Japan: Jirō Taniguchi und die Kunst der Nostalgie / Bayern: Ein Hoch auf den Hopfensaft / Estland: Martens feine Fischsuppe / Ägypten: Ideenwerkstatt Alexandria
Folge 1794 (45 Min.)
In Alexandria sind alte Lada-Taxis die Könige unter den Antiquitäten. Wie die meisten Autos im Land werden diese Sowjet-Limousinen seit kurzem mit ägyptischem Erdgas betrieben.Bild: Elephant Doc(1) Japan: Jirō Taniguchi und die Kunst der Nostalgie Mit intimistischen Geschichten, magischen Traumwelten und filigranem Strich verzauberte der 2017 verstorbene japanische Autor und Zeichner Jirō Taniguchi seit den 1970er Jahren Manga-Leser auf der ganzen Welt. Seine beiden autobiografischsten Werke, „Die Sicht der Dinge“ (1994) und „Vertraute Fremde“ (1998), etablierten ihn als Meister der introspektiven Erzählung. Die abgelegene Region Tottori. Schauplatz seiner Kindheit, wird darin zum Ort von Erinnerung, Intimität und Kontemplation. (2) Bayern: Ein Hoch auf den Hopfensaft Nirgendwo sonst in Deutschland -, ja wie wohl nirgends sonst auf der ganzen Welt – wird Bier so leidenschaftlich gefeiert wie in Bayern.Ein Großteil des weltweit konsumierten hellen Bieres stammt von hier. Die Region verfügt über alle nötigen Voraussetzungen: weite Gerstenfelder, ausgezeichneten Hopfen und klares Wasser tief unter der Erde. Bier ist hier mehr als nur ein Getränk, es begleitet die politische Geschichte Bayerns. In den dunklen, verrauchten Brauhäusern von München wurde am Schicksal Deutschlands mitgeschrieben. (3) Estland: Martens feine Fischsuppe In Tallinn bereiten Marten und seine Frau Krõõt ein echtes Wohlfühlgericht zu: eine einfache, aber leckere Fischsuppe. Dafür setzen sie eine selbstgemachte Brühe mit Fischköpfen und Gräten auf, geben fein geschnittenes Gemüse dazu und legen den rohen Fisch auf den Boden der Suppenschüsseln, damit er durch den Kontakt mit der heißen Brühe gar wird. Die Suppe wird mit Eiercremeschnitten serviert und überzeugt auch die größten Skeptiker! (4) Ägypten: Ideenwerkstatt Alexandria In Alexandria sind alte Lada-Taxis die Könige unter den Antiquitäten. Wie die meisten Autos im Land werden diese Sowjet-Limousinen seit kurzem mit ägyptischem Erdgas betrieben. Doch vor knapp 2.000 Jahren entstand in der Mittelmeermetropole eine ganz andere Art von Energie … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 31.08.2026 arte Nîmes: Die bunte Farbpalette von Claude Viallat / Kalifornien: Im Land der Baumriesen / Senegal: Ndeyes Fischklößchen mit rotem Reis / Berlin: Eine Visionärin der Physik
Folge 1795 (45 Min.)Blick auf Nîmes: Im Hintergrund erkennt man das fast 2.000 Jahre alte römische Amphitheater, in dem noch heute Konzerte stattfinden.Bild: Elephant Doc / Elephant Doc(1) Nîmes: Die bunte Farbpalette von Claude Viallat Seit 60 Jahren malt Claude Viallat dieselbe Basisform: die ritualhafte Signatur eines Künstlers, der seine Bilder weder datiert noch betitelt. Sein abstraktes Werk erzählt von seiner Heimatregion um Nîmes, von Farben und Stoffen, Stierkämpfen und Kunsthandwerk. Ende der 1960er Jahre wurde Viallat mit der Gründung der Bewegung Supports/Surfaces zum Vorreiter. Heute stellt der hochbetagte Künstler in renommierten Museen wie auch in kleinen Galerien aus und erweitert kontinuierlich sein Werk. (2) Kalifornien: Im Land der Baumriesen Die beeindruckenden Riesenmammutbäume im US-Bundesstaat Kalifornien können beinahe hundert Meter hoch werden.Die grünen Giganten sind stille Zeugen längst vergangener Zeiten, denn sie zählen zu den ältesten Bäumen der Erde. Im 19. Jahrhundert, als ihr Bestand zunehmend durch Abholzung bedroht war, wurden die Baumriesen zum Symbol für den Naturschutz und zum Auslöser für die Gründung der allerersten amerikanischen Nationalparks. (3) Senegal: Ndeyes Fischklößchen mit rotem Reis In Ballabey bereitet Ndeye ein Rezept ihrer Mutter zu: Fischklößchen mit rotem Reis. Zuerst werden getrocknete Weichtiere, Zwiebeln und Piment angebraten. Dann kommt Tomatenmark hinzu, das dem Reis seine rote Farbe verleiht. Anschließend formt Ndeye Klößchen aus gehacktem Fisch und Petersilie und lässt dann Reis, Gemüse und Fisch gemeinsam köcheln. Ein senegalesisches Alltagsgericht, das gemeinsam aus einer Schüssel gegessen wird. (4) Berlin: Eine Visionärin der Physik Humboldt-Universität, Max-Planck-Institut, Robert Koch-Institut: In Berlin würdigen gleich mehrere Bauten die großen Männer der Wissenschaft. Eine junge Visionärin der Physik hingegen findet eher wenig öffentliche Beachtung … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 25.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 arte Türkei: Özge Samancı zeichnet ihre Kindheit / Madrid: Wohnungsnot im Spielfilmformat / Panama: Manuels frittierter Fisch / USA: Der schwarze König des Rings
Folge 1796 (45 Min.)Chicago im Norden der USA war lange ein Zufluchtsort für People of Color, die vor den Gesetzen und der Mentalität des Südens flohen.Bild: Elephant Doc / Elephant Doc(1) Türkei: Özge Samancı zeichnet ihre Kindheit Es ist die Geschichte eines Mädchens in der Türkei der 1980er Jahre, von dem erwartet wird, dass es nicht aus der Reihe tanzt. Doch Özge Samancı wagt es, diese Erwartung zu enttäuschen. „Dare to Disappoint“, so heißt ihr autobiografischer Comic, der 2015 in den USA erschien. Die türkisch-amerikanische Künstlerin erzählt darin von ihrer Kindheit: der eines Mädchens, das Taucherin werden will und nicht darf. Wie findet man seinen Weg? Samancı entschied sich, ihre Zukunft selbst zu zeichnen. (2) Madrid: Wohnungsnot im Spielfilmformat Seit einem Jahrhundert kämpfen die Madrilenen um würdigen Wohnraum.Ihr Kampf wurde von Filmemachern aufgegriffen. Sie begleiteten die Veränderungen des Landes und der Hauptstadt mit Lebensgeschichten, in denen sich – damals wie heute – alle wiederfinden. In den 1940er Jahren lag ein Großteil Madrids nach dem Bürgerkrieg in Trümmern. Unter der jungen Franco-Diktatur strömten Hungernde aus dem ganzen Land herbei, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in der immer enger werdenden Stadt. Ihre Schicksale werden auf der großen Leinwand ins Rampenlicht gerückt. (3) Panama: Manuels frittierter Fisch Nachdem Manuel in Taboga sämtliche Zutaten besorgt hat, macht er sich an die Zubereitung eines seiner Lieblingsgerichte: gebratenen Fisch mit Kokosreis. Zunächst würzt Manuel den Fisch und die Garnelen mit Curry, Meeresfrüchtesud und Salz. Dann kocht er den Reis in Kokosmilch und frittiert anschließend seine Meeresfrüchte in heißem Öl. Ein herrlicher Duft strömt durch die Küche: ein Aroma, das direkt aus seiner karibischen Heimat stammt. (4) USA: Der schwarze König des Rings Chicago im Norden der USA war lange ein Zufluchtsort für People of Color, die vor den Gesetzen und der Mentalität des Südens flohen. Es ist die Stadt von Barack Obama, Michael Jordan und einer weiteren schwarzen Sportlegende, die Anfang des 20. Jahrhunderts für Aufsehen sorgte … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 26.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 arte Bretagne: Joseph Ponthus und die Poesie des Proletariats / Japan: Die Kunst der Zimmerleute / Montenegro: Sanelas Drachenkuchen / Dänemark: Die Schiffbrüchigen aus dem KZ Stutthof
Folge 1797 (45 Min.)Joseph Ponthus erzählt in seinem Debütroman „Am laufenden Band“ von Fischfabriken und Schlachthöfen im Süden der Bretagne.Bild: Elephant Doc(1) Bretagne: Joseph Ponthus und die Poesie des Proletariats In seinem 2019 erschienenen Debüt „Am laufenden Band“ erzählt Joseph Ponthus von seiner Arbeit in südbretonischen Fischfabriken und Schlachthöfen. Das Buch war äußerst erfolgreich, gewann Literaturpreise und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. In freien Versen, halb Roman, halb Gedicht, führt es ohne Atempause und Interpunktion in die harte Welt der Fabriken, imitiert die unerbittliche Mechanik des Fließbands, die sich in Kopf und Körper einbrennt. Ponthus starb 2021 mit 42 Jahren an Krebs. (2) Japan: Die Kunst der Zimmerleute Japan wurde auf unsicherem, von Erdbeben erschüttertem Boden erbaut und besitzt praktisch kein Eisen und somit auch keinen Stahl.Doch diesen Fluch machten die Japaner zum Segen und entwickelten eine weltweit einmalige Holzbaukunst, die auf dem Prinzip der Vergänglichkeit und Schlichtheit beruht. An Baumaterial mangelt es nicht: Denn Japan hat Wälder, die fast zwei Drittel des Landes bedecken und robuste, mehrere Dutzend Meter hohe Stämme hervorbringen. (3) Montenegro: Sanelas Drachenkuchen In Podgorica bereitet Sanela ein traditionelles Festtagsdessert zu: Drachenkuchen aus Budva. Sie knetet einen Teig, der mit einer Füllung aus Mandeln, Zitrone und Maraschino vermischt wird und die Form eines backfertigen Drachens annimmt. Wenn der Kuchen aus dem Ofen kommt und abgekühlt ist, wird er gemeinsam mit der Familie genossen. Nach der Tradition darf das jüngste Familienmitglied den Drachenkopf verspeisen. (4) Dänemark: Die Schiffbrüchigen aus dem KZ Stutthof Im dänischen Fischerdorf Klintholm Havn führen rund 200 Menschen ein beschauliches Leben unweit des malerischen Kreidefelsens Møns Klint. Doch vor 80 Jahren kam ein 60 Meter langer Schleppkahn über die Ostsee, ein Geisterschiff aus dem Dritten Reich der deutschen Nationalsozialisten, mit dem sich der dunkle Schatten eines der grausamsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit über den friedlichen Ort legte … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 27.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 03.09.2026 arte Albert Edelfelts Lobgesang auf Finnland / Finnland, Land der Sammler / Finnland: Stephans Chaga-Kaffee mit Brötchen / Finnland: Wo der Weihnachtsmann „thank you“ sagt
Folge 305 (45 Min.)(1) Albert Edelfelts Lobgesang auf Finnland Der finnische Historienmaler und geniale Porträtist Albert Edelfelt verewigte Ende des 19. Jahrhunderts die größten Männer seiner Zeit, darunter Louis Pasteur und Zar Nikolaus II. Der Visionär wurde in ganz Europa gefeiert, blieb seiner Heimat jedoch im Herzen treu. Die Bilder, die er jeden Sommer in Finnland malte, veranschaulichen und feiern die Kultur einer Nation im Aufbruch.(2) Finnland, Land der Sammler Die finnischen Landschaften prägen dichte Nadel- und Birkenwälder und tausende, oft eiskalte Seen. Die Finnen ziehen seit Jahrhunderten in die Natur und sammeln alles, was sie hergibt. Denn das Sammeln ist in Finnland ein Grundrecht. (3) Finnland: Stephans Chaga-Kaffee mit Brötchen In Levi macht sich Stephan bei minus 25 Grad Celsius auf die Suche nach Chaga-Pilzen und wird auf den Birken in der Nähe seines Hauses fündig. Unter freiem Himmel kocht er sie mehrere Stunden lang mit Gewürzen und Zucker zu einem Sirup, mit dem er seinen heißen Milchkaffee verfeinert. Dazu serviert er Brötchen mit Konfitüre und gefrorenen Marzipan. (4) Finnland: Wo der Weihnachtsmann „thank you“ sagt Am Rand des Polarkreises im Norden Finnlands liegt ein besonderes Dorf: das Weihnachtsmanndorf! Dass sich der eigentlich im Wald beheimatete Santa nach dem Zweiten Weltkrieg dort niederließ, verdankt sich dem Besuch einer First Lady … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 28.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 04.09.2026 arte Patagonien: Eine Graphic Novel wirft ein neues Licht auf Argentinien / Bretagne: Ein ganz besonderes Schaf / Estland: Karolines und Kairis Coregonen-Tatar / Ägypten: Der Dolch von Tutanchamun
Folge 1798 (45 Min.)Patagonien: Die indigenen Vorfahren der meisten Argentinier – die Tehuelche – siedelten ursprünglich in dieser großen Region an der südlichen Spitze Südamerikas.Bild: Elephant DocPatagonien: Eine Graphic Novel wirft ein neues Licht auf Argentinien Die meisten Argentinier haben indigene Vorfahren. Dass sie von den Tehuelche abstammen, erfahren viele aber erst spät oder per Zufall. Solche Familiengeschichten dienten der Graphic Novel „Chère Patagonie“ als Vorlage. Das von der Kritik gelobte Werk des argentinischen, in Spanien lebenden Autors Jorge González wurde 2011 zunächst in Europa veröffentlicht. In Lateinamerika hingegen erschien es erst 2024. Es konfrontiert Argentinien mit Tatsachen, die manche lieber verheimlichen würden. Im Land wird auch heute noch das von den europäischen Einwanderern etablierte Geschichtsnarrativ bevorzugt.Bretagne: Ein ganz besonderes Schaf Im Morgengrauen muten die nebelverhangenen Höhen der Monts d’Arrée – einer Bergkette in der westlichen Bretagne – beinahe märchenhaft an. Doch statt Märchenwesen lebt hier das endemische „Landes de Bretagne“-Schaf. Die lange Zeit verschwunden geglaubte Rasse tauchte irgendwann wieder auf und steht für die traditionelle Landwirtschaft der Region, die Geschichte der Menschen dieser Gegend und ihre Beziehung zur Natur und den Elementen. Estland: Karolines und Kairis Coregonen-Tatar In Tallinn gibt es bei Karoline und Kairi ein Coregonen-Tatar. Den seltenen Süßwasserfisch filetieren sie entlang der Gräte und vermischen das Fleisch anschließend mit roten Zwiebeln, Dill, Zitrone, Salz und Pfeffer. Serviert wird das Tatar auf estnischem Sauerteigschwarzbrot, das zu jeder Mahlzeit ein Muss ist. Das Tatar isst man in geselliger Runde, meistens mit Volksmusik im Hintergrund. Ägypten: Der Dolch von Tutanchamun Das Tal der Könige birgt viele ungelöste Rätsel rund um die königlichen Gräber, unter ihnen auch das vom mumifizierten Pharao Tutanchamun. All jene, die sein Grab öffneten, bezahlten diesen Frevel mit dem Leben. Beim Fluch des Pharaos mag es sich nur um eine Legende handeln, aber ein weiteres Mysterium beschäftigt die Archäologen schon seit längerem … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 31.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 07.09.2026 arte Maximilien Luce: Ein Anarchist malt Paris / Grönland: Die Geschichte des Kajaks / Panama: Atilanos Kochbananen-Stampf mit Schweinefleisch / Detroit: Mal etwas ganz Neues
Folge 1799 (45 Min.)In der Nähe von Detroit, Michigan, bietet das Henry Ford Museum eine Ausstellung mit Innovationen aus allen Bereichen der US-amerikanischen Technik- und Handelsgeschichte.Bild: Elephant Doc / Elephant DocMaximilien Luce: Ein Anarchist malt Paris Maximilien Luces (1858–1941) lichtdurchfluteten Gemälde spiegeln seinen Wunsch, die Welt zu begreifen und zu hinterfragen. Der Neoimpressionist war überzeugter Anarchist: Seine Gemälde über den Pariser Stadtumbau waren von symbolischer Bedeutung und bildeten die Komplexität seiner Zeit ab. Künstlerisch blieb der Arbeitersohn seinen Ursprüngen treu; sein Hauptsujet war die gesellschaftlich oft übersehene Arbeiterklasse, wobei sein Blick der Würde arbeitender Körper und der Schönheit eines einfachen Alltags galt.Grönland: Die Geschichte des Kajaks Das mittlerweile weltweit als Wassersportboot bekannte Kajak entstand eigentlich vor über 4.000 Jahren in der Arktis. Ohne das traditionelle, leichte und wendige grönländische Paddelboot wäre menschliches Leben nördlich des Polarkreises niemals möglich gewesen. Aufgrund der dänischen Kolonialisierung und der Modernisierung der Fischerei wäre der Vorläufer des heutigen Kajaks allerdings beinahe verschwunden. Panama: Atilanos Kochbananen-Stampf mit Schweinefleisch Siri stammt aus der Emberá-Gemeinde und bereitet nach dem Rezept ihrer Mutter einen Kochbananen-Stampf namens Majao mit Schweinefleisch zu. Zunächst pflückt sie die Kochbananen direkt von der Staude und hackt Knoblauch und Chili. Über offenem Feuer brät sie Knoblauch, Chili, Zwiebeln, Koriander und das Schweinefleisch an. Das Fleisch kommt schließlich auf einen Kochbananen-Stampf mit Gemüse. Detroit: Mal etwas ganz Neues In Michigan nahe Detroit bietet das Henry Ford Museum eine Ausstellung zum Thema Innovation in allen Bereichen. Bei der Ausstellungsgröße würde man am liebsten direkt dort übernachten. Dank eines einfallsreichen Architekten, der scheinbare Gegensätze miteinander vereint, könnte das bald möglich sein. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 01.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 arte Prag: Worte gegen das Vergessen von Jiří Weil / Frankreich: Die Lothringer Mirabelle / Mexiko: Isabels in Bananenblättern gegartes Hähnchenfleisch / Madagaskar: Der unsichtbare Feind
Folge 1800 (45 Min.)(1) Prag: Worte gegen das Vergessen von Jiří Weil Dem Unrecht mit Humor trotzen und die Erinnerung lebendig halten – darauf setzte Jiří Weil, als er sein letztes Werk „Mendelssohn auf dem Dach“ verfasste. 1960 wurde es posthum veröffentlicht; Weil verstarb 1959. Die persönlichen Erinnerungen des jüdischen Autors an das von den Nazis besetzte Prag sind die Grundlage des detailreichen, multiperspektivisch erzählten Romans, in dem sich die Erfahrungen dutzender realer und fiktiver Protagonisten überschneiden.(2) Frankreich: Die Lothringer Mirabelle Der Anbau gelb leuchtender, zuckersüßer Mirabellen an den kalk- und lehmhaltigen Hängen Lothringens hat das Landschaftsbild entscheidend geprägt. Die rauen Winter und heißen Sommer der Region bilden ein optimales Klima für dieses Früchtchen. Tatsächlich stammen etwa mehr als 70 Prozent der weltweiten Mirabellenernte – etwa 15.000 Tonnen pro Jahr – aus den rund 2.000 Hektar umfassenden Lothringer Obstgärten. (3) Mexiko: Isabels in Bananenblättern gegartes Hähnchenfleisch Im Dorf Tankuché bereitet Isabel das traditionelle Hühnchengericht Pollo pibil für den Tag der Toten zu. Zuerst wird das Fleisch in Zwiebeln, Pfeffer, Minze und Annatto-Gewürz – tropische, rötlich färbende Samen – gegart. Anschließend füllt Isabel einen Nixtamal-Teig aus Mais und Schmalz mit dem Fleisch und wickelt das Ganze in Bananenblätter. Gebacken wird der Wickel in einem Steinofen oder unter der Glut eines offenen Feuers. Das fertige Gericht kommt dann als Opfergabe auf den Altar. (4) Madagaskar: Der unsichtbare Feind Am 29. Mai 1942 herrschte Alarm im Marinestützpunkt Diego-Suarez an der Nordspitze Madagaskars. Die Insel, eigentlich abseits des globalen Konflikts, wurde von einem unsichtbaren Feind angegriffen. Einige Tage lang wird Diego-Suarez zu einem entscheidenden Schauplatz des Zweiten Weltkriegs. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 09.09.2026 arte Belfast: Die verlorene Sorglosigkeit des Kenneth Branagh / Auf den Spuren des Savoyer Schmuggels / Montenegro: Božidars würzige Hackfleischröllchen / Kanada: Ein seltsames Spiel
Folge 1801 (45 Min.)In Montenegro werden Ćevapi mit Krapfen und buntem Salat serviert.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1) Belfast: Die verlorene Sorglosigkeit des Kenneth Branagh Die Kindheit ist für viele eine wertvolle Zeit, die man am liebsten wie in einer Schneekugel festhalten würde. Für den aus Belfast stammenden Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Kenneth Branagh könnte man sich da ein Nordirland-Idyll vorstellen. Allerdings würden beim Schütteln keine Schneeflocken wirbeln, sondern Asche – und zwar die von Explosionen. Ende der 1960er Jahre war dies Alltag in der nordirischen Stadt. In seinem autobiografisch geprägten Film „Belfast“ schildert Branagh den Verlust kindlicher Sorglosigkeit vor dem Hintergrund des Nordirland-Konflikts.(2) Auf den Spuren des Savoyer Schmuggels Jahrhundertelang verlief zwischen der französischen Haute-Savoie und der Schweiz eine rege Schmuggelroute. Mit illegalen und vor allem einfallsreichen Handelsgeschäften trotzten die Einwohner den Behörden. Kaum eine Savoyer Familie mischte nicht bei dem Grenzschmuggel mit. Wann genau dieser begann, ist unklar, aber vieles spricht dafür: Die Aktivität war nicht nur finanziell motiviert, sondern war vor allem Widerstand gegen für ungerecht befundene Entscheidungen. (3) Montenegro: Božidars würzige Hackfleischröllchen In Tivat bereitet Božidar Ćevapi genannte Hackfleischröllchen und Krapfen zu. Er beginnt mit dem Krapfen-Teig bestehend aus Eiern, Mehl, Joghurt und Essig, den er vor dem Frittieren etwas ruhen lässt. Auf dem Grill wendet er die Ćevapi und Zwiebeln, die durch den Fleischsaft ein besonderes Aroma entfalten. Mit einem frischen Salat rundet Božidar das Gericht ab. Ein authentisches und großzügiges Gericht – ganz wie der Koch. (4) Kanada: Ein seltsames Spiel In der von Wolkenkratzern geprägten Metropole wiederholt sich seit mehr als 100 Jahren ein seltsames Spiel. Ein winziger Eindringling zwingt Toronto immer wieder in die Knie. Wenn die Stadt den Krieg erklärt, gibt es Opfer in sechsstelliger Höhe … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 03.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 10.09.2026 arte Das kaledonische Exil der unverbesserlichen Louise Michel / Neukaledonien: Wilder Westen in der Südsee / Neukaledonien: Fisch im Bananenblatt von Marie-Noëlle / Neukaledonien: Das Erbe der deportierten Kabylen
Folge 306 (44 Min.)(1): Das kaledonische Exil der unverbesserlichen Louise Michel Beim Anblick der einsamen Landschaften Neukaledoniens, dem Archipel der Gegensätze, laufen einem Schauer über den Rücken. Die Sträflingsinseln, auf denen man im 19. Jahrhundert Kriminelle und politische Gefangene inhaftierte, galten als äußerst unwirtlich – angeblich gab es dort sogar Menschenfresser! Louise Michel war Sträfling Nummer 2.182. Sie verbrachte sieben Jahre in der Strafkolonie, wo man versuchte, sie zu brechen. Doch sie kam gestärkt zurück, verwirklichte ihre Ideale und erfand sich als Ethnographin, Botanikerin und Dichterin neu.(2):Neukaledonien: Wilder Westen in der Südsee Die südpazifische Inselgruppe Neukaledonien gehört zu Frankreich, obwohl sie rund 17.000 Kilometer vom Mutterland entfernt liegt. Die Hauptinsel Grande Terre hat viele Gesichter, und im Hinterland – auf Französisch „La Brousse“ genannt – findet man sogar Cowboys. Die Broussards widmen ihr Leben der Viehzucht, ganz stilecht wie im Wilden Westen. (3): Neukaledonien: Fisch im Bananenblatt von Marie-Noëlle Auf der Île des Pins faltet Marie-Noëlle Bananenblätter, um darin Fisch zu garen. Sie gibt Taro und Yamswurzel (zwei tropische Knollen), Kürbis, Meeräschen-Filets und frisch gepresste Kokosmilch hinein. Anschließend gart sie die Papilloten sanft in der Glut, damit der Fisch schön zart bleibt. (4): Neukaledonien: Das Erbe der deportierten Kabylen Auf Neukaledonien halten Muslime anlässlich des Opferfestes Eid am Ende des Ramadans ein Dankesgebet ab. Das Gebet gehört zu den grundlegenden muslimischen Ritualen und findet hier in einer der zwei Moscheen der pazifischen Inselgruppe statt: dem islamischen Zentrum Nessadiou in Bourail. Die religiöse Stätte an der Westküste der Hauptinsel Grande Terre bezeugt einen kaum bekannten Abschnitt der französischen Kolonialgeschichte. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 04.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 11.09.2026 arte Gujarat: Gandhis spirituelle Wiege / Darmstadt: Ort der Innovationen / Korsika: Augustes Kräuterpastete / Ägypten: ein Hieroglyphen-Ensemble
Folge 1802 (45 Min.)Eine antike Tempelanlage mit ägyptischen Hieroglyphen: Die frühesten hieroglyphischen Inschriften stammen aus der Zeit um 3.200 bis 3.000 vor Christus.Bild: Elephant Doc(1) Gujarat: Gandhis spirituelle Wiege Die Suche nach Wahrheit, Dialog und Gewaltfreiheit ‒ das waren die Leitgedanken, die Mahatma Gandhi in den 1920ern in seiner Autobiografie „Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit“ festhielt. Seine Philosophie fand ihre Wurzeln in seiner Heimat Gujarat. Der westindische, am Arabischen Meer gelegene Bundesstaat gilt als Schmelztiegel der Kulturen und Religionen und ist das Tor zum Nahen Osten. In seinem Werk verteidigt Indiens „Vater der Nation“ entschieden toleranzschaffende Werte. Der Kampf um die Freiheit war lebenslang fest in ihm verankert.(2) Darmstadt: Ort der Innovationen Internationale Ferienkurse für Neue Musik, Debatten zu Nachkriegsdeutschland, Art Déco-Weltausstellungen ‒ seit mehr als 100 Jahren gilt das südlich von Frankfurt gelegene Darmstadt als Ort wegweisender Innovationen. Dazu trug auch maßgeblich die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründete Künstlerkolonie am Rande der Stadt bei. Die Kommune träumte von einer Welt, in der Kunst den Alltag bestimmt. Zukunftsorientiertes Denken und Gesellschaftskritik gehören seither zur Stadtmentalität. (3) Korsika: Augustes Kräuterpastete Im korsischen Bergdorf Alata bereitet Auguste eine Tourte aux herbes, eine Kräuterpastete, vor. Zunächst pflückt er Wildkräuter, die ihm sein Vater erklärte, als er noch ein Junge war. Dann knetet er einen einfachen Teig, rollt die Hälfte aus und belegt sie mit den frischen Kräutern und Brocciu, dem typischen korsischen Schafskäse. Anschließend bedeckt er die Füllung mit der anderen Teighälfte und schiebt die Pastete in den Ofen. Das Rezept für die Tourte aux herbes wird traditionell überliefert, und auch Auguste beherzigt es seit vierzig Jahren. (4) Ägypten: ein Hieroglyphen-Ensemble Im al-Mounira-Palast in der Altstadt von Kairo befindet sich das Französische Forschungsinstitut für Archäologie und Ägyptologie (IFAO). Hinter dem Gebäude befindet sich eine besondere Werkstatt, die weltweit einzigartige Drucktypen herstellt. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 07.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 14.09.2026 arte Babyboom in der Pariser Vorstadt / Grönland: An Bord des Küstenschiffs / Panama: Emenaidas Spitzbein-Rezept / Japan: Der Erfinder der Narkose
Folge 1803 (45 Min.)Babyboom lässt Städte wachsen: Die geburtenstarke Nachkriegsgeneration forderte auch in Paris mehr Wohnraum, wodurch neue Gebäude in der Vorstadt gebaut wurden.Bild: Elephant Doc(1) Babyboom in der Pariser Vorstadt In dem 1961 veröffentlichten Roman „Kinder unserer Zeit“ von Christiane Rochefort erzählt das Mädchen Josyane von seiner Welt, einem Neubaublock in der Pariser Banlieue. Sie träumt von einem selbstbestimmteren Leben für die Menschen der Vorstädte. Als Schullektüre prägte der realistisch und humorvoll geschriebene Roman in Frankreich etliche Jahrgänge. Im Mittelpunkt steht die geburtenstarke Nachkriegsgeneration als Ergebnis einer gezielten Familienpolitik. Der demografische Boom forderte mehr Wohnraum und so entstanden im Pariser Umland viele Neubausiedlungen als Symbol für eine moderne und komfortable Zukunft.(2) Grönland: An Bord des Küstenschiffs Auf Kalaallit Nunaat – so die Eigenbezeichnung Grönlands – bestehen keine Straßenverbindungen zwischen den Dörfern. Das Innere der Insel ist zu 80 Prozent von einer bis zu zwei Kilometer dicken Eisschicht bedeckt, was eine Besiedlung unmöglich macht. Entlang der Westküste legt das „Sarfaq Ittuk“ mehr als 1.500 Kilometer zurück, um die Küstendörfer miteinander zu verbinden. Das Fährschiff geht auf eine Schiffslinie zurück, die vor 250 Jahren die Kolonialherrschaft Dänemarks festigen sollte. Heute steht es für die Selbstbestimmung einer Bevölkerung über ihr eigenes Land. (3) Panama: Emenaidas Spitzbein-Rezept In Köln bereitet die gut gelaunte Emenaida marinierte Spitzbeine zu. Erst säubert sie die Schweinsfüßchen, dann kocht sie diese mit Koriander und Knoblauch. Während im Hintergrund Musik läuft, schneidet sie Zwiebeln, Chili und Gurken für den Salat, den sie anschließend mit dem gegarten Fleisch vermengt. Dass es schmeckt, sieht man an Emenaidas strahlendem Gesicht. (4) Japan: Der Erfinder der Narkose Auf der Kii-Halbinsel in Ostjapan vergeht die Zeit im Rhythmus der Pilger und der Natur. In dieser als heilig geltenden Gegend revolutionierte ein Arzt im 19. Jahrhundert die Operationsmethoden. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 08.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 arte Leonor Fini: eine rebellische Malerin aus Triest / Brooklyn: Ort Schwarzer Emanzipation / Estland: Joonas gesalzener Lachs / Dijon: Wo die „Poilus“ verwöhnt wurden
Folge 1804 (44 Min.)(1) Leonor Fini: eine rebellische Malerin aus Triest Malerin, Performerin, bildende Künstlerin – Leonor Fini war ihrer Zeit voraus. Sie passte damit gut nach Triest, wohin sie 1909 noch ganz klein mit ihrer Mutter zog. Der weltoffene, kosmopolitische und feministische Geist der italienischen Stadt war für Fini schon als Kind eine Inspirationsquelle. In ihrer von Traumwelten und Mythologien geprägten Kunst ließ sie ihrer ungehemmten Extravaganz freien Lauf.(2) Brooklyn: Ort Schwarzer Emanzipation Ende der 1960er Jahre wurde im Bedford-Stuyvesant-Viertel des New Yorker Stadtteils Brooklyn ein revolutionäres Projekt ins Leben gerufen: Eine kleine, engagierte Gruppe von Aktivisten, Kunstschaffenden und Lehrkräften gründete das Gemeinschaftszentrum „The East“ als Ort Schwarzer Emanzipation. Tagsüber war es eine alternative Schule, abends ein Jazzclub. „The East“ initiierte Geschäfte, eine Lebensmittelgenossenschaft und eine politische Zeitung. Ziel der Aktivisten war es, selbst über Wissen und Wirtschaft – und somit auch über die eigene Freiheit zu bestimmen. Auch 50 Jahre später besteht der East-Spirit fort. (3) Estland: Joonas gesalzener Lachs In Tallinn bereitet Joonas gesalzenen Lachs mit Kartoffelsalat nach dem Rezept seiner Großeltern zu. Zuerst salzt er den Lachs und lässt ihn ziehen. Dann macht er sich an den Kartoffelsalat aus Äpfeln, Gewürzgurken, Kartoffeln, Gurken und Schinken, den er mit Sauerrahm und Mayonnaise verfeinert. Eine perfekte Mahlzeit für die ganze Familie. (4) Dijon: Wo die „Poilus“ verwöhnt wurden Der Bahnhof von Dijon wirkt eher unscheinbar. Von seinem einst prächtigen Metallbau ist nach dem Zweiten Weltkrieg fast nichts mehr übriggeblieben. Nur die alte Eisenbahnbrücke erinnert noch an jenes Dijon, das französische Soldaten des Ersten Weltkriegs – auch „Poilus“ genannt – vom Leid ablenken konnte. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 09.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 16.09.2026 arte Madrid: Dichterin der Kinder / Hildegard von Bingen: Die Prophetin vom Rhein / Senegal: Benisses Hirse-Dessert / Kanada: Paradies der Schwesterlichkeit
Folge 1805 (45 Min.)Für das traditionell senegalesische Osterdessert wird Hirse gegart und dazu werden Früchte des Afrikanischen Affenbrotbaums, Erdnussbutter, Zucker und Gewürze miteinander vermengt.Bild: Elephant Doc(1) Madrid: Dichterin der Kinder Fragt man die Madrileños nach einer Dichterin, wird meistens Gloria Fuertes genannt. Die Ikone aus Madrid, Tochter von Analphabeten, wurde 1917 geboren und verstarb 1998. Sie schaffte es, fast dem ganzen Land die Freude am Lesen näherzubringen. Im demokratischen Spanien wurde sie eine wichtige Figur des Kinderfernsehens. Auch als Dichterin richtete sie sich vor allem an Kinder ‒ die ihrer Ansicht nach „vernünftiger als die Erwachsenen“ sind. In ihnen erkannte sie offenbar das fantasievolle Mädchen wieder, das sie selbst einst war.(2) Hildegard von Bingen: Die Prophetin vom Rhein Wenn die Menschheit nicht mehr weiterweiß, erscheint Hildegard von Bingen, die 1098 geboren wurde, als wegweisende Inspiration – auch etwa 900 Jahre nach ihren Eingebungen. Sie war in vielerlei Hinsicht Wegbereiterin und weit mehr als nur eine Nonne und Mystikerin: Sie war Komponistin, Botanikerin, Heilerin – und eine der ersten großen deutschsprachigen Intellektuellen des Mittelalters. Sie betrachtete die Welt als lebendiges Werk Gottes und den Menschen als Hüter und Spiegel der göttlichen Ordnung. Dieser Grundgedanke tritt besonders dann hervor, wenn die westliche Welt eine Identitätskrise durchläuft. (3) Senegal: Benisses Hirse-Dessert Im Grand-Yoff-Viertel von Dakar bereitet Benisse ein traditionelles Osterdessert aus Hirse zu, das bei Christen und Moslems gleichermaßen beliebt ist. Sie lässt die Hirse im Dampf garen, während sie Früchte des Afrikanischen Affenbrotbaums, Erdnussbutter, Zucker und Gewürze mit der Hand vermengt. In die Mischung verarbeitet sie die gekochte Hirse, Rosinen und Butter. Für die süße Spezialität versammeln sich Freunde und Nachbarn am Tisch. (4) Kanada: Paradies der Schwesterlichkeit Im Huronsee in Ontario durchziehen Tausende Inseln die Georgian Bay. Vor etwas mehr als 100 Jahren wurde hier eine der abgelegenen, naturbelassenen Inselketten zum Paradies lediger Frauen. An den Ufern zeichneten sich damals langrockige Silhouetten mit eleganten Hüten ab … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 10.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 17.09.2026 arte Ramuntcho – Pierre Lotis Baskenland / Die heiligen Wege des Baskenlandes / Frankreich: Guilhems Poulet basquaise / Das absolute Muss: Biarritz – Der Jungfrauenfelsen
Folge 307 (45 Min.)(1) Ramuntcho – Pierre Lotis Baskenland Im Baskenland, wo das wilde Meer auf die Berge trifft, findet sich eine unberührte Natur. Schon im 19. Jahrhundert erschien diese Region als exotisch und geheimnisvoll. Auch der große Seefahrer Pierre Loti, der schon die ganze Welt umsegelt hatte, erkannte die Schönheit des Baskenlands. Inspiriert von seinen unzähligen Aufenthalten in dieser Gegend schrieb er den Roman „Ramuntcho“, in dem er seine Eindrücke und das Leben in den Dörfern detailliert schildert. Das Baskenland war ihm so ans Herz gewachsen, dass er sich diesmal auf dem Festland auf eines seiner großen Abenteuer begab.(2) Die heiligen Wege des Baskenlandes Jahr für Jahr begeben sich Hunderttausende Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela. Auf dem Weg von Frankreich nach Spanien bildet das Baskenland die vielleicht schönste Etappe der Reise – aber auch die anstrengendste: 25 Kilometer Serpentinen führen durch die baskischen Pyrenäen. Entlang dieses heiligen Wegs, den Menschen seit Jahrtausenden gehen, finden sich uralte archäologische Zeugnisse, die von der Urreligion der Basken erzählen, und Städte mit unverfälschter Atmosphäre, die an die Anfangs- und Blütezeit dieser Pilgerreise erinnern. (3) Frankreich: Guilhems Poulet basquaise Im Dorf Saint-Martin-d’Arberoue im französischen Baskenland bereitet Guilhem in seinem Foodtruck ein typisch baskisches Hühnergericht zu: Poulet basquaise. Dazu brät er Knoblauch, Zwiebeln, süße Paprika und Tomaten an und gibt ein regionales Peperoni-Gewürz dazu. In dieser Soße lässt er sein Huhn köcheln – fertig! Ein todsicheres Rezept. (4) Das absolute Muss: Biarritz – Der Jungfrauenfelsen Der „Rocher de la Vierge“ hat die Form eines Schiffsrumpfs und ist das Wahrzeichen von Biarritz. Auf der Spitze des Felsvorsprungs im Meer mit der atemberaubenden Sicht auf den Golf von Biskaya wacht seit dem 19. Jahrhundert eine Marienstatue über Schiffsleute und Badegäste. Doch sie ist nicht die einzige … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 18.09.2026 arte Irland: Alan Murrin und das Ende der Ehe / Madrid: Regenbogenfarbener Stolz / Senegal: Aidas Fischragout / Ägypten: Zauberei als Militärstrategie
Folge 1806 (45 Min.)Die Küste Irlands ist zentraler Schauplatz in Alan Murrins Roman „Coast Road“.Bild: Elephant Doc(1): Irland: Alan Murrin und das Ende der Ehe Der Weg aus den Fesseln der Ehe in die Freiheit – darum geht es in Alan Murrins Roman „Coast Road“. Im November 1995 stimmte die Republik Irland in einem Referendum knapp für die Legalisierung der Scheidung. Bis dahin war Irland der letzte Staat in der EU, in dem Scheidungen verboten waren. Diese Wende thematisiert der irische Schriftsteller in seinem 2024 veröffentlichten Roman. Er erzählt darin die Geschichten dreier unglücklich verheirateter Frauen aus dem irischen County Donegal in den frühen 1990er Jahren.(2): Madrid: Regenbogenfarbener Stolz Drag-Shows unterhalten die spanische Hauptstadt schon viel länger als man denkt. Das nationalistische, streng katholische Franco-Regime hatte homo- und transsexuelle Menschen rund 40 Jahre lang verfolgt, verhaftet und gefoltert. Nach dem Ende des Franquismus wurde Madrid in den 1980er Jahren zum Vorreiter der LGBTQ+-Rechte und des gelebten Stolzes dieser Community in Europa. Im Zuge der friedlich-heiteren Movida Madrileña entwickelte sich die spanische Hauptstadt zu einer bunten, queerfreundlichen und inklusiven Metropole. (3): Senegal: Aidas Fischragout Im Yoff-Viertel in Dakar bereitet Aida ein Fischragout fürs ganze Haus zu. Zuerst frittiert sie die Doraden und gibt nacheinander Gewürze, Tomatenmark und Gemüse hinzu. Weitere Zutaten sind Bissap aus Hibiskusblüten und etwas Mehl. Serviert wird der Fisch auf Reis. Jetzt müssen nur noch alle zu Tisch kommen! (4): Ägypten: Zauberei als Militärstrategie In Alexandria zeugen alte Prachtbauten von der Zeit, als Ägypten unter dem Einfluss Großbritanniens stand. Während des Zweiten Weltkriegs versuchten die dort stationierten Offiziere Seiner Majestät, die Truppen Hitlerdeutschlands zurückzudrängen. Zu allem bereit, baten die Briten sogar einen Zauberer um Hilfe … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 14.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 21.09.2026 arte Patagonien: Achtung, Aufnahme! Carlos Sorín dreht / Frankreich: Seelotsen auf der Seine / Estland: Aves Quiche mit Pfifferlingen / Dänemark: Gesund durch Wasser und frische Luft
Folge 1807 (45 Min.)Gesund durch Wasser und frische Luft: Am Ufer des Vejle-Fjords im Osten Dänemarks befindet sich ein Schloss, das einst als Sanatorium diente.Bild: Elephant Doc(1): Patagonien: Achtung, Aufnahme! Carlos Sorín dreht Carlos Soríns Filme sind in der Realität verankert, und oft wirken die Bewohner der Drehorte als Protagonisten mit. Im kargen Patagonien filmt Sorín Menschen, die in einfachen, oft schwierigen Verhältnissen leben. „Historias mínimas“ aus dem Jahr 2002 ist sein bekanntester Film außerhalb Argentiniens. Darin kreuzen sich die Wege dreier Personen. Sorín erzählt ihre scheinbar unbedeutenden Geschichten auf sehr menschliche, humorvolle Weise – und zeigt en passant die Absurdität des Lebens.(2): Frankreich: Seelotsen auf der Seine Seit Jahrhunderten führen sie die Schiffe sicher über die Seine, von Le Havre, wo der Fluss in den Ärmelkanal mündet, durch seine Mäander in der Normandie bis zum Industriehafen in Rouen. Ihr Beruf gilt schon seit dem Mittelalter als schwierige, mitunter gefährliche Präzisionsarbeit und ist einer respektierten Elite vorbehalten. Die Tätigkeit dieser Männer und Frauen ist unverzichtbar, denn die Seine ist eine überaus wichtige Verkehrsader für die Normandie und ganz Frankreich. (3): Estland: Aves Quiche mit Pfifferlingen In Tallinn bereitet Ave eine Pfifferlingsquiche zu, für die sie die Pilze selbst im Herbstwald gesammelt hat. Mit Hilfe ihrer beiden Töchter verknetet sie Mehl und Butter mit Käse – ein Geheimtipp ihrer Großmutter. Dann brät sie Pfifferlinge und Zwiebeln in Butter an und vermengt sie nach dem Abkühlen mit Eiern, Sahne und Käse. Anschließend kommt die Quiche in den Ofen. (4): Dänemark: Gesund durch Wasser und frische Luft Am Ufer des Vejle-Fjords im Osten Dänemarks befindet sich ein Schloss, das einst als Sanatorium diente. Hier entwickelte ein dänischer Arzt vor rund 100 Jahren die Kombination aus kaltem Wasser und frischer Luft zu einer heilsamen Anwendung und legte den Grundstein für ein neues Verständnis von Gesundheit und Wohlbefinden. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 arte Bougival: Berthe Morisots Garten / Bandana: Das Tuch aus Gujarat / Panama: Doris’ Fisch in Escabeche-Sauce / Schottland: Hände weg von meiner Miete!
Folge 1808 (45 Min.)In Bougival westlich von Paris verbrachte die Malerin Berthe Morisot glückliche Sommer mit Ehemann und Tochter und ließ sich inspirieren.Bild: Elephant Doc(1): Bougival: Berthe Morisots Garten In Bougival, westlich von Paris, verbrachte die Malerin Berthe Morisot glückliche Sommer mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter. Das bei den Impressionisten beliebte Dorf inspirierte auch die aus einer kunstaffinen, großbürgerlichen Familie stammende Pariserin. Fernab der etablierten Kunstsalons und der feministischen Bestrebungen ihrer Zeit schuf Berthe Morisot rund 40 Gemälde in Bougival. Da der öffentliche Raum Männern vorbehalten war, erschloss sie sich mit großer Zielstrebigkeit neue Ausdrucksmöglichkeiten im familiären Umfeld, so auch in ihrem Garten.(2): Bandana: Das Tuch aus Gujarat Die Bandhani-Kunst ist ein Textilfärbeverfahren, bei dem die Muster durch Falten und Abbinden des Stoffs entstehen. Ein traditionelles Zentrum dieses Handwerks ist der indische Bundesstaat Gujarat. Bereits während der Kolonialzeit exportierten die Briten in Bandhani-Technik bedruckte Stoffquadrate, die heute unter dem Namen „Bandana“ weltbekannt sind. Im 20. Jahrhundert wurde das Bandana zu einem beliebten Hals- und Kopftuch und zu einem Symbol des Widerstands. (3): Panama: Doris’ Fisch in Escabeche-Sauce Im Dorf Portobelo geht Doris auf Bonito-Fang für ihr Escabeche-Rezept. Zurück in der Küche tranchiert und würzt sie den Fisch mit Chili und Zitrone, dann wird er frittiert. Zuletzt bereitet sie die essighaltige Escabeche-Sauce zu und übergießt den Fisch damit. Das Gericht kam einst von Jamaika nach Panama und ist seit Generationen ein fester Bestandteil der lokalen Küche. (4): Schottland: Hände weg von meiner Miete! In den Straßen der 56 Stadtviertel von Glasgow sind die vielen Murals an den Gebäudefassaden nicht zu übersehen. Sie machen aus der schottischen Metropole einen Street-Art-Hotspot. In Govan, einem der bekanntesten Glasgower Stadtteile, ist ein Wandbild einem besonders wichtigen Kapitel der schottischen Frauenbewegung gewidmet. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 16.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 23.09.2026 arte Madagaskar: Roman eines blutigen Aufstands / Tschechien: Marionetten als Mittel des Widerstands / Île de France: Patricks Kalbsfrikassee / Japan: Stumm, aber nicht sprachlos …
Folge 1809 (45 Min.)Für ein Kalbsfrikassee werden zunächst Fleischwürfel in Wein mit Gemüse und einer mit Nelken gespickten Zwiebel geschmort.Bild: Elephant Doc(1): Madagaskar: Roman eines blutigen Aufstands 1947 brach im Norden Madagaskars der größte Aufstand des Landes gegen die französische Kolonialherrschaft aus. Gleichzeitig kursierte das merkwürdige Gerücht, jemand habe die dreibrüstige Zauberin Telonono – eine Brust links, zwei rechts – gesehen. Der Mythos um diese Figur ließ die 1990 in Madagaskar geborene Schriftstellerin Marie Ranjanoro nicht los und sie machte Telonono zum Leitmotiv ihres 2023 veröffentlichten Debütromans „Feux, fièvres, forêts“. Darin beleuchtet sie ein bisher kaum bekanntes Kapitel der madagassischen Geschichte und zeichnet das Bild einer in Gewalt und Chaos versinkenden Insel.(2): Tschechien: Marionetten als Mittel des Widerstands Marionetten haben in Tschechien Tradition. Schon im 16. Jahrhundert zogen Wandermarionettentheater durch die Straßen der Stadt Hradec Králové, ungefähr 100 Kilometer von Prag entfernt. Seitdem sind die Holzpuppen fest im kollektiven Bewusstsein des Landes verankert. Sie wirken unschuldig und naiv, doch der Schein trügt. In Zeiten der Unterdrückung und der Diktatur waren Marionetten in Tschechien oft ein subversives Mittel des Widerstands. (3): Île-de-France: Patricks Kalbsfrikassee In Antony bei Paris kocht Patrick ein Kalbsfrikassee nach dem Rezept seines Großvaters, der Metzger war. Er schmort die Fleischwürfel in Chablis-Wein mit Gemüse und einer mit Nelken gespickten Zwiebel. Sobald das Fleisch gar ist, dickt er die Sauce mit Butter, Mehl und Crème fraîche an, rundet alles mit Pilzen ab und bittet seine Gäste zu Tisch. (4): Japan: Stumm, aber nicht sprachlos … Allen, denen das nächtliche Treiben in Tokio zu viel wird, bleibt das Kino als geeigneter Zufluchtsort, denn in den dunklen Sälen herrscht Ruhe. Doch einst wurde hier gebannt einer Person gelauscht, die als einzige sprechen durfte … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 17.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 arte Das Peking des letzten Kaisers / China: Die Kunst der Kalligrafie / China: Karamellisierte Schweinerippchen von Liu / China: Das Geheimnis des Porzellans
Folge 308 (45 Min.)(1): Das Peking des letzten Kaisers Die Verbotene Stadt ist die legendäre Residenz der chinesischen Kaiser. Jahrhunderte lang war Besuchern der Zutritt verwehrt. Bernardo Bertolucci machte sie 1987 zum Schauplatz seines Monumentalfilms „Der letzte Kaiser“. Er war der erste ausländische Filmemacher, der die schier endlose Abfolge quadratischer Höfe und majestätischer Pforten filmen durfte. Der für seine linke Haltung bekannte Regisseur erzählte die Geschichte von Puyi, dem letzten Kaiser Chinas, der nach der kommunistischen Machtergreifung 1949 ein Leben als Gärtner im botanischen Garten der Hauptstadt fristete. Schon der Filmtitel verheißt das Ende einer Ära.(2): China: Die Kunst der Kalligrafie Die Kalligrafie ist in China ein nationaler Schatz. Die Kulturtechnik an der Schnittstelle von Kunst und Schrift existiert seit mehr als 3.500 Jahren und war lange Zeit ein Privileg der Mächtigen. Als Instrument der Macht wurde sie in der Qin-Dynastie in ganz China vereinheitlicht. Die Kalligrafie blieb jedoch lange den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten, bis die Kommunisten sie Mitte des 20. Jahrhunderts demokratisierten: Diese Form der Volksbildung war ein zentrales Element der maoistischen Ideologie. (3): China: Karamellisierte Schweinerippchen von Liu In Chengdu bereitet Liu einen Klassiker der Küche aus Sichuan zu. Zuerst kocht sie die Schweinerippchen mit Ingwer, Lauch und Reiswein. Anschließend karamellisiert sie das Fleisch in unraffiniertem Zucker und fügt eine süß-saure Soße und Brühe hinzu. Vor dem Servieren streut sie noch etwas Sesam über das typische Gericht. (4): China: Das Geheimnis des Porzellans Ob auf Tischen, Bürgersteigen und sogar auf Bäumen – in den Straßen von Jingdezhen ist das Porzellan allgegenwärtig. Seit 2.000 Jahren verarbeitet man hier Kaolin zu „weißem Gold“ von unnachahmlicher Qualität. Viele Neugierige sind dem Geheimnis der Chinesen auf der Spur … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 18.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 25.09.2026 arte Federica Manzon und die Rückkehr nach Triest / Madagaskar: In Antsiranana ist Träumen erlaub / Frankreich: Gabys Limousin-Pastete / Kyoto: Japans Amazone
Folge 1810 (45 Min.)Die norditalienische, vormals österreichische Metropole Triest liegt an der Grenze zwischen West- und Osteuropa und vereint verschiedene Sprachen und Religionen.Bild: Elephant Doc(1) Federica Manzon und die Rückkehr nach Triest Wie soll man wissen, wer man ist, wenn man in einer so vielseitigen Stadt wie Triest geboren wird? Die norditalienische, vormals österreichische Metropole liegt an der Grenze zwischen West- und Osteuropa und vereint verschiedene Sprachen und Religionen. Federica Manzons Romanheldin „Alma“ kehrt nach 30 Jahren in ihre Heimatstadt zurück und macht sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln. Für den gleichnamigen Roman gewann Manzon 2024 den italienischen Literaturpreis Premio Campiello.(2) Madagaskar: In Antsiranana ist Träumen erlaubt Im äußersten Norden Madagaskars scheint alles möglich. 1885 legten die Franzosen hier den Grundstein für Diego Suarez, die einzige Kolonialstadt auf der großen Insel im Indischen Ozean. Seit 1975 heißt sie Antsiranana. Da sie nur schwer vom Rest der Insel aus zu erreichen ist, wird die Stadt bald zu einer Welt für sich: Sie ist zugleich imperialistische Illusion, Zufluchtsort für egalitäre Utopien und Heimat wildester Fantasien. In der paradiesischen Bucht von Antsiranana sind alle Träume erlaubt. (3) Frankreich: Gabys Limousin-Pastete In Fonsoumagne bekommt die Limousin-Pastete bald ihren eigenen Wettbewerb! Gaby bereitet eine Variante mit Gemüse aus dem eigenen Garten zu. Sie rollt ihren hausgemachten Blätterteig in einer Form aus und belegt ihn mit Kartoffeln und einer Wurstmasse, die sie mit Petersilie, Knoblauch, Schalotten und Eigelb verfeinert hat. Dann bestreicht sie das Ganze mit Crème fraîche, faltet den Teig zusammen und formt in der Mitte eine Öffnung. Und ab in den Ofen! (4) Kyoto: Japans Amazone In Japan mangelt es nicht an Geschlechterklischees: Für Frauen die Geisha, für Männer der Samurai. Doch das war nicht immer so. In einem Tempel bei Kyoto ruht Tomoe Gozen, eine leidenschaftliche Kriegerin von legendärem Ruf … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 28.09.2026 arte Charles Rennie Mackintosh drückt Glasgow seinen Stempel auf / Chilenisches Patagonien: Die Natur als Erbe / Estland: Vallos Hühnersuppe mit Kalbfleischklößchen / Warschau: Polens geheime Universitäten
Folge 1811 (45 Min.)Von Nord nach Süd reihen sich im chilenischen Teil von Patagonien auf knapp 2.000 Kilometern Seen, Eisfelder und gewaltige Berge aneinander.Bild: Elephant Doc(1) Charles Rennie Mackintosh drückt Glasgow seinen Stempel auf 1884 durchstreift der Architekturlehrling Charles Rennie Mackintosh seine Heimatstadt Glasgow. Die zweitwichtigste Metropole des British Empire ist in vollem Wachstum, ehrgeizig und ständig in den Rauch ihrer Fabriken gehüllt. Auf ihren Straßen treffen sich Neureiche und unzählige Arme. Ein Schock für den jungen Mackintosh, was ihn dazu bewegt, eine völlig neue dekorative und architektonische Kunst zu entwerfen, die das Gesicht der schottischen Großstadt bis heute prägt.(2) Chilenisches Patagonien: Die Natur als Erbe Von Nord nach Süd reihen sich im chilenischen Teil von Patagonien auf knapp 2.000 Kilometern Seen, Eisfelder und gewaltige Berge aneinander. Diese Naturgewalten wirken nicht erdrückend; sie vermitteln vielmehr ein Gefühl der Erhabenheit und sind ein wahrer Segen. Die Chilenen haben erkannt, wie wichtig es ist, ihr Naturerbe zu bewahren. In einem Jahrhundert schufen sie fast hundert Parks und Naturschutzgebiete – und leisten damit der ganzen Menschheit einen Dienst. (3) Estland: Vallos Hühnersuppe mit Kalbfleischklößchen Aus den blauen Quellen von Saula, einem ganz besonderen und heiligen Ort für die Esten, schöpft Vallo das Wasser, das er für seine Hühnersuppe braucht. Zu Hause in seiner Küche bringt er das Wasser zum Kochen und legt frisches Hühnerfleisch und Lorbeerblätter hinein. Dann formt er Klößchen aus Kalbfleisch, die er in der siedend heißen Brühe gart. Eine herzhafte und stärkende Suppe, die von den Geistern der heiligen Saula-Quellen beseelt zu sein scheint! (4) Warschau: Polens geheime Universitäten Mit der Teilung Polens ab 1772 verschwand das Land langsam von der Landkarte, verschlungen vom Appetit seiner gierigen Nachbarn. Doch die Polen ließen sich nicht einfach auslöschen! Im Verborgenen bewahrten sie ihre Worte, Gedanken und Kultur auf, geschützt von einer weitblickenden und resoluten Lehrerin … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 arte Die Bretagne, Olivier Adams literarischer Zufluchtsort / Gujarat: Die letzte Heimat des Asiatischen Löwen / Panama: Isabels frittierter Fisch / Kanada: Die ersten Umweltaktivisten
Folge 1812 (45 Min.)Kanada gilt als Land der ersten Umweltaktivisten.Bild: Elephant Doc(1) Die Bretagne, Olivier Adams literarischer Zufluchtsort Olivier Adams Romane „Gegenwinde“ und „Une partie de Badminton“ spielen an der Smaragdküste zwischen Cancale und dem Cap Fréhel. Sie erzählen von Liebe, Trennung und Wiedervereinigung mit der Bretagne. Es sind zutiefst persönliche Geschichten, in denen sich jeder wiederfinden kann, im Rhythmus der Gezeiten und Landschaften, die die Gemütszustände der Figuren widerspiegeln. Die Nordbretagne ist für Adam zu einem literarischen Ankerpunk geworden.(2) Gujarat: Die letzte Heimat des Asiatischen Löwen Ein kraftvolles Brüllen dringt aus dem Dschungel, ein kurzer Laut, von der üppigen Vegetation verschluckt. Es ist nur noch hier zu hören: im Gir-Nationalpark im westindischen Bundesstaat Gujarat. Der Asiatische Löwe, ein Nachkomme der afrikanischen Raubkatze, ist nach und nach aus dem Mittleren Osten und fast auch vom indischen Subkontinent verschwunden. Sein Überleben verdankt er den Einheimischen, Prinzen wie Bauern, die mit Gir eines der ersten Natur- und Artenschutzgebiete der Welt schufen. (3) Panama: Isabels frittierter Fisch Isabel geht mit ihrer Familie am Alajuelasee fischen. Der Fang ist gut, und so steht heute frischer Tilapia auf der Speisekarte! Zu Hause in der Küche schneidet Isabel den Buntbarsch ein, reibt ihn mit Knoblauch und Salz ein und taucht ihn dann in heißes Öl. Während er frittiert, schneidet Isabel Bananen in Scheiben, brät sie goldbraun und macht daraus Krapfen. Alles wird angerichtet, und die Familie versammelt sich am Tisch, um den Fang des Tages zu genießen! (4) Kanada: Die ersten Umweltaktivisten Vancouver ist von Bergen umgeben und grenzt an den Pazifik. Anfang der 1970er Jahre legte ein altes Fischerboot dort ab. An Bord eine Handvoll Aktivisten mit einem gemeinsamen Ziel: dem Schutz des Planeten. Es war die Geburtsstunde einer globalen Ökologiebewegung … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 30.09.2026 arte Yves Marchand und Romain Meffre fotografieren Detroit / Saint-Ouen: Schatzsuche auf dem Dachboden der Welt / El Salvador: Eder Angels Tamales mit Chipilínblättern / Dänemark: Woodstock auf skandinavische Art
Folge 1813 (45 Min.)Im Herbst herrscht vor den Toren von Paris Hochbetrieb: Es ist wieder Zeit für den Flohmarkt von Saint-Ouen, auch „Dachboden der Welt“ genannt.Bild: Elephant Doc(1) Yves Marchand und Romain Meffre fotografieren Detroit Die Ford-Stadt Detroit, in der Automobil- und Fließbandfertigung ihren Ursprung nahmen, war einst die viertgrößte Metropole der USA. Anfang der 2000er Jahre stand sie vor dem Bankrott, hatte zwei Drittel ihrer Bevölkerung verloren und wurde weltweit berühmt für ihre Industrieruinen. Yves Marchand und Romain Meffre, die Urbexer reisten innerhalb von fünf Jahren sieben Mal nach Detroit. 2010 brachten sie einen Fotoband heraus, mit dem ihre Karriere begann. Eindrucksvoll zeigen sie die dunkle Seite des American Dream und die Narben eines ausgebrannten Kapitalismus.(2) Saint-Ouen: Schatzsuche auf dem „Dachboden der Welt“ Jeden Herbst herrscht vor den Toren von Paris Hochbetrieb. Es ist wieder Zeit für den Flohmarkt von Saint-Ouen, der liebevoll als „Dachboden der Welt“ bezeichnet wird. Fünf Millionen Besucher drängen jedes Jahr auf die zwölf Märkte, die sich auf sieben Hektar nördlich der französischen Hauptstadt erstrecken: der hundertjährige Biron-Markt, Dauphine, Paul Bert Serpette, Jules Vallès … Jedes Wochenende begeben sich Dekofans, Sammler, Flaneure, Handwerker und Bastler auf Schatzsuche. Jeder Stand offenbart eine Welt, ein eigenes Gesicht und eine Geschichte. (3) El Salvador: Eder Angels Tamales mit Chipilínblättern In Planes de Renderos pflückt Eder Angel im Garten ihrer Nachbarin ein paar Blätter einer lokalen Pflanze namens Chipilín. In ihrer Küche zermahlt sie die Blätter zusammen mit Mais, fügt Öl und Hühnerbrühe hinzu und macht daraus einen Teig, den sie kurz gart. Dann formt sie aus dem Teig Tamales, die sie mit Käse in Bananenblätter einrollt und erneut dampfgart. Ein köstliches und traditionsreiches Gericht, das sich schon ihre Vorfahren munden ließen! (4) Dänemark: Woodstock auf skandinavische Art In Nordjütland fegt der Wind über menschenleere Strände und bringt die Häuser zum Zittern. Vor etwas mehr als 50 Jahren landete hier eine Gruppe junger Leute, die fest entschlossen waren, in dieser Ecke Dänemarks ihren amerikanischen Traum zu verwirklichen … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte Das Schweizer Exil von Gustave Courbet / An der Waadtländer Riviera lebt es sich gut – und diskret / Julians Barschfilets am Genfer See / Schweiz: Der verschwundene Charlie Chaplin
Folge 309 (45 Min.)(1) Das Schweizer Exil von Gustave Courbet 1873 sah sich der Maler Gustave Courbet (1819–1877) gezwungen, seine Staffelei an den Ufern des Genfer Sees aufzubauen. Der Schöpfer des Selbstporträts „Der Verzweifelte“ (1844/45) und des Skandalgemäldes „Der Ursprung der Welt“ (1866) war auf der Flucht: Wegen seiner aktiven Teilnahme am Aufstand der Pariser Kommune wurde er polizeilich gesucht. Also rasierte sich der gesundheitlich angeschlagene Starkünstler, nahm einige Bilder und seine Ausrüstung unter den Arm und flüchtete bei Nacht und Nebel über die französisch-schweizerische Grenze.Der rebellische Künstler, der den Anarchisten nahestand, fand in der Schweiz neue Motive, die seiner Maßlosigkeit entgegenkamen. (2) An der Waadtländer Riviera lebt es sich gut – und diskret Die Waadtländer Riviera ist berühmt für ihre Traumlandschaft von fast zu perfekter Schönheit mit schwindelerregenden Gipfeln, die sich im glitzernden Wasser des Genfer Sees spiegeln, Bilderbuchdörfern und Märchenschlössern. In den vergangenen 150 Jahren hat sich die nur 30 Kilometer schmale Uferregion zudem den Ruf erworben, all denjenigen Zuflucht zu bieten, die ihr Vermögen im Land der Nummernkonten diskret in Sicherheit bringen und vom Fiskus unbehelligt genießen wollen. (3) Julians Barschfilets am Genfer See In Genf zeigt der junge Koch Julian, wie er Barschfilets zubereitet. Fang und Zubereitung dieser Fische haben am Genfer See eine lange Tradition. (4) Schweiz: Der verschwundene Charlie Chaplin Am Nordufer des Genfer Sees, an der Waadtländer Riviera, leben die Reichen und Schönen dieser Welt zurückgezogen in ihren Villen und ausgewählten Pensionaten. Auch Charlie Chaplin verbrachte hier die letzten Tage seines Lebens. Doch wenige Wochen nach seinem Tod im Dezember 1977 verschwand sein Sarg auf spektakuläre Weise … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 02.10.2026 arte Brasilien: Luiz Gonzaga, die fröhliche Stimme aus dem Nordosten / Frankreich: Die Gebirgspferde von Megève / Finnland: Katis Heidelbeerkuchen / Schottland: Wer tötete Miss Gilchrist?
Folge 1814 (45 Min.)(1) Brasilien: Luiz Gonzaga, die fröhliche Stimme aus dem Nordosten Luiz Gonzaga wurde im Sertão geboren, einer unwirtlichen Gegend am Rande der brasilianischen Região Nordeste. Mit seinem Akkordeon verwandelte er den roten Staub, die dornige Vegetation und den sengenden Wind seiner Heimat in fröhliche Lieder. Er machte den Forró populär, eine festliche Volksmusik. Mit den Liedern aus seiner verachteten, armen Heimat wurde Luiz Gonzaga in den 1950er Jahren zu einem der kommerziell erfolgreichsten Musiker Brasiliens.(2) Frankreich: Die Gebirgspferde von Megève In Megève bringen Pferde mit der Kraft ihres Galopps die Bergweiden zum Beben. Doch sie verstehen es auch, ihr Temperament zu zügeln und ruhig durch die Straßen des Skiorts zu trotten, dessen Symbole sie geworden sind. Das „Cheval de Megève“ ist eine Kreuzung aus Arbeitspferd und Vollblut. Es fühlt sich auf den Feldern ebenso wohl wie unter der Obhut des Menschen. Seine Vielseitigkeit machte es zum treuen Begleiter der Bewohner dieses Dorfes in der Haute-Savoie, das im vergangenen Jahrhundert zu einem der schicksten Wintersportorte avancierte. (3) Finnland: Katis Heidelbeerkuchen Auf dem Markt in Helsinki kauft Kati Zutaten für ihren Heidelbeerkuchen. Das Rezept hat sie von ihrer Mutter. Zu Hause bereitet sie einen Mürbeteig vor und belegt ihn mit wilden Heidelbeeren, die sie im vergangenen Sommer gepflückt und für den Winter eingefroren hat. Vor dem Backen bestreicht sie das Ganze mit Kermaviili, der finnischen Antwort auf Crème fraîche. Serviert wird der Kuchen mit einer Kugel Vanilleeis. Katis Freundinnen sind begeistert! (4) Schottland: Wer tötete Miss Gilchrist? Glasgow gilt als eine der gastfreundlichsten Städte Großbritanniens. Doch das war nicht immer so. Davon zeugt ein schauriger Kriminalfall, bei dem Sherlock-Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle eingreifen musste, um großes Unrecht zu verhindern … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 05.10.2026 arte Japan: Sawako Ariyoshi, Stimme der japanischen Frauen / Paris: Der rote Gürtel der französischen Hauptstadt / Panama: Catalinas geschmortes Hühnchen / Kanada: Jagd auf queere Menschen
Folge 1815 (45 Min.)(1) Japan: Sawako Ariyoshi, Stimme der japanischen Frauen 1959, im Alter 28 Jahren, veröffentlichte Sawako Ariyoshi ihren ersten Roman mit dem Titel „Eine Braut zieht flussabwärts“. Über drei Frauengenerationen hinweg entwirft die junge Autorin das akribische Porträt eines Landes im Wandel und gibt den Vergessenen der Moderne eine Stimme, zwischen Zurückhaltung und Wut. Mehr als drei Millionen Exemplare gingen landesweit über den Ladentisch. Das Werk entführt seine Leser in die geheimnisvolle Welt der japanischen Frauen, die sich langsam auf den Weg in die Neuzeit machen.(2) Paris: Der rote Gürtel der französischen Hauptstadt Es gab eine Zeit, in der Paris von einem roten Gürtel umgeben war: einer „Banlieue“ der Arbeiter mit kommunistischen Hochburgen wie Aubervilliers, Villejuif und Pantin. Sie waren im Schatten der Schornsteine entstanden, denn hierher hatte man die Fabriken Ende des 19. Jahrhunderts verlagert. Nach und nach eroberte die Kommunistische Partei eine Gemeinde nach der anderen und errichtete einen roten Wall, der so manchen in der Hauptstadt beunruhigte. Fast 50 Jahre lang machte der rote Gürtel die Stadtplanung zu einem politischen Manifest unter freiem Himmel. (3) Panama: Catalinas geschmortes Hühnchen Catalina lebt seit ihrer Geburt in dem kleinen Dorf Pedasi. Heute bereitet sie ein geschmortes Hühnchen zu. Nachdem sie das Huhn zerlegt hat, kocht sie es mit Knoblauch, Koriander, Zwiebeln, Paprika, Tomaten und Sojasoße. Dann fügt sie ihre Geheimzutat hinzu: Annattosamen, die dem Gericht seine typische Farbe verleihen. Das Hühnchen wird mit Reis und Straucherbsen serviert und sorgt bei Tisch für einhelligen Beifall! (4) Kanada: Jagd auf queere Menschen Auf dem Parliament Hill in Ottawa befindet sich das Zentrum der kanadischen Macht. Hier entscheidet sich das Schicksal des Landes. Vor sechs Jahrzehnten erfand ein Psychologe hier die „Fruit Machine“, eine Maschine, die außer Schuldigen nichts produzierte … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 06.10.2026 arte Paris: Kateb Yacines literarisches Exil / New York: Die Baumeister der Maßlosigkeit / El Salvador: Melinas Knoblauchgarnelen / Japan: Rettet die Nori-Alge!
Folge 1816 (45 Min.)(1) Paris: Kateb Yacines literarisches Exil Kateb Yacine war gerade einmal 18 Jahre jung, als er 1947 nach Paris kam. Als Algerier im Frankreich der 1950er Jahre, mitten im Algerienkrieg, schrieb er auf Französisch, in der Sprache des Feindes. Seinen inneren Zwiespalt verarbeitete er in dem 1956 erschienenen Roman „Nedschma“, der ihn als einen der Begründer der modernen algerischen Literatur etablierte. In Paris webte Kateb Yacine den Faden, mit dem er seine eigene Zerrissenheit reparierte: mit Feder, Papier und der Kraft der Poesie.(2) New York: Die Baumeister der Maßlosigkeit Ende der 1870er Jahre ist New York eine schnell wachsende Metropole. Sie möchte Venedig oder Paris sein, ohne über deren Geschichte, Architektur oder Denkmäler zu verfügen. In dieser Aufbruchsstimmung, in der Großindustrielle ihre Imperien errichten, sticht ein Künstlerduo hervor: Stanford White, ein extravaganter Architekt, für den nichts zu groß ist, und Augustus Saint-Gaudens, ein in Europa ausgebildeter Bildhauer französisch-irischer Herkunft. Beide tragen dazu bei, New York ein Gesicht zu geben und bestimmen, wie sich die Stadt in Szene setzt und selbst wahrnimmt. (3) El Salvador: Melinas Knoblauchgarnelen Melina lebt in Barra de Santiago, einem Naturschutzgebiet. Heute bereitet sie mit ihrer Familie Knoblauchgarnelen zu. Sie übergießt die Garnelen mit einer Soße aus Garnelenbrühe, Margarine, Knoblauch und Koriander und brät sie dann kurz in der Pfanne an. Als Beilagen gibt es rote Bohnen, Käse und Maistortillas. (4) Japan: Rettet die Nori-Alge! Die Nori-Alge ist ein unverzichtbarerer Bestandteil der japanischen Küche und Sushi-Kunst: eine dünne, jodhaltige Hülle, in die Reis, Fisch und andere Zutaten eingerollt werden. Doch fast wäre die Alge verschwunden! Ihre Rettung verdankt sie einer Biologin aus dem Westen … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 07.10.2026 arte Irland: The Cranberries, der irische Soundtrack der 1990er Jahre / Angola: Die bittere Geschichte des Kaffees / Baskenland: Dominiques Tintenfisch-Eintopf / Ägypten: Der grausame Vater der Anatomie
Folge 1817 (45 Min.)(1) Irland: The Cranberries, der irische Soundtrack der 1990er Jahre Dolores O’Riordan war die Stimme einer ganzen Generation: zart, zornig, hell wie zerbrechendes Glas. Mit ihrer Pop-Rock-Band The Cranberries schrieb sie den irischen Soundtrack der 1990er Jahre. In ihrer 25-jährigen Karriere verkaufte die Band mehr als 40 Millionen Alben und verstand es, die Gefühle und Sorgen der Jugend einzufangen. Ihre Melodien klingen verträumt und bittersüß, doch in ihren Texten bringen die Cranberries eindringlich die Kämpfe, Wunden und Friedenssehnsucht einer ganzen Nation zum Ausdruck. (2) Angola: Die bittere Geschichte des Kaffees Auf den Hügeln Angolas wächst, was das ganze Land geprägt hat: Ab dem 19. Jahrhundert wurden die hiesigen Kaffeepflanzen zu einer wertvollen Einnahmequelle für die portugiesischen Kolonialherren.Sie beuteten das Land, vor allem aber die Menschen aus und machten Angola bis zu seiner Unabhängigkeit 1975 zu einem bedeutenden Kaffeeproduzenten. Doch als das Land im Bürgerkrieg versank, brach der Sektor zusammen. Die Kaffeebohne wurde zum Symbol einer bitteren Geschichte, die die Angolaner heute neu und anders schreiben wollen. (3) Baskenland: Dominiques Tintenfisch-Eintopf In Guiche macht sich Dominique an die Zubereitung seines Marmitako mit Chipirones, baskischen Baby-Tintenfischen. In einem Topf brät er Paprika, Zwiebeln und eingelegte Zitronen mit Knoblauch, Salbei und Gewürzen an. Dann gibt er vorgekochte Kartoffeln sowie die über Holzkohle gegrillten Chipirones dazu. Alles ist fertig, jetzt bleibt nur noch, diesen Klassiker aus dem Baskenland zu genießen! (4) Ägypten: Der grausame Vater der Anatomie Alexandria wurde 331 vor Christus als Leuchtturm der Zivilisation gegründet. Schon in den ersten Jahren wurden die Einwohner Zeugen großer Fortschritte in Mathematik, Geografie und Medizin – einer Disziplin, die jedoch zu einem schauerlichen Spektakel ausarten konnte … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 08.10.2026 arte John Dos Passos: Madeira und die Suche nach dem Vater / Die Geschichte der Levadas / Marias Polenta mit Bastardmakrelen / Das gestohlene Lied
Folge 310 (45 Min.)(1) John Dos Passos: Madeira und die Suche nach dem Vater Die kleine portugiesische Inselgruppe Madeira vor der Nordwestküste Afrikas war einst der Ausgangspunkt großer Entdeckungsreisen, bevor sie etwas in Vergessenheit geriet. Die Inseln spielen eine weitgehend unbekannte Rolle im Leben und Werk von John Dos Passos, der als einer der renommiertesten amerikanischen Schriftsteller der Zwischenkriegszeit gilt. Er wurde 1896 als unehelicher Sohn eines Rechtsanwalts portugiesischer Abstammung in Chicago geboren und suchte lange seinen Platz zwischen Europa und den USA. (2) Die Geschichte der Levadas Madeira liegt vor der marokkanischen Küste und bildet zusammen mit weiteren Inseln eine autonome Region von Portugal.Im Nordwesten der Insel befindet sich der Lorbeerwald Fanal: Der nebelverhangene und niederschlagsreiche „Feenwald“ ist ein beliebtes Touristenziel, aber auch eine wichtige Wasserquelle. Das kostbare Nass wird durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, die Levadas, zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten geleitet. Das Kanalnetz aus dem 15. Jahrhundert ist in seiner Größe weltweit einzigartig. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts kämpften die Inselbewohner um den Zugang zum Wasser und ließen dabei manchmal ihr Leben. (3) Marias Polenta mit Bastardmakrelen In Machico interpretiert Maria einen Klassiker der heimischen Küche neu: Milho e chicharro. Bevor sie den Maisgrieß für die Polenta einrührt, aromatisiert sie das Kochwasser mit Knoblauch, Kohl und Thymian. Die Bastardmakrelen garen auf dem Grill bereits sanft goldbraun und knusprig – das ideale Gericht für die wohlverdiente Mittagspause! (4) Das gestohlene Lied Auf Madeira gehören Musik und Tanz zum Lebensgefühl. Einst sang ein Zauberer an einem abgelegenen Ort auf der Atlantikinsel ein betörendes Lied, das um die ganze Welt zog … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 09.10.2026 arte Bonga: Die Stimme Angolas / Argentinisches Patagonien: Hier sind Algen Gold wert / Finnland: Tuomas’ Schmorgericht / Paris: Eine andere Reise ins Jenseits
Folge 1818 (45 Min.)(1) Bonga: Die Stimme Angolas Erklingt die markant-raue Stimme des angolanischen Sängers Bonga, erfüllt sie den Raum mit „Saudade“ – so beschreibt man im Portugiesischen den Weltschmerz der Sehnsucht in einem Wort. Der 1942 geborene José Adelino Barcelo de Carvalho war zunächst Spitzenathlet, bevor er mit seiner Musik Widerstand gegen die portugiesischen Kolonisten leistete. Seine Musik ist von den Rhythmen des angolanischen Karnevals und vom Semba geprägt, einem Musikgenre, das im Kampf der Sklaven um Freiheit entstand. Den internationalen Durchbruch schaffte José Adelino alias Bonga mit seinem Album „Angola 72“, das er während seines Exils in Europa einspielte.(2) Argentinisches Patagonien: Hier sind Algen Gold wert Die fein verzweigte, tiefgrüne Alge gilt als vielseitig einsetzbare Wunderkraft aus der Natur – trotzdem wissen das nur die wenigsten. Im Gegensatz zu Chile und Japan schenkte Argentinien den Algen lange Zeit keine Aufmerksamkeit. Das änderte sich gegen Mitte des 20. Jahrhunderts. Seither hat sie das Landschaftsbild des argentinischen Patagoniens und den Alltag der Einwohner verändert – dank eines gewagten Unternehmers, der seiner Zeit voraus war. (3) Finnland: Tuomas’ Schmorgericht Tuomas kocht sein Schmorgericht mit geräuchertem Fleisch im Freien. Zunächst dünstet er Gewürze mit Schafs- und Pferdefleisch an. Dann gibt er Anchovis, Crème fraîche, Kapern sowie Tomatenmark hinzu und lässt alles köcheln. Nach einer Schlittschuhpartie lässt er sich dieses Wohlfühlgericht mit über dem Feuer gebackenen Kartoffeln schmecken. (4) Paris: Eine andere Reise ins Jenseits Man stellt sich den Cimetière du Père-Lachaise, den größten Friedhof von Paris, mit vielen Gräbern von Berühmtheiten wie einen Ruhehafen in der umtriebigen Metropole vor. Doch Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier ein Ereignis vorbereitet, das ordentlich für Lärm sorgte. Die Reise ins Jenseits stand damals kurz vor einer entscheidenden Veränderung … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 12.10.2026 arte Das naturalistische Nancy von Emile Friant / Das Carabao: Treuer Helfer der philippinischen Bauern / El Salvador: Rinas gefüllte Tortillas / Großbritannien: Schottland macht nicht mit
Folge 1819 (45 Min.)(1) Das naturalistische Nancy von Émile Friant Als Sohn eines Kunstschmieds wuchs der 1863 geborene Emile Friant in bescheidenen Verhältnissen in Nancy auf. Mit nur 26 Jahren erhielt der schon zu Lebzeiten anerkannte Maler auf der Weltausstellung 1889 die Goldmedaille. Künstlerisch blieb Friant dem Naturalismus treu – den impressionistischen, fauvistischen oder gar kubischen Strömungen der Avantgarde folgte er nicht; vielmehr schuf er in seinen Gemälden nahezu fotografische Präzision. Seine Hauptmotive sind häusliche Alltagsszenen aus Nancy.(2) Das Carabao: Treuer Helfer der philippinischen Bauern Im Schlamm der philippinischen Reisfelder suhlt sich ein gebuckelter, schiefergrauer Riese mit nach hinten gekrümmten Hörnern im Schlamm: der Carabao-Wasserbüffel. Dieses „Bad“ hat gleich zwei Vorteile: Das Carabao reguliert damit seine Körpertemperatur und der Schlamm bietet Schutz vor Insekten. Die Tiere sind nicht aus dem philippinischen Landschaftsbild wegzudenken und gelten als Wahrzeichen des Landes. Zwar gibt es Wasserbüffel auch in anderen asiatischen Ländern, aber die Carabao-Art ist hauptsächlich auf dem Philippinen-Archipel heimisch, das mehr als 7.000 Inseln zählt. Das Land beschleunigt zwar seine Modernisierung, aber das Carabao stört das kaum. (3) El Salvador: Rinas gefüllte Tortillas In Lourdes bereitet Rina Pupusas zu, das Nationalgericht von El Salvador. Dafür knetet sie Reismehl und Wasser zu einem Teig. Ihre Nichte formt daraus die Tortillas, denn darin ist sie unschlagbar. Anschließend füllt sie die Teigtaschen mit Käse, Kürbis, Kidneybohnen und frittiertem Fleisch und schiebt sie in den Ofen. Die Pupusas werden mit Salat serviert und traditionell mit der Hand gegessen. (4) Großbritannien: Schottland macht nicht mit Etwa 80 Kilometer nördlich von Edinburgh liegt Arbroath: eine kleine Fischerstadt, in der Geschichte geschrieben wurde. Die Abtei, der an der windigen Nordseeküste gelegenen Kleinstadt wurde zum Schauplatz eines Ereignisses, das die Identität Schottlands prägte und den Papst selbst einbezog. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 13.10.2026 arte Grönland: Aka Høeghs Blick auf die Natur als Kunstform / Paris: Amerikas Eldorado / Panama: Olivers Knoblauch-Garnelen / USA: Zu Fuß geht’s erst richtig los!
Folge 1820 (45 Min.)(1) Grönland: Aka Høeghs Blick auf die Natur als Kunstform Wenn die grönländische Künstlerin Aka Høegh an ihren Felsschnitzereien, Gemälden und Skulpturen arbeitet, sind die Mythen und Legenden der Inuit ihre Inspiration. Als Pionierkünstlerin der 1970er Jahre ist sie in vielerlei Hinsicht eine Ikone für Grönland. Zentrales Thema ihrer Kunst ist die dynamische Beziehung des Menschen – grönländisch: „Inuk“ – zur Natur. Das sieht man zum Beispiel an ihrer Lithografie „Das Eis schmilzt“ oder an ihrem Großprojekt „Stein und Mensch“.Diese stehen für ein Grönland, das seiner „Inuk“-Identität selbst Ausdruck verleiht. Høegh etabliert damit auch ein eigenes, von ethnischen und kolonialen Stereotypen losgelöstes Identitätsnarrativ. (2) Paris: Amerikas Eldorado Seit über 100 Jahren ist Paris „The Place To Be“ für Amerikaner. In den 1920ern lebten etwa 40.000 von ihnen in der französischen Hauptstadt. Als Weltmetropole der Künste erscheint Paris damals wie ein Eldorado des kreativen Schaffens, der Möglichkeiten und der individuellen Verwirklichung. Berauscht vom Freiheitsgeist ihrer französischen Wahlheimat, brachten sie ihrerseits Impulse von der anderen Seite des Atlantiks nach Europa. Schon Ende des 18. Jahrhunderts kamen die ersten Amerikanerinnen und Amerikaner nach Paris, doch wirklich groß wurde die Gemeinschaft erst nach dem Ersten Weltkrieg. (3) Panama: Olivers Knoblauch-Garnelen Der an der Pazifikküste Panamas gelegene Bezirk Chame ist bekannt für die Garnelenzucht – auch Oliver kauft hier direkt beim Erzeuger ein. Zurück in der Küche übergießt er die Schalentiere mit heißem Wasser. Nach dem Schälen brät er sie in Knoblauchbutter, Chili und Zwiebeln an. Dazu serviert er zweifach frittierte Kochbananenscheiben – Patacones genannt – und teilt die Mahlzeit mit seinen Freunden. (4) USA: Zu Fuß geht’s erst richtig los! USA-Touristinnen und -Touristen sind sich einig: Besonders als Fußgänger lernt man New York richtig kennen. Die Einwohnerinnen und Einwohner der trubeligen Metropole sind nicht zuletzt für ihren schnellen Gang bekannt. Einst konnte man hier zu Fuß sogar reich werden … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 14.10.2026 arte Andrée Viollis: Reporterin auf Weltreisen / Saint-Nazaire: Wo die Ozeanriesen entstehen / Estland: Kristis Pancakes / Grönland: Der ignorierte Forscher
Folge 1821(1) Andrée Viollis: Reporterin auf Weltreisen Die 1870 geborene französische Reporterin Andrée Viollis war schon vor ihrer Japanreise für ihren Mut bekannt: In den Schützengräben dokumentierte sie die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs, recherchierte in der Sowjetunion, durchquerte den Himalaja, um über die Aufstände in Afghanistan zu berichten, und deckte Wahrheiten über die Kolonialgeschichte Frankreichs in Indochina auf. Im Japanischen Kaiserreich beobachtete sie nahezu prophezeiend den Aufstieg des Nationalismus. Ihre Japanreportagen sind in zwei Sammlungen zusammengefasst: „Le Japon et son Empire“ und „Le Japon intime“.(2) Saint-Nazaire: Wo die Ozeanriesen entstehen In Saint-Nazaire, an der Mündung der Loire, zieht eines der größten Schiffbauunternehmen der Welt besonders viele Besucherinnen und Besucher an: In der Großwerft „Chantiers de l’Atlantique“ werden seit Anfang des 19. Jahrhunderts riesige Schiffe gebaut. Die Atlantikwerften waren von Anfang an strategisch wichtig und stehen für Ansehen und Macht. Damit macht Frankreich international deutlich, dass sichere und schnelle Schiffe sein Spezialgebiet sind. Kriege und Wirtschaftskrisen hätten das Schicksal der Werften besiegeln können, doch dank Innovation und Modernisierung bestehen sie bis heute fort. (3) Estland: Kristis Pancakes In Laulasmaa bereitet Kristi Pfannkuchen zu, die sie an ihre Großmutter erinnern, die immer welche auf dem Küchentisch stehen hatte. Sie verrührt Eier, Kefir, Hafermehl und Backpulver zu einem glatten Teig. In der gefetteten Pfanne backt sie dann die Küchlein goldbraun auf. Dazu gibt es Blaubeermarmelade aus Früchten des angrenzenden Waldes und Schlagsahne. (4) Grönland: Der ignorierte Forscher Von Grönland aus erreichte Anfang des 20. Jahrhunderts ein afroamerikanischer Forscher als Erster den Nordpol. Doch jahrzehntelang wurden die Leistungen des schwarzen Polarforschers ungerechterweise nirgends erwähnt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 15.10.2026 arte
