2026 (Folge 1794⁠–⁠1813)

  • Folge 1794 (45 Min.)
    In Alexandria sind alte Lada-Taxis die Könige unter den Antiquitäten. Wie die meisten Autos im Land werden diese Sowjet-Limousinen seit kurzem mit ägyptischem Erdgas betrieben. – Bild: Elephant Doc
    In Alexandria sind alte Lada-Taxis die Könige unter den Antiquitäten. Wie die meisten Autos im Land werden diese Sowjet-Limousinen seit kurzem mit ägyptischem Erdgas betrieben.
    (1) Japan: Jirō Taniguchi und die Kunst der Nostalgie Mit intimistischen Geschichten, magischen Traumwelten und filigranem Strich verzauberte der 2017 verstorbene japanische Autor und Zeichner Jirō Taniguchi seit den 1970er Jahren Manga-Leser auf der ganzen Welt. Seine beiden autobiografischsten Werke, „Die Sicht der Dinge“ (1994) und „Vertraute Fremde“ (1998), etablierten ihn als Meister der introspektiven Erzählung. Die abgelegene Region Tottori. Schauplatz seiner Kindheit, wird darin zum Ort von Erinnerung, Intimität und Kontemplation. (2) Bayern: Ein Hoch auf den Hopfensaft Nirgendwo sonst in Deutschland -, ja wie wohl nirgends sonst auf der ganzen Welt – wird Bier so leidenschaftlich gefeiert wie in Bayern. Ein Großteil des weltweit konsumierten hellen Bieres stammt von hier. Die Region verfügt über alle nötigen Voraussetzungen: weite Gerstenfelder, ausgezeichneten Hopfen und klares Wasser tief unter der Erde. Bier ist hier mehr als nur ein Getränk, es begleitet die politische Geschichte Bayerns. In den dunklen, verrauchten Brauhäusern von München wurde am Schicksal Deutschlands mitgeschrieben. (3) Estland: Martens feine Fischsuppe In Tallinn bereiten Marten und seine Frau Krõõt ein echtes Wohlfühlgericht zu: eine einfache, aber leckere Fischsuppe. Dafür setzen sie eine selbstgemachte Brühe mit Fischköpfen und Gräten auf, geben fein geschnittenes Gemüse dazu und legen den rohen Fisch auf den Boden der Suppenschüsseln, damit er durch den Kontakt mit der heißen Brühe gar wird. Die Suppe wird mit Eiercremeschnitten serviert und überzeugt auch die größten Skeptiker! (4) Ägypten: Ideenwerkstatt Alexandria In Alexandria sind alte Lada-Taxis die Könige unter den Antiquitäten. Wie die meisten Autos im Land werden diese Sowjet-Limousinen seit kurzem mit ägyptischem Erdgas betrieben. Doch vor knapp 2.000 Jahren entstand in der Mittelmeermetropole eine ganz andere Art von Energie … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 31.08.2026 arte
  • Folge 1795 (45 Min.)
    Blick auf Nîmes: Im Hintergrund erkennt man das fast 2.000 Jahre alte römische Amphitheater, in dem noch heute Konzerte stattfinden.
    (1) Nîmes: Die bunte Farbpalette von Claude Viallat Seit 60 Jahren malt Claude Viallat dieselbe Basisform: die ritualhafte Signatur eines Künstlers, der seine Bilder weder datiert noch betitelt. Sein abstraktes Werk erzählt von seiner Heimatregion um Nîmes, von Farben und Stoffen, Stierkämpfen und Kunsthandwerk. Ende der 1960er Jahre wurde Viallat mit der Gründung der Bewegung Supports/​Surfaces zum Vorreiter. Heute stellt der hochbetagte Künstler in renommierten Museen wie auch in kleinen Galerien aus und erweitert kontinuierlich sein Werk. (2) Kalifornien: Im Land der Baumriesen Die beeindruckenden Riesenmammutbäume im US-Bundesstaat Kalifornien können beinahe hundert Meter hoch werden. Die grünen Giganten sind stille Zeugen längst vergangener Zeiten, denn sie zählen zu den ältesten Bäumen der Erde. Im 19. Jahrhundert, als ihr Bestand zunehmend durch Abholzung bedroht war, wurden die Baumriesen zum Symbol für den Naturschutz und zum Auslöser für die Gründung der allerersten amerikanischen Nationalparks. (3) Senegal: Ndeyes Fischklößchen mit rotem Reis In Ballabey bereitet Ndeye ein Rezept ihrer Mutter zu: Fischklößchen mit rotem Reis. Zuerst werden getrocknete Weichtiere, Zwiebeln und Piment angebraten. Dann kommt Tomatenmark hinzu, das dem Reis seine rote Farbe verleiht. Anschließend formt Ndeye Klößchen aus gehacktem Fisch und Petersilie und lässt dann Reis, Gemüse und Fisch gemeinsam köcheln. Ein senegalesisches Alltagsgericht, das gemeinsam aus einer Schüssel gegessen wird. (4) Berlin: Eine Visionärin der Physik Humboldt-Universität, Max-Planck-Institut, Robert Koch-Institut: In Berlin würdigen gleich mehrere Bauten die großen Männer der Wissenschaft. Eine junge Visionärin der Physik hingegen findet eher wenig öffentliche Beachtung … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 25.08.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 arte
  • Folge 1796 (45 Min.)
    Chicago im Norden der USA war lange ein Zufluchtsort für People of Color, die vor den Gesetzen und der Mentalität des Südens flohen.
    (1) Türkei: Özge Samancı zeichnet ihre Kindheit Es ist die Geschichte eines Mädchens in der Türkei der 1980er Jahre, von dem erwartet wird, dass es nicht aus der Reihe tanzt. Doch Özge Samancı wagt es, diese Erwartung zu enttäuschen. „Dare to Disappoint“, so heißt ihr autobiografischer Comic, der 2015 in den USA erschien. Die türkisch-amerikanische Künstlerin erzählt darin von ihrer Kindheit: der eines Mädchens, das Taucherin werden will und nicht darf. Wie findet man seinen Weg? Samancı entschied sich, ihre Zukunft selbst zu zeichnen. (2) Madrid: Wohnungsnot im Spielfilmformat Seit einem Jahrhundert kämpfen die Madrilenen um würdigen Wohnraum. Ihr Kampf wurde von Filmemachern aufgegriffen. Sie begleiteten die Veränderungen des Landes und der Hauptstadt mit Lebensgeschichten, in denen sich – damals wie heute – alle wiederfinden. In den 1940er Jahren lag ein Großteil Madrids nach dem Bürgerkrieg in Trümmern. Unter der jungen Franco-Diktatur strömten Hungernde aus dem ganzen Land herbei, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in der immer enger werdenden Stadt. Ihre Schicksale werden auf der großen Leinwand ins Rampenlicht gerückt. (3) Panama: Manuels frittierter Fisch Nachdem Manuel in Taboga sämtliche Zutaten besorgt hat, macht er sich an die Zubereitung eines seiner Lieblingsgerichte: gebratenen Fisch mit Kokosreis. Zunächst würzt Manuel den Fisch und die Garnelen mit Curry, Meeresfrüchtesud und Salz. Dann kocht er den Reis in Kokosmilch und frittiert anschließend seine Meeresfrüchte in heißem Öl. Ein herrlicher Duft strömt durch die Küche: ein Aroma, das direkt aus seiner karibischen Heimat stammt. (4) USA: Der schwarze König des Rings Chicago im Norden der USA war lange ein Zufluchtsort für People of Color, die vor den Gesetzen und der Mentalität des Südens flohen. Es ist die Stadt von Barack Obama, Michael Jordan und einer weiteren schwarzen Sportlegende, die Anfang des 20. Jahrhunderts für Aufsehen sorgte … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 26.08.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 arte
  • Folge 1797 (45 Min.)
    Joseph Ponthus erzählt in seinem Debütroman „Am laufenden Band“ von Fischfabriken und Schlachthöfen im Süden der Bretagne.
    (1) Bretagne: Joseph Ponthus und die Poesie des Proletariats In seinem 2019 erschienenen Debüt „Am laufenden Band“ erzählt Joseph Ponthus von seiner Arbeit in südbretonischen Fischfabriken und Schlachthöfen. Das Buch war äußerst erfolgreich, gewann Literaturpreise und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. In freien Versen, halb Roman, halb Gedicht, führt es ohne Atempause und Interpunktion in die harte Welt der Fabriken, imitiert die unerbittliche Mechanik des Fließbands, die sich in Kopf und Körper einbrennt. Ponthus starb 2021 mit 42 Jahren an Krebs. (2) Japan: Die Kunst der Zimmerleute Japan wurde auf unsicherem, von Erdbeben erschüttertem Boden erbaut und besitzt praktisch kein Eisen und somit auch keinen Stahl. Doch diesen Fluch machten die Japaner zum Segen und entwickelten eine weltweit einmalige Holzbaukunst, die auf dem Prinzip der Vergänglichkeit und Schlichtheit beruht. An Baumaterial mangelt es nicht: Denn Japan hat Wälder, die fast zwei Drittel des Landes bedecken und robuste, mehrere Dutzend Meter hohe Stämme hervorbringen. (3) Montenegro: Sanelas Drachenkuchen In Podgorica bereitet Sanela ein traditionelles Festtagsdessert zu: Drachenkuchen aus Budva. Sie knetet einen Teig, der mit einer Füllung aus Mandeln, Zitrone und Maraschino vermischt wird und die Form eines backfertigen Drachens annimmt. Wenn der Kuchen aus dem Ofen kommt und abgekühlt ist, wird er gemeinsam mit der Familie genossen. Nach der Tradition darf das jüngste Familienmitglied den Drachenkopf verspeisen. (4) Dänemark: Die Schiffbrüchigen aus dem KZ Stutthof Im dänischen Fischerdorf Klintholm Havn führen rund 200 Menschen ein beschauliches Leben unweit des malerischen Kreidefelsens Møns Klint. Doch vor 80 Jahren kam ein 60 Meter langer Schleppkahn über die Ostsee, ein Geisterschiff aus dem Dritten Reich der deutschen Nationalsozialisten, mit dem sich der dunkle Schatten eines der grausamsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit über den friedlichen Ort legte … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 27.08.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 03.09.2026 arte
  • Folge 1798 (45 Min.)
    Patagonien: Die indigenen Vorfahren der meisten Argentinier – die Tehuelche – siedelten ursprünglich in dieser großen Region an der südlichen Spitze Südamerikas.
    Patagonien: Eine Graphic Novel wirft ein neues Licht auf Argentinien Die meisten Argentinier haben indigene Vorfahren. Dass sie von den Tehuelche abstammen, erfahren viele aber erst spät oder per Zufall. Solche Familiengeschichten dienten der Graphic Novel „Chère Patagonie“ als Vorlage. Das von der Kritik gelobte Werk des argentinischen, in Spanien lebenden Autors Jorge González wurde 2011 zunächst in Europa veröffentlicht. In Lateinamerika hingegen erschien es erst 2024. Es konfrontiert Argentinien mit Tatsachen, die manche lieber verheimlichen würden. Im Land wird auch heute noch das von den europäischen Einwanderern etablierte Geschichtsnarrativ bevorzugt. Bretagne: Ein ganz besonderes Schaf Im Morgengrauen muten die nebelverhangenen Höhen der Monts d’Arrée – einer Bergkette in der westlichen Bretagne – beinahe märchenhaft an. Doch statt Märchenwesen lebt hier das endemische „Landes de Bretagne“-Schaf. Die lange Zeit verschwunden geglaubte Rasse tauchte irgendwann wieder auf und steht für die traditionelle Landwirtschaft der Region, die Geschichte der Menschen dieser Gegend und ihre Beziehung zur Natur und den Elementen. Estland: Karolines und Kairis Coregonen-Tatar In Tallinn gibt es bei Karoline und Kairi ein Coregonen-Tatar. Den seltenen Süßwasserfisch filetieren sie entlang der Gräte und vermischen das Fleisch anschließend mit roten Zwiebeln, Dill, Zitrone, Salz und Pfeffer. Serviert wird das Tatar auf estnischem Sauerteigschwarzbrot, das zu jeder Mahlzeit ein Muss ist. Das Tatar isst man in geselliger Runde, meistens mit Volksmusik im Hintergrund. Ägypten: Der Dolch von Tutanchamun Das Tal der Könige birgt viele ungelöste Rätsel rund um die königlichen Gräber, unter ihnen auch das vom mumifizierten Pharao Tutanchamun. All jene, die sein Grab öffneten, bezahlten diesen Frevel mit dem Leben. Beim Fluch des Pharaos mag es sich nur um eine Legende handeln, aber ein weiteres Mysterium beschäftigt die Archäologen schon seit längerem … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 31.08.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 07.09.2026 arte
  • Folge 1799 (45 Min.)
    In der Nähe von Detroit, Michigan, bietet das Henry Ford Museum eine Ausstellung mit Innovationen aus allen Bereichen der US-amerikanischen Technik- und Handelsgeschichte.
    Maximilien Luce: Ein Anarchist malt Paris Maximilien Luces (1858⁠–⁠1941) lichtdurchfluteten Gemälde spiegeln seinen Wunsch, die Welt zu begreifen und zu hinterfragen. Der Neoimpressionist war überzeugter Anarchist: Seine Gemälde über den Pariser Stadtumbau waren von symbolischer Bedeutung und bildeten die Komplexität seiner Zeit ab. Künstlerisch blieb der Arbeitersohn seinen Ursprüngen treu; sein Hauptsujet war die gesellschaftlich oft übersehene Arbeiterklasse, wobei sein Blick der Würde arbeitender Körper und der Schönheit eines einfachen Alltags galt. Grönland: Die Geschichte des Kajaks Das mittlerweile weltweit als Wassersportboot bekannte Kajak entstand eigentlich vor über 4.000 Jahren in der Arktis. Ohne das traditionelle, leichte und wendige grönländische Paddelboot wäre menschliches Leben nördlich des Polarkreises niemals möglich gewesen. Aufgrund der dänischen Kolonialisierung und der Modernisierung der Fischerei wäre der Vorläufer des heutigen Kajaks allerdings beinahe verschwunden. Panama: Atilanos Kochbananen-Stampf mit Schweinefleisch Siri stammt aus der Emberá-Gemeinde und bereitet nach dem Rezept ihrer Mutter einen Kochbananen-Stampf namens Majao mit Schweinefleisch zu. Zunächst pflückt sie die Kochbananen direkt von der Staude und hackt Knoblauch und Chili. Über offenem Feuer brät sie Knoblauch, Chili, Zwiebeln, Koriander und das Schweinefleisch an. Das Fleisch kommt schließlich auf einen Kochbananen-Stampf mit Gemüse. Detroit: Mal etwas ganz Neues In Michigan nahe Detroit bietet das Henry Ford Museum eine Ausstellung zum Thema Innovation in allen Bereichen. Bei der Ausstellungsgröße würde man am liebsten direkt dort übernachten. Dank eines einfallsreichen Architekten, der scheinbare Gegensätze miteinander vereint, könnte das bald möglich sein. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 01.09.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 arte
  • Folge 1800 (45 Min.)
    (1) Prag: Worte gegen das Vergessen von Jiří Weil Dem Unrecht mit Humor trotzen und die Erinnerung lebendig halten – darauf setzte Jiří Weil, als er sein letztes Werk „Mendelssohn auf dem Dach“ verfasste. 1960 wurde es posthum veröffentlicht; Weil verstarb 1959. Die persönlichen Erinnerungen des jüdischen Autors an das von den Nazis besetzte Prag sind die Grundlage des detailreichen, multiperspektivisch erzählten Romans, in dem sich die Erfahrungen dutzender realer und fiktiver Protagonisten überschneiden. (2) Frankreich: Die Lothringer Mirabelle Der Anbau gelb leuchtender, zuckersüßer Mirabellen an den kalk- und lehmhaltigen Hängen Lothringens hat das Landschaftsbild entscheidend geprägt. Die rauen Winter und heißen Sommer der Region bilden ein optimales Klima für dieses Früchtchen. Tatsächlich stammen etwa mehr als 70 Prozent der weltweiten Mirabellenernte – etwa 15.000 Tonnen pro Jahr – aus den rund 2.000 Hektar umfassenden Lothringer Obstgärten. (3) Mexiko: Isabels in Bananenblättern gegartes Hähnchenfleisch Im Dorf Tankuché bereitet Isabel das traditionelle Hühnchengericht Pollo pibil für den Tag der Toten zu. Zuerst wird das Fleisch in Zwiebeln, Pfeffer, Minze und Annatto-Gewürz – tropische, rötlich färbende Samen – gegart. Anschließend füllt Isabel einen Nixtamal-Teig aus Mais und Schmalz mit dem Fleisch und wickelt das Ganze in Bananenblätter. Gebacken wird der Wickel in einem Steinofen oder unter der Glut eines offenen Feuers. Das fertige Gericht kommt dann als Opfergabe auf den Altar. (4) Madagaskar: Der unsichtbare Feind Am 29. Mai 1942 herrschte Alarm im Marinestützpunkt Diego-Suarez an der Nordspitze Madagaskars. Die Insel, eigentlich abseits des globalen Konflikts, wurde von einem unsichtbaren Feind angegriffen. Einige Tage lang wird Diego-Suarez zu einem entscheidenden Schauplatz des Zweiten Weltkriegs. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 09.09.2026 arte
  • Folge 1801 (45 Min.)
    In Montenegro werden Ćevapi mit Krapfen und buntem Salat serviert.
    (1) Belfast: Die verlorene Sorglosigkeit des Kenneth Branagh Die Kindheit ist für viele eine wertvolle Zeit, die man am liebsten wie in einer Schneekugel festhalten würde. Für den aus Belfast stammenden Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Kenneth Branagh könnte man sich da ein Nordirland-Idyll vorstellen. Allerdings würden beim Schütteln keine Schneeflocken wirbeln, sondern Asche – und zwar die von Explosionen. Ende der 1960er Jahre war dies Alltag in der nordirischen Stadt. In seinem autobiografisch geprägten Film „Belfast“ schildert Branagh den Verlust kindlicher Sorglosigkeit vor dem Hintergrund des Nordirland-Konflikts. (2) Auf den Spuren des Savoyer Schmuggels Jahrhundertelang verlief zwischen der französischen Haute-Savoie und der Schweiz eine rege Schmuggelroute. Mit illegalen und vor allem einfallsreichen Handelsgeschäften trotzten die Einwohner den Behörden. Kaum eine Savoyer Familie mischte nicht bei dem Grenzschmuggel mit. Wann genau dieser begann, ist unklar, aber vieles spricht dafür: Die Aktivität war nicht nur finanziell motiviert, sondern war vor allem Widerstand gegen für ungerecht befundene Entscheidungen. (3) Montenegro: Božidars würzige Hackfleischröllchen In Tivat bereitet Božidar Ćevapi genannte Hackfleischröllchen und Krapfen zu. Er beginnt mit dem Krapfen-Teig bestehend aus Eiern, Mehl, Joghurt und Essig, den er vor dem Frittieren etwas ruhen lässt. Auf dem Grill wendet er die Ćevapi und Zwiebeln, die durch den Fleischsaft ein besonderes Aroma entfalten. Mit einem frischen Salat rundet Božidar das Gericht ab. Ein authentisches und großzügiges Gericht – ganz wie der Koch. (4) Kanada: Ein seltsames Spiel In der von Wolkenkratzern geprägten Metropole wiederholt sich seit mehr als 100 Jahren ein seltsames Spiel. Ein winziger Eindringling zwingt Toronto immer wieder in die Knie. Wenn die Stadt den Krieg erklärt, gibt es Opfer in sechsstelliger Höhe … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 03.09.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 10.09.2026 arte
  • Folge 1802 (45 Min.)
    (1) Gujarat: Gandhis spirituelle Wiege Die Suche nach Wahrheit, Dialog und Gewaltfreiheit ‒ das waren die Leitgedanken, die Mahatma Gandhi in den 1920ern in seiner Autobiografie „Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit“ festhielt. Seine Philosophie fand ihre Wurzeln in seiner Heimat Gujarat. Der westindische, am Arabischen Meer gelegene Bundesstaat gilt als Schmelztiegel der Kulturen und Religionen und ist das Tor zum Nahen Osten. In seinem Werk verteidigt Indiens „Vater der Nation“ entschieden toleranzschaffende Werte. Der Kampf um die Freiheit war lebenslang fest in ihm verankert. (2) Darmstadt: Ort der Innovationen Internationale Ferienkurse für Neue Musik, Debatten zu Nachkriegsdeutschland, Art Déco-Weltausstellungen ‒ seit mehr als 100 Jahren gilt das südlich von Frankfurt gelegene Darmstadt als Ort wegweisender Innovationen. Dazu trug auch maßgeblich die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründete Künstlerkolonie am Rande der Stadt bei. Die Kommune träumte von einer Welt, in der Kunst den Alltag bestimmt. Zukunftsorientiertes Denken und Gesellschaftskritik gehören seither zur Stadtmentalität. (3) Korsika: Augustes Kräuterpastete Im korsischen Bergdorf Alata bereitet Auguste eine Tourte aux herbes, eine Kräuterpastete, vor. Zunächst pflückt er Wildkräuter, die ihm sein Vater erklärte, als er noch ein Junge war. Dann knetet er einen einfachen Teig, rollt die Hälfte aus und belegt sie mit den frischen Kräutern und Brocciu, dem typischen korsischen Schafskäse. Anschließend bedeckt er die Füllung mit der anderen Teighälfte und schiebt die Pastete in den Ofen. Das Rezept für die Tourte aux herbes wird traditionell überliefert, und auch Auguste beherzigt es seit vierzig Jahren. (4) Ägypten: ein Hieroglyphen-Ensemble Im al-Mounira-Palast in der Altstadt von Kairo befindet sich das Französische Forschungsinstitut für Archäologie und Ägyptologie (IFAO). Hinter dem Gebäude befindet sich eine besondere Werkstatt, die weltweit einzigartige Drucktypen herstellt. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 07.09.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 14.09.2026 arte
  • Folge 1803 (45 Min.)
    (1) Babyboom in der Pariser Vorstadt In dem 1961 veröffentlichten Roman „Kinder unserer Zeit“ von Christiane Rochefort erzählt das Mädchen Josyane von seiner Welt, einem Neubaublock in der Pariser Banlieue. Sie träumt von einem selbstbestimmteren Leben für die Menschen der Vorstädte. Als Schullektüre prägte der realistisch und humorvoll geschriebene Roman in Frankreich etliche Jahrgänge. Im Mittelpunkt steht die geburtenstarke Nachkriegsgeneration als Ergebnis einer gezielten Familienpolitik. Der demografische Boom forderte mehr Wohnraum und so entstanden im Pariser Umland viele Neubausiedlungen als Symbol für eine moderne und komfortable Zukunft. (2) Grönland: An Bord des Küstenschiffs Auf Kalaallit Nunaat – so die Eigenbezeichnung Grönlands – bestehen keine Straßenverbindungen zwischen den Dörfern. Das Innere der Insel ist zu 80 Prozent von einer bis zu zwei Kilometer dicken Eisschicht bedeckt, was eine Besiedlung unmöglich macht. Entlang der Westküste legt das „Sarfaq Ittuk“ mehr als 1.500 Kilometer zurück, um die Küstendörfer miteinander zu verbinden. Das Fährschiff geht auf eine Schiffslinie zurück, die vor 250 Jahren die Kolonialherrschaft Dänemarks festigen sollte. Heute steht es für die Selbstbestimmung einer Bevölkerung über ihr eigenes Land. (3) Panama: Emenaidas Spitzbein-Rezept In Köln bereitet die gut gelaunte Emenaida marinierte Spitzbeine zu. Erst säubert sie die Schweinsfüßchen, dann kocht sie diese mit Koriander und Knoblauch. Während im Hintergrund Musik läuft, schneidet sie Zwiebeln, Chili und Gurken für den Salat, den sie anschließend mit dem gegarten Fleisch vermengt. Dass es schmeckt, sieht man an Emenaidas strahlendem Gesicht. (4) Japan: Der Erfinder der Narkose Auf der Kii-Halbinsel in Ostjapan vergeht die Zeit im Rhythmus der Pilger und der Natur. In dieser als heilig geltenden Gegend revolutionierte ein Arzt im 19. Jahrhundert die Operationsmethoden. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 arte
  • Folge 1804 (44 Min.)
    (1) Leonor Fini: eine rebellische Malerin aus Triest Malerin, Performerin, bildende Künstlerin – Leonor Fini war ihrer Zeit voraus. Sie passte damit gut nach Triest, wohin sie 1909 noch ganz klein mit ihrer Mutter zog. Der weltoffene, kosmopolitische und feministische Geist der italienischen Stadt war für Fini schon als Kind eine Inspirationsquelle. In ihrer von Traumwelten und Mythologien geprägten Kunst ließ sie ihrer ungehemmten Extravaganz freien Lauf. (2) Brooklyn: Ort Schwarzer Emanzipation Ende der 1960er Jahre wurde im Bedford-Stuyvesant-Viertel des New Yorker Stadtteils Brooklyn ein revolutionäres Projekt ins Leben gerufen: Eine kleine, engagierte Gruppe von Aktivisten, Kunstschaffenden und Lehrkräften gründete das Gemeinschaftszentrum „The East“ als Ort Schwarzer Emanzipation. Tagsüber war es eine alternative Schule, abends ein Jazzclub. „The East“ initiierte Geschäfte, eine Lebensmittelgenossenschaft und eine politische Zeitung. Ziel der Aktivisten war es, selbst über Wissen und Wirtschaft – und somit auch über die eigene Freiheit zu bestimmen. Auch 50 Jahre später besteht der East-Spirit fort. (3) Estland: Joonas gesalzener Lachs In Tallinn bereitet Joonas gesalzenen Lachs mit Kartoffelsalat nach dem Rezept seiner Großeltern zu. Zuerst salzt er den Lachs und lässt ihn ziehen. Dann macht er sich an den Kartoffelsalat aus Äpfeln, Gewürzgurken, Kartoffeln, Gurken und Schinken, den er mit Sauerrahm und Mayonnaise verfeinert. Eine perfekte Mahlzeit für die ganze Familie. (4) Dijon: Wo die „Poilus“ verwöhnt wurden Der Bahnhof von Dijon wirkt eher unscheinbar. Von seinem einst prächtigen Metallbau ist nach dem Zweiten Weltkrieg fast nichts mehr übriggeblieben. Nur die alte Eisenbahnbrücke erinnert noch an jenes Dijon, das französische Soldaten des Ersten Weltkriegs – auch „Poilus“ genannt – vom Leid ablenken konnte. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 16.09.2026 arte
  • Folge 1805 (45 Min.)
    (1) Madrid: Dichterin der Kinder Fragt man die Madrileños nach einer Dichterin, wird meistens Gloria Fuertes genannt. Die Ikone aus Madrid, Tochter von Analphabeten, wurde 1917 geboren und verstarb 1998. Sie schaffte es, fast dem ganzen Land die Freude am Lesen näherzubringen. Im demokratischen Spanien wurde sie eine wichtige Figur des Kinderfernsehens. Auch als Dichterin richtete sie sich vor allem an Kinder ‒ die ihrer Ansicht nach „vernünftiger als die Erwachsenen“ sind. In ihnen erkannte sie offenbar das fantasievolle Mädchen wieder, das sie selbst einst war. (2) Hildegard von Bingen: Die Prophetin vom Rhein Wenn die Menschheit nicht mehr weiterweiß, erscheint Hildegard von Bingen, die 1098 geboren wurde, als wegweisende Inspiration – auch etwa 900 Jahre nach ihren Eingebungen. Sie war in vielerlei Hinsicht Wegbereiterin und weit mehr als nur eine Nonne und Mystikerin: Sie war Komponistin, Botanikerin, Heilerin – und eine der ersten großen deutschsprachigen Intellektuellen des Mittelalters. Sie betrachtete die Welt als lebendiges Werk Gottes und den Menschen als Hüter und Spiegel der göttlichen Ordnung. Dieser Grundgedanke tritt besonders dann hervor, wenn die westliche Welt eine Identitätskrise durchläuft. (3) Senegal: Benisses Hirse-Dessert Im Grand-Yoff-Viertel von Dakar bereitet Benisse ein traditionelles Osterdessert aus Hirse zu, das bei Christen und Moslems gleichermaßen beliebt ist. Sie lässt die Hirse im Dampf garen, während sie Früchte des Afrikanischen Affenbrotbaums, Erdnussbutter, Zucker und Gewürze mit der Hand vermengt. In die Mischung verarbeitet sie die gekochte Hirse, Rosinen und Butter. Für die süße Spezialität versammeln sich Freunde und Nachbarn am Tisch. (4) Kanada: Paradies der Schwesterlichkeit Im Huronsee in Ontario durchziehen Tausende Inseln die Georgian Bay. Vor etwas mehr als 100 Jahren wurde hier eine der abgelegenen, naturbelassenen Inselketten zum Paradies lediger Frauen. An den Ufern zeichneten sich damals langrockige Silhouetten mit eleganten Hüten ab … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 17.09.2026 arte
  • Folge 1806 (45 Min.)
    (1): Irland: Alan Murrin und das Ende der Ehe Der Weg aus den Fesseln der Ehe in die Freiheit – darum geht es in Alan Murrins Roman „Coast Road“. Im November 1995 stimmte die Republik Irland in einem Referendum knapp für die Legalisierung der Scheidung. Bis dahin war Irland der letzte Staat in der EU, in dem Scheidungen verboten waren. Diese Wende thematisiert der irische Schriftsteller in seinem 2024 veröffentlichten Roman. Er erzählt darin die Geschichten dreier unglücklich verheirateter Frauen aus dem irischen County Donegal in den frühen 1990er Jahren. (2): Madrid: Regenbogenfarbener Stolz Drag-Shows unterhalten die spanische Hauptstadt schon viel länger als man denkt. Das nationalistische, streng katholische Franco-Regime hatte homo- und transsexuelle Menschen rund 40 Jahre lang verfolgt, verhaftet und gefoltert. Nach dem Ende des Franquismus wurde Madrid in den 1980er Jahren zum Vorreiter der LGBTQ+-Rechte und des gelebten Stolzes dieser Community in Europa. Im Zuge der friedlich-heiteren Movida Madrileña entwickelte sich die spanische Hauptstadt zu einer bunten, queerfreundlichen und inklusiven Metropole. (3): Senegal: Aidas Fischragout Im Yoff-Viertel in Dakar bereitet Aida ein Fischragout fürs ganze Haus zu. Zuerst frittiert sie die Doraden und gibt nacheinander Gewürze, Tomatenmark und Gemüse hinzu. Weitere Zutaten sind Bissap aus Hibiskusblüten und etwas Mehl. Serviert wird der Fisch auf Reis. Jetzt müssen nur noch alle zu Tisch kommen! (4): Ägypten: Zauberei als Militärstrategie In Alexandria zeugen alte Prachtbauten von der Zeit, als Ägypten unter dem Einfluss Großbritanniens stand. Während des Zweiten Weltkriegs versuchten die dort stationierten Offiziere Seiner Majestät, die Truppen Hitlerdeutschlands zurückzudrängen. Zu allem bereit, baten die Briten sogar einen Zauberer um Hilfe … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 21.09.2026 arte
  • Folge 1807 (45 Min.)
    (1): Patagonien: Achtung, Aufnahme! Carlos Sorín dreht Carlos Soríns Filme sind in der Realität verankert, und oft wirken die Bewohner der Drehorte als Protagonisten mit. Im kargen Patagonien filmt Sorín Menschen, die in einfachen, oft schwierigen Verhältnissen leben. „Historias mínimas“ aus dem Jahr 2002 ist sein bekanntester Film außerhalb Argentiniens. Darin kreuzen sich die Wege dreier Personen. Sorín erzählt ihre scheinbar unbedeutenden Geschichten auf sehr menschliche, humorvolle Weise – und zeigt en passant die Absurdität des Lebens. (2): Frankreich: Seelotsen auf der Seine Seit Jahrhunderten führen sie die Schiffe sicher über die Seine, von Le Havre, wo der Fluss in den Ärmelkanal mündet, durch seine Mäander in der Normandie bis zum Industriehafen in Rouen. Ihr Beruf gilt schon seit dem Mittelalter als schwierige, mitunter gefährliche Präzisionsarbeit und ist einer respektierten Elite vorbehalten. Die Tätigkeit dieser Männer und Frauen ist unverzichtbar, denn die Seine ist eine überaus wichtige Verkehrsader für die Normandie und ganz Frankreich. (3): Estland: Aves Quiche mit Pfifferlingen In Tallinn bereitet Ave eine Pfifferlingsquiche zu, für die sie die Pilze selbst im Herbstwald gesammelt hat. Mit Hilfe ihrer beiden Töchter verknetet sie Mehl und Butter mit Käse – ein Geheimtipp ihrer Großmutter. Dann brät sie Pfifferlinge und Zwiebeln in Butter an und vermengt sie nach dem Abkühlen mit Eiern, Sahne und Käse. Anschließend kommt die Quiche in den Ofen. (4): Dänemark: Gesund durch Wasser und frische Luft Am Ufer des Vejle-Fjords im Osten Dänemarks befindet sich ein Schloss, das einst als Sanatorium diente. Hier entwickelte ein dänischer Arzt vor rund 100 Jahren die Kombination aus kaltem Wasser und frischer Luft zu einer heilsamen Anwendung und legte den Grundstein für ein neues Verständnis von Gesundheit und Wohlbefinden. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 arte
  • Folge 1808 (45 Min.)
    (1): Bougival: Berthe Morisots Garten In Bougival, westlich von Paris, verbrachte die Malerin Berthe Morisot glückliche Sommer mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter. Das bei den Impressionisten beliebte Dorf inspirierte auch die aus einer kunstaffinen, großbürgerlichen Familie stammende Pariserin. Fernab der etablierten Kunstsalons und der feministischen Bestrebungen ihrer Zeit schuf Berthe Morisot rund 40 Gemälde in Bougival. Da der öffentliche Raum Männern vorbehalten war, erschloss sie sich mit großer Zielstrebigkeit neue Ausdrucksmöglichkeiten im familiären Umfeld, so auch in ihrem Garten. (2): Bandana: Das Tuch aus Gujarat Die Bandhani-Kunst ist ein Textilfärbeverfahren, bei dem die Muster durch Falten und Abbinden des Stoffs entstehen. Ein traditionelles Zentrum dieses Handwerks ist der indische Bundesstaat Gujarat. Bereits während der Kolonialzeit exportierten die Briten in Bandhani-Technik bedruckte Stoffquadrate, die heute unter dem Namen „Bandana“ weltbekannt sind. Im 20. Jahrhundert wurde das Bandana zu einem beliebten Hals- und Kopftuch und zu einem Symbol des Widerstands. (3): Panama: Doris’ Fisch in Escabeche-Sauce Im Dorf Portobelo geht Doris auf Bonito-Fang für ihr Escabeche-Rezept. Zurück in der Küche tranchiert und würzt sie den Fisch mit Chili und Zitrone, dann wird er frittiert. Zuletzt bereitet sie die essighaltige Escabeche-Sauce zu und übergießt den Fisch damit. Das Gericht kam einst von Jamaika nach Panama und ist seit Generationen ein fester Bestandteil der lokalen Küche. (4): Schottland: Hände weg von meiner Miete! In den Straßen der 56 Stadtviertel von Glasgow sind die vielen Murals an den Gebäudefassaden nicht zu übersehen. Sie machen aus der schottischen Metropole einen Street-Art-Hotspot. In Govan, einem der bekanntesten Glasgower Stadtteile, ist ein Wandbild einem besonders wichtigen Kapitel der schottischen Frauenbewegung gewidmet. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 23.09.2026 arte
  • Folge 1809 (45 Min.)
    (1): Madagaskar: Roman eines blutigen Aufstands 1947 brach im Norden Madagaskars der größte Aufstand des Landes gegen die französische Kolonialherrschaft aus. Gleichzeitig kursierte das merkwürdige Gerücht, jemand habe die dreibrüstige Zauberin Telonono – eine Brust links, zwei rechts – gesehen. Der Mythos um diese Figur ließ die 1990 in Madagaskar geborene Schriftstellerin Marie Ranjanoro nicht los und sie machte Telonono zum Leitmotiv ihres 2023 veröffentlichten Debütromans „Feux, fièvres, forêts“. Darin beleuchtet sie ein bisher kaum bekanntes Kapitel der madagassischen Geschichte und zeichnet das Bild einer in Gewalt und Chaos versinkenden Insel. (2): Tschechien: Marionetten als Mittel des Widerstands Marionetten haben in Tschechien Tradition. Schon im 16. Jahrhundert zogen Wandermarionettentheater durch die Straßen der Stadt Hradec Králové, ungefähr 100 Kilometer von Prag entfernt. Seitdem sind die Holzpuppen fest im kollektiven Bewusstsein des Landes verankert. Sie wirken unschuldig und naiv, doch der Schein trügt. In Zeiten der Unterdrückung und der Diktatur waren Marionetten in Tschechien oft ein subversives Mittel des Widerstands. (3): Île-de-France: Patricks Kalbsfrikassee In Antony bei Paris kocht Patrick ein Kalbsfrikassee nach dem Rezept seines Großvaters, der Metzger war. Er schmort die Fleischwürfel in Chablis-Wein mit Gemüse und einer mit Nelken gespickten Zwiebel. Sobald das Fleisch gar ist, dickt er die Sauce mit Butter, Mehl und Crème fraîche an, rundet alles mit Pilzen ab und bittet seine Gäste zu Tisch. (4): Japan: Stumm, aber nicht sprachlos … Allen, denen das nächtliche Treiben in Tokio zu viel wird, bleibt das Kino als geeigneter Zufluchtsort, denn in den dunklen Sälen herrscht Ruhe. Doch einst wurde hier gebannt einer Person gelauscht, die als einzige sprechen durfte … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 arte
  • Folge 1810 (45 Min.)
    (1) Federica Manzon und die Rückkehr nach Triest Wie soll man wissen, wer man ist, wenn man in einer so vielseitigen Stadt wie Triest geboren wird? Die norditalienische, vormals österreichische Metropole liegt an der Grenze zwischen West- und Osteuropa und vereint verschiedene Sprachen und Religionen. Federica Manzons Romanheldin „Alma“ kehrt nach 30 Jahren in ihre Heimatstadt zurück und macht sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln. Für den gleichnamigen Roman gewann Manzon 2024 den italienischen Literaturpreis Premio Campiello. (2) Madagaskar: In Antsiranana ist Träumen erlaubt Im äußersten Norden Madagaskars scheint alles möglich. 1885 legten die Franzosen hier den Grundstein für Diego Suarez, die einzige Kolonialstadt auf der großen Insel im Indischen Ozean. Seit 1975 heißt sie Antsiranana. Da sie nur schwer vom Rest der Insel aus zu erreichen ist, wird die Stadt bald zu einer Welt für sich: Sie ist zugleich imperialistische Illusion, Zufluchtsort für egalitäre Utopien und Heimat wildester Fantasien. In der paradiesischen Bucht von Antsiranana sind alle Träume erlaubt. (3) Frankreich: Gabys Limousin-Pastete In Fonsoumagne bekommt die Limousin-Pastete bald ihren eigenen Wettbewerb! Gaby bereitet eine Variante mit Gemüse aus dem eigenen Garten zu. Sie rollt ihren hausgemachten Blätterteig in einer Form aus und belegt ihn mit Kartoffeln und einer Wurstmasse, die sie mit Petersilie, Knoblauch, Schalotten und Eigelb verfeinert hat. Dann bestreicht sie das Ganze mit Crème fraîche, faltet den Teig zusammen und formt in der Mitte eine Öffnung. Und ab in den Ofen! (4) Kyoto: Japans Amazone In Japan mangelt es nicht an Geschlechterklischees: Für Frauen die Geisha, für Männer der Samurai. Doch das war nicht immer so. In einem Tempel bei Kyoto ruht Tomoe Gozen, eine leidenschaftliche Kriegerin von legendärem Ruf … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 28.09.2026 arte
  • Folge 1811 (45 Min.)
    (1) Charles Rennie Mackintosh drückt Glasgow seinen Stempel auf 1884 durchstreift der Architekturlehrling Charles Rennie Mackintosh seine Heimatstadt Glasgow. Die zweitwichtigste Metropole des British Empire ist in vollem Wachstum, ehrgeizig und ständig in den Rauch ihrer Fabriken gehüllt. Auf ihren Straßen treffen sich Neureiche und unzählige Arme. Ein Schock für den jungen Mackintosh, was ihn dazu bewegt, eine völlig neue dekorative und architektonische Kunst zu entwerfen, die das Gesicht der schottischen Großstadt bis heute prägt. (2) Chilenisches Patagonien: Die Natur als Erbe Von Nord nach Süd reihen sich im chilenischen Teil von Patagonien auf knapp 2.000 Kilometern Seen, Eisfelder und gewaltige Berge aneinander. Diese Naturgewalten wirken nicht erdrückend; sie vermitteln vielmehr ein Gefühl der Erhabenheit und sind ein wahrer Segen. Die Chilenen haben erkannt, wie wichtig es ist, ihr Naturerbe zu bewahren. In einem Jahrhundert schufen sie fast hundert Parks und Naturschutzgebiete – und leisten damit der ganzen Menschheit einen Dienst. (3) Estland: Vallos Hühnersuppe mit Kalbfleischklößchen Aus den blauen Quellen von Saula, einem ganz besonderen und heiligen Ort für die Esten, schöpft Vallo das Wasser, das er für seine Hühnersuppe braucht. Zu Hause in seiner Küche bringt er das Wasser zum Kochen und legt frisches Hühnerfleisch und Lorbeerblätter hinein. Dann formt er Klößchen aus Kalbfleisch, die er in der siedend heißen Brühe gart. Eine herzhafte und stärkende Suppe, die von den Geistern der heiligen Saula-Quellen beseelt zu sein scheint! (4) Warschau: Polens geheime Universitäten Mit der Teilung Polens ab 1772 verschwand das Land langsam von der Landkarte, verschlungen vom Appetit seiner gierigen Nachbarn. Doch die Polen ließen sich nicht einfach auslöschen! Im Verborgenen bewahrten sie ihre Worte, Gedanken und Kultur auf, geschützt von einer weitblickenden und resoluten Lehrerin … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 arte
  • Folge 1812 (45 Min.)
    (1) Die Bretagne, Olivier Adams literarischer Zufluchtsort Olivier Adams Romane „Gegenwinde“ und „Une partie de Badminton“ spielen an der Smaragdküste zwischen Cancale und dem Cap Fréhel. Sie erzählen von Liebe, Trennung und Wiedervereinigung mit der Bretagne. Es sind zutiefst persönliche Geschichten, in denen sich jeder wiederfinden kann, im Rhythmus der Gezeiten und Landschaften, die die Gemütszustände der Figuren widerspiegeln. Die Nordbretagne ist für Adam zu einem literarischen Ankerpunk geworden. (2) Gujarat: Die letzte Heimat des Asiatischen Löwen Ein kraftvolles Brüllen dringt aus dem Dschungel, ein kurzer Laut, von der üppigen Vegetation verschluckt. Es ist nur noch hier zu hören: im Gir-Nationalpark im westindischen Bundesstaat Gujarat. Der Asiatische Löwe, ein Nachkomme der afrikanischen Raubkatze, ist nach und nach aus dem Mittleren Osten und fast auch vom indischen Subkontinent verschwunden. Sein Überleben verdankt er den Einheimischen, Prinzen wie Bauern, die mit Gir eines der ersten Natur- und Artenschutzgebiete der Welt schufen. (3) Panama: Isabels frittierter Fisch Isabel geht mit ihrer Familie am Alajuelasee fischen. Der Fang ist gut, und so steht heute frischer Tilapia auf der Speisekarte! Zu Hause in der Küche schneidet Isabel den Buntbarsch ein, reibt ihn mit Knoblauch und Salz ein und taucht ihn dann in heißes Öl. Während er frittiert, schneidet Isabel Bananen in Scheiben, brät sie goldbraun und macht daraus Krapfen. Alles wird angerichtet, und die Familie versammelt sich am Tisch, um den Fang des Tages zu genießen! (4) Kanada: Die ersten Umweltaktivisten Vancouver ist von Bergen umgeben und grenzt an den Pazifik. Anfang der 1970er Jahre legte ein altes Fischerboot dort ab. An Bord eine Handvoll Aktivisten mit einem gemeinsamen Ziel: dem Schutz des Planeten. Es war die Geburtsstunde einer globalen Ökologiebewegung … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 30.09.2026 arte
  • Folge 1813 (45 Min.)
    (1) Yves Marchand und Romain Meffre fotografieren Detroit Die Ford-Stadt Detroit, in der Automobil- und Fließbandfertigung ihren Ursprung nahmen, war einst die viertgrößte Metropole der USA. Anfang der 2000er Jahre stand sie vor dem Bankrott, hatte zwei Drittel ihrer Bevölkerung verloren und wurde weltweit berühmt für ihre Industrieruinen. Yves Marchand und Romain Meffre, die Urbexer reisten innerhalb von fünf Jahren sieben Mal nach Detroit. 2010 brachten sie einen Fotoband heraus, mit dem ihre Karriere begann. Eindrucksvoll zeigen sie die dunkle Seite des American Dream und die Narben eines ausgebrannten Kapitalismus. (2) Saint-Ouen: Schatzsuche auf dem „Dachboden der Welt“ Jeden Herbst herrscht vor den Toren von Paris Hochbetrieb. Es ist wieder Zeit für den Flohmarkt von Saint-Ouen, der liebevoll als „Dachboden der Welt“ bezeichnet wird. Fünf Millionen Besucher drängen jedes Jahr auf die zwölf Märkte, die sich auf sieben Hektar nördlich der französischen Hauptstadt erstrecken: der hundertjährige Biron-Markt, Dauphine, Paul Bert Serpette, Jules Vallès … Jedes Wochenende begeben sich Dekofans, Sammler, Flaneure, Handwerker und Bastler auf Schatzsuche. Jeder Stand offenbart eine Welt, ein eigenes Gesicht und eine Geschichte. (3) El Salvador: Eder Angels Tamales mit Chipilínblättern In Planes de Renderos pflückt Eder Angel im Garten ihrer Nachbarin ein paar Blätter einer lokalen Pflanze namens Chipilín. In ihrer Küche zermahlt sie die Blätter zusammen mit Mais, fügt Öl und Hühnerbrühe hinzu und macht daraus einen Teig, den sie kurz gart. Dann formt sie aus dem Teig Tamales, die sie mit Käse in Bananenblätter einrollt und erneut dampfgart. Ein köstliches und traditionsreiches Gericht, das sich schon ihre Vorfahren munden ließen! (4) Dänemark: Woodstock auf skandinavische Art In Nordjütland fegt der Wind über menschenleere Strände und bringt die Häuser zum Zittern. Vor etwas mehr als 50 Jahren landete hier eine Gruppe junger Leute, die fest entschlossen waren, in dieser Ecke Dänemarks ihren amerikanischen Traum zu verwirklichen … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte

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