vor 2018 (unvollständig), Seite 6

  • Die Mandelhaine der Familie Scardaci werden gut gepflegt: Erst wenn ein Baum abstirbt, wird er ersetzt – egal wie ertragreich er ist. Der besondere Umgang mit den Bäumen ist ihr Erfolgsrezept, die Mandeln aus dem Süden Siziliens gelten als die besten der Welt. Zitronen und Kaktusfeigen, Johannisbrot, Oliven und Avola-Mandeln, die besten Mandeln der Welt, reifen auf dem Gehöft von Concetto Scardaci. „Unseren Mandelhain, in dem es hundertjährige Bäume gibt und zehnjährige, kann man mit der menschlichen Gesellschaft vergleichen, mit Großeltern, Eltern und Kindern“, sagt der junge Mandelbauer. Wenn Concetto zu seiner Verlobten fährt, muss er über den Monte Finocchito. Von hier oben schaut man aufs Meer, auf den Golf von Noto und auf den Südzipfel Siziliens, auf Porto Palo. Concetto erzählt, dass auf diesen Anhöhen einmal Siziliens Ureinwohner lebten, das Volk der Siculi, deren Grabstätten hier gefunden wurden. Heute grasen Concettos Schafe um die alten Grabhöhlen. Das Land gehört zu der kleinen, weltberühmten Barockstadt Noto. Die Mandelernte und das größte Fest der Stadt fallen in die gleiche Zeit. Am letzten Sonntag im August feiert Noto seinen Patron Corrado Confalonieri, einen Kapuziner. Seine hochverehrten leiblichen Überreste werden in einem silbernen Schrein im Dom der Stadt aufbewahrt. Zum Fest des Heiligen wird er von 20 Männern durch die Straßen von Noto getragen. Es ist eine feierliche Prozession, fröhlich, laut und bunt. Mit dem Eismann, der schon zum Frühstück Mandelgranita verkauft, fährt das BR-Team durch Notos Vorstadt. Es schaut zu, wie Concettos Verlobte Valentina aus gehackten Mandeln und Wasser die köstliche Mandelmilch macht, während Concetto die geernteten Mandeln in Säcke abfüllt. Um Weihnachten oder noch später will er sie verkaufen, denn da ist der Preis am höchsten. (Text: BR Fernsehen)
  • Anfang Juni führen viele Bauern aus dem Berchtesgadener Land ihre Kühe auf die Almen des Lattengebirges. Im Juni auf die Niederalmen, im Juli auf die Hochalmen. Anderl Hillebrand geht seit zwanzig Jahren auf die Anthaupten, seit er Rentner ist. Vorher war er Holzknecht, auch im Lattengebirge, hier hat er seine Frau kennengelernt, sie war Sennerin. Erfahrene Senner und Sennerinnen braucht es, um die Auftriebe und Sommermonate auf dem Berg gut zu überstehen. Der Bildhauer Stefan Rohrmoser schnitzt die Tiere der Almen: die Kühe, Geißen und Widder, aber auch Lamas, Wale und gotische Figuren. In dem ehemaligen Gesindehaus des Bauernhofs aus dem Jahr 1709 arbeitet seine Frau Margarete Erben. Sie formt Gefäße aus Ton mit den Händen. Sie mag diese Art zu arbeiten lieber als mit der Scheibe, denn „das dauert länger und gibt dem Ton einen anderen Charakter“. Der Orkan Kyril hat einen Teil des Lattengebirges stark verändert. 80 Hektar Wald haben der Orkan Kyril 2007 und 2008 der Orkan Emma auf der Höhe der Lattenbergalm zerstört. Der Almbauer Franz Kuchelbauer und der Förster Hubert Grassl haben generell unterschiedliche Interessen, aber angesichts der Zerstörung konnten sie sich auf die notwendigen Maßnahmen zur Wiederaufforstung einigen. (Text: BR Fernsehen)
  • Die Nockberge sind Grasberge zwischen den Hohen Tauern und dem Millstätter See. Am Karlbach unter dem Königsstuhl und dem Stangnock betreibt Familie Aschbacher das Karlbad, Österreichs urigstes und ältestes Kurbad. Am Millstätter See trifft das BR-Team einen jungen Fischer und den Grafen Taccoli, dessen Urgroßvater das erste Hotel am See gebaut hat. Auf der Alexanderhütte hoch über dem See serviert Franz Glabischnig, was der Biohof im Tal und die Alm hier oben hergeben. Franz weiß trefflich zu erzählen: über die Alm, den schönen Ort Millstatt, über sich und seine Kühe. Seine Alm liegt unter dem Kamplnock und gehört zum weiten Gebiet der Millstätter Alm. Im Inneren des Berges herrscht lärmende Geschäftigkeit. Über hundert Jahre schon wird hier Magnesit abgebaut. Im Kaninger Bach sucht der Strahler und Geologe Georg Kandutsch den Radentheiner Granat. Die großen Steine, in denen Granatkristalle eingewachsen sind, schneidet er zu Platten, denn im Museum in Radenthein richtet Georg gerade ein Granatzimmer ein, nach dem Vorbild des legendären Bernsteinzimmers. Auf der Grubenbaueralm erntet der Grubenbauer Zirbenzapfen. Er braucht sie für den Zirbenschnaps, den er jedes Jahr ansetzt. In den Nockbergen dürfen jedoch pro Kopf und Tag nur drei Zirbenzapfen gepflückt werden, denn die Nockberge sind ein Biosphärenpark. (Text: BR Fernsehen)
  • In Stadlern, nördlich von Waldmünchen, nahe der tschechischen Grenze, findet alljährlich an Maria Himmelfahrt eine traditionsreiche Prozession statt, die auch viele Besucher anzieht, die früher im benachbarten Böhmen zu Hause waren. Hier treffen sich seit der Grenzöffnung auch wieder häufiger Oberpfälzer und tschechische Musikanten bei einer deftigen Brotzeit. Rund um dieses Ereignis hat sich Alexander Samsonow in diesem schönen und herben Teil des Oberpfälzer Waldes umgesehen. Er hat mit Bauern, Jägern und Wirtsleuten gesprochen und ist an den zahlreichen Flüssen der Geschichte der Glasschleiferei nachgegangen, die bis vor fünfzig Jahren diesen Landstrich entscheidend geprägt hat. (Text: BR Fernsehen)
  • Das Dachauer Moos ist von bedeutenden Malern geschildert worden, eine melancholische Landschaft im Norden von München, die nur noch in Resten erhalten ist. Mehr und mehr ist das Dachauer Moos der Besiedlung und der intensiven Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Gerhard Ledebur hat in seinem Film 1989 gezeigt, was von dieser faszinierenden Landschaft übriggeblieben ist, und mit ganz unterschiedlichen Menschen über Vergangenheit und Zukunft des Mooses gesprochen: mit der Betreiberin eines Reitstalls, dem Besitzer eines Golfplatzes, der Wirtin des „Mooshäusls“, einer Hundeschlittenfahrerin, Bauern, Torfstechern und Lorenz Reitmeier, lange Jahr Stadtoberhaupt von Dachau. (Text: ARD-alpha)
  • Er ist der Kletterkönig unter den Tieren der Berge und ein raffinierter Lebenskünstler in Schnee und Eis. Der Steinbock ist das größte, dauerhaft im Hochgebirge lebende Tier. Im Winter steigt er nicht, wie Hirsch oder Gams, in die schützenden Waldregionen hinab, sondern bleibt in der Felsregion, in der ein Mensch ohne Schutz nicht einmal eine Nacht überleben würde. Sie haben sich vorzüglich an das raue, arktische Klima unserer Gipfelregionen angepasst. Über ein Jahr lang beobachtete der Bergfilmer Gerhard Baur die Tiere bei der Mindelheimer Hütte in den Allgäuer Bergen. Im Frühjahr werden die jungen Kitze geboren und müssen in kurzer Zeit sicher in den steilen Felsen klettern lernen, um die gefährliche Winterzeit zu überleben. (Text: BR Fernsehen)
  • Der Filmemacher Hans Greither hat 1982 mit der Kamera die Brüder Albrecht in den Bergen besucht und sie bei ihrer schweren Arbeit beobachtet: „In einem abgelegenen Karwendeltal, zwar schon auf Tiroler Seite, aber nur von Bayern aus zu erreichen, betreiben die Brüder Albrecht ein seltenes Steinölbergwerk. Das Steinölvorkommen ist nur auf wenige Stellen in den Alpen begrenzt. Während sonst die gesamten Alpen aus Kalkgestein, also Rückständen von Meerestieren und Muscheln, bestehen, befinden sich im Karwendel einige kleine Steinadern aus Ichthyolschiefer. Sie entstanden durch Massenablagerungen von Fischen, die sich in einer Meerestiefe versammelt hatten und durch die Gebirgsfaltung einen plötzlichen Tod fanden. Vereinzelt sind die Versteinerungen dieser Fische noch im schwarzen Fels zu sehen. Die Brüder Albrecht, Steinölbrenner in der zweiten Generation, haben sich ihr Bergwerk selbst aufgebaut. Von der Transportseilbahn über die Quetschanlage bis zum großen Brennofen haben sie alles eigenhändig geschaffen. Jeder von ihnen bewohnt eine eigene Hütte, kocht für sich selbst und ist zu gleichen Teilen an dem Erlös des Steinöles beteiligt. Während früher das Steinöl zum Befeuern der Lampen und Öfen verwendet wurde, ist es heute nur noch in den Apotheken als Heilmittel gegen allerlei Beschwerden und Verletzungen erhältlich. (Text: ARD-alpha)
  • Als „Monaco Franze“ wurde er zum Inbegriff des charmant-windigen Vorstadtcasanovas, der stets auf erotischer Notstandspirsch ist: Helmut Fischer, der „ewige Stenz“, geboren am 15. November 1926 im Münchner Westend. Für das Porträt zu seinem 70. Geburtstag hat Sybille Krafft die Höhepunkte aus Helmut Fischers Film- und Fernsehauftritten zusammengestellt. Sie zeigt den beliebten Münchner Schauspieler nicht nur in seinen Paraderollen als Tatortkommissar „Lenz“, als „Monaco Franze“ oder als „Der Unschuldsengel“. Vor seinem lang ersehnten Durchbruch trat Helmut Fischer in ganz ungewohnten Rollen auf: als einfältiger „Hochzeiter“ im Komödienstadel, als halbstarker Gauner in „Isar 12“ oder als linkischer Nazi in Horvaths „Italienische Nacht“. Ergänzt wird diese Werkschau mit Ausschnitten aus dem letzten großen Fernsehinterview, das Helmut Fischer der Filmemacherin ein paar Monate vor seinem Tod noch gegeben hatte. Er berichtete von den verschlungenen Wegen seiner Laufbahn, von über 30 erfolglosen Jahren, als Kritiker seine schauspielerische Leistung noch als „Körperverletzung“ empfanden. Und er sprach über sein „zweites Leben“, nachdem ihn Helmut Dietl 1979 für die legendäre BR-Serie „Der ganz normale Wahnsinn“ entdeckt hatte. Schließlich philosophierte er auch noch ein bissel über seine Liebe zu München, über das Alter – und natürlich über die Frauen. (Text: ARD-alpha)
  • Auf einem seiner Streifzüge folgt Filmautor Heio Letzel der Großen Laaber, einem ebenso romantischen wie geheimnisvollen Gewässer. Der Filmautor hat seine Reise dort begonnen, wo die Große Laaber in die Donau fließt, in der Nähe von Straubing. Im Mündungsgebiet gibt es auch noch eine Kleine Laaber, und in einer ursprünglich wilden Auenlandschaft kommen sich die große und die kleine Schwester so nahe, dass man gute Ortskenntnisse braucht, um sie auseinanderhalten zu können. Im Zug des Donau-Ausbaus zur internationalen Schifffahrtsstraße wurden die beiden Laaber-Mündungen „korrigiert“ und künstlich vereinigt, sodass sie nun gemeinsam in die Donau fließen. Gegen den Strom folgt Heio Letzel der Großen Laaber durch den Gäuboden bis zu ihrem Ursprung im Hopfenanbaugebiet Hallertau und lernt auf dem knapp 100 Kilometer langen Weg die Menschen kennen, die an dem kleinen Flüsschen leben und arbeiten: Einen Fischer zum Beispiel, der die Große Laaber für ihre ausgezeichnete Wasserqualität lobt, von riesigen Hechten schwärmt oder den Schreinermeister Johann Hofer, der seine Werkstatt in einem alten Schlösschen bei Schönach hat, und sie an manchen Abenden in einen Ballsaal verwandelt. In Sünching bekommt der Filmautor vom dortigen Schlossherrn Baron Hoenning O’ Carrol eine Führung durch das kunsthistorisch einmalig ausgestattete Gemäuer. In Schierling macht er mit einem „original-bayerischen“ Linien-Infanteristen einen Zeitsprung in den 30-jährigen Krieg, nimmt an der historischen Schlacht von Eggmühl teil und verlässt das Schlachtfeld mit einer privaten Bockerlbahn, die durchs oberpfälzisch-niederbayerische Grenzland nach Landquaid zuckelt. Über die mit der Großen Laaber mäandernde Kulturgrenze klärt ihn die Kramerin von Laaberberg auf. Kurz vor Rottenburg an der Laaber trifft Heio Letzel auf die berühmten Hopfengärten der Hallertau und auf sowjetische Maschinen: Ein Sammler hat in Russland alte Motorräder gekauft, die sich ideal eignen für die Suche nach dem Ursprung der Großen Laaber, denn bei Volkenschwand ist der kleine Fluss oder große Bach nur noch ein Rinnsal. (Text: BR Fernsehen)
  • Von der Blüte bis zur Ernte zeigen die Filmautoren die schönsten Streuobstbestände in der Gegend um Bad Windsheim und Burgbernheim in Mittelfranken. Vor mehr als 30 Jahren prägten Streuobstwiesen das Landschaftsbild Frankens und der Oberpfalz. Obstgärten umgaben die Dörfer, Obstbaumalleen durchzogen das weite Hügelland. Die Ausweitung der Landgemeinden und Ortschaften, die Umwandlung der Obstwiesen in Ackerland und die Neugestaltung ländlicher Wegenetze und der Straßenbau haben die Farbtupfer, die die Obstbäume der Landschaft gaben, verschwinden lassen. Um auf die Bedeutung des „Lebensraumes Streuobstwiesen“ hinzuweisen, haben Naturschützer Anfang der 90er-Jahre diese Kulturform des Obstbaums zum „Biotop 2000“ erklärt. Darüber hinaus gibt es rührige Gemeinden wie Burgbernheim, die im September einen „Streuobst-Tag“ feiern: Ein Fest, bei dem sich jeder über Obstsorten und Verwendungsmöglichkeiten der eigenen Äpfel, Birnen und Zwetschgen informieren kann. In den Obstgärten brüten bis zu 40 Vogelarten. Sie sind Rückzugsgebiete besonders bedrohter Arten. Das Fallobst im Herbst bietet Nahrung für den Siebenschläfer, Igel und die verschiedenen Mausarten. (Text: ARD-alpha)
  • Eines der Geheimnisse des Engadins ist das Licht. Ob das helle Grün der Lärchenwälder im Sommer oder ihr lichtes Gelb im Herbst, die Engadiner Landschaft lebt vom Licht. Schon die topographische Lage des Landes deutet darauf hin. Das Tal öffnet sich nach Nordosten, wo die Sommersonne aufgeht, und schließt nach Südwesen ab, dort, wo die Wintersonne untergeht. Viele und sehr unterschiedliche Künstler haben sich mit dem Engadin und seinem klaren Licht beschäftigt. (Text: ARD-alpha)
  • 45 Min.
    Ob als Zierde, Glücksbringer oder Statussymbol – Trachtenschmuck erfreut sich in Bayern größter Beliebtheit. Bei Familie Angerer in Bischofswiesen gehören die Ketten, Broschen und Florschließen seit Generationen zum Familienschatz. Wer sich nicht aus Großmutters Schmuckschatulle bedienen kann, der deckt sich auf einem der zahlreichen Trachtenmärkte wie etwa in Neubeuern oder Greding ein. Da bieten die Händler und Handwerker nicht nur Preziosen für die Dame an, sondern auch Ausgefallenes: Ledergürtel zum Beispiel, bestickt mit den gespaltenen Kielen von Pfauenfedern. Und für den gestandenen Mann gibt’s Ehrmesser, hergestellt in Handarbeit, aber mit modernster Technik. Der ganze Stolz eines Jägers ist der Gamsbart, Symbol für Stärke und Mut, doch Vorsicht – auch Frau trägt heutzutage Gamsbart. Beim Streifzug durch Goldschmieden und Werkstätten hat Gabriele Mooser festgestellt, dass so manches Statussymbol, welches früher nur Jäger tragen durften, heute allgemein begehrt ist und die Kunsthandwerker-Tradition in Bayern eine neue Blüte erlebt. Handwerker und leidenschaftliche Sammler zeigen ihre filigranen Schätze und junge Trachtler tragen sie dann mit Stolz an hohen Festtagen. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere So. 20.05.2012 Bayerisches Fernsehen
  • Die Bergwelt im Berchtesgadener und Salzburger Land sind beliebte Ziele für Wanderer, Kletterer, Mountainbiker, Skifahrer oder Snowboarder, und man tut alles, um ihre Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen. Auch wenn es auf Kosten der Natur geht. Doch mittendrin, hoch über dem Königssee, gibt es noch eine fast unberührte Insel: das Hagengebirge. Hier sucht man Seilbahnen genauso vergebens wie präparierte Skipisten, bewirtschaftete Hütten sind rar und erst nach stundenlangem Fußmarsch erreichbar. Dafür kann man hier eine einmalige Gebirgswelt erleben, seltene Pflanzen und Tiere entdecken und in aller Ruhe Gämsen und Steinböcke beobachten. Der Grund für diese Abgeschiedenheit ist, dass das mächtige Gebirgsmassiv lange Zeit als Jagdgebiet diente, erst für den Hochadel, später kam dann der Geldadel. Bergsteiger und Wanderer waren nicht willkommen, weil sie das Wild störten, Alm- und Forstwirtschaft waren den Jagdinteressen untergeordnet. Damit das urwüchsige Naturparadies, das teils zu Bayern, teils zu Österreich gehört, so bleibt wie es ist, wird es heute beiderseits erhalten und geschützt. Was nicht nur die Liebhaber des Hagengebirges freut, sondern auch Forscher, wie Helmut Franz, der hier ungestört die Auswirkungen des Klimawandels studieren kann, die Geologen der Universität Salzburg, die in den tiefen, weit verzweigten Höhlen unterwegs sind, oder Hans Maltan vom Nationalpark Berchtesgaden, der hier der Geschichte der Almwirtschaft nachgeht. (2013) (Text: ORF)
  • 45 Min.
    „Ein bissl was geht immer!“ Mit diesem Spruch ist der „Monaco Franze“ in die Fernsehgeschichte eingegangen – und mit ihm Helmut Fischer, der diesen charmanten Vorstadtcasanova so hinreißend verkörpert hat. Zur Erinnerung an den beliebten Münchener Schauspieler hat Sybille Krafft die Höhepunkte aus seinen Film- und Fernsehauftritten zusammengestellt. Sie zeigt Helmut Fischer nicht nur in seinen berühmten, sondern auch in ungewohnten Rollen. Ergänzt wird diese Werkschau mit Ausschnitten aus dem letzten großen Fernsehinterview, das Helmut Fischer der Autorin ein paar Monate vor seinem Tod noch gegeben hatte.
    „Ein bissel was geht immer!“ Mit diesem Spruch ist der „Monaco Franze“ in die Fernsehgeschichte eingegangen – und mit ihm Helmut Fischer, der diesen charmanten Vorstadtcasanova so hinreißend verkörpert hat. Zur Erinnerung an den beliebten Münchner Schauspieler hat Sybille Krafft die Höhepunkte aus seinen Film- und Fernsehauftritten zusammengestellt. Sie zeigt Helmut Fischer nicht nur in seinen Paraderollen als „Tatort“-Kommissar „Lenz“, als „Monaco Franze“ oder als „Der Unschuldsengel“. Vor seinem lang ersehnten beruflichen Durchbruch war Helmut Fischer nämlich in ganz ungewohnten Rollen aufgetreten: als einfältiger Hochzeiter im „Komödienstadel“, als halbstarker Gauner in „Isar 12“ oder als linkischer Nazi in Horváths „Italienische Nacht“. Ergänzt wird diese ebenso interessante wie amüsante Werkschau mit Ausschnitten aus dem letzten großen Fernsehinterview, das Helmut Fischer der BR-Autorin ein paar Monate vor seinem Tod 1997 noch gegeben hatte. Er berichtete damals von den verschlungenen Wegen seiner Laufbahn, von über 30 erfolglosen Jahren, als Kritiker seine schauspielerische Leistung noch als „Körperverletzung“ empfanden. Und er sprach über sein „zweites Leben“, nachdem ihn Helmut Dietl 1979 für die legendäre BR-Serie „Der ganz normale Wahnsinn“ entdeckt hatte. Schließlich philosophierte er auch noch ein bissel über seine Liebe zu München, über das Alter – und natürlich die Frauen. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere 2006 Bayerisches Fernsehen
  • 40 Min.
    Mit 19 Jahren bewirbt sie sich an der Schauspielschule und wird auf Anhieb an der Otto-Falckenberg-Schule angenommen. Nach ihrer Ausbildung macht sie rasch Karriere am Theater.
    Mit 76 Jahren trat Veronika Fitz zum letzten Mal vor die Kamera. So entstand das intime Porträt einer Volksschauspielerin, die als Mitglied einer großen Künstlerfamilie die Schauspielerei schon mit der Muttermilch aufgesogen hatte. Das Porträt zeichnet die wichtigsten Stationen ihrer Karriere nach, die Anfänge auf der Fitz-Kinderbühne ihrer Mutter, die Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule, ihr Wirken auf der Bühne und im Film, bis hin zu der Rolle, die ihr schließlich den Durchbruch beim Publikum bescherte: „Die Hausmeisterin“. Veronika Fitz spricht offen über ihre Melancholie, die auch „Die Hausmeisterin“ geprägt hat, und über die tragisch endende Beziehung zu ihrem ersten Mann, dem Vater ihrer Tochter Ariela Bogenberger. Mit 76 Jahren musste Veronika Fitz nach einem Sturz ihren langjährigen Wohnort Krailling verlassen und zog nach Prien am Chiemsee zu ihrer Tochter Ariela. Anlässlich dieser Neuausrichtung blickt Veronika Fitz auf ihr bewegtes Leben zurück. Während der Eingewöhnung in ihre neue Umgebung erlebt man eine Frau, die mit trockenem Humor auf die Höhen und Tiefen ihres Lebens blickt. Es war das letzte Mal, dass die Volksschauspielerin vor der Kamera stand. 2020, mit 83 Jahren, ist Veronika Fitz in Bad Aibling gestorben. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere 2014 Bayerisches Fernsehen
  • Die dreiundachtzigjährige Maria Sigl sieht keinen Sinn darin, „nach der Schrift“ zu reden. Zu einer jeden Landschaft und den Menschen, die da leben, so meint sie, gehört auch die Mundart. Hochdeutschsprechen bedeutet für sie die „Eigenart“ verleugnen. Man muss sehr genau hinhören, um die Feinheiten dieser bilderreichen Waldlersprache mitzubekommen, doch es lohnt sich. Seit dem Tode ihres Mannes, einem Maurer, Musikanten und Totenbrettschreiber – lebt die Sigl Maria allein auf ihrem kleinen Einödhof; im Stall stehen keine Kühe mehr, die Wiesen sind verpachtet. Als junge Frau hat sie auf Hochzeiten „ausgesungen“, das heißt selber gedichtete Gstanzln vorgetragen. Später kamen Heimatforscher und Volkskundler zu ihr, um in Mundartfragen Rat einzuholen. Die Autorin Anka Kirchner hat mehrere Winterwochen lang bei ihr gewohnt. Ihr Film erzählt von der Begegnung zweier Menschen aus zwei verschiedenen Welten. (Text: ARD-alpha)
  • Ausgangspunkt der Rückerinnerung ist ein Klassenfoto, aufgenommen bei einem Schulausflug in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Es zeigt einen strengen Lehrer und ein halbes Hundert Buben des Geburtenjahrgangs 1919/​20 mit den erwartungsvollen Gesichtern von Zuschauern, die eben erst Platz genommen haben. Was ist aus ihnen geworden? Wie viele von ihnen leben überhaupt noch? Was tun sie, wie sehen sie heute aus; wie sehen sie sich, ihre Kindheit und ihre damalige Umgebung in der Rückerinnerung? Georg Friedel hat gut vier Jahrzehnte später seine noch lebenden Mitschüler aufgespürt und ausgefragt. Alte Hinterhöfe und Stiegenhäuser, vergilbte Lesebücher, Aufsätze, Entschuldigungszettel und Schulzeugnisse belegen noch einmal eine versinkende Vergangenheit. Die Erinnerung der Einzelnen fördert einen Stadtteil, einen Zeitabschnitt und eine Kindheitskategorie zutage, die es heute so nicht mehr gibt: den Gassenbuben. (Text: ARD-alpha)
  • Sie leben auf einem Vierkanthof, abgeschlossen nach außen, wie in einer Burg. Das ist kein Zufall. Die fünf Geschwister, alle unverheiratet, alle um die 60 Jahre, haben nicht viel zu tun mit der Welt draußen. Sie leben, wie man vor 50 Jahren oder vor hundert Jahren auf den Bauernhöfen in der Oberpfalz gelebt hat: von der Handarbeit und in enger Gemeinschaft mit ihren Tieren. Tauben, Enten, Gänse, Pferde und Kühe sind hier noch selbstverständlich wie Hunde und Katzen. Wer durch eines der beiden Hoftore tritt, der macht eine Zeitreise in die Vergangenheit. Hier herrscht das alte Leben noch, das keine Eile kennt, weil es ohnehin nur aus Arbeit besteht, ob Besenbinden, Federnschleißen oder der Arbeit im Wald. 1996 hat Regisseur Jo Baier mit Kameramann Hubertus Meckel ihren Alltag dokumentiert. (Text: ARD-alpha)
  • „Der Mensch ist umso reicher, je mehr Dinge zu entbehren er sich leisten kann“. (Henry David Thoreau, Walden) Es gibt Augenblicke im Leben eines Menschen, in denen er glaubt, etwas verändern zu müssen, einen neuen Weg einzuschlagen oder gar auszusteigen aus dem Alltagstrott. Der Autor Klaus Röder entschloss sich, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. An einem Neujahrsmorgen machte er sich auf den Weg in die Einsamkeit. Bepackt mit dem Nötigsten, um in einem kleinen Schäferwagen im Allgäu auf eine Waldlichtung zu ziehen. Ein Bett, Gaslicht und Kocher sowie ein kleiner Holzofen auf viereinhalb Quadratmetern sind nun sein Zuhause. In der Nähe des Waldes bewirtschaftet er ein kleines Feld, um so mit Hühnern, Gänsen und Wollschweinen als Selbstversorger zu leben. Klaus Röder hat das Projekt mit der Kamera begleitet und dokumentiert. (Text: BR Fernsehen)
  • 45 Min.
    Es tut sich momentan viel in der Brauereiszene: Die Konzerne werden immer größer, der Mittelstand tut sich schwer, manche Biersorten gehen verloren. Und es gibt Brauereien wie Schönram, Baderbräu und Baumburg, die sich dem klassischen Brauverfahren verschrieben haben und Nischen-Biere herstellen – auch wenn das einen kleineren Umsatz beschert. Die drei Brauereien aus dem Landkreis Traunstein vergären kalt und lagern ohne Zufuhr von Kohlensäure. Das bedeutet viel handwerkliche Arbeit und nimmt viel Zeit in Anspruch. Sie pasteurisieren auch nicht. Ihr Bier ist also nicht so lange haltbar und auch nur begrenzt und regional verfügbar. Aber nur mit diesem Verfahren kann die geschmackliche Reife entstehen, die den Ansprüchen der drei Braumeister genügt. Eric Toft, Braumeister von Schönram, hat das erste Craftbier in Bayern auf den Markt gebracht. Damit er für dieses hopfenintensive Spezialbier nicht auf einen Import aus Amerika angewiesen ist, beteiligt er sich an der deutschen Hopfenforschung und arbeitet eng mit bayerischen Bauern zusammen. Im Baderbräu in Schnaitsee stellt Edmund Ernst sein Weißbier in rein handwerklicher Arbeit her. Gemeinsam mit fünf Freunden hat er vor zehn Jahren die Brauerei aufgebaut. Das war nur möglich, weil das Dorf von Anfang an hinter dem Projekt stand. In der Klosterbrauerei Baumburg experimentieren Brauereichef Dominik Tapper und Braumeister Andreas Goblirsch mit alten Bock-Rezepten im modernen Brauverfahren. Innerhalb weniger Jahre haben sie das Baumburger Bier über den Chiemgau hinaus bekannt gemacht. Allen drei Brauereien geht es in der Hauptsache um eins: Bier soll wieder zunehmend wertgeschätzt und die eigentliche Kunst des Brauens erkannt werden. (Text: BR Fernsehen)
  • Die Bauernhöfe Egg und Forra liegen am Sonnberg oberhalb Latsch im mittleren Vinschgau. Der Sonnberg ist ein extrem steiles und niederschlagsarmes Gelände, ausgebrannt von der Sonne – gerade noch geeignet für Schafe und Ziegen würde einer sagen, der Besseres gewohnt ist. Aber die Bauern halten Kühe und Schweine und bauen Getreide an. Dass es die Jungen ins Tal hinunterzieht, wo ihnen das Leben problemloser scheint, ist nicht weiter verwunderlich. Einige aber bleiben heroben, denn „gschenkt wird dir drunt auch nix“. Alexander Samsonow besuchte Ende der 1970er Jahre Bergbauernfamilien auf abgelegenen Höfen am Sonnberg. Seine Dokumentation, ein besonderes historisches Dokument, ist zum 50-jährigen Jubiläum von „Unter unserem Himmel“ noch einmal zu sehen. (Text: ARD-alpha)
  • Bis vor hundert Jahren war die Schweinemast im Wald sehr verbreitet. Im südlichen Steigerwald hat Johannes Buchner vor einem Jahr angefangen, 50 Schweine im Wald zu halten. Die Jahre davor hatte er die Schweine auf der Wiese, jetzt nutzt er auch seinen Wald als Schweineweide. Das Fleisch, das ein Drittel teurer ist als aus normaler Haltung, verkauft er selbst an Restaurants und im Hofladen. Den Hof bewirtschaftet Johannes Buchner zusammen mit seinem Vater. Der ist noch einen anderen Weg gegangen. Er hat einen Maststall außerhalb des Dorfes gebaut. Solche großen Mastställe, in denen tausend und mehr Schweine im Jahr gemästet werden, sind viele gebaut worden in den vergangenen Jahrzehnten. Die Ställe werden immer größer, je weiter der Fleischpreis in den vergangenen Jahren gefallen ist. Der Markt ist überschwemmt. Trotzdem werden große Schweinemastanlagen noch immer gefördert. Das Fernsehteam hat verschiedene Schweinemäster, Metzger und Köche besucht und sie nach ihren Möglichkeiten und den Unterschieden in Schweinehaltung, Schlachtung und Qualität befragt. (Text: ARD-alpha)

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