Die Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis 2026 wurden verkündet. Ausgewählt von einer unabhängigen Fachjury unter dem Vorsitz des Journalisten und Produzenten Stephan Lamby werden die besten Programme und prägendsten TV-Persönlichkeiten des zurückliegenden Fernsehjahres ausgezeichnet. Gewürdigt werden herausragende Produktionen sowie journalistische und künstlerische Einzelleistungen aus der TV-Saison 2025/26. Der Beobachtungszeitraum für die diesjährige Preisfindung reichte vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026.
Stephan Lamby stellt fest: Das aktuelle Fernsehen hat die großen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit im Blick. Man merkt, dass die Spannungen im Land zunehmen und dass die Sender die veränderte Grundstimmung abbilden. Das gilt vor allem in der Fiktion und in der Information. Seiner Ansicht nach mache der Blick auf die Programme deutlich, dass wir als Gesellschaft gerade in eine andere Phase eintreten. Viele Produktionen beschäftigen sich mit Meinungsfreiheit und Toleranz, mit sozialen Medien, mit Rechtsextremismus, Terrorismus und Kriegen. Es geht um Trump und Putin, aber auch um die kleinen Auseinandersetzungen vor der eigenen Haustür. Die konfliktreichen Themen würden in fast allen Genres stattfinden. Auch in der Unterhaltung befassten sich einige Formate mit gesellschaftlich relevanten Themen.
In der Königsdisziplin „Beste Drama-Serie“ dürfen diesmal „Hundertdreizehn“ (ARD), „Maxton Hall“ (Prime Video), „Die Nibelungen“ (RTL+), „Schattenseite“ (ARD) und „Unfamiliar“ (Netflix) auf eine Auszeichnung hoffen. Ins Rennen um die „Beste Comedy-Serie“ gehen „Achtsam morden“ (Netflix), „Chabos“ (ZDFneo) und „Frier und Fünfzig“ (Sat.1). In der Kategorie „Bester Fernsehfilm/Mehrteiler“ konkurrieren die öffentlich-rechtlichen Produktionen „Die Nichte des Polizisten“ (ARD), „Olivia“ (ZDF) und „Tatort: Dunkelheit“ (ARD) um die Trophäe.
In der Kategorie „Beste Unterhaltung Show“ finden sich zwei Veteranen und ein Neuzugang: Das ARD-Vorabendquiz „Wer weiß denn sowas?“ und die VOX-Musikshow „Sing meinen Song“ treten hier gegen die neue Nostalgie-Show „Wer weiß wie wann was war?“ von Stefan Raab und Barbara Schöneberger an. In der Rubrik „Beste Comedy/Late Night“ finden sich mit „Die Anstalt“, „TV total“ sowie einem „heute-show extra“ sogar ausschließlich Vertreter lange etablierter Formate.
Um den Preis in der Kategorie „Beste Unterhaltung Reality“ wetteifern die RTL+-Datingshow „Princess Charming“, der Sat.1-Neustart „Villa der Versuchung“ sowie die ARD-Umsetzung von „Werwölfe“ als TV-Format. Etwas überraschend fallen die Preisanwärter in der Kategorie „Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung“ aus. Hier sind neben Laura Wontorra, die explizit für ihre Moderation von „DSDS“ nominiert wurde, Pierre M. Krause für sein Nischenformat „Kurzstrecke mit Pierre M. Krause“ sowie Evgeny Vinokurov, Marta Arndt und Malika Dzumaev stellvertretend für das Ensemble der Profitänzer bei „Let’s Dance“ im Rennen. In der Rubrik „Beste Information“ darf unter anderem ZDF-Talker Markus Lanz auf eine Auszeichnung hoffen, während die vielbeachtete XXL-Doku „#dontlookaway“, die im Rahmen von „Joko & Klaas LIVE“ die ungefilterte Realität des Kriegs in der Ukraine zeigte, in der Kategorie „Beste Dokumentation/Reportage“ nominiert ist.
Am häufigsten auf Preise hoffen dürfen die Produktionen „Chabos“ (ZDFneo), „Hundertdreizehn“ (ARD) und „Die Nichte des Polizisten“ (ARD), die jeweils in vier Kategorien nominiert sind. Jeweils drei Nominierungen erhielten „Die Nibelungen – Kampf der Königreiche“ (RTL) und „Sturm kommt auf“ (ZDF). In der Unterhaltung gehen jeweils 2 Nominierungen an „Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale 2026“ (ARD) und „Let’s Dance“ (RTL). Mit Blick auf die Sendergruppen führt in diesem Jahr die ARD mit 32 Nominierungen das Feld an, gefolgt vom ZDF mit 23 Nennungen. Auf dem dritten Platz folgt RTL mit 15 Nominierungen. ProSiebenSat.1 kommt auf 11. Auf Netflix entfallen 7 Nennungen, 2 gehen an Prime Video und je eine an MagentaTV, Disney+, WELT, Eurosport und HBO Max.
Florian Wieder (Inszenierung Vorentscheid) für „Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale 2026“ (ARD/SWR/BR/hr/Kimmig Entertainment/Lodge of Levity)
In diesem Jahr wird der Deutsche Fernsehpreis erneut zweigeteilt verliehen: Die große TV-Gala findet am 9. September erstmals im Confex-Center Köln statt und wird ab 20:15 Uhr bei RTL übertragen, da die Federführung in diesem Jahr bei diesem Sender liegt. Moderiert wird die Veranstaltung einmal mehr von Barbara Schöneberger. Im Rahmen der Show werden die Preise in den Werkkategorien sowie der Förderpreis und der Ehrenpreis der Stifter vergeben. Tags zuvor erfolgt am 8. September in der sogenannten „Nacht der Kreativen“ die Verleihung der Trophäen in den kreativen Gewerken. Dieses Event aus der Kölner Flora wird erstmals von Jan Köppen moderiert, jedoch nicht im Fernsehen übertragen. Stifter des Deutschen Fernsehpreises sind RTL, ZDF, Sat.1, ARD und MagentaTV.
Wirklich Lachhaft! "Ausgewählt von einer unabhängigen Fachjury unter dem Vorsitz des Journalisten und Produzenten." Naja, zumindest kann man davon ausgehen, dass sich wieder kaum jemand die Show anschauen wird.