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    • Jäger verlorener Schätze: 12. Der Fluch des Indianergoldes

      45 Min.
      Das Expeditionsteam kämpft sich auf den Spuren Slumachs durch den Urwald British Columbias. – Bild: ZDF und Hanno Gerken
      Das Expeditionsteam kämpft sich auf den Spuren Slumachs durch den Urwald British Columbias. – Bild: ZDF und Hanno Gerken

      New Westminster, British Columbia, 1891. Die Schlinge zieht sich enger um Charly Slumachs Hals. Doch der Indianer, als angeblicher Mörder zum Tode durch den Strang verurteilt, tritt nicht ab, ohne die Nachwelt zu verfluchen. „Niemand, der mein Gold findet, wird lang genug leben, es zu bergen“, ruft er in der Sprache der Stalo-Indianer noch vom Galgen herunter. Dann stirbt er – doch die Legende eines verschollenen Goldschatzes im wilden Bergmassiv der Raincoast Mountains ist geboren. Seitdem hat die Gier nach Slumachs Gold Tausende Abenteurer aus aller Welt in den Südwesten Kanadas getrieben. Und allzu oft schien es, als laste tatsächlich ein Fluch auf dem verlorenen Schatz. Mehr als fünfzig Goldsucher starben bei dem Versuch, Slumachs sagenumwobene Mine aufzuspüren. Beweise für die Existenz des fabelhaften Schatzes gibt es bislang nicht. Der Fluch des Indianergoldes – haltlose Erfindung oder eine Goldsucher-Legende mit realem Hintergrund? Ein deutsches Expeditionsteam um den Goldsucher Toni Lennartz begibt sich auf die Spuren der spannenden Story um Gold, Gier und Geistererscheinungen. Eine atemberaubende Reise in die wilde, lebensfeindliche Bergregion der Raincoast Mountains und ihre dramatische Geschichte beginnt. Bei den Recherchen hat das Team bereits Überraschendes zutage gefördert. Die Legende entstand, als die Goldsucher in British Columbia ihre besten Tage bereits hinter sich hatten. Der Rush hatte 1858 eingesetzt, als Digger von den ausgebeuteten Goldfeldern Kaliforniens nach British Columbia strömten. Auch hier waren in Flüssen Nuggets von sagenhafter Größe entdeckt worden. Doch der Ansturm währt nur kurz. Bereits Ende der 60er Jahre erscheinen die leicht zugänglichen Goldlagerstätten erschöpft, die meisten Abenteurer verlassen das ausgebeutete Land. Stattdessen übernehmen professionelle Minenbetriebe die Prospektion auf schwerer zugängliche Adern. Die Goldgräbersiedlungen werden zu Geisterstätten mitten in der Wildnis, in denen nur noch wenige gestrandete Desparados in heruntergekommenen Unterkünften und billigen Saloons auf ihre Chance lauern. Ein perfekter Nährboden für Gerüchte. Als der „New Westminster Mainland Guardian“ am 10. November 1869 berichtet, dass ein Indianer ein immenses Goldvorkommen entdeckt habe, verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Schnell werden Gerüchte laut, der unbekannte Entdecker der Goldader sei Slumach. Der Indianer fällt auf, weil er im Saloon urplötzlich mit Goldnuggets zahlt. Zwanzig Jahre später stirbt einer der Zeugen der Saloonszene am Ufer des Alouette Rivers unter mysteriösen Umständen durch eine Gewehrkugel. In einem fragwürdigen Indizienprozess wird Slumach zum Tode verurteilt. Von ihm blieb nichts als der Fluch, der die Gerüchte um die sagenhafte Mine erneut anheizte. So schien es. Doch dann erfährt das deutsche Expeditionsteam von der Existenz eines einzigartigen Tondokuments, das den Gerüchten erstmals Glaubwürdigkeit zu verleihen scheint. In der Todeszelle hat sich Slumach angeblich einem Priester indianischer Abstammung anvertraut. Dessen Tochter Amanda Charnley berichtet Jahrzehnte später in einem Tonbandprotokoll von den letzten Stunden des mysteriösen Indianers. Slumach habe Pater Pierre vertraulich die Existenz der Mine bestätigt. Und nicht nur das: Charnley zeichnet erstmals ein präzises Porträt Slumachs – eines schweigsamen Einzelgängers aus den Reservaten der Stalo-Indianer. Wie viele andere Indianer sah er keine andere Überlebenschance als sich als Goldsucher den Weißen anzudienen – ausgerechnet jenen Prospektoren und Regierungsbeamten, die mit ihren Minenbetrieben eine systematische Ausplünderung des Indianerlandes betrieben. Doch dann sei Slumach in den unwirtlichen Regionen des Terrarosa-Massivs verschwunden. Hatte er dort einen Fund gemacht, den er besser für sich behalten wollte? Das Team um Lennartz schließt sich mit dem Historiker und Goldsucher Rob Nicholson zusammen. Wie Tausende vor ihm ist der Kanadier seit Jahrzehnten auf der Suche nach der legendären Mine. Doch Nicholson verfügt über einen entscheidenden Informationsvorsprung: Er weiß: Nicht alle Goldsucher blieben erfolglos. Ein einzigartiges Schriftstück, ein Brief des Goldsuchers William Jackson aus San Francisco, weist angeblich den gefährlichen Weg zu Slumachs Gold. Vorausgesetzt, man kann den mit mysteriösen Ortsangaben versehenen Brief wie eine verschlüsselte Schatzkarte lesen. Lennartz macht sich auf den Weg. Immer tiefer dringt der Abenteurer in die bis heute lebensgefährliche Wildnis British Columbias vor – eine Expedition durch Geisterstädte, heiliges Indianerland bis hinauf zu den atemberaubenden Gletschern des Terrarosa-Massivs. Der Trip führt Lennartz und sein Team auch an die Grenzen der eigenen Fähigkeiten. Ein ums andere Mal kommt dem Team Slumachs Fluch näher als ihnen lieb ist. Mysteriöse Geistererscheinungen, von denen seit Jahrzehnten viele Goldsucher berichten, bekommen plötzlich einen erschreckend realen Hintergrund. Doch die Strapazen werden belohnt. In dem von Jackson beschriebenen Flusslauf finden die Abenteurer tatsächlich Gold. Und als sie die zugehörige Goldader, Slumachs Gold-Quelle, unter einer meterdicken Eisschicht des Terrarosa-Gletschers suchen, machen sie eine Entdeckung, die den Fluch des Indianergoldes in ein ganz neues Licht stellt. (Text: ZDFneo)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 10.07.2005 ZDF
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