Von Roggen und Reife – Fränkisches Brot
Folge 7 (45 Min.)Brot ist mehr als ein Grundnahrungsmittel – mit deutschlandweit rund 3.200 Sorten ist es Immaterielles Kulturgut. Gleichzeitig verschwindet sein handwerklicher Ursprung: Vor 60 Jahren gab es in Deutschland etwa 55.000 traditionell arbeitende Bäckereien, heute sind es nur noch rund 9.000. Eine Dokumentation über Bäckerinnen und Bäcker, die Tradition und Innovation verbinden. Industrielle Backstraßen und anonyme Filialen verdrängen vielerorts den Bäcker um die Ecke. Bayern steht im Vergleich noch gut da, doch auch hier schrumpft die Zahl der kleinen Handwerksbetriebe. Dennoch gibt es Bäckerinnen und Bäcker, die diesem Trend trotzen und mit viel Handarbeit ihr kulturelles Erbe pflegen.Mit Hingabe und Zeit bewahren sie ein Stück regionaler Identität. Fränkisches Brot ist unverwechselbar – dunkel, kräftig, knusprig, aromatisch und lange haltbar. Auf den oft kargen, trockenen Böden im Norden Bayerns gedieh früher vor allem Roggen. Daraus ist eine eigene Backtradition entstanden: saftiges Roggenbrot mit charakteristischen Gewürzen, als Sauerteigbrot langsam gereift, bevor es in den Ofen kommt. In der Doku-Filmreihe „Unter unserem Himmel“ werden Bäckerinnen und Bäcker porträtiert, die in ihren Backstuben Tradition und Innovation verbinden. Johanna Lenhardt, Deutsche Meisterin und Vizeweltmeisterin im Bäckerhandwerk, führt zusammen mit ihrer Familie eine Bäckerei mit Café in ihrem Heimatdorf in der unterfränkischen Rhön. Johannes Mehl aus Hetzles im Landkreis Forchheim in Oberfranken backt in seiner Holzofenbäckerei ausschließlich in Bioqualität. Früh um vier schürt er im Hof den Holzofen, damit das Brot rechtzeitig aus dem Ofen kommt. Und in Pommelsbrunn im Landkreis Nürnberger Land haben drei Jungunternehmer 2017 entgegen dem Rat der Banken ein Start-up rund ums Brot gewagt. „Bärenbrot2 – so heißt ihre „Rebellion für gutes Brot“. Alle drei Betriebe zeigen: Handwerklich, mit Zeit und Sorgfalt hergestelltes Brot findet auch heute noch eine Kundschaft. (Text: BR) Deutsche TV-Premiere So. 05.04.2026 BR Der Baron und sein Garten
Folge 8 (45 Min.)Baron Robert Süsskind. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de.Bild: BR/Natalie SchädlerBaron Süsskind verwandelte den Acker hinter seinem Barockschloss in einen blühenden Landschaftspark. Jedes Jahr lockt er damit Zehntausende Besucher nach Dennenlohe in Mittelfranken. Den Park zu formen und zu gestalten ist seine Lebensaufgabe geworden. Robert Freiherr von Süsskind mag sich seine Berufung vielleicht spät eingestanden haben: Mit 54 wurde er Landschaftsgärtner. Doch schon Jahre zuvor hatte er zusammen mit seiner Frau begonnen etwas zu schaffen, das umso mehr von seiner Leidenschaft zeugt: einen 26 Hektar großen Landschaftspark.Gerade legt er einen Tempel an, dessen Mittelachse exakt in Linie mit den barocken Säulen verläuft, die hundert Meter entfernt stehen. Sichtachsen sind für den Baron ein elementares Gestaltungsmittel. Im Frühling wird der Tempel schon bald in voller Blüte stehen – er ist bestückt mit Hunderten Tulpen. Der Park wie auch das Barockschloss der Familie von Süsskind befinden sich in Dennenlohe, einem kleinen Dorf in der Nähe von Gunzenhausen in Mittelfranken. Seit Öffnung des Parks im Jahr 1990 kommen zeitweise bis zu 40.000 Besucher jährlich in die weitläufige Gartenlandschaft mit Inseln, Nischen und Hügeln. Der Baron gestaltet sie vielfältig und orientiert sich dabei an historischen und internationalen Vorbildern. Das Herzstück seines Parks ist der Botanische Garten, in dem Rhododendren aus aller Welt blühen. Zum Auftakt der Gartensaison eröffnet Sabine Freifrau von Süsskind den Park nur für Hunde und ihre Besitzer. Der „Hundespieltag“ und alle weiteren Veranstaltungen in Park und Schloss obliegen ihr und nicht zuletzt auch die Finanzierung. Baron Süsskind braucht für neue Ideen und Pläne die Zustimmung der ganzen Familie, von seiner Frau und den Zwillingen Emilie und Viktor. Die Bauvorhaben werden gemeinsam entschieden. Doch für eine Überraschung ist der Baron immer gut. Familie Spatz vom Bauernhof gegenüber hat sich schon darauf eingestellt. Sie hat die nötigen Maschinen und hilft, wenn es erforderlich ist. Diesmal sollen etliche Tonnen schwere Steine vor dem Rosenhügel platziert werden, auf dem mehr als 15.000 Rosen blühen: Sorten wie Summer of Love, Bentheimer Gold oder die exotisch duftende Golden Gate. (Text: BR) Deutsche TV-Premiere So. 12.04.2026 BR Ab vom Schuss – Einödhöfe in Niederbayern
Folge 9 (45 Min.)Der Einödbauer Fridl Kainz.Bild: BR/Pascal HoffmannDrei Einödhöfe in Niederbayern zeigen, wie gute Nachbarschaft entsteht. Das Leben in der Abgeschiedenheit schärft das Bewusstsein, dass man aufeinander angewiesen ist. Von der Aussaat bis zur Ernte ist ein Lebensgefühl von Ruhe und Stetigkeit zu spüren. Fridl Kainz betreibt einen Selbstversorgerhof, zu dem man nur über einen Waldweg kommt. Hier in der Nähe von Neuburg am Inn lebt er seit 25 Jahren mit seinen Tieren und baut Gemüse an. Auch mit seinen 78 Jahren wird ihm die Arbeit nicht zu viel. Abwechslung findet er beim Singen im Herrenchor im benachbarten Neukirchen am Inn.Lois Zieglmeister und seine Lebensgefährtin Bärbel leben mit Familie in einem Vierkanthof. Ihr Grundstück wird von der Autobahn durchschnitten, an den Lärm haben sie sich nach vierzig Jahren gewöhnt. Lois sammelt alte landwirtschaftliche Geräte und hat einen großen Bulldog-Fuhrpark. Damit bewirtschaftet er nicht nur seine Felder, sondern hilft auch seinen Nachbarn. Die gelernte Schäferin und Konditorin Sandra Habermann betreibt auf ihrem allein liegenden Anwesen bei Neuhaus am Inn die Schänke „Zum schwarzen Schaf“. Sie legt hier einen Garten nach dem Prinzip der Permakultur an, eine ökologische Insel inmitten konventioneller Landwirtschaft, zu der auch das Leben in Gemeinschaft zählt. Fridl Kainz hilft ihr dabei. Sandras Tochter Jessy hat den Verein „Fairness für Pferde“ gegründet. Hier bekommen schwer zu haltende Pferde eine zweite Chance. Die Protagonisten dieses Films haben alle ihren eigenen Weg gefunden, was auch auf das ungestörte Leben auf dem Einödhof zurückzuführen ist. (Text: BR) Deutsche TV-Premiere So. 19.04.2026 BR Häckseln, Melken, Sonnenstrom – Landwirtschaft im Wandel
Folge 10 (45 Min.)Oft ist es für Bäuerinnen und Bauern gar nicht leicht, die Balance zu halten zwischen der Arbeit am Hof, Familie, Finanzierungen und Förderbürokratie. Da heißt es Wege gehen, die zum eigenen Hof passen und den eigenen Betrieb richtig einzuschätzen. Bernhard Reitberger und seine Frau Regina haben die Viehwirtschaft aufgegeben. Sie betreiben mittlerweile eine Ölmühle nahe Ingolstadt und bieten zahlreiche Ölsorten an wie Raps- oder Senföl. Und beide haben sich noch ein zweites Standbein aufgebaut, abseits der Ölmühle, dass ihnen Spielraum gibt: Regina hat am Hof eine kleine, feine Hutmacherei und Bernhard arbeitet zusätzlich als Trainer und Coach.Toni Soyer aus Neuhausen bei Ebersberg arbeitet viel und gern und setzt ebenfalls auf Diversität am Hof. Er betreibt neben der Milchwirtschaft eine Biogasanlage, die fast das ganze Dorf mit Wärme versorgt. Die Restwärme geht in die hofeigene Trocknungsanlage. Auch bei Familie Schechner sorgen mehrere Betriebszweige für finanzielle Sicherheit und Stabilität. Anna und Flo haben schon vor Jahren umgestellt von Milchvieh auf Mutterkuhhaltung mit Angus Rindern zur Fleischproduktion samt hofeigenem Zerlegeraum und Verkaufsladen. Niko liebt Maschinen seit er denken kann. Er hat sich ohne finanziellen Hintergrund ein stattliches Lohnunternehmen aufgebaut. Bis zu 100 Mitarbeitende häckseln von April bis Oktober. Und bei so einem Häcksler sind Anschaffungskosten von einer Dreiviertelmillion Euro keine Seltenheit. Nach der Sommersaison geht es für ihn in den Wald und auf den Harvester. Familie Moritz führt einen klassischen Milchviehbetrieb. Gemeinsam denken sie viel über anstehende Veränderungen nach. Sollten etwa Bene sen. und Anni, eines Tages nicht mehr mitarbeiten können, bleibt ihnen nichts, als zu verkleinern oder sogar ganz aufzuhören. Letzteres allerdings, so sind sie sich einig, würde für sie einen enormen Verlust an Sinn und Freiheit bedeuten. Schließlich ist dies für viele der Antrieb der Landwirtschaft treu zu bleiben, und wenn sich vieles im Umbruch befindet, lässt sich manches sinnvoll mitgestalten. (Text: BR) Deutsche TV-Premiere So. 26.04.2026 BR
