„Die besten Jahre“: Erfolgsdrama vor Reboot?

    Ed Zwick und Marshall Herskovitz arbeiten an „Thirtysomething“-Fortsetzung

    Bernd Krannich – 26.09.2019, 11:15 Uhr

    Die Protagonisten von „Thirtysomething“ in der ersten Staffel: Elliot, Nancy, Ellyn, Hope, Michael, Melissa und Gary

    In Deutschland ist die Serie „Die besten Jahre“ nur mäßig bekannt, in den Vereinigten Staaten war die Serie um die Lebensängste der Babyboomer-Generation als „Thirtysomething“ ein Emmy-Garant. Nun arbeiten die Macher Ed Zwick und Marshall Herskovitz laut Deadline an einer Fortsetzung – in der die Kinder der Originalserie im Zentrum stehen würden.

    Demnach stellen die Produzenten aktuell die Idee verschiedenen Anbietern und Sendern vor, um eine Bestellung für ein Drehbuch zu erhalten – entsprechend sind die Details noch nicht in Stein gemeißelt.

    Zwischen 1987 und 1991 produzierte MGM für ABC die Serie „Thirtysomething“. Bahnbrechend war, dass in der Drama-Soap vor allem die Lebensängste der Protagonisten aufgearbeitet wurden, die zu der Zeit Anfang 30 und damit „im Leben angekommen“ waren. Zwick (Oscar für „Shakespeare in Love“) und Herskovitz (zusammen mit Zwick Oscar-nominiert für „Traffic – Macht des Kartells“) schufen später „Noch mal mit Gefühl“ und „quarterlife“ um Personen an kritischen Punkten in anderen Lebensabschnitten.

    Im Zentrum von „Thirtysomething“ stehen sieben Freunde, angeführt vom Ehepaar Michael (Ken Olin) und Hope (Mel Harris), das anfangs gerade Eltern der kleinen Janey geworden ist. Zu ihnen gehören Michaels leicht älterer Geschäftspartner bei einer kleinen, unabhängigen Werbefirma, Elliot (Timothy Busfield), dessen Ehefrau Nancy (Patricia Wettig) mit den beiden Kindern Ethan und Brittany, Hopes Studienfreundin Ellyn (Polly Draper), die eher auf Karriere konzentriert ist, sowie Michaels künstlerisch veranlagte und als Fotografin arbeitende Cousine Melissa (Melanie Mayron) und der Literaturdozent Gary (Peter Horton), der auf eine Festanstellung als Professor an einer Uni hofft und sich anfangs nebenbei als Handwerker über Wasser hält – und gleichzeitig Melissas große, tragische Liebe ist. Beziehungsprobleme, Scheidung, Einsamkeit, berufliches Scheitern, die Auseinandersetzung mit den Eltern und erwachsenen Geschwistern und schließlich Krebs und ein überraschender Tod bilden über vier Staffeln den Rahmen der Handlung. 13 Emmys standen zu Buche, darunter dreifach für Wettig und einer als herausragende Dramaserie für die Auftaktstaffel.

    In der neuen Serie ist angedacht, dass die Eltern-Darsteller gegebenenfalls in ihren alten Rollen zurückkehren, während die Kinder im Zentrum stehen – also Ethan und Brittany sowie Janey und ihr später geborener Bruder Leo und ein angedeutetes späteres Kind von Melissa wären aber die neuen Protagonisten. Da keiner der damaligen Kinderdarsteller in der Unterhaltungsindustrie verblieben ist, dürften die Rollen neu vergeben werden.

    „Thirtysomething“ war zudem eine Schmiede für spätere Produzenten: Die meisten Hauptdarsteller versuchten sich auch hinter der Kamera und wurden zu TV-Regisseuren und Produzenten. Olin – im wahren Leben mit Patricia Wettig verheiratet – produzierte etwa bei „Alias – Die Agentin“, „Brothers & Sisters“ und aktuell „This Is Us“, Horton gehört in verantwortlicher Position zum Team von „New Amsterdam“, Myron steht aktuell abwechselnd bei diversen The-CW-Serien hinter der Kamera („Charmed“, „Jane the Virgin“, „Der Denver-Clan“) und Busfield hat zuletzt bei „Designated Survivor“, „Law & Order: Special Victims Unit“ und „The Rookie“ gedreht.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am melden

      Ich liebe diese Serie. Ich habe nie verstanden, warum sie hier nicht so erfolgreich war. Sie zählt für mich zu einer zu den wirklich besten. Schön, wenn sie hin und wieder bei RTL passion wiederholt wird. Noch besser wäre es natürlich, wenn sie regulär mal wieder im öffentlich-rechtlichen TV ausgestrahlt werden würde.
      Seitdem ich die Serie damals gesehen habe, beschäftigt sie mich immer wieder :)
      Eine Fortsetzung wäre bestimmt interessant, vor allem, wenn von den alten Protagonisten noch welche dabei sind <3
        hier antworten
      • am melden

        Eine sehr interessante Idee und nachdem die Produzenten des Originals dafür verantwortlich sind, ist vermutlich sowohl die Qualität als auch vor allem auch die Art entsprechend authentisch und zur ersten Geschichte passend. Ich hoffe, dass es klappt und wir in ein paar Jahren einen Generationssprung sehen, der sicher sehr spannend werden kann.
          hier antworten
        • am melden

          Ich hab' die Serie geliebt ...
            hier antworten

          weitere Meldungen