsserie der Herzen“: Patrick Stewart erzählt für den Streaming-Dienst CBS All Access wohl 2019 die Lebensgeschichte von Jean-Luc Picard weiter. Vermutlich eine der mit der größten Spannung erwarteten neuen Serien des Jahres 2019. Paramount
    Kreativ auf der Höhe verabschiedeten sich „The Americans“. Versöhnlich auch der Emmy-Abschied für das oft übersehene Drama des Senders FX: Matthew Rhys und das Drehbuch für das Serienfinale aus der Feder der Showrunner Joel Fields und Joseph Weisberg wurden ausgezeichnet. FX
    Ebenfalls zu gefallen wusste das Ende von „The Middle“ nach neun Staffeln. ABC hatte die letzte Staffel der Serie als Schaulaufen bestellt. Nachträglich aufgekommene Pläne eines Spin-Offs um die Figur Sue Heck wurden nach einem Personalwechsel an der Senderspitze wieder zu den Akten gelegt. ABC
    Der Erfolg der Horrorserie „Castle Rock“ nach den Motiven aus den Geschichten von Stephen King zeigt, dass es eben auf mehr ankommt, als einfach nur einen bekannten Namen zu haben: Man muss auch inhaltlich liefern. Hulu
    Ähnlich gelungen ist auch das Spin-Off „Mayans MC“ von „Sons of Anarchy“. Hier legt wieder „Sons“-Schöpfer Kurt Sutter Hand an. Eine deutsche Heimat für die neue Serie ist leider noch nicht bekannt geworden. FX
    Facebook Watch hatte in diesem Jahr eine außergewöhnliche Serie, mit der man den kreativen Durchbruch für sich in Anspruch nehmen kann: Elizabeth Olsen brilliert in der Trauer-Serie „Sorry for Your Loss“ als junge Witwe, die mit dem plötzlichen Tod ihres Mannes umgehen muss. Ihre Umwelt, deren Mitglieder sie in die eine oder andere (Trauer-)Rolle drängen wollen, hilft nur wenig. Facebook Watch
    Ebenfalls einen Achtungserfolg landen konnte YouTube mit seiner Eigenproduktion „Cobra Kai“. Das Spin-Off zum Film „Karate Kid“ von 1984 war nach einigen eher mauen Serien der kreative Durchbruch bei YouTube – wo man allerdings mittlerweile seine Strategie überdenkt und die Entwicklung neuer fiktionaler Serien auf Eis gelegt zu haben scheint. YouTube/Sony Pictures
    Mit der auf Teen-Horror getrimmten Neuauflage der Abenteuer von Sabrina Spellman, „Chilling Adventures of Sabrina“, konnte Netflix einen Erfolg landen. Hier zog aber vermutlich eher die Nähe zu „Riverdale“ als die zu den Sabrina-Abenteuern mit Melissa Joan Hart. Netflix
    Im Teenager-Drama-Bereich konnte auch die Serie „Marvel’s Cloak & Dagger“ überzeugen, deren Helden aus schwierigen Umständen stammen: Protagonistin Tandy Bowen aka Dagger (Olivia Holt) kommt aus einer verarmten Familie mit einer alkoholkranken Mutter, während Tyrone Johnson aka Cloak (Aubrey Joseph) einer schwarzen Familie entstammt, die ein Mitglied durch ungesühnte Polizeigewalt verloren hat. Hulu/Marvel Studios
    Auch YouTube lieferte mit „Impulse“ zwar eine Serie mit vordergründig phantastischen Elementen (sie basiert auf dem „Jumper“-Franchise), in deren Zentrum aber ebenfalls eine junge Frau (Maddie Hasson als Henrietta ‚Henry‘ Coles) mit ganz realen, traumatischen Erlebnissen steht: Sie war nur knapp einer Vergewaltigung entgangen. YouTube
    Eine weitere umwerfende Teenager-Geschichte erlebte ihre Erstveröffentlichung zwar bereits schon 2017 beim UK-Sender Channel 4, wurde einem großen Publikum aber erst 2018 durch die Veröffentlichung bei Netflix bekannt: Die Comicadaption „The End of the F***ing World“ um zwei eigenwillige Teenager, die aus ihrem jeweils unerträglichen Elternhaus weglaufen. Wermutstropfen: Die nahezu perfekte Miniserie wurde nach ihrem Erfolg für eine zweite Staffel verlängert. Netflix
    Mit der Science-Fiction-Serie „Altered Carbon“ gelang Netflix in diesem Jahr ein überraschend großer Erfolg (Disclaimer: Netflix veröffentlicht keine Zugriffszahlen, der „Erfolg“ kann nur an den Zuschauerreaktionen abgeleitet werden). In der Zukunft kann darin das Bewusstsein von Menschen frei zwischen unterschiedlichen Körpern transferiert werden, virtuelle Unsterblichkeit rückt für die Reichen in greifbare Nähe. Netflix
    Ebenfalls zu gefallen wusste – vor allem bei Schauspielern und TV-Kritikern – die HBO-Serie „Barry“, in der Bill Hader als Ex-Soldat und Auftragskiller durch das Schauspiel eine neue Lebensperspektive findet. HBO
    Zu HBOs prestigeträchtiger Miniserie „Sharp Objects“ mit Amy Adams kann man vor allem so viel sagen: Wer trotz des langsamen Starts bis zum Ende durchgehalten hat, war begeistert. „Don’t tell mama!“ HBO
    In „Killing Eve“ konnte Sandra Oh ihre langjährige Rolle als Herzchirurgin Dr. Cristina Yang aus „Grey’s Anatomy“ mit Leichtigkeit abschütteln. Die Serie gefällt durch komplexe Frauenfiguren, ebenfalls brillant Jodie Comer als psychopathische Killerin Villanelle, die dabei ist, ihre Fesseln abzustreifen und ihren eigenen Weg zu suchen.
    Nicht nur in den britischen Einschaltquoten wusste „Bodyguard“ übrigens zu gefallen, bei Netflix kann sich auch der deutsche Zuschauer ein Bild davon machen, wie gut gelungen diese actionreiche Miniserie ist. BBC
    Mit „Kidding“ konnte Showtime dank Hauptdarsteller Jim Carrey eine brillant melancholische Serie präsentieren, in der der Protagonist seiner durch den Tod seines Sohnes und die Machenschaften seines Vaters verloren gegangenen Welt nachtrauert. Showtime
    Kurz vor dem Jahresende ist der neue Streamingdienst DC Universe an den Start gegangen. Mit „Titans“ lieferte der Sender eine erste Serie ab, die Hoffnung auf weitere komplexe Formate macht. Allerdings muss sich die Serie vorwerfen lassen, dass sie die Haupthandlung dank zahlreicher Abschweifer nur sehr gemächlich voranbringt. DC Universe
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    Über den Autor

    Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von „The Americans“ über „Arrow“ bis „The Big Bang Theory“. Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von fernsehserien.de.

    Lieblingsserien: Buffy – Im Bann der Dämonen, Frasier, Star Trek – Deep Space Nine

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