• Folge 1766 (45 Min.)
    Auf der Insel Bigeh, unweit des Assuan-Staudamms in Ägypten, soll sich das Grab des Gottes Osiris befinden. Seit Jahrhunderten zieht dieser Ort Grabräuber und Heilungssuchende an. – Bild: Elephant Doc
    Auf der Insel Bigeh, unweit des Assuan-Staudamms in Ägypten, soll sich das Grab des Gottes Osiris befinden. Seit Jahrhunderten zieht dieser Ort Grabräuber und Heilungssuchende an.
    (1): Valois: Die Träumereien des Gérard de Nerval Nördlich von Paris liegt das Valois, eine geschichtsträchtige Region voller Wälder, Schlösser und Parks. Mitte des 19. Jahrhunderts, als die industrielle Revolution in vollem Gange ist, kehrt der Romantiker Gérard de Nerval in diese Region zurück, wo er einen Teil seiner Jugend verbrachte. In der Kurzgeschichte „Sylvie, Erinnerungen ans Valois“ verleiht er seiner Melancholie und einem gewissen Misstrauen gegenüber den Umwälzungen der Welt Ausdruck. (2): Japan: Die Alchemie des Washi-Papiers Robust wie ein Samurai, zart wie eine Geisha: Washi-Papier ist aus dem Alltag der Japaner nicht wegzudenken. Es erzählt von der Geschichte eines Landes, das sich vom kriegerischen Imperium zu einem Reich der Kultiviertheit wandelte, in dem Papier nicht nur der Übermittlung von Botschaften dient, sondern Ausdruck einer Philosophie der Harmonie und Schlichtheit ist. Washi-Papier wird handgeschöpft, was es so besonders und wertvoll macht. Innerhalb weniger Minuten vollzieht sich ein alchemistisches Wunder und ein Blatt Papier entsteht. (3): Ibiza: Esidros Reiseintopf Seine Fischerhütte am Meer, Fleisch und Reis: Mehr braucht Esidro nicht, um seinen Eintopf zuzubereiten. Er beginnt mit einer Fischbrühe und gibt dann Schweinefleisch, Tintenfisch und Paprika hinzu. Jetzt ist die Picada an der Reihe. Für die Würzpaste zerstößt Esidro Gewürze, Kräuter und Hühnerleber in einem Mörser und gibt sie in den Topf. Nach einem kurzen Sprung ins kühle Nass muss nur noch der Reis hinzugefügt werden! (4): Ägypten: Keine Ruhe für die Mumien Unweit des Assuan-Staudamms liegt die Insel Bigeh. Hier soll sich das Grab von Osiris befinden – dem Gott des Jenseits und der Wiedergeburt. Doch seit Jahrhunderten wird der ewige Schlaf von Grabräubern gestört. Meist hoffen diese Diebe auf Schätze, doch manchmal auch auf Heilung … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 06.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 13.04.2026 arte
  • Folge 1767 (44 Min.)
    Während der Besetzung durch die Nationalsozialisten bildete sich auf der französischen Insel Oléron ein einzigartiger Widerstand unter sowjetischer Führung.
    (1): Ligurien: Italo Calvino sieht die Welt von oben „Der Baron auf den Bäumen“ von Italo Calvino erschien 1957 und zählt zu den meistgelesenen Romanen der italienischen Literatur. Er handelt von den sagenhaften Abenteuern des Barons Cosimo im Zeitalter der Aufklärung. Der Autor ähnelt seinem Helden: Weise und nonkonformistisch betrachtet er die Menschen mit bissigem und weitsichtigem Blick, allerdings stets mit der Absicht, sie zu verbessern. Als müsse man sich in die Baumwipfel begeben, um die Welt zu begreifen und richtig zu handeln. (2): Kosovo: Im Reich der Derwische Tekke bedeutet Rückzugsort und bezeichnet einen Derwischkonvent. Im Kosovo sind die Tekkes vor neugierigen Blicken geschützt, man betritt sie meist durch eine unscheinbare Tür am Ende einer Gasse. Wenn sich ein Derwisch verbeugt, dann nur, um Gott näher zu sein – selbstlos, wie es der Sufismus verlangt, die mystische Strömung des Islam. Derwische sind in Orden organisiert und streben nach der Symbiose mit Gott. Im Kosovo, wo Orient und Okzident aufeinanderprallen, ist ihnen die Symbiose mit der bewegten Geschichte des Landes gelungen. (3): Bali: Tria, Königin des Bubur Injin Wenn Tria in Denpasar nicht gerade Beiträge auf Social Media postet, macht sie ihr berühmtes Bubur Injin. Für den schwarzen Reispudding weicht sie schwarzen und weißen Klebreis über Nacht ein. Am nächsten Tag bereitet sie den Reis nach ihrer eigenen Methode zu: Sie lässt ihn fünf Minuten bei starker und dreißig Minuten bei schwacher Hitze kochen und dann nochmal fünf Minuten quellen. In den Topf kommen außerdem Palmzucker, Salz und Pandanblätter. Schließlich gibt Tria selbstgemachte Kokosmilch über den Reis. Ein Rezept, das bestimmt viral geht! (4): Frankreich: Sowjetischer Widerstand auf der Insel Oléron Aufgrund ihres fast mediterranen Klimas trägt Oléron den Beinamen „die Leuchtende“. Doch die Insel erlebte auch dunklere Zeiten, als sie von den Deutschen besetzt wurde. Damals erwachte ein einzigartiger Widerstand unter Führung der Sowjets … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Di. 14.04.2026 arte
  • Folge 1768 (45 Min.)
    Die Extremadura, eine arme und unwirtliche Region im Westen Spaniens, wurde im 16. Jahrhundert zum Ausgangspunkt für die großen Expeditionen in die Neue Welt.
    (1): Färöer: Die spitze Feder des William Heinesen Über den Weiten der Färöer schweben die Worte von William Heinesen, einem der größten nordischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Bissig und zugleich poetisch prangerte der militante und humanistische Autor die Unterdrückung seines Volkes an. Seine historischen Romane „Die Gute Hoffnung“, „Der schwarze Kessel und „Die verdammten Musikanten“ beleuchten die Vergangenheit der Faröer Inseln, die lange Zeit von einem allmächtigen Dänemark und einer autoritären Kirche beherrscht wurden. (2): Extremadura: Das unglaubliche Schicksal der Konquistadoren Im Westen Spaniens liegt ein raues, unwirtliches Land, eine der ärmsten und am dünnsten besiedelten Regionen der Iberischen Halbinsel: die Extremadura. 1493 kehrte ein Mann namens Christoph Kolumbus nach langer Reise hierher zurück und ebnete den Weg für eine ganze Generation von Abenteurern auf der Suche nach Gold, Ruhm oder einfach nur Brot. Männer, die im Laufe des 16. Jahrhunderts die Extremadura zum Ausgangspunkt für die großen Expeditionen in die Neue Welt machen und die Weltkarte für immer verändern würden. (3): Mexiko: Dalias Schokotortillas Heute ist Kinderfest in Tekax. Dalia nutzt die Gelegenheit und backt ihre beliebten Schokotortillas! Sie röstet Kakaobohnen bei schwacher Hitze und nimmt sie vom Feuer, sobald sie aufplatzen. Dann werden sie geschält und gemahlen. Den gewonnenen Kakao verteilt Dalia auf Tortillas, die sie trocknen lässt. Zum Schluss fügt sie dem restlichen Teig Zucker hinzu, damit die Kinder ihre eigene Schokolade herstellen können! (4): Türkei: Rasenschlacht in Istanbul Galatasaray, Beşiktaş oder Fenerbahçe? In Istanbul erregt der Fußball die Gemüter. Ein Spiel einer dieser drei Mannschaften prägte die Geschichte des türkischen Fußballs für immer. Wobei die Schlacht auch auf dem Spielfeld ausgetragen wurde … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 08.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 15.04.2026 arte
  • Folge 1769 (45 Min.)
    Uralte Rituale auf windigen Berggipfeln: In den abgeschiedenen Nilgiris, den „blauen Bergen“ im Süden Indiens, wacht das Volk der Toda über das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde.
    (1): Frankfurt am Main: Ein Lausbub namens Struwwelpeter Struppiges Haar, schmutzige und ellenlange Fingernägel: Wer kennt ihn nicht, den Struwwelpeter! Er entsprang 1844 der Fantasie des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann und ziert den Titel eines der erfolgreichsten deutschen Kinderbücher. Mit beißender und bisweilen grausamer Ironie erzählen die Bildergeschichten von den Missgeschicken ungezogener Gören. Sie dienten Generationen von deutschen Kindern als abschreckendes Beispiel und Karikaturisten in aller Welt als Vorlage. (2): Indien: Toda, die Wächter der blauen Berge Nilgiri bedeutet auf Hindi „blaue Berge“. Die Nilgiris erstrecken sich im äußersten Süden Indiens. Es ist eine abgeschiedene Welt, isoliert vom Rest des Landes. Hier züchtet das Volk der Toda seine Büffel und wacht über das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde. Auf den windigen Berggipfeln versammeln sich die Toda und führen ein uraltes Ritual fort. Sie drehen sich im Kreis und besingen die Erde, die Büffel und die Götter, die sich in den Wolken verbergen. Als würde ihnen das gemeinsame Tanzen helfen, den Veränderungen der Welt besser standzuhalten. (3): Marseille: Lionels Bouillabaisse Lionel, ein waschechter Sohn der Calanques an der Côte Bleue, bereitet eine Bouillabaisse zu. Zunächst brät er Felsenfisch mit Zwiebeln, Kräutern und Tomaten an. Dann löscht er alles mit Weißwein ab und lässt es einkochen. Denn daher kommt der Name Bouillabaisse: Wenn es kocht (bouille), wird die Hitze heruntergedreht (abaisse). Schließlich passiert Lionel die Suppe und fügt Meeraal und Petersfisch hinzu, den Fang des Tages. Ein mediterranes Gericht, wie es frischer nicht sein könnte! (4): Dänemark: Eine Düne auf Wanderschaft Ist das eine Fata Morgana? Nein, im Norden Jütlands sollte man nicht auf eine Oase oder Palmen hoffen! Die Wüste ist eine Wanderdüne, die einem Sandmeer gleicht. Seit Jahrhunderten wird die Råbjerg Mile vom Wind bewegt, und doch wäre dieser natürliche Koloss beinahe verschwunden … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 09.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 16.04.2026 arte
  • Folge 298 (44 Min.)
    (1): Anna Moï und die bittersüße Geschichte Vietnams Die Schriftstellerin Anna Moï wurde 1955 in Saigon geboren und schreibt in ihrer zweiten Muttersprache Französisch. 2003 kehrte sie, das Kriegskind, in die Heimat zurück und wurde mit ihren Erinnerungen konfrontiert. Im Jahr darauf erschien der Roman „Schwarzer Reis“. Darin beschreibt sie das Schicksal der beiden Schwestern Tan und Tao, die während des Krieges von südvietnamesischen Soldaten verhaftet, gefoltert und interniert werden. Inmitten des Leids werden ihnen die Erinnerungen an die Gerüche und Geräusche Saigons zur Zuflucht. (2): Vietnam: Lateinische Schrift als Identität Von der Hauptstadt Hanoi bis zur alten Kaiserstadt Hue: Die Vietnamesen sind gerne anders. So verwendet Vietnam als einziges Land auf dem asiatischen Kontinent das lateinische Alphabet. Importiert wurde es von Jesuitenpriestern, die damit die vietnamesische Sprache transkribierten und die Bevölkerung evangelisierten. Nach und nach löste die lateinische Schrift die vietnamesische ab und wurde zum Ausdruck für Nationalstolz und Unabhängigkeit. (3): Vietnam: Nguyens Entensuppe Auf dem Markt in Hanoi kauft Nguyen eine Ente für ihre Suppe. Zu Hause gibt sie zunächst das Geflügel zusammen mit Zwiebeln, Ingwer und gegrillten Schalotten in einen Kochtopf. Dann bereitet sie die weiteren Zutaten vor: Fischsoße, Fadennudeln, Bambussprossen und frische Kräuter. Sobald die Ente gar ist, wird alles zusammengefügt – und fertig ist die Suppe! (4): Vietnam: Der König der Hochstapler In den 1880er Jahren war Vietnam eine französische Kolonie und begehrtes Ziel für alle, die auf Eroberungen aus waren. Einer dieser Glücksritter, Charles David de Mayréna, versuchte bei den Einheimischen das Unmögliche: ein eigenes Königreich zu gründen … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 10.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 17.04.2026 arte
  • Folge 1770 (45 Min.)
    Verbotene Liebe in einem einsamen Dorf der aragonesischen Pyrenäen: Der von Lorenzo Mediano geschriebene Roman „La escarcha sobre los hombros“ (wörtlich: Raureif auf den Schultern) ist Volksmärchen und politische Fabel zugleich.
    (1): Lorenzo Mediano: Liebesleid in den aragonesischen Pyrenäen Lorenzo Mediano ist ein spanischer Arzt, Survival-Trainer und Autor, dessen Werke noch auf eine deutsche Übersetzung warten. Sein 1998 erschienener Roman „La escarcha sobre los hombros“ (wörtlich: Raureif auf den Schultern) ist Volksmärchen und politische Fabel zugleich. Er spielt Anfang der 1930er Jahre in einem einsamen Dorf in den aragonesischen Pyrenäen und handelt von der verbotenen Liebe zwischen einem Hirten und der Erbin einer reichen Familie. Stimmungsvoll beschreibt Mediano die Landschaft, die Stille und die unbarmherzigen Gesellschaftsnormen in der abgelegenen Bergregion Aragoniens, wo heute vermutlich niemand mehr lebt. (2): Ägypten: Von Tauben und Menschen Jeden Tag bei Sonnenuntergang wird der Himmel über Kairo zum Parkett für einen faszinierenden Tanz: Tausende von Tauben erheben sich in die Lüfte und gleiten elegant hin und her, ohne dass sich ihre Flugbahnen kreuzen. Während Tauben in anderen Ländern als „Ratten der Lüfte“ geschmäht werden, verehrt man sie in Ägypten seit jeher als „Könige des Himmels“. Die Haustaube, Columba livia domestica, ist der älteste domestizierte Vogel der Welt. Vor Jahrtausenden zählten die Ägypter zu den ersten, die in der Taube eine Verbündete sahen. (3): Bali: Komangs Kokos-Bananen-Kissen Bantal ist Indonesisch und bedeutet Kissen. In Sidemen bereitet Komang ihre Kue Bantal zu, eine süße Leckerei für Festtage. Dafür folgt sie einem präzisen Ritual: Zuerst fertigt sie den „Kissenbezug“ aus gerollten Kokosblättern. Dann gibt sie einen Mix aus Kokosraspeln, Zucker, Salz und Klebreis sowie Bananenstückchen in die Blätter. Die süßen Bissen sehen zwar aus wie Kissen, doch ihre Zubereitung ist nichts für Schlafmützen! (4): Île de Ré: Vorhof zur Hölle Heute lädt die Île de Ré Reisende zur Flucht aus dem Alltag ein. Doch im 19. Jahrhundert dachten einige dort an Flucht im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die französische Atlantikinsel war der letzte Zwischenstopp für Häftlinge vor ihrer Deportation in die fernen Strafkolonien … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 20.04.2026 arte
  • Folge 1771 (45 Min.)
    Die aus Sardinien stammende Aktivistin und Autorin Michela Murgia sprengt in ihrem Roman „Accabadora“ die patriarchalische Tradition der italienischen Insel und baut sie Stein für Stein aus feministischer Sicht wieder auf.
    (1): Michela Murgia: Die weibliche Stimme Sardiniens Die Mauern der sardinischen Ortschaft Cabras erinnern an die hier geborene und früh verstorbene Michela Murgia. Die italienische Aktivistin und Autorin schrieb sich 2009 mit ʺAccabadoraʺ in die Herzen von Leserinnen auf der ganzen Welt. In ihrem Roman sprengt sie die patriarchalische Tradition Sardiniens und baut sie Stein für Stein aus weiblicher Sicht wieder auf. Sie definiert die Familie und die Grenzen des Heiligen neu. Auf berührende Weise verbindet Murgia modernes und archaisches Italien, Feminismus und Katechismus, Patchwork-Familie und Blutsbande, Lebenskraft und letzten Atemzug. (2): Anjou: Im Land der Blaugesichter Vor über zehn Jahren wurde in Anjou die letzte Schiefergrube Frankreichs geschlossen. Den ehemaligen Minenarbeitern, die sie hier liebevoll „Gueules Bleues“ („Blaugesichter“) nennen, bleibt nur noch die Erinnerung. In dieser taucht unweigerlich das immergleiche Bild der dunklen Grube auf. Im 20. Jahrhundert war Anjou der weltweit größte Schieferproduzent. Und dieses Erbe lebt weiter, denn der blaue Stein hat die Menschen, ihre Arbeit und ihre Region zusammengeschweißt. (3): Ibiza: Estelas Fleischeintopf Estela stammt aus Ibiza und hat das Kochen im Blut. Zum Klang traditioneller Musik bereitet sie einen deftigen Fleischeintopf zu. Zuerst setzt sie eine Brühe aus Huhn und Lamm auf. Während die Brühe köchelt, brät Estela Knoblauch und Scheiben von Blut- sowie Hartwurst an, gibt das Fleisch aus der Brühe sowie Paprikawürze hinzu, gießt mit Saft auf und fügt gewürfelte Ofenkartoffeln dazu. Ein Stück Heimat auf dem Teller! (4): Türkei: Der Tarzan von Manisa Über der Stadt Manisa, in den weiten Wäldern des Berges Sipylos, hauste eine lebende Legende: der türkische Tarzan! Mit nacktem Oberkörper, gebräunter Haut und einem Bart wie ein Prophet erlangte dieser originelle Geselle bald nationale Berühmtheit … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 21.04.2026 arte
  • Folge 1772 (45 Min.)
    Im japanischen Volksglauben ist er mal wohlwollend, mal hinterhältig. Im Zweiten Weltkrieg wurde er sogar als Waffe eingesetzt: der Fuchs.
    (1): James Krüss: Helgoland, das verlorene Kindheitsparadies Sein Leben lang hegte der Schriftsteller und Dichter James Krüss eine freudige und zugleich schmerzhafte Sehnsucht nach seiner Heimatinsel Helgoland. Das kleine Paradies seiner Kindheit, das durch den Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, sollte er nie wiederfinden. Nachdem er zu einem der beliebtesten Jugendbuchautoren Deutschlands geworden war, machte sich Krüss daran, seine verlorene Insel neu zu erschaffen. In seinen Werken verwandelte der im Exil lebende Schriftsteller Helgoland in eine Fabelwelt schillernder Figuren und poetischer Abenteuer. (2): Mailand: Mit Mode scherzt man nicht In Mailand wird Mode wie eine Wissenschaft gelehrt. In den Schulen der Stadt arbeiten Tausende von Studierenden daran, die Trends von morgen zu entwerfen. Im Blitzlichtgewitter zeigt jeder seinen Look und achtet auf das kleinste Detail. Ganz Italien ist stolz auf sein Modebewusstsein. Doch die Mailänderinnen und Mailänder verkörpern eine ganz besondere Eleganz. Dank ihrer industriellen Geschichte und ihres legendären Geschäftssinns haben sie einen Stil geprägt, der mit ihrer Identität verschmolzen ist. (3): Montenegro: Dragans Kalbfleisch aus dem Schmortopf In Herceg-Novi bereitet Dragan Kalbfleisch im Sač zu, einem Kochgeschirr mit jahrhundertealter Tradition. Zuerst würzt er das Fleisch mit Salz, einer Pfeffermischung und Rosmarin. Dann gibt er es mit Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und etwas Wasser in einen großen Schmortopf und stellt ihn in einen 200 Jahre alten Ofen. Serviert wird das Gericht mit einem Löwenzahnsalat, Olivenbrot und einem montenegrinischen Volkslied. (4): Japan: Geheimwaffe Fuchs Manch einer lässt sich vom weichen Fell, der spitzen Schnauze und den verschmitzten Augen täuschen, doch der Fuchs hat mehr als einen Trick auf Lager! Im japanischen Volksglauben ist er mal wohlwollend, mal hinterhältig. Im Zweiten Weltkrieg wurde er sogar als Waffe eingesetzt … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 15.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 22.04.2026 arte
  • Folge 1773 (44 Min.)
    Im polnischen Wrocław gilt Bier schon seit dem Mittelalter als das Getränk für gesellige Abende. Doch Ende des 14. Jahrhunderts schlug die Geselligkeit in Feindseligkeit um, und der Hopfensaft löste sogar einen Krieg aus.
    (1): Bruno Podalydès: Eine Nacht in Versailles Versailles steht für Pracht, Reichtum und königliche Maßlosigkeit. Die Stadt bei Paris verkörpert eine bestimmte Vorstellung von Gediegenheit und steht damit im Gegensatz zum fantasievollen, unprätentiösen Werk von Bruno Podalydès, der aus Versailles stammt und diese Klischees gekonnt auf den Kopf stellt. Der Schauspieler und Regisseur macht seinen Geburtsort zu einem riesigen Spielfeld, dessen Einwohner nicht mehr steif, sondern liebenswert durchgeknallt sind. In der Stadt seiner Kindheit etablierte sich Podalydès auch als Filmemacher: ʺEine Nacht in Versaillesʺ erhielt 1993 den César für den besten Kurzfilm. (2): Tasmanien: Strafkolonie unter freiem Himmel Vor der Küste Australiens liegt Tasmanien, dessen Geschichte lange Zeit totgeschwiegen wurde. Auf dem Archipel zeugt jede Straße, jede Brücke, jedes Gebäude von Leid und Entbehrung. Im 19. Jahrhundert schickte das Britische Empire mehr als 70.000 Sträflinge nach Tasmanien, um hier Zwangsarbeit zu leisten. Die Hauptinsel wurde zu einem riesigen Freiluftgefängnis, einer Kolonie, gegründet auf der Enteignung der Ureinwohner und der Ausbeutung der Sträflinge – alles zugunsten des „Mutterlandes“. (3): Madrid: Juans Eintopf In Madrid bereitet Juan einen deftigen Eintopf zu. Zunächst setzt er eine Fleisch-Gemüse-Brühe auf. Dann formt er Pilotas: Fleischbällchen, die er in Kohlblättern dämpft. Zum Schluss kocht Juan Blutwurst und Chorizo ab und macht Rellenos: Omeletts, die mit Schweinefleisch und in Brühe getränktem Brot gefüllt werden. Ein Festmahl, für das man einen gesunden Appetit und einen starken Magen braucht! (4): Polen: Der Bierkrieg Wenn es in Wrocław mit Freunden oder der Familie etwas zu begießen gibt, ist Bier das Getränk der Wahl, wie schon im Mittelalter! Doch Ende des 14. Jahrhunderts schlug die Geselligkeit in Feindseligkeit um, und der Hopfensaft löste sogar einen Krieg aus … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 16.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 23.04.2026 arte
  • Folge 299 (45 Min.)
    (1): Delft: Die schönste Stadt in Vermeers Bilderwelten Das Städtchen Delft im Westen der Niederlande mit seinen Kanälen und prächtigen Bürgerhäusern aus rotem Backstein zeugt bis heute von den Erfolgen der niederländischen Kaufleute. Hier erblickte 1632 mit Johannes Vermeer einer der großen Meister der niederländischen Malerei das Licht der Welt. Weltberühmt sind seine Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, „Dienstmagd mit Milchkrug“ und „Ansicht von Delft“. Weitaus weniger bekannt, aber nicht minder geheimnisvoll, ist dagegen Vermeers Geburtsstadt. (2): In den Niederlanden: Blühender Wohlstand In den Niederlanden ist die Tulpe ein Star. Sie eint das Volk, bringt Farbe in die Landschaft und ist die Heldin des Nationalepos. Jedes Jahr wird ihr deshalb ein eigener Tag sowie ein achtwöchiges Festival gewidmet. Die Geschichte der ursprünglich nicht einheimischen Blume ist untrennbar mit der des Landes verbunden und handelt von Faszination, Spekulation und manchmal auch vom nackten Überleben. Die Niederlande produzieren heute einen Großteil der weltweit verkauften Tulpen. (3): Niederlande: Renés Bohnensuppe mit Algen In Lutjewinkel führt uns René auf den letzten Bauernhof der Niederlande, wo Bohnen noch auf traditionelle Art angebaut werden – darunter auch die Wieringer in den Farben Weiß und Orange, der holländischen Nationalfarbe. Die Bohnen bereitet René als Suppe zu, weitere Zutaten sind Queller, Meerlattich und Hecht. (4): Niederlande: Mit dem Fahrrad Richtung Zukunft Speichen, Lenker, Räder überall – Drahtesel sind von den Straßen Amsterdams nicht mehr wegzudenken. Doch erst eine Aktion im Jahr 1965 sicherte dem Fahrrad einen Platz im Herzen der Amsterdamer und inspirierte auch andere europäische Hauptstädte … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 17.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 24.04.2026 arte
  • Folge 1774 (45 Min.)
    Hocharomatisches Festmahl: Ayam Betutu ist mit allerlei Gewürzen bestrichenes Hähnchen aus Bali.
    (1): Kosovo: Kaltrina Krasniqi träumt von der Unabhängigkeit „Vera träumt vom Meer“, der erste Spielfilm der kosovarischen Regisseurin Kaltrina Krasniqi, wurde 2021 bei den Filmfestspielen von Venedig vorgestellt und bei mehreren internationalen Festivals ausgezeichnet. Dabei wäre das Projekt beinahe gescheitert. In ihrem Film zeichnet Krasniqi das Porträt von Frauen im Kosovo kurz nach der Unabhängigkeit und hinterfragt ihre Stellung in der noch jungen Gesellschaft. Was die Titelheldin Vera mit all den anderen Frauen verbindet, ist der Kampf um die eigene Unabhängigkeit. (2): Rouen: Jeanne d’Arc, eine weibliche Ikone Die mittelalterlichen Gassen und Mauern von Rouen tragen ein blutiges Brandmal: Sechs Jahrhunderte nach den Geschehnissen zeugen sie vom tragischen Ende der Jeanne d’Arc, ihren letzten Augenblicken, ihrem Prozess und ihrer Hinrichtung. Doch in Rouen begann auch ihre Legende und Rehabilitierung in den Augen der Welt. Zwischen Mythen und Vereinnahmungen aller Art sind die Jahrhunderte vergangen. Und doch strahlt diese weibliche Ikone mehr denn je. (3): Bali: Wayans scharfes Hähnchen Wer Ayam Betutu zubereiten will, braucht Rhythmus im Blut! Beschwingt schnippelt Wayan Zitronengras, Schalotten, Knoblauch, Kurkuma, Ingwer und andere würzige Knollen. Dann bestreicht er ein Hähnchen mit der Gewürzmischung, legt es in einen Topf, bedeckt es mit Wasser und lässt es köcheln. Der Duft, der durch die Küche strömt, verspricht ein hocharomatisches Festmahl! (4): Ägypten: Eine revolutionäre Messmethode 331 vor Christus wurde am Mittelmeer die Metropole Alexandria gegründet. Mit ihrer großen Bibliothek sollte sie der Leuchtturm der Zivilisation werden. Das längst verschwundene Lesehaus wurde lange Zeit von einem Gelehrten geleitet, der eine revolutionäre Messmethode entwickelte … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 27.04.2026 arte
  • Folge 1775 (45 Min.)
    Im portugiesischen Golegã besteht eine Verbundenheit zu einer der ältesten Reitpferderassen der Welt: dem Lusitano. Die Pferde gelten als außerordentlich wendig, mutig und intelligent und wurden ab dem 18. Jahrhundert für eine besondere Reitkunst genutzt.
    (1): Elfenbeinküste: Frédéric Bruly Bouabré, der malende Prophet Mit 25 Jahren hatte der 1923 geborene Ivorer Frédéric Bruly Bouabré eine himmlische Offenbarung: Er sollte sein Leben der Bewahrung des afrikanischen Gedächtnisses widmen. Daraufhin erfand er ein grafisches Alphabet seiner Muttersprache Bété und zeichnete täglich Piktogramme mit erklärenden Legenden, die voll tiefsinnigen Humors den ivorischen Alltag abbildeten. Als Dichter, Maler, Forscher, Gelehrter und Prophet hinterließ Bouabré ein umfassendes und vielseitiges Werk. (2): Portugal: Wenn Pferde zum Tanz bitten In Portugal kann es schon mal vorkommen, dass man auf einer Caféterrasse einem Pferd begegnet. Denn die Tiere dürfen hier fast alles! In Golegã ist man einer der ältesten Reitpferderassen der Welt verbunden: dem Lusitano. Der Name erinnert an die römische Provinz Lusitania, die vor mehr als 2.000 Jahren einen Großteil des heutigen Portugals umfasste. Der Lusitano gilt als besonders wendig, mutig und intelligent. Ab dem 18. Jahrhundert nutzten ihn die Portugiesen für eine Reitkunst, die heute in ganz Europa anerkannt ist. (3): Spanien: Rosas geschmorte Schweinebäckchen Auf einem der größten Märkte Madrids, dem Mercado de Maravillas, kauft Rosa Schweinebäckchen. Zu Hhause bereitet sie eine Brühe zu, für die sie Zwiebeln, Paprika, Piment, Sellerie und Karotten anschwitzt. Nachdem sie das Fleisch in einer Pfanne angebraten hat, gibt sie es zum Gemüse. Es folgen eine Flasche Rotwein, etwas Honig und jede Menge Gewürze. Dann muss das Ganze bis zum Einbruch der Nacht köcheln. (4): Polen: Eine gesalzene Sprechstunde In der Nähe von Krakau erstreckt sich unter der Erde ein schier endloses Stollenlabyrinth. Hier wurde einst Salz abgebaut – das weiße Gold, das jahrhundertelang für den Reichtum des Landes sorgte. Ein Arzt war sogar davon überzeugt, dass der wertvolle Mineralstoff alle Übel heilen könnte … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 21.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Di. 28.04.2026 arte
  • Folge 1776 (45 Min.)
    Zurück zur Natur: Mit dieser Devise wurde Gustav Gräser, ein mittelloser Deutscher aus Siebenbürgen, im späten 19. Jahrhundert zum Vorreiter der Hippiebewegung in Bayern.
    (1): Griechenland: Voula Papaioannou fotografiert die Besatzungszeit In den 1940er Jahren tauchten in Athen ganz besondere Fotos auf. Sie stammten von Voula Papaioannou, einer Pionierin der Fotografie in dem Mittelmeerland, das damals vor allem männliche Talente feierte. Papaioannou fing Schönheit nicht nur dort ein, wo sie offensichtlich war, sondern konnte auch den dunkelsten Zeiten der griechischen Geschichte des 20. Jahrhunderts noch ein Funkeln abgewinnen. Die Fotografin erlebte den gewaltsamen Alltag der italienischen und später der deutschen Besatzung. Und als ihre männlichen Kollegen an die Front zogen, blieb sie bei den Opfern und verwundeten Soldaten. (2): München: Der erste Hippie In einem Ort in Süddeutschland pflegt man bis heute die Kunst des Zusammenlebens und Gegen-den-Strom-Schwimmens. Die Bewegung geht zurück auf Gustav Gräser, einen mittellosen Deutschen, der Ende des 19. Jahrhunderts aus Siebenbürgen nach München kam. Angetrieben vom intellektuellen Wettstreit, der damals in der bayerischen Stadt herrschte, wurde er zum Propheten eines neuen Weges: Zurück zur Natur, heißt die Devise! (3): Argelès-sur-Mer: Simons katalanischer Tintenfisch Frischer als Simons gefüllte Tintenfische geht es nicht! Für das Familienrezept wäscht und schneidet der Katalane zunächst seinen Fang des Tages. Die Tentakel kommen in eine Fleischfüllung, die dann in die Tintenfische gefüllt wird. Anschließend werden diese in einer Tomatensoße gekocht, die Simon mit einer Würzpaste aus Brot, Steinpilzen, Knoblauch, Schokolade und Pinienkernen verfeinert. (4): Türkei: Spionagehochburg Ankara Im Zweiten Weltkrieg verhielt sich die Türkei neutral. In Ankara, seit 1923 Hauptstadt des Landes, befanden sich alle Botschaften auf dem Hügel von Çankaya. Briten und Deutsche beäugten und bespitzelten sich gegenseitig, während sich eine Spionageaffäre wie aus einem James-Bond-Film zusammenbraute … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 22.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 29.04.2026 arte
  • Folge 1777 (45 Min.)
    Auf der Insel Sant’Antioco vor der Küste Sardiniens wird bis heute eine der seltensten und wertvollsten Fasern verarbeitet: Muschelseide. Der Prozess ist aufwendig – vom Sammeln der Muscheln am Grund der Lagune bis zum Weben des schimmernden Stoffs.
    (1): Frankreich: Kiraz zeichnet den Pariser Chic Im Frankreich der Nachkriegszeit und bis in die 2000er Jahre bevölkerten Les Parisiennes von Kiraz die Seiten der Zeitschriften und die kollektive Vorstellungskraft. Hinter der scheinbaren Leichtigkeit der eleganten und ein wenig frivolen Damen steckte der bissige Blick des Zeichners Edmond Kirazian, der 1923 als Sohn einer armenischen Familie in Kairo geboren wurde. Nach dem Krieg verliebte sich Kiraz in Paris und seine Bewohnerinnen. Schelmisch sezierte er die Veränderungen einer patriarchalischen Gesellschaft, die zusehends von der Emanzipation der Frauen erschüttert wurde. (2): Sardinien: Auf der Insel der Muschelseide-Spinnerinnen Vor der Küste Sardiniens liegt eine kleine Insel, auf der bis heute eine der seltensten und wertvollsten Fasern verarbeitet wird: Byssus, auch Muschelseide genannt. Die Bewohner von Sant’Antioco sammeln sie am Grund der Lagune, wo die Große Steckmuschel (Pinna nobilis) lebt. Aus ihren Fasern stellen sie einen schimmernden Stoff her. Muschelseide war früher vor allem für religiöse Würdenträger bestimmt und galt lange Zeit als Prestigeobjekt. Ihre Seltenheit und aufwendige Verarbeitung machen das Weben zu einer besonderen Kunst, die schon mehrfach beinahe in Vergessenheit geraten wäre. (3): Montenegro: Damirs schwarzes Risotto In Damirs Familie wird seit Generationen schwarzes Risotto zubereitet. Damir beginnt mit einer Fischbrühe, in der er den Reis nach und nach weichkocht. Der Tintenfisch und seine Tinte verleihen dem Gericht seine Intensität. Zum Schluss wird der kulinarische Klassiker aus der Bucht von Kotor mit Petersilie und Zitronenschale verfeinert. (4): Japan: Muhammad Ali traut sich was In Japan, dem Reich der Kampfkünste, gilt Puroresu als exzentrischer Wrestling-Ableger. Mit Tritten, Schlägen und spektakulären Stürzen verwandeln die millimetergenauen Choreographien den Ring in eine Bühne. 1976 bereitete sich das Land auf den Kampf des Jahrhunderts vor … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 23.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 30.04.2026 arte
  • Folge 300 (44 Min.)
    (1): Claude McKays buntes Marseille Der 1889 geborene jamaikanische Autor Claude McKay war einer der ersten Vertreter der Harlem Renaissance. Als er 1924 in Marseille landete, war er in den USA bereits ein anerkannter Dichter. Krank und ruhebedürftig ließ sich der Poet, Weltenbummler und Freigeist für ein paar Jahre in der südfranzösischen Hafenstadt nieder. Ihr buntes Treiben inspirierte ihn zu zwei Romanen: „Romance in Marseille“, der erst 2020 wiederentdeckt und veröffentlicht wurde, und „Banjo: A Story without a Plot“ (1929), eine erstaunlich moderne Geschichte über eine Gruppe von Vagabunden sowie über Liebe und Musik, Sex und Alkohol und die Entdeckung der eigenen Negroness. (2): Die Fischerhütten von Marseille Die südfranzösische Mittelmeermetropole mit ihren berühmten Calanques ist seit jeher dem Meer zugewandt. Einst war sie ein Fischerdorf. In dieser Zeit entstanden die Cabanons: Hütten, in denen die Fischer ihre Ware aufbewahrten. Als mit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert Arbeiter nach Marseille strömten, wurden die Cabanons zu Wohnhäusern und Symbolen einer Lebensart „à la marseillaise“. (3): Marseille: Hervés Aioli Hervé verrät sein Rezept für ein typisches Gericht der Provence: Aioli. Dafür braucht es frische Eier, eine bunte Auswahl an Gemüse, Kabeljau und vor allem sehr viel Knoblauch. (4): Marseille: Eine originelle Besucherin Seit mehr als 2.000 Jahren ist Marseille ein Ort der Begegnung zwischen Nord- und Südeuropa, Reisenden und Waren aus aller Welt, und der alte Hafen war schon immer Mittelpunkt dieses geschäftigen Treibens. Im 19. Jahrhundert ging hier eine ganz besondere Touristin an Land … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 24.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 01.05.2026 arte
  • Folge 1778 (45 Min.)
    Timbungan stammt aus einer Zeit, in der auf Bali noch ohne Töpfe und Pfannen gekocht wurde: Hühnerfleisch wird mit einem pikant gewürzten Teig und Moringa-Blättern vermengt, in Bambusstangen gefüllt und schließlich am Feuer gegart.
    (1): „Die Reise nach Ordesa“, eine spanische Geschichte Den Schmerz über den Tod der Eltern verarbeitete der spanische Schriftsteller und Dichter Manuel Vilas in literarischer Form. In seinem 2018 erschienenen Roman „Die Reise nach Ordesa“ umkreist er die durch den Verlust gerissene Leerstelle und erzählt liebevoll, doch nie beschönigend, von einer ganz gewöhnlichen spanischen Familie in der Zeit des untergehenden Franco-Regimes. Ein Roman, der mit bitterer Poesie in die Vergangenheit eintaucht und von den spanischen Medien zum Buch des Jahres gewählt wurde. (2): Burgund: Das Keramik-Tal Im südlichen Burgund hat der Lehmboden die Geschichte eines ganzen Tals geprägt. Fabrikschlote veränderten die Ufer des Canal du Centre zwischen Saône und Loire, genauso wie das Leben jener Menschen, die im Zuge der Industrialisierung fortan die Brennöfen und Maschinen in den Manufakturen bedienten. (3): Bali: Putu Suars Bambushühnchen In Munduk bereitet Putu Suar ein Rezept zu, das er von seinen Vorfahren geerbt hat: Timbungan. Es stammt aus einer Zeit, in der noch ohne Töpfe und Pfannen gekocht wurde. Putu Suar stellt zuerst einen Teig her, der durch Kurkuma, Ingwer, Schalotten, Chili, Lorbeer und Koriander seinen pikanten Geschmack erhält, und vermengt ihn mit Hühnerfleisch und Moringa-Blättern. Das Ganze wird in Bambusstangen gefüllt und am Feuer gegart. (4): Polen, die Wiege einer Sprache des Pazifismus Mitte des 19. Jahrhunderts war Polen in drei Gebiete unter deutscher, österreichischer und russischer Herrschaft aufgeteilt. In den Straßen von Białystok lauschte ein Junge der Sprachensymphonie, die allerdings schnell in heftige Schimpfereien zwischen den Volksgruppen umschlagen konnte. Im Kopf desjenigen, der sich später „Doktoro Esperanto“ nennen sollte, reifte die hoffnungsvolle Idee einer Universalsprache, die Konflikte verhindern könnte. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 27.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 04.05.2026 arte
  • Folge 1779 (45 Min.)
    Seit die junge türkische Republik vor 100 Jahren ihre Einheit und Identität auf dem Anbau und der Verarbeitung von einheimischem Tee gründete, ist der Çay das Getränk der türkischen Nation.
    (1): Ein Amerikaner in Paris: James Baldwin, endlich frei November 1948: James Baldwin war 24 Jahre alt, als er mit 40 Dollar in der Tasche in Paris ankam. Wie andere Amerikaner vor ihm hatte er den Vereinigten Staaten und den ständigen Demütigungen den Rücken gekehrt – ein Schritt aus reinem Selbsterhaltungstrieb, wie er später sagte. In seinem zweiten, 1956 veröffentlichten Roman „Giovannis Zimmer“ erforscht er seine vielfältigen Identitäten als Schwarzer, als Amerikaner und als Homosexueller. In Baldwins Schaffen ist die Stadt keine reine Kulisse, sondern der Spiegel seines Bewusstseins und seiner Obsessionen; der Ort, aus dem er seine Figuren schöpfte und an dem er seine Stimme fand. (2): Tee, das Getränk der türkischen Nation Ein kleines Glas, in dem ein leicht bitteres, rubinrotes Getränk schimmert: In der Türkei bestimmt Tee den Tagesablauf. Der Çay ist das Symbol einer Erfolgsstrategie, denn vor 100 Jahren gründete die junge türkische Republik ihre Einheit und Identität auf Anbau und Verarbeitung von einheimischem Tee. (3): Mexiko: Adrianas Honigkrapfen In Tankuché haben Adrianas Honigkrapfen eine besondere Bedeutung: Der Honig stammt von der Stachellosen Honigbiene und gilt als Geschenk der Maya-Götter. Vor jeder Ernte wird ein Gebet gesprochen. Imkerin Adriana verrührt zunächst Mehl, Milch, Eier und Hefe zu einem Teig, der portionsweise in heißes Öl getaucht und anschließend großzügig mit Honig übergossen wird. Eine einzigartige Köstlichkeit, die tief in der Maya-Kultur verwurzelt ist. (4): Eine Bildungspionierin in Spanien Die Stadt Ferrol am Atlantik ist als Militärhafen und als Geburtsort des ehemaligen Diktators Franco bekannt. Mit ihr ist aber auch das erstaunliche Schicksal einer Pionierin in den Bereichen Bildung und Informatik verbunden, die zudem einen bahnbrechenden Gegenstand erfand … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 05.05.2026 arte
  • Folge 1780 (45 Min.)
    Mitte des 19. Jahrhunderts ließ sich in Saint-Denis eine Gemeinschaft von Bretonen nieder. Unterbezahlt, in miserablen Wohnverhältnissen lebend und oft diskriminiert, bildeten diese neuen Fabrikarbeiter die erste Zuwanderergeneration des Pariser Vororts.
    (1): José Afonso, die Stimme des portugiesischen Volkes Man sagt, er habe Fenster geöffnet, wo zuvor nur Mauern standen. Mit seiner sanften, unverfälschten Stimme sang José Afonso seine poetischen Texte zu allen Rhythmen, die die portugiesische Musik zu bieten hat. Sein Lied „Grândola, Vila Morena“ gab am 25. April 1974 das Signal zum Start der friedlichen Nelkenrevolution, die die vierzigjährige Diktatur von António Salazar beendete. Afonso, auch Zeca genannt, war die kämpferische Stimme des portugiesischen Volkes und sah sich im Dienste einer gerechteren Welt. (2): Saint-Denis, eine Hochburg bretonischer Brüderlichkeit Mitte des 19. Jahrhunderts ließ sich im damaligen Pariser Vorort Saint-Denis eine Gemeinschaft unbeugsamer Bretonen nieder. Unterbezahlt, in miserablen Wohnverhältnissen lebend und oft diskriminiert, bildeten diese neuen Fabrikarbeiter die erste Zuwanderergeneration der Stadt. Die lange Zeit verachteten Neuankömmlinge legten den Grundstein für eine säkulare, linksgerichtete Arbeiterhochburg, in der Solidarität und Brüderlichkeit bis heute oberstes Gebot sind. (3): Montenegro: Nikos gegrillter Tintenfisch In der Fischerstadt Tivat bereitet Niko ein Gericht zu, das mittlerweile selten geworden ist: im Ofen gegarter Tintenfisch. Zunächst spült er ihn ab und mariniert ihn mit Essig, Zitrone und Lorbeer, bevor er ihn bei geringer Hitze in Wasser köcheln lässt. Anschließend kommt der Tintenfisch mit sonnengereiftem Gemüse und dem obligatorischen Knoblauch in den Ofen. Noch etwas Petersilie darübergestreut – und schon ist die Köstlichkeit servierfertig! (4): Türkei: Zurück auf die Schulbank 1923 gründete Mustafa Kemal die Republik Türkei auf den Trümmern des Osmanischen Reiches. Neues Land, neue Hauptstadt: Ankara. Die Modernisierung schritt zügig voran und mit ihr bald auch eine neue Art des Lesens und Schreibens … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 29.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 06.05.2026 arte
  • Folge 1781 (45 Min.)
    Für den Dichter Paul Lynch ist Irland nicht die „grüne Insel“, sondern so dunkel wie Guinness-Bier. Sein Roman „Grace“ spielt im Irland des späten 19. Jahrhunderts und erzählt von einer Odyssee inmitten der Grausamkeit der großen Hungersnot.
    (1): Paul Lynchs Irland-Odyssee An der Seite eines Dichters durch die Kreise der Hölle zu wandern – dazu lädt der irische Schriftsteller Paul Lynch ein. Für Lynch, dessen dystopisches Werk „Das Lied des Propheten“ den renommierten Booker-Preis erhielt, ist Irland nicht die grüne Insel, sondern so dunkel wie Guinness-Bier. Lynchs Prosa funkelt und strahlt in dieser Finsternis. Sein dritter, 2017 erschienener Roman „Grace“ spielt im Irland des späten 19. Jahrhunderts und erzählt die Odyssee der jungen Titelheldin, die auf den Straßen des Landes die grausame Wirklichkeit einer großen Hungersnot erlebt. (2): Kosovo: Gesänge erzählen die Geschichte der Albaner Das kleine Balkanland Kosovo ist seit 2008 unabhängig, doch seine Gebiete sind seit Jahrhunderten umstritten. Eine wichtige Rolle für die Weitergabe der Geschichte spielen die sogenannten Sofras, reich gedeckte Festtafeln, die sogar einer Musiktradition ihren Namen gaben. So ist es in den Familien der Kosovo-Albaner üblich, für Hochzeiten, andere Feierlichkeiten oder Beerdigungen Sänger und Musiker zu engagieren, die die Freuden und Leiden der Menschen besingen. (3): Ibiza: Jaimes Tortilla Für Jaime ist Kochen wie Musizieren, und so bereitet er auch seine Tortillas zu. Er gart die Kartoffeln, vermengt sie mit Eiern, Zwiebeln und Knoblauch und brät die Mischung in der Pfanne. Währenddessen bereitet er einen frischen Salat vor – immer im Rhythmus der Musik. Anschließend teilt Jaime alles mit seinen Freunden in der Bar, in der er als DJ auflegt. So wird jeder Bissen zum Fest! (4): Japan: Frauen am Netz Spiel, Satz und Sieg! In Japan steht Volleyball insbesondere bei Frauen ganz oben auf der Liste der beliebtesten Sportarten. Seinen Ruf verdankt der Sport der hochkarätigen japanischen Frauenmannschaft, deren Spiel die Welt verzauberte … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 30.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 07.05.2026 arte
  • Folge 301 (44 Min.)
    (1): Charlotte Perriands inspirierendes Japan Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Le Corbusier ging die französische Architektin Charlotte Perriand (1903⁠–⁠1999) nach Japan. Die Reise wurde zum Aha-Erlebnis: In Tokio und Kyoto entdeckte Perriand 1940 die zeitlose Schlichtheit des japanischen Baustils und ließ sich vom traditionellen Kunsthandwerk inspirieren. Zurück in Frankreich brachte sie Bambus, buddhistische Formen und Tatamis in ihre eigenen Kreationen ein und entwarf modulierbare, offene Wohnräume sowie Möbel von universeller Eleganz. (2): Die geheimnisvollen Damen von Kyoto Kyoto war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes und damit japanische Hauptstadt. Seit mehr als 1.000 Jahren ist die Stadt eines der Zentren der traditionellen japanischen Kultur. In ihren historischen Gassen mit den Holzhäusern sind manchmal noch Geishas zu sehen. Diese reizenden, hoch gebildeten Unterhaltungskünstlerinnen wurden zum Wahrzeichen der Stadt. Die Geishas, auch Geikos genannt, sind die Hüterinnen der feinen japanischen Lebensart und führten lange eine geheimnisumwobene Existenz. (3): Mayumis Bento In Tokio bereitet Mayumi ein Bento vor: eingelegtes Gemüse, Reis und die Reste vom Vortag, so lautet das Rezept. So gelingt ein günstiges und schnell zubereitetes Gericht zum Mitnehmen. Mayumi kocht Mais, schneidet Rettichstängel klein und brät sie mit Sesam an. Lachsscheiben kommen für einige Minuten in den Ofen. Mayumi gibt zunächst den gekochten Reis in die Bentobox und verteilt dann die übrigen Zutaten darauf. (4): Jagd auf Schwerter Die berühmten Katana-Schwerter sind seit Jahrhunderten der Stolz der japanischen Samurai. Um jeden Versuch einer Revolte der japanischen Schwertkämpfer im Keim zu ersticken, wurde im 16. Jahrhundert als besonders erniedrigende Maßnahme Jagd auf ihre Schwerter gemacht … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 01.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 08.05.2026 arte
  • Folge 1782 (45 Min.)
    Das Thunfischsteak aus Montenegro wird in dicke Scheiben geschnitten, in Olivenöl und Petersilie mariniert und dann auf heißer Glut gebraten. Dazu passt ein Rote-Bete-Salat.
    (1): Victor del Árbols gnadenlose Extremadura Es gibt Landschaften, die unter die Haut gehen, in denen das Leben so hart ist wie der Boden selbst. Die Extremadura im Westen der Iberischen Halbinsel ist eine solche Landschaft. Hier spielt Victor del Árbols 2021 erschienener Roman „El hijo del padre“. Árbol war Seminarist und Polizist, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Heute zählt er zu Spaniens wichtigsten Krimiautoren. In dem autobiografisch inspirierten Familienepos beleuchtet er das Schicksal dreier Männergenerationen, die von Schuld und Schweigen geprägt sind. (2): Frankreich: Von Schafen und Menschen Staksige Beine, krumme Nase, raues Fell: Das Brigasque-Schaf ist nicht elegant, aber athletisch. Im Mercantour-Massiv, dem letzten Ausläufer der Südalpen vor dem Mittelmeer, fühlt es sich zu Hause. Schafe und Hirten konnten sich stets aufeinander verlassen. Gemeinsam passten sie sich den Herausforderungen einer Grenzregion an, die nacheinander provenzalisch, savoyisch, piemontesisch, italienisch und schließlich französisch war. Das Brigasque-Schaf, das einst zum Wohlstand der Region beitrug, wäre fast ausgestorben. Seine Rettung verdankt es ein paar engagierten Züchtern. (3): Montenegro: Pashas Thunfischsteaks In Tivat grillt Pasha Thunfischsteaks, die er mit seiner Community teilt. Den Thunfisch hat er frisch aus der Adria gefischt. Der Fisch wird in dicke Scheiben geschnitten, in Olivenöl und Petersilie mariniert und dann auf heißer Glut gebraten. Das Gericht wird mit einem Rote-Bete-Salat aus dem Gemüsegarten serviert und dann an einem großen Tisch gereicht. Hier finden alle Platz und lassen es sich gemeinsam schmecken! (4): Kairo: Ein blutiger Empfang Mitten in Kairo erhebt sich die Zitadelle von Saladin, eine Festung aus dem 12. Jahrhundert. In ihren Mauern fanden die größten Empfänge statt, die das Leben der Nation prägten. Anfang des 19. Jahrhunderts verwandelte sich einer davon in ein Blutbad … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 11.05.2026 arte
  • Folge 1783 (45 Min.)
    Im Anjou gibt es immer mehr Liebhaber der Loire-Schifffahrt, die Boote restaurieren oder nachbauen.
    (1): Deutschland: Georg Philipp Telemann, Avantgardist der Barockmusik In der Bekanntheitsrangliste deutscher Komponisten nimmt Georg Philipp Telemann keinen der vorderen Plätze ein. Dabei zählt er mit mehr als 3.600 Kantaten, Oratorien, Opern und Sonaten zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. Anfang des 18. Jahrhunderts brillierte Telemann als vielseitiger Musiker und versierter Geschäftsmann. Er war nicht nur ein Mann seiner Zeit, in der die deutschen Städte durch die protestantische Reformation in die Moderne katapultiert wurden, sondern auch ein Avantgardist der Barockmusik. (2): Frankreich: Die Hüter der Loire Im Anjou gibt es immer mehr Liebhaber der Loire-Schifffahrt, die Boote restaurieren oder nachbauen. Seit Jahrhunderten prägen die Schiffer das Leben dieser fruchtbaren Region am Tor zum Atlantik. Die Loire, die wichtigste Verkehrsader des Königreichs Frankreich, machte das Anjou zu einem strategischen Durchgangsort. Heute werden die alten Boote wieder zu Wasser gelassen. Die Loire-Schiffer müssen das Geschick von Fischern und das Wissen von Seefahrern beherrschen. Ihnen obliegt es, die Erinnerung an die Loire als Handelsweg zu bewahren. (3): Mexiko: Leticias frittierte Tortillas Bei Leticia sind Salbutes Familiensache! Rezept und Zubereitung der frittierten Maistortillas werden von einer Generation an die nächste weitergegeben. Zunächst wird ein Hähnchen mit Habanero-Chili gekocht und dann mit Recado, einer aromatischen Würzpaste, bestrichen und gebraten. In der Zwischenzeit formt und brät Leticia Maistortillas, die sie mit Hähnchenfleisch, Kohl, Tomaten, Avocados und Zwiebeln belegt. (4): Dänemark: Der andere Eiserne Vorhang Von den Kreidefelsen der Insel Møn blickt Dänemark auf die Ostsee. Vor knapp vierzig Jahren glitt hier eine Gestalt über das Wasser: ein Mann, der einem Regime trotzte, das seine Grenzen für unüberwindbar hielt. Er brach am Strand zusammen, sein Surfbrett hinter ihm wie ein Wrack … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 arte
  • Folge 1784 (45 Min.)
    Die Geschichte der spanischen Juden spielte in Navarra, im Norden der Iberischen Halbinsel.
    (1): Sorj Chalandon: Verrat in Belfast Für Sorj Chalandon schmeckt Verrat nach Torf und Guinness: eine bittere Galle, die einen bis zur Übelkeit erfüllt und jede Freundschaft vergiftet. So fühlte sich der französische Schriftsteller und Journalist, als er herausfand, dass der Mann, den er als Bruder betrachtete, ein Führungsmitglied der Irisch Republikanischen Armee (IRA), zwanzig Jahre lang für das Vereinigte Königreich spioniert hatte. Aus dem einschneidenden Ereignis entstanden zwei Romane, die hauptsächlich in Belfast spielen: „Mon traître“ (2008) und „Rückkehr nach Killybegs“ (2011). (2): Navarra: Das Schicksal der spanischen Juden Es ist eine Geschichte, die im katholischen Spanien verdrängt wurde: die Geschichte der spanischen Juden. Navarra im Norden der Iberischen Halbinsel war ihr Zentrum. Im Mittelalter fanden in dieser Region, die sowohl den andalusischen Kalifaten als auch dem Königreich Frankreich nahe lag, zahlreiche Juden unter dem Schutz der Herrscher Zuflucht, erlangten Wohlstand und schufen die Grundlage der sephardischen Kultur. Doch 1492 beschlossen die katholischen Könige die große Vertreibung, und die Juden wurden im Mittelmeerraum verstreut. (3): Senegal: Aissatous Reis mit Dörrfisch In Toubab Dialaw kocht Aissatou für die Schulkinder einen Klassiker: Thiebou Kéthiakh. Damit alle satt werden, bereitet sie eine große Menge zu. Zuerst brät sie Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chilischoten in einem großen Topf an. Dann gibt sie Kéthiakh – getrockneten und gesalzenen Fisch – sowie Gemüse hinzu. Das Ganze wird mit Nokoss, einer Würzpaste, verfeinert und mit Reis serviert. Den Kindern schmeckt’s! (4): Japan: Ein christlicher Samurai „Gebetsinseln“: So wird der japanische Amakusa-Archipel auch genannt. Im 16. Jahrhundert konvertierten viele Japaner zum Christentum, was den Behörden sehr missfiel. Manche gaben ihren Glauben auf, andere beteten heimlich weiter zu Christus. Unter ihnen auch ein kleiner Junge … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 13.05.2026 arte
  • Folge 1785 (45 Min.)
    Zwischen den Weltkriegen entwickelte der polnischen Arzt Janusz Korczak in Warschau eine neue Sichtweise auf das Kind und leitete ein Waisenhaus, wo auch seine Idee zu einer „Kinderrepublik“ entstand …
    (1): Anthony Passeron und die Anfänge der Aids-Epidemie Was die Familie von Anthony Passeron durchgemacht hat, ist das Drama einer Epoche: die Aids-Epidemie Anfang der 1980er Jahre, die Frankreich bis ins abgelegene Hinterland von Nizza heimsuchte. 33 Jahre nach dem Aids-Tod seines Onkels beschließt Passeron, der damals als Lehrer für Geschichte und Geografie arbeitete, die Familientragödie in einem Roman aufzuarbeiten. „Die Schlafenden“ wird mit 80.000 verkauften Exemplaren zum Bestseller. Passeron erzählt vom Niedergang seiner Familie und vom Kampf der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, das unbekannte Virus zu verstehen. (2): Rumänien: Auf Draculas Spuren Blut, Knoblauch und Kruzifixe: Ein düsteres Bild haftet an Siebenbürgen, einer Region, die seit 1918 zu Rumänien gehört. Es heißt, hier spuken finstere Gestalten mit spitzen Reißzähnen durch düstere Burgen. Ein Mythos, der viel mit westlichen Schauermärchen zu tun hat, von dem Siebenbürgen jedoch profitiert, indem es sich auf seine Geschichte, Rituale und Dämonen zurückbesinnt. Die mittelalterliche Burg Bran, auf einem Felsen thronend, ist weltweit als Wohnsitz von Dracula bekannt und entwickelte sich zu einer der beliebtesten Touristenattraktionen des Landes. (3): Ibiza: Margas Paella Marga liebt ihre Heimat Ibiza. Für ihre Familie bereitet sie eine traditionelle Paella zu. Nach dem Marktbesuch brät sie aus Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und Tomaten zunächst eine Basis für die Brühe an. Dann gibt sie Hähnchen, Fisch und Meeresfrüchte hinzu und würzt mit selbstgemachter Picada. Zum Schluss streut sie den Reis kreuzförmig darüber und rundet das Ganze mit Muscheln, Venusmuscheln und Garnelen ab. (4): Polen: Janusz Korczaks „Kinderrepublik“ „Das Kind wird nicht zum Menschen, es ist bereits einer.“ Diese Worte stammen von dem polnischen Arzt Janusz Korczak. Zwischen den Weltkriegen entwickelte er in Warschau eine neue Sichtweise auf das Kind und leitete ein Waisenhaus, das als „Kinderrepublik“ bekannt wurde … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 14.05.2026 arte
  • Folge 302 (45 Min.)
    (1): Agatha Christies Englische Riviera Agatha Christie liebte die Küstenregion von South Devon mit ihren atemberaubenden Landschaften. Die Englische Riviera ist geprägt von schroffen Steilküsten, üppigen Gärten und versteckten Buchten. Hier, in den nostalgischen viktorianischen Häusern und verträumten englischen Gärten, begann die junge Agatha, sich ihre Geschichten auszudenken. (2): Badetourismus made in Britain Großbritannien ist eine riesige Insel, die vom Meer umgeben ist und von Kiesstränden und Badeorten gesäumt wird. Das britische Strandleben ist eine bunte Mischung aus Jahrmärkten, blasser, sonnenempfindlicher Haut und bunt bemalten Umkleidekabinen. Badevergnügen am Meer kennt man hier seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Davor waren das Planschen im Wasser und das Bad in der Sonne überhaupt kein Thema. So überraschend es also auch klingen mag: Der Badetourismus ist eine britische Erfindung! (3): Williams Schweinebraten mit Äpfeln In Brighton liest William frisch vom Baum gefallene Äpfel auf und bringt sie in seine Küche, um ein traditionelles Gericht zuzubereiten: Schweinebauch mit knuspriger Schwarte und Apfelsoße. Bei William weckt die einzigartige Mischung aus herzhaftem Fleisch und süßen Früchten Kindheitserinnerungen. (4): Die Regenschirm-Polemik Portsmouth, eine Hafenstadt mit Marinestützpunkt, erstreckt sich an der englischen Südküste entlang eines Meeres voller Schiffe. Die Engländer haben seit jeher eine symbiotische Beziehung zum Wasser – und dies selbst zu Lande, denn hier regnet es durchschnittlich 136 Tage im Jahr. Früher bedeutete ein kleiner Spaziergang, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Regenschauer abzubekommen – bis ein Brite, ein Abenteurer mit vielen Gesichtern, sich der Sache annahm … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 15.05.2026 arte
  • Folge 1786 (45 Min.)
    (1): Paris: Die Eleganz der Concierge „Die Eleganz des Igels“, der 2006 erschienene zweite Roman der französischen Autorin und Philosophin Muriel Barbery, wurde gleich zwölf Millionen Mal verkauft und in rund 40 Sprachen übersetzt. Erzählt wird die Geschichte der unauffälligen Concierge Renée Michel und der jungen, hochbegabten Paloma, die im fünften Stock des Wohnhauses, über das Renée wacht, die menschliche Komödie im Mikrokosmos der Pariser Bourgeoisie in ihrem Tagebuch festhält. Mit „Die Eleganz des Igels“ gelang Barbery eine bittersüße Sozialsatire, die sich wie eine humanistische Fabel liest. (2): Türkei: Auf den Spuren der Pontosgriechen An der östlichen Schwarzmeerküste finden sich auch heute noch Spuren eines Volkes, das hier vor über 2.500 Jahren lebte. Die Pontosgriechen hatten es im Altertum verstanden, in einer gebirgigen Enklave den Grundstein einer reichen Zivilisation zu legen. Über Jahrhunderte und Imperien hinweg hielt sich das Volk hier, bis es im 20. Jahrhundert brutal zwangsdeportiert wurde. Heute überlebt die Erinnerung an die pontosgriechische Kultur im Ausland dank einer sehr aktiven Diaspora. In der Türkei kann man sie jedoch nur hinter vorgehaltener Hand erwähnen. (3): Italien: Danieles Orecchiette al pomodoro In Capurso bereitet Daniele Orecchiette al pomodoro vor, ein für die Region Apulien typisches Gericht. Unterstützt von seiner Nachbarin Leila, knetet er Gries und Wasser zu einem Teig, aus dem die kleinen „Öhrchen“ geformt werden. Gleichzeitig brät Daniele Knoblauch und Regina-Tomaten in Olivenöl an. Während die Tomaten vor sich hin köcheln, wird die Pasta erst getrocknet, dann gekocht und schließlich unter die Soße gehoben. Abgerundet wird das Ganze mit Cacioricotta, einem wahren Schatz des italienischen Südens. (4): Polen: Der Sänger aus der Hölle Krakau, unweit von Auschwitz, ist von den Tragödien des Zweiten Weltkriegs gezeichnet. Zu Kriegsende strömten Tausende Überlebende zurück in die Stadt, um dort eine Unterkunft zu finden. Unter denen, die die Hölle überlebt hatten, befand sich auch ein Sänger … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 18.05.2026 arte
  • Folge 1787 (45 Min.)
    (1): Portugal: Der Humor von Rafael Bordalo Pinheiro In Portugal findet man allerorts lustige Keramikfiguren, die auf Rafael Bordalo Pinheiro (1846⁠–⁠1905) zurückgehen. Zu den Schöpfungen des Keramikers und Karikaturisten gehören etwa Geschirr mit Kohlmotiv – eine Kult gewordene Hochform des Kitschs – und die Comicfigur Zé Povinho, mittlerweile ein Nationalsymbol. Aber das Werk des produktiven Künstlers ist viel umfassender und facettenreicher. Als politischer Zeichner begleitete Pinheiro die republikanischen Bewegungen und Umbrüche in seinem Land. (2): Grönland: Naturmuseum Eisberglandschaft In Kalaallit Nunaat, wie Grönland bei den Inuit genannt wird, ragen die Eisberge wie Märchenwesen empor. Die driftenden Riesen entstammen der 2.000 Meter dicken Eisschicht, die 80 Prozent der Insel überzieht. In diesem unwirtlichen Milieu sind die aus Süßwasser und Mineralien bestehenden Eisberge für jede Lebensform unverzichtbar und zudem Gegenstand von Mythen und Legenden. Seit über 100 Jahren gilt das blaue Eis der älteren Eisberge in der Wissenschaft als ein wichtiger Protagonist des weltweiten Klimas. (3): Montenegro: Bobans Fischeintopf In Tivat, in der Bucht von Kotor, bereitet Boban den typischen Fischeintopf Brudet zu. Das Rezept passt sich an den Fang des Tages an: Meeraal, Zahnbrasse und Knurrhahn. Boban setzt eine Fischbouillon an, die er mit Knoblauch, Tomaten und Sellerie abrundet. Dann gibt er die Fische hinzu und lässt den Eintopf langsam köcheln, damit jeder Fisch sein besonderes Aroma freigibt. Brudet ist ein einfaches bäuerliches Gericht, das man mit in Olivenöl getränktem Brot serviert. (4): Dänemark: Vom Winde bewegt Windkraft spielt in Dänemark seit jeher eine wichtige Rolle. Vor mehr als einem Jahrhundert hatte der junge vielversprechende Meteorologe und Erfinder Poul la Cour eine bahnbrechende Idee: die erste Windkraftanlage, mit nur drei Rotorblättern … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 19.05.2026 arte
  • Folge 1788 (45 Min.)
    (1): Anatolien: Roman eines griechisch-türkischen Traumas Mit dem Körper in Griechenland und dem Geist in Anatolien, dazwischen die Ägäis. Die griechische Autorin Dido Sotiriou wurde 1909 in Anatolien geboren und als Kind aus der Türkei zu Verwandten nach Athen geschickt. Fast zwei Millionen Griechinnen und Griechen lebten damals in der Türkei. Während des Griechisch-Türkischen Kriegs 1922 wurden die meisten vertrieben. Dido Sotiriou verarbeitete das Trauma literarisch. Ihr 1962 veröffentlichter Roman „Grüß mir die Erde, die uns beide geboren hat“ erzählt von der Verbundenheit beider Völker, die an der „großen Katastrophe von 1922“ zerbrach. (2): Die „Neue Stadt“ als Planungskonzept für das Pariser Umland Man sagt, der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle habe Anfang der 1960er Jahre bei einem Überflug des Pariser Umlands die anarchische Stadtentwicklung beklagt und wütend gefordert: „Bringt mir Ordnung in diesen Mist!“. Und so wurde auf Befehl des Generals die Vorstadt Saint-Quentin-en-Yvelines aus dem Boden gestampft, gefolgt von vier weiteren Planstädten. Diese ehrgeizige urbane Utopie war seinerzeit Symbol für den staatlichen Gestaltungswillen. (3): Madrid: Gabrielas Fleischklößchen In Madrid bereitet Gabriela spanische Fleischklößchen zu, in die sie ihre mexikanische Kochkultur einfließen lässt. Sie verknetet das Fleisch mit eingeweichtem Brot, Eiern, Knoblauch, Zwiebeln und Pfefferminze und formt Klößchen daraus. Diese werden in einer Tomatensoße mit Gemüse (Möhren, Zucchini) und Bouillon gargekocht und – aus Rücksicht auf den spanischen Gaumen moderat – mit Chili abgeschmeckt. Eine Hommage an die spanisch-mexikanische Küche. (4): Ägypten: Von Katzen und Kriegen Ägypten ist berühmt für seine Moscheen und Pyramiden, die Sphinx – und für seine Katzen. Der Philae-Tempel in der Nähe des Assuan-Staudamms beherbergt Hunderte der Tiere. Im alten Ägypten nannte man Katzen „Miu“ und verehrte sie als Beschützer von Heim und Herd. Doch ihr Katzenkult wurde den Ägyptern zum Verhängnis … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 20.05.2026 arte
  • Folge 1789 (45 Min.)
    (1): Chamonix: Gabriel Loppé, Maler der Gipfel Jahrhunderte lang nährten die Gipfel der Alpen Ängste und Fantasien. Die Gebirgswelt galt lange Zeit als unzugänglich. In der Mitte des 19. Jahrhunderts beschloss ein Mann, der Welt die geballte Schönheit dieser Landschaft vor Augen zu führen. Der französische Maler Gabriel Loppé ging als der erste Gebirgsmaler in die Kunstgeschichte ein. Selbst ein unermüdlicher Wanderer, stellte der Künstler seine Staffelei auf den Höhen der von ihm erklommenen Berge auf – unvorstellbar für die meisten seiner Zeitgenossen. Lange vor den Impressionisten war Loppé der erste, der den Schnee mit seinen Schattierungen auf der Leinwand zum Leuchten brachte. Hoch droben die Welt zu malen, das war die Obsession dieses Alpenvisionärs. (2): Bologna: Die rote Stadt Bologna ist eine Stadt, deren Farbe zum Wahrzeichen wurde. Mit ihren Dächern aus roten Lehmziegeln, Arkadengängen und jahrhundertealter Terrakotta leuchtet „La Rossa“ von Weitem – glühend und rebellisch. Denn in der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna ist Rot nicht nur die Farbe der Fassaden, sondern auch die politische Couleur. Schon seit fast einem Jahrhundert ist diese älteste europäische Universitätsstadt eine Hochburg der italienischen Linken. Hier diskutiert und debattiert man, und soziale Forderungen werden laut erhoben – auf der Straße wie auf den wunderschönen Plätzen. (3): Bali: Putus frittierter Fisch Auf Bali bereitet Putu die Tilapias nach der Nyat-Nyat-Methode zu: Erst wird der Fisch durch Vorfrittieren knusprig gemacht, dann wird er erneut frittiert, diesmal unter Zugabe von gestoßenen Gewürzen und etwas Wasser, um die Aromen einziehen zu lassen. Nach dem zweiten Frittiervorgang gibt Putu Knoblauch, Schalotten und Tamarillen (Baumtomaten) dazu und serviert den Fisch mit rotem und weißem Reis aus lokalem Anbau. (4): Prag: Achtung, nicht hinauslehnen! Die Prager Burg war bis ins 16. Jahrhundert ein Herrschersitz, nicht zuletzt der Könige von Böhmen und zweier Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Doch unter den Fenstern des Alten Königspalastes zu verweilen konnte gefährlich werden, denn wenn sich Machthaber unbeliebt machten, wurden sie kurzerhand aus denselben gestürzt … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 21.05.2026 arte
  • Folge 303 (44 Min.)
    (1): Arnaldur Indriðason und die kalte Schönheit Islands Island bezaubert mit schroffem Charme aus windgepeitschten Vulkanlandschaften und nebelverhangenen Hauptstraßen. Arnaldur Indriðason schöpft in der dunklen Schönheit seiner Heimatinsel die Inspiration für seine mysteriösen Krimis, die heute in ganz Nordeuropa bekannt sind. (2): Island: Strick mir einen Pullover! Um sich in Island vor dem eisigen Wind zu schützen, gibt es nichts Besseres als einen Lopapeysa. Dieser ebenso warme wie leichte Pullover wird aus Lopi hergestellt, der Wolle isländischer Schafe. Und von diesen gibt es auf Island doppelt so viele wie Menschen. Dank der geduldigen Tiere konnten sich die Wikinger seinerzeit in dieser unwirtlichen Gegend niederlassen. Im 20. Jahrhundert, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde der Lopapeysa modernisiert – auch wenn die traditionellen isländischen Muster noch immer dazugehören. Das Know-how seiner Herstellung wird in Zeiten der Globalisierung von lokalen Genossenschaften bewahrt. (3): Hans’ isländischer Fisch in Béchamelsoße Ob in Reykjavík oder anderswo auf der Insel: Fisch in Béchamelsoße ist perfekt für Leib und Seele. Früher diente das Rezept der Resteverwertung, mittlerweile ist es ein beliebtes Gericht, dessen Hauptzutat fangfrischer Schellfisch ist. Hans reicht dazu Kartoffeln und traditionelles Roggenbrot. (4): Island: Jagd auf Wale und … Basken Die Gemeinde Hólmavík in den nördlichen Westfjorden Islands liegt in einer beschaulichen Bucht am Fuße der von Gletschern erodierten Berge. Im tiefen Wasser der Fjorde tummeln sich riesige Säugetiere mit imposanten Flossen: Wale, seit Jahrhunderten die begehrte Beute einer äußerst brutalen Jagd, die im 17. Jahrhundert auch zu einem Massaker zwischen Menschen führte. Damals wagten sich die Basken – wahre Meister des Walfangs – bis nach Island vor. Doch schnell wurden aus Jägern Gejagte … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 22.05.2026 arte
  • Folge 1790 (45 Min.)
    (1): Paris: Maurice Utrillo malt sein Montmartre Die Fassaden und Gassen Montmartres erzählen von der bewegten Geschichte des Pariser Künstlerviertels. Anfang des 20. Jahrhunderts stellte der Maler Maurice Utrillo sie in den Mittelpunkt seiner Bilder. Sein Stil unterscheidet sich grundlegend von dem seiner Künstlerkollegen wie Amedeo Modigliani oder Pablo Picasso und kontrastiert mit dem heiter-ausgelassenen Ambiente des Viertels. Der bleigraue Himmel spiegelt seine Seelenqualen und seine Einsamkeit. Die Mauern von Montmartre sind sein Hauptmotiv, während Menschen selten und nur schemenhaft dargestellt werden. (2): Prag: Die Golem-Legende In Prag gilt der Golem als Beschützer und Bedrohung zugleich. Der Legende nach erweckte ein Rabbiner die stumme, seelenlose Tonfigur zum Leben, damit sie über das jüdische Viertel wachte. Doch die Kreatur entzog sich der Kontrolle ihres Schöpfers und wurde zur Gefahr. In der kosmopolitischen Hauptstadt der Tschechischen Republik kann man bis heute auf den Spuren des Golems wandeln. Die Legende vom schützenden Titan von Prag ist zudem eine Inspirationsquelle für Kunst und Literatur. (3): Senegal: Khadijatous Couscous mit Moringa-Soße Auf der Insel Gorée bereitet Khadijatou Couscous mit Moringa-Sauce zu. Die Blätter des Meerrettichbaums, auch Wunderbaum genannt, werden zunächst gekocht, um ihre Bitterkeit zu mildern, und anschließend mit einer zerstoßenen Chilischote und gehackten Zwiebeln vermengt. Währenddessen wird der Couscous mit „Lalo“, einem Pulver aus Blättern des Afrikanischen Affenbrotbaums, in Dampf gegart. Dann übergießt Khadijatou den Couscous mit der Soße und tischt ihn auf. Ein einfaches und nahrhaftes Gericht! (4): Ägypten: Eine Philosophin wird zur Märtyrerin Gegen Ende des 4. Jahrhunderts büßte die Stadt Alexandria ihren Stellenwert als kulturelles Zentrum im Mittelmeerraum ein. Die Wissenschaft verlor an Bedeutung und die Große Bibliothek, die „heidnische“ Bücher enthielt, fiel einem Brand zum Opfer. In dieser Zeit stellte sich eine Philosophin und Mathematikerin dem aufkommenden Obskurantismus entgegen und bezahlte dafür mit dem Leben. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 25.05.2026 arte
  • Folge 1791 (45 Min.)
    (1): Kalifornien: Immer nach Hause mit Ursula K. Le Guin Als Ursula K. Le Guin 1985 den Roman „Always Coming Home“ (auf Deutsch: „Immer nach Hause“) veröffentlichte, war sie 56 Jahre alt und hatte sich weltweit als Fantasy- und Science-Fiction-Autorin einen Namen gemacht. In dem Buch beschreibt die Amerikanerin eine postapokalyptische Welt, die nicht etwa von Tod und Zerstörung geprägt ist, sondern eine fortschrittliche und egalitäre, in Frieden und im Einklang mit der Natur lebende Gesellschaft hervorgebracht hat. Schauplatz dieser Zukunftsvision ist Nordkalifornien, wo die Spuren der indigenen Bevölkerung bis heute präsent sind. (2): Nîmes: Stoff für Legenden Die südfranzösische Stadt Nîmes verdankt ihre erste Blüte den Textilmanufakturen, die Wolle und Seide aus den benachbarten Cevennen verarbeiteten. Aus der Hauptstadt des Départements Gard soll auch ein anderer Stoff stammen, um den sich so manche Legende rankt: der berühmte Denim, der im 19. Jahrhundert dank des Geschäftssinns eines gewissen Levi Strauss seinen Siegeszug um die Welt antrat. Als das industrielle Erbe von Nîmes unterzugehen drohte, sorgten tatkräftige, innovative Männer und Frauen für einen Neubeginn. (3): Montenegro: Lukas Käsepüree In Března bereitet Luka die Klassiker der montenegrinischen Küche zu. Als Vorspeise gibt es einen Brei aus Maismehl, Wasser und Kartoffeln, der mit einem traditionell hergestellten Milchprodukt namens Kaymak gebunden wird. Darauf folgt Popara, ein rustikales Gericht aus altbackenem Brot, eingeweicht in Butter, Wasser und Kaymak. Und schließlich serviert Luka, der dieses Festmahl mit seiner Lebensgefährtin teilt, geschmortes Kalbfleisch mit Gemüse. (4): Madrid: Die Mode-Polizei Wie alle großen Städte hat auch Madrid seine Gepflogenheiten und Traditionen, was Kleidung und Kopfbedeckungen betrifft. Als im 18. Jahrhundert das spanische Königshaus den Madrilenen diesbezüglich Vorschriften machen wollte, stieß es auf heftigen Widerstand. In der Hauptstadt ließ man sich die symbolträchtigen Gewänder nicht nehmen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 arte
  • Folge 1792 (45 Min.)
    (1): Prag: Neuer Schwung für Mozart Prag, 29. Oktober 1787: Wolfgang Amadeus Mozart dirigiert persönlich die Uraufführung seiner Oper „Don Giovanni“. Mit 31 Jahren hatte der Komponist in seiner Heimat den Zenit seines Ruhms bereits überschritten. Der Adel Wiens und des Heiligen Römischen Reiches empfand seine Oper „Le Nozze di Figaro“ als unverschämt. In Prag hingegen herrschte ein ausgelassenes, freiheitliches Ambiente. Mozart begegnete dort dem berühmten Casanova – und fand vor allem er ein dankbares Publikum für seine Werke. „Don Giovanni“ feierte im Prager Nationaltheater einen Triumph, doch in den Werken aus Mozarts Prager Zeit ist auch bereits eine tiefe Verzweiflung spürbar. (2): Portugal: Traditionelle Keramikkunst Der tönerne „Hahn von Barcelos“ ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Portugals. Er entstand im frühen 20. Jahrhundert in einer Kleinstadt im Norden des Landes und verkörpert ein traditionelles Kunsthandwerk, das in Portugal einen hohen Stellenwert hat. Die berühmten „Azulejos“ – farben- und formenreiche Keramikfliesen – zieren überall die Fassaden, und das Fayencegeschirr in Form von Kohlköpfen und -blättern ist auf europäischen Tischen Kult. In diesen Töpferarbeiten kommen die Kreativität und der Innovationsgeist des portugiesischen Volkes zum Ausdruck. (3): Estland: Ingrids Hefekranz mit Preiselbeeren In Tallinn kauft Ingrid in der ältesten Apotheke Europas Marzipan für ihren berühmten Preiselbeerkranz. Sie verknetet Weißmehl und Vollkornmehl, Zucker, Butter, Hefe und Milch zu einem Teig, den sie ausrollt, mit Marzipan und Preiselbeeren füllt und zu einem Kranz flicht. Bevor sie ihr Werk in den Ofen schiebt, bestreut sie es mit Hagelzucker. Eine Köstlichkeit! (4): Patagonien: Grenzenlose Weiten Die weiten Landschaften Patagoniens liegen teils auf chilenischem und teils auf argentinischem Staatsgebiet. Über den genauen Grenzverlauf sind sich die beiden Länder allerdings bis heute nicht einig. Eine unendliche Geschichte, die um ein Haar böse ausgegangen wäre! (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 27.05.2026 arte
  • Folge 1793 (45 Min.)
    (1): Zolas Nana verführt ganz Paris Émile Zolas „Nana“ ist eine Figur, die nicht nur dank ihrer Haarpracht in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Der neunte Titel des zwanzigbändigen „Rougon-Macquart“-Zyklus erschien 1880 und erzählt den sozialen Aufstieg einer Straßendirne. Zola nutzt die Geschichte, um scharfe Kritik an der Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs zu üben. Er zeigt neben der Verderbtheit der Protagonistin auch die Dekadenz und Doppelmoral der Oberschicht. Als Kulisse kam dafür nur Paris in Frage, denn im 19. Jahrhundert galt die französische Hauptstadt als „größtes Bordell Europas“. Hier erlebt Nana ihre Blüte … und ihren Untergang. (2): Türkei: Die afro-türkische Community auf der Suche nach ihren Wurzeln In der Türkei leben rund 85 Millionen Menschen; zwischen 5.000 und 25.000 davon haben afrikanische Wurzeln. Vor allem an der Küste des Ägäischen Meeres gibt es eine afro-türkische Community. Die meisten ihrer Mitglieder stammen von Sklaven ab, die ab dem 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der Osmanen aus Kenia, Niger, Äthiopien und dem Sudan in die Türkei verschleppt wurden. Die Identität dieser Menschen, die lange in der türkischen Öffentlichkeit kaum in Erscheinung traten, ging im Lauf der Zeit durch ethnische Vermischung verloren. Heute besinnen sich viele Türkinnen und Türken afrikanischer Herkunft auf ihre Wurzeln. (3): Bali: Nyomans Schweinehirn in Bananenblättern In Munduk bereitet Nyoman Schweinehirn zu, das in Bananenblättern gegart wird. Zunächst kocht er den Schweinekopf zweimal ab, dann würzt er das Hirn mit Kurkuma, Ingwer und gehackten Schalotten. Anschließend reibt er es noch mit einer Mischung aus Garnelenpaste, gemahlenen Kräutern und Gewürzen ein, bevor er es in Bananenblätter einwickelt, damit sich die Aromen beim Kochen voll entfalten können. (4): Chicago: Im Dezember geht die Welt unter Das „Cloud Gate“ – eine riesige Spiegelskulptur, die aufgrund ihrer Form den Spitznamen „The Bean“ erhielt – ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Chicago. Mit etwas Fantasie könnte man darin statt einer Riesenbohne auch eine fliegende Untertasse sehen … denn genau an ihrem Standort, im Millennium Park, wären im vergangenen Jahrhundert fast Außerirdische gelandet! (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 28.05.2026 arte
  • Folge 304 (38 Min.)
    (1): Die bayerische Kantate „Carmina Burana“ Die lateinischen Gesänge der „Carmina Burana“ klingen, als stammten sie aus dem Mittelalter. Tatsächlich komponierte Carl Orff die Melodien in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts. Als Inspirationsquelle für seine musikalischen Geistesblitze, die in keine Schublade passen, diente dem Künstler seine bayerische Heimat, die ebenso vielfältig und ambivalent ist wie das berühmte Werk. (2): Berchtesgaden, das bayerische Land der Legenden Das Berchtesgadener Land ist eine spektakuläre Gebirgsregion an der bayerisch-österreichischen Grenze. Im 20. Jahrhundert erlangte Berchtesgaden als zweiter Regierungssitz des NS-Regimes traurige Berühmtheit … Doch die unerschütterlichen Berge und dichten Wälder der deutschen Alpen erzählen noch viel ältere Geschichten und geheimnisvolle Legenden. (3): Susannes saures Lüngerl In München bereitet Susanne ein traditionelles Gericht der bayerischen und österreichischen Küche zu: saures Lüngerl. Die Kalbslungen werden eine Dreiviertelstunde lang gekocht und anschließend kleingeschnitten. Essig verleiht dem Rezept seine besondere Note. Dazu werden Semmelknödel gereicht. Die Gäste lassen es sich schmecken. (4): Bayern: Die Abtei der Überlebenden Nicht weit von München befindet sich die Erzabtei St. Ottilien, in der Benediktinermönche wie in einem kleinen Dorf zusammenleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Ort für Tausende Überlebende zum Symbol der Rückkehr ins Leben. Das erste Konzert nach der Befreiung glich einer Wiederauferstehung … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 29.05.2026 arte

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