2026 (Folge 1820⁠–⁠1840)

  • Folge 1820 (45 Min.)
    Die grönländische Künstlerin Aka Høegh lässt sich bei ihren Felsschnitzereien, Gemälden und Skulpturen von den Mythen und Legenden der Inuit inspirieren. – Bild: Elephant Doc
    Die grönländische Künstlerin Aka Høegh lässt sich bei ihren Felsschnitzereien, Gemälden und Skulpturen von den Mythen und Legenden der Inuit inspirieren.
    (1) Grönland: Aka Høeghs Blick auf die Natur als Kunstform Wenn die grönländische Künstlerin Aka Høegh an ihren Felsschnitzereien, Gemälden und Skulpturen arbeitet, sind die Mythen und Legenden der Inuit ihre Inspiration. Als Pionierkünstlerin der 1970er Jahre ist sie in vielerlei Hinsicht eine Ikone für Grönland. Zentrales Thema ihrer Kunst ist die dynamische Beziehung des Menschen – grönländisch: „Inuk“ – zur Natur. Das sieht man zum Beispiel an ihrer Lithografie „Das Eis schmilzt“ oder an ihrem Großprojekt „Stein und Mensch“. Diese stehen für ein Grönland, das seiner „Inuk“-Identität selbst Ausdruck verleiht. Høegh etabliert damit auch ein eigenes, von ethnischen und kolonialen Stereotypen losgelöstes Identitätsnarrativ. (2) Paris: Amerikas Eldorado Seit über 100 Jahren ist Paris „The Place To Be“ für Amerikaner. In den 1920ern lebten etwa 40.000 von ihnen in der französischen Hauptstadt. Als Weltmetropole der Künste erscheint Paris damals wie ein Eldorado des kreativen Schaffens, der Möglichkeiten und der individuellen Verwirklichung. Berauscht vom Freiheitsgeist ihrer französischen Wahlheimat, brachten sie ihrerseits Impulse von der anderen Seite des Atlantiks nach Europa. Schon Ende des 18. Jahrhunderts kamen die ersten Amerikanerinnen und Amerikaner nach Paris, doch wirklich groß wurde die Gemeinschaft erst nach dem Ersten Weltkrieg. (3) Panama: Olivers Knoblauch-Garnelen Der an der Pazifikküste Panamas gelegene Bezirk Chame ist bekannt für die Garnelenzucht – auch Oliver kauft hier direkt beim Erzeuger ein. Zurück in der Küche übergießt er die Schalentiere mit heißem Wasser. Nach dem Schälen brät er sie in Knoblauchbutter, Chili und Zwiebeln an. Dazu serviert er zweifach frittierte Kochbananenscheiben – Patacones genannt – und teilt die Mahlzeit mit seinen Freunden. (4) USA: Zu Fuß geht’s erst richtig los! USA-Touristinnen und -Touristen sind sich einig: Besonders als Fußgänger lernt man New York richtig kennen. Die Einwohnerinnen und Einwohner der trubeligen Metropole sind nicht zuletzt für ihren schnellen Gang bekannt. Einst konnte man hier zu Fuß sogar reich werden … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 07.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 14.10.2026 arte
  • Folge 1821 (44 Min.)
    In Saint-Nazaire, an der Mündung der Loire in den Atlantik, zieht eines der größten Schiffbauunternehmen der Welt besonders viele Besucher an.
    (1) Andrée Viollis: Reporterin auf Weltreisen Die 1870 geborene französische Reporterin Andrée Viollis war schon vor ihrer Japanreise für ihren Mut bekannt: In den Schützengräben dokumentierte sie die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs, recherchierte in der Sowjetunion, durchquerte den Himalaja, um über die Aufstände in Afghanistan zu berichten, und deckte Wahrheiten über die Kolonialgeschichte Frankreichs in Indochina auf. Im Japanischen Kaiserreich beobachtete sie nahezu prophezeiend den Aufstieg des Nationalismus. Ihre Japanreportagen sind in zwei Sammlungen zusammengefasst: „Le Japon et son Empire“ und „Le Japon intime“. (2) Saint-Nazaire: Wo die Ozeanriesen entstehen In Saint-Nazaire, an der Mündung der Loire, zieht eines der größten Schiffbauunternehmen der Welt besonders viele Besucherinnen und Besucher an: In der Großwerft „Chantiers de l’Atlantique“ werden seit Anfang des 19. Jahrhunderts riesige Schiffe gebaut. Die Atlantikwerften waren von Anfang an strategisch wichtig und stehen für Ansehen und Macht. Damit macht Frankreich international deutlich, dass sichere und schnelle Schiffe sein Spezialgebiet sind. Kriege und Wirtschaftskrisen hätten das Schicksal der Werften besiegeln können, doch dank Innovation und Modernisierung bestehen sie bis heute fort. (3) Estland: Kristis Pancakes In Laulasmaa bereitet Kristi Pfannkuchen zu, die sie an ihre Großmutter erinnern, die immer welche auf dem Küchentisch stehen hatte. Sie verrührt Eier, Kefir, Hafermehl und Backpulver zu einem glatten Teig. In der gefetteten Pfanne backt sie dann die Küchlein goldbraun auf. Dazu gibt es Blaubeermarmelade aus Früchten des angrenzenden Waldes und Schlagsahne. (4) Grönland: Der ignorierte Forscher Von Grönland aus erreichte Anfang des 20. Jahrhunderts ein afroamerikanischer Forscher als Erster den Nordpol. Doch jahrzehntelang wurden die Leistungen des schwarzen Polarforschers ungerechterweise nirgends erwähnt. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 08.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 15.10.2026 arte
  • Folge 1822 (44 Min.)
    Gujarat: Ahmedabad, Metropole der Moderne
    (1) Côte d’Azur: Maryline Desbiolles und die Wunden des Rassismus L’Agrafe von Maryline Desbiolles fesselt den Leser ab der ersten Szene: Eine junge Frau sprintet über steinige Pfade im Hinterland von Nizza, durch Maquis und Bergdörfer. Trainiert sie? Oder läuft sie um ihr Leben? Die junge Frau, so erfährt man später, heißt Emma Fulconis und ist die Hauptfigur des Romans, der 2024 den Literaturpreis der Tageszeitung „Le Monde“ gewann. Desbiolles greift darin ihre Lieblingsthemen auf: Fremdsein, Rassismus, Emanzipation und Schicksale, die in den Geschichtsbüchern kaum Beachtung finden. (2) Gujarat: Ahmedabad, Metropole der Moderne Die Millionenstadt Ahmedabad im indischen Bundesstaat Gujarat scheut keine Herausforderung. Als sich Indien 1947 endlich vom Joch der britischen Kolonialherrschaft befreit hatte, wurde die Metropole zum Versuchslabor für Unternehmer jeder Couleur. Auch der junge Architekt und Le-Corbusier-Schüler Balkrishna Doshi wurde von der neuen Freiheit angesteckt. In Ahmedabad konnte er Wagnisse eingehen, Fehler machen und von vorne beginnen. Villen, Museen, Viertel, Hochschulgebäude: Doshi verlieh der Stadt ihr neues, avantgardistisches Gesicht. (3) Panama: Johvannas Hühnersuppe Johvanna lebt in El Valle de Antón, einer der wenigen Ortschaften der Welt, die im Krater eines erloschenen Vulkans liegt. Heute gibt es Sancocho-Suppe mit Hühnchen. Johvanna zerlegt das Geflügel, würzt es mit Oregano, Koblauch, Koriander, Zwiebeln und Chili und brät es in etwas Öl an. Dann fügt sie Wasser und Yamswurzeln hinzu, die im panamaischen Sancocho nicht fehlen dürfen. (4) Grönland: Die Pioniere des nordischen Indie-Rock Anfang der 1970er Jahre gingen zwei trendbewusste junge Grönländer zum Studium nach Dänemark. Dort gründeten sie eine Rockband, die in ihrer Heimat im Handumdrehen zur Legende wurde: Sumé. Ihr Name bedeutet auf Kalaallisut „Wo?“, denn damals konnte kaum jemand Grönland auf der Landkarte verorten … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 12.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 19.10.2026 arte
  • Folge 1823 (45 Min.)
    Frankreich: Unbeugbare Xaintrie
    (1) 51° Kongo: Paul Lomami-Tshibamba und der Bann des Krokodils Ngando bedeutet auf Lingala „Krokodil“, und das ist in der Demokratischen Republik Kongo mehr als nur ein Tier. Die Riesenechsen verkörpern böse Geister, Werkzeuge im Dienst grimmiger Hexer. Paul Lomami-Tshibamba macht das Krokodil in seinem Roman „Ngando“ (1948) zum roten Faden einer Reise durch die mystische Vorstellungswelt eines noch von den Belgiern kolonisierten Léopoldville. Der 34-jährige Autor, der als Vater der kongolesischen Literatur gilt, verwebt das Reale mit dem Fantastischen, umgeht so die Zensur und übt subtil Kritik an der Kolonialisierung. (2) Frankreich: Unbeugbare Xaintrie „Versteckt lebt es sich glücklich“: So könnte das Motto der Xaintrie im Westen des Zentralmassivs lauten. Zu dem eigenständigen Naturraum finden sich keine großen Kriegs- oder Heldenepen, sondern Erzählungen vom alltäglichen Kampf der Bewohnerinnen und Bewohner, die seit jeher nur eines wünschen: dass man sie in Ruhe lässt. Die Xaintrie schloss sich im Laufe der Jahrhunderte keiner benachbarten Stadt an. Im 11. Jahrhundert ließ sich ein Kleinadliger auf einem Felsen nieder und begründete ein Lehnsgut, das nach und nach zur Hochburg einer alternativen Lebensweise wurde. (3) Finnland: Lauris und Jussis geräucherter Barsch Lauri und Jussi fahren auf die Ostsee hinaus, um Barsch zu fangen. Zu Hause filetieren sie den finnischen Nationalfisch und braten ihn unter freiem Himmel mit Butter, Kartoffeln und Zwiebeln in der Muurikkapannu an, einer großen traditionellen Gusseisenpfanne, die einem Wok ähnelt. Das Gericht wird draußen genossen und mit den Nachbarn geteilt. (4) Japan: Bühne frei für die Geisha! Japanische Geishas entführen Männer in eine Auszeit mit Poesie, Schönheit und raffinierter Verführung. Eine der Damen wollte sich jedoch nicht damit begnügen, dass sich ihre Welt auf die Separees der Teehäuser beschränkt. Sie wagte den Schritt auf die große Bühne und revolutionierte das japanische Theater … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 13.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Di. 20.10.2026 arte
  • Folge 1824 (44 Min.)
    Im Winter verschmelzen die Seen des Juramassivs mit der Berglandschaft, ihre eisige Oberfläche ist dann ganz von Weiß bedeckt.
    (1) Schottland: Andy Goldsworthys Manifest der Vergänglichkeit Seit fast 40 Jahren beobachtet und sammelt der Bildhauer Andy Goldsworthy, was ihm die schottische Natur bietet, und macht daraus vergängliche Kunst. Die grünen Hügel des Dorfes Penpont sind zu seiner Werkstatt geworden. Seine Naturskulpturen stehen in ständigem Dialog mit der sich verändernden Landschaft. Erodierendes Gestein, die formende Gewalt von Wind und Regen: Goldsworthy offenbart das Unsichtbare und konfrontiert uns mit der Zeit, die vergeht. (2) Türkei: Was ein Schnurrbart alles verrät Gezwirbelt, herabhängend oder buschig: In der Türkei ist der Schnurrbart weit mehr als ein modisches Accessoire. Er ist ein fester Bestandteil der männlichen Identität! Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Gesichtsbehaarung zu einem zuverlässigen Spiegel gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Der Schnurrbart verrät, welcher Klasse, welchem Glauben oder welcher politischen Überzeugung man angehört, und macht auf einen Blick deutlich, wer man ist. (3) Puerto Rico: Loraines Fischeintopf Am Strand von Aguadilla bereitet Loraine ein Rezept zu, das sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Für ihre Marota nimmt sie eine schöne Dorade, die an diesem Morgen ins Netz ging. Einen Teil legt sie für Spieße beiseite, der Rest kommt in den Eintopf. In einem großen Topf brät sie Gemüse mit der lokalen Würzmischung Sofrito an und gibt dann den Fisch dazu. (4) Frankreich: Jura – wenn Eis zu Gold wird Im Winter verschmelzen die Seen des Juramassivs mit der Berglandschaft, ihre eisige Oberfläche ist dann ganz von Weiß bedeckt. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand hier ein einzigartiger und einträglicher Handel: Riesige Eiswürfel traten eine lange Reise an … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 14.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 21.10.2026 arte
  • Folge 1825 (45 Min.)
    (1) Frankreich: Pierre Michon im Sog der Sinnlichkeit Pierre Michon ist einer der großen französischen Autoren der Gegenwart. Bekannt wurde er in den 1980er Jahren mit „Leben der kleinen Toten“. Sein 2023 erschienener Roman „Les deux Beune“ vereint zwei Texte, die im Abstand von knapp 30 Jahren entstanden. Sie handeln von der Liebe eines 20-jährigen Lehrers zur älteren Yvonne, die in einem kleinen Dorf des Périgord einen Tabakwarenhandel betreibt. Das animalische, unbändige Verlangen des jungen Mannes spiegelt sich in der Natur wider und erfüllt die Flüsse, Wälder und Höhlen des Périgord mit einer tiefen Sinnlichkeit. (2) Grönland: Tattoos als Ausdruck der Identität Tunniit, die traditionellen Tätowierungen der Inuit, waren fast vollständig von den Gesichtern und Händen der Grönländerinnen und Grönländer verschwunden. Die Motive göttlicher und spiritueller Natur, die dem Schutz vor dem Bösen dienten, wurden vor dreihundert Jahren von der dänischen Kolonialmacht verboten. Erst seit etwa zehn Jahren erleben die Tattoos eine generationenübergreifende Wiedergeburt. Sie legen sich wie Balsam auf eine seit langem offene Wunde und zeugen vom Wunsch nach dem Wiederaufbau einer grönländischen Nation. (3) El Salvador: Julietas Ananastrunk In Juayúa mixt Julieta mit ihren Kindern ein Getränk, das auf die Mayas zurückgeht. Sie lässt Ananasschalen mit Zimt und schwarzem Pfeffer ziehen und gibt eine Mischung aus pürierter Ananas und gemahlenem Reis dazu. Zucker, Salz und Ananasstücke verfeinern das Atol, das in eigens dafür gemachten Gefäßen, den Guacales de Morro, serviert wird. (4) USA: Ein Land im Shopping-Fieber Marilyn Monroe soll gesagt haben: „Nicht Geld macht glücklich, sondern Shoppen.“ In den USA begegnet man diesem Glück an jeder Straßenecke. Der Schaufensterbummel hat hier seine eigenen Tempel, die zum Teil von einem österreichischen Architekten und Sozialisten entworfen wurden … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 15.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 22.10.2026 arte
  • Folge 1826 (45 Min.)
    (1) Angola: Manuel Rui, Chronist der Nation Der 1941 in Angola geborene Schriftsteller und Dichter Manuel Rui engagierte sich schon früh in der Unabhängigkeitsbewegung MPLA. Als überzeugter marxistischer Aktivist wurde er zum Chronisten einer Nation, die gerade erst lernte, auf eigenen Füßen zu stehen. 1977 veröffentlichte Rui „Sim, Camarada!“ (auf Deutsch: „Ja, Genosse!“). Die Kurzgeschichtensammlung gilt als das erste Prosawerk des von Portugal unabhängigen Angolas. In den Texten erklingt die Euphorie der wiedergefundenen Freiheit sowie die Hoffnungen und Enttäuschungen eines ganzen Volkes. (2) Patagonien: Das Eldorado der Waliser Drachen und Teekannen sind nicht wirklich Bilder, die man mit der patagonischen Steppenwüste verbindet. Doch tatsächlich hält hier eine kleine Gemeinschaft die Traditionen ihrer Vorfahren aus dem rund 12.000 Kilometer entfernten Wales in Ehren. Mitte des 19. Jahrhunderts flüchteten mehrere walisische Familien vor der englischen Unterdrückung, überquerten den Atlantik und ließen sich voller Hoffnung in der vielversprechenden argentinischen Provinz Chubut nieder. Dabei gelobten sie, ihre Sprache und ihren Glauben zu bewahren. (3) Salvador: Margaritas Quesadillas Margarita lebt in der salvadorianischen Stadt Santa Tecla und backt für ihr Leben gerne. Heute lädt sie ihre Nachbarinnen zur Quesadilla-Verkostung ein. Hierfür vermengt sie Milch, Zucker, Sahne und Eier und rührt dann Queso duro blanco, einen lokalen Frischkäse, ein. Zum Schluss werden Hefe, Mehl und Margarine untergehoben. Sie verkauft diese Backware auch, um auf einen Besuch bei ihrer Mutter in Honduras zu sparen. (4) Japan: Die Liebe zum Hund In Japan mag man alles, was „kawaii“ ist, also „süß“. Dazu gehören natürlich Katzen – aber auch Hunde, die wie Püppchen angezogen und geherzt werden. Die Liebe zum besten Freund des Menschen ist zwar nicht neu, hat hier aber einen Höhepunkt erreicht … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 19.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 26.10.2026 arte
  • Folge 1827 (45 Min.)
    In British Columbia spielt das Licht gerne Verstecken. Tatsächlich besteht die Provinz zu 60 Prozent aus Wald.
    (1) Glasgow: Depardons ungeschönter Blick Im Juni 1980, in den ersten Jahren der Thatcher-Ära, schickt das „Sunday Times Magazine“ den französischen Fotojournalisten Raymond Depardon nach Glasgow. Ein Auftrag, über den sich der damals knapp 40-Jährige, der eigentlich auf die Berichterstattung aus Krisengebieten spezialisiert ist, zunächst wundert. Auf seinen Streifzügen, die Leica immer schussbereit, entdeckt er eine von Deindustrialisierung und sozialem Niedergang gezeichnete Stadt. Hier bringt Depardon zum ersten Mal eine sozialkritische Dimension in seine Fotos. (2) Philippinen: Die verzaubernde Insel Siquijor Die Philippinen-Insel Siquijor galt lange Zeit als unheimlich und wurde weitgehend gemieden. Dabei bedient sie uneingeschränkt das tropische Postkartenklischee: weiße Sandstrände, dichte Wälder, versteckte Höhlen. Der unheilvolle Ruf von Siquijor geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Damals sichteten spanische Seefahrer Leuchtpunkte auf den Anhöhen der Insel – von Einwohnern entzündete Feuer oder Glühwürmchen? – und tauften sie „Isla del Fuego“, Feuerinsel. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich fortan auch Gerüchte über die Insel: Man munkelte von übernatürlichen Phänomenen und Hexerei. (3) Baskenland: Christophes Entenherzen In Béarn, im französischen Teil des Baskenlands, bereitet Christophe seine Spezialität zu: Entenherzen mit Petersilie und Knoblauch. Als erstes erhitzt er Champignons mit Knoblauch in einer Pfanne, dann gibt er die Entenherzen dazu. Wenn diese gut angebraten sind, werden sie mit Essig abgelöscht, und am Schluss kommt noch eine großzügige Handvoll Petersilie dazu. Traditionell wird das Gericht nach einem Rugbyspiel gemeinsam mit Freunden gegessen. (4) Kanada: Was ist groß, haarig und unauffindbar? In British Columbia spielt das Licht gerne Verstecken. Tatsächlich besteht die Provinz zu 60 Prozent aus Wald. Um diesen undurchdringlichen Forst ranken sich zahlreiche Mythen; so soll darin seit Jahrtausenden eine seltsame Kreatur hausen. Vor über 70 Jahren drang ein mutiger Journalist bis ins Herz des Waldes vor, um die Wahrheit herauszufinden. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 20.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Di. 27.10.2026 arte
  • Folge 1828 (45 Min.)
    Paris ist berühmt als Stadt der Liebe, des Eiffelturms – und der Haute Couture.
    (1) Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa Mit Gift und Galle zeichnet der kongolesische Schriftsteller In Koli Jean Bofane ein vernichtendes Bild von der Globalisierung, die den Reichtum seines Landes an Bodenschätzen in einen Fluch verwandelt. In seinem 2014 veröffentlichten und ausgezeichneten Werk „Congo Inc., le Testament de Bismarck“, prangert er die vielen Facetten der Gewalt an, der die Demokratische Republik Kongo seit gut 30 Jahren ausgesetzt ist. Der Roman erzählt die Geschichte von Isookanga, einem jungen Jäger und Sammler, der sich voller Hoffnung auf nach Kinshasa macht. Im Labyrinth der Hauptstadt haben die Bösen nicht immer das letzte Wort. (2) Kyoto: Stadt des Kimonos In Kyoto ist der Kimono kein Gewand aus vergangenen Zeiten, sondern eine lebendige Tradition. Dabei drohte diese über viele Generationen weitergegebene Kunst gegen Ende des 19. Jahrhunderts unterzugehen, als sich Japan der Welt öffnete und industriell hergestellte Stoffe aus dem Westen importiert wurden. Doch seitdem ist der Kimono zum Wahrzeichen der traditionellen japanischen Kultur geworden. Seine Herstellung erfolgt nach wie vor auf traditionelle Weise, wenngleich mit Einflüssen aus der heutigen Zeit. (3) Porto Rico: Adas vegetarisches Ragout Im puertoricanischen Adjuntas kocht Ada ein vegetarisches Sancocho. Als erstes bereitet sie aus Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und mildem Chili ein Sofrito zu, an das sie für eine appetitliche Farbe noch Gewürze und Kurkuma gibt. In die fertige Mischung rührt sie lokale Gemüsesorten wie das Wurzelgemüse Malanga ein. Das Ganze wird mit einer Pique-Soße auf Essigbasis gewürzt und mit Kaffeeschalen aus eigenem Anbau abgerundet. (4) Paris: My Taylor is Haute Couture Paris ist berühmt als Stadt der Liebe, des Eiffelturms – und der Haute Couture. Weniger bekannt ist, dass die Schöpfungen der größten Modedesigner auf einen Mann zurückgehen, der noch nicht einmal Franzose war: Im 19. Jahrhundert kam ein junger Brite in die französische Hauptstadt, um hier seinen Stil durchzusetzen … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 21.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 28.10.2026 arte
  • Folge 1829 (45 Min.)
    Anfang der 1970er Jahre machte der Dichter Joseph Brodsky, der 1987 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, Venedig zu seinem neuen Zuhause.
    (1) Venedig: Der Spleen von Joseph Brodsky Anfang der 1970er Jahre machte der Dichter Joseph Brodsky, der 1987 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, Venedig zu seinem neuen Zuhause. In seiner sowjetischen Heimat hatte der Dreißigjährige Unterdrückung, Verbannung und Zwangsarbeit erlebt. Nach seiner Entlassung wurde er schlicht ausgebürgert. Er war zum Staatsfeind geworden, weil seine unter dem Ladentisch gehandelten, sehr komplexen und persönlichen Gedichte der Intelligenzija zu sehr gefielen. Venedig, die Stadt aus Wasser und Stein, erinnerte Joseph Brodsky an seine Geburtsstadt Sankt Petersburg, in die er nie zurückkehren durfte. (2) Mexiko: Das Ritual der Quinceañera In Mexiko, wo Riten und Traditionen großgeschrieben werden, bedeutet die Quinceañera, also der fünfzehnte Geburtstag, für ein Mädchen den Übergang vom Kind zur Frau. Unter dem wachsamen Auge der Familie und des Klerus werden die 15-Jährigen für die Zeremonie wie Prinzessinnen ausgestattet. Heutzutage will sich jedoch nicht jede junge Frau der Tradition unterordnen und zum Püppchen hergerichtet werden; auch hier haben feministische Bewegungen an Boden gewonnen. Ohne völlig auf ihre Quinceañera zu verzichten, feiern die jungen Frauen dieses spezielle Geburtstagsfest auf ihre Weise. (3) Finnland: Harris und Jarris Filet Mignon vom Hirsch Im Wald von Ilola in der Nähe von Porvoo bereiten Harri und Jarri aus dem Hirsch, den sie am Vormittag gejagt haben, ein Filet Mignon zu. Jarri zerlegt das Tier und bereitet den Holzgrill vor, während Harri Schnee einsammelt, um die Kartoffeln zu kochen. Für die Soße lässt Jarri Butter, Zwiebeln und Pfifferlinge eine Zeit lang vor sich hinschmoren. Die beiden Jäger genießen das fertige Gericht und gönnen sich anschließend einen wohlverdienten Saunagang! (4) Paris: Riechsalz im Theater Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebt Paris im Rhythmus des Variété-Theaters. Die Epoche verlangt nach Unterhaltung, leichten und amüsanten Geschichten. Aber hinter den Kulissen bereitet ein neues Genre seinen Bühnenauftritt vor: Horror und Grusel. Zartbesaitete Damen fallen im Parkett reihenweise in Ohnmacht … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 22.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 29.10.2026 arte
  • Folge 1830 (44 Min.)
    (1) Frankreich: Maria Pourchets Wilder Westen Die großflächigen Kalk-Hochebenen („Causses“) im Süden des französischen Zentralmassivs erinnern an eine Gegend im Wildem Westen; die steppenartige Landschaft könnte Schauplatz für alles Mögliche sein. Der 2023 in Frankreich erschienene und mit dem Prix de Flore ausgezeichnete Roman „Western“ von Maria Pourchet beschreibt eine romantische Annäherung zwischen Mann und Frau nach #MeToo: Liebe wird zum Duell, Lust zum Schlachtfeld. Für die Autorin ist der Naturpark Causses du Quercy im Département Lot ein wichtiger Zufluchtsort. Die Einsamkeit des Hochlands ist für sie jeden Sommer ein Ort der Inspiration. (2) Philippinen: Eine Hochburg des Katholizismus Auf den Philippinen drängen jedes Jahr am 9. Januar Hunderttausende Pilger durch die Straßen von Manila zum Fest des Schwarzen Nazareners. Alle wollen die schwarze Christusstatue aus nächster Nähe sehen, um deren Segen zu bekommen. Mit über 80 Prozent Gläubigen bei rund 117 Millionen Einwohnern sind die Philippinen das drittgrößte katholische Land der Erde. Die ehemalige spanische Kolonie nahm die Religion der Missionare eifrig an und machte sie zum inzwischen tief verwurzelten Glauben eines Volkes, das daraus die Kraft zieht, allen Prüfungen zu trotzen. (3) Puerto Rico: Jan Daniels Teigtaschen mit Fleischfüllung Jan Daniel pflückt Bananen und Bananenblätter für die Pasteles: Teigtaschen mit Fleischfüllung, die an Weihnachten auf keiner puerto-ricanischen Tafel fehlen dürfen. Dafür schmort er Schweinefleisch, das er zuvor in Adobo seco – einer Mischung aus Salz, Pfeffer und Knoblauch – mariniert hat, zusammen mit Soffritto, Tomaten und Gewürzen. Währenddessen bereitet er einen Teig aus Kürbis, Bananen und karibischem Wurzelgemüse zu. Für die Pasteles wird das Fleisch mit Teig umwickelt, dann in ein Bananenblatt gehüllt und in Wasser gar gekocht. (4) Angola: Unabhängigkeit auf Kubanisch Die Unabhängigkeitsbestrebungen der ehemaligen portugiesischen Kolonie Angola begannen Anfang der 1960er Jahre: 1961 rief die Befreiungsbewegung MPLA zu einem Aufstand in der Hauptstadt auf. Die Rebellion weckte die Aufmerksamkeit des noch jungen kubanischen Regimes unter Fidel Castro … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.11.2026 arte
  • Folge 1831 (45 Min.)
    (1) Florenz: Tschaikowskys weißer Schwan Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gönnt sich Peter Tschaikowsky, der Meister der russischen Romantik, eine Auszeit in Florenz. Dort genießt er Unterhaltungsmusik und verlebt glückliche Stunden, die ihn zu seinem schwingenden Streichsextett „Souvenir de Florence“ inspirieren. In der toskanischen Stadt entsteht auch seine Oper „Pique Dame“. Nach seiner Flucht aus Moskau und der langen Reise nach Europa hatte Tschaikowsky endlich wieder das Gefühl, lebendig zu sein. (2) Indien: Der radikale Pazifismus der Jains Im Bundesstaat Gujarat gibt es Menschen, die sich nur maskiert fortbewegen und vor jedem Schritt den Boden fegen, um keine Ameisen oder andere Kleinstlebewesen zu zertreten. Natürlich sind die Jains auch strikte Veganer – vielleicht die ersten in der Geschichte. Die Religionsgemeinschaft hat den Westen Indiens zu ihrem gelobten Land gemacht. Obwohl sie dort in der Minderheit sind, haben die Jains Gujarat mit ihrer asketischen Lebensweise und ihrem Geschäftssinn geprägt. Ihr Glaube konnte neben dem Hindu-Nationalismus wohl deshalb weiterbestehen, weil er im Pazifismus die bewundernswerteste aller Religionen sieht. (3) Thailand: Nus Hühnercurry In ihrem Thai-Box-Club bereitet Nu ein Hühnercurry zu. Sie verarbeitet Hühnerfleisch mit Knoblauch, Schalotten, Chili, Galgant (thailändischer Ingwer), Kaffernlimette und Krachai (chinesischer Ingwer) zu einer aromatischen Paste. Sie verfeinert ihr Curry mit Hühnerfüßen und -blut sowie Kokosmilch, dann kommen noch Fischbällchen hinzu. Das mit Nudeln servierte Gericht gibt den Boxern nach dem Training neue Kraft. (3) Belgien: Ein Zug, drei Helden Der Talmud besagt: „Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Drei junge Belgier beschlossen, diesen Satz wörtlich zu nehmen und einen Deportationszug anzugreifen. Dadurch bewahrten sie Hunderte Menschen vor der Hölle der Konzentrationslager. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 03.11.2026 arte
  • Folge 1832 (45 Min.)
    (1) Jamaika: Eine lebendige Feder Jamaika ist vielleicht die faszinierendste Insel der Karibik. In dieser kleinen Welt voller Sonne, Berge und Musik kam 1970 der Schriftsteller Marlon James zur Welt. Seine Bücher behandeln die großen Themen seiner Heimatinsel, von der Sklaverei bis zu Bob Marley. Als erster Jamaikaner wurde er 2015 für seinen Roman „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet. James erzählt darin von einem Land, in dem die Nachwirkungen der britischen Kolonisierung noch heute spürbar sind. Er beschreibt eine Insel, auf der Lebenstriebe manchmal erlahmen, am Ende aber doch immer siegen. (2) Japan: Das Handwerk als Hüter der Tradition Der Philosoph Yanagi Sōetsu war der Begründer der japanischen Volkskunstbewegung Mingei. 1925, mitten im japanischen Modernisierungsboom, der traditionelle Handwerkskünste zu verdrängen drohte, lancierte der Denker zusammen mit den Kunstkeramikern Hamada Shōji und Kawai Kanjirō eine von der britischen Arts-and-Crafts-Bewegung inspirierte Gegenströmung. Hierfür verliehen sie von anonymen Kunsthandwerkern geschaffenen Alltagsgegenständen Sichtbarkeit. Mingei hat sich inzwischen zu einer Lebensphilosophie entwickelt. (3) Finnland: Tuulas Kohlauflauf In Mikkeli bereitet Tuula einen Kohlauflauf nach dem Rezept ihrer Großmutter zu. Sie lässt den Kohl auf kleiner Flamme zusammen mit Reis köcheln, während sie Hackfleisch und Zwiebeln in Butter anbrät. Dann vermischt sie alles, gibt etwas Sahne und ein wenig Zuckersirup hinzu und schiebt den Auflauf in den Ofen. Fertig gebacken und mit Preiselbeersoße serviert, eignet sich dieses Comfort Food perfekt für eiskalte Temperaturen! (4) New York: Die geheime U-Bahn von Manhattan Jeder weiß, dass in New York alles schneller geht als anderswo. Aber gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging hier nichts voran. Zu Fuß, mit der Kutsche oder im Bus: Fortbewegung war der reinste Hindernislauf. Je mehr die Stadt wuchs, desto stockender wurde der Verkehr. Ein Mann versuchte damals, schneller zu sein als alle anderen … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 04.11.2026 arte
  • Folge 1833 (45 Min.)
    (1) Kuala Lumpur: Mord im urbanen Dschungel In ihrem 2009 erschienenen Debütroman „Die tödliche Familie Lee“, dem ersten Band einer der seither beliebtesten Krimireihen Südostasiens, kritisiert Autorin Shamini Flint den kulturellen, finanziellen und politischen Filz der malaysischen Hauptstadt. Die frühere Anwältin kennt das Geschäftsmilieu aus nächster Nähe – und damit auch die Auswüchse des alles verschlingenden Kapitalismus, der aus Malaysia ein modernes Land machen sollte, und das um jeden Preis. Zwar studierte die Globetrotterin in London und lebt seit über 20 Jahren in Singapur, aber der Held ihrer Reihe, Inspektor Singh, ist im Mikrokosmos ihres Heimatlandes unterwegs. (2) Türkei: Der himmlische Sound der Ney In der Türkei heißt es, der Klang der Ney, eines der ältesten Blasinstrumente der Welt, schaffe eine Verbindung zum Göttlichen. Die Längsflöte mit der klagenden Stimme wird aus Rohrstöcken hergestellt. Als sich auf anatolischem Territorium der Sufismus entfaltete, wurde die Ney zum Symbol der islamisch-spirituellen Kunst. Als der Sufismus im 20. Jahrhundert in der Türkei verboten wurde, litten darunter auch die Ney-Spieler des Landes. Heute wird die Flöte auch außerhalb religiöser Rituale eingesetzt. (3) El Salvador: Julis frittierter Fisch Die Insel Zacatillo lebt vom Fischfang. Edgar hat eine Meerbrasse gefangen, die von Juli zubereitet wird. Juli nimmt den Fisch aus, würzt ihn mit Salz und Knoblauch und brät ihn auf dem Holzkohlegrill. Serviert wird der fertige Fisch mit Reis und einer Beilage aus Kopfsalat, Tomaten und Gurken. So lebt man von der Hand – oder Angelschnur – in den Mund! (4) Kanada: Schwarze Pioniere Zwischen Vancouver Island und dem kanadischen Festland liegt ein Archipel, zu dem auch Saltspring Island gehört. Man findet auf der kleinen Insel zwar kein Gold, aber dennoch wurde sie vor über einem Jahrhundert zum kanadischen Eldorado für Männer und Frauen, die hier einen lange vermissten Schatz fanden: ihre Freiheit … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 arte
  • Folge 1834 (45 Min.)
    (1) Rio de Janeiro durch die Kamera von Walter Salles Der brasilianische Filmemacher Walter Salles studierte im Ausland und drehte zahlreiche internationale Produktionen, doch seine wichtigsten Filme entstanden in seiner Heimatstadt Rio, von „Central Station“, Goldener Bär bei der Berlinale 1998, bis „Für immer hier“, Oscar für die beste internationale Produktion 2025. Es sind zutiefst menschliche Filme, in denen Gesichter ebenso wichtig sind wie Landschaften. Walles erkundet darin die Brüche, aber auch das Potenzial urbaner Schauplätze in Rio. (2) Kaimaninseln: An Bord des Catboat Mit den Kaimaninseln werden meist Steuervorteile assoziiert, Kultur und Geschichte dieses karibischen Archipels sind dagegen weniger bekannt. Das Leben auf den drei Inseln ist vom Meer geprägt. Diese symbiotische Beziehung verkörpert das Kaiman-Catboat. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist das leichte Segelboot aus dem Alltag der Inselbewohner nicht wegzudenken, die es vor allem wegen seiner Wendigkeit schätzen. Auch heute noch gleiten die geschwungenen Silhouetten der Catboats über das türkisblaue Wasser zwischen den Kaimaninseln. (3) Estland: Uves und Deins gegrillter Seewolf In Peetri bereiten Uve und sein Sohn Dein einen Seewolf zu, den sie am Morgen auf dem Markt in Tallinn gekauft haben. Uve schneidet den Fisch ein, würzt ihn mit Dill, Petersilie und Olivenöl und legt ihn dann auf den Grill. Unterdessen zaubert Dein ein cremiges Blumenkohlpüree, gebratenen Spargel und eine Variante der Hollandaise-Sauce. Ein leckeres Menü, gekocht von Vater und Sohn. (4) Malaysia: Die ganze Wahrheit über Magellans Weltumsegelung Der Hafen und die Straße von Malakka beflügelten einst die Fantasie von Joseph Conrad und William Somerset Maugham. Die malaiische Küstenstadt war ein Treffpunkt für Abenteurer und routinierte Seefahrer, darunter auch ein Unbekannter, der vielleicht als Erster die Welt umsegelte … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 09.11.2026 arte
  • Folge 1835 (45 Min.)
    (1) Thailand: Ein literarisches Phänomen In Thailand wird wenig gelesen. Doch die Bücher von Veeraporn Nitiprapha finden reißenden Absatz und sind ein echtes Phänomen in der thailändischen Verlagswelt. 2013 veröffentlichte die Autorin im Alter von 51 Jahren ihren ersten Roman „The Blind Earthworm in the Labyrinth“. Er erhielt den Southeast Asian Writers Award, die höchste literarische Auszeichnung dieser Weltregion. Das Buch knüpft an die in Thailand sehr beliebten Seifenopern an und kommt wie eine sinnliche Romanze daher. Doch zwischen den Zeilen wirft die Autorin einen kritischen Blick auf die thailändische Gesellschaft. (2) Funaná: Der Blues der Kapverden Auf der kapverdischen Insel Santiago leben Nachfahren von Sklaven, die zu Bauern wurden. Sie erfanden eine Musik, mit der sie ihren Klagen und Hoffnungen in kapverdischem Kreol Ausdruck verleihen: den Funaná. Begleitet wird dieser Blues auf der Gaita, einem kleinen Akkordeon, ein Ferrinho genannter Metallstab gibt den Rhythmus vor. Lange wurde diese Musik von den Eliten des Landes als archaisch verachtet. Die Kolonialherren verboten sie oft sogar ganz, weil sie die Menschen zu spontanen Zusammenkünften veranlasste. Bis sie ganz groß rauskam! (3) El Salvador: Noemis Hähnchensandwiches In der quirligen Stadt Ahuachapán bereitet Noemi kleine Hähnchen-Sandwiches zu. Dafür brät sie zunächst Karotten, grüne Bohnen und Brokkoli an. Dann vermischt sie Getreide, Kräuter, Chilischoten und den natürlichen Farbstoff Annatto zu einer Soße. Sie püriert das Ganze und streckt es mit dem Bratensaft des Hähnchens. Nun belegt sie die Brötchen mit dem Gemüse und dem zerpflückten Fleisch und träufelt Soße darüber. Perfektes Comfort Food! (4) Vereinigte Staaten: Mit Alkohol ins todsichere Verderben In den Vereinigten Staaten zerstörte Alkoholmissbrauch im 19. Jahrhundert viele Familien. Die Männer besuchten die Gasthäuser, zu denen Frauen keinen Zutritt hatten. Dort spielten und tranken sie und nahmen die Dienste von Prostituierten in Anspruch. In der Folge wurden Anti-Alkohol-Gesetze verabschiedet, die von den Abstinenzbewegungen unterstützt wurden. Trotzdem trank man in den Kneipen fröhlich weiter … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 10.11.2026 arte
  • Folge 1836 (45 Min.)
    (1) Angola: Der Schriftsteller der Vergessenen Niemand hat die Hauptstadt Angolas so treffend, fantasievoll und einfühlsam beschrieben wie Ondjaki. Ndalu de Almeida, so sein bürgerlicher Name, wurde 1977 in Angola geboren, als in dem von der marxistischen MPLA regierten Land der Bürgerkrieg wütete. 2001 veröffentlichte der junge Schriftsteller seinen Debütroman „Bom Dia Camaradas“ unter dem Pseudonym Ondjaki, was in der Sprache der Kimbundu „Krieger“ bedeutet. Einen Höhepunkt erreichte sein Schaffen mit dem Roman „Die Durchsichtigen“, für den er 2013 den renommierten portugiesischen Literaturpreis „Prémio José Saramago“ erhielt. (2) Vietnam: Schach ist König Schach wird in Vietnam nicht schweigend gespielt: Das Spiel wird gelebt – und zwar überall und von allen! In Parks und Cafés, von neugierigen Kindern ebenso wie von versierten Senioren. Schach ist in Vietnam mehr als nur ein Spiel: Es ist eine offene Bühne für strategisches Kalkül und Herausforderungen, aber auch für Geplauder – ein stiller Dialog zwischen Figuren, Menschen und Gedanken. Man sollte sich gut überlegen, ob man mit einem Vietnamesen eine Partie wagen will, denn hinter dem freundlichen Lächeln verbirgt sich oft ein gefährlicher Stratege. (3) Finnland: Samis Fischsuppe Am Ufer des Saimaa-Sees, des größten Sees in Finnland, zieht Sami unter dem Eis seine Netze ein und fördert einen Zander zutage. Zurück in der Küche zerlegt er den Fisch und bereitet eine Suppe aus Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Dill zu, die er mit Butter, Sahne und Milch verfeinert. Zum Schluss gibt Sami den Zander in die Suppe. Das Gericht wird gemeinsam mit der Familie genossen, deren Alltag vom Fischfang geprägt ist. (4) Angers: Vorsicht Hängebrücke! 1838 entstand in Angers ein Wunderwerk der Ingenieurskunst: eine Hängebrücke über die Maine. Doch die Haltbarkeit der Tragseile war umstritten. Bei Wind oder wenn Soldaten im Gleichschritt über die Brücke marschierten, war eine Katastrophe zu befürchten … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 11.11.2026 arte
  • Folge 1837 (45 Min.)
    (1) Philippinen: Filme, die nach Freiheit duften Kidlat Tahimik, eine schillernde Persönlichkeit des Independent-Kinos, ruft auf den Philippinen zum Widerstand auf. Bereits mit seinem ersten Film „Der parfümierte Albtraum“ (1977) gewann er Ende der 1970er Jahre mehrere Preise, darunter den Preis der internationalen Filmkritik bei der Berlinale. Der in den USA von Francis Ford Coppola vertriebene Experimentalfilm folgt den Streifzügen eines Jeepney-Fahrers, gespielt von Tahimik selbst, und verbindet dabei autobiografische und poetische Elemente zu einer Abrechnung mit dem westlichen Imperialismus. Kidlat Tahimik ist ein multidisziplinärer Künstler, der sich in seinem Schaffen immer wieder mit seiner Herkunft auseinandersetzt und die Kunst seines Landes erneuert. (2) Demokratische Republik Kongo: Von Bäumen und Vorfahren In der Demokratischen Republik Kongo bildet der Wald einen Ozean aus Blättern, Lianen und Stämmen, der unzählige Geheimnisse birgt. In diesem Universum, das drei Mal größer ist als Deutschland, bedeuten Bäume den Menschen alles. Sie nähren den Körper ebenso wie den Geist. Bäume sind im Boden verwurzelt, auf dem auch die Menschen leben, und streben gleichzeitig gen Himmel. So schlägt der Wald eine Brücke zwischen der Welt der Lebenden und dem unsichtbaren Reich der Ahnen. Diese Verbindung macht die Bäume zu Hütern der Erinnerung. (3) Puerto Rico: Rebeccas Kokosflans Im puerto-ricanischen Regenwald El Yunque holt Rebecca eine Kokosnuss, um daraus Kokosmilch zu gewinnen. Sie erhitzt die Milch und gibt Gewürze, Zucker und Maisstärke hinzu. Sobald die Masse eindickt, füllt Rebecca sie in Förmchen und stellt sie in den Kühlschrank. Kokosflans werden kalt serviert und dürfen bei keinem puerto-ricanischen Weihnachtessen fehlen. (4) Kanada: Vermessung eines Kontinents In der westkanadischen Provinz British Columbia ragen die Rocky Mountains majestätisch in den Himmel, endlose Wälder versperren den Blick bis zum Horizont, und die Flüsse suchen sich seit jeher ihren eigenen Weg. Lange bevor Straßen die Landschaft durchschnitten und Grenzen sie auf Karten teilten, durchstreifte ein Mann diese ungezähmte Wildnis. Zu Fuß legte er Tausende von Kilometern zurück – getrieben von der Aufgabe, die Konturen eines Kontinents zu erkunden und festzuhalten … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 12.11.2026 arte
  • Folge 1838 (45 Min.)
    (1) Vietnams berühmtester kleiner Held „Abenteuer und Heldentaten des ruhmreichen Grashüpfers Mèn“ von Tô Hoài ist eines der bekanntesten Kinderbücher Vietnams. Es ist eines dieser Werke, die man als Erwachsener gerne nochmal liest und dabei völlig neu entdeckt. Das Buch erschien 1941, mitten in der französischen Kolonialzeit, war sofort erfolgreich und blieb es bis heute. Es wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt, verfilmt sowie als Comic und Theaterstück adaptiert. Seit Generationen steht es in Vietnam auf dem Lehrplan, und der Grashüpfer ist das Unicef-Maskottchen des Landes. (2) Mexiko: Voladores, die Himmelstänzer Im mexikanischen Cuetzalan, wo Baumkronen und Berggipfel sich in Größe überbieten, wird seit mehr als zwei Jahrtausenden das präkolumbianische Ritual der Voladores praktiziert. Die Himmelstänzer binden sich an einem hohen Pfahl fest, lassen sich fallen und schwingen kreisförmig durch die Luft. Ihr Tanz symbolisiert das große Gleichgewicht der Jahreszeiten und Erntezyklen und ist ein Dialog mit den Göttern, eine Bitte um fruchtbare Erde. In Zeiten, in denen die Natur ins Wanken gerät und gute Ernten immer ungewisser werden, wird dies besonders relevant. (3) Tasmanien: Ethans Fischpastete In Georges Bay machen sich Ethan und sein Vater auf zum Angeln, denn heute soll es Fischpastete geben! Zurück an Land präpariert Ethan die Fischfilets und kombiniert sie mit frischem Lauch, Fenchel, Pilzen und Jakobsmuscheln. Das Ganze wird mit einer Soße aus Butter, Mehl und Milch gebunden und mit Kartoffelbrei bedeckt. Dann kommt die Pastete in den Ofen. Und wenig später landet der Fang vom Morgen auch schon auf dem Teller! (4) USA: Eine Kiste erobert die Welt Welche Erfindung hat die Welt im 20. Jahrhundert am meisten verändert? Eine Stahlkiste, sagen viele Ökonomen. Rechteckig, mit Standardmaßen und stapelbar. Eine einfache Idee, entwickelt von einem amerikanischen Unternehmer aus der Speditionsbranche … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 16.11.2026 arte
  • Folge 1839 (45 Min.)
    (1) Jimmy Cliff, die Stimme Jamaikas Der Welthit „Reggae Night“ mit seinem groovigen Beat und eingängigen Refrain ist eine Ode an sich im Tanz wiegende Körper und Nächte, die niemals enden. Der von Jimmy Cliff interpretierte Titel wurde zur inoffiziellen Hymne Jamaikas. Cliff wurde auf Jamaika 1944 geboren und gehört der Generation von Bob Marley an. Unter den jamaikanischen Musikstars nimmt er einen besonderen Platz ein, da sein Werk sich nicht in eine Schublade stecken lässt: Es ist von ebenso vielen Klängen und Einflüssen wie Lebenserfahrungen geprägt. (2) Demokratische Republik Kongo: Im Land der Kimbanguisten In der Demokratischen Republik Kongo wird der christliche Glaube mit Leidenschaft gelebt. Manchmal spiegelt er die bewegte Geschichte des Landes wider. In Kinshasa nimmt eine Glaubensrichtung einen besonderen Platz ein. Die aus dem Widerstand gegen die Kolonialisierung entstandene „Kirche Jesu Christi auf Erden durch seinen Boten Simon Kimbangu“ entwickelte sich zu einer bedeutenden christlichen Kirche in der Demokratischen Republik Kongo. (3) Puerto Rico: Alondras Fisch mit Kokosmilch In Loíza an der Küste Puerto Ricos kocht Alondra nach einem Rezept, das sie von den Frauen in ihrer Familie geerbt hat. Sie pflückt eine Kokosnuss, mahlt das Fruchtfleisch und presst es dann von Hand aus, um eine dickflüssige Milch zu gewinnen. Alondras Mutter brät derweil den Fisch an und lässt ihn dann in der duftenden Kokosmilch zusammen mit Paprika und Knoblauch köcheln. Das traditionelle Gericht wird mit Reis serviert und erzählt von der Geschichte einer ganzen Region. (4) Kanada: Kamele sind Gold wert Vor etwas über einem Jahrhundert zog die kanadische Gemeinde Lillooet Tausende von Goldsuchern an. Sie hofften auf den großen Fund, der sie reich machen würde. Mitten in diesem Goldrausch setzte ein Mann sein Vermögen auf Kamele … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 17.11.2026 arte
  • Folge 1840
    (1) Shih-Li Kow erzählt von einem freien Malaysia Mit „The Sum of Our Follies“ gewann die malaysische Autorin Shih-Li Kow 2018 den Preis für den besten ausländischen Debütroman in Frankreich. In dem Werk betrachtet Shih-Li Kow ihr Land vom Rande aus und macht eine kleine Provinzstadt zum Beobachtungsposten einer bunten, multiethnischen und bisweilen in Traditionen gefangenen Gesellschaft, die ihr Zusammenleben Tag für Tag neu erfindet. Mit einer Prise Verrücktheit und viel Humor hinterfragen die Figuren die moralischen und politischen Normen ihres Landes und machen das Buch zu einer Ode an die Freiheit. (2) Frankreich: Die Sillon de Talbert, eine Nadel im Meer Die Sillon de Talbert ist eine schmale Landzunge aus Kieselsteinen und Sand vor der bretonischen Küste. Sie entstand vor 6.000 Jahren und ist in Europa aufgrund ihrer Größe und Form einzigartig. Die „Furche“ wird in Seemannsliedern besungen und verbindet die Menschen vor Ort. Lange war die Bevölkerung von der Unzerstörbarkeit dieses natürlichen Schutzwalls überzeugt und unterschätzte seine Veränderungen. Mittlerweile ist die Sillon de Talbert zur Achillesferse der Bretagne und zu einem wichtigen Umweltforschungsobjekt geworden. (3) Thailand: Ram Juans Curry Im thailändischen Chiang Mai lebt Ram Juan im Rhythmus ihres Gartens. Für ihr Curry erntet sie heute Auberginen, junge Sprossen, Langbohnen und Akazienblätter. In ihrer Küche zerstößt sie Pimente, Knoblauch, Schalotten, Zitronengras und Garnelenpaste zu einer aromatischen Mischung. Diese gibt Ram Juan zusammen mit der Ernte des Tages sowie Garnelen und Eiern in einen großen Topf. Zum Schluss fügt sie noch eine Prise geröstetes Klebreispulver hinzu, das alles bindet. (4) Demokratische Republik Kongo: Ein wichtiger Zeuge Die Demokratische Republik Kongo hat umfangreiche natürliche Ressourcen. Doch die Wälder und fruchtbaren Böden sind Fluch und Segen zugleich. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Land unter Herrschaft des belgischen Königs zur Hölle für die Bevölkerung, bis ein wichtiger Zeuge erschien … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 18.11.2026 arte

zurückweiter

Erhalte Neuigkeiten zu Stadt Land Kunst direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu Stadt Land Kunst und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Erinnerungs-Service per E-Mail

TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn Stadt Land Kunst online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.

Auch interessant…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App