2026 (Folge 1770–1788)
Lorenzo Mediano: Liebesleid in den aragonesischen Pyrenäen / Ägypten: Von Tauben und Menschen / Bali: Komangs Kokos-Bananen-Kissen / Île de Ré: Vorhof zur Hölle
Folge 1770 (45 Min.)
Verbotene Liebe in einem einsamen Dorf der aragonesischen Pyrenäen: Der von Lorenzo Mediano geschriebene Roman „La escarcha sobre los hombros“ (wörtlich: Raureif auf den Schultern) ist Volksmärchen und politische Fabel zugleich.Bild: Elephant Doc(1): Lorenzo Mediano: Liebesleid in den aragonesischen Pyrenäen Lorenzo Mediano ist ein spanischer Arzt, Survival-Trainer und Autor, dessen Werke noch auf eine deutsche Übersetzung warten. Sein 1998 erschienener Roman „La escarcha sobre los hombros“ (wörtlich: Raureif auf den Schultern) ist Volksmärchen und politische Fabel zugleich. Er spielt Anfang der 1930er Jahre in einem einsamen Dorf in den aragonesischen Pyrenäen und handelt von der verbotenen Liebe zwischen einem Hirten und der Erbin einer reichen Familie. Stimmungsvoll beschreibt Mediano die Landschaft, die Stille und die unbarmherzigen Gesellschaftsnormen in der abgelegenen Bergregion Aragoniens, wo heute vermutlich niemand mehr lebt.(2): Ägypten: Von Tauben und Menschen Jeden Tag bei Sonnenuntergang wird der Himmel über Kairo zum Parkett für einen faszinierenden Tanz: Tausende von Tauben erheben sich in die Lüfte und gleiten elegant hin und her, ohne dass sich ihre Flugbahnen kreuzen. Während Tauben in anderen Ländern als „Ratten der Lüfte“ geschmäht werden, verehrt man sie in Ägypten seit jeher als „Könige des Himmels“. Die Haustaube, Columba livia domestica, ist der älteste domestizierte Vogel der Welt. Vor Jahrtausenden zählten die Ägypter zu den ersten, die in der Taube eine Verbündete sahen. (3): Bali: Komangs Kokos-Bananen-Kissen Bantal ist Indonesisch und bedeutet Kissen. In Sidemen bereitet Komang ihre Kue Bantal zu, eine süße Leckerei für Festtage. Dafür folgt sie einem präzisen Ritual: Zuerst fertigt sie den „Kissenbezug“ aus gerollten Kokosblättern. Dann gibt sie einen Mix aus Kokosraspeln, Zucker, Salz und Klebreis sowie Bananenstückchen in die Blätter. Die süßen Bissen sehen zwar aus wie Kissen, doch ihre Zubereitung ist nichts für Schlafmützen! (4): Île de Ré: Vorhof zur Hölle Heute lädt die Île de Ré Reisende zur Flucht aus dem Alltag ein. Doch im 19. Jahrhundert dachten einige dort an Flucht im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die französische Atlantikinsel war der letzte Zwischenstopp für Häftlinge vor ihrer Deportation in die fernen Strafkolonien … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 20.04.2026 arte Michela Murgia: Die weibliche Stimme Sardiniens / Anjou: Im Land der Blaugesichter / Ibiza: Estelas Fleischeintopf / Türkei: Der Tarzan von Manisa
Folge 1771 (45 Min.)Die aus Sardinien stammende Aktivistin und Autorin Michela Murgia sprengt in ihrem Roman „Accabadora“ die patriarchalische Tradition der italienischen Insel und baut sie Stein für Stein aus feministischer Sicht wieder auf.Bild: Elephant Doc(1): Michela Murgia: Die weibliche Stimme Sardiniens Die Mauern der sardinischen Ortschaft Cabras erinnern an die hier geborene und früh verstorbene Michela Murgia. Die italienische Aktivistin und Autorin schrieb sich 2009 mit ʺAccabadoraʺ in die Herzen von Leserinnen auf der ganzen Welt. In ihrem Roman sprengt sie die patriarchalische Tradition Sardiniens und baut sie Stein für Stein aus weiblicher Sicht wieder auf. Sie definiert die Familie und die Grenzen des Heiligen neu. Auf berührende Weise verbindet Murgia modernes und archaisches Italien, Feminismus und Katechismus, Patchwork-Familie und Blutsbande, Lebenskraft und letzten Atemzug.(2): Anjou: Im Land der Blaugesichter Vor über zehn Jahren wurde in Anjou die letzte Schiefergrube Frankreichs geschlossen. Den ehemaligen Minenarbeitern, die sie hier liebevoll „Gueules Bleues“ („Blaugesichter“) nennen, bleibt nur noch die Erinnerung. In dieser taucht unweigerlich das immergleiche Bild der dunklen Grube auf. Im 20. Jahrhundert war Anjou der weltweit größte Schieferproduzent. Und dieses Erbe lebt weiter, denn der blaue Stein hat die Menschen, ihre Arbeit und ihre Region zusammengeschweißt. (3): Ibiza: Estelas Fleischeintopf Estela stammt aus Ibiza und hat das Kochen im Blut. Zum Klang traditioneller Musik bereitet sie einen deftigen Fleischeintopf zu. Zuerst setzt sie eine Brühe aus Huhn und Lamm auf. Während die Brühe köchelt, brät Estela Knoblauch und Scheiben von Blut- sowie Hartwurst an, gibt das Fleisch aus der Brühe sowie Paprikawürze hinzu, gießt mit Saft auf und fügt gewürfelte Ofenkartoffeln dazu. Ein Stück Heimat auf dem Teller! (4): Türkei: Der Tarzan von Manisa Über der Stadt Manisa, in den weiten Wäldern des Berges Sipylos, hauste eine lebende Legende: der türkische Tarzan! Mit nacktem Oberkörper, gebräunter Haut und einem Bart wie ein Prophet erlangte dieser originelle Geselle bald nationale Berühmtheit … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 21.04.2026 arte James Krüss: Helgoland, das verlorene Kindheitsparadies / Mailand: Mit Mode scherzt man nicht / Montenegro: Dragans Kalbfleisch aus dem Schmortopf / Japan: Geheimwaffe Fuchs
Folge 1772 (45 Min.)Im japanischen Volksglauben ist er mal wohlwollend, mal hinterhältig. Im Zweiten Weltkrieg wurde er sogar als Waffe eingesetzt: der Fuchs.Bild: Elephant Doc(1): James Krüss: Helgoland, das verlorene Kindheitsparadies Sein Leben lang hegte der Schriftsteller und Dichter James Krüss eine freudige und zugleich schmerzhafte Sehnsucht nach seiner Heimatinsel Helgoland. Das kleine Paradies seiner Kindheit, das durch den Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, sollte er nie wiederfinden. Nachdem er zu einem der beliebtesten Jugendbuchautoren Deutschlands geworden war, machte sich Krüss daran, seine verlorene Insel neu zu erschaffen. In seinen Werken verwandelte der im Exil lebende Schriftsteller Helgoland in eine Fabelwelt schillernder Figuren und poetischer Abenteuer.(2): Mailand: Mit Mode scherzt man nicht In Mailand wird Mode wie eine Wissenschaft gelehrt. In den Schulen der Stadt arbeiten Tausende von Studierenden daran, die Trends von morgen zu entwerfen. Im Blitzlichtgewitter zeigt jeder seinen Look und achtet auf das kleinste Detail. Ganz Italien ist stolz auf sein Modebewusstsein. Doch die Mailänderinnen und Mailänder verkörpern eine ganz besondere Eleganz. Dank ihrer industriellen Geschichte und ihres legendären Geschäftssinns haben sie einen Stil geprägt, der mit ihrer Identität verschmolzen ist. (3): Montenegro: Dragans Kalbfleisch aus dem Schmortopf In Herceg-Novi bereitet Dragan Kalbfleisch im Sač zu, einem Kochgeschirr mit jahrhundertealter Tradition. Zuerst würzt er das Fleisch mit Salz, einer Pfeffermischung und Rosmarin. Dann gibt er es mit Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und etwas Wasser in einen großen Schmortopf und stellt ihn in einen 200 Jahre alten Ofen. Serviert wird das Gericht mit einem Löwenzahnsalat, Olivenbrot und einem montenegrinischen Volkslied. (4): Japan: Geheimwaffe Fuchs Manch einer lässt sich vom weichen Fell, der spitzen Schnauze und den verschmitzten Augen täuschen, doch der Fuchs hat mehr als einen Trick auf Lager! Im japanischen Volksglauben ist er mal wohlwollend, mal hinterhältig. Im Zweiten Weltkrieg wurde er sogar als Waffe eingesetzt … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 15.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 22.04.2026 arte Bruno Podalydès: Eine Nacht in Versailles / Tasmanien: Strafkolonie unter freiem Himmel / Madrid: Juans Eintopf / Polen: Der Bierkrieg
Folge 1773 (44 Min.)Im polnischen Wrocław gilt Bier schon seit dem Mittelalter als das Getränk für gesellige Abende. Doch Ende des 14. Jahrhunderts schlug die Geselligkeit in Feindseligkeit um, und der Hopfensaft löste sogar einen Krieg aus.Bild: Elephant Doc(1): Bruno Podalydès: Eine Nacht in Versailles Versailles steht für Pracht, Reichtum und königliche Maßlosigkeit. Die Stadt bei Paris verkörpert eine bestimmte Vorstellung von Gediegenheit und steht damit im Gegensatz zum fantasievollen, unprätentiösen Werk von Bruno Podalydès, der aus Versailles stammt und diese Klischees gekonnt auf den Kopf stellt. Der Schauspieler und Regisseur macht seinen Geburtsort zu einem riesigen Spielfeld, dessen Einwohner nicht mehr steif, sondern liebenswert durchgeknallt sind. In der Stadt seiner Kindheit etablierte sich Podalydès auch als Filmemacher: ʺEine Nacht in Versaillesʺ erhielt 1993 den César für den besten Kurzfilm.(2): Tasmanien: Strafkolonie unter freiem Himmel Vor der Küste Australiens liegt Tasmanien, dessen Geschichte lange Zeit totgeschwiegen wurde. Auf dem Archipel zeugt jede Straße, jede Brücke, jedes Gebäude von Leid und Entbehrung. Im 19. Jahrhundert schickte das Britische Empire mehr als 70.000 Sträflinge nach Tasmanien, um hier Zwangsarbeit zu leisten. Die Hauptinsel wurde zu einem riesigen Freiluftgefängnis, einer Kolonie, gegründet auf der Enteignung der Ureinwohner und der Ausbeutung der Sträflinge – alles zugunsten des „Mutterlandes“. (3): Madrid: Juans Eintopf In Madrid bereitet Juan einen deftigen Eintopf zu. Zunächst setzt er eine Fleisch-Gemüse-Brühe auf. Dann formt er Pilotas: Fleischbällchen, die er in Kohlblättern dämpft. Zum Schluss kocht Juan Blutwurst und Chorizo ab und macht Rellenos: Omeletts, die mit Schweinefleisch und in Brühe getränktem Brot gefüllt werden. Ein Festmahl, für das man einen gesunden Appetit und einen starken Magen braucht! (4): Polen: Der Bierkrieg Wenn es in Wrocław mit Freunden oder der Familie etwas zu begießen gibt, ist Bier das Getränk der Wahl, wie schon im Mittelalter! Doch Ende des 14. Jahrhunderts schlug die Geselligkeit in Feindseligkeit um, und der Hopfensaft löste sogar einen Krieg aus … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 16.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 23.04.2026 arte Kosovo: Kaltrina Krasniqi träumt von der Unabhängigkeit / Rouen: Jeanne d’Arc, eine weibliche Ikone / Bali: Wayans scharfes Hähnchen / Ägypten: Eine revolutionäre Messmethode
Folge 1774 (45 Min.)Hocharomatisches Festmahl: Ayam Betutu ist mit allerlei Gewürzen bestrichenes Hähnchen aus Bali.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1): Kosovo: Kaltrina Krasniqi träumt von der Unabhängigkeit „Vera träumt vom Meer“, der erste Spielfilm der kosovarischen Regisseurin Kaltrina Krasniqi, wurde 2021 bei den Filmfestspielen von Venedig vorgestellt und bei mehreren internationalen Festivals ausgezeichnet. Dabei wäre das Projekt beinahe gescheitert. In ihrem Film zeichnet Krasniqi das Porträt von Frauen im Kosovo kurz nach der Unabhängigkeit und hinterfragt ihre Stellung in der noch jungen Gesellschaft. Was die Titelheldin Vera mit all den anderen Frauen verbindet, ist der Kampf um die eigene Unabhängigkeit. (2): Rouen: Jeanne d’Arc, eine weibliche Ikone Die mittelalterlichen Gassen und Mauern von Rouen tragen ein blutiges Brandmal: Sechs Jahrhunderte nach den Geschehnissen zeugen sie vom tragischen Ende der Jeanne d’Arc, ihren letzten Augenblicken, ihrem Prozess und ihrer Hinrichtung.Doch in Rouen begann auch ihre Legende und Rehabilitierung in den Augen der Welt. Zwischen Mythen und Vereinnahmungen aller Art sind die Jahrhunderte vergangen. Und doch strahlt diese weibliche Ikone mehr denn je. (3): Bali: Wayans scharfes Hähnchen Wer Ayam Betutu zubereiten will, braucht Rhythmus im Blut! Beschwingt schnippelt Wayan Zitronengras, Schalotten, Knoblauch, Kurkuma, Ingwer und andere würzige Knollen. Dann bestreicht er ein Hähnchen mit der Gewürzmischung, legt es in einen Topf, bedeckt es mit Wasser und lässt es köcheln. Der Duft, der durch die Küche strömt, verspricht ein hocharomatisches Festmahl! (4): Ägypten: Eine revolutionäre Messmethode 331 vor Christus wurde am Mittelmeer die Metropole Alexandria gegründet. Mit ihrer großen Bibliothek sollte sie der Leuchtturm der Zivilisation werden. Das längst verschwundene Lesehaus wurde lange Zeit von einem Gelehrten geleitet, der eine revolutionäre Messmethode entwickelte … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 27.04.2026 arte Elfenbeinküste: Frédéric Bruly Bouabré, der malende Prophet / Portugal: Wenn Pferde zum Tanz bitten / Spanien: Rosas geschmorte Schweinebäckchen / Polen: Eine gesalzene Sprechstunde
Folge 1775 (45 Min.)Im portugiesischen Golegã besteht eine Verbundenheit zu einer der ältesten Reitpferderassen der Welt: dem Lusitano. Die Pferde gelten als außerordentlich wendig, mutig und intelligent und wurden ab dem 18. Jahrhundert für eine besondere Reitkunst genutzt.Bild: Elephant Doc(1): Elfenbeinküste: Frédéric Bruly Bouabré, der malende Prophet Mit 25 Jahren hatte der 1923 geborene Ivorer Frédéric Bruly Bouabré eine himmlische Offenbarung: Er sollte sein Leben der Bewahrung des afrikanischen Gedächtnisses widmen. Daraufhin erfand er ein grafisches Alphabet seiner Muttersprache Bété und zeichnete täglich Piktogramme mit erklärenden Legenden, die voll tiefsinnigen Humors den ivorischen Alltag abbildeten. Als Dichter, Maler, Forscher, Gelehrter und Prophet hinterließ Bouabré ein umfassendes und vielseitiges Werk. (2): Portugal: Wenn Pferde zum Tanz bitten In Portugal kann es schon mal vorkommen, dass man auf einer Caféterrasse einem Pferd begegnet.Denn die Tiere dürfen hier fast alles! In Golegã ist man einer der ältesten Reitpferderassen der Welt verbunden: dem Lusitano. Der Name erinnert an die römische Provinz Lusitania, die vor mehr als 2.000 Jahren einen Großteil des heutigen Portugals umfasste. Der Lusitano gilt als besonders wendig, mutig und intelligent. Ab dem 18. Jahrhundert nutzten ihn die Portugiesen für eine Reitkunst, die heute in ganz Europa anerkannt ist. (3): Spanien: Rosas geschmorte Schweinebäckchen Auf einem der größten Märkte Madrids, dem Mercado de Maravillas, kauft Rosa Schweinebäckchen. Zu Hhause bereitet sie eine Brühe zu, für die sie Zwiebeln, Paprika, Piment, Sellerie und Karotten anschwitzt. Nachdem sie das Fleisch in einer Pfanne angebraten hat, gibt sie es zum Gemüse. Es folgen eine Flasche Rotwein, etwas Honig und jede Menge Gewürze. Dann muss das Ganze bis zum Einbruch der Nacht köcheln. (4): Polen: Eine gesalzene Sprechstunde In der Nähe von Krakau erstreckt sich unter der Erde ein schier endloses Stollenlabyrinth. Hier wurde einst Salz abgebaut – das weiße Gold, das jahrhundertelang für den Reichtum des Landes sorgte. Ein Arzt war sogar davon überzeugt, dass der wertvolle Mineralstoff alle Übel heilen könnte … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 21.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 28.04.2026 arte Griechenland: Voula Papaioannou fotografiert die Besatzungszeit / München: Der erste Hippie / Argelès-sur-Mer: Simons katalanischer Tintenfisch / Türkei: Spionagehochburg Ankara
Folge 1776 (45 Min.)Zurück zur Natur: Mit dieser Devise wurde Gustav Gräser, ein mittelloser Deutscher aus Siebenbürgen, im späten 19. Jahrhundert zum Vorreiter der Hippiebewegung in Bayern.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1): Griechenland: Voula Papaioannou fotografiert die Besatzungszeit In den 1940er Jahren tauchten in Athen ganz besondere Fotos auf. Sie stammten von Voula Papaioannou, einer Pionierin der Fotografie in dem Mittelmeerland, das damals vor allem männliche Talente feierte. Papaioannou fing Schönheit nicht nur dort ein, wo sie offensichtlich war, sondern konnte auch den dunkelsten Zeiten der griechischen Geschichte des 20. Jahrhunderts noch ein Funkeln abgewinnen. Die Fotografin erlebte den gewaltsamen Alltag der italienischen und später der deutschen Besatzung. Und als ihre männlichen Kollegen an die Front zogen, blieb sie bei den Opfern und verwundeten Soldaten.(2): München: Der erste Hippie In einem Ort in Süddeutschland pflegt man bis heute die Kunst des Zusammenlebens und Gegen-den-Strom-Schwimmens. Die Bewegung geht zurück auf Gustav Gräser, einen mittellosen Deutschen, der Ende des 19. Jahrhunderts aus Siebenbürgen nach München kam. Angetrieben vom intellektuellen Wettstreit, der damals in der bayerischen Stadt herrschte, wurde er zum Propheten eines neuen Weges: Zurück zur Natur, heißt die Devise! (3): Argelès-sur-Mer: Simons katalanischer Tintenfisch Frischer als Simons gefüllte Tintenfische geht es nicht! Für das Familienrezept wäscht und schneidet der Katalane zunächst seinen Fang des Tages. Die Tentakel kommen in eine Fleischfüllung, die dann in die Tintenfische gefüllt wird. Anschließend werden diese in einer Tomatensoße gekocht, die Simon mit einer Würzpaste aus Brot, Steinpilzen, Knoblauch, Schokolade und Pinienkernen verfeinert. (4): Türkei: Spionagehochburg Ankara Im Zweiten Weltkrieg verhielt sich die Türkei neutral. In Ankara, seit 1923 Hauptstadt des Landes, befanden sich alle Botschaften auf dem Hügel von Çankaya. Briten und Deutsche beäugten und bespitzelten sich gegenseitig, während sich eine Spionageaffäre wie aus einem James-Bond-Film zusammenbraute … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 22.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 29.04.2026 arte Frankreich: Kiraz zeichnet den Pariser Chic / Sardinien: Auf der Insel der Muschelseide-Spinnerinnen / Montenegro: Damirs schwarzes Risotto / Japan: Muhammad Ali traut sich was
Folge 1777 (45 Min.)Auf der Insel Sant’Antioco vor der Küste Sardiniens wird bis heute eine der seltensten und wertvollsten Fasern verarbeitet: Muschelseide. Der Prozess ist aufwendig – vom Sammeln der Muscheln am Grund der Lagune bis zum Weben des schimmernden Stoffs.Bild: Elephant Doc(1): Frankreich: Kiraz zeichnet den Pariser Chic Im Frankreich der Nachkriegszeit und bis in die 2000er Jahre bevölkerten Les Parisiennes von Kiraz die Seiten der Zeitschriften und die kollektive Vorstellungskraft. Hinter der scheinbaren Leichtigkeit der eleganten und ein wenig frivolen Damen steckte der bissige Blick des Zeichners Edmond Kirazian, der 1923 als Sohn einer armenischen Familie in Kairo geboren wurde. Nach dem Krieg verliebte sich Kiraz in Paris und seine Bewohnerinnen. Schelmisch sezierte er die Veränderungen einer patriarchalischen Gesellschaft, die zusehends von der Emanzipation der Frauen erschüttert wurde.(2): Sardinien: Auf der Insel der Muschelseide-Spinnerinnen Vor der Küste Sardiniens liegt eine kleine Insel, auf der bis heute eine der seltensten und wertvollsten Fasern verarbeitet wird: Byssus, auch Muschelseide genannt. Die Bewohner von Sant’Antioco sammeln sie am Grund der Lagune, wo die Große Steckmuschel (Pinna nobilis) lebt. Aus ihren Fasern stellen sie einen schimmernden Stoff her. Muschelseide war früher vor allem für religiöse Würdenträger bestimmt und galt lange Zeit als Prestigeobjekt. Ihre Seltenheit und aufwendige Verarbeitung machen das Weben zu einer besonderen Kunst, die schon mehrfach beinahe in Vergessenheit geraten wäre. (3): Montenegro: Damirs schwarzes Risotto In Damirs Familie wird seit Generationen schwarzes Risotto zubereitet. Damir beginnt mit einer Fischbrühe, in der er den Reis nach und nach weichkocht. Der Tintenfisch und seine Tinte verleihen dem Gericht seine Intensität. Zum Schluss wird der kulinarische Klassiker aus der Bucht von Kotor mit Petersilie und Zitronenschale verfeinert. (4): Japan: Muhammad Ali traut sich was In Japan, dem Reich der Kampfkünste, gilt Puroresu als exzentrischer Wrestling-Ableger. Mit Tritten, Schlägen und spektakulären Stürzen verwandeln die millimetergenauen Choreographien den Ring in eine Bühne. 1976 bereitete sich das Land auf den Kampf des Jahrhunderts vor … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 30.04.2026 arte „Die Reise nach Ordesa“, eine spanische Geschichte / Burgund: Das Keramik-Tal / Bali: Putu Suars Bambushühnchen / Polen, die Wiege einer Sprache des Pazifismus
Folge 1778 (45 Min.)Timbungan stammt aus einer Zeit, in der auf Bali noch ohne Töpfe und Pfannen gekocht wurde: Hühnerfleisch wird mit einem pikant gewürzten Teig und Moringa-Blättern vermengt, in Bambusstangen gefüllt und schließlich am Feuer gegart.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1): „Die Reise nach Ordesa“, eine spanische Geschichte Den Schmerz über den Tod der Eltern verarbeitete der spanische Schriftsteller und Dichter Manuel Vilas in literarischer Form. In seinem 2018 erschienenen Roman „Die Reise nach Ordesa“ umkreist er die durch den Verlust gerissene Leerstelle und erzählt liebevoll, doch nie beschönigend, von einer ganz gewöhnlichen spanischen Familie in der Zeit des untergehenden Franco-Regimes. Ein Roman, der mit bitterer Poesie in die Vergangenheit eintaucht und von den spanischen Medien zum Buch des Jahres gewählt wurde.(2): Burgund: Das Keramik-Tal Im südlichen Burgund hat der Lehmboden die Geschichte eines ganzen Tals geprägt. Fabrikschlote veränderten die Ufer des Canal du Centre zwischen Saône und Loire, genauso wie das Leben jener Menschen, die im Zuge der Industrialisierung fortan die Brennöfen und Maschinen in den Manufakturen bedienten. (3): Bali: Putu Suars Bambushühnchen In Munduk bereitet Putu Suar ein Rezept zu, das er von seinen Vorfahren geerbt hat: Timbungan. Es stammt aus einer Zeit, in der noch ohne Töpfe und Pfannen gekocht wurde. Putu Suar stellt zuerst einen Teig her, der durch Kurkuma, Ingwer, Schalotten, Chili, Lorbeer und Koriander seinen pikanten Geschmack erhält, und vermengt ihn mit Hühnerfleisch und Moringa-Blättern. Das Ganze wird in Bambusstangen gefüllt und am Feuer gegart. (4): Polen, die Wiege einer Sprache des Pazifismus Mitte des 19. Jahrhunderts war Polen in drei Gebiete unter deutscher, österreichischer und russischer Herrschaft aufgeteilt. In den Straßen von Białystok lauschte ein Junge der Sprachensymphonie, die allerdings schnell in heftige Schimpfereien zwischen den Volksgruppen umschlagen konnte. Im Kopf desjenigen, der sich später „Doktoro Esperanto“ nennen sollte, reifte die hoffnungsvolle Idee einer Universalsprache, die Konflikte verhindern könnte. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 04.05.2026 arte Ein Amerikaner in Paris: James Baldwin, endlich frei / Tee, das Getränk der türkischen Nation / Mexiko: Adrianas Honigkrapfen / Eine Bildungspionierin in Spanien
Folge 1779 (45 Min.)Seit die junge türkische Republik vor 100 Jahren ihre Einheit und Identität auf dem Anbau und der Verarbeitung von einheimischem Tee gründete, ist der Çay das Getränk der türkischen Nation.Bild: Elephant Doc(1): Ein Amerikaner in Paris: James Baldwin, endlich frei November 1948: James Baldwin war 24 Jahre alt, als er mit 40 Dollar in der Tasche in Paris ankam. Wie andere Amerikaner vor ihm hatte er den Vereinigten Staaten und den ständigen Demütigungen den Rücken gekehrt – ein Schritt aus reinem Selbsterhaltungstrieb, wie er später sagte. In seinem zweiten, 1956 veröffentlichten Roman „Giovannis Zimmer“ erforscht er seine vielfältigen Identitäten als Schwarzer, als Amerikaner und als Homosexueller. In Baldwins Schaffen ist die Stadt keine reine Kulisse, sondern der Spiegel seines Bewusstseins und seiner Obsessionen; der Ort, aus dem er seine Figuren schöpfte und an dem er seine Stimme fand.(2): Tee, das Getränk der türkischen Nation Ein kleines Glas, in dem ein leicht bitteres, rubinrotes Getränk schimmert: In der Türkei bestimmt Tee den Tagesablauf. Der Çay ist das Symbol einer Erfolgsstrategie, denn vor 100 Jahren gründete die junge türkische Republik ihre Einheit und Identität auf Anbau und Verarbeitung von einheimischem Tee. (3): Mexiko: Adrianas Honigkrapfen In Tankuché haben Adrianas Honigkrapfen eine besondere Bedeutung: Der Honig stammt von der Stachellosen Honigbiene und gilt als Geschenk der Maya-Götter. Vor jeder Ernte wird ein Gebet gesprochen. Imkerin Adriana verrührt zunächst Mehl, Milch, Eier und Hefe zu einem Teig, der portionsweise in heißes Öl getaucht und anschließend großzügig mit Honig übergossen wird. Eine einzigartige Köstlichkeit, die tief in der Maya-Kultur verwurzelt ist. (4): Eine Bildungspionierin in Spanien Die Stadt Ferrol am Atlantik ist als Militärhafen und als Geburtsort des ehemaligen Diktators Franco bekannt. Mit ihr ist aber auch das erstaunliche Schicksal einer Pionierin in den Bereichen Bildung und Informatik verbunden, die zudem einen bahnbrechenden Gegenstand erfand … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 05.05.2026 arte José Afonso, die Stimme des portugiesischen Volkes / Saint-Denis, eine Hochburg bretonischer Brüderlichkeit / Montenegro: Nikos gegrillter Tintenfisch / Türkei: Zurück auf die Schulbank
Folge 1780 (45 Min.)Mitte des 19. Jahrhunderts ließ sich in Saint-Denis eine Gemeinschaft von Bretonen nieder. Unterbezahlt, in miserablen Wohnverhältnissen lebend und oft diskriminiert, bildeten diese neuen Fabrikarbeiter die erste Zuwanderergeneration des Pariser Vororts.Bild: Elephant Doc(1): José Afonso, die Stimme des portugiesischen Volkes Man sagt, er habe Fenster geöffnet, wo zuvor nur Mauern standen. Mit seiner sanften, unverfälschten Stimme sang José Afonso seine poetischen Texte zu allen Rhythmen, die die portugiesische Musik zu bieten hat. Sein Lied „Grândola, Vila Morena“ gab am 25. April 1974 das Signal zum Start der friedlichen Nelkenrevolution, die die vierzigjährige Diktatur von António Salazar beendete. Afonso, auch Zeca genannt, war die kämpferische Stimme des portugiesischen Volkes und sah sich im Dienste einer gerechteren Welt.(2): Saint-Denis, eine Hochburg bretonischer Brüderlichkeit Mitte des 19. Jahrhunderts ließ sich im damaligen Pariser Vorort Saint-Denis eine Gemeinschaft unbeugsamer Bretonen nieder. Unterbezahlt, in miserablen Wohnverhältnissen lebend und oft diskriminiert, bildeten diese neuen Fabrikarbeiter die erste Zuwanderergeneration der Stadt. Die lange Zeit verachteten Neuankömmlinge legten den Grundstein für eine säkulare, linksgerichtete Arbeiterhochburg, in der Solidarität und Brüderlichkeit bis heute oberstes Gebot sind. (3): Montenegro: Nikos gegrillter Tintenfisch In der Fischerstadt Tivat bereitet Niko ein Gericht zu, das mittlerweile selten geworden ist: im Ofen gegarter Tintenfisch. Zunächst spült er ihn ab und mariniert ihn mit Essig, Zitrone und Lorbeer, bevor er ihn bei geringer Hitze in Wasser köcheln lässt. Anschließend kommt der Tintenfisch mit sonnengereiftem Gemüse und dem obligatorischen Knoblauch in den Ofen. Noch etwas Petersilie darübergestreut – und schon ist die Köstlichkeit servierfertig! (4): Türkei: Zurück auf die Schulbank 1923 gründete Mustafa Kemal die Republik Türkei auf den Trümmern des Osmanischen Reiches. Neues Land, neue Hauptstadt: Ankara. Die Modernisierung schritt zügig voran und mit ihr bald auch eine neue Art des Lesens und Schreibens … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 06.05.2026 arte Paul Lynchs Irland-Odyssee / Kosovo: Gesänge erzählen die Geschichte der Albaner / Ibiza: Jaimes Tortilla / Japan: Frauen am Netz
Folge 1781 (45 Min.)Für den Dichter Paul Lynch ist Irland nicht die „grüne Insel“, sondern so dunkel wie Guinness-Bier. Sein Roman „Grace“ spielt im Irland des späten 19. Jahrhunderts und erzählt von einer Odyssee inmitten der Grausamkeit der großen Hungersnot.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1): Paul Lynchs Irland-Odyssee An der Seite eines Dichters durch die Kreise der Hölle zu wandern – dazu lädt der irische Schriftsteller Paul Lynch ein. Für Lynch, dessen dystopisches Werk „Das Lied des Propheten“ den renommierten Booker-Preis erhielt, ist Irland nicht die grüne Insel, sondern so dunkel wie Guinness-Bier. Lynchs Prosa funkelt und strahlt in dieser Finsternis. Sein dritter, 2017 erschienener Roman „Grace“ spielt im Irland des späten 19. Jahrhunderts und erzählt die Odyssee der jungen Titelheldin, die auf den Straßen des Landes die grausame Wirklichkeit einer großen Hungersnot erlebt.(2): Kosovo: Gesänge erzählen die Geschichte der Albaner Das kleine Balkanland Kosovo ist seit 2008 unabhängig, doch seine Gebiete sind seit Jahrhunderten umstritten. Eine wichtige Rolle für die Weitergabe der Geschichte spielen die sogenannten Sofras, reich gedeckte Festtafeln, die sogar einer Musiktradition ihren Namen gaben. So ist es in den Familien der Kosovo-Albaner üblich, für Hochzeiten, andere Feierlichkeiten oder Beerdigungen Sänger und Musiker zu engagieren, die die Freuden und Leiden der Menschen besingen. (3): Ibiza: Jaimes Tortilla Für Jaime ist Kochen wie Musizieren, und so bereitet er auch seine Tortillas zu. Er gart die Kartoffeln, vermengt sie mit Eiern, Zwiebeln und Knoblauch und brät die Mischung in der Pfanne. Währenddessen bereitet er einen frischen Salat vor – immer im Rhythmus der Musik. Anschließend teilt Jaime alles mit seinen Freunden in der Bar, in der er als DJ auflegt. So wird jeder Bissen zum Fest! (4): Japan: Frauen am Netz Spiel, Satz und Sieg! In Japan steht Volleyball insbesondere bei Frauen ganz oben auf der Liste der beliebtesten Sportarten. Seinen Ruf verdankt der Sport der hochkarätigen japanischen Frauenmannschaft, deren Spiel die Welt verzauberte … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 07.05.2026 arte Victor del Árbols gnadenlose Extremadura / Frankreich: Von Schafen und Menschen / Montenegro: Pashas Thunfischsteaks
Folge 1782 (45 Min.)(1): Victor del Árbols gnadenlose Extremadura Es gibt Landschaften, die unter die Haut gehen, in denen das Leben so hart ist wie der Boden selbst. Die Extremadura im Westen der Iberischen Halbinsel ist eine solche Landschaft. Hier spielt Victor del Árbols 2021 erschienener Roman „El hijo del padre“. Árbol war Seminarist und Polizist, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Heute zählt er zu Spaniens wichtigsten Krimiautoren. In dem autobiografisch inspirierten Familienepos beleuchtet er das Schicksal dreier Männergenerationen, die von Schuld und Schweigen geprägt sind. (2): Frankreich: Von Schafen und Menschen Staksige Beine, krumme Nase, raues Fell: Das Brigasque-Schaf ist nicht elegant, aber athletisch.Im Mercantour-Massiv, dem letzten Ausläufer der Südalpen vor dem Mittelmeer, fühlt es sich zu Hause. Schafe und Hirten konnten sich stets aufeinander verlassen. Gemeinsam passten sie sich den Herausforderungen einer Grenzregion an, die nacheinander provenzalisch, savoyisch, piemontesisch, italienisch und schließlich französisch war. Das Brigasque-Schaf, das einst zum Wohlstand der Region beitrug, wäre fast ausgestorben. Seine Rettung verdankt es ein paar engagierten Züchtern. (3): Montenegro: Pashas Thunfischsteaks In Tivat grillt Pasha Thunfischsteaks, die er mit seiner Community teilt. Den Thunfisch hat er frisch aus der Adria gefischt. Der Fisch wird in dicke Scheiben geschnitten, in Olivenöl und Petersilie mariniert und dann auf heißer Glut gebraten. Das Gericht wird mit einem Rote-Bete-Salat aus dem Gemüsegarten serviert und dann an einem großen Tisch gereicht. Hier finden alle Platz und lassen es sich gemeinsam schmecken! (4): Kairo: Ein blutiger Empfang Mitten in Kairo erhebt sich die Zitadelle von Saladin, eine Festung aus dem 12. Jahrhundert. In ihren Mauern fanden die größten Empfänge statt, die das Leben der Nation prägten. Anfang des 19. Jahrhunderts verwandelte sich einer davon in ein Blutbad … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 11.05.2026 arte Deutschland: Georg Philipp Telemann, Avantgardist der Barockmusik / Frankreich: Die Hüter der Loire / Mexiko: Leticias frittierte Tortillas / Dänemark: Der andere Eiserne Vorhang
Folge 1783 (45 Min.)(1): Deutschland: Georg Philipp Telemann, Avantgardist der Barockmusik In der Bekanntheitsrangliste deutscher Komponisten nimmt Georg Philipp Telemann keinen der vorderen Plätze ein. Dabei zählt er mit mehr als 3.600 Kantaten, Oratorien, Opern und Sonaten zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. Anfang des 18. Jahrhunderts brillierte Telemann als vielseitiger Musiker und versierter Geschäftsmann. Er war nicht nur ein Mann seiner Zeit, in der die deutschen Städte durch die protestantische Reformation in die Moderne katapultiert wurden, sondern auch ein Avantgardist der Barockmusik.(2): Frankreich: Die Hüter der Loire Im Anjou gibt es immer mehr Liebhaber der Loire-Schifffahrt, die Boote restaurieren oder nachbauen. Seit Jahrhunderten prägen die Schiffer das Leben dieser fruchtbaren Region am Tor zum Atlantik. Die Loire, die wichtigste Verkehrsader des Königreichs Frankreich, machte das Anjou zu einem strategischen Durchgangsort. Heute werden die alten Boote wieder zu Wasser gelassen. Die Loire-Schiffer müssen das Geschick von Fischern und das Wissen von Seefahrern beherrschen. Ihnen obliegt es, die Erinnerung an die Loire als Handelsweg zu bewahren. (3): Mexiko: Leticias frittierte Tortillas Bei Leticia sind Salbutes Familiensache! Rezept und Zubereitung der frittierten Maistortillas werden von einer Generation an die nächste weitergegeben. Zunächst wird ein Hähnchen mit Habanero-Chili gekocht und dann mit Recado, einer aromatischen Würzpaste, bestrichen und gebraten. In der Zwischenzeit formt und brät Leticia Maistortillas, die sie mit Hähnchenfleisch, Kohl, Tomaten, Avocados und Zwiebeln belegt. (4): Dänemark: Der andere Eiserne Vorhang Von den Kreidefelsen der Insel Møn blickt Dänemark auf die Ostsee. Vor knapp vierzig Jahren glitt hier eine Gestalt über das Wasser: ein Mann, der einem Regime trotzte, das seine Grenzen für unüberwindbar hielt. Er brach am Strand zusammen, sein Surfbrett hinter ihm wie ein Wrack … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 arte Sorj Chalandon: Verrat in Belfast / Navarra: Das Schicksal der spanischen Juden / Senegal: Aissatous Reis mit Dörrfisch / Japan: Ein christlicher Samurai
Folge 1784 (45 Min.)(1): Sorj Chalandon: Verrat in Belfast Für Sorj Chalandon schmeckt Verrat nach Torf und Guinness: eine bittere Galle, die einen bis zur Übelkeit erfüllt und jede Freundschaft vergiftet. So fühlte sich der französische Schriftsteller und Journalist, als er herausfand, dass der Mann, den er als Bruder betrachtete, ein Führungsmitglied der Irisch Republikanischen Armee (IRA), zwanzig Jahre lang für das Vereinigte Königreich spioniert hatte. Aus dem einschneidenden Ereignis entstanden zwei Romane, die hauptsächlich in Belfast spielen: „Mon traître“ (2008) und „Rückkehr nach Killybegs“ (2011). (2): Navarra: Das Schicksal der spanischen Juden Es ist eine Geschichte, die im katholischen Spanien verdrängt wurde: die Geschichte der spanischen Juden.Navarra im Norden der Iberischen Halbinsel war ihr Zentrum. Im Mittelalter fanden in dieser Region, die sowohl den andalusischen Kalifaten als auch dem Königreich Frankreich nahe lag, zahlreiche Juden unter dem Schutz der Herrscher Zuflucht, erlangten Wohlstand und schufen die Grundlage der sephardischen Kultur. Doch 1492 beschlossen die katholischen Könige die große Vertreibung, und die Juden wurden im Mittelmeerraum verstreut. (3): Senegal: Aissatous Reis mit Dörrfisch In Toubab Dialaw kocht Aissatou für die Schulkinder einen Klassiker: Thiebou Kéthiakh. Damit alle satt werden, bereitet sie eine große Menge zu. Zuerst brät sie Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chilischoten in einem großen Topf an. Dann gibt sie Kéthiakh – getrockneten und gesalzenen Fisch – sowie Gemüse hinzu. Das Ganze wird mit Nokoss, einer Würzpaste, verfeinert und mit Reis serviert. Den Kindern schmeckt’s! (4): Japan: Ein christlicher Samurai „Gebetsinseln“: So wird der japanische Amakusa-Archipel auch genannt. Im 16. Jahrhundert konvertierten viele Japaner zum Christentum, was den Behörden sehr missfiel. Manche gaben ihren Glauben auf, andere beteten heimlich weiter zu Christus. Unter ihnen auch ein kleiner Junge … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 13.05.2026 arte Anthony Passeron und die Anfänge der Aids-Epidemie / Rumänien: Auf Draculas Spuren / Ibiza: Margas Paella / Polen: Janusz Korczaks „Kinderrepublik“
Folge 1785 (45 Min.)(1): Anthony Passeron und die Anfänge der Aids-Epidemie Was die Familie von Anthony Passeron durchgemacht hat, ist das Drama einer Epoche: die Aids-Epidemie Anfang der 1980er Jahre, die Frankreich bis ins abgelegene Hinterland von Nizza heimsuchte. 33 Jahre nach dem Aids-Tod seines Onkels beschließt Passeron, der damals als Lehrer für Geschichte und Geografie arbeitete, die Familientragödie in einem Roman aufzuarbeiten. „Die Schlafenden“ wird mit 80.000 verkauften Exemplaren zum Bestseller. Passeron erzählt vom Niedergang seiner Familie und vom Kampf der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, das unbekannte Virus zu verstehen. (2): Rumänien: Auf Draculas Spuren Blut, Knoblauch und Kruzifixe: Ein düsteres Bild haftet an Siebenbürgen, einer Region, die seit 1918 zu Rumänien gehört.Es heißt, hier spuken finstere Gestalten mit spitzen Reißzähnen durch düstere Burgen. Ein Mythos, der viel mit westlichen Schauermärchen zu tun hat, von dem Siebenbürgen jedoch profitiert, indem es sich auf seine Geschichte, Rituale und Dämonen zurückbesinnt. Die mittelalterliche Burg Bran, auf einem Felsen thronend, ist weltweit als Wohnsitz von Dracula bekannt und entwickelte sich zu einer der beliebtesten Touristenattraktionen des Landes. (3): Ibiza: Margas Paella Marga liebt ihre Heimat Ibiza. Für ihre Familie bereitet sie eine traditionelle Paella zu. Nach dem Marktbesuch brät sie aus Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und Tomaten zunächst eine Basis für die Brühe an. Dann gibt sie Hähnchen, Fisch und Meeresfrüchte hinzu und würzt mit selbstgemachter Picada. Zum Schluss streut sie den Reis kreuzförmig darüber und rundet das Ganze mit Muscheln, Venusmuscheln und Garnelen ab. (4): Polen: Janusz Korczaks „Kinderrepublik“ „Das Kind wird nicht zum Menschen, es ist bereits einer.“ Diese Worte stammen von dem polnischen Arzt Janusz Korczak. Zwischen den Weltkriegen entwickelte er in Warschau eine neue Sichtweise auf das Kind und leitete ein Waisenhaus, das als „Kinderrepublik“ bekannt wurde … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 14.05.2026 arte Paris: Die Eleganz der Concierge / Türkei: Auf den Spuren der Pontosgriechen / Italien: Danieles Orecchiette al pomodoro / Polen: Der Sänger aus der Hölle
Folge 1786 (45 Min.)(1): Paris: Die Eleganz der Concierge „Die Eleganz des Igels“, der 2006 erschienene zweite Roman der französischen Autorin und Philosophin Muriel Barbery, wurde gleich zwölf Millionen Mal verkauft und in rund 40 Sprachen übersetzt. Erzählt wird die Geschichte der unauffälligen Concierge Renée Michel und der jungen, hochbegabten Paloma, die im fünften Stock des Wohnhauses, über das Renée wacht, die menschliche Komödie im Mikrokosmos der Pariser Bourgeoisie in ihrem Tagebuch festhält. Mit „Die Eleganz des Igels“ gelang Barbery eine bittersüße Sozialsatire, die sich wie eine humanistische Fabel liest.(2): Türkei: Auf den Spuren der Pontosgriechen An der östlichen Schwarzmeerküste finden sich auch heute noch Spuren eines Volkes, das hier vor über 2.500 Jahren lebte. Die Pontosgriechen hatten es im Altertum verstanden, in einer gebirgigen Enklave den Grundstein einer reichen Zivilisation zu legen. Über Jahrhunderte und Imperien hinweg hielt sich das Volk hier, bis es im 20. Jahrhundert brutal zwangsdeportiert wurde. Heute überlebt die Erinnerung an die pontosgriechische Kultur im Ausland dank einer sehr aktiven Diaspora. In der Türkei kann man sie jedoch nur hinter vorgehaltener Hand erwähnen. (3): Italien: Danieles Orecchiette al pomodoro In Capurso bereitet Daniele Orecchiette al pomodoro vor, ein für die Region Apulien typisches Gericht. Unterstützt von seiner Nachbarin Leila, knetet er Gries und Wasser zu einem Teig, aus dem die kleinen „Öhrchen“ geformt werden. Gleichzeitig brät Daniele Knoblauch und Regina-Tomaten in Olivenöl an. Während die Tomaten vor sich hin köcheln, wird die Pasta erst getrocknet, dann gekocht und schließlich unter die Soße gehoben. Abgerundet wird das Ganze mit Cacioricotta, einem wahren Schatz des italienischen Südens. (4): Polen: Der Sänger aus der Hölle Krakau, unweit von Auschwitz, ist von den Tragödien des Zweiten Weltkriegs gezeichnet. Zu Kriegsende strömten Tausende Überlebende zurück in die Stadt, um dort eine Unterkunft zu finden. Unter denen, die die Hölle überlebt hatten, befand sich auch ein Sänger … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 18.05.2026 arte Portugal: Der Humor von Rafael Bordalo Pinheiro / Grönland: Naturmuseum Eisberglandschaft / Montenegro: Bobans Fischeintopf / Dänemark: Vom Winde bewegt
Folge 1787 (45 Min.)(1): Portugal: Der Humor von Rafael Bordalo Pinheiro In Portugal findet man allerorts lustige Keramikfiguren, die auf Rafael Bordalo Pinheiro (1846–1905) zurückgehen. Zu den Schöpfungen des Keramikers und Karikaturisten gehören etwa Geschirr mit Kohlmotiv – eine Kult gewordene Hochform des Kitschs – und die Comicfigur Zé Povinho, mittlerweile ein Nationalsymbol. Aber das Werk des produktiven Künstlers ist viel umfassender und facettenreicher. Als politischer Zeichner begleitete Pinheiro die republikanischen Bewegungen und Umbrüche in seinem Land. (2): Grönland: Naturmuseum Eisberglandschaft In Kalaallit Nunaat, wie Grönland bei den Inuit genannt wird, ragen die Eisberge wie Märchenwesen empor.Die driftenden Riesen entstammen der 2.000 Meter dicken Eisschicht, die 80 Prozent der Insel überzieht. In diesem unwirtlichen Milieu sind die aus Süßwasser und Mineralien bestehenden Eisberge für jede Lebensform unverzichtbar und zudem Gegenstand von Mythen und Legenden. Seit über 100 Jahren gilt das blaue Eis der älteren Eisberge in der Wissenschaft als ein wichtiger Protagonist des weltweiten Klimas. (3): Montenegro: Bobans Fischeintopf In Tivat, in der Bucht von Kotor, bereitet Boban den typischen Fischeintopf Brudet zu. Das Rezept passt sich an den Fang des Tages an: Meeraal, Zahnbrasse und Knurrhahn. Boban setzt eine Fischbouillon an, die er mit Knoblauch, Tomaten und Sellerie abrundet. Dann gibt er die Fische hinzu und lässt den Eintopf langsam köcheln, damit jeder Fisch sein besonderes Aroma freigibt. Brudet ist ein einfaches bäuerliches Gericht, das man mit in Olivenöl getränktem Brot serviert. (4): Dänemark: Vom Winde bewegt Windkraft spielt in Dänemark seit jeher eine wichtige Rolle. Vor mehr als einem Jahrhundert hatte der junge vielversprechende Meteorologe und Erfinder Poul la Cour eine bahnbrechende Idee: die erste Windkraftanlage, mit nur drei Rotorblättern … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 19.05.2026 arte Anatolien: Roman eines griechisch-türkischen Traumas / Die „Neue Stadt“ als Planungskonzept für das Pariser Umland / Madrid: Gabrielas Fleischklößchen / Ägypten: Von Katzen und Kriegen
Folge 1788(1): Anatolien: Roman eines griechisch-türkischen Traumas Mit dem Körper in Griechenland und dem Geist in Anatolien, dazwischen die Ägäis. Die griechische Autorin Dido Sotiriou wurde 1909 in Anatolien geboren und als Kind aus der Türkei zu Verwandten nach Athen geschickt. Fast zwei Millionen Griechinnen und Griechen lebten damals in der Türkei. Während des Griechisch-Türkischen Kriegs 1922 wurden die meisten vertrieben. Dido Sotiriou verarbeitete das Trauma literarisch. Ihr 1962 veröffentlichter Roman „Grüß mir die Erde, die uns beide geboren hat“ erzählt von der Verbundenheit beider Völker, die an der „großen Katastrophe von 1922“ zerbrach.(2): Die „Neue Stadt“ als Planungskonzept für das Pariser Umland Man sagt, der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle habe Anfang der 1960er Jahre bei einem Überflug des Pariser Umlands die anarchische Stadtentwicklung beklagt und wütend gefordert: „Bringt mir Ordnung in diesen Mist!“. Und so wurde auf Befehl des Generals die Vorstadt Saint-Quentin-en-Yvelines aus dem Boden gestampft, gefolgt von vier weiteren Planstädten. Diese ehrgeizige urbane Utopie war seinerzeit Symbol für den staatlichen Gestaltungswillen. (3): Madrid: Gabrielas Fleischklößchen In Madrid bereitet Gabriela spanische Fleischklößchen zu, in die sie ihre mexikanische Kochkultur einfließen lässt. Sie verknetet das Fleisch mit eingeweichtem Brot, Eiern, Knoblauch, Zwiebeln und Pfefferminze und formt Klößchen daraus. Diese werden in einer Tomatensoße mit Gemüse (Möhren, Zucchini) und Bouillon gargekocht und – aus Rücksicht auf den spanischen Gaumen moderat – mit Chili abgeschmeckt. Eine Hommage an die spanisch-mexikanische Küche. (4): Ägypten: Von Katzen und Kriegen Ägypten ist berühmt für seine Moscheen und Pyramiden, die Sphinx – und für seine Katzen. Der Philae-Tempel in der Nähe des Assuan-Staudamms beherbergt Hunderte der Tiere. Im alten Ägypten nannte man Katzen „Miu“ und verehrte sie als Beschützer von Heim und Herd. Doch ihr Katzenkult wurde den Ägyptern zum Verhängnis … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 20.05.2026 arte
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