Corona-Sondersendungen und Programmänderungen – Update vom 17. März

    ARD und ZDF stellen Dienstagsprogramm um, RTL zeigt „Dirty Dancing“ statt „Inferno“

    Glenn Riedmeier – 17.03.2020, 16:09 Uhr

    „Maybrit Illner Spezial“ am Dienstagabend

    Auch am heutigen Dienstagabend (17. März) kommt es zu großflächigen Programmänderungen im deutschen Fernsehen, um über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie zu informieren.

    Das Erste wird im Anschluss an die „Tagesschau“ um 20:15 Uhr ein weiteres „ARD extra“ namens „Die Corona-Lage“ ausstrahlen. Susanne Stichler spricht unter anderem mit Bundesaußenminister Heiko Maas und dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit über die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Durch die 45-minütige Sondersendung kommt es zur Verschiebung des regulären Programms am Seriendienstag. So beginnt „Um Himmels Willen“ erst um 21:00 Uhr, „In aller Freundschaft“ entsprechend um 21:45 Uhr. Am morgigen Mittwoch (18. März) diskutiert Sandra Maischberger zudem um 22:45 Uhr in „maischberger. die woche“ mit Politikern, Medizinern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsexperten über die aktuelle Krise.

    Das ZDF wird schon um 19:20 Uhr ein weiteres „ZDF spezial“ mit dem Titel „Stillstand, Kurssturz und drohende Pleiten – Hält die Wirtschaft durch?“ ins Programm nehmen. Moderatorin Hanna Zimmermann informiert über die wirtschaftlichen Konsequenzen des flächendeckenden Stillstands und die drohenden finanziellen Auswirkungen. Um 19:40 Uhr beginnt leicht verspätet „Die Rosenheim-Cops“, bevor von 20:30 Uhr bis 21:45 Uhr ein weiteres „ZDF spezial“ zum Coronavirus eingeplant ist. Im Anschluss an das „heute journal“ legt „Maybrit Illner“ eine Sonderschicht ein. Um 22:15 Uhr ist eine Spezialausgabe des Talks zu sehen, bevor „Markus Lanz“ um 23:00 Uhr übernimmt. Die ursprünglich geplanten Sendungen „Leschs Kosmos“, „Frontal21“ und „37 Grad“ entfallen. Am Mittwoch, 18. März, zeigt das ZDF um 22:15 Uhr zudem eine Spezialfolge des „auslandsjournal“ unter der Überschrift „Corona global – wie das Virus die Welt verändert“.

    RTL ändert zudem an mehreren Tagen sein Programm. Bis Freitag wird sich die Nachmittagstalkshow „Marco Schreyl“ täglich live um 16 Uhr mit dem Thema „Ausnahmezustand – Leben mit dem Coronavirus“ beschäftigen. Die Sendung wird bis 17:30 Uhr verlängert, wodurch die geplanten Ausgaben von „Hensslers Countdown – Kochen am Limit“ entfallen.

    Wie bereits angekündigt, räumt der Kölner Sender seine komplette Mittwochs-Primetime für einen kurzfristigen „Gemeinsam gegen Corona“-Themenabend frei (fernsehserien.de berichtete). Schon um 11 Uhr ist ein einstündiges „Guten Morgen Deutschland Spezial“ zu sehen. Außerdem hat sich RTL dafür entschieden, aufgrund der aktuellen Situation auf eine Ausstrahlung des Thrillers „Inferno“ zu verzichten. Stattdessen wird am kommenden Sonntag (22. März) um 20:15 Uhr der Klassiker „Dirty Dancing“ gezeigt. Aufgrund der gecancelten Fußballspiele ist am kommenden Donnerstag (19. März) vorzeitig das Staffelfinale von „Der Lehrer“ zu sehen (fernsehserien.de berichtete). In den darauffolgenden Wochen bleibt die Serie mit Wiederholungen ab dem 26. März ebenfalls donnerstags um 20:15 Uhr im Programm, gefolgt von der Sketchcomedy „Schmitz & Family“ um 22:15 Uhr und der Comedyserie „Magda macht das schon!“ um 23:15 Uhr – alles bereits gezeigte Folgen aus der Konserve.

    ARD und ZDF sichern Kreativwirtschaft finanzielle Unterstützung zu

    Ferner informierten und ARD und ZDF darüber, ihre Verantwortung in der deutschen TV-Produktionswirtschaft während der Corona-Krise wahrzunehmen. Die beiden Sender sicherten der Kreativwirtschaft ihre Unterstützung in Form von freiwilligen Leistungen zu. „Die ARD ist eine Solidargemeinschaft und wird von den Menschen im Land finanziert. Vor diesem Hintergrund setzen wir ein starkes Signal, indem wir den Produzent*innen im Land in dieser Situation unter die Arme greifen“, so der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow. Kommt es zu Drehverschiebungen und entstehen dadurch Kosten, soll der jeweilige Produzent einerseits alle staatlichen Maßnahmen zur Schadensminderung in Anspruch nehmen, andererseits werden sich die ARD-Sender an den nachgewiesenen Mehrkosten nach einer Entscheidung im Einzelfall freiwillig mit 50 Prozent beteiligen.

    Ähnliches ist seitens des ZDF zu hören: „Das ZDF verspricht schnelle Lösungen bei der Abwicklung der Unterstützung. Wir werden die Hälfte der Mehrkosten tragen, die uns Produzentinnen und Produzenten nachweisen“, so Programmdirektor Dr. Norbert Himmler. „Wir danken den vielen Film- und Fernsehschaffenden in unserem Land für ihren großen Einsatz bei der Realisierung unserer Produktionen – auch unter widrigen Bedingungen. Dies ist gerade in der aktuellen Krise für die Erfüllung unseres Programmauftrags von entscheidender Bedeutung.“

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