Quoten: Münsteraner „Tatort“ macht die Konkurrenz platt, ProSieben siegt im Spielfilmduell

    „Grill den Henssler“ unbeeindruckt, Sat.1-Serien unter ferner liefen

    Dennis Braun
    Dennis Braun – 09.05.2016, 10:03 Uhr

    Der Münsteraner „Tatort“ war auch am gestrigen Abend mal wieder das Maß aller Dinge. – Bild: WDR/Martin Menke
    Der Münsteraner „Tatort“ war auch am gestrigen Abend mal wieder das Maß aller Dinge.

    Wenn die Kommissare Thiel und Boerne in Münster ermitteln, tun sie das in der Regel vor einer zweistelligen Millionenzahl an Zuschauern. Selbst das in ganz Deutschland frühsommerliche Wetter änderte auch am vergangenen Sonntagabend nichts an dieser Tatsache, im Gegenteil: Mit 12,69 Millionen Zuschauern und einem Gesamtmarktanteil von exorbitanten 37,1 Prozent bescherten sie dem Ersten die mit Abstand höchsten „Tatort“-Quoten des Jahres. Dass damit natürlich der haushohe Tagessieg verbunden war, versteht sich von selbst. Auch in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen fegte die Krimireihe mit 4,03 Millionen Zuschauern und 31,9 Prozent über die versammelte Konkurrenz nur so hinweg. Rekordverdächtig waren die Quoten zumindest für Münsteraner Standard jedoch nicht, sah im November vergangenen Jahres sogar noch knapp eine Million Krimifans mehr zu. Beeindruckend sind die Zahlen aber allemal, vor allem wenn man bedenkt, dass etwa der Hamburger Tatort mit Til Schweiger alias Nick Tschiller zu Jahresbeginn nicht mal auf acht Millionen Zuschauer kam. „Anne Will“ drittelte allerdings im Anschluss die Quoten und hielt lediglich 4,21 Millionen Zuschauer im Ersten, die 15,3 Prozent beim Gesamtpublikum entsprachen. In der Zielgruppe ging der Marktanteil gar um fast 25 Punkte auf 7,3 Prozent zurück.

    Die Dimensionen des „Tatort“-Erfolgs werden beim Blick auf die Konkurrenz noch deutlicher: Trotz Erstausstrahlung erreichte der ZDF-Film „Wind aus West mit starken Böen“ aus der „Dora Heldt“-Reihe zur besten Sendezeit ebenfalls nur ein Drittel der Krimi-Quoten und unterhielt insgesamt 3,90 Millionen Zuschauer (11,4 Prozent). Beim jungen Publikum spielte der Film mit 5,1 Prozent wie gewohnt keine große Rolle. Das „heute journal“ sammelte um 21.45 Uhr dann augenscheinlich einige „Tatort“-Fans ein und kam auf 5,04 Millionen Zuschauer und 16,1 Prozent beim Gesamtpublikum.

    Angesichts des schier übermächtigen Gegners darf bei den Privaten vor allem ProSieben mit dem Abend zufrieden sein. Die Wiederholung von „Die Tribute von Panem: Hunger Games“ lockte immerhin 2,08 Millionen Zuschauer an, in der Zielgruppe standen gute 13,8 Prozent zu Buche. Damit setzte man sich auch völlig ungefährdet gegen die Spielfilmkonkurrenz aus Köln durch. Bei RTL war bei der Hollywood-Komödie „Voll verzockt“ der Name quasi Programm: Nur 890.000 junge Zuschauer und schwache 8,3 Prozent konnten sich über Melissa McCarthy und Co. amüsieren. Während „Spiegel TV“ auch nachfolgend nichts mehr reißen konnte, blieb ProSieben weiterhin auf der Sonnenseite und hielt mit 13,3 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen für „Tomorrow, When the War Began“ das gute Quotenniveau.

    Doch nicht nur RTL, auch Sat.1 darf den gestrigen Abend getrost als kompletten Misserfolg abhaken. Sowohl „Navy CIS“ als auch „Navy CIS: L.A.“ präsentieren sich weiterhin völlig außer Form und kamen auf äußerst dürftige 6,8 Prozent in der Zielgruppe bei insgesamt 2,03 bzw. 2,07 Millionen Zuschauern. Damit war der Tiefpunkt jedoch noch keineswegs erreicht: Nachdem es um 22.15 Uhr für „Scorpion“ mit 7,8 Prozent zumindest etwas besser aussah, stürzte „Homeland“ im Anschluss auf desaströse 4,4 Prozent und markierte damit pünktlich zum Ende der fünften Staffel ein neues Staffeltief.

    Unverändert erfolgreich läuft dagegen nach wie vor die neue Staffel von „Grill den Henssler“. Zwar blieb ein zweistelliger Marktanteil in dieser Woche aus, mit 9,6 Prozent beim jungen Publikum und insgesamt 2,05 Millionen Zuschauern wird man bei VOX aber sicherlich sehr gut leben können, zumal man damit sogar den großen Bruder RTL schlug. „Prominent!“ ließ den Marktanteil zu später Stunde sogar auf richtig starke 12,1 Prozent steigen. Schon am Vorabend lief es für „Ab ins Beet! Die Garten-Soap“ angesichts 10,3 Prozent bereits hervorragend. Damit war man gar nicht allzu weit von den Kölner Kollegen entfernt, die um 19.05 Uhr eine neue Folge der „Versicherungsdetektive“ zeigten und mittelprächtige 12,9 Prozent erreichten. „The Biggest Loser“ bei Sat.1 platzierte sich mit 660.000 jungen Zuschauern (11,5 Prozent) genau zwischen beiden Formaten.

    Und dann war da noch der „Fernsehgarten“, der zur nun späteren Anfangszeit in seine 30-jährige Jubiläumssaison startete. 1,85 Millionen Zuschauer ließen sich den Auftakt auf dem Mainzer Lerchenberg nicht entgehen und bescherten dem ZDF erfreuliche 18,5 Prozent und damit höhere Quoten als bei jeder Ausgabe des Vorjahres. In der Zielgruppe lief es mit 11,6 Prozent sogar so gut wie seit drei Jahren nicht mehr für die von Andrea Kiewel präsentierte Sommershow. Hier bleibt natürlich abzuwarten, ob der Start von „Immer wieder sonntags“ im Ersten in zwei Wochen wieder ein paar Zuschauer kostet, wobei sich beide Formate dann nur noch um knapp zehn Minuten überschneiden.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.demelden

      wunschliste.de schrieb:
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      > Beeindruckend sind die Zahlen aber allemal, vor
      > allem wenn man bedenkt, dass etwa der Hamburger
      > Tatort mit Til Schweiger alias Nick Tschiller zu
      > Jahresbeginn nicht mal auf acht Millionen
      > Zuschauer kam. "Anne Will" drittelte allerdings im

      wer den mund bis zum anschlag aufreißt, indem er andere tatorte und tatort-regisseure schlechtmacht, und kein geistiger höhenflügler ist, muss sich nicht wundern.
      jede bekommt mal sein fett weg!


      > konnte, blieb ProSieben weiterhin auf der
      > Sonnenseite und hielt mit 13,3 Prozent bei den 14-
      > bis 49-Jährigen für "Tomorrow, When the War
      > Began" das gute Quotenniveau.

      wundert mich aber. aber so ist die jugend von heute leider! hatte mich eigentlich auf den film gefreut (bei der erstausstrahlung), aber er ist kein RED DAWN (1984):



      (im angelsächsischen übrigens eine MEGAERFOLGREICHE buchreihe)

      > 09.05.2016 - Dennis Braun/wunschliste.de
      > Bild: WDR/Martin Menke
      >
      > https://www.wunschliste.de/tvnews/29080

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