[UPDATE] Überraschender Abschied: „Tagesthemen“-Chef Helge Fuhst verlässt die ARD

Journalist wechselt zur Axel Springer SE

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 14.01.2026, 12:55 Uhr (erstmals veröffentlicht am 07.01.2026)

Helge Fuhst moderiert seit 2020 die „Tagesthemen“ – Bild: NDR/Hendrik Lüders
Helge Fuhst moderiert seit 2020 die „Tagesthemen“

In den vergangenen Jahren haben sich vermehrt „Tagesschau“- und „Tagesthemen“-Moderatoren dazu entschieden, das ARD-Nachrichtenflaggschiff zu verlassen und stattdessen zu einem privaten Anbieter zu wechseln. Nun steht der nächste prominente Abgang bevor: Laut eines Berichts der Katholischen Nachrichten-Agentur, die sich auf NDR-Kreise beruft, will Journalist Helge Fuhst die ARD verlassen. Fuhst ist seit Oktober 2019 Zweiter Chefredakteur bei ARD-aktuell. Dort leitet er unter anderem die „Tagesthemen“ und moderiert diese seit 2020 auch vertretungsweise.

Gegenüber t-online bestätigte der NDR, dass Helge Fuhst seine Aufgaben bei „ARD-aktuell“ und den „Tagesthemen“ niederlegen wird. Alle weiteren Informationen sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Laut der KNA will Fuhst zu einem noch nicht namentlich genannten privaten Medienunternehmen wechseln. Sein berufliches Ziel soll im Februar bekannt gegeben werden. Dort soll er sowohl Managementaufgaben übernehmen als auch selbst vor der Kamera stehen – ähnlich, wie er es in den vergangenen fünf Jahren bei ARD-aktuell tat.

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UPDATE (14. Januar): Inzwischen wurde bekannt, dass Helge Fuhst von ARD-aktuell zur Axel Springer SE wechselt. „Zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ werde er den Vorsitz der Chefredaktionen der sogenannten Premium-Gruppe übernehmen, zu der die Marken WELT, Politico Deutschland und Business Insider Deutschland gehören. Parallel wird Fuhst zum Chefredakteur der WELT-Gruppe berufen. Der bisherige Chefredakteur Jan Philipp Burgard legt seine Funktionen mit sofortiger Wirkung nieder – „aus gesundheitlichen Gründen“, wie überraschend mitgeteilt wurde. Die Entscheidung sei Burgard sehr schwer gefallen, doch nach einem schweren körperlichen Zwischenfall haben ihm die Ärzte dazu geraten, sich mehr auf seine Gesundheit zu konzentrieren.

Mathias Döpfner, CEO der Axel Springer SE: Mit Helge Fuhst übernimmt ein hervorragender Journalist und ausgezeichneter Medienmanager die redaktionelle Spitze der Premium-Gruppe. Er wird den Weg, den wir vor einem Jahr erfolgreich eingeschlagen haben, weiter ausbauen und die strategische Ausrichtung der Marken gemeinsam mit den Chefredakteuren schärfen. Ich bin froh, dass die Premium-Gruppe gestärkt und perfekt aufgestellt in das Superwahljahr 2026 geht. Jan Philipp Burgard hat die Gruppe im vergangenen Jahr sehr gut aufgestellt und Welt TV zu Rekordergebnissen geführt. Dafür danke ich ihm sehr.

ZUVOR: Der gebürtige Hannoveraner absolvierte beim NDR sein Volontariat und war bereits zwischen 2012 und 2013 für die „Tagesthemen“ tätig. Anschließend wechselte er zum WDR, wo er persönlicher Referent des damaligen Intendanten Tom Buhrow wurde, der als sein Förderer gilt. 2016 wurde Fuhst zunächst Moderator und stellvertretender Programmgeschäftsführer beim Ereigniskanal Phoenix. Auf Vorschlag von Tom Buhrow wurde Fuhst Mitte Juni schließlich zum Programmgeschäftsführer von Phoenix gewählt. Auf dem Sender moderierte er den Polittalk „Unter den Linden“ und war zudem Moderator des „Internationalen Frühschoppens“.

Im Oktober 2019 wurde Fuhst schließlich Nachfolger von Marcus Bornheim als Zweiter Chefredakteur bei ARD-aktuell. 2024 bewarb er sich als Nachfolger für den scheidenden WDR-Intendanten Tom Buhrow. Im zweiten Wahlgang unterlag er jedoch der damaligen WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau.

Zahlreiche ehemalige „Tagesschau“- bzw. „Tagesthemen“-Moderatoren sind in den vergangenen Jahren zur privaten Konkurrenz abgewandert: Marc Bator ging zu Sat.1, Linda Zervakis wechselte zu ProSieben und Pinar Atalay zog es zu RTL. Der jüngste prominente Abschied war jener von Constantin Schreiber: Im Mai verließ der Journalist die „Tagesschau“ und wechselte zu Axel Springer, wo er nun unter anderem als Global Reporter der WELT-Redaktion aus Israel über den Nahen Osten berichtet.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am

    Passt! Hoffentlich kommt endlich was Cleveres nach. So farblos und unbeholfen im Interview fand ich ihn immer schon wie das fünfte Rad am Wagen. Leider haben die Tagesthemen derzeit überhaupt kein wirklich gutes Frontgesicht mehr. Mit Miosga ging eigentlich die letzte, die man als Journalistin ernst nehmen konnte.

    Dass er jetzt den sehr "wertekonservativen" Burgard beerben wird, lässt mich allerdings jeglichen Respekt vor ihm schwinden. Kann also weg. Kannste nix, geh zu Springer!!
    • (geb. 1988) am

      Habe nie von ihm gehört, optisch passts aber, von Springer dann zur AFD weiter, wie viele.
      • (geb. 2001) am

        Zur dunklen Seite gewechselt
        • (geb. 1965) am

          Wer?? Von Wo??
          • (geb. 1970) am

            RUHRI hat ganz recht mit seinem Kommentar. Alle Wechsler vöm öffentlich rechtlichen Rundfunk zum Privatfernsehen denken doch sowieso, dass dort besser bezahlt wird, oder?
            Es gibt sehr viele Beispiele, wo nach dem Wechsel nicht mehr viel los ist mit der eigenen Karriere. Lasst sie gehen, sie werden es selbst noch spüren, es ist wohl auch die ewige Gier nach mehr und mehr Geld, aber das ist nicht das Entscheidende.
            • (geb. 1958) am

              Der Fuhst wird genauso scheitern wie alle anderen politichen Journalisten, die zu den privaten Sendern wechselten. Zervakis, Schreiber , Bator etc. sind Beispiele. 
              Im Sport sieht das anders aus, da sind die privaten Sender stark. Aber politische Journalisten, die ernst genommen werden wollen, müssen bei ARD oder ZDF bleiben..Das ist schade, aber es liegt daran, dass die Privaten nur auf die Quote schauen, nicht auf gute Inhalte.
              • (geb. 1998) am

                Warum müssen Politjournalisten bei ARD/ZDF bleiben um ernst genommen zu werden? Fügst geht ja nicht zu RTL2 oder macht die 5 Minuten Nachrichten am Tag bei Sat.1 sondern geht zu Axel Springer/WELT. Und so lädiert wie man bei den Öffentlichen durch eindeutig tendenziöse Berichterstattung mittlerweile ist... Damals bei Bator war das noch was anderes aber die Zeiten haben sich geändert. Schreiber macht mittlerweile kleinere Formate und man merkt ihm wirklich an, dass er voll hinter seinen eigenen Inhalten steht und ein wirklicher Vollblutjournalist ist, für seinen eigenen Seelenfrieden ist das wahrscheinlich wichtiger und richtiger wie vor 10 Millionen Zuschauern sprechen zu wollen.
              • (geb. 1998) am

                * Fügst soll natürlich Fuhst heißen
            • (geb. 1967) am

              Warum überraschend? Ich bin nie warm geworden mit ihm! Und, auch hierzu habe ich gelesen, dass anscheinend er ab Februar zur privaten Konkurrenz wechseln soll....

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