Feiertagsquoten: Helene Fischer, Minions und „Honig im Kopf“ überzeugen Jung und Alt

    Der große Überblick über die Zuschauerresonanz des Weihnachtsprogramms

    Dennis Braun
    Dennis Braun – 27.12.2017, 09:25 Uhr

    Helene Fischer sang zusammen mit James Blunt bei der diesjährigen „Helene Fischer Show“. – Bild: ZDF/Anelia Janeva
    Helene Fischer sang zusammen mit James Blunt bei der diesjährigen „Helene Fischer Show“.

    Heiligabend stellt traditionell den zuschauerärmsten Tag des Jahres dar – das war auch 2017 nicht anders. Dennoch konnten einige Sender punkten, allen voran Das Erste mit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und Sat.1 mit seinen „Kevin“-Filmen. An den beiden Weihnachtsfeiertagen stachen vor allem das ZDF mit der „Helene Fischer Show“ und erneut Sat.1 mit der Free-TV-Premiere von „Honig im Kopf“ hervor. Wir geben einen Überblick über die quotenträchtigsten Formate der acht großen Sender an Weihnachten:

    Das Erste

    Die meisten Zuschauer an Heiligabend zählte Das Erste – und zwar bereits zur Mittagszeit. Der Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wurde dort von insgesamt 3,13 Millionen Menschen gesehen; 1,29 Millionen davon waren zwischen 14 und 49 Jahren alt. Mit 21,0 Prozent beim Gesamtpublikum und sogar 22,4 Prozent in der Zielgruppe lief es für den öffentlich-rechtlichen Sender herausragend. Zur Primetime wollten 2,92 Millionen Zuschauer „Die Feuerzangenbowle“ sehen, womit insgesamt gute 14,4 Prozent und ordentliche 9,7 Prozent bei den Jüngeren erzielt wurden.

    Am 1. Weihnachtstag musste man sich hingegen der Mainzer Konkurrenz in Form des ZDF geschlagen geben. Dennoch sprach die Folge „Der Bankraub“ aus der Krimireihe „Harter Brocken“ insgesamt 4,50 Millionen Zuschauer an, der Marktanteil betrug gute 14,0 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren ebenfalls erfreuliche 8,8 Prozent drin. „Kommissar Maigret“ kehrte im Anschluss allerdings sehr verhalten zurück, die Gesamtreichweite sank auf 2,36 Millionen. Auch die Marktanteile fielen mit 8,1 Prozent und 4,7 Prozent in der Zielgruppe um einiges schwächer aus.

    Tagessieger wurde man dafür am 2. Weihnachtsfeiertag mit dem neuen Weimarer „Tatort“ „Der wüste Gobi“, der 5,92 Millionen Menschen zum Einschalten brachte. Das waren zwar über vier Millionen weniger als bei der letzten Folge mit dem Ermittlerteam Lessing (Christian Ulmen) und Dorn (Nora Tschirner), dieser Umstand ist jedoch den traditionell zuschauerärmeren Weihnachtstagen geschuldet – auch wenn es bislang zu dieser Zeit nie schwächer lief. Der Marktanteil betrug dennoch tolle 17,5 Prozent beim Gesamtpublikum und 14,1 Prozent in der Zielgruppe – hier landete man allerdings hinter Sat.1 und RTL auf Platz 3. Wie am Vorabend ließ „Kommissar Maigret“ im Anschluss die Quoten auf 2,54 Millionen Gesamtzuschauer und miese 8,8 Prozent purzeln.

    ZDF

    Auch das ZDF sprach an Heiligabend das Publikum mit wohlbekannten Filmen an: „Pippi in Taka-Tuka-Land“ verfolgten mittags genau eine Million Zuschauer, „Michel in der Suppenschüssel“ generierte nachfolgend sogar eine Gesamtreichweite von 2,46 Millionen Zusehern (14,5 Prozent). Bei den 14- bis 49-Jährigen sah es mit 16,5 Prozent noch deutlich besser aus. Um 20.15 Uhr wollten 2,67 Millionen Zuschauer „Heiligabend mit Carmen Nebel“ verbringen, die immerhin 12,8 Prozent entsprachen. Nur junges Publikum war angesichts eines Marktanteils von 4,1 Prozent kaum anwesend.

    „Die Helene Fischer Show“ sprach am 1. Weihnachtsfeiertag dann wieder ein sehr großes Publikum an: Mit insgesamt 5,90 Millionen Zuschauern und fantastischen 19,3 Prozent sicherte sich das Zweite den mühelosen Tagessieg, bei den Werberelevanten wurde mit 15,8 Prozent gar ein neuer Rekord eingefahren. Tagsüber lief dafür nicht viel zusammen, erst am Vorabend reichte es mit „Horst Lichter sucht das Glück“ wieder für ordentliche 12,8 Prozent bei 3,25 Millionen Gesamtzuschauern.

    Mit seinem Kreuzfahrt-Doppel fuhr das ZDF indes auch am 2. Weihnachtsfeiertag gute Quoten ein, musste im Vergleich zum Vorjahr allerdings Einbußen hinnehmen. So lag „Das Traumschiff“ mit einem neuen Weihnachts-Tiefstwert von 5,44 Millionen Zuschauern und 16,1 Prozent recht deutlich hinter dem „Tatort“, bei den Jüngeren standen zufriedenstellende 9,4 Prozent zu Buche. Auf „Kreuzfahrt ins Glück“ begaben sich anschließend noch insgesamt 4,30 Millionen Zuseher, was 14,8 Prozent entsprach. Am Vorabend warfen 3,71 Millionen Menschen einen Blick ins „Album 2017“, hier standen gute 13,6 Prozent zu Buche.

    RTL

    Reichlich blass blieb am Heiligen Abend dagegen RTL mit dem Film „Santa Clause 2 – Eine noch schönere Bescherung“, der zur besten Sendezeit nur 650.000 jüngere Zuschauer (9,4 Prozent) anlockte. Auch die Fortsetzung „Santa Clause III – Eine frostige Bescherung“ musste sich anschließend mit 9,0 Prozent begnügen. „Furchtbar fröhliche Weihnachten“ fiel zu später Stunde gar auf furchtbare 7,1 Prozent zurück.

    Ungleich besser präsentierten sich die Kölner am 25.12., wo die „Minions“ zur besten Sendezeit ihr Unwesen trieben. 1,82 Millionen junge Menschen ließen sich unterhalten, mit tollen 17,3 Prozent setzte man sich hier an die Spitze. Insgesamt sahen 3,09 Millionen zu, der Marktanteil blieb mit 9,7 Prozent knapp einstellig. Die nachfolgenden sechs „Minion Mini Movies“ waren mit Gesamtreichweiten zwischen 2,91 Millionen und 3,40 Millionen ebenfalls gefragt. Am Vorabend wollten dafür nur 970.000 Zuseher aus der Zielgruppe „Weihnachten mit den Kultbauern“ aus „Bauer sucht Frau“ feiern. Mit 12,8 Prozent lief es deutlich schwächer als für die regulären Folgen.

    Das galt auch für den 26.12., wo sich mit 1,04 Millionen aber immerhin ein paar mehr Zuschauer auf das „Hochzeitsglück auf dem Land“ einließen. Der Marktanteil betrug etwas bessere 13,2 Prozent. Zur besten Sendezeit konnte schließlich der Märchenfilm „Cinderella“ punkten. Insgesamt saßen 3,08 Millionen Menschen vor dem Fernseher, bei den Werberelevanten kam man auf gute 14,5 Prozent.

    Sat.1

    Ein Großteil der jungen Zuschauer hatte an Heiligabend Sat.1 eingeschaltet, genauer gesagt 1,32 Millionen sahen die Komödie „Kevin – Allein in New York“, was hervorragenden 18,2 Prozent entsprach. Mit einer Gesamtreichweite von 2,41 Millionen war man sogar nicht weit vom ZDF entfernt. Die Wiederholung von „Kevin – Allein zu Haus“ hielt später noch 980.000 beim Bällchensender, der Marktanteil blieb mit 15,2 Prozent auf weit überdurchschnittlichem Niveau.

    Einen Klassiker hatte man mit „Titanic“ auch am 1. Weihnachtstag im Programm. Zum 20-jährigen Jubiläum des Films schalteten insgesamt 1,49 Millionen Zuschauer ein, bei den Umworbenen standen zumindest ordentliche 9,2 Prozent auf der Uhr.

    Am 26.12. zeigte Sat.1 derweil die Free-TV-Premiere des Films „Honig im Kopf“ mit Til Schweiger und Dieter Hallervorden und konnte sich über glänzende Quoten freuen. Mit einer Gesamtreichweite von 4,98 Millionen Zuschauern und 15,9 Prozent sicherte man sich Platz 3 im Tagesranking, in der Zielgruppe war man mit 2,50 Millionen und herausragenden 23,2 Prozent unangefochtener Marktführer. „Kokowääh II“ hielt nach 23.00 Uhr noch insgesamt 1,18 Millionen Zuschauer bei der Stange, in der Zielgruppe bedeutete dies immerhin noch 14,1 Prozent.

    ProSieben

    Recht ordentlich schlug sich zunächst ProSieben an Heiligabend: „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“ kam um 20.15 Uhr auf 670.000 Zielgruppen-Zuschauer, die für immerhin 9,3 Prozent sorgten. „Outlander“ musste sich nachfolgend dagegen mit mauen 8,3 Prozent zufriedengeben.

    Ähnlich startete man auch in den Abend des 25.12., wo „Mad Max: Fury Road“ nicht über 920.000 Zielgruppen-Zuschauer und 8,8 Prozent hinauskam. „300“ konnte sich später aber auf versöhnliche 10,4 Prozent bei noch 760.000 Zuschauern steigern.

    Die besten Feiertagsquoten erzielte ProSieben am 2. Weihnachtstag mit dem Klassiker „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“. 1,88 Millionen Zuschauer hatten insgesamt eingeschaltet, beim Publikum zwischen 14 und 49 Jahren reichte es für gute 11,2 Prozent.

    VOX

    Sehr schwer tat sich VOX am 24.12.: „The Da Vinci Code – Sakrileg“ kam zum Start in den Abend nicht über 420.000 werberelevante Zuschauer und 5,8 Prozent hinaus, ehe „End of Days – Nacht ohne Morgen“ sogar nur 4,9 Prozent generierte.

    Der 1. Weihnachtstag stand indes ganz im Zeichen von Bridget Jones: Während sich „Schokolade zum Frühstück“ zunächst mit 500.000 jüngeren Zuschauern und 4,7 Prozent noch schwer tat, besserte sich „Am Rande des Wahnsinns“ auf 640.000 Zuschauer und ordentliche 7,2 Prozent.

    Völlig enttäuschend sah es hingegen zur Primetime des 26.12. aus. Der schon dutzendfach wiederholte Film „Liebe braucht keine Ferien“ schmierte dort mit lediglich 3,9 Prozent in der Zielgruppe komplett ab.

    RTL II

    Im vergangenen Jahr feierte noch Daniela Katzenberger live bei RTL II Weihnachten, diesmal stand dagegen wieder „Das letzte Einhorn“ auf dem Programm. Mit 380.000 Zuschauern und 5,4 Prozent in der Zielgruppe lief es deutlich besser als 2017, wovon „Cliffhanger – Nur die Starken überleben“ im Anschluss mit 4,4 Prozent allerdings nicht profitieren konnte.

    Durchweg mau lief es am 1. Weihnachtstag: Der Klassiker „E.T. – Der Außerirdische“ interessierte zur Primetime nur 320.000 werberelevante Zuseher, mehr als magere 3,0 Prozent waren damit nicht drin. „Die Klapperschlange“ konnte sich anschließend zwar minimal auf 3,5 Prozent steigern, blieb aber auch damit auf enttäuschendem Niveau hängen.

    Ebenfalls unterdurchschnittlich schlug sich die Tragikomödie „Tatsächlich Liebe“ am 26.12. Diese kam nicht über maue 4,2 Prozent in der Zielgruppe hinaus.

    kabel eins

    Bei kabel eins stand an Heiligabend mal wieder alles im Zeichen von Bud Spencer und Terence Hill. Am späten Abend war bei „Zwei Asse trumpfen auf“ angesichts 560.000 jungen Zuschauern und starken 8,2 Prozent der Name Programm, doch auch zur Primetime sah es mit 6,4 Prozent für „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ bereits sehr erfreulich aus.

    Klassische Filmkost stand auch am 1. Weihnachtsfeiertag auf dem Programm: Schon tagsüber lief es für die Filme aus der „Police Academy“-Reihe mit bis zu 8,0 Prozent prächtig, um 20.15 Uhr überzeugten dann die „Miss Marple“-Filme: „Der Wachsblumenstrauß“ wurde von 800.000 jungen Menschen gesehen (7,6 Prozent), „Vier Frauen und ein Mord“ holte im Anschluss mit 820.000 sogar eine minimal höhere Reichweite. Der Marktanteil kletterte auf hervorragende 8,7 Prozent.

    Richtig stark lief es für kabel eins auch am 2. Weihnachtstag – zumindest ab 22.45 Uhr. Dort sorgte der alle Jahre wieder für Top-Quoten gute „Prinz aus Zamunda“ für weit überdurchschnittliche 9,1 Prozent. Zur besten Sendezeit musste man sich noch mit soliden 5,3 Prozent für „Die Glücksritter“ begnügen.

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