Sat.1 Programm-Highlights 2020/21: Längeres „Promi Big Brother“, Promi-Boxen, Lenßen und Mockridge

    „Blinde“ Live-Hochzeit, neue deutsche Serien und Vorabend-Experimente

    Glenn Riedmeier – 16.06.2020, 15:40 Uhr

    Eigentlich finden im Juni seit einigen Jahren die Screenforce Days statt, in denen die deutschen Fernsehsender ihr Programm für die kommende TV-Saison vorstellen. Corona-bedingt wurde jedoch das großen Branchentreffen abgesagt. Dennoch haben die Sender natürlich ein Interesse daran, den Werbekunden und Journalisten ihr Programm für die kommenden Monate zu präsentieren. Die ProSiebenSat.1-Gruppe tat dies am heutigen Dienstag (16. Juni) im Rahmen einer virtuellen „Late Night Berlin“-Spezialausgabe.

    Sat.1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger kündigt an: Wir bringen diesen Herbst nicht nur alle beliebten und erfolgreichen Formate mit frischen Staffeln on air, wir starten auch jede Menge neue Programme. Dies ist angesichts zahlreicher Flops im Tages- und Abendprogramm auch dringend nötig. Dass uns das trotz der großen Herausforderungen durch die Corona-Krise gelingt, macht mich stolz und ist der großartigen Teamarbeit aller Beteiligten zu verdanken. Unsere Zuschauer und Kunden können sich auf ein starkes Herbstprogramm freuen.

    REALITY

    Reality-TV spielt bei Sat.1 eine immer größere Rolle. Kein Wunder, angesichts des Erfolgs des fragwürdigen Formats „Promis unter Palmen“, das 2021 mit einer zweiten Staffel zurückkehrt. Im August gibt es außerdem ein Wiedersehen mit „Promi Big Brother“, das diesmal sogar eine Woche länger, also insgesamt drei Wochen, dauern wird – weiterhin moderiert von Jochen Schropp und Marlene Lufen. Keine Rede ist hingegen vom Normalo–„Big Brother“, von dessen Comeback sich Sat.1 im Frühjahr 2020 am Vorabend deutlich mehr versprochen hat. Eine weitere Staffel erscheint daher unwahrscheinlich.

    Doch damit nicht genug: Im Herbst bringt der Bällchensender „Das große Sat.1 Promiboxen“ zurück. Mit „Die Festspiele der Reality-Stars – Wer ist die hellste Kerze?“ startet eine weitere Plattform zur Selbstdarstellerung diverser Trash-Prominenz. In der Prime-Time-Gameshow kämpfen zehn mehr oder weniger bekannte Promis auf einer überdimensionalen Torte „in kuriosen und schrägen Spielen mit Geschick und Allgemeinwissen, Selbstironie und Schlagfertigkeit“ um den Spaß-Titel „Die hellste Kerze auf der Torte“. Moderiert wird die neue Sendung von Jochen Schropp und Olivia Jones.

    SHOW & DOKUTAINMENT

    Luke Mockridge präsentiert im Herbst die zweite Staffel von „Luke! Die Greatnightshow“. Jede der insgesamt acht neuen Ausgaben steht diesmal unter einem eigenen Motto: vom Städte-Duell über die erste klimaneutrale Show bis hin zum Casting einer neuen Boyband. Die Jubiläumsstaffel der Castingshow „The Voice of Germany“ wird mit mehr Folgen als bisher an den Start gehen. Neue Staffeln sind außerdem von den Shows „The Taste“ und „Das große Backen“ angekündigt.

    Im Doku-Bereich steht die siebte Staffel von „Hochzeit auf den ersten Blick“ an – und Sat.1 befördert das Format in die Primetime. Der Startschuss fällt mit einer Live-Hochzeit zweier Kandidaten, die sich vorher noch nie gesehen haben. Die Sendung bringt seit Jahren mehr und mehr glückliche Paare hervor, so Kaspar Pflüger. Es ist Zeit für den großen Aufschlag – live zur besten Sendezeit. Darüber hinaus gibt es ein Wiedersehen mit „Julia Leischik sucht: Bitte melde dich“. Außerdem startet mit „Mein Hund, die Kilos und ich“ eine neue Doku-Soap von den Machern von „The Biggest Loser“.

    DEUTSCHE FICTION

    In Kooperation mit dem Streamingdienst Joyn entsteht die Serienadaption des Roman-Bestsellers „Blackout – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg. Moritz Bleibtreu übernimmt die Hauptrolle in dem sechsteiligen Thriller (fernsehserien.de berichtete). Darüber hinaus adaptiert Sat.1 die britisch-amerikanische Serie „Liar“ als vierteilige Miniserie „Du sollst nicht lügen“ mit Felicitas Woll und Barry Atsma in den Hauptrollen (fernsehserien.de berichtete). Ebenfalls angekündigt ist das Crime-Drama „Torn – Zwischen zwei Müttern“ mit Alwara Höfels und Katharina Wackernagel und die Adaption des Krimi-Bestsellers „Todesurteil“ von Andreas Gruber mit Josefine Preuß und Raymond Thiry in den Hauptrollen. Von US-Fiction ist in den angekündigten Saison-Highlights keine Rede.

    REPORTAGE & INFOTAINMENT

    Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten seit Beginn der Corona-Krise einmal mehr bewiesen, dass wir unsere Zuschauer schnell und umfassend mit Newsflashes, Sondersendungen, verlängerten Nachrichten und einem um eine ganze Stunde verlängerten ‚Sat.1-Frühstücksfernsehen‘ informieren können, sagt Sat.1-Chef Kaspar Pflüger. Die Kooperation mit Axel Springer und dem ‚BILD Corona Spezial‘ passte thematisch hervorragend dazu, hier sind wir auch in guten Gesprächen über weitere Möglichkeiten. Im Herbst soll es außerdem neue Reportagereihen geben wie „Lebensretter hautnah. Wenn jede Sekunde zählt.“ oder „112 Notruf Deutschland“, die Notärzte und Rettungssanitäter in ganz Deutschland bei ihrer Arbeit begleiten. Darüber hinaus soll es wie zuletzt weitere „akte.“-Spezialausgaben zu aktuellen Schwerpunktthemen geben, die Deutschland bewegen. In Vorbereitung befinden sich etwa „Entführt!“ und „Der Fall Peggy Knobloch“.

    VORABEND

    Weiterhin eine Baustelle ist der Vorabend. Mit einigen bewährten und neuen Formaten will Sat.1 den schwachen Quoten entgegenwirken. Die zurückgekehrte Scripted Reality „K11 – Die neuen Fälle“ wird im Herbst fortgesetzt. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit Ingo Lenßen, der in „Lenßen übernimmt“ Mandanten berät, die „dringend Hilfe benötigen“. Doch auch an der Programmfarbe Quizshow wird trotz des Misserfolgs mit „Genial daneben – Das Quiz“ festgehalten. Sat.1 hat sich die Rechte an einer deutschen Adaption von „5 Gold Rings“ gesichert. Die niederländische Showidee, die seit 2017 auch Großbritannien läuft, soll den Sat.1-Vorabend im Herbst bereichern. Eine weitere Quizshow befindet sich darüber hinaus ebenfalls in Planung – vermutlich ist von der bereits angekündigten neuen Sendung mit Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen die Rede (fernsehserien.de berichtete).

    DIGITALES WACHSTUM

    Wir verstehen unseren Sender nicht mehr als reine TV-, sondern längst als Multiplattform-Marke. Und unser digitales Wachstum kann sich wirklich sehen lassen so Kaspar Pflüger. Dies hebt er anhand zweier Beispiele hervor: Unsere Formate ‚The Voice Kids‘ und das ‚Sat.1 Frühstücksfernsehen‘ erzielten in diesem Jahr bisher jeweils rund 180 Millionen Video Views. Ein starkes Zeichen dafür, wie sehr wir unsere Zuschauer mittlerweile über alle Plattformen erreichen und damit zusätzliche Reichweiten generieren. Auch Schwestersender Sat.1 Gold spielt dabei eine Rolle: Unser kleiner Sender SAT.1 Gold wächst in allen Zielgruppen und zeigt in der neuen Saison neben hochwertigen Eigenproduktionen rund um das Thema Tiere wie ‚Haustier sucht Herz‘ oder „Doc Dreesen in Afrika’ natürlich auch weiterhin die Sat.1-Topformate in Quick-Repeats. Damit realisieren wir wertvolle inkrementelle On-Top-Reichweite. Ein Format wie ‚The Voice Kids‘ erreicht so in diesem Jahr im gleichen Zeitraum knapp zwei Millionen zusätzliche Reichweite.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1974) am melden

      Für mich ist es eigentlich nur die Info "Brauchst auch weiterhin nicht reingucken, der selbe Mist wie die ganzen Jahre davor auch"

      Warum guckt man sich nicht ein wenig ab, wie es Sender machen, die immer noch gern gesehen werden?
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      • (geb. 1967) am melden

        die denklen das die zuschauer blöd sinn , und meinen die merken es nicht. aber das ist nicht nur sat1 alle. aber was das schlimmste ist die zeigen die wiederholungen bis aufs äussere. und das recht sicht irgendwann.
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          Die lernen es auch nie. Genau so ein Schrott wie bei den anderen (ich glaube meinen Text kopiere ich schon mal).
          Dabei ist es einfach: gute alte oder neue Serien über den Tag verteilt. Gute Reportagen und Dokus findet man eh wo anders (Arte, Servus TV, 3 Sat, ZDF Neo).
          Aber Serien kosten ja Geld, also lieber billigen Mist produzieren und auf die versemmelten Blödis vor der Glotze warten. Ein Trauerspiel.
          Mensch, hatte Sat.1, dass man das Jahrzehnte später so sagt, in den 80ern und noch 90ern ein geiles Tagesprogramm.
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          • (geb. 1986) am melden

            Bei diesem Programm Angebot kann man nur mit dem Kopf schütteln. Ich hätte ein Vorschlagsprogramm für Sat1 " Ein Schrott Programm kommt selten allein"!
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            • (geb. 1978) am melden

              Zusammengefasst... Alles Müll... Kein Wunder dass die Zuschauer in immer größer werdenden Scharen davonlaufen.. Bis auf wenige Ausnahmen kann man SAT1 getrost vergessen.Das der Programmchef dass einem als ein Highlight nach dem anderen ankündigt kann kein normal denkender Mensch verstehen.
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                Ich kann mit Eigenproduktionen nichts anfangen. Zum Glück gibt es Streaming-Dienste. Ich werde meinen Kabel-TV-Vertrag kündigen.
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                • (geb. 1984) am melden

                  Live-Hochzeit. Klar jetzt in Corona Zeiten kann man nicht ein Viertel/Halbes Jahr vorproduzieren. Man verkauft es dem Zuschauer als wäre er Blöd
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                  • (geb. 1988) am melden

                    Trash-Reality in Kombination mit Scripted Reality und zwischendurch möchte man auf augenscheinlich anspruchsvolle deutsche Fiktion setzen? Letzteres wird dabei buchstäblich zum Scheitern verurteilt sein.
                    Das Festhalten an der Zusammenarbeit mit BILD passt dabei irgendwie ins Bild, auch wenn diese Corona-Spezials ja täglich - bis auf einige Ausnahmen am Sonntag - miese Quoten gebracht haben...

                    Bei Sat.1 Gold erwarte ich eine ähnliche Entwicklung wie bei RTL Plus ... wenn Eigenproduktionen und klassische Serien nicht funktioniert, wird mehr und mehr Scripted Reality eingeschoben. Die Primetime gleicht da ja jetzt schon einem Trümmerhaufen.
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