83. Golden Globes: „Adolescence“ räumt groß ab, „The Pitt“ zweifach ausgezeichnet

Nominierungsspitzenreiter „The White Lotus“ schaut in die Röhre

Christopher Diekhaus
Christopher Diekhaus – 12.01.2026, 12:23 Uhr

83. Golden Globes: "Adolescence" räumt groß ab, "The Pitt" zweifach ausgezeichnet – Nominierungsspitzenreiter "The White Lotus" schaut in die Röhre – Bild: HFPA

Die Preissaison in der Film- und Fernsehindustrie läuft längst auf Hochtouren. In der Nacht zum 12. Januar 2026 (deutscher Zeit) fand im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills die feierliche, von Schauspielerin und Comedienne Nikki Glaser moderierte Verleihung der Golden Globe Awards statt, die einst von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) angestoßen wurden und nach deren Auflösung seit letztem Jahr von Dick Clark Productions vergeben werden. Als großer Gewinner entpuppte sich neben dem Kinoabräumer „One Battle After Another“ (vier Trophäen bei neun Nominierungen) die gefeierte Netflix-Miniserie „Adolescence“, die von einem Mord unter Jugendlichen und einer toxischen Internetkultur erzählt.

Nominiert war die britische Streamingproduktion in fünf Kategorien, prämiert wurde sie gleich vier Mal: Neben dem Preis in der Sparte „Beste Miniserie, Anthologieserie oder Fernsehfilm“ erhielten der auch als Mitschöpfer involvierte Stephen Graham („Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm“), Erin Doherty („Beste Nebendarstellerin – Fernsehen“) und Owen Cooper („Bester Nebendarsteller – Fernsehen“) einen Golden Globe für ihre schauspielerischen Leistungen. Einzig Ashley Walters musste sich in der Kategorie „Bester Nebendarsteller – Fernsehen“ seinem Kollegen Cooper geschlagen geben.

Erfolgreich lief die Verleihung auch für zwei andere Serien. Das doppelt nominierte Medical-Drama „The Pitt“, das am 13. Januar auf dem deutschen HBO-Max-Ableger startet, wurde als beste Dramaserie gewürdigt. Und noch dazu durfte sich Noah Wyle über den Preis in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie“ freuen. Ebenfalls zwei Gewinne verbuchte die von Apple TV in Auftrag gegebene Filmbiz-Satire „The Studio“ (insgesamt drei Mal nominiert). Zum einen kürten die Juroren sie in der Sparte „Beste Comedyserie oder Musical“, zum anderen nahm Seth Rogen die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie/​​​​einem Musical mit nach Hause.

Den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie wiederum bekam Rhea Seehorn für ihre Darbietung in Vince Gilligans hochgelobter Science-Fiction-Mär „Pluribus“ über eine Frau, die sich gegen die in der Welt grassierende Glückseligkeit stemmt. Der Preis in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie/​​​​einem Musical“ ging derweil an Jean Smart, die nach 2022 und 2025 zum dritten Mal für ihre Performance in der Dramedy „Hacks“ geehrte wurde. Eine Würdigung als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm wurde außerdem Michelle Williams für ihren Auftritt in „Dying for Sex“ zuteil. Des Weiteren erhielt der britische Kultkomiker Ricky Gervais die Trophäe in der Sparte „Beste Performance Stand-up-Comedy – Fernsehen“.

Während „Adolescence“ aus seinen fünf Nominierungen vier Erfolge ziehen konnte, gingen manche hochgehandelte Serien komplett leer aus. „The White Lotus“ stand gleich sechs Mal zur Auswahl, „Only Murders in the Building“ und „Severance“ immerhin vier Mal. Zu holen gab es für diese Produktionen jedoch nichts. Jubelstürme blieben auch bei den dreifach nominierten Serien „The Bear: King of the Kitchen“, „The Beast in Me“, „Black Mirror“ und „Nobody Wants This“ aus.

Gewinner und Nominierte – Serienkategorien

Beste Dramaserie

Beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie

Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie

Beste Comedyserie oder Musical

Beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie/​​​​einem Musical

Bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie/​​​​einem Musical

Beste Miniserie, Anthologieserie oder Fernsehfilm

Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm

Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm

Beste Nebendarstellerin – Fernsehen

Bester Nebendarsteller – Fernsehen

Beste Performance Stand-up-Comedy – Fernsehen

Gewinner – Filmkategorien

Sonstige Gewinner:

  • Bester Podcast (erstmals vergeben): „Good Hang with Amy Poehler“
  • Cecil B. DeMille Award für filmisches Lebenswerk: Helen Mirren
  • Carol Burnett Award für Fernsehlebenswerk: Sarah Jessica Parker

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • (geb. 1967) am

    Schade,
    dass Kerri Russell nicht gewonnen hat! Ich finde “Pluribus” nicht
    schlecht, aber, diese schauspielerische Leistung ist die soviel wert,
    dass Sie gleich einen Golden Globe bekommen muß?? Ich finde Keri’s
    Schauspiel in “The Diplomat” einfach nUR herausrragend!!
    • am

      "Zum einen kürte die Hollywood Foreign Press Association"

      Nicht ganz aktuell, oder? Die HFPA, zumindest der Teil, der die Globes organisierte, wurde nach der Übernahme 2023 abgewickelt. Über Nominierungen und Gewinner entscheiden heute die “Golden Globe Voters”, eine unabhängige Wählergruppe internationaler Entertainment-Journalist:innen und nicht mehr die HFPA als Verein. Sie existiert schlicht nicht mehr!Die Golden Globes organisiert die Dick Clark Productions, die die Rechte an den Golden Globes gekauft hat. Die HFPA war bei dieser Verleihung also weder formal, noch institutionell noch in irgendeiner Weise beteiligt.

      Aus den Überresten der HFPA wurde die Golden Globe Foundation, aber die hat mit den Awards nichts zu tun und fördert Kunstschaffende.

      Eigentlich habt ihr damals darüber berichtet, was diesen peinlichen Lapsus noch schlimmer macht.
      • (geb. 1974) am

        @Vritra: Mit deiner Anmerkung hast du recht. Der Text wurde entsprechend geändert.
      • (geb. 1967) am

        @Vitra: mensch, da kennst sich aber jemand echt aus!! 


        @Bernd Krannich: DANKE für die Übersicht für die vergebenen Globes!

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