Upfronts 2016: Die neuen NBC-Serien

    Spin-Offs, Filmadaptionen und Zeitreise-Serien als neuer Trend für den Herbst

    Jana Bärenwaldt
    Jana Bärenwaldt – 16.05.2016, 15:33 Uhr

    Tom Keen (Ryan Eggold) und Susan „Scottie“ Hargrave (Famke Janssen) in „The Blacklist: Redemption“ – Bild: Virginia Sherwood/NBC
    Tom Keen (Ryan Eggold) und Susan „Scottie“ Hargrave (Famke Janssen) in „The Blacklist: Redemption“

    Die Upfronts-Woche in den USA hat begonnen. Den Anfang machte traditionellerweise NBC Universal für das Network NBC. Im Vorfeld der Upfronts hatte NBC bereits drei Comedy-Serien und einer Drama-Serie grünes Licht gegeben. Die Entscheidung über die restlichen 18 Serienpiloten stand also noch aus. Welche Drama- und Comedyprojekte konnten letztendlich überzeugen und haben den Sprung in die neue Season im September geschafft?

    Dramaserien:

    „The Blacklist: Redemption“ (Spin-Off von „The Blacklist“)

    (Backdoor-Pilot wurde als Episode von „The Blacklist“ am 12. Mai ausgestrahlt.) Tom Keen (Ryan Eggold) hat in der von Famke Janssen gespielten Susan „Scottie“ Hargrave eine Mentorin gefunden, die ihn leitet, wie Raymond „Red“ Redington (James Spader) es für Elizabeth Keen (Megan Boone) tut.

    Mit Janssen, Eggold, Edi Gathegi, Tawny Cypress

    „Chicago Justice“ („Chicago P.D.“-Spin-Off)

    Der vierte Streich im „Chicago“-Franchise von Dick Wolf bei NBC um die Staatsanwälte der Stadt. Mit Philip Winchester, Nazneen Contractor, Joelle Carter, Carl Weathers, Lorraine Toussaint, Ryan-James Hatanaka

    „Midnight, Texas“

    (Basiert auf der gleichnamigen Roman-Trilogie von „True Blood“-Autorin Charlaine Harris.) Die kleine Stadt Midnight im US-Bundesstaat Texas liegt an der (imaginären) Kreuzung von „Twin Peaks“ und „True Blood“: Hier gibt es mysteriöse Vorgänge zuhauf und der eigene Nachbar mag Werwolf, ein Vampir oder gar ein Engel sein. Olivia (Arielle Kebbel) ist eine auf eigene Verantwortung arbeitende Auftragskillerin mit einer mysteriösen Vergangenheit, die ein essenzieller Bestandteil der Stadt ist. Mit Kebbel, François Arnaud, Dylan Bruce, Sarah Ramos, Sean Bridges, Peter Mensah, Parisa Fitz-Henley, Yul Vazquez

    „Taken“

    (Direct-to-Series mit 10 Folgen bestellt)

    (Prequel zu den „Taken“/“96 Stunden“-Filmen um die Figur des in den Filmen von Liam Neeson gespielten Bryan Mills.) Bryan Mills (Clive Standen) ist Mitglied eines OPCON-Teams (Operational Control), das Special Deputy Director of National Intelligence Christina Hart (Jennifer Beals) untersteht. Das Team wird dazu eingesetzt, um bei Notfällen die Sicherheit der USA vor Angriffen und Anschlägen zu gewährleisten. Mit Standen, Beals, Gaius Charles, Monique Gabriela Curnen, James Landry Hébert, Michael Irby, Brooklyn Sudano, Jose Pablo Cantillo, Jennifer Marsala, Simu Liu

    „This Is Us“

    Diese Dramedy folgt einer Gruppe von Menschen, die allesamt am selben Tag geboren wurden. Das Ehepaar Jack (Milo Ventimiglia) und Rebecca (Mandy Moore) ist gerade in ein neues Haus in Pittsburgh gezogen und erwartet die Geburt von Drillingen. Jack wird als sehr entspannt und umgänglich beschrieben, Rebecca ist gleichzeitig seine „beste Freundin“. Justin Hartley übernimmt die Rolle des vornehmlich in Fernsehproduktionen beschäftigten Schauspielers Kevin. Er ist sehr attraktiv und recht erfolgreich, allmählich beginnt er sich aber in seinem Leben zu langweilen. Seine Zwillingsschwester Kate (Chrissy Metz) ist das genaue Gegenteil: Sie ist mit sich selbst und vor allem ihren Essgewohnheiten unzufrieden, versucht sich vergeblich durch das Bepflastern ihrer Wohnung mit Post-its zu motivieren. Randall (Sterling K. BrownSterling K. Brown) ist ein Anwalt für Wirtschaftsrecht, der in New York lebt. Er achtet sehr auf sein Äußeres und bildet mit seiner Ehefrau Beth ein gutes Team dabei, die beiden gemeinsamen Töchter zu erziehen, die sich noch im Kleinkindalter befinden. Mit Moore, Ventimiglia, Hartley, Brown, Metz, Ron Cephas Jones, Susan Kelechi Watson

    „Timeless“

    Eine amerikanische Regierungsbehörde stellt ein Team aus drei ungleichen Personen zusammen (dargestellt von Abigail Spencer, Matt Lanter und Malcolm Barrett), das durch Zeitreisen verhindern soll, dass ein ebenfalls zeitreisender Verbrecher die menschliche Geschichte nachhaltig zu seinem Vorteil manipuliert. Im Hintergrund steht Unternehmerlegende Mason Lark (Paterson Joseph), der auf eigene Verantwortung die Zeitmaschine entwickelt hatte – er misstraute damals der Regierung, sah nun aber keine andere Möglichkeit, als mit ihr zum Wohl der Menschheit zusammenzuarbeiten. Mit Lanter, Spencer, Barrett, Joseph, Goran Visnjic, Claudia Doumit, Sakina Jaffrey

    Comedys:

    „The Good Place“ (Single Kamera, Direct-to-Series-Bestellung über 13 Folgen)

    Kristen Bell übernimmt in „Good Place“ die Hauptrolle: Sie spielt Eleanor, eine Frau, die feststellt, dass sie in ihrem irdischen Leben alles andere als nett war, kein „guter Mensch“. Nun ist sie an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben und in einem angenehmen „Leben nach dem Tod“ gelandet, dem „Good Place“. Fälschlich, denn jemand hat sie mit einer Namensvetterin verwechselt.Ted Danson spielt Michael, der durch die Verkettung unwahrscheinlicher Zufälle zum Mentor von Eleanor auf ihrem Weg zum besseren ich wird. Mit Bell, Danson, William Jackson Harper, Jameela Jamil, Manny Jacinto

    „Great News“ (Single Kamera)

    (Inspiriert durch das Leben von Serienschöpferin Tracey Wigfield.) Die eigentlich sehr gute Beziehung zwischen Tochter Katie (Briga Heelan) und ihrer Mutter Carol (Andrea Martin) wird auf eine harte Probe gestellt, als sich Carol ohne Vorankündigung einen Job bei Katies Arbeitsstelle sichert, einer Kabel-Nachrichtensendung. Mit Heelan, Martin, Kimrie Lewis-Davis, Adam Campbell, Horatio Sanz, John Michael Higgins

    „Marlon“ (Multi Kamera)

    (Basiert lose auf dem Leben von Marlon Wayans.) Eine liebevoller, aber als Vorbild ungeeigneter Mann bemüht sich, seinen Kindern trotzdem ein guter Vater zu sein. Seine Ex-Ehefrau ist das vollkommene Gegenteil. Mit Wayans, Essence Atkins, Bresha Webb, Diallo Riddle, Notlim Taylor, Amir O’Neil

    „Powerless“ (Single Kamera)

    Im Universum der DC-Superhelden geht einiges zu Bruch. Im Zentrum von „Powerless“ stehen die Mitarbeiter einer Versicherung, die in dieser Welt arbeiten und die all ihren Fehlern zum Trotz auf der Suche nach dem Helden tief in sich drin sind. Mit Vanessa Hudgens, Alan Tudyk, Danny Pudi („Community“), Christina Kirk

    „Trial & Error“ (Single Kamera)

    Der junge Anwalt Josh Simon (Nicholas D’Agosto) wurde von seiner einflussreichen Firma aus New York ins kleinstädtische South Carolina geschickt, um mit einem Team von Exzentrikern einen Hochschullehrer (dargestellt von John Lithgow) zu verteidigen. Dem wird vorgeworfen, seine Ehefrau ermordet zu haben. Die ehrgeizige Staatsanwältin Carol Anne Keane (Jayma Mays) fordert die Todesstrafe. (Die Comedyserie soll im Dokumentarstil umgesetzt werden und damit eine Satire auf aktuell erfolgreiche Real-Crime-Serien wie „Making a Murderer“ sein.) Mit D’Agosto, Lithgow, Mays, Sherri Shepherd, Steven Boyer, Krysta Rodriguez

    Ob die neuen NBC Serien den gewünschten Erfolg bringen werden bleibt abzuwarten. Allerdings wäre es NBC zu wünschen, da das Network zuletzt die meisten Zuschauer mit Football und „The Voice“ vor den Fernseher locken konnte. Vor allem die einst gefeierte Comedy-Schiene beim Sender liegt derzeit danieder. Und trotz einiger durchaus erfolgreicher Dramaserien blieb ein richtiger Hit in der letzten Saison aus. Deswegen war es auch keine größere Überraschung, dass z.B. das Spin-Off von „The Blacklist“ bestellt wurde, NBCs erfolgreichster Dramaserie aus der letzten Saison. Auch ansonsten folgt NBC dem allgemeinen Serientrend dieser Saison von Spin-Offs, Filmadaptionen und Zeitreise-Serien.

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