2026 (Folge 1750–1769)
Matilde Serao und die vergessenen Seelen Neapels / Dover: Das Tor zu England / Norwegen: Sissels Kartoffelgratin / Rennes: Bohne statt Christkind
Folge 1750 (45 Min.)
In Rennes kam es im 19. Jahrhundert sogar zu Ausschreitungen, die durch den unschuldigen Brauch des Dreikönigskuchens ausgelöst wurden.Bild: Elephant Doc(1): Matilde Serao und die vergessenen Seelen Neapels Ende des 19. Jahrhunderts taucht die Journalistin und Schriftstellerin Matilde Serao in die Tiefen Neapels ein und fördert unbequeme Themen zutage: Dekadenz, Aberglauben, Leid. Ihre Texte hinterlassen nachhaltige Spuren. In ihrer 1884 veröffentlichten Chronik ʺIl ventre di Napoliʺ (ʺDer Bauch von Neapelʺ) berichtet Serao über das Leben derjenigen, die von den Behörden im Stich gelassen wurden, über Armut und die Fähigkeit zu träumen.(2): Dover: Das Tor zu England Mitten im Zweiten Weltkrieg erwachte hinter den weißen Klippen von Dover die Hoffnung auf eine freie Welt. Lange Zeit jedoch hatten die gut 100 Meter hohen Kreidefelsen für ein uneinnehmbares, stolzes und hochmütiges England gestanden, das in Frankreich und auch in Deutschland als ʺperfides Albionʺ verschrien war. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Grenze zu einem Durchgang und die Festung zu einem Tor. (3): Norwegen: Sissels Kartoffelgratin Sissel bereitet in Trondheim ein Gratin mit frischen Zutaten von ihrem eigenen Hof zu. Zuerst werden die dünnen Kartoffelscheiben gekocht und die Béchamelsoße zubereitet. Anschließend werden die Kartoffeln und die Soße abwechselnd in eine Form geschichtet und im Ofen gebacken. Der Unterschied zum französischen Gratin Dauphinois ist der norwegische Käse, der für die knusprige Kruste sorgt! (4): Rennes: Bohne statt Christkind Während in einigen Ländern Europas im Januar Dreikönigskuchen gebacken wird, feiert man in Frankreich mit einer Galette des Rois. Die Ursprünge und Varianten der süßen Köstlichkeit sind vielfältig. Im 19. Jahrhundert führte dieser unschuldige Brauch in Rennes sogar zu Ausschreitungen. Der Konflikt um den goldbraunen Teig spiegelte die Realität wider: einen Krieg um Brot, Weizen und Macht. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 16.03.2026 arte Griechenland: Henry Miller und die kleinen Freuden des Lebens / Skyr: Islands Zaubertrank / Ibiza: Martas Fischragout / Lorient: Die Schiffe der Zukunft
Folge 1751 (44 Min.)Vor über 60 Jahren revolutionierten die Einwohner von Lorient eine jahrtausendealte Tradition – die Fischerei.Bild: Elephant Doc(1): Griechenland: Henry Miller und die kleinen Freuden des Lebens Als Hitlers Armee ihren Marsch durch Europa begann, wehrte sich der New Yorker Schriftsteller Henry Miller dagegen, sein Leben vom Krieg bestimmen zu lassen. Der bereits durch seinen Roman ʺWendekreis des Krebsesʺ bekannte Autor begab sich 1939 auf eine mehrmonatige Reise nach Griechenland. Dieser Aufenthalt sollte seine Sicht auf die Welt nachhaltig verändern. An den Küsten der Ägäis besann sich der bekennende Hedonist auf das Wesentliche, strebte nach Schlichtheit und verfasste einen lebhaften und geistreichen Erfahrungsbericht mit dem Titel ʺDer Koloß von Maroussiʺ. Bei seiner Selbstreflexion entdeckte der Autor die innere Freiheit und die kleinen Freuden des Lebens.(2): Skyr: Islands Zaubertrank Man sollte ihn auf keinen Fall ʺJoghurtʺ nennen, da man sonst die Nachfahren der Wikinger beleidigen könnte. In Island wird Skyr wie ein edler Wein genossen. Der kompakte Frischkäse, der zunächst aus Schafsmilch und später aus Kuhmilch hergestellt wurde, ist seit über 1.000 Jahren ein wesentlicher Bestandteil der isländischen Ernährung. Dank seines hohen Protein- und geringen Fettgehalts versorgte das isländische Wundermittel die Menschen mit der nötigen Energie, um der rauen Natur und den extremen Wintern zu trotzen. Besonders bemerkenswert: Die Herstellung von Skyr entwickelte sich auf Island parallel zur Emanzipation der Frau. (3): Ibiza: Martas Fischragout Marta hat eine große Liebe für Ibiza und bereitet auf der Mittelmeerinsel eine typische Seemannskost zu: ein Fischragout. Sie brät Kartoffelstücke mit gewürfelten Tomaten und Zwiebeln an, löscht das Ganze mit einer Gemüse-Fisch-Brühe ab und lässt es köcheln. Zum Schluss fügt Marta feinste Fischfilets hinzu und serviert das Gericht mit einer Aiolisoße. (4): Lorient: Die Schiffe der Zukunft Lorient ist eine der wenigen Hafenstädte, die sage und schreibe sechs Häfen hat. In puncto Schiffe macht den Einheimischen der bretonischen Stadt so schnell niemand etwas vor. Vor über 60 Jahren revolutionierten sie sogar eine jahrtausendealte Tradition: die Fischerei. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 17.03.2026 arte Bretonische Ferien, ein Familienroman / Kolumbien: die kulturelle Vielfalt der Marimba / Italien: Lucas toskanisches Tomatenbrot / Deutschland: Boxen ums Überleben
Folge 1752 (45 Min.)In seinem 2022 erschienenen Roman „Que reviennent ceux qui sont loin“ erzählt Pierre Adrian von einem Sommer mit seiner Familie in seinem Elternhaus im Finistère.Bild: Elephant Doc(1): Bretonische Ferien, ein Familienroman In seinem 2022 erschienenen Roman ʺQue reviennent ceux qui sont loinʺ (ʺMögen diejenigen zurückkehren, die weit weg sindʺ) erzählt Pierre Adrian von einem Sommer mit seiner Familie in seinem Elternhaus im Finistère an der Nordwestspitze der bretonischen Halbinsel. Der junge Autor beschreibt mit Hilfe des lyrischen-Ichs von der Wiederannäherung an seine Familie. Während der Sommerferien entdeckt er eine tiefe Verbundenheit zu seinen Wurzeln und wird sich auch der Vergänglichkeit des Glücks bewusst.(2): Kolumbien: die kulturelle Vielfalt der Marimba In Kolumbien, an den Ufern des Flusses Río Guapi, an der südlichen Pazifikküste, erinnern die Klänge der Marimba de Chonta an Völker aus fernen Ländern. Das Instrument wurde im 16. Jahrhundert von vertriebenen Bevölkerungsgruppen aus Afrika eingeführt. Die Marimba de Chonta wurde lange Zeit mit einem von der Bildfläche verdrängten Volk in Verbindung gebracht, ist jedoch mittlerweile zum Symbol eines kollektiven Gedächtnisses geworden. Heute wird das traditionelle Instrument weit über die Pazifikküste hinaus gefeiert. (3): Italien: Lucas toskanisches Tomatenbrot Luca verrät sein traditionelles Rezept für toskanisches Tomatenbrot. Die Tomaten kauft er auf dem Markt, schält und schneidet sie und bereitet daraus eine Soße zu. Das ungesalzene Brot wird in Scheiben geschnitten, in Gemüsebrühe getränkt und schließlich in die Tomatensauce gegeben. Dort köchelt es und wird mit Basilikum verfeinert. Ein Arme-Leute-Essen für Feinschmecker! (4): Deutschland: Boxen ums Überleben 1972 fanden in München die Olympischen Sommerspiele statt. Deutschland wollte damit der ganzen Welt zeigen, dass es aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wieder auferstanden war. Doch 25 Jahre zuvor wurde hier ein ganz anderer Wettkampf abgehalten: Bei den Boxmeisterschaften in den Lagern ging es ums nackte Überleben. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 11.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 18.03.2026 arte Kent: Dickens Rückkehr in seine Kindheit / Le Havre: Im Zeitalter des Rock / Griechenland: Sofias Tomaten-Orzo / USA: Hexen machen sich gut als Sündenböcke
Folge 1753 (44 Min.)Kent: Charles Dickens’ Rückkehr in seine KindheitBild: Elephant Doc(1): Kent: Dickens Rückkehr in seine Kindheit 1860 veröffentlichte Charles Dickens den Roman ʺGroße Erwartungenʺ. Nach den Erfolgen von ʺOliver Twistʺ und ʺDavid Copperfieldʺ stand sein Ruf als begnadeter Geschichtenerzähler mit einem scharfen Blick für soziale Zusammenhänge zu diesem Zeitpunkt längst fest. Doch mit fast 50 Jahren stellte er sein gesamtes Leben in Frage. Der Schriftsteller verließ seine Frau, die Mutter seiner zehn Kinder, nach mehr als 20 Jahren Ehe für eine jüngere Geliebte. In dieser Geschichte taucht Charles Dickens wieder in das versumpfte Kent seiner Kindheit ein.(2): Le Havre: Im Zeitalter des Rock Ob nun mit Transatlantikschiffen aus Amerika oder mit Fähren aus Großbritannien – die Rockmusik kam auf dem Seeweg über die Stadt Le Havre nach Frankreich. In der vom Krieg zerrütteten Hafenstadt stand dieser neue Musikstil für den Überlebenswillen und die Lebenslust der Menschen. Rockmusik prägte die Identität von Le Havre mit und hallt noch immer in Proberäumen und auf Festivalbühnen wider. Auch an mystischen Orten sind so manche Gitarrenriffs zu hören. (3): Griechenland: Sofias Tomaten-Orzo Auf Korfu bereitet Sofia eines der Lieblingsgerichte der Einheimischen des Dorfes Liapades zu: Orzo-Pasta mit Tomatensoße und Pfeffer. Sie brät Karotten und Zwiebeln an und fügt dann Tomatenmark, Paprika und Sellerie hinzu. Anschließend lässt sie die Soße köcheln, bevor sie Orzo und Minze unterrührt. Am Tisch wird das Gericht mit Feta garniert. (4): USA: Hexen machen sich gut als Sündenböcke Im 17. Jahrhundert lebten in den Hamptons nur 187 Menschen, von denen die Hälfte unter 30 war. In der Kolonie verbrachten sie jedoch genauso viel Zeit mit der Viehhaltung wie mit Nachbarstreitigkeiten. Ein besonders wirksamer Schachzug war, andere der Hexerei zu bezichtigen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 12.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 19.03.2026 arte Mailand: Umberto Boccioni malt die Zukunft / Irland: Im Land der Pferdenarren / China: Zhang Wen Juns Kaninchenbraten / Île-de-France: Die Jamais Contente kommt in Fahrt
Folge 1754 (45 Min.)Entlang der Seine, flussabwärts von Paris, verläuft zwischen zwei Ackerbrachen eine zwei Kilometer lange Straße.Bild: Elephant Doc(1) Mailand: Umberto Boccioni malt die Zukunft 1907 machte der junge kalabrische Maler Umberto Boccioni eine Schaffenskrise durch. Nach Jahren der Wanderschaft durch Europa ließ er sich in Mailand nieder. Er war der traditionellen Malerei müde und sehnte sich nach Neuem. Mailand befand sich damals im Umbruch. Boccioni wandte sich nach und nach von Divisionismus und Realismus ab, fand seinen eigenen Stil und wurde zu einem Pionier des Futurismus.(2) Irland: Im Land der Pferdenarren Ein altes irisches Sprichwort besagt: ʺVerkaufe die Kuh, kaufe ein Schaf, aber sei nie ohne Pferd.ʺ Die unverbrüchliche Liebe der Iren zu ihren Pferden reicht mehr als 2.000 Jahre zurück. Seit Generationen züchten und kreuzen sie die Tiere mit viel Geduld und Geschick. Alle Rassen sind an die raue Landschaft der Insel angepasst und leisten seit jeher wertvolle Dienste – sei es bei der Feldarbeit oder im Reitsport. (3) China: Zhang Wen Juns Kaninchenbraten In Chongzhou bereitet Zhang Wen Jun einen Kaninchenbraten zu. Zuerst mariniert er das Fleisch mit Szechuan-Pfeffer und fermentierten Bohnen. Dann wird es eine Stunde lang gebraten und dabei regelmäßig gewendet. Als Beilage gibt es einen Salat aus Fischminze. Das Gericht ist nicht nur eine Gaumenfreude, sondern auch sehr gesund. (4) Île-de-France: Die Jamais Contente kommt in Fahrt Entlang der Seine, flussabwärts von Paris, verläuft zwischen zwei Ackerbrachen eine zwei Kilometer lange Straße. Heute ist die Geschwindigkeit begrenzt, doch einst wurde hier ein Rekord gebrochen. Von einem historischen Elektrofahrzeug mit kuriosem Namen: La Jamais Contente, die nie Zufriedene … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 23.03.2026 arte Griechenland: Angélique Ionatos, die Stimme der Diaspora / Island: Heimat der Elfen und Trolle / Italien: Patrizias Kaninchen nach Jägerart / Istanbul: Hunde nicht erwünscht
Folge 1755 (44 Min.)In Island, so heißt es, hat die Natur ihre eigenen Bewohner.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1): Griechenland: Angélique Ionatos, die Stimme der Diaspora 1972 verliebte sich Frankreich in die Stimme der Griechin Angélique Ionatos. Auf Französisch besang die Achtzehnjährige in ihrem Lied ʺLibertéʺ (Freiheit) den Schmerz des Exils. Ihr erstes Album, ʺRésurrectionʺ (Auferstehung), erzählt von der Sehnsucht nach der Heimat. Doch sie war nicht nur Interpretin, sondern vertonte zudem zahlreiche Gedichte und wurde zur Stimme der griechischen Diaspora in Frankreich.(2): Island: Heimat der Elfen und Trolle In Island, so heißt es, hat die Natur ihre eigenen Bewohner. In Felsen, Lavafeldern und Wasserfällen lebt das Huldufо́lk, das verborgene Volk aus Elfen, Feen und Trollen. Davon ist jeder zweite Isländer fest überzeugt. Das am dünnsten besiedelte Land Europas mit seinen Vulkanen und Fjorden beherbergt also in der Vorstellung vieler seit Jahrtausenden eine mystische Parallelgesellschaft von Geisterwesen. (3): Italien: Patrizias Kaninchen nach Jägerart Auf dem florentinischen Markt von Sant’Ambrogio kauft Patrizia die Hauptzutat für ihr Gericht: Kaninchenfleisch. Zu Hause brät sie es nach Jägerart in einem Rosmarin-Salbei-Knoblauch-Öl an. Dann lässt sie es mit einem Soffritto und mit Tomatenpüree auf kleiner Flamme köcheln. Ganz zum Schluss gibt sie noch Oliven obendrauf. (4): Istanbul: Hunde nicht erwünscht Istanbul gilt als Stadt der Katzen, doch oft begegnet man in der türkischen Metropole auch Straßenhunden. Schon als die Stadt noch Konstantinopel hieß, lebten dort viele Hunde. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie zunehmend zur Plage. Um sie loszuwerden, griff man zu einer äußerst grausamen Methode … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 17.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 24.03.2026 arte Helgoland: Heinrich Gätke, vom Marinemaler zum Vogelkundler / Italien: Die Hexenjagd von Genua / Frankreich: Mahirs Aioli / Kolumbien: Die Quindio-Wachspalmen
Folge 1756 (45 Min.)In der Republik Genua fand eine der schlimmsten Hexenjagden Italiens statt.Bild: Elephant Doc(1): Helgoland: Heinrich Gätke, vom Marinemaler zum Vogelkundler Als der junge Heinrich Gätke 1837 zum ersten Mal nach Helgoland kam, malte er noch Seegemälde. Ab 1841 war die Insel sein ständiger Wohnsitz. Sein künstlerisches Talent stellte er fortan in den Dienst der Vogelkunde. Als Gätke 1897 starb, war er zum Pionier der Ornithologie in Europa geworden. Sein 1891 veröffentlichtes Werk ʺDie Vogelwarte Helgolandʺ gilt als Meilenstein der Beobachtung von Zugvögeln in der Nordsee.(2): Italien: Die Hexenjagd von Genua In den Stadtarchiven der norditalienischen Metropole Genua finden sich Zeugnisse einer düsteren Zeit, die die Einwohner wohl lieber vergessen würden: In der Republik Genua fand eine der schlimmsten Hexenjagden Italiens statt. Die furchtlose Seerepublik, die als ʺTor der ganzen Weltʺ galt, ließ sich vom Wahn der Inquisition mitreißen und wurde zum Schauplatz einer blutigen Verfolgung, bei der viele Unschuldige ihr Leben ließen. (3): Frankreich: Mahirs Aioli Im südfranzösischen Rognes bereitet Mahir ein Aioli zu. Nachdem er buntes Gemüse abgekocht hat, macht er sich an die Soße. Er zerstampft reichlich Knoblauch und eine Kartoffel, gibt Senf und Eigelb dazu und schlägt die Mischung mit Traubenkernöl auf. Alles unter dem wachsamen Blick seiner Großmutter, die ihm die Liebe zum Kochen vermacht hat. (4): Kolumbien: Die Quindio-Wachspalmen In der Region Quindío im Herzen der Anden erstreckt sich das Valle de Cocora. Das Tal liegt 2.500 Meter über dem Meeresspiegel und zählt zu den atemberaubendsten Landschaften Kolumbiens. Berühmt ist es für seine majestätischen Palmen, aus deren Wachs früher Kerzen hergestellt wurden. Die höchste Palmenart der Welt wäre beinahe ausgestorben … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 25.03.2026 arte Färöer: Sámal Joensen-Mikines malt seine Heimat / Triest: Die Bora, ein Fallwind mit Geschichte / Ibiza: Marthas Arme Ritter / Türkei: Die Herrin der Freudenhäuser
Folge 1757 (45 Min.)Häuser auf den Färöer: Sámal Joensen-Mikines bannte als erster professioneller Künstler Land und Leute seiner Heimat auf die Leinwand.Bild: Elephant Doc(1): Färöer: Sámal Joensen-Mikines malt seine Heimat Die Färöer sind eine Gruppe von achtzehn Inseln und elf Holmen im Nordatlantik. Wolken umspielen die Gipfel schroffer Berge, von denen sich das Wasser in den Ozean ergießt. Sámal Joensen-Mikines bannte diese raue Welt aus Felsen, Wind und Meer erstmals auf die Leinwand und gab ihren Bewohnern ein Gesicht. Seine Landschaftsbilder und Porträts im expressionistischen Stil machten ihn zum Vater der färöischen Malerei.(2): Triest: Die Bora, ein Fallwind mit Geschichte Wenn die Bora durch Triest weht, werden die Einwohner der Hafenstadt im äußersten Osten Italiens zu Windspezialisten und packen Scherze und alte Weisheiten aus. Ein Sprichwort besagt: ʺDie Bora kommt in Dalmatien auf die Welt, heiratet in Triest und stirbt in Venedig.ʺ Triest liegt zwischen der Adria, dem Karstgebirge und Slowenien und vereint romanische, germanische und slawische Einflüsse. Die freigeistigen Triester lieben die Bora, denn sie ist poetisch, unberechenbar und stark – genau wie sie. (3): Ibiza: Marthas Arme Ritter Auf Ibiza bereitet Martha ihre Version von Armen Rittern zu. Dazu tunkt sie Ensaïmadas, das traditionelle Süßgebäck der Balearen, in Milch mit Zimt, Zitrone und Anislikör. Dann fügt sie ein Ei hinzu und gibt die Mischung in eine mit Karamell bestrichene Backform. Die kommt für ein paar Minuten in den Ofen, und fertig ist das leckere Dessert für Groß und Klein! (4): Türkei: Die Herrin der Freudenhäuser Istanbul kennt man als lebhafte, strahlende Metropole am Bosporus, reich an Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Doch die türkische Großstadt hat auch eine verborgene Seite: diskrete Häuser in dunklen Gässchen, wo Männer ein und aus gehen. Im 20. Jahrhundert hatte in den Freudenhäusern Istanbuls eine Frau das Sagen … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 19.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 26.03.2026 arte Mercantour: Le Clézios fliehender Stern / Syros: Zum Klang der Bouzouki / Mexiko: Marthas Schweinefleisch mit Bitterorangensaft / USA: Basketballer und Wiederholungstäter
Folge 1758 (45 Min.)Stumme Zeugen – die Berge im französischem Mercantour sind der historische Schauplatz einer Tragödie aus dem Zweiten Weltkrieg, die Jean-Marie Gustave Le Clézio 1992 in „Fliehender Stern“ aufgriff.Bild: Elephant Doc(1): Mercantour: Le Clézios fliehender Stern An der Passlinie zwischen französischem Mercantour und italienischem Piemont gedenkt man bis heute der Tragödie, deren stumme Zeugen die Berge 1943 wurden: eine Geschichte von Verfolgung, Internierung und Deportation, die Literaturnobelpreisträger Jean-Marie Gustave Le Clézio 1992 in „Fliehender Stern“ aufgriff. In seinem Roman setzt er den verfolgten jüdischen Kindern ein Denkmal und webt Erinnerungen an die eigene Kriegskindheit im Hinterland von Nizza ein.(2): Syros: Zum Klang der Bouzouki Dem birnenförmigen Resonanzkörper der Bouzouki entströmen klare, metallische Klänge. Die Langhalslaute orientalischen Ursprungs ist eines der wichtigsten Instrumente der griechischen Volksmusik. Im sogenannten Rebetiko, dem „griechischen Blues“, der sich in den 1920er Jahren in Piräus und Thessaloniki entwickelte, ist sie sogar tonangebend. Heute ist der helle Klang der Bouzouki vor allem auf der Kykladen-Insel Syros zu hören. (3): Mexiko: Marthas Schweinefleisch mit Bitterorangensaft In Maní bereitet Martha ein traditionelles Festmahl zu. Für ihr Poc Chuc brät sie Schweinekeulen auf dem Holzkohlegrill, wobei sie darauf achtet, dass das Fleisch schön saftig bleibt. Auf einer Servierplatte richtet sie rohes Gemüse und das aufgeschnittene Fleisch an und gibt Bitterorangensaft darüber, der dem Gericht seine einzigartige Note verleiht. (4): USA: Basketballer und Wiederholungstäter New York, Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, Rekorde, Erfolge und auch der tiefen Abstürze. Hier wurden viele typisch amerikanische Geschichten geschrieben, Storys von Aufstieg und Fall, Ruhm und Skandal. Zum Beispiel die eines wahrlich außergewöhnlichen Basketballers … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 23.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 30.03.2026 arte Kosovo: Ismail Kadares zweite Heimat / Kolumbien: Ein Hoch auf das Maultier / Frankreich: Samias Tajine mit Fischrogen / Spanien: Ein verheerender Dammbruch
Folge 1759 (44 Min.)In den 1940er Jahren setzte das Franco-Regime in Spanien auf Wasserkraft, um den wirtschaftlichen Rückstand des Landes aufzuholen.Bild: Elephant Doc(1): Kosovo: Ismail Kadares zweite Heimat Um die Jahrtausendwende geriet ein Land in die Schlagzeilen, das zuvor kaum Beachtung gefunden hatte: das Kosovo. 1998 brach ein Krieg zwischen Serben und Albanern aus. Seit Jahren hatte der albanische Schriftsteller Ismail Kadare vor einem Konflikt zwischen beiden Bevölkerungsgruppen gewarnt, einer absehbaren Tragödie mit langer Vorgeschichte. Er machte das Kosovo zum Schauplatz mehrerer Werke, darunter „Drei Totengesänge für das Kosovo“.(2): Kolumbien: Ein Hoch auf das Maultier Kein Kolumbianer würde es wagen, ein Maultier zu schlagen oder zu beschimpfen, denn die robuste Kreuzung aus Hauspferd und Esel leistet wertvolle Dienste: Maultiere transportierten Gold, Kaffee und Post in die entlegensten Andenregionen wie Manizales und werden auch heute noch als Lastentiere eingesetzt. Als genügsame und treue Verbündete der Menschen wurden sie Teil der kolumbianischen Geschichte. (3): Frankreich: Samias Tajine mit Fischrogen Marseille hat Samia aufgenommen, und die Marokkanerin hat sich in die Küche der Hafenstadt verliebt. So bereitet sie ihr Tajine mit Meeräsche-Rogen zu. Zuerst macht sie eine Charmoula, eine typisch nordafrikanische Marinade, mit der sie den Rogen bestreicht. Dann gibt sie diesen vorsichtig mit diversem Gemüse und einer Prise Safran in den Tajine-Topf. (4): Spanien: Ein verheerender Dammbruch In den 1940er Jahren setzte Spanien unter Franco auf Wasserkraft, um seinen wirtschaftlichen Rückstand aufzuholen. Die Ortschaft Ribadelago wurde für den Bau eines Staudamms auserkoren. Doch in einer Januarnacht 1959 geschah ein furchtbares Unglück … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 24.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 31.03.2026 arte Tasmanien: Richard Flanagan stellt Fragen / Paris: Die Metro verändert die Metropole / Ibiza: Marias frittiertes Schweinefleisch / Ägypten: Streik im Land der Pharaonen
Folge 1760 (45 Min.)Die Erbauer der monumentalen Felsengräber im Tal der Könige gingen als die Initiatoren des ersten nachweisbaren Streiks der Menschheit in die Geschichte ein.Bild: Elephant Doc(1): Tasmanien: Richard Flanagan stellt Frage 7 2022 bekommt der australische Schriftsteller Richard Flanagan Demenz attestiert und beginnt mit der Arbeit an seinem vermeintlich letzten Buch. Doch die Ärzte haben sich geirrt. Das Buch erscheint unter dem Titel „Question 7“ und ist eine Mischung aus Roman, Sachbuch und Familiengeschichte. Der Booker-Prize-Gewinner 2014 erzählt von der Absurdität der Welt, der Schuld des Weiterlebens im Angesicht des Todes und von der Liebe zu seiner Familie und „seiner“ Insel Tasmanien.(2): Paris: Die Metro verändert die Metropole In Paris findet man an gefühlt jeder Ecke eine Metro-Station. Es waren Ingenieure mit Weitblick, die Ende des 19. Jahrhunderts das U-Bahn-Netz der französischen Hauptstadt so konzipierten, dass es überall und für alle zugänglich ist. Und so hat Paris heute eines der dichtesten Netze der Welt. Das unterirdische Labyrinth der Metro wurde zum Symbol einer modernen Stadt und ihrer Zeit: immer vernetzt, immer in Bewegung. (3): Ibiza: Marias frittiertes Schweinefleisch In San Antonio wird Schlachtfest gefeiert, und Maria bereitet frittiertes Schweinefleisch zu. Dafür gibt sie zuerst Schweinekoteletts in eine Mischung aus drei Ölen, dann fügt sie Speck, Paprika, Schweinelendchen und schließlich Nieren hinzu. Fast das ganze Tier wird verwertet. Als Beilage gibt es Kartoffeln – natürlich ebenfalls frittiert. (4): Ägypten: Streik im Land der Pharaonen Im Tal der Könige ließen sich die Pharaonen einst ihre letzte Ruhestätte errichten. Die Erbauer der monumentalen Felsengräber zwischen Nil und Luxor lebten nur wenige Kilometer entfernt und gingen als die Initiatoren des ersten nachweisbaren Streiks der Menschheit in die Geschichte ein … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 01.04.2026 arte Triest: Boris Pahor und die Freiheit der Worte / Le Havre: Ein Meisterwerk aus Beton / Bali: Wiras würziger Schweinefleischsalat / Elfenbeinküste: Sag, wann bist du bei mir?
Folge 1761 (45 Min.)Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Le Havre in Windeseile als eine radikal moderne Betonstadt wieder aufgebaut. Ihr Charme wurde erst unlängst wiederentdeckt …Bild: Elephant Doc(1): Triest: Boris Pahor und die Freiheit der Worte Der Schriftsteller Boris Pahor gehörte der slowenischen Minderheit in Italien an. 1943 ging er in den Widerstand, wurde verhaftet und überlebte das Grauen der Konzentrationslager. Nach dem Krieg verarbeitete er die Traumata in seinen Büchern und erzählte von einer neuen, freien Welt. Sein 1955 erschienener Roman „Die Stadt in der Bucht“ ist eine Hommage an seine Heimatstadt Triest, an ihre Bewohner und an das Existenzrecht der slowenischen Minderheit.(2): Le Havre: Ein Meisterwerk aus Beton Der Architekt und Stadtplaner Auguste Perret leitete nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau von Le Havre. Die normannische Hafenstadt lag in Schutt und Asche, es musste schnell gehen, und so entstand in Windeseile eine radikal moderne Modellstadt aus Beton – hell, luftig, großzügig. Ihr Charme wurde erst unlängst wiederentdeckt, und heute gibt es in Perrets Musterwohnung in Le Havre inszenierte Führungen. (3): Bali: Wiras würziger Schweinefleischsalat In Denpasar bereitet Wira ein Lawar zu. Das Wort bedeutet „fein hacken“ und verrät, worauf es bei dem balinesischen Festtagsgericht ankommt. Wira mischt Gewürze, Knoblauch, Schalotten und Garnelenpaste mit Öl, brät die Mischung an und gibt Schweinehack dazu. Ist das Fleisch durchgebraten, wird es mit geraspelter Schweinehaut und Piment garniert. (4): Elfenbeinküste: Sag, wann bist du bei mir? In Nouchi, dem ivorischen Slang, gibt es ein Wort für tiefen Herzschmerz: Goumin. Aus ebendiesem Gefühl heraus schuf die Sängerin Barbara 1962 in Abidjan ein Meisterwerk des französischen Chansons. Fünf Jahre später brachte sie es auch auf Deutsch heraus … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 26.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 02.04.2026 arte Lina Bo Bardi: die Architektin, die Brasilien neu erfand / Die piemontesischen Maurer, Baumeister des französischen Westens / Auf Ibiza mit Cesar und seinem Aloe-Vera-Salat / In Ägypten, die Sphinxen ohne Nase
Folge 1762 (45 Min.)Ibiza: Für einen Aloe-Vera-Salat wird das Gel aus der Pflanze gelöst und das Blatt in Streifen geschnitten, beides mit Gemüse gemischt und angerichtet.Bild: Elephant Doc(1): Lina Bo Bardi: die Architektin, die Brasilien neu erfand Als sie 1946 in Brasilien ankam, war Lina Bo Bardi 31 Jahre alt. Die junge Architektin war aus dem kriegszerstörten Italien geflohen und erträumte sich Brasilien als jungfräuliches Land, in dem alles noch zu bauen war. Fortan rüttelte sie kühn und mit entwaffnender Direktheit an der von Männern dominierten Architektenwelt. In Brasilien revolutionierte Lina Bo Bardi die Paradigmen der Architektur, indem sie Nutzen, Alltagstauglichkeit und gesellschaftliche Relevanz höher gewichtete als Ästhetik.(2): Die piemontesischen Maurer, Baumeister des französischen Westens Auf Schloss Amboise, im Herzen der Touraine, mischt sich unter das Französische der klangvolle Singsang der italienischen Sprache. Beim sogenannten „Raduno“ vereinen sich hier jährlich 150 Menschen, deren Vorfahren alle aus einem kleinen, abgelegenen Dorf im Norden Italiens stammen. Damals hatte eine Handvoll mutiger Männer die Alpen überquert, um ihre Maurerkunst in den Dienst französischer Bauherren zu stellen. Die Belohnung war ein sozialer Aufstieg, den sie genossen, ohne ihre piemontesischen Wurzeln zu kappen. Nun feiern ihre Nachfahren jedes Jahr die fruchtbare Verbindung zweier Kulturen. (3): Auf Ibiza mit Cesar und seinem Aloe-Vera-Salat Bei Ibiza denken die meisten an wilde Partynächte – angenehm ruhig ist es indes auf der Aloe-Vera-Plantage von Cesar und seiner Familie. Für seinen Salat löst Cesar das Gel aus der Pflanze und schneidet das Blatt in Streifen. In einer Schüssel mischt er Tomaten, Zwiebel, grüne Paprika und Gurkenstücke mit dem Gel und einigen Aloe-Vera-Blüten. Dazu serviert er einen Aloe-Vera-Mojito. Wohl bekomm’s! (4): In Ägypten, die Sphinxen ohne Nase Was wäre Ägypten ohne seine Hieroglyphen, seine Tempel und seine Sphinxe? Die legendären Wesen mit Menschenkopf und Löwenkörper sind die wohlwollenden Wächter von Gräbern und Tempeln und beschützen etwa den Karnak-Tempel in Luxor, die Pyramiden von Gizeh oder das Serapeum von Alexandria. Doch den meisten Sphinxen fehlt ein prominentes Attribut … Wer trägt die Schuld daran? (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 06.04.2026 arte Padre Padrone, die Erinnerungen eines sardischen Hirten / Marokko: die Wüste und ihre Nomaden / Nicolas’ Bouillabaisse aus Marseille / Kopenhagen: Schreiben im Eiltempo
Folge 1763 (45 Min.)Die Nomadenvölker machen die lebensfeindliche marokkanische Sahara zu einem Ort des Austauschs, der kulturellen Durchmischung und zu einer wirtschaftlichen Drehscheibe.Bild: Elephant Doc(1): Padre Padrone, die Erinnerungen eines sardischen Hirten Der 87-jährige Gavino Ledda kehrt oft an die Orte zurück, an denen sich sein unglaubliches Schicksal entschied. Nachdem er sich aus der Herrschaft seines tyrannischen Vaters befreit hatte, wurde aus dem analphabetischen sardischen Hirten ein anerkannter Intellektueller. Diese Geschichte erzählt er in seiner Autobiografie „Padre Padrone“ (1975), mit der er eine ganze Generation ansprach, die durch Bildung und Kultur eine neue Freiheit gewann. Ihre Verfilmung durch die Brüder Taviani erhielt bei den Filmfestspielen in Cannes 1977 die Goldene Palme. (2): Marokko: die Wüste und ihre Nomaden Das Tafilalet ist eine Oasengruppe in der marokkanischen Sahara und so karg, dass es undenkbar scheint, sich dort niederzulassen.Und doch haben die Nomadenvölker sich nie damit begnügt, sie nur zu passieren: Sie machten die Region zu einem Ort des Austauschs und der kulturellen Durchmischung, zu einer wirtschaftlichen Drehscheibe und einem Zentrum für Auseinandersetzung und Dialog zwischen den Mächtigen. So spielten die Nomaden aus Tafilalet eine aktive Rolle in der Geschichte des marokkanischen Königreichs. (3): Nicolas’ Bouillabaisse aus Marseille In Marseille kommt Nicolas von der Unterwasserjagd heim. Während sich die Söhne um den Fang kümmern, steht Ehefrau Clara in der Küche. Sie gibt den frischen Fisch mit einem Tropfen Pastis in einen Suppenfond und lässt alles köcheln. Die Kinder filtern die fertige Suppe und bereiten Knoblauchcroutons zu. Pünktlich zu Sonnenuntergang werden die Teller gefüllt: Die Familie ist stolz darauf, aus Marseille zu sein. (4): Kopenhagen: Schreiben im Eiltempo Die dänische Hauptstadt Kopenhagen galt lange als avantgardistisch und progressiv – kein Wunder, dass man gerade hier eine neue Schrift erfand. Schneller denn je flogen die Worte unter den Fingerspitzen dahin … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 31.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 07.04.2026 arte Providence, die dunkle Stadt von H.P. Lovecraft / Merinowolle, der Schatz der Extremadura / Im Libanon, Khaldouns Brot mit Aubergine / Im bretonischen Maquis mit der Kamera unterwegs
Folge 1764 (45 Min.)Im Wald von Coatmalouen erinnern Steine und Pfade an den erbitterten Kampf, den junge Bretonen dort einst führten. Einer von ihnen hielt das Geschehen mit der Kamera fest und sollte Karriere in der französischen Kinoszene machen …Bild: Elephant Doc(1): Providence, die dunkle Stadt von H.P. Lovecraft Lange interessierte das düstere Werk des Amerikaners Howard Phillips Lovecraft nur Liebhaber der Horrorliteratur. In der Zwischenkriegszeit schrieb er, von der breiten Öffentlichkeit unbeachtet, sublime Erzählungen irgendwo zwischen der gotischen Schauerwelt von Edgar Allen Poe und dem modernen Horror von Stephen King. Heute wird der Autor von „Der Ruf des Cthulhu“ neu entdeckt – und endlich als der große Schriftsteller gewürdigt, der er war. Eine Reise in die Ostküstenstadt Providence, in der er sein Leben verbrachte, hilft dabei, sein literarisches Schaffen besser zu verstehen.(2): Merinowolle, der Schatz der Extremadura In Spanien ziehen seit Jahrhunderten Tiere und Menschen durch die wilden Dorflandschaften der Extremadura. Die Region ist die Heimat des Merinoschafs, dessen Wolle lange als „weißes Gold von Extremadura“ bezeichnet wurde. Einst Symbol für Prestige und Reichtum, wurde das wertvolle Naturmaterial langsam von Synthetikfasern verdrängt. Heute will man die Wolle wieder aufwerten und dem Merinoschaf eine neue Zukunft schenken. (3): Im Libanon, Khaldouns Brot mit Aubergine In Dhour Choueir bei Beirut zaubert Khaldoun sein berühmtes Brot mit Aubergine. Er entzieht dem Gemüse das Wasser und bereitet dann eine Soße zu, indem er Tomaten mit zerstoßenem Knoblauch püriert. Während er das Brot und die Auberginen frittiert, schichtet er alles in eine Form und fügt ein Dressing aus Joghurt und Tahini hinzu. (4): Im bretonischen Maquis mit der Kamera unterwegs Im Wald von Coatmalouen erinnern Steine und Pfade an den erbitterten Kampf, den junge Bretonen hier einst geführt haben. Einer von ihnen, kaum 13 Jahre alt, hielt das Geschehen mit seiner Kamera fest. Seine ersten Aufnahmen kündeten von einer langen Karriere in der französischen Kinoszene … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 01.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 08.04.2026 arte Helgoland: ein Fotograf im Sturm / Irland, die kleinen Paläste der reichen Engländer / Auf Bali, Kadeks Farnsalat / Ägypten: Goldströme aus Mali
Folge 1765 (45 Min.)Kairo: Legende eines afrikanischen Königs, der Berichten zufolge der reichste Mann der Welt war.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1): Helgoland: ein Fotograf im Sturm 2003 wurde in einem Keller auf Helgoland eine Kiste voller Fotoplatten gefunden. Es handelt sich um den Nachlass von Franz Schensky, der 60 Jahre lang – vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre – die Klippen, Fluten und Gesichter seiner Insel festhielt. Sein Werk gilt heute nicht nur als historisches Zeugnis, sondern auch als bedeutender künstlerischer Akt.(2): Irland, die kleinen Paläste der reichen Engländer Überall in Irland prägen imposante Anwesen die Landschaft. Die im palladianischen, elisabethanischen, viktorianischen oder gotischen Stil mitten in den Feldern errichteten Bauwerke sind Symbole von Eleganz und Macht. Die „Irish Country Houses“, wie man sie heute nennt, zeugen vom Aufstieg der reichen protestantischen Großgrundbesitzer aus England. Im 18. Jahrhundert zählte das kleine irische Territorium fast 2.000 dieser Häuser. (3): Auf Bali, Kadeks Farnsalat Kadek macht erst einen Abstecher zum Dorftempel und zum Markt, bevor sie am Fuße des Vulkans Agung ihren Farnsalat zubereitet. Sie kocht und schneidet Blätter des Paku, eines wilden Farns. Dann röstet sie eine Kokosnuss, raspelt sie und dünstet Schalotten an. Sie verrührt alle Zutaten in einer Schüssel und fügt Bohnen und Zitrone hinzu. Der balinesische Salat ist fertig! (4): Ägypten: Goldströme aus Mali Kairo ist seit 1.000 Jahren die pulsierende Hauptstadt Ägyptens. Sie liegt am Nil und ist von etlichen Handelsrouten durchzogen, die Afrika mit dem Orient verbinden. Die hier entlangziehenden Karawanen begründeten einst den Wohlstand des Landes. So entstand die Legende eines afrikanischen Königs, der Berichten zufolge der reichste Mann der Welt war … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 02.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 09.04.2026 arte Valois: Die Träumereien des Gérard de Nerval / Japan: Die Alchemie des Washi-Papiers / Ibiza: Esidros Reiseintopf / Ägypten: Keine Ruhe für die Mumien
Folge 1766 (45 Min.)Auf der Insel Bigeh, unweit des Assuan-Staudamms in Ägypten, soll sich das Grab des Gottes Osiris befinden. Seit Jahrhunderten zieht dieser Ort Grabräuber und Heilungssuchende an.Bild: Elephant Doc(1): Valois: Die Träumereien des Gérard de Nerval Nördlich von Paris liegt das Valois, eine geschichtsträchtige Region voller Wälder, Schlösser und Parks. Mitte des 19. Jahrhunderts, als die industrielle Revolution in vollem Gange ist, kehrt der Romantiker Gérard de Nerval in diese Region zurück, wo er einen Teil seiner Jugend verbrachte. In der Kurzgeschichte „Sylvie, Erinnerungen ans Valois“ verleiht er seiner Melancholie und einem gewissen Misstrauen gegenüber den Umwälzungen der Welt Ausdruck.(2): Japan: Die Alchemie des Washi-Papiers Robust wie ein Samurai, zart wie eine Geisha: Washi-Papier ist aus dem Alltag der Japaner nicht wegzudenken. Es erzählt von der Geschichte eines Landes, das sich vom kriegerischen Imperium zu einem Reich der Kultiviertheit wandelte, in dem Papier nicht nur der Übermittlung von Botschaften dient, sondern Ausdruck einer Philosophie der Harmonie und Schlichtheit ist. Washi-Papier wird handgeschöpft, was es so besonders und wertvoll macht. Innerhalb weniger Minuten vollzieht sich ein alchemistisches Wunder und ein Blatt Papier entsteht. (3): Ibiza: Esidros Reiseintopf Seine Fischerhütte am Meer, Fleisch und Reis: Mehr braucht Esidro nicht, um seinen Eintopf zuzubereiten. Er beginnt mit einer Fischbrühe und gibt dann Schweinefleisch, Tintenfisch und Paprika hinzu. Jetzt ist die Picada an der Reihe. Für die Würzpaste zerstößt Esidro Gewürze, Kräuter und Hühnerleber in einem Mörser und gibt sie in den Topf. Nach einem kurzen Sprung ins kühle Nass muss nur noch der Reis hinzugefügt werden! (4): Ägypten: Keine Ruhe für die Mumien Unweit des Assuan-Staudamms liegt die Insel Bigeh. Hier soll sich das Grab von Osiris befinden – dem Gott des Jenseits und der Wiedergeburt. Doch seit Jahrhunderten wird der ewige Schlaf von Grabräubern gestört. Meist hoffen diese Diebe auf Schätze, doch manchmal auch auf Heilung … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 06.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mo. 13.04.2026 arte Ligurien: Italo Calvino sieht die Welt von oben / Kosovo: Im Reich der Derwische / Bali: Tria, Königin des Bubur Injin / Frankreich: Sowjetischer Widerstand auf der Insel Oléron
Folge 1767 (44 Min.)Während der Besetzung durch die Nationalsozialisten bildete sich auf der französischen Insel Oléron ein einzigartiger Widerstand unter sowjetischer Führung.Bild: ARTE F / Elephant Doc(1): Ligurien: Italo Calvino sieht die Welt von oben „Der Baron auf den Bäumen“ von Italo Calvino erschien 1957 und zählt zu den meistgelesenen Romanen der italienischen Literatur. Er handelt von den sagenhaften Abenteuern des Barons Cosimo im Zeitalter der Aufklärung. Der Autor ähnelt seinem Helden: Weise und nonkonformistisch betrachtet er die Menschen mit bissigem und weitsichtigem Blick, allerdings stets mit der Absicht, sie zu verbessern. Als müsse man sich in die Baumwipfel begeben, um die Welt zu begreifen und richtig zu handeln.(2): Kosovo: Im Reich der Derwische Tekke bedeutet Rückzugsort und bezeichnet einen Derwischkonvent. Im Kosovo sind die Tekkes vor neugierigen Blicken geschützt, man betritt sie meist durch eine unscheinbare Tür am Ende einer Gasse. Wenn sich ein Derwisch verbeugt, dann nur, um Gott näher zu sein – selbstlos, wie es der Sufismus verlangt, die mystische Strömung des Islam. Derwische sind in Orden organisiert und streben nach der Symbiose mit Gott. Im Kosovo, wo Orient und Okzident aufeinanderprallen, ist ihnen die Symbiose mit der bewegten Geschichte des Landes gelungen. (3): Bali: Tria, Königin des Bubur Injin Wenn Tria in Denpasar nicht gerade Beiträge auf Social Media postet, macht sie ihr berühmtes Bubur Injin. Für den schwarzen Reispudding weicht sie schwarzen und weißen Klebreis über Nacht ein. Am nächsten Tag bereitet sie den Reis nach ihrer eigenen Methode zu: Sie lässt ihn fünf Minuten bei starker und dreißig Minuten bei schwacher Hitze kochen und dann nochmal fünf Minuten quellen. In den Topf kommen außerdem Palmzucker, Salz und Pandanblätter. Schließlich gibt Tria selbstgemachte Kokosmilch über den Reis. Ein Rezept, das bestimmt viral geht! (4): Frankreich: Sowjetischer Widerstand auf der Insel Oléron Aufgrund ihres fast mediterranen Klimas trägt Oléron den Beinamen „die Leuchtende“. Doch die Insel erlebte auch dunklere Zeiten, als sie von den Deutschen besetzt wurde. Damals erwachte ein einzigartiger Widerstand unter Führung der Sowjets … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 14.04.2026 arte Färöer: Die spitze Feder des William Heinesen / Extremadura: Das unglaubliche Schicksal der Konquistadoren / Mexiko: Dalias Schokotortillas / Türkei: Rasenschlacht in Istanbul
Folge 1768 (45 Min.)Die Extremadura, eine arme und unwirtliche Region im Westen Spaniens, wurde im 16. Jahrhundert zum Ausgangspunkt für die großen Expeditionen in die Neue Welt.Bild: Elephant Doc(1): Färöer: Die spitze Feder des William Heinesen Über den Weiten der Färöer schweben die Worte von William Heinesen, einem der größten nordischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Bissig und zugleich poetisch prangerte der militante und humanistische Autor die Unterdrückung seines Volkes an. Seine historischen Romane „Die Gute Hoffnung“, „Der schwarze Kessel und „Die verdammten Musikanten“ beleuchten die Vergangenheit der Faröer Inseln, die lange Zeit von einem allmächtigen Dänemark und einer autoritären Kirche beherrscht wurden.(2): Extremadura: Das unglaubliche Schicksal der Konquistadoren Im Westen Spaniens liegt ein raues, unwirtliches Land, eine der ärmsten und am dünnsten besiedelten Regionen der Iberischen Halbinsel: die Extremadura. 1493 kehrte ein Mann namens Christoph Kolumbus nach langer Reise hierher zurück und ebnete den Weg für eine ganze Generation von Abenteurern auf der Suche nach Gold, Ruhm oder einfach nur Brot. Männer, die im Laufe des 16. Jahrhunderts die Extremadura zum Ausgangspunkt für die großen Expeditionen in die Neue Welt machen und die Weltkarte für immer verändern würden. (3): Mexiko: Dalias Schokotortillas Heute ist Kinderfest in Tekax. Dalia nutzt die Gelegenheit und backt ihre beliebten Schokotortillas! Sie röstet Kakaobohnen bei schwacher Hitze und nimmt sie vom Feuer, sobald sie aufplatzen. Dann werden sie geschält und gemahlen. Den gewonnenen Kakao verteilt Dalia auf Tortillas, die sie trocknen lässt. Zum Schluss fügt sie dem restlichen Teig Zucker hinzu, damit die Kinder ihre eigene Schokolade herstellen können! (4): Türkei: Rasenschlacht in Istanbul Galatasaray, Beşiktaş oder Fenerbahçe? In Istanbul erregt der Fußball die Gemüter. Ein Spiel einer dieser drei Mannschaften prägte die Geschichte des türkischen Fußballs für immer. Wobei die Schlacht auch auf dem Spielfeld ausgetragen wurde … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 08.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 15.04.2026 arte Frankfurt am Main: Ein Lausbub namens Struwwelpeter / Indien: Toda, die Wächter der blauen Berge / Marseille: Lionels Bouillabaisse / Dänemark: Eine Düne auf Wanderschaft
Folge 1769 (45 Min.)Uralte Rituale auf windigen Berggipfeln: In den abgeschiedenen Nilgiris, den „blauen Bergen“ im Süden Indiens, wacht das Volk der Toda über das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde.Bild: Elephant Doc(1): Frankfurt am Main: Ein Lausbub namens Struwwelpeter Struppiges Haar, schmutzige und ellenlange Fingernägel: Wer kennt ihn nicht, den Struwwelpeter! Er entsprang 1844 der Fantasie des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann und ziert den Titel eines der erfolgreichsten deutschen Kinderbücher. Mit beißender und bisweilen grausamer Ironie erzählen die Bildergeschichten von den Missgeschicken ungezogener Gören. Sie dienten Generationen von deutschen Kindern als abschreckendes Beispiel und Karikaturisten in aller Welt als Vorlage.(2): Indien: Toda, die Wächter der blauen Berge Nilgiri bedeutet auf Hindi „blaue Berge“. Die Nilgiris erstrecken sich im äußersten Süden Indiens. Es ist eine abgeschiedene Welt, isoliert vom Rest des Landes. Hier züchtet das Volk der Toda seine Büffel und wacht über das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde. Auf den windigen Berggipfeln versammeln sich die Toda und führen ein uraltes Ritual fort. Sie drehen sich im Kreis und besingen die Erde, die Büffel und die Götter, die sich in den Wolken verbergen. Als würde ihnen das gemeinsame Tanzen helfen, den Veränderungen der Welt besser standzuhalten. (3): Marseille: Lionels Bouillabaisse Lionel, ein waschechter Sohn der Calanques an der Côte Bleue, bereitet eine Bouillabaisse zu. Zunächst brät er Felsenfisch mit Zwiebeln, Kräutern und Tomaten an. Dann löscht er alles mit Weißwein ab und lässt es einkochen. Denn daher kommt der Name Bouillabaisse: Wenn es kocht (bouille), wird die Hitze heruntergedreht (abaisse). Schließlich passiert Lionel die Suppe und fügt Meeraal und Petersfisch hinzu, den Fang des Tages. Ein mediterranes Gericht, wie es frischer nicht sein könnte! (4): Dänemark: Eine Düne auf Wanderschaft Ist das eine Fata Morgana? Nein, im Norden Jütlands sollte man nicht auf eine Oase oder Palmen hoffen! Die Wüste ist eine Wanderdüne, die einem Sandmeer gleicht. Seit Jahrhunderten wird die Råbjerg Mile vom Wind bewegt, und doch wäre dieser natürliche Koloss beinahe verschwunden … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 09.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 16.04.2026 arte
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