Quoten: RTL-“Quarantäne-WG“ startet erfolgreich, Luke geht allein zuhaus unter

    „Nord Nord Mord“ regiert beim Gesamtpublikum, „Die Reimanns“ mit solidem Comeback

    Dennis Braun – 24.03.2020, 09:56 Uhr

    „Die Quarantäne-WG“ bei RTL: (von links oben) Oliver Pocher, Thomas Gottschalk und Günther Jauch

    Gleich zwei neue Formate, die aus der aktuellen Coronakrise gewachsen sind, starteten am gestrigen Montagabend – doch nur eines konnte dabei aus Quotensicht überzeugen. „Die Quarantäne-WG“ mit Oliver Pocher, Thomas Gottschalk und Günther Jauch wollten bei RTL zur besten Sendezeit 1,51 Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren sehen, das entsprach guten 13,8 Prozent und Platz 2 im Tagesranking hinter der „Tagesschau“. Eine XXL-Ausgabe von „Wer wird Millionär?“ steigerte den Marktanteil nachfolgend leicht auf 14,2 Prozent, 1,19 Millionen blieben noch dran. Beim Gesamtpublikum beliefen sich die Reichweiten auf 3,27 Millionen und 3,67 Millionen, auch hier kann man in Köln zufrieden sein.

    Alles andere als erfreulich lief es dagegen für Luke Mockridge in Sat.1: Die Premiere seiner ebenfalls interaktiven Live-Show „Luke, allein zuhaus“ ging in schwachem Umfeld um 18:00 Uhr komplett unter. Gerade mal 240.000 Zielgruppen-Zuschauer waren dabei, der Marktanteil betrug katastrophale 3,8 Prozent. Sollte sich im Laufe der Woche nicht schleunigst Besserung einstellen, dürfte das Format schon bald wieder Geschichte sein. Doch auch die Tageszusammenfassung von „Big Brother“ und das „BILD Corona Spezial“ versagten im Anschluss mit 4,8 und 4,4 Prozent. Die Entscheidungsshow von „BB“ kam zur Primetime dann auch nicht über miese 6,2 Prozent bei 630.000 jungen Zuschauern hinaus. Ein durch und durch verkorkster Abend also für den Bällchensender.

    Wie so oft in dieser Zeit war die „Tagesschau“ wieder die meistgesehene Sendung des Tages. 7,89 Millionen Menschen (21,4 Prozent) ließen sich allein im Ersten auf den neuesten Stand bringen, 2,27 Millionen (20,8 Prozent) davon waren zwischen 14 und 49 Jahren alt. Ein erneutes „Hart aber fair extra“ musste sich diesmal allerdings mit 4,03 Millionen Gesamtzuschauern und 11,7 Prozent begnügen, in der Zielgruppe sprangen dafür überdurchschnittliche 9,8 Prozent heraus. Die „Tagesthemen“ informierten schließlich noch 3,06 Millionen Zuschauer (12,1 Prozent).

    Vielen Menschen vor den Bildschirmen stand offensichtlich nicht der Sinn nach Corona, sondern nach Mord und Totschlag. Die Krimireihe „Nord Nord Mord“ fesselte im ZDF satte 7,44 Millionen Zuschauer und brachte es auf hervorragende 20,8 Prozent. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, da es sich bei der Folge „Sievers und die Frau im Zug“ bloß um eine Wiederholung handelte. Bei den Jüngeren musste man sich jedoch dem Ersten geschlagen geben und fuhr etwas schwächere 7,7 Prozent ein. Das „heute journal“ verzeichnete später noch 5,56 Millionen Zuseher und 17,8 Prozent, die „heute“-Nachrichten am Vorabend hatten mit 5,90 Millionen (19,7 Prozent) sogar eine etwas höhere Reichweite.

    Auf ProSieben verabschiedete sich indes „Young Sheldon“ auf dem mauen Niveau der Vorwochen in eine Pause. Lediglich 890.000 Werberelevante wollten die vorerst letzte neue Folge sehen, damit wurden unbefriedigende 8,9 Prozent erzielt. Für eine Wiederholung ging es anschließend leicht auf 9,4 Prozent hinauf, ehe vier Folgen des Mutterformats „The Big Bang Theory“ mit Werten zwischen 7,6 und 9,5 Prozent ebenso blass blieben. Auch „Late Night Berlin“ erwischte einen schwachen Tag und blieb bei 8,3 Prozent hängen.

    Bei RTL Zwei meldeten sich derweil „Die Reimanns“ mit neuen Folgen zurück. 660.000 Zielgruppen-Zuschauer ließen sich unterhalten und sorgten für solide 6,0 Prozent. Eine Wiederholung von „Konny Goes Wild!“ war im Anschluss mit 4,7 Prozent allerdings weniger gefragt. VOX schickte eine Spezialausgabe von „Goodbye Deutschland!“ zum Thema „Auswanderer in Zeiten von Corona“ ins Rennen, übersprang mit 6,8 Prozent den Senderschnitt aber nur knapp. Eine weitere Folge tat sich angesichts 6,3 Prozent noch etwas schwerer. Kabel Eins war auf gleicher Flughöhe unterwegs, kann mit den erreichten 6,9 Prozent für „Lethal Weapon I – Zwei stahlharte Profis“ aber sehr zufrieden sein. Auch „Lethal Weapon II – Brennpunkt L. A.“ hielt sich später noch bei guten 6,3 Prozent.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Hoffentlich verschwindet der Typ ganz schnell wieder vom Sat1 Bildschirm. Die Dumpfbacke will niemand sehen.
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        Von Lukes Sendung habe ich nur den Schluss gesehen, der mich nicht wirklich überzeugt hat. Ich habe mich zumindest nicht geärgert, den größten Teil der Sendung verpasst zu haben.

        Die RTL-Quarantäne-WG hat mich sehr an die vor einigen Jahren sehr beliebten Hangouts auf YouTube erinnert. So interessant es ist, verschiedene Personen zusammenzuschalten, so ärgerlich ist es, wenn diese durcheinander reden und die Zuhörer nichts verstehen. Schon allein wegen der schlechten Tonqualität ergeben sich Verständnisprobleme.

        Trotzdem war es für mich eine interessante Gesprächsrunde, zu der ich auch heute wieder einschalten werde. Gefehlt hat mir eigentlich nur Barbara Schöneberger, die doch eigentlich dazu gehört.

        (Jetzt melden sich bestimmt wieder die Leute, denen die Frau auf die Nerven geht. Aber das ist mir egal. Das halte ich aus!)
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          Trotz grosser Namen blieben meiner Meinung nach beide Formate zum Start deutlich unter ihren Möglichkeiten.

          Luke wirkte nicht wirklich vorbereitet, was aber irgendwie auch seinen Charme hatte. Mit den technischen Pannen, die man bei so einer Sendung ja eigentlich erwartet, ging er ganz gut um. Schade, dass sein Redakteur (?) zwar im Bild war und mit ihm geredet hat, aber man hat ihn leider nicht verstanden. Hätte der ein Mikro und würde die Sidekick-Rolle etwas mehr ausleben, könnte das vielleicht amüsanter werden und Luke einfach spontan auf die Zurufe reagieren.

          Gottschalk, Jauch & Pocher litten darunter, dass nicht wirklich klar wurde, wer von den Dreien nun den Hut auf hat. Hier hatte ich im Gegensatz zu Luke eher den Eindruck, dass sie sich zumindest vorher kurz hinsichtlich des Inhaltes abgesprochen haben, dennoch hätte das Motto "Denn Sie wissen nicht, was passiert" auf diese Sendung besser gepasst als jemals zuvor. Auch wenn Humor durchblitzte hat mir hier ein bisschen die persönliche Note und Lockerheit gefehlt. Warum haben sich die Drei nicht mal länger mit ihrer eigenen Situation auseinandergesetzt (etwa Gottschalk deutlich zu sehen in der riesigen Loftwohnung in Baden-Baden, Jauch hingegen im kleinen Hobbykeller)? Warum haben sie sich nicht live on air ausgetauscht, welche Zeichen sie sich untereinander geben könnten wenn jemand was sagen will? Der Erinnerung nach war früher jede Übergabeschalte zwischen Jauch (Stern TV)/Gottschalk (Late Night) witziger. Aber ganz klar: die Sendung hat Potential, wenn sich die 3 in den nächsten Tagen eingespielt haben. Und DIE Sensation des Fernsehtages war ohnehin für mich, dass Jauch das DUZ-Verbot aufgehoben hat im Gespräch mit Pocher und Karasek und einfach der Günther aus seinem Keller war...

          Erschreckend war, dass beide Sendungen die Möglichkeiten der Interaktivität dank der Livesituation weitestgehend ungenutzt liessen. Die WG hat ein oder zwei Tweets vorgelesen, Luke ein paar Instagram-Posts gezeigt - aber die Leute zuhause auch nicht weiter eingebunden. Da könnte man mehr machen.

          Viel souveräner fand ich deshalb am späten Abend noch "Domian". Der hat gezeigt, dass man nur per Telefon tatsächlich auch störungsfrei eine Stunde Fernsehen in guter Bild- und Tonqualität machen kann und hat dank der Anruferauswahl dem Thema wirklich noch ein paar neue Seiten abgewonnen. Und überraschenderweise viel Selbstironie gezeigt, wenn er Leute aus alter Gewohnheit um 22:30 mit "Guten Morgen" angesprochen hat.
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            Ich habe mir gestern die drei Weißen auf RTL angetan, aber nicht sehr lange. Nach der ersten Werbeunterbrechung habe ich nicht mehr zurückgeschaltet. Was sollte das langweilige und vor allem völlig nutz- wie witzlose Palaver? Hoffentlich finde ich heute Abend noch irgendwo normales Programm zwischen den inflationären Promis-at-home Shows.

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