vor 2018 (unvollständig), Seite 5

  • 45 Min.
    Im UNESCO-Weltatlas für bedrohte Sprachen sind 13 deutsche Mundarten aufgeführt, darunter die Bairische. Vor allem in Städten passen sich die jungen Leute ans Hochdeutsche an, während in den Dörfern die Vielfalt der Dialekte schwindet, die sich früher oft alle paar Kilometer verändert haben. Filmautorin Steffi Kammermeier hält in ihren Filmen nicht nur die Unterschiede und speziellen Ausdrücke fest, die man wohl bald nicht mehr hören wird, sondern zeigt auch, wie vergnüglich es ist, sich in der eigenen Mundart auszudrücken und einer anderen zuzuhören. Diesmal war sie am südlichen Lech, der sowohl die regionale Grenze zwischen dem Allgäu und Oberbayern markiert als auch die sprachliche. Aber das ist keine so klare Linie wie auf der Landkarte, vielmehr hört man beidseits des Flusses eine Mischform, das Lechrainische. Je weiter man Richtung Westen fährt, desto deutlicher wird der Einfluss des Schwäbisch-Alemannischen, das die Sprache der Allgäuer prägt, während auf der anderen Seite das Oberbayerische vorherrscht, das zum altbairischen Sprachraum gehört. In dem Film gibt es aber auch viel zu sehen: den Viehscheid in Nesselwang, eine Oldtimer-Traktoren-Sammlung in Wildsteig, das Raritäten-Museum bei Bad Bayersoien, den originellen Stammtisch in der „Fallmühle“ oder Mundart-Kabarett im Pfrontener „Eiskeller“. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere So. 22.02.2015 Bayerisches Fernsehen
  • Elfie Pertramer blättert in ihrem Familienalbum und führt uns zurück in das München der Jahrhundertwende und zum großen Münchner Glaspalastbrand, wo wertvolle Bilder von Großmutter und Großvater verbrannten. Auf dem Oktoberfest weiß sie mit einer Überraschung aufzuwarten, an die sich alte Münchner noch erinnern können werden. Sie erzählt von den Freunden der Familie, zu denen Grützner, der Prinzregent und Wilhelm Busch gehörten. Historisches menschlich gesehen, aus der Perspektive einer bürgerlichen Künstlerfamilie des vergangenen Jahrhunderts, mehr soll es nicht sein, sagte Elfie Pertramer 1975 über ihre Dokumentation für „Unter unserem Himmel“. (Text: ARD-alpha)
  • 45 Min.
    Ein Ladengeschäft am Stadt- oder Marktplatz, dazu eine Gastwirtschaft und im Hof dahinter das Schlachthaus. So denkt man sich das Bild eines traditionellen Metzgereibetriebs, den es aber in dieser Form im Rottal nur noch selten gibt. In der Kreisstadt Pfarrkirchen sind heute noch zwei Metzgereien ansässig. In keiner wird geschlachtet. Der große Schlachthof am Ort wurde geschlossen. Längst hat sich der Verkauf von Fleisch und Wurst in die Supermärkte verlagert. Zahlreiche kleine Metzgereien haben gerade in den letzten Jahren in der Region wegen neuer strenger Bau- und Hygienevorschriften aufgegeben. Doch mittlerweile fordert ein größer werdender Teil der Kundschaft Qualität und Regionalität gerade auch bei Fleisch- und Wurstwaren. So kommen auch wieder kleinere Betriebe zum Zug: Mit Catering, Mittagsimbiss, Direktvermarktung und Wochenmarktgeschäft, Lohnschlachten und Konzentration auf Qualität in der Produktion ergibt sich die Chance, nicht neben der industriellen Produktion unterzugehen. Der Filmautor zeigt Beispiele, wie das Metzgerhandwerk heute noch als Handwerk im Rottal ausgeübt wird, von traditionell bis innovativ. (Text: BR Fernsehen)
  • Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 vom Hauptbahnhof München, kommt in den Himmel. Petrus eröffnet ihm die himmlische Hausordnung: „Frohlocken und Hallelujah singen“. Davon ist der „Engel Aloisius“ nicht sonderlich erbaut, zumal er statt des Münchner Biers „himmlisches Manna“ bekommen soll. Ergrimmt setzt er sich auf eine Wolke, um zu frohlocken und hallelujah zu singen. Das klingt jedoch so, dass den Himmlischen die Haare zu Berge stehen. Da hat der liebe Gott ein Einsehen und beauftragt Aloisius, der Bayerischen Regierung die göttlichen Eingebungen zu überbringen. Er schickt ihn auch gleich mit einem entsprechenden Brief nach München. Als der „Engel Aloisius“ wieder Münchner Boden betritt, und als er schließlich – einer alten Gewohnheit gemäß – wieder im Hofbräuhaus landet, vergisst er bei einer „Maß“ und noch einer Maß den göttlichen Auftrag samt der Bayerischen Staatsregierung … „Ein Münchner im Himmel“ gezeichnet und zum Leben erweckt von Traudl und Walter Reiner, nach Ludwig Thoma bearbeitet und vorgetragen von Adolf Gondrell. Ein wahrhaft „himmlischer“ Klassiker unter den Zeichentrickfilmen bayerischer Provenienz. (Text: ARD-alpha)
  • Unter Bergsteigern gilt der Nanga Parbat im Himalaja als einer der schwierigsten und gefährlichsten Berge überhaupt. Kein Achttausender ist so tief verbunden mit der deutsch-österreichischen Geschichte wie der Nanga Parbat, der „Nackte Berg“, wie ihn die Einheimischen nennen. Und an keinem anderen Berg werden die Licht- und Schattenseiten des Wettlaufs um die höchsten Berge so eindringlich sichtbar wie hier. Viele Bergsteiger haben beim Versuch, den 8125 Meter hohen Gipfel zu erklimmen, ihr Leben gelassen.Im Sommer 2004 war der renommierte Bergfilmer Gerhard Baur zusammen mit vier verschiedenen Bergsteigergruppen an der Diamirseite des Nanga Parbat in Pakistan. Gerhard Baur hat eine besondere Beziehung zum „Nackten Berg“: 1970 war er bei der berühmten Expedition dabei, die über die 4500 Meter hohe Rupalflanke führte, die höchste Fels- und Eiswand der Erde. Zusammen mit Reinhold Messner und dessen Bruder Günther stand er unter dem Gipfel, wo jeder für sich entscheiden musste: umkehren oder weiter hinauf in die Todeszone? Günther Messner kostete die Entscheidung das Leben. Reinhold Messner brachte es den ersten großen, aber auch tragischen Sieg. Gerhard Baur verzichtete auf den Gipfel und nahm für sein weiteres Leben die Erfahrung mit, wie nah Erfolg und Tragödie beim Bergsteigen beieinander liegen.Wer einen hohen Gipfel bezwingt, erlebt diesen Augenblick wie im Rausch. Aber schon der nächste Schritt kann der letzte sein. An den tückischen und unberechenbaren Gefahren des Berges hat sich trotz modernster Technik und Wissen nicht viel geändert. Während im vorangegangenen Sommer eine Bergsteigergruppe erfolgreich den Gipfel bestieg und ohne Verletzungen und Erfrierungen das Basislager erreichte, musste die nachfolgende Gruppe nach einer Schlechtwetterperiode mit sehr viel Neuschnee alle Energie und Willenskraft aufbringen und konnte erst nach Anbruch der Dunkelheit den Gipfel erreichen. Für den 64-jährigen Günter Jung erfüllte sich damit sein größter Wunsch. Als 14-jähriger Junge hatte er einen Vortrag des Erstbesteigers Hermann Buhl gesehen und seitdem hatte ihn die Faszination des Nanga Parbat nicht mehr losgelassen. Doch auf dem Abstieg, wenige Stunden nach dem großen Erfolg, stürzt Günter Jung in die dunkle Tiefe. Sein Freund Markus Walter will helfen, steigt ab in unbekanntes Gelände, stürzt selbst und erlebt eine Odyssee, die ihn an die Grenze seiner seelischen und physischen Leistungsfähigkeit bringt.Gerhard Baur hat diese Tragödie mit den dramatischen Dokumenten der Besteigungsgeschichte zu einer zweiteiligen Dokumentation verwoben, die mit faszinierenden Bildern und überraschend ehrlichen und eindrucksvollen Erzählungen den Mythos Nanga Parbat aufzeigt und hinterfragt. (Text: ARD-alpha)
  • Ein Film über tatkräftige Schlossbesitzer in Franken und die Frage, wie man altem Gemäuer eine Zukunft gibt. In Franken lässt sich’s gut träumen von einer herrschaftlichen Residenz in Glanz und Gloria. Denn hier gibt es so viele Schlösser und Burgen wie kaum irgendwo. Früher residierten hier Fürstbischöfe, Reichsritter und Markgrafen, die sich dank der Abgaben, die sie von ihren Untertanen bekamen, keine Sorgen um den Unterhalt der oft riesigen Immobilien machen mussten. Heute sind die Unsummen, die für Sanierung und Instandhaltung der denkmalgeschützten Anwesen draufgehen, oft kaum noch zu stemmen. Und ihre Besitzer müssen sich etwas einfallen lassen, um die hohen Kosten zu decken. Filmautorin Annette Hopfenmüller hat vier moderne fränkische Schlossherren und -damen besucht: Der klassische Tenor Jan Kobow hat im mittelfränkischen Markt Nordheim trotz drückender Finanzlast ein Schloss voller Musik geschaffen. Anne Maar leitet ein quirliges Theaterschloss in Maßbach, das eine unterfränkische Landesbühne beherbergt. Graf und Gräfin zu Waldburg-Wolfegg aus dem unterfränkischen Unsleben zeigen, dass sie auch als Besitzer eines märchenhaften Wasserschlosses kein abgehobenes Aristokratenleben führen. Und obwohl Annika und Otto Schardt aus Oberfranken ein idyllisches Landleben im historischen Redwitzer Gutshof führen, gingen sie das Risiko ein und kauften das zugehörige, ziemlich heruntergekommene Schloss, um es neu zu beleben. (Text: BR Fernsehen)
  • Im Sommer wird das Bergheu gemäht und zu einem Heustock, einer Drischte, aufgetürmt. Bis zum ersten Schnee darrt das Heu hoch oben am Berg. Dann wird es kunstvoll verpackt und auf Schlittenkufen ins Tal gezogen. Mit beginnender Dunkelheit schwärmt in den Dörfern die „Wilde Jagd“ aus, gruselige Gestalten, die mit dem heiligen Nikolaus von Haus zu Haus ziehen. Zwei Termine sind in der stillen Zeit vor Weihnachten im Osttiroler Bauernkalender dick unterstrichen: das Einbringen des Bergheus aus 2000 Metern Höhe und das Klaubaufgehen. Ludwig Ott zeigt in seinem Film die Bräuche und ihre Hintergründe. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 04.12.2020 ORF III
  • Deutsche TV-Premiere 1972 Bayerisches Fernsehen
  • Filmautor Paul Enghofer hat sich rund um die niederbayerische Kreisstadt Pfarrkirchen im Rottal auf die Suche nach Leuten gemacht, die sich nie anfreunden konnten mit der modernen Wegwerfmentalität, nach Menschen, für die Nachhaltigkeit kein abstrakter Begriff in einer modernen Agenda, sondern Teil ihres Handelns im Alltag ist und schon immer war. Es haben sich auch etliche gefunden, etwa der Korbflechter Xaver Kiermeier, der mit 80 Jahren immer noch kaputte Kürben und alte Schwingen ausflicht oder die Näherin Thekla Huber, die für Nachbarn und Bekannte Änderungen an der Kleidung vornimmt und löchrige Hosensäcke zunäht. In Ried wird der „Schuster Adi“ immer noch gebraucht und auch Metzgermeister Werner Linke aus Neuhofen demonstriert, dass er nichts verkommen lässt: Er hält in seiner Küche Saurüssel, Wellfleisch, Kopf- und Kronfleisch als Schmankerl hoch, als die solche Gerichte früher immer galten. In dieser Dokumentation des einfachen Rottaler Landlebens wird erkennbar, dass die darin porträtierten Personen aus einer Einstellung heraus handeln, die seit Generationen üblich ist, dass man achtsam und verantwortungsvoll mit den Dingen, mit Tieren und letztlich auch mit den Menschen umgeht. (Text: BR Fernsehen)
  • Ein Kohlenhändler in Haidhausen: Franz Zwicklbauer, Jahrgang 1899, Witwer, Musikliebhaber und Trabrennsportbegeisterter; ein Kohlenhändler, der seinen Beruf erlernte, als die Kohlenpreise 1926 anzogen. Haidhausen, ein Münchner Stadtteil, der gerade im Begriff ist in die Rolle des Künstlerviertels zu schlüpfen, wie vorher Schwabing, ist sein Revier. Ein Altmünchner ohne Behäbigkeit und Misstrauen, sondern aufgeschlossen gegenüber Fremden. Viele seiner Kunden sind ausländische Händler. Manche kaufen nur wegen dem Zwicklbauern noch Kohlen, weil er einfach ein „seltsames Stück Möbel von Haidhausen ist.“ Filmemacher Ludwig Ott besuchte den Zwicklbauern 1979 und begleitete ihn in seinem Alltag. (Text: ARD-alpha)
  • Läßt sich guter Geschmack verordnen? Die Frage wird immer wieder gestellt, wenn es um die Problematik des Bauens auf dem Land geht. Gesetze und Vorschriften gibt es sicher mehr als genug und die Hürden der Bürokratie sind umständlich und hoch gestellt. Das Ergebnis ist trotzdem dürftig. Die Tragik ist, dass es die meisten Bauherren und Hausbesitzer gut machen wollen. Aber ohne jede Ahnung sind, wie. Was fehlt, ist Beratung und Hilfe, was fehlt, sind gut nachvollziehbare Beispiele für ein landschaftsgerechtes neues Bauen. Was fehlt, ist Liebe und Verständnis für die Qualität des Überlieferten. Die Sendung „Bauen und Bewahren“ hat an mehreren Beiträgen auf die Hauptfehlerquellen des schlechten Bauens aufmerksam gemacht und praktische Hinweise gegeben für bessere Ortsbilder und gute Instandsetzung alter Bauten. (Text: ARD-alpha)
  • Risotto ist nach der Pasta das zweite Nationalgericht Italiens. Und wie bei den Nudeln gibt es auch beim Reis unzählige Zubereitungsmöglichkeiten. Die Reissorten, die man dazu braucht, müssen gleichzeitig das Aroma der Zutaten aufnehmen und sehr kochfest sein. Denn auch bei Reis gilt: bitte al dente. Arborio, Carnaroli und Vialone Nano sind die besten einer Vielzahl von Sorten, die ausschließlich in Italien angebaut werden. Hauptsächlich nördlich des Po, in der Lombardei und im Piemont. Dort in der Provinz Vercelli hat Alexander Samsonow 1998 den Reisanbau beobachtet, von der Bewässerung der Felder über die Aussaat bis zur Ernte im September. (Text: ARD-alpha)
  • 45 Min.
    Von Natur aus ist die Rhön ein Buchenwaldgebiet. Doch im vergangenen Jahrhundert wurden viele Fichtenwälder gepflanzt. „Das wird hier ganz anders aussehen, der ganze Fichtenwald kommt weg“, sagt Michael Geier, Leiter des Biosphärenreservates Bayerische Rhön. In den Schwarzen Bergen im Landkreis Bad Kissingen sollen die Fichten abgeholzt werden, damit die ursprünglichen Buchen wieder wachsen können. Neben Buchenwäldern ist auch der weite Blick typisch für die Rhön. Durch das Roden der Wälder seit dem Mittelalter sind große Wiesenflächen mit seltenen Pflanzen entstanden. Rhönschafe und Ziegen ziehen über die Höhenrücken. Gelbe Franken, eine alte Rinderrasse, leben das ganze Jahr auf Weiden der hügeligen Landschaft. Das heutige Bild dieses Mittelgebirges – Wiesen und Weiden, Äcker, Siedlungen und Waldgebiete – entstand vorwiegend durch Nutzung, die wegen der Kargheit des Bodens und des rauen Klimas in den Hoch- und Mittellagen überwiegend extensiv erfolgte. Viele Tiere und Pflanzen konnten hier ihren Lebensraum finden. „Hier war lange Zeit das Ende der Welt“, sagt Andreas Seufert, der in Oberelsbach eine Brauerei aufgebaut hat. Hinter der nahen Grenze zu Thüringen begann bis 1989 der Ostblock. Seitdem hat sich vieles getan. Alte Traditionen werden fortgeführt, aber auch Neues erfunden. Viele fühlen sich als Teil des Biosphärenreservates. Mit ihrer regionalen Arbeitsweise, den alten Haustierrassen und den Wiesen, die noch Ende Mai blühen, weil sie erst später gemäht werden. (Text: BR Fernsehen)
  • Eine rare Volksmusikdokumentation ist der Film von Sepp Eibl über die Riederinger Sänger. Schon 1930 haben die Brüder Staber aus Radiosendungen der Deutschen Stunde in Bayern von den Preissängern um den Kiem Pauli oberbayrische Lieder nachgesungen. Es dauerte nicht lange, da fanden sich die Staber Brüder mit zwei Kameraden als Riederinger Buam zu einer Gesangsgruppe zusammen, die von sich reden machte. Zur Olympiade 1936 wurden sie nach Garmisch-Partenkirchen und Berlin eingeladen. Von da an waren die „Riederinger“ regelmäßig in Rundfunksendungen zu hören, bis heute sind sie unvergessen. Ihre Jodler sind kontrapunktische Kostbarkeiten. In den Liedern spürt man die Tradition des bäuerlichen Singens aus Kärnten, aus der Steiermark, aus Tirol und Oberbayern. Sepp Eibl hat die Riederinger Sänger Anfang der 70er Jahre besucht und ihren Werdegang dokumentiert. (Text: ARD-alpha)
  • Sambucus nigra, der schwarze Holunder, einst war er die Hausapotheke der Bauern. Jahrhundertelang stand er in hohem Ansehen. Im Bild der Landschaft ist er heute so selbstverständlich, dass man ihn kaum mehr wahrnimmt. Doch gegenwärtig erfährt der Holunder wieder neue Beachtung. 1998 kam er gar in die Ehre, zur Heilpflanze des Jahres in Österreich gekürt zu werden, denn auch die Biomedizin erkennt seine außerordentlichen Wirkungsweisen immer mehr an. Filmautor Klaus Röder berichtet von Mythen und Legenden rund um den Holunder, von alten Volksweisheiten und der Verwendung des Hollers als bewährtes und lange tradiertes Heilmittel. Dafür hat er besondere Kenner des Holunders aufgesucht. (Text: BR Fernsehen)
  • Ganz unvoreingenommen hat Autor Paul Enghofer eine Reise durchs östliche Niederbayern mit einem Abstecher in die Oberpfalz gemacht und Wirte, Privatleute und Metzger besucht, von denen es heißt, dass sie ein gutes Schweinernes machen oder besonders gute knusprige Haxen und Ripperl braten. In Niederbayern gibt es keinen „Schweinebraten“. Der steht höchstens auf der Speisekarte. Man sagt „Schweinsbraten“ oder: „Heut’ gibt’s a Schweiners“. Jeder, der sich für die bayerische Küche interessiert, hat eine Vorstellung von einem „richtig guten Schweinsbraten“. Aber darüber, ob Hals, Schulter oder Wammerl am besten für die Bratreine taugen, herrscht nicht immer Einigkeit, auch nicht darüber, was besser zum Schweinernen passt: Reiber- oder Semmelknödel, Krautsalat – kalt oder warm – mit oder ohne Speck. Filmautor Paul Enghofer hat festgestellt, dass der gute alte Schweinsbraten immer noch hochgehalten wird, dass viele Leute auf die Qualität schauen, und dass sich sogar einige Städter noch ihre eigenen Säue halten. Gedreht wurde unter anderem im Gasthaus Apfelkoch in Passau, bei Holzhauer Jürgen Oswald in Bad Höhenstadt, in der Metzgerei Kapl in Sandbach bei Passau, im Gasthof zum Goldenen Löwen in Velburg sowie in Pfarrkirchen bei Bioschweinehalter Wimmer und den Privatschweinehaltern Christian Forster-Gress und Rudolf Veith. (Text: BR Fernsehen)
  • Idyllisch sieht es aus, zumindest aus der Ferne und bei schönem Wetter, wenn ein Schäfer oder eine Schäferin mit den Tieren durch die Landschaft zieht. Tatsächlich aber finden die Schäfer und Schäferinnen kaum mehr Platz in der modernen Landwirtschaft. Wanderschäfer und -schäferinnen können ohnehin kaum noch überleben, aber auch die Schafbetriebe mit Stallhaltung werden weniger. Schafwolle ist wenig wert, der Verkauf der Lämmer deckt noch die Betriebskosten, überleben können die Schäfer und Schäferinnen nur noch als Landschaftspfleger und -pflegerinnen, wofür sie Ausgleichszahlungen erhalten. Meinhard Prill hat sich umgesehen unter den Schäfern und Schäferinnen in Bayern, hat einen Wanderschäfer im bayerischen Jura begleitet und einen Schäfereibetrieb an der Donau besucht. Am Ende seiner Reise war er noch auf Gut Polting, das einen völlig anderen Weg geht und sich auf die Lammproduktion für die bayerische Spitzengastronomie spezialisiert hat. (Text: BR Fernsehen)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 19.10.2021 BR MediathekDeutsche TV-Premiere So. 24.10.2021 BR
  • Auch Straßen sind Lebewesen, waren einmal jung, haben irgendwann den kraftvollsten Zeitpunkt ihrer Existenz. Und sind ebenso irgendwann nicht mehr ganz so jung, auch wenn das, was sie säumt und belebt, sich ständig erneuert. Zumindest drei Gesichter hatte die Schillerstraße in München schon immer: das Hotel- und Animiergesicht am Anfang der Straße, das des Handwerks – heute der Elektronik – in der Mitte, und das vom Klinikviertel geprägte am Ende. Der Film beginnt, wenn um sechs Uhr morgens die Kehrmaschine in die Straße einbiegt und die Nachtclub-Tänzerin noch schnell ihren Hund spazieren führt, und er endet vorläufig, wenn so gegen 23 Uhr der Abendbetrieb in Bahnhofsnähe noch einmal zunimmt. Aber dieser Wesenszug erweist sich als überraschend nebensächlich. Das Porträt setzt sich zusammen aus der Beobachtung der Menschen, die in und mit dieser Straße leben. Und so gesehen werden alle zu gleichermaßen authentischen Auskunftgebern: die Stripperin ebenso wie die alteingesessene Bäckermeisterin, der Parkwächter der chirurgischen Klinik nicht anders als der neu hinzugekommene Antiquitätenhändler oder der fünfjährige Jugoslawe Senaj, den nur seine Schaukel im Hof interessiert. Die für die Recherchen aufgewendete Zeit bezifferte der Autor Georg Friedel auf „knapp 50 Jahre“. Er ist dort aufgewachsen. (Text: ARD-alpha)
  • Filmautor Matti Bauer zeichnet das liebevolle Porträt des Wintersportortes Alpbach in Tirol, der im Rummel des Skibetriebs noch viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt hat. Das liegt neben der Architektur, die sich immer noch an die alte Bauordnung hält, vor allem an seinen Menschen. So kennt der ehemalige Senner Hansl, ein Alpbacher Original, nicht nur die Geheimnisse des Wetters, sondern auch viele nützliche Lebensweisheiten. Oder der Skilehrer Sepp, trotz seines schweren Unfalls vor einigen Jahren heizt er mit seinem Monoski immer noch die Piste hinunter und bringt seinen Schülern das Skifahren bei. Und auch die Pensionswirtin Gitti, die sich um das Wohl der Wintersportgäste kümmert, trägt zum besonderen Charme des Ortes bei, der trotz des wilden Treibens am Hang eine gewisse Ruhe ausstrahlt. Sie alle sind „Schneeschöpfer“ und profitieren auf ihre Weise vom Schnee, der Alpbach in ein Winterkleid einhüllt. (Text: BR Fernsehen)
  • In Schwaiganger, dessen Geschichte urkundlich bis 955 zurückreicht, werden seit mehr als 1000 Jahren Pferde gehalten. Schwaiganger ist heute Bayerns Haupt- und Landgestüt. Neben den rund 400 Pferden beheimatet es Kuh- und Schafrassen, die vom Aussterben bedroht sind. Die Hauptaufgabe Schwaigangers liegt in der Zucht und Aufzucht von Hengsten der Rassen Warmblut, Haflinger und Süddeutsches Kaltblut. Die filmischen Beobachtungen stellen Schwaiganger in seiner Vielfalt und mit seinen Aufgaben vor. (Text: ARD-alpha)
  • Uschi ist Ende zwanzig und will Bäuerin werden. Wie schon in den vergangenen Jahren zieht es die junge Frau auch diesen Sommer wieder in die Einsamkeit einer Alm hoch über dem Tegernsee. Dort wird sie als Sennerin vier Monate lang die Verantwortung für 30 Kühe und Kälber übernehmen, Butter und Käse machen und sich auf ihre Prüfung als Landwirtschaftsmeisterin vorbereiten. Sie liebt die abenteuerliche Mischung aus Verantwortung und Freiheit, die sie als Sennerin hat. Und diese Freiheit will Uschi jetzt ein letztes Mal genießen, ohne dass ihr jemand dazwischen redet. Denn bald will sie den Hof ihrer Eltern übernehmen, obwohl die glauben, sie sollte sich erst mal einen Mann suchen. (Text: ARD-alpha)
  • Keiner konnte München so präzise, liebevoll und bissig beschreiben wie Sigi Sommer. Wenn am Wochenende in der AZ seine Kolumne „Blasius, der Spaziergänger“ erschien, zitterten Wiesn-Wirte und Stadträte vor der spitzen Feder des Münchner Schriftstellers. Und die „kleinen Leut’“ freuten sich, dass den Großkopferten wieder einmal sauber eing’schenkt wurde, von „ihrem“ Sommer Sigi. In seinem Film zeichnet Matti Bauer den Lebensweg des Münchner Spaziergängers nach und spricht mit denen, die ihn kannten. Ex-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel sieht in ihm die typische Verkörperung des Münchner „Grantlers“. Kollege Franz Freisleder beschreibt ihn als unbestechlichen Pointenkünstler und für Michael Graeter ist er „das“ Vorbild als Journalist. Anneliese Friedmann erinnert sich, wie Sigi Sommer immer seine Füße auf ihrem Schreibtisch ablegte: „Er war das, was man einen Macho nennt.“ Sigi Sommer und die Frauen, das ist ein eigenes Kapitel. Der Sigi hatte drei Mütter, eine leibliche, eine Pflege- und schließlich die Stiefmutter, bei der er aufwuchs. Und Frauen spielen in seinem Leben und Werk eine große Rolle. Die Romane „Und keiner weint mir nach“ und „Meine 99 Bräute“ tragen stark autobiografische Züge und erzählen von seiner Jugend in der Münchner Vorstadt. Am besten aber kennt ihn das Luiserl, das Anfang der 50er dem Sigi „in die Hände fällt“. Gemeinsam stehen sie so manche Krise durch, die den Schriftsteller bei seinem Aufstieg vom Vorstadt-Gigolo zum prominenten Journalisten ereilt. Im Film kommen auch diese weniger ruhmreichen Momente im Leben des Spaziergängers zur Sprache. Der populäre „Asphalt-Latscher“ hat mit seinen Texten über Jahrzehnte hinweg München ein Gesicht gegeben, das weit über die Grenzen hinaus berühmt war. (Text: BR Fernsehen)

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