vor 2018 (unvollständig), Seite 4

  • Wald und Wein sicherten der am Saum des Steigerwaldes gelegenen fränkischen Stadt Iphofen durch die Jahrhunderte einen gewissen Wohlstand. Jeder Iphöfer Bürger, der innerhalb der Stadtmauern ein Anwesen besaß und eine Feuerstelle nachweisen konnte, war, seit der ersten schriftlichen Dokumentierung 1418, berechtigt, alljährlich in einem vorher ausgewiesenen Teil des Stadtwaldes sein Brennholz auszuschlagen. So entstand, mit der Unterstützung der Rechtler und des besonderen Engagements der Stadtförster, eine inzwischen einmalige Art der Waldbewirtschaftung, „Mittelwald“ genannt. Diese einstige „hohe Schule des Waldbaus“ ist eine Kombination aus lichtem Hochwald, in dem die Bäume bis zu 300 Jahre zur Schlagreife heranwachsen, und Niederwald, dessen Unterholz die Holzrechtler alle 30 Jahre abernten. Anka Kirchner begleitete das Treiben im Iphöfer Stadtwald, von der Verlosung der Bürgerlauben bis zur Abholzung des zugefallenen Unterholzes. Leute aus den unterschiedlichsten Berufen und Jahrgängen arbeiteten das Holz ab – so wie der Weinbauer Gerhard Fröhlich samt Anhang. Die Stadt und der Stadtförster Müller waren damals gerade mit einem Preis für ihr Bemühen um den Erhalt der Mittelwaldkultur geehrt worden. Forstleute kamen von überall her, um dieses waldwirtschaftliche Relikt zu studieren. Anka Kirchners Film von 1988 ist zum 50. Jubiläum von „Unter unserem Himmel“ noch einmal zu sehen. (Text: ARD-alpha)
  • Im Mittelpunkt dieser Dokumentation aus dem Jahr 1995 steht die Küche der Regionen zwischen dem Südtirol und dem Comer See. Die kulinarische Reise begann am Stilfser Joch im Veltlin. Dort wurde vorm Bergkäse Bitto und dem luftgetrockneten Rinderschinken Bresaola gekostet. In verschiedenen Küchen konnte die Zubereitung von Pizzoccheri-Nudeln und Sciatt-Käsewürfeln beobachtet werden. (Text: ARD-alpha)
  • Dieter Wieland hat ab 1979 in der Reihe „Topographie: Bauen und Bewahren“ versucht, mit guten und schlechten Beispielen von Türen und Fenstern, Putz und Mörtel, Dächern und Zäunen, Balkonen und Gärten aufzuzeigen, was so alles in unserem Land angeboten und gebaut wird. Dieser Film nun zeigt auf seine unnachahmliche Art die Auswüchse des ländlichen Bauens in den frühen 1980er Jahren, des „Jodlerstils“. Gemeint sind jene neuen weiß-blauen Kitschburgen, die mit viel Geld und viel Holz und viel Lüftlmalerei die bayerische Landschaft in ein Operettenland verwandeln. (Text: ARD-alpha)
  • Über 70 Kalköfen standen früher entlang der Isar zwischen Mittenwald und München. Anfang der 1980er Jahre, als dieser Film entstand, gab es in Bad Tölz nur noch einen. Der Jägerwirt hatte die Kalkbrennerei von seinen Vorfahren übernommen und sein Handwerk so wie Generationen vor ihm weiter betrieben. Hans Greither hat die komplizierten Arbeitsvorgänge vom rohen Isarstein bis zum fertigen Sumpfkalk in seiner Dokumentation festgehalten – heute ein historisches Dokument: Im Bachbett der Isar sammelt der Jägerwirt die Kalksteine, doch nur jeder zehnte Stein ist für den Brand geeignet. 700 Zentner müssen für einen einzigen Brand mühsam zusammengetragen werden. Hundert Stunden dauert ein Brand – dabei werden eine riesige Menge Fichtenholz verfeuert. Wenn der Ofen eine Temperatur von 1100 Grad erreicht hat, haben sich die Isarsteine in schneeweiße Kalksteine verwandelt. Mit Wasser gelöscht und in den Kalkgruben abgelagert wird der kostbare, holzgebrannte Sumpfkalk gewonnen. Von weit her kamen die Restaurateure, Stuckateure und Freskenmaler, um sich beim Jägerwirt den Kalk zu holen. (Text: ARD-alpha)
  • Lange Zeit war der „Kantsch“ der gefürchtetste Achttausender des Himalaja. Ein weiter Fußmarsch durch tropischen Urwald und anstrengende Bergkämme mussten zuerst bewältigt werden, um an den Fuß des dritthöchsten Berges der Erde zu kommen. 1975 dokumentierte Gerhard Baur die deutsch-österreichische Kantsch-Expedition für „Unter unserem Himmel“. Er nahm mit der schweren Kameraausrüstung an der Expedition teil, bis hinauf zum 8500 Meter hohen Gipfel, und verarbeitete bis dato nie gesehene Eindrücke in seiner Dokumentation. 1976 bekam er dafür den „Grand Prix“ beim Internationalen Berg- und Forschungsfilmfestival in Trient, ein Jahr später den „Diable d’or“ beim Schweizer Filmfestival Les Diablerets. Gerhard Baur hat über Jahrzehnte hinweg mehr als 60 Dokumentarfilme in den Hochgebirgen Europas und Asiens für „Unter unserem Himmel“ gedreht und gilt als einer der besten Bergfilmer der Welt. 2002 bekam er für sein Gesamtwerk den „Großen Preis“ der „Internationalen Allianz für Bergfilme“ (IAMF) in Trient verliehen, die wichtigste Auszeichnung im Bereich des Bergfilms auf internationaler Ebene. Einer seiner frühen spektakulären Filme ist nun zum 50-jährigen Jubiläum der Sendereihe „Unter unserem Himmel“ noch einmal zu sehen. (Text: ARD-alpha)
  • Auch kleine Bauern haben gute Zukunftschancen, wenn sie eine clevere Geschäftsidee finden. Die Frage ist nur, wie sie das Startkapital herbekommen, denn Kleinbetrieben gewährt man nicht so leicht einen größeren Bankkredit. Immer mehr findige Köpfe setzen auf Crowdfunding: Sie suchen sich viele private Geldgeber, die ein Mini-Darlehen geben, wodurch auch große Summen zusammenkommen. Für die Anleger ist der potenzielle Verlust gering, aber den meisten geht es ohnehin nicht ums Geld, vielmehr wollen sie eine gute Idee unterstützen. Auch Landwirte nutzen dieses Finanzierungsmodell – und bieten eine attraktive Form von Rückzahlung. Die rund 160 Leute, die dem Südtiroler Bio-Bauern Alexander Agethle Geld geliehen haben, als er die alte Dorfsennerei in Schleis kaufen und modernisieren wollte, bekommen dafür zehn Jahre lang Gutscheine für frische Milch und Bio-Käse. Alexander Agethle war einer der ersten Landwirte, die ein Crowdfunding-Projekt realisiert haben. Mittlerweile macht es auch in Bayern Schule. Im oberbayerischen Zorneding hat Franz Lenz mithilfe des Münchner Vereins „Genussgemeinschaft Städter und Bauern“ genügend Geldgeber für seinen neuen Stall aufgetrieben und auf dem Leitzachtaler Ziegenhof in Fischbachau konnte Bio-Bauer Werner Haase seinen Hofladen neu bauen. Auch eine Bäckerei in Grünwald bei München will ihre Kunden für einen neuen großen Backofen gewinnen – und mit Brezen und Semmeln zahlen. (Text: BR Fernsehen)
  • In seinem Restaurant La Maison de Bricourt kocht Olivier Roellinger ausschließlich mit Produkten aus der nächsten Umgebung: dem bretonischen Meer und seinem Garten. Die Bretagne im Westen Frankreichs wird vom Meer geprägt, vier Fünftel ihrer Grenzen sind vom Ärmelkanal und dem Atlantik umgeben. Hummer und Austern, Taschenkrebse, Meerspinnen, Langusten und Garnelen kommen aus der Bretagne und werden oft Hunderte von Kilometern weit in die Feinschmeckerrestaurants der großen Städte transportiert. Nur einen kurzen Weg haben die Produkte aus dem Meer in die Küche von Olivier Roellinger im kleinen Fischerort Cancale in der Bucht von Mont-Saint-Michel. Dort hat der ehemalige Chemieingenieur und Autodidakt seinen Traum verwirklicht und ein Restaurant in dem Haus eröffnet, in dem er seine Kindheit verbrachte. Sein Restaurant La Maison de Bricourt bekam im Jahr 2006 den dritten Stern im Michelin. Damit wurde Olivier Roellinger der einzige Chefkoch, der diesen Rang in der Bretagne erreichte. Einem Wissenschaftler gleich ist Olivier Roellinger ständig auf der Suche und findet neue reizvolle Verbindungen von Aromen und Nuancen. Manche seiner Kreationen sind berühmt wie Saint Pierre retour des indes – Sankt Peter auf indische Art, mehr als 14 verschiedene Gewürze vereint dieses Gericht. Zu Olivier Roellingers kulinarischen Kompositionen gehören auch seine huiles parfumées: Traubenkernöle, die mit verschiedenen Gewürzmischungen parfümiert sind. Basis für seine Gerichte sind jedoch ausschließlich Produkte aus seiner allernächsten Umgebung: dem bretonischen Meer und seinem Garten. (Text: BR Fernsehen)
  • Die „Fiera del bue grasso di Carru“, das Fest der weißen Ochsen in Carru, im Piemont Jedes Jahr am zweiten Donnerstag im Dezember findet in dem kleinen piemontesischen Dorf Carru ein großer Ochsenmarkt statt, die „Fiera del bue grasso di Carru“. Ochse ist hier nicht einfach ein kastrierter Stier – Ochse darf man ihn erst nennen, sobald er alle acht Zähne im Maul hat, und das dauert bei Rindern fast fünf Jahre. In den Monaten, bevor es endlich zum Markt geht, pflegen die Züchter ihre Tiere, die alle mehr als eine Tonne wiegen, mit einer besonders großen Sorgfalt. Aber nicht nur auf dem Marktplatz herrscht am Markttag Hochbetrieb, sondern auch in den Wirtsküchen. Es dampft und siedet überall: im „Vascello d’oro“, im „Ristorante Moderno“ und im „Oca bianca“. Die Frauen falten Tortellini, die Männer überwachen das Garen des Fleischs für den „Gran Bollito Misto“: Tafelspitz, Rippe, Schenkel, Schulter, Nuss, Zunge und Schwanz. Ein Kalbskopf, ein Kalbsfuß, Huhn & Co.techino, das alles simmert in den großen Töpfen und Reinen. Die Siegerochsen werden im Triumphzug durch die Stadt geführt, der Bürgermeister und alle wichtigen Personen des Ortes folgen ihnen. Dann folgt der letzte Akt an diesem großen wichtigen Tag in Carru. Es geht auf zum monumentalen piemontesischen „Gran Bollito Misto“. Die Osterien und Trattorien des Städtchens sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Vor den Augen der Gäste zerlegt der im makellosen Weiß gekleidete Koch das Fleisch in Portionen. Wie ein Jongleur hantiert er mit Messer und Stechgabel. Während den Gästen die Augen übergehen, reiht er Tafelspitz an Ochsenbrust, Cotechino an Ochsenschwanz. Der Filmautor besucht die Züchter schon vor dem Markttag auf ihren Höfen und danach, wenn sie freudestrahlend die gewonnen Pokale in den Schrank stellen und nicht aufhören wollen, ihre Prachtochsen zu feiern. (Text: BR Fernsehen)
  • Hubert Braun aus Garmisch ist ein besonderer Ochsenhalter. Seine beiden Tiere heißen Lucki und Kare und sind noch ganz jung. Wenn sie im Spätherbst in den Stall kommen, will er sie zum Gespann ziehen abrichten, so wie er es auch schon mit den Vorgängern gemacht hat. Die sind schließlich den Weg allen Fleisches gegangen, mit über siebenhundert Kilo Lebendgewicht. Das gab Rouladen, die so groß waren wie Pfannkuchen, sagt der Hubi in einer Mischung aus Trauer und Bewunderung. Nicht erst seit dem Ende der Milchquote suchen Bauern und Bäuerinnen nach Alternativen zur Milchviehhaltung. Georg Mayr aus Riegsee hat sich auf die Ochsenhaltung verlegt. Er hält das Murnau-Werdenfelser Rind, das sich zur extensiven Haltung eignet und auf Almwiesen grast. Ihr Fleisch vermarktet er an Wirte und Wirtinnen aus der Umgebung und bis München. Die Umstellung hat er keinen Tag bereut, im Gegenteil. Im Pschorr am Münchner Viktualienmarkt kann man das Fleisch seiner Murnau-Werdenfelser Ochsen probieren. Der Wirt Jürgen Lochbihler hat sich für den Fortbestand der bedrohten Rasse eingesetzt. Sein Küchenchef Wolfgang Schmidt verwertet von Kopf bis Schwanz das ganze Tier und kocht z.B. Ochsenzunge und ein geschmortes Kronfleisch. Otto Weiß in Laibarös bei Bamberg hat auch die Milchviehhaltung aufgegeben. Er hält fränkisches Gelbvieh, ebenfalls eine bedrohte Rasse. Einmal in der Woche kommt der Metzger und richtet das Fleisch zu. Seine Frau Irene Weiß kocht einen Klassiker, Ochsenbrust mit Meerrettichsoße. Den Ochs am Spieß gibt es beim Ochsenbrater Franz Kaulich auf dem Volksfest in Fridolfing. Um halb vier Uhr in der Frühe muss der Gasgrill angezündet werden, damit die hungrigen Gäste den knusprigen Braten zu Mittag verspeisen können, mit Kartoffel- und Krautsalat. (Text: BR Fernsehen)
  • Hans Haas, auf einem Bergbauernhof in der Wildschönau aufgewachsen, wusste schon als Bub, dass er Koch werden wollte. Eine Lehre in einer benachbarten Gastwirtschaft reichten ihm längst nicht. Er wollte mehr wissen und so ging er auf Lehr- und Wanderjahre nach Bayern und dann ins Elsass. Dort unterwies ihn Paul Haeberlin, einer der anerkanntesten Köche seiner Zeit, in der Kochkunst.Seit 1991 ist Hans Haas Küchenchef in einem Münchner Gourmet-Restaurant. Martin Lippl konnte 1993 für „Unter unserem Himmel“ beobachten, mit welcher Leidenschaft und welchem Einfallsreichtum Hans Haas damals schon in seiner Küche wirkte. (Text: ARD-alpha)
  • Zwanzig Tage aus dem Leben eines Superlativs; stille Tage, laute Tage. Zwanzig Tage zwischen landschaftlichem Herrgottswinkel und alpenländischem Wühltisch: der Königssee vom Frühjahr bis zum Herbst. Mehrere Wochen haben die Autoren Hubertus Meckel und Jo Baier den meistbesuchten, den meistbestaunten, den meistgeliebten See der Alpen beobachtet. Wie lebt es sich mit dieser umschwärmten Schönheit, wie verkraftet sie den Ansturm der 800000 Besucher jährlich? Zum 50. Geburtstag der Sendereihe „Unter unserem Himmel“ ist der Film aus dem Jahr 1988 noch einmal zu sehen. (Text: ARD-alpha)
  • Nicht nur daheim, sondern auch in Wirtshäusern und Bäckereien trifft man in und um Bayreuth Menschen, die alte Koch- und Backrezepte kennen und die traditionelle Küche hochhalten. Annette Hopfenmüller hat sie gesucht, gefunden und ihre Schmankerl probiert. Immer wieder trifft man in und um Bayreuth auf Leute, die alte Koch- und Backrezepte kennen. Vor allem zur „Kerwa“, wie hier die Kirchweih heißt, aber auch an anderen kirchlichen Feiertagen werden gern traditionelle Gerichte serviert, wobei man es in der Festspielstadt genauso deftig mag wie überall in Oberfranken. Die Filmemacherin Annette Hopfenmüller ist selbst Oberfränkin und hat sich hier gleich zu Hause gefühlt. In der Bayreuther Gaststätte Mannbräu serviert die Wirtin noch typische Kerwa-Gerichte wie Kreefleisch oder saure Bratwürscht und dazu gibt es viel hausgemachte Soße zum „Dutschen“. In der 250 Jahre alten Bäckerei Lang werden nicht nur Kretzaweckla gebacken, sondern auch der alte „Beck’n Bräu“-Brauch aufrechterhalten, der ihr erlaubt, einmal im Jahr Bier zu brauen und auf der Straße auszuschenken. Eine Jägerfamilie im Fichtelgebirge zeigt, wie man mit viel Sahne ein „Gschling“ aus Innereien kocht und klärt die Frage, warum die dazu gereichten Klöße „baumwollen“ sind. Hausgemachte „Unkrautwurst“ aus verschiedenem Wildfleisch bietet der junge Feinkosthändler Christian Schmauß an, der auch selber Fische räuchert und züchtet. Und die kleine Käsemanufaktur im Dorf Würnsreuth widerlegt mit ihren Käs-Querkla und einem Ziegen-Frischkäse die Behauptung, Oberfranken sei kein Käseland. (Text: BR Fernsehen)
  • Beim Lippenbauer im Rettenbachtal bei Bad Ischl hat sich vor Weihnachten alle Arbeit ins Haus verlegt. In der Küche backen die Frauen Platzerl und „Kleaznbrot“. In der Stube hat der Bauer fast das gesamte Mobiliar ausgeräumt. Jetzt stehen Johann Linortner, sein Sohn Hannes und seine drei Enkel inmitten von Kisten, Latten, Brettern und Figuren. Der Lippenbauer wird eine Krippe in der Stube aufbauen, die die Hälfte des Raums einnehmen wird. Die Krippe hat sein Urgroßvater geschnitzt. Alle Figuren der Krippe haben Namen und beziehen sich auf Geschehnisse aus dem kleinen Ort Perneck, in dem die Gratzer seit jeher leben. (Text: ORF)
  • Auf einmal sind sie wieder attraktiv, die Altstädte. Jahrzehntelang zogen die Menschen aus der engen Innenstadt ins Grüne, jahrzehntelang genehmigten die Stadtväter Großmärkte am Stadtrand. Jetzt hat der Trend sich gedreht. Die Menschen kehren wieder in die Altstadt zurück und mit ihnen der Konsum. Über 250 neue Einkaufszentren entstanden seit 1990 in Deutschland – und fast alle wurden in der Innenstadt gebaut. Meinhard Prill hat sich umgesehen in Passau, in Straubing und in Ansbach. (Text: ARD-alpha)
  • Landgasthaus – unter diesem Titel hat Alois Kolb 1983 in „Unter unserem Himmel“ drei norditalienische Gasthäuser vorgestellt und gleichzeitig Alltagsleben im ländlichen Italien festgehalten. Das erste „Albergo del Sole“, 50 Kilometer von Mailand entfernt in Maleo, einem Dorf von 3.000 Einwohnern, besitzt einen Michelinstern. Die Wirtsleute Franco und Silvana Colombani sind auch die Köche dieser Osteria. Die Küche ist zugleich Gaststube und umgekehrt. Die regionale Küche der Lombardei bestimmt die Gerichte der Colombanis, dazu wird der berühmte rote „Barbara“ serviert. Das zweite Landgasthaus liegt inmitten blühender Bäume auf einem Hügel und heißt „Le Querce“ – die Eichen. Das Lokal an der Strecke Mailand-Chiasso ist auch von Como leicht zu erreichen. Der Patron Luraschi und sein Chefkoch Sergio haben für uns unter vielen anderen Köstlichkeiten ein Perlhuhn in Tonerde zubereitet und als Besonderheit am Tisch auf einem Serpentinstein sekundenschnell Fleisch und Gemüse gebraten. Das dritte Landgasthaus liegt in der Nähe der Autobahn nach Florenz. Die Hütte – „Capannine“ ist ein bekanntes Fernfahrer-Lokal und wird vor allem von Italienern besucht. Die Gäste werden mit allem, was die toskanische Küche bietet, vom Fabrizzi-Clan aufs köstlichste bewirtet – sei es in der Bodega oder im Restaurant. (Text: ARD-alpha)
  • Landshut ist eine der ältesten und auch schönsten Städte Bayerns. Rund 600 Baudenkmäler gibt es zu bewundern und seitdem in den beiden Prachtstraßen Fußgängerzonen eingerichtet wurden, wirkt alles noch viel schöner. Eine perfekte Kulisse für die „Landshuter Fürstenhochzeit“: Das historische Festspiel findet alle vier Jahre statt und zieht mittlerweile rund 100.000 Besucher aus aller Welt an. Weil Landshut so schön ist, der Flughafen nur eine halbe Stunde entfernt und die Immobilienpreise nicht so exorbitant wie im 70 Kilometer entfernten München, wollen immer mehr Leute in Landshut leben. Historische Gebäude lassen sich aber nur gut verkaufen und vermieten, wenn sie aufwendig saniert sind und modernen Wohnkomfort bieten. Deswegen wurde hinter den Fassaden fleißig renoviert, teilweise ganz entkernt, so manches alte Bauwerk durch einen historisch anmutenden Neubau ersetzt, und große Schaufenster reißen Löcher in die alten Gemäuer. Fremden fällt das oft gar nicht auf, aber geschichtsbewussten Bürgern ist das ein Dorn im Auge. Gabriele Mooser hat sich in Landshut umgeschaut und ihren früheren BR-Kollegen Dieter Wieland befragt, der in Landshut aufgewachsen ist. Mit seinen kritischen „Topografien“ hat sich der Filmautor einen unvergesslichen Namen gemacht und ein Porträt über seine Heimatstadt sorgte in den 1970er-Jahren für eine heftige Diskussion. Denn schon damals war die Welt nicht mehr so heil, wie sie wirkte. (Text: BR Fernsehen)
  • Alle vier Jahre feiert Landshut das größte historische Fest Europas: die Fürstenhochzeit des Landshuter Herzogs Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig im Jahr 1475. Über 2.000 Landshuter und Landshuterinnen schlüpfen dann für vier Wochen in ihre historischen Rollen: Pagen am herzoglichen Hof, Edeldamen, Bettler und Gaukler, Fürsten und Ritter. Ihre Kostüme sind sehr nah an die mittelalterlichen Vorbilder angelehnt, mit kostbaren Brokatstoffen und handgeschmiedeten Rüstungen. Schon deshalb dürfen sich die Landshuter rühmen, das schönste Kostümfest zu feiern. Die aus gotischer Zeit stammende Altstadt mit der Martinskirche und die Burg Trausnitz als Wahrzeichen tun das Übrige, um das mittelalterliche Bild vollkommen zu machen. Für die Mitwirkenden ist das Spektakel nicht nur die größten Anstrengungen wert, sondern auch der lang ersehnte Ausnahmezustand, wenn das Hochzeitsfieber in der Stadt grassiert. Ein BR-Team begleitet ein paar Landshuter und Landshuterinnen in ihren Rollen als polnische Edeldamen, als Moriskentänzer und Gaukler, als Stadtknechte und Hofköche über ein Wochenende, um zu erleben, was es heißt, Hochzeiter zu sein. (Text: BR Fernsehen)
  • 45 Min.
    Neben moderner Architektur und Designer-Boutiquen gibt es sie hier noch, in der Türkenstraße in der Münchner Maxvorstadt, die kleinen Läden und Handwerksbetriebe. So wie die Werkstatt des Geigenbauers Burkhard Eickhoff, der in einem Hinterhof der Türkenstraße seine Geigen baut. Nur fünf Instrumente sind es, die er pro Jahr anfertigt. Oder die Hutmacherin Nicki Marquardt: In ihrem Laden dampft und näht sie verschiedenste Hutmodelle. Einzelne, ausgefallene Exemplare ihrer Hutkreationen heißen jedoch gar nicht mehr Hüte, die nennt sie dann „Frisuren“. Die Türkenstraße ist eine kleine Straße, in der man sich untereinander kennt inmitten der Großstadt. Sie lebt durch ihre Anwohner, ein bisschen durch die Cafés, auch durch ihre Schule, aber vor allem durch die bunte Mischung der alteingesessenen Läden und Geschäfte. Man kann Seltenes und Alltägliches erwerben: Standhahnmutternschlüssel im Heimwerkerladen, einen guten Döner beim echten und einzigen Türken bis hin zu silbernem Fischbesteck im Antiquitätenladen (Filmproduktion: 2007). (Text: BR Fernsehen)
  • 57 Jahre lebte Otto von Habsburg, der Sohn des letzten Kaisers von Österreich-Ungarn, in seinem Exil in Pöcking am Starnberger See. Von hier aus setzte er Akzente als einflussreicher Europaabgeordneter, von hier aus bemühte er sich um die Aussöhnung der Dynastie Habsburg mit seinem Heimatland Österreich. Am 4. Juli 2011 starb Otto von Habsburg, der letzte Anwärter auf den österreichischen Kaiserthron, in Pöcking. Nach dem Begräbnisritual der Habsburger musste der Verstorbene am zweiten Samstag nach dem Todestag in der Wiener Kapuzinergruft, der berühmten Begräbnisstätte der Habsburger Kaiser beigesetzt werden. Tausende von Menschen verabschiedeten sich auf der letzten Reise von Otto von Habsburg: in Pöcking, München, Mariazell und Wien. (Text: BR Fernsehen)

zurückweiter

Erhalte Neuigkeiten zu Unter unserem Himmel direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu Unter unserem Himmel und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Auch interessant…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App