Quoten: „Team Wallraff“ fährt gegen bärenstarke „Topmodels“ neues Allzeittief ein

    „Rosins Heldenküche“ verabschiedet sich schwach, enges Rennen zwischen „Bergdoktor“ und „Zürich-Krimi“

    Dennis Braun
    Dennis Braun – 11.02.2022, 09:43 Uhr

    „Team Wallraff – Reporter undercover“ – Bild: RTL/Stefan Gregorowius
    „Team Wallraff – Reporter undercover“

    Unter dem eindringlichen Titel „Abgeschoben und vergessen: Das würdelose Geschäft mit alten Menschen in unseren Pflegeheimen“ zeigte RTL am gestrigen Donnerstagabend eine neue Reportage von „Team Wallraff“. Trotz des brisanten Themas kam die Sendung allerdings nicht über durchwachsene 10,8 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen hinaus und erreichte insgesamt sogar so wenige Zuschauer wie noch nie: Genauer gesagt 1,77 Millionen saßen vorm Bildschirm – als vor fast acht Jahren schon einmal über das „Pflegedilemma“ berichtet wurde, hatten noch 4,40 Millionen Menschen eingeschaltet. „RTL Direkt“ fiel im Anschluss auf maue 8,8 Prozent zurück, ein „Extra Spezial“ steigerte sich um 22:35 Uhr wieder leicht auf 10,4 Prozent.

    Einen mehr als doppelt so hohen Marktanteil bei den Jüngeren verzeichnete „Germany’s Next Topmodel“ auf ProSieben, für das es ohne Konkurrenz durch „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ noch etwas nach oben ging. Bärenstarke 21,9 Prozent bei 1,50 Millionen Werberelevanten standen zu Buche, womit man sich hier auch den Tagessieg sicherte. Die Gesamtreichweite legte binnen Wochenfrist um 140.000 auf nun 2,20 Millionen zu. Ebenfalls sehr gut lag das nachfolgende Promimagazin „red.“ im Rennen, das noch 14,6 Prozent der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren bei der Stange hielt.

    Ein Kopf-an-Kopf-Duell lieferten sich mal wieder die Öffentlich-Rechtlichen, mit dem leicht besseren Ausgang fürs ZDF. „Der Bergdoktor“ unterhielt dort satte 6,51 Millionen Zuseher und setzte sich mit tollen 21,4 Prozent an die Spitze des Tagesrankings. In der Zielgruppe pirschte sich Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) nah an RTL heran und kam auf 9,7 Prozent, wobei absolut mit 730.000 nur 60.000 Zuschauer weniger als bei den Kölnern gezählt wurden. Gefragt waren auch das anschließende „heute journal“, das 4,93 Millionen (19,6 Prozent) informierte, und „Maybrit Illner“, die vor 2,56 Millionen (14,5 Prozent) talkte. Tagsüber hatten bereits 3,64 Millionen Sportfans (31,0 Prozent) dem Olympiasieg der deutschen Rodel-Teamstaffel beigewohnt.

    Richtig gut war derweil auch Das Erste unterwegs, wo der neue „Zürich-Krimi“ „Borchert und die bittere Medizin“ 6,40 Millionen Zuschauer ab drei Jahren fesselte und 21,1 Prozent verzeichnete. Etwas größer war der Abstand zu den Mainzer Kollegen bei den Jüngeren, hier reichte es zu immerhin 7,4 Prozent. „Monitor“ halbierte die Reichweite im Anschluss zwar, brachte es mit 3,12 Millionen aber trotzdem auf solide 12,0 Prozent, ehe die „Tagesthemen“ mit 2,37 Millionen und 11,4 Prozent vorliebnehmen mussten.

    Nichts zu bestellen hatte Sat.1 – in gleich doppelter Hinsicht: Zunächst floppte eine neue Folge von „Lebensretter hautnah“ angesichts 5,7 Prozent bei den Umworbenen, „akte.“ meldete sich danach mit katastrophalen 3,5 Prozent aus der kurzen Pause zurück, die durch das noch schwächer gelaufene Magazin „Jetzt. Besser. Leben. Mit Sat.1“ entstanden war. Ebenfalls reichlich ernüchternd verabschiedete sich „Rosins Heldenküche“ bei Schwestersender Kabel Eins. Zwar wurde die 3-Prozent-Marke diesmal nicht nach unten durchbrochen, die generierten 3,2 Prozent dürften allerdings nicht gerade für eine Fortsetzung sprechen. Das „k1 Magazin“ betrieb im Folgenden ein wenig Schadensbegrenzung und steigerte sich auf 4,3 Prozent.

    Von einem Quoten–„Inferno“ war VOX indes weit entfernt, der Thriller schaffte immerhin 6,6 Prozent in der Zielgruppe. Mit dem Klassiker „James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau“ waren später etwas bessere 7,3 Prozent drin. Ziemlich unspektakulär schlug sich wieder die Reportage-Reihe „Reeperbahn privat!“ bei RTL Zwei, die diesmal 4,5 Prozent holte. Eine Wiederholung von „Kiez knallhart: Berlin-Neukölln“ kam anschließend noch auf ordentliche 4,9 Prozent.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      @TheMP, da kann ich Ihnen, wenn auch etwas eingeschränkt, größtenteils jedoch zustimmen. Je mehr über gewisse Themen wiederholend berichtet wird, desto mehr werden die Quoten kleiner.
      • am

        Die Headline bringt wohl eindeutig das deutsche TV-Dilemma auf den Punkt. Nur hohle, sinnfreie Augenbeschallung wird hierzulande vom Durchschnitts-Konsumenten angenommen, alles, was ein wenig Hirn verlangt (und wir sprechen von RTL, also wirklich nur wenig) wird ignoriert. Hier zeigt sich das deutsche Bildungsniveau. Wir dürfen pessimistisch in die Zukunft schauen.

        weitere Meldungen