Quoten: „Supertalent“ mit nächstem Tief, Pochers Jahresrückblick punktet

    Erfolgreicher Einstand für „Die Sex-Klinik“, „Harter Brocken“ holt Gesamtsieg

    Dennis Braun – 18.12.2020, 09:42 Uhr

    Die „Supertalent“-Jury: Bruce Darnell, Chris Tall, Evelyn Burdecki und Dieter Bohlen (v. l. n. r.)

    Schon jetzt ist sicher, dass die aktuelle Staffel von „Das Supertalent“ für RTL die mit Abstand schwächste seit dem Start im Jahr 2007 wird. Die vorletzte Ausgabe am gestrigen Donnerstagabend stellte in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schon wieder neue Tiefstwerte auf. Nicht mal eine Million Jüngere sahen zu, genauer gesagt 970.000, die äußerst mauen 11,4 Prozent entsprachen. Immerhin lag man damit zur besten Sendezeit immer noch vor der Konkurrenz. Insgesamt hatten 2,70 Millionen eingeschaltet, doch auch diese Reichweite gehörte zu einer der schwächsten in der Geschichte der Castingshow. Erstaunlich gut schlug sich im Anschluss eine Spezialausgabe von „Pocher – gefährlich ehrlich!“, in der Oliver Pocher und seine Frau Amira auf das auslaufende Jahr 2020 zurückblickten. Der Zielgruppenmarktanteil zog auf erfreuliche 13,5 Prozent an, besser hatte es zuletzt vor knapp zwei Monaten ausgesehen. 720.000 Werberelevante blieben dran.

    Beim Gesamtpublikum dominierten mal wieder die Programmfarben Information und Krimi. 6,18 Millionen Zuschauer verfolgten die „Tagesschau“ im Ersten, damit kamen 19,2 Prozent und ebenfalls starke 18,8 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen zustande. Der neue 90-Minüter aus der Reihe „Harter Brocken“ fesselte nachfolgend 5,97 Millionen Menschen und kam auf kaum schlechtere 18,3 Prozent, in der Zielgruppe war man angesichts 9,4 Prozent sogar erster Verfolger von RTL. „Panorama“ gelang um 21:45 Uhr das Kunststück, die Gesamtreichweite mehr als zu halbieren. Übrig blieben 2,81 Millionen, der Marktanteil fiel mit 9,7 Prozent in die Einstelligkeit. Für die „Tagesthemen“ ging es im Folgenden wieder auf ordentliche 12,6 Prozent bei 2,96 Millionen nach oben.

    Etwas kleinere Brötchen backen musste das ZDF, wo die neue Komödie „Alle Nadeln an der Tanne“ zumindest solide 13,6 Prozent einfuhr und 4,42 Millionen Zuseher unterhielt. Bei den Jüngeren reichte es zu überdurchschnittlichen 7,5 Prozent. Noch besser lief es für das „heute journal“, das hier sogar 9,6 Prozent erzielte, während man sich insgesamt auf 4,75 Millionen (16,5 Prozent) steigerte. Die letzte „Maybrit Illner“-Ausgabe des Jahres wollten schließlich 3,16 Millionen nicht verpassen, die gute 14,4 Prozent bedeuteten.

    Zufrieden sein kann auch Sat.1, jedenfalls mit dem Start in den Abend: Die Komödie „Daddy’s Home 2 – Mehr Väter, mehr Probleme!“ brachte es dort auf 740.000 Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren und 8,8 Prozent. Ein Wiederholungsreigen von „Criminal Minds“ stürzte später allerdings deutlich ab und kam nicht mehr über Marktanteile zwischen 4,8 und 5,7 Prozent hinaus. ProSieben wiederholte die Rankingshow „Darüber grinst die Welt: Die puppenlustigsten Patzer“, blieb aber bei 700.000 und mauen 8,4 Prozent hängen. „red.“ schaffte im Anschluss nur 6,6 Prozent, ehe das Special „10 Jahre ‚The Voice of Germany‘ – Unvergessene Momente“ mit 4,8 Prozent völlig unterging.

    RTL Zwei konnte sich dagegen im Lauf des Abends steigern. Nachdem „Hartes Deutschland – Leben im Brennpunkt“ zunächst mit 6,4 Prozent bei den Umworbenen punktete, startete das TVNOW-Format „Die Sex-Klinik“ mit tollen 7,8 Prozent – 410.000 Zielgruppen-Zuschauer interessierten sich für die intimen Wehwehchen der Patienten. Die zweite Folge konnte diesen Wert nach Mitternacht zwar nicht halten, verzeichnete aber noch ordentliche 5,9 Prozent. „Eine zauberhafte Nanny“ bescherte VOX indes 640.000 Zuschauer und 7,4 Prozent, „Man on Fire – Mann unter Feuer“ fiel danach jedoch postwendend auf 4,9 Prozent zurück. Durchgehend unterdurchschnittlich war Kabel Eins unterwegs: Erst enttäuschte „Rosins Restaurants“ mit 4,7 Prozent, dann holte das „k1 Magazin“ ähnlich unspektakuläre 4,9 Prozent.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Dass "Supertalent" in den Quotenkeller stürzt ist alles andere als verwunderlich, führt und doch RTL in der ehemaligen Talentshow seit einigen Staffeln statt unentdeckten Talenten immer mehr ausgelutschte, abgelegte Variete- und Zirkusnummern vor. So mutiert das "Supertalent" zum Jobcenter für arbeitslose Zirkusartisten.

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