• Folge 23 (45 Min.)
    Der Jäger Peter Stampfl probiert in seinem Keller in Unterfennberg seine selbstgemachten Wildwürste. – Bild: Klaus Röder /​ BR /​ BR/​Klaus Röder
    Der Jäger Peter Stampfl probiert in seinem Keller in Unterfennberg seine selbstgemachten Wildwürste.
    Keller in Südtirol sind besondere Orte: Reiferäume für Wein, Wurst, Lebensmittel und sie sind Treffpunkte, an denen man zusammensitzt und die Zeit vergisst. Was in den Südtiroler Kellern verabredet wird, so heißt es, hat Bestand und bleibt am Ort. Im Südtiroler Unterland, in der Gegend rund um Kurtatsch, geht es um die Geschichten rund um die Südtiroler Keller. Versteckt, inmitten der Weinberge, liegt der Auhof. Hier reift nicht Wein, sondern Essig. Hans Peter Widmann hat viel Erfahrung darin, wie bester Essig gemacht wird. Nicht weit davon, im Weingut von Baron Widmann im Zentrum von Kurtatsch, wird der neue Wein in Flaschen gefüllt. Am Ortsrand von Kurtatsch wohnt Alfred Mayr. Schon die Zufahrt unter den Weinreben hindurch verrät, was er im Keller lagert. Zusammen mit seinem Jahrgangsfreund Andreas Anegg probiert er den neuen Wein und zeigt die Besonderheiten seines Kellers. In Margreid, am Fuße des Fennbergs, findet man im historischen Ortskern die wohl tiefsten Keller in der Gegend. Patrick Anrather hat sein Elternhaus in den letzten Jahren liebevoll restauriert und führt in die Tiefen der alten Gemäuer. Aber auch moderne Keller gibt es. In Kurtatsch hat ein Einheimischer in seinem neuen Haus den Südtiroler Keller modern interpretiert. In St. Joseph, kurz vor Kaltern, liegt das besondere Weingut Dominikus. Georg Morandell und seine Familie führen die Vision seines Vaters fort, der in den 1970er-Jahren ganz allein, nur mit Pickel und Schaufel, einen 130 Meter langen Keller unter den Weinberg grub, um den Wein besser lagern zu können – eine unglaubliche Leistung. In Kurtatsch betreiben Horst und Susanne den Fischerhof. Ein Gasthaus mit hervorragender Küche und ausgefallenen Gerichten. Ihr fantasievoll gestalteter Keller ist ein beliebter Feierraum. Auf dem Fennberg hat sich Peter Stampfl ein Jägerstüberl im eigenen Keller eingerichtet. Gleich nebenan bäckt Alex Stimpfl am Hof von Walter Gschnell im Keller ein Brot. Keller in Südtirol sind weit mehr als bloße Lagerräume – sie spiegeln Landschaft, Handwerk und Lebensart einer ganzen Region. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere So. 27.09.2026 BR
  • Folge 24 (45 Min.)
    Die ehemalige Schlossbrauerei Gossersdorf ist seit 2019 das Wirtshaus „Bräuhaus Gossersdorf“.
    Zwei Vereine im vorderen Bayerischen Wald haben eine Mühle aus dem 18. Jahrhundert und die einst zweitgrößte Weißbierbrauerei Bayerns vor dem Verfall bewahrt. Sie packen an, kochen, werkeln – und schaffen so Orte zum Zusammenkommen. Seit drei Jahren sanieren die „Mühlenfreunde“ das Mühlenanwesen mitten in Elisabethszell. In der ehemaligen Stube der Müllersleute ist heute die Wirtsstube von ihrem Wirtshaus zur Mühle. Am Mühlensonntag wird gekocht – vom Verein für das Dorf. Es gibt Schweinebraten aus dem historischen Holzbackofen. Vorstand der Mühlenfreunde ist der Elisabethszeller Ludwig Macht – der Name ist Programm – er macht. Als Holzingenieur ist ihm der Bestandserhalt im Dorf wichtig, auch als Wertschätzung für das alte Handwerk. Für 30 Jahre darf der Verein im Gegenzug zur Sanierung das Anwesen, das bis heute in Privatbesitz ist, mitnutzen. Früher wurden die Gemäuer von der Müllersfamilie bewohnt, jetzt hat sich die Oberpfälzerin Tanja Kronfeldner oberhalb der Stube eine Wohnung mit Atelier eingerichtet. Zehn Kilometer weiter gibt es ein ähnliches Projekt. Im 200 Einwohner großen Gossersdorf, einem Ortsteil von Konzell, liegt zu Füßen des Schlosses die ehemalige Schlossbrauerei Gossersdorf. Das Bräuhaus Gossersdorf ist seit 2019 ein Wirtshaus. Jeden Sonntag ist Wirtshaussonntag. Fritz Fuchs ist neben der Käserin aus dem Dorf, Nicola Nagels, einer der Hauptinitiatoren des Projekts. Er ist zugleich Wirt und Koch vom Bräuhaus. Fritz serviert traditionelle Kost, aber auch fast vergessene Gerichte – so wie den „Zwirl“, ein einfaches, altes Kartoffelgericht aus der Gegend. Hinter dem Bräuhaus Gossersdorf steht seit 2020 der Förderverein Bräuhaus e.V. 20 Jahre darf der Verein das Gebäude pachtfrei nutzen. Schos Obermeier hatte als Vereinsvorstand die Idee einer „mobilen Kegelbahn“. Diese verleiht der Verein tageweise an Privatpersonen, Firmen und Vereine, um die Kasse für die Erhaltung des Bräuhauses etwas aufzubessern. Über 4.000 Stunden haben die Mühlenfreunde in Elisabethszell schon in die Sanierung gesteckt. Und immer noch gibt es regelmäßige gemeinsame Arbeitseinsätze. Das Vordergebäude ist schon fast fertig, das Rückgebäude noch in Arbeit. Auch das Herzstück der Mühle, das Mühlenrad soll sich in absehbarer Zeit wieder drehen – nicht zum Mahlen, aber zu Schauzwecken. In Gossersdorf findet Anfang Oktober das Oktoberfest des Vereins im Bräuhaus statt. Dafür packen alle mit an: Es gibt geräucherte Forelle vom Schos, den eigenen Käse von Nicola und ein Rehragout von Fritz. Zwei Orte, zwei Projekte, die ähnlich und doch unterschiedlich sind. Aber eines haben sie gemeinsam: Es stehen Menschen dahinter, die Ideen haben, die verstehen anzupacken – und zwar nicht nur für sich selbst, sondern für die Gemeinschaft. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere So. 04.10.2026 BR
  • Folge 25 (45 Min.)
    In der Federkielstickerei Thaler muss Anita mit Ulrichs „Fatsch“ vorankommen.
    Seit Jahrhunderten halten Bauern in Tirol Pfauen als Hoftiere – wegen ihrer Schönheit und der Kiele ihrer Schweiffedern. Im Südtiroler Sarntal wird daraus ein Faden gewonnen, mit dem in geheimer Technik auf Leder gestickt wird: die Federkielstickerei. Im Jahreslauf spielt die Federpracht des königlichen Vogels eine wichtige Rolle. Auf dem Stueferhof in Glern beobachtet Franz Thaler das Balzverhalten seines weißen Pfaus, der für fünf Pfauendamen das Rad schlägt. Ob es Nachwuchs gibt, entscheidet sich bald – zur Freude von Bauer, Hund und Hühnerschar. Auch am Schorrhof über Sarnthein gehört der Pfau zum Hofleben. Fridolin hat seine Federn bereits im Sommer aufgefächert. Andrea Aster und ihr Sohn Rafael verkaufen sie an die Federkielsticker im Dorf. Einer von ihnen ist Ulrich Thaler, der an seinem Hochzeitsgürtel arbeitet. Das Leder wird bestickt mit feinen Kielmustern. Franz Moser aus Öttenbach erzählt, dass nachts der Marder durch Stall und Stadel schleicht – jedes Ei ist in Gefahr. Pfau Johnny vom Köbelehof streift dennoch mit seinen beiden Hennen frei über die Wiesen. Seine Schweiffedern sind bereits versprochen: Sticker Leonhard Premstaller wird sie im Herbst bei Bäuerin Maria Pflug abholen. In Astfeld sitzt Katharina Stuefer an ihrem Werktisch. Sie war die erste Frau Südtirols mit Meisterbrief in der Federkielstickerei. Mit weißer Tusche zeichnet sie ihre Motive auf schwarzes Leder, bevor mit Ahle und Kielfaden gestochen und gestickt wird. Ein Meter Gürtel kostet Geduld – und hält, dank Pfauenkiel, ein Leben lang. (Text: BR)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 06.10.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere So. 11.10.2026 BR
  • Folge 26 (45 Min.)
    Seit Jahren warten die Bauern im oberen Inntal auf die Entscheidung, wie die geplante Bahntrasse mit dem Brenner-Basistunnel verlaufen wird. Viele Familien in Ober- und Niederaudorf, die dort seit Jahrhunderten verwurzelt sind, geben die Hoffnung nicht auf, mit ihren Höfen eine Zukunft zu haben. Für Martin Pichler geht es dabei um den Hof, den seine Familie seit 400 Jahren bewirtschaftet und um die Frage, ob er ihn an seine Kinder weitergeben kann. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere So. 18.10.2026 BR
  • Folge 27 (45 Min.)
    Max Kyrein ist einer der Graveure, die für Claus Rehm die Grabsteine beschriften.
    Claus Rehm hat einen anspruchsvollen Auftrag zu erledigen: eine Bildhauerarbeit für ein großes Grabmal. Eine schöne Abwechslung für den Steinmetz, denn gestalterisch arbeiten kann er nur selten. Auf dem Münchner Nordfriedhof gegenüber wartet viel Arbeit auf ihn. Steinmetz Claus Rehm lebt und arbeitet an der Ungererstraße in München, direkt gegenüber vom Nordfriedhof. Vor kurzem hat er einen größeren Auftrag bekommen, eine Bildhauerarbeit für ein Grabmal. Das Modell dafür stammt von einer Grabplatte, die der Münchner Bildhauer Theodor Georgii vor rund hundert Jahren aus Marmor angefertigt hatte. Claus wird es aus einem Jura-Kalkstein nachbilden. Und um ein Drittel verkleinern, so der Wunsch des Kunden. Für solche bildhauerischen Arbeiten hat er eigentlich nur abends Zeit. Das Gros seiner Aufträge ist, neue Grabsteine zu hauen und alte zu bearbeiten. Zudem übernimmt er am Nordfriedhof rund zwei Grabauflösungen pro Woche. Da bleibt nur wenig Zeit für das Gestalterische. Doch bald kommt der Kunde und möchte etwas sehen. Claus führt den Betrieb alleine. Lange Zeit hat er Altäre gebaut oder Kirchenrestaurierungen durchgeführt. Aufträge für Villen, Neubauten oder U-Bahnhöfe bekam er so zahlreich, dass er überlegte, die Friedhofsarbeit aufzugeben. Jetzt ist er froh, nur noch für den Friedhof zu arbeiten, das ist überschaubarer. Die Auszubildende Sheila Loun hat vor kurzem ihre Lehre zur Steinmetzin an der städtischen Berufsschule für Bau- und Kunsthandwerk begonnen und in Claus Rehms Betrieb. Momentan interessiert sie sich vor allem für das Gestalterische. (Text: BR)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 20.10.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere So. 25.10.2026 BR

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