[UPDATE] Nach Appell der Gesundheitsbehörde: „Navy CIS“, „Grey’s Anatomy“ und andere verlängern Drehpause

    Bringt neue Corona-Welle Hollywood erneut zum Erliegen?

    Bernd Krannich – 01.01.2021, 21:20 Uhr

    Ferien zwangsweise verlängert: Die Darsteller von „Navy CIS“

    Zum Wochenende hatte die Gesundheitsbehörde von Los Angeles County wegen der Corona-Situation Alarm geschlagen und die TV-Industrie dringend ersucht, Dreharbeiten aufzuschieben (fernsehserien.de berichtete). In ersten Reaktionen hat CBS TV Studios die „Weihnachtspause“ einiger Formate wie „Navy CIS“ und „Navy CIS: L.A.“ verlängert und die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA verkündet – etwas ominös – ebenfalls verlängerte Produktionspausen. Derweil hat sich in Los Angeles die Lage in der Corona-Krise erneut verschärft und ein Semi-Lockdown im südlichen Kalifornien wurde verlängert.

    Update: Weitere Produktionsstudios haben Pausenverlängerungen bestätigt: Disney Television Studios mit den Tochterfirmen ABC Signature und 20th TV pausiert bis 18. Januar („Grey’s Anatomy“, „Seattle Firefighters – Die jungen Helden“ aka „Station 19“, „American Housewife“, „Black-ish“, „Mixed-ish“, „Rebel“, „This Is Us“, „9–1–1 Notruf L.A.“, „9–1–1: Lone Star“, „Last Man Standing“, „American Crime Story: Impeachment“, „American Horror Story“, „Mayans MC“, „Big Shot“, „The Orville“ und „Love, Victor“); Universal Television pausiert im Wesentlichen bis 11. Januar („Mr. Mayor“, „Kenan“, „Good Girls“, „Noch nie in meinem Leben … “ und eine HBO-Max-Comedy namens „Hacks“; „Brooklyn Nine-Nine“ pausiert bis 18. Januar); ebenso Sony Pictures Television („Die Goldbergs“, „Atypical“) und Warner Bros. TV („All American“, „Bob ❤ Abishola“, „B Positive“, „Call Me Kat“, „Mom“, „Shameless“ und „You – Du wirst mich lieben“). Verlängerte Pausen erlauben laut WBTV auch zehntägige, eigenverantwortliche Quarantänen für diejenigen, die über die Feiertage gereist waren. Daneben würden trotz Drehpause die regelmäßigen Corona-Tests der Produktionsstudios fortgeführt.

    Aktuell ist die Lage in Los Angeles in der Corona-Krise als dramatisch zu bezeichnen. Verdeutlicht wird das abseits von Infektions-Zahlen dadurch, dass im dicht bevölkerten, südlichen Kalifornien die Kapazitäten an freien Betten in Notaufnahmen auf „0 Prozent“ beziffert werden. Obwohl Film-Produktionen in Los Angeles weiter zu den erlaubten Unternehmungen gehören, hatte das Gesundheitsamt die Industrie ersucht, die üblichen Drehpausen über Weihnachten und den Jahreswechsel zu verlängern – auch mit Hinsicht auf die angelaufenen Corona-Impfungen sei das eine zeitlich begrenzte Perspektive, um die aktuelle Situation zunächst zu entschärfen. Am Montag hatten die Behörden die aktuell geltenden (und zunächst bis Dienstag begrenzten) Einschränkungen des öffentlichen Lebens („Stay-at-Home“-Order) bis zum 16. Januar verlängert.

    Als erstes Produktionsstudio hat laut Deadline CBS TV Studios am Montag offiziell reagiert und den für 4. Januar angesetzten Produktionsbeginn von fünf Serien um eine Woche auf den 11. Januar aufgeschoben (neben den beiden „Navy CIS“-Serien auch „SEAL Team“, „Why Women Kill“ und „Tagebuch einer zukünftigen Präsidentin“). An dem Datum ist auch der Produktionsstart weiterer CBS-TV-Serien weiterhin angesetzt.

    Auch die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA unter Präsidentin Gabrielle Carteris hatte in einer Mitteilung an ihre Mitglieder in Los Angeles ebenfalls bekräftigt, dass die meisten Produktionen bis zur zweiten oder dritten Januar-Woche pausieren, wenn nicht sogar länger (also 11. oder 18. Januar). Letztendlich liegt die Entscheidung darüber hauptsächlich bei den Produktionsstudios, die Gewerkschaft könnte allenfalls einen Boykott „anordnen“.

    Allerdings gab die Gewerkschaft an, dass man mit den Industrievertretern in Kontakt stünde, ebenso mit Gesundheitsexperten und den Schwester-Gewerkschaften in der Filmindustrie. Man beobachte die Entwicklung und den Mangel an Intensivbetten mit Sorge. Gleichzeitig bemühte sich die Gewerkschaft zu versichern, dass die von ihr mitgetragenen „Corona-Standards“ bei Dreharbeiten für höchste Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen würden. Etwa dadurch, dass frühzeitig vor dem erneuten Drehbeginn ausreichend Corona-Tests durchgeführt würden. Trotzdem sollten die Schauspieler in ihrem Privatleben natürlich die gebotene Vorsicht walten lassen.

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