2025 (Folge 278⁠–⁠300)

  • Folge 278 (45 Min.)
    (1): Jordaniens Nationaldichter Arar Mustafa Wahbi Tal, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Arar“, zählt zu Jordaniens prominentesten Schriftstellern. Als Verfechter von Gerechtigkeit und Gleichbehandlung lässt er in seinen Werken zahlreiche ethnische Gruppen friedlich mit- und nebeneinander leben. Sein Jordanien ist eine ideale Republik, in der sich alle arabischen Völker auf Augenhöhe begegnen. Zum Nationaldichter avancierte er im frühen 20. Jahrhundert, als Jordanien unter britischer Herrschaft stand und er sich wie kein Zweiter für die Emanzipation des jordanischen Volkes engagierte. (2): Jordanien: Mit dem Zug durch die Wüste Ein Dampfross durchquert die Weiten der roten Wüste Jordaniens: Es ist die zu Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Hedschasbahn, die bis heute an die große Arabische Revolte von 1916 erinnert, als sie in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Beduinen, Briten und Türken geriet. Sie überstand Kriege und Konflikte, wurde zum Rückgrat des Landes und zum Stolz seiner Bevölkerung und steht so sinnbildlich für die Entstehung der jordanischen Nation. (3): Alis beduinisches Barbecue in Jordanien In der Wüste von Wadi Rum bereitet Ali für seine Gäste ein traditionelles beduinisches Barbecue zu. Dafür bestreicht er ein Hähnchen mit scharf gewürzter Tomatensoße und legt es auf ein Tablett. Dazu kommt noch Gemüse, bevor das Gericht ganz langsam in einem in den Sand eingegrabenen Holzofen gegart wird. (4): Jordanien: Der Niedergang der Kreuzritter Im Westen Jordaniens erhebt sich seit fast tausend Jahren die Kreuzfahrerburg Kerak – das heißt auf Arabisch so viel wie „Festung“. Sie befindet sich an der berühmten Königsstraße, auf der die Juden einst ins gelobte Land zogen, und lockt Touristen und Pilger aus aller Welt in die Region. Im 12. Jahrhundert wollte es hier ein Kreuzritter mit dem großen Sultan Saladin aufnehmen … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 14.11.2025 arte
  • Folge 279 (44 Min.)
    (1): Édouard Glissants Traum von einem freien Martinique Die Karibikinsel Martinique ist das Traumziel aller, die unberührte Natur genießen wollen. Hier erblickte der Schriftsteller Édouard Glissant das Licht der Welt. In seinem ersten Roman „Sturzflug – das Lied von Martinique“ beschreibt er, wie das blutige Kapitel der Kolonialgeschichte und die Auflehnung gegen die Unterdrücker das Gesicht der Insel geprägt haben. Der leidvolle Weg seiner Romanfiguren in die Freiheit ist auch ein Stück Lebensgeschichte des Autors, der mit seiner Erzählung tief in die Vergangenheit seiner Heimat eintaucht. (2): Martinique: Die Akrobaten der Meere Die Karibikinsel Martinique gehört zu den Kleinen Antillen und wird aufgrund ihrer üppigen Flora auch „Blumeninsel“ genannt. Hier, wo Karibik und Atlantik aufeinandertreffen, besegeln die Menschen seit Jahrhunderten das Meer mit Booten, die sie zunächst Kanawa, später Gommier und schließlich Yole tauften: flinke, kleine Schiffe mit schmalem Rumpf, großem Segel und Paddeln. Sie wurden zum Symbol für Widerstand und Befreiung und sind bis heute ein Element für die aufgrund ihrer kolonialen Vergangenheit tief gespaltene Bevölkerung Martiniques. (3): Martinique: Quentins Feuerfisch mit Sauce Chien Quentin aus dem kleinen Ort Anse à l’Âne auf der Karibikinsel Martinique ist ein begeisterter Unterwasserjäger. Den Feuerfisch für sein Gericht jagt er selbst mit der Harpune. Für die Sauce Chien mischt er milde Chilis, Zwiebeln, Thymian, Petersilie, Knoblauch und Öl. Er beträufelt den Fisch mit der Soße, bevor er ihn grillt, und dann noch einmal kurz vor dem Servieren. (4): Die Bucht von Fort-de-France auf Martinique Der Spitzname dieser Karibikinsel lautet „Blumeninsel“: Mit ihren weißen Stränden und dichten Wäldern ist Martinique eine wahre Postkarteninsel. Jedes Jahr strömen mehr als 900.000 Touristen in die Bucht der Hauptstadt Fort-de-France. Im 17. Jahrhundert war die Bucht der Schauplatz einer buchstäblich Rum-reichen militärischen List … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 21.11.2025 arte
  • Folge 280 (45 Min.)
    (1): Hawaii: Charlie Chan, der politisch korrekte Detektiv 1919: Auf den sonnenverwöhnten Hawaii-Inseln lässt sich ein US-amerikanischer Dramaturg von den azurblauen Fluten des Pazifiks inspirieren und kreiert einen Romanhelden, der im US-Bundesstaat für immer Fuß fassen wird. Sein Name: Earl Derr Biggers, Schöpfer des Detektivs Charlie Chan. Während man den Ermittler in Europa weniger kennt, gehört er in der englischsprachigen Welt zu den wichtigsten Figuren der Unterhaltungsliteratur. In seinen Abenteuern gewährt der Mann mit den asiatischen Wurzeln tiefe Einblicke in die feine US-Gesellschaft und steht für die Begegnung zweier Kulturen. (2): In Honolulu: Das Hawaiihemd, ein modischer Evergreen Bei „Hawaii“ denkt man an weiße Strände und blaues Meer, an Urlaub – und an das berühmte Hawaiihemd! Das bunte Kleidungsstück ist heute ein beliebtes Souvenir für Touristen. Doch es ist noch viel mehr: Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts wurde es von japanischen Landarbeitern und amerikanischen GIs ebenso getragen wie von Hollywoodstars. Das „Aloha Shirt“ ist untrennbar mit der hawaiianischen Geschichte und Lebensart verbunden! (3): Hawaii: Uas Rindfleisch mit Süßkartoffelpüree Auf der hawaiianischen Insel Maui beginnt Ua den Tag stets mit einem Gebet an ihre Ahnen. Heute erntet sie danach violette Süßkartoffeln samt Blättern, um das Tagesgericht zuzubereiten: Rindersteaks mit einem Süßkartoffelpüree, das mit sahnigem Frischkäse verfeinert wird. Ein fester Bestandteil des hawaiianischen Speiseplans. (4): Das absolute Muss: Die (gar nicht so) leichten Mädchen von Honolulu Honolulu ist bekannt für seine feinen Sandstrände, sein türkisblaues Meer und sein Chinatown. 1941 machten hier US-amerikanische Soldaten auf ihrem Weg zu den Kriegsschauplätzen im Pazifik Station. Für einige war es die Gelegenheit, ein neues Gewerbe zu beginnen … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 28.11.2025 arte
  • Folge 281 (44 Min.)
    (1): Philong Sovans geheimes Phnom Penh Als Philong Sovan im Alter von sechs Jahren aus der kambodschanischen Provinz in die Hauptstadt Phnom Penh zog, fand er dort nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch ein schier grenzenloses Terrain für sein künftiges künstlerisches Schaffen. Drei Jahrzehnte später zählt Sovan zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen asiatischen Fotografie. Seine halb dokumentarischen, halb inszenierten Aufnahmen zeigen die ungeschönte Kehrseite der Medaille und enthüllen die geheimsten Winkel der kambodschanischen Hauptstadt. (2): Wer die Geister rief Die Stadt Siem Reap in der Nähe der Tempelanlage Angkor Wat liegt mitten in der kambodschanischen Provinz. Hier, zwischen Reisfeldern, Zuckerpalmen und Pfahlbauten, ist über Jahrhunderte eine unsichtbare Welt entstanden, die das Leben des ganzen Volkes prägt. Unzählige Rituale mit Geisterbeschwörungen strukturieren das Leben der Kambodschaner und formen einen über 2.000 Jahre alten Glaubenskodex. (3): Khuons Fischcurry In Phnom Penh kauft Khuon die wichtigsten Zutaten für ihre Currypaste frisch vom Markt. Mit einem Mörser vermengt sie Zitronengras, Kaffir-Limetten, Knoblauch, Schalotten, Galanga, Kurkuma und Chili zu einer Paste und brät sie zusammen mit dem Fisch an. Zum Schluss verfeinert sie das Ganze noch mit Kokosmilch und Fischsoße. (4): André Malraux, der Tempelplünderer Die Tempelanlage Angkor Wat im Nordwesten Kambodschas fasziniert die Menschen im Westen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Anfang des 20. Jahrhunderts empfanden ein junger Franzose und seine Frau angesichts dieser Kunstschätze weniger Neu- als Geldgier … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 28.11.2025 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 05.12.2025 arte
  • Folge 282 (45 Min.)
    (1): Graham Greene, ein Spion in Havanna In den 1950er Jahren war Havanna das Babylon der Karibik. Nachts verwandelte es sich in ein Paradies für illegale Geschäfte, hochprozentige Cocktails und wilde Partys. Der Reisende, Journalist und Gelegenheitsspion Graham Greene wurde bereits mit seinem Werk „Der dritte Mann“ bekannt, als er sich lustvoll in das turbulente Nachtleben der kubanischen Hauptstadt stürzte. Sein Roman „Unser Mann in Havanna“ erschien nur wenige Wochen vor der Machtergreifung durch Fidel Castro und seine Guerilleros. (2): Kuba: Rum und Vaterland Rum ist flüssiges Gold: bernsteinfarben, wenn gut gereift, weiß und leicht, wenn er sich für einen Cocktail eignet. Die Kubanerinnen und Kubaner lieben ihn vermutlich in jeder Form. Der Rum ist auch ein Destillat ihrer Seele und erinnert an eine Wunde, die wohl nie ganz verheilen wird: die schmerzliche Geschichte ihrer Vorfahren. Denn es waren afrikanische Sklaven, die auf den Zuckerrohrplantagen schufteten und die Gewinnung der ersten Spirituosen ermöglichten. Heute gehört der Rum der ganzen kubanischen Nation, und die Geheimnisse seiner Herstellung werden sorgsam von Generation zu Generation weitergegeben (3): Kuba: Luís’ Fleisch und Fisch aus dem Schmortopf Luís bereitet eine Spezialität seiner Heimatstadt Viñales zu, in gleich zwei Varianten: mit Hühnchen und Schweinefleisch sowie mit Fisch und Langusten. Als Beilage serviert er Reis mit Tomaten und Paprika, gekocht in einer aromatischen Bouillon. Ein Fest für die ganze Familie! (4): In Kuba ist die Küche heilig In den Gässchen von Havannas Altstadt ist jeder Spaziergang eine Augen- und Gaumenfreude. Die Gebäude aus der Kolonialzeit, die alten Autos, das erste junge Obst und Gemüse – alles zeigt sich in schillernden Farben. Als in den 1950er und 1960er Jahren im Zeichen der Mangelwirtschaft einige Zutaten auf der Insel knapp wurden, hielten die Erfindungsgabe und Kreativität einer Frau die kubanische Küche am Leben. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 12.12.2025 arte
  • Folge 283 (45 Min.)
    (1): Tunesien: Die geteilte Identität von Albert Memmi Wohin gehört man, wenn man nirgendwo hingehört? Wenn man ein Fremder ist? Albert Memmi wurde am 15. Dezember 1920 in Tunis als Kind einer jüdischen Familie geboren und ist Autor des Romans „Die Salzsäule“. Dieser Klassiker der maghrebinischen Literatur mit einem Vorwort von Albert Camus ist tatsächlich in weiten Teilen eine Autobiografie. Der Schriftsteller stellt sich mit Hilfe seines Alter Egos der Identitätsfrage in ihrer ganzen Komplexität – ein zentrales Thema für den Tunesier, der unter französischem Protektorat als Angehöriger der jüdischen Minderheit in einem muslimischen Land aufwuchs. (2): Tunesien: Das mystische Sidi Bou Saïd Niedliche weiße Häuschen mit blauen Holzvertäfelungen, ein Labyrinth aus kleinen Gassen, prunkvolle Paläste: Sidi Bou Saïd liegt auf einem Hügel nördlich von Tunis und ist eines der berühmtesten Dörfer Tunesiens. Doch es ist auch ein heiliger Ort. Seit dem 12. Jahrhundert pilgern regelmäßig die Anhänger verschiedener Bruderschaften des Sufismus – der mystischen Strömung des Islam – zum Grab des Heiligen Sidi Bou Saïd und in die zahlreichen Mausoleen. (3): In Tunesien: Halimas Dattel-Grieß-Gebäck In Kairouan bereitet Halima Makrouds zu, eine traditionelle Nachspeise aus der nordtunesischen Stadt. Das Gebäck besteht aus Mehl und Grieß, zu denen sie Butter und Öl hinzufügt. Für die Füllung mischt sie Datteln, Zimt, gemahlenes Adlerholz und Rosenpulver – ein Rezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. (4): Eine Freiheitskämpferin in Tunis Jugendstil in der Hauptstadt Tunesiens – das verkörpert das 1902 erbaute Theater mit seinen großzügig dimensionierten Kurven. Schnell entwickelte es sich zum Zufluchtsort der Künste. Zudem war es Ausgangspunkt der Karriere einer ganz besonderen Sängerin, die für ihre geliebte Freiheit kämpfte. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 19.12.2025 arte
  • Folge 284 (45 Min.)
    (1): Rogelio Salmona, der Architekt, der Bogotá öffnete Die gewaltige Natur der kolumbianischen Anden war für den französisch-kolumbianischen Architekten Rogelio Salmona eine tägliche Begegnung mit dem Kosmos. Ab den 1960er Jahren schuf Salmona fast alle seine Werke in der Hauptstadt Kolumbiens, einer Millionenmetropole in über 2.600 Meter Höhe. Als engagierter Künstler war der Schüler von Le Corbusier ein Verfechter der offenen Stadt und verfolgte dabei stets ein Ziel: Ästhetik und Lebensqualität miteinander in Einklang zu bringen. (2): Die Geschichte der Llaneros In der kolumbianischen Provinz Casanare sind Reiter die Könige. Die so genannten Llaneros wissen viel über die Natur und ihre Tücken. Vor der Ankunft der spanischen Konquistadoren im 15. Jahrhundert gab es dort weder Pferde noch Kühe. Die Gesandten der spanischen Krone ließen Vieh und Pferde kommen – und setzten die Ureinwohner als Hirten ein. Diese Cowboys waren meist Nachkommen aus sogenannten gemischten Ehen und entwickelten ihre eigene Kultur. (3): Felisas Fischsuppe In San Cipriano kocht Felisa eine reichhaltige Fischsuppe. Zuerst bereitet sie eine Bouillon aus Safran, Öl und Kräutern zu. Dann gibt sie Mais, Bananen, Kartoffeln, Kokosnuss und Sierra hinzu – das ist Fisch aus dem Pazifik. Die Suppe wird mit frittiertem Fisch und Reis serviert. (4): Ein Gangster auf zwei Rädern Bogotá ist die dritthöchste Hauptstadt der Welt und gilt mit ihrem über 540 Kilometer langen Radwegenetz als eine der fahrradfreundlichsten Metropolen Lateinamerikas. Ein junger französischer Radsportchampion namens José Beyaert geriet hier allerdings auf eine abschüssige Bahn … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 02.01.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 09.01.2026 arte
  • Folge 285 (44 Min.)
    (1): Bewketu Seyoums poetisches Addis-Abeba In Äthiopien ist Dichtkunst lebendig und beliebt. Autoren wie Bewketu Seyoum werden regelrecht verehrt. Seyoum wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und erreicht über YouTube Millionen Literaturfans. 2020 erschien sein Gedichtband ʺCantique de la nuitʺ, der nicht nur als amharisches Original, sondern auch in einer französischen Übersetzung vorliegt. In seinen Texten nimmt Seyoum seine Zeitgenossen humorvoll unter die Lupe. (2): In Äthiopien: Heiliger Honig Äthiopien gehört zu den größten Honigproduzenten Afrikas. Das sogenannte gelbe Gold wird hier pur oder als Honigwein konsumiert; der Tej ist nach dem Kaffee das zweite Nationalgetränk. Honig ist in Äthiopien mehr als nur ein Nahrungsmittel: Er ist fast schon heilig und eng mit der christlich-orthodoxen Identität im Norden des Landes verbunden. (3): Äthiopien: Messerets vegetarisches Festmahl In Tchaguel bereitet Messeret gleich mehrere vegetarische Gerichte zu, die während der Fastenzeit auf den Tisch kommen. Das erste besteht aus Kartoffeln, Karotten, Kümmel und grünem Piment; das zweite enthält Linsen, Gewürze und Piment; und das dritte ist eine cremige Soße aus Kichererbsen und Gewürzen. Serviert wird das Ganze auf einem großen traditionellen Fladenbrot. (4): Äthiopien, eine der ersten Fälschungen der Menschheitsgeschichte Im Jahr 1165 taucht im Abendland ein rätselhafter Brief auf. Das Dokument ist von einem unbekannten Priester namens Johannes unterzeichnet und spricht von einem „Paradies auf Erden“, irgendwo im Osten. Jahrhundertelang nährt der Brief bei Christen auf der ganzen Welt die kühnsten Hoffnungen und Vermutungen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 16.01.2026 arte
  • Folge 286 (38 Min.)
    (1): Max Havelaar – oder wie ein Roman Indonesiens Schicksal veränderte 1860 sorgt ein Roman für Aufsehen in der niederländischen Gesellschaft: „Max Havelaar“ handelt von der Karriere eines Kolonialbeamten – einem Alter Ego des Autors Eduard Douwes Dekker – und stellt letztlich das gesamte Kolonialsystem infrage. Als der Roman erschien, stand Indonesien seit zwei Jahrhunderten unter niederländischer Herrschaft. Der Autor beschreibt darin die Schrecken des Kolonialismus und die Gewalt gegen die indigene Bevölkerung für den Handel mit Gewürzen und Kaffee. In den Niederlanden weckte das Werk das Bewusstsein für die Grauen der Kolonialzeit. (2): Batik, wenn Indonesien ein Stoff wäre Batikstoffe erlangten mit ihren strahlenden Farben und detailreichen Mustern weltweite Berühmtheit. Man kennt ihren exotischen Ursprung, ihren zweiten Erfolg in Afrika und die etlichen Nachahmungen von der Stange. Die originalen, hochwertigen Batikstoffe glänzen derweil auf den Laufstegen der facettenreichen und angesagten indonesischen Hauptstadt Jakarta: Von hier stammt die ausgefeilte Färbetechnik, die man ursprünglich auf traditionellen Wickelröcken anwandte, die hier „Sarongs“ genannt werden. Für manche Stoffe war monatelange Handarbeit notwendig, sodass das Tragen der wertvollen Erzeugnisse früher den Königen vorbehalten blieb. (3): Indonesien: Pujis gedämpfter Fisch im Bananenblatt In Yogyakarta holt Puji einen frischen Fisch direkt aus dem Teich vor ihrem Haus. Sie mariniert ihn mit einer Paste aus Chili, Knoblauch, Schalotten, Karotten, Ingwer und Walnüssen und legt ihn in ein Bananenblatt. Anschließend fügt sie weitere Gewürze hinzu und gart alles gut verschlossen im Wasserdampf. Das Resultat: ein schmackhaftes und gesundes Gericht. (4): Indonesien: Ein revolutionärer Wissenschaftler Die Insel Bali im Süden des gewaltigen indonesischen Archipels ist ein kleines Paradies und zieht mit seiner üppigen Vegetation und seinen Traumstränden Besucher aus aller Welt an. Doch auch unter Wasser gibt es einiges zu entdecken. Balis einzigartige Unterseefauna sorgte sogar für eine Wissenschaftsrevolution … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 23.01.2026 arte
  • Folge 287 (44 Min.)
    (1): Brasilien: Carmen Miranda, kulturelle Botschafterin der besonderen Art Bei Rio de Janeiro denkt man sofort an den Zuckerhut, die Strände von Copacabana und Ipanema, den Karneval – und an die Musik von Carmen Miranda. Die Sängerin und Schauspielerin schaffte als erste Lateinamerikanerin den Sprung nach Hollywood und war in den 1940er Jahren sogar die bestbezahlte Künstlerin der USA. Mit ihrem Hüftschwung, ihrer frechen Art, den extravaganten Outfits und dem berühmten Tutti-Frutti-Hut machte sie den Samba populär und wurde zur beliebtesten Botschafterin Brasiliens im Ausland. (2): Costa Verde: Brasiliens buntes Paradies Mit den langen Sandstränden, türkisblauem Wasser und tropischen Regenwäldern gleicht die brasilianische Costa Verde entlang der Atlantikküste einem Paradies auf Erden. Ihre traumhaften Landschaften, die sich über Hunderte von Kilometern erstrecken, werden von den Caiçaras gehütet und geschützt. Die Nachfahren von Tupi- und Guaraní-Indianern, Kolonialherren und afrikanischen Sklaven ließen sich Ende des 19. Jahrhunderts an dieser Küste nieder und widersetzen sich bis heute erfolgreich allen Umsiedlungsversuchen. (3): Carlucias brasilianischer Bohneneintopf mit Schweinefleisch In Rio de Janeiro sucht Carlucia zehn verschiedene Sorten Schweinefleisch aus, um ein sehr beliebtes, brasilianisches Bohnengericht zuzubereiten: die Feijoada. (4): Ipanema: High as a Kite Der weltberühmte weiße Sandstrand von Ipanema in Rio de Janeiro lädt zum Baden, Faulenzen und Flanieren ein. Im Sommer 1988 wurden hier einige geheimnisvolle Konservendosen angespült, und bald schon breitete sich in der ganzen Stadt eine wohlige Hochstimmung aus … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 30.01.2026 arte
  • Folge 288 (45 Min.)
    (1): Gabrielle Filteau-Chiba in der Wildnis von Québec Die Schriftstellerin Gabrielle Filteau-Chiba verließ im Alter von 25 Jahren ihre Heimatstadt Montréal und zog sich in die Wildnis von Québec zurück. Heute lebt sie am Ufer des Kamouraska-Flusses. Diese Erfahrung inspirierte sie zu einer Trilogie, in der sie engagiert gegen die Ausbeutung der Natur durch den Menschen anschreibt. Auch ihre Heldinnen Anouk und Raphaëlle lassen ihr behütetes Leben hinter sich und lernen, in der Wildnis zu überleben. Mutig schützen sie Tiere vor grausamen Wilderern und verteidigen den Wald von Québec – den die Autorin über alles liebt. (2): Kanada: Unterwegs mit dem Eiskanu Im Winter gefriert der Sankt-Lorenz-Strom zu riesigen Eisflächen. Die Menschen in Québec haben gelernt, diese Herausforderung der Natur zu meistern – mit zerbrechlich wirkenden Eiskanus. Schon die indigenen Huronen nutzten sie für Überfahrten. Die Europäer übernahmen das Prinzip und machten aus dem Kanu das „kanadische Automobil“. Im 19. Jahrhundert wurden die Kanufahrer, die für die Erschließung der Region unverzichtbar waren, nach und nach durch Dampfschiffe ersetzt. Dennoch gilt das Eiskanu in Québec bis heute als identitätsstiftendes Erbe. (3): Kanada: Timothys Poutine In Québec hat jeder sein eigenes Rezept für den Fastfood-Klassiker Poutine. Timothy bereitet seine Soße mit Butter, Knoblauch, Harissa, Tomatenmark sowie Hühner- und Rinderbrühe zu. Sämig wird sie durch Melasse, Maisstärke und Wasser. Dann blanchiert er die Kartoffeln und frittiert sie in der Heißluftfritteuse. Zuunterst kommen die Pommes, darauf die Soße und obendrauf reichlich Käse. Unwiderstehlich! (4): Kanada: Unterwegs mit dem Toboggan Am 3. Juli 1608 gründet Samuel de Champlain die Stadt Québec. Einige Monate später kommt der französische Forschungsreisende in Kontakt mit indigenen Völkern der Umgebung. Diese Menschen leben seit Jahrtausenden auf dem nordamerikanischen Kontinent – und haben Hilfsmittel entwickelt, um sich an die Härten des kanadischen Winters anzupassen. Ein rutschiges Abenteuer beginnt … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 06.02.2026 arte
  • Folge 289 (45 Min.)
    (1): Commissario Montalbano: Der sizilianische Maigret Auf der sonnigen und farbenprächtigen Insel Sizilien ist ein außergewöhnlicher Held zu Hause: Commissario Montalbano, die Hauptfigur einer Krimiserie von Andrea Camilleri. Bislang galt die Insel des Mezzogiorno vor allem als eine rückständige Region, die von der Mafia beherrscht wird, doch Camilleris Kriminalromane stellen sie als einen Ort dar, an dem man dem einfachen Glück, fleischlichen Gelüsten und einer Volkstümlichkeit frönt, die der Commissario mit aller Macht gegen korrupte Honoratioren und Politiker verteidigt. (2): Sizilien: Terra nostra Sizilien ist ein fruchtbares Land, das in den vergangenen 2.000 Jahren viele Gewaltherrscher für sich beanspruchten. Heute führt die Cosa Nostra – „unsere Sache“, wie sich die sizilianische Mafia selbst nennt – den Kampf um die Vorherrschaft, nicht selten mit entfesselter Gewalt. Doch die Sizilianer haben zahlreiche Besatzer wie Griechen, Römer und Araber kommen und gehen sehen. Und auch wenn der Mafia-Terror viele Einheimische zum Schweigen gebracht hat, leisten ihm viele andere immer noch erbitterten Widerstand. (3): Italien: Marcos Ricotta-Kreation In Siziliens Hauptstadt Palermo bereitet Marco leckere Cannoli zu. Für den Teig vermengt er Mehl, Essig, Zucker und Schmalz. Dann formt er die Cannoli mit Hilfe von kleinen Zylindern und frittiert sie. Anschließend werden sie mit gesüßtem Ricotta gefüllt und schließlich mit Puderzucker bestäubt. Für Marco der pure Gaumenschmaus! (4): Syrakus: Wiege der Ölmalerei Die sizilianische Stadt Syrakus an der Küste des Ionischen Meeres gehört zu den Sehnsuchtsorten, die viele unbedingt einmal gesehen haben wollen. Darunter finden sich bis heute viele Künstlerinnen und Künstler, die das Azurblau des Mittelmeers mit dem Pinsel einfangen wollen. Im 15. Jahrhundert revolutionierte einer von ihnen die bildende Kunst durch Verbreitung einer neuen Maltechnik … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 13.02.2026 arte
  • Folge 290 (45 Min.)
    (1): Mario Vargas Llosa und der Tyrann von Santo Domingo Die Dominikanische Republik liegt zwischen Atlantik und Karibischem Meer und zieht mit ihren Sandstränden und blauen Lagunen zahlreiche Touristen aus aller Welt an. Doch die Postkartenidylle wurde durch die 30-jährige Diktatur von Rafael Trujillo getrübt. Der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa setzt in seinem Roman „Das Fest des Ziegenbocks“ die letzten Tage des Tyrannen und die Hauptstadt Santo Domingo in Szene. (2): Yuca: Die Taíno-Wurzeln der Dominikaner Im Norden der Dominikanischen Republik, am Fuß der Cordillera Septentrional, lebte einst das indigene Volk der Taíno. Sie verehrten die Yuca-Pflanze, die ihnen als heilig galt. Die auch unter dem Namen Maniok bekannten Wurzelknollen haben die Zeit der Konquistadoren überstanden und sind auch heute noch ein allgegenwärtiger Bestandteil der dominikanischen Küche. Sie bilden ein Bindeglied zwischen den heutigen Bewohnern und ihren vorkolumbianischen Vorfahren. (3): Dominikanische Republik: Melvyns Fisch in Kokosmilch In Las Galeras bereitet Melvyn sein Gericht direkt am Strand über dem Holzfeuer zu: Zuerst schält er Kochbananen, Yamswurzel und Maniok und kocht sie. Nebenbei brät er Gemüse an, das er mit Kokosmilch ablöscht, und lässt dann den Fisch in dieser Soße garziehen. Mit einem Bier dazu ist dies das ideale Essen für einen gelungenen Sonntag! (4): Dominikanische Republik: Aus Forschung wird Science-Fiction Puerto Plata ist eine der größten Städte der Dominikanischen Republik und trägt den Spitznamen „Braut des Atlantiks“. In den 1980er Jahren stellten zwei amerikanische Wissenschaftler hier Forschungen über Bernstein an. Ihre Erkenntnisse dienten später einem Science-Fiction-Autor als Inspirationsquelle. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 13.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 20.02.2026 arte
  • Folge 291 (44 Min.)
    (1): In Louisiana: Die erwachende Sinnlichkeit der Kate Chopin Eine Geschichte der Emanzipation im Louisiana des 19. Jahrhunderts: Edna Pontellier, eine verheiratete Frau, die nach Selbstverwirklichung strebt, befreit sich von Zwängen und Konventionen. Die Protagonistin entsprang der Feder von Schriftstellerin Kate Chopin (1851⁠–⁠1904). Nachdem die Autorin 14 Jahre in Louisiana gelebt hatte, veröffentlicht sie im Alter von 49 Jahren ihren Roman „Das Erwachen“ (1899). Sie beschreibt darin die weiße kreolische Gesellschaft mit ihren feigen Männern und unterdrückten Frauen. Damals scharf kritisiert, gilt ihr Werk heute als eines der bedeutendsten der US-amerikanischen Literatur. (2): Louisiana: Im Land der Flusskrebse Im Frühling liegt ein angenehmer Duft über dem US-Bundestaat Louisiana. Es ist die Zeit der Crawfish-Festivals, bei denen das Lieblingsgericht fast aller Einwohnerinnen und Einwohner serviert wird: frischer Flusskrebs. Bei den Festivals sitzt das ganze Volk um einen Tisch. Die Flusskrebse galten lange Zeit als Armenessen, bevor sie auch in besseren Kreisen beliebt wurden und schließlich ganz Amerika eroberten. (3): Diannes Südstaateneintopf Gumbo Der einzigartige Kulturmix von New Orleans findet sich auch auf dem Teller wieder, so zum Beispiel im berühmten Gumbo. Dianne bereitet den Südstaaten-Eintopf mit Hühnchen, frischen Austern, Räucherwurst, Shrimps, Sellerie, grüner Paprika und jeder Menge Gewürzen zu. (4): Louisiana: Der Schock der Bilder Baton Rouge, die Hauptstadt von Louisiana, ist eine typische Stadt der US-amerikanischen Südstaaten. Mitten im Sezessionskrieg, während das gesamte Umland von den Yankees belagert war, wurde hier ein der Hölle entkommener Sklave zum Symbol … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 20.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 27.02.2026 arte
  • Folge 292 (44 Min.)
    Kambodscha hat eine sehr erdverbundene und ernteorientierte Kultur. Auch heute noch ist die Landwirtschaft eine der Säulen der kambodschanischen Wirtschaft.
    (1): Malta, Caravaggios Refugium zwischen Hell und Dunkel Seit dem Mittelalter ist Malta nicht nur ein wichtiger Handelsplatz, sondern auch ein Rückzugsort. 1607 floh Caravaggio aus Rom nach Valletta. Während seines über einjährigen Inselaufenthalts fand der Maler, der in Italien auf dem Gipfel seines Ruhmes gestanden hatte, zu neuer Inspiration. Das Licht Maltas und die allgegenwärtige Religiosität regten ihn zu einigen seiner großartigsten Gemälde an, darunter ʺDie Enthauptung Johannes des Täufersʺ. (2): Malta, christliche Ritterbastion Im Laufe der Zeit besiedelten verschiedene Besatzer wie Phönizier, Griechen und Römer den maltesischen Archipel. Im 16. Jahrhundert, als sich das katholische Europa im Krieg mit dem Osmanischen Reich befand, verwandelten die Ordensritter des Ritterlichen Ordens Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem das einsame Eiland inmitten des Mittelmeers in ein Bollwerk des Christentums. Noch heute sind die Spuren des Ordens auf der ganzen Insel sichtbar: von der Befestigungsanlage der Hauptstadt Valletta über die Paläste bis hin zur St. John’s Co-Cathedral, in der viele Ritter begraben liegen. (3): Malta: Annas Kaninchenragout Anna lädt in ihr hübsches Haus auf Malta, um dort ein üppiges Familienessen zuzubereiten: Stuffat tal-Fenek, ein in Milch geschmortes Kaninchen mit Backpflaumen und Gemüse. (4): Malta: Das rote Gold der Ritter Auf Gozo, der zweitgrößten Insel des Archipels von Malta, besticht die Dwejra Bay mit türkisblauem Wasser, dramatischen Felsformationen und grandiosen Tauchgebieten. Im 18. Jahrhundert stand einer der vorgelagerten Felsen hier im Mittelpunkt des Interesses … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 27.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 06.03.2026 arte
  • Folge 293 (45 Min.)
    (1): Mabeye Demes Senegal in Sepia Ausgestattet mit dem Fotoapparat und einem mobilen Studio porträtiert Mabeye Deme seit mehr als 15 Jahren sein Heimatland Senegal. Auf den Straßen und an den Stränden von Dakar fängt der Autodidakt tags und nachts Szenen aus dem Alltag ein. Deme dokumentiert das Leben in den Stadtvierteln. Auch die Orte seiner Kindheit in der südsenegalesischen Region Casamance und Familienmitglieder sind Teil seiner beeindruckenden Fotogalerie. Über Demes Bildern liegt stets ein zarter Sepia-Schleier, was seine Kunst zu etwas ganz Besonderem macht. (2): Senegal: Nationalsport Ringen Im Senegal wurden bereits im Mittelalter Krieger durch Ringen auf den Kampf vorbereitet. Bis heute ist der Kraftsport, der für Werte wie Mut, Respekt und Gehorsam steht, im ganzen Land verbreitet. Ziel ist es, den Gegner zu Boden zu zwingen, wobei nicht nur Körpereinsatz, sondern auch glückbringende Rituale eine Rolle spielen. In den 1920er Jahren verhalf ein Angehöriger der französischen Kolonialmacht, Maurice Jacquin, dem sogenannten senegalesischen Wrestling zu kommerzieller Bedeutung. Seit der Unabhängigkeit ist der Sport vor allem für die senegalesische Jugend aus sozial schwachen Milieus ein Mittel zum gesellschaftlichen Aufstieg. (3): Senegal: Aidas Fisch-Yassa In der Küstenstadt Saint-Louis bereiten Aida und ihre Nachbarin ein typisch senegalesisches Fischragout zu. Kochen ist für die beiden Frauen gleichbedeutend mit guter Laune. Zuerst wird der Fisch gesäubert, filetiert und frittiert. Für den Extrageschmack gibt Aida Zwiebeln hinzu und stellt das Ganze auf den Holzkohlegrill. Dazu gibt es Reis und grüne Bohnen. Lecker! (4): Die Tagediebe von Dakar Im Westen von Dakar, am Atlantischen Ozean, liegt das Viertel Ouakam. Mit seinen niedrigen Häuschen und sandbedeckten Wegen wirkt es fast wie ein Dorf, das für den Hauptstadttumult nur wenig übrighat. Hier entstanden einst seltsame Wohnhäuser … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 06.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 13.03.2026 arte
  • Folge 294 (45 Min.)
    (1): Norwegen: Roy Jacobsen erzählt von Bauern und Fischersleuten Unzählige große und kleine Inseln verstreut im smaragdgrünen Wasser des Arktischen Ozeans – vor der Kulisse dieser schroffen Natur spielt Roy Jacobsens Roman „Die Unsichtbaren“. Er wurde 2013 veröffentlicht und ist der erste Teil einer Familiensaga: Im Zentrum der Geschichte stehen die Bauern- und Fischersfamilien im Norden Norwegens, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihr Leben aufs Spiel setzten und mit ihrer Arbeit den zentralen Stützpfeiler der norwegischen Wirtschaft bildeten. (2): Vega: Von Enten und Menschen Der norwegische Vega-Archipel unweit des Polarkreises zählt an die 6.000 Inseln und ist Schauplatz eines bewegenden Pakts zwischen Mensch und Natur. Jedes Frühjahr verwandelt sich die unwirtliche Gegend in den Brutplatz der Eiderente, die von den fischreichen Gewässern angelockt wird. Die Vögel pflanzen sich auf Vega fort und die Weibchen bleiben bis ihre Jungen ausgebrütet sind – eine ungewisse Zeit, in der sie stets mit Unwettern und Fressfeinden rechnen müssen. Doch die Meerente hat im Menschen einen starken Verbündeten gefunden. (3): Norwegen: Shilans Lachswaffeln In Oslo serviert Shilan die berühmten norwegischen Waffeln mit „dem besten Lachs der Welt“. Für den Waffelteig mischt sie Wasser, Mehl, Backpulver und zerlassene Butter. In das frische Lachstatar kommen Crème Fraîche, Forellenroggen, eingelegte Zwiebeln, Piment, Schnittlauch und geräucherter Bonito. (4): Norwegen: Wo der Lachs den Japanern in die Parade fuhr Sushi mit Lachs zählt wohl zu den beliebtesten aller japanischen Gerichte und wird überall auf der Welt serviert, auch in Oslo. Dabei gibt es Sushi in seiner heutigen Form erst seit dem 19. Jahrhundert. Und anders als man vielleicht vermuten könnte, wurde in Japan dafür kein Lachs verwendet. Dass der mit Reisessig aromatisierte Klebreis in so vielen Sushi-Restaurants mittlerweile mit einer orangefarbenen Scheibe Lachs gekrönt wird, ist nämlich den Norwegern zu verdanken … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 13.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 20.03.2026 arte
  • Folge 295 (45 Min.)
    (1): Peru: Martín Chambi, Fotograf der Indigenen Der Peruaner Martín Chambi (1891⁠–⁠1973) war Anfang des 20. Jahrhunderts der erste indigene Fotograf Lateinamerikas, der mit den gängigen Codes brach und seinesgleichen vor die Kamera holte. Gekonnt fing er das surreale Licht und die Landschaft der Anden ein und fotografierte die Ruinenstädte der Inka. Vor allem aber porträtierte er Szenen aus dem Alltag indigener Menschen und gab seinem Volk nach vier Jahrhunderten spanischer Kolonisierung ein Gesicht, eine Geschichte und eine Identität zurück. (2): Peru: Das musikalische Erbe der Afro-Peruaner An der peruanischen Pazifikküste schlagen wilde Rhythmen eine Brücke zwischen den Lebenden und den Toten: Die Cajón ist allgegenwärtig und darf auf keinem Fest fehlen. Erfunden wurde die Kistentrommel von afrikanischen Sklaven in der finsteren Zeit der Kolonisation. Im 18. Jahrhundert wurde die schlichte, mit der Hand geschlagene Holzkiste zum Symbol und Sprachrohr für Leid und Widerstand der afro-peruanischen Gemeinschaft. (3): Peru: Wilberts Grillfleisch aus dem Erdofen In Chinchero bereitet Wilbert eine Art peruanisches Grillgericht zu, das ganz besonderen Gelegenheiten vorbehalten ist. Dafür bestreicht er Schweine-, Hühner- und Lammfleisch mit einer Marinade aus lokalen Gewürzen, Knoblauch und gelbem Piment und legt es dann zusammen mit allerlei Gemüse auf heiße Steine, die mit Erde bedeckt werden. Das Fleisch aus dem traditionellen Erdofen ist besonders zart. (4): Peru: Der Guano-Krieg Die Islas Ballestas vor Peru beherbergen große Seevogel-Kolonien, die von den fischreichen Gewässern angezogen werden. Jeden Tag kommen Touristen und bewundern die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Ohne zu ahnen, dass sie auf einem begehrten Schatz sitzen … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 27.03.2026 arte
  • Folge 296 (38 Min.)
    (1): Kreta: Victoria Hislops „Insel der Vergessenen“ Kreta ist die größte griechische Insel und für ihre Olivenhaine bekannt. Die englische Schriftstellerin Victoria Hislop machte die Mittelmeerinsel zu ihrer Wahlheimat. Hier findet sie die Ruhe und Inspiration für ihre Werke. Aus der Begegnung mit der bergigen Landschaft Kretas entstand 2005 ihr Debütroman „Insel der Vergessenen“, der in 25 Sprachen übersetzt wurde. Doch die Insel inspirierte sie noch zu zahlreichen weiteren Erzählungen, die in der Geschichte Griechenlands verankert sind. (2): Kreta zur minoischen Zeit: Eine Geschichte mächtiger Frauen Vom tiefen Blau des Mittelmeers über das strahlende Weiß der Felsen bis zum leuchtenden Gelb der Sonne: Die Insel Kreta beeindruckt mit spektakulären Farben. Vor über 3.000 Jahren, zur Blütezeit der minoischen Kultur, hatten Frauen einen wichtigen Stellenwert, und die Menschen verehrten eine Schlangengöttin. (3): Griechenland: Lenas traditionelles Brot mit Tomate und Käse In Kastamonitsa auf Kreta feuern Lena und Katerina ihren Holzofen mit Olivenzweigen an. Darin backen sie ihr traditionelles Sauerteigbrot mit Kichererbsenmehl. Das fertige Brot wird mit Olivenöl bestrichen und vor dem Servieren mit Tomaten und regionalem Käse belegt. (4): Der längste Tag auf Kreta Iraklio, einer der wichtigsten Häfen Kretas im Norden der Insel, war schon immer von großer strategischer Bedeutung. Während des Zweiten Weltkriegs führten die deutschen Truppen hier ein eisernes Regiment. Um sie zu destabilisieren, verfolgte der britische Geheimdienst einen Plan … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 27.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 03.04.2026 arte
  • Folge 297 (45 Min.)
    (1): Venedig: Tintorettos helldunkles Reich Im irisierenden Spiegel aus Himmel und Wasser verändert Venedig mit seinen gewundenen Gässchen, prächtigen Palästen und weltberühmten Kanälen jeden Augenblick sein Gesicht. Tintoretto verstand es schon als junger Maler, diesen besonderen wechselhaften Reiz der Lagunenstadt einzufangen. Tintoretto schuf unzählige Werke, sowohl für die Kirche als auch für Privatleute. Sein inbrünstiger Stil machte ihn zum Symbol für die venezianische Malerei der Renaissance und bereitete den Weg für die Malerei des Barocks. (2): Venedig, eine in Samt gehüllte Stadt Der Samt von Venedig trägt seinen Namen nicht umsonst: Seine Lichtreflexe und leuchtenden Farben erinnern an die zahlreichen Kanäle der Stadt. Um den kostbaren Stoff zu erhalten, wird hochwertige Seide in einer ausgefeilten Webtechnik verarbeitet. Rote Farbe und die aufwendigen Muster machen das Produkt einzigartig. Damals zeugte es vom Reichtum und der politischen Macht der Stadt – und tatsächlich ist der Samt noch heute eine der wichtigsten Einnahmequellen der Serenissima. (3): Guidos italienisches Erbsen-Risotto Guidos Risotto mit grünen Erbsen ist ein typisches venezianisches Frühlingsgericht. Wie bei so vielen einfachen italienischen Rezepten spielt die Auswahl der Zutaten eine große Rolle. Beim Reis schwört Guido auf die Sorte Vialone Nano – dazu kommen Weißwein, Parmesan und frische Erbsen. (4): Venedig: Eine explosive Premiere Venedigs Macht mag vergangen sein, doch noch immer strahlt die Stadt in voller Pracht. In der St.-Markus-Bucht wird bis heute die symbolische Hochzeit der Serenissima mit dem Meer gefeiert (ʺFesta della Sensaʺ). Damit wird auch an den Friedensvertrag erinnert, der 1177 vom Papst Alexander III. und Kaiser Friedrich Barbarossa in Venedig unterzeichnet wurde. Der venezianische Doge Sebastiano Ziani vermittelte in diesem Konflikt. Dieser neue Frieden und der Zugang zum Meer haben es Venedig ermöglicht, ein großes Handelsimperium aufzubauen. Doch im Sommer 1849 ist die Lagune auch Schauplatz eines katastrophalen Experiments … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 10.04.2026 arte
  • Folge 298 (44 Min.)
    (1): Anna Moï und die bittersüße Geschichte Vietnams Die Schriftstellerin Anna Moï wurde 1955 in Saigon geboren und schreibt in ihrer zweiten Muttersprache Französisch. 2003 kehrte sie, das Kriegskind, in die Heimat zurück und wurde mit ihren Erinnerungen konfrontiert. Im Jahr darauf erschien der Roman „Schwarzer Reis“. Darin beschreibt sie das Schicksal der beiden Schwestern Tan und Tao, die während des Krieges von südvietnamesischen Soldaten verhaftet, gefoltert und interniert werden. Inmitten des Leids werden ihnen die Erinnerungen an die Gerüche und Geräusche Saigons zur Zuflucht. (2): Vietnam: Lateinische Schrift als Identität Von der Hauptstadt Hanoi bis zur alten Kaiserstadt Hue: Die Vietnamesen sind gerne anders. So verwendet Vietnam als einziges Land auf dem asiatischen Kontinent das lateinische Alphabet. Importiert wurde es von Jesuitenpriestern, die damit die vietnamesische Sprache transkribierten und die Bevölkerung evangelisierten. Nach und nach löste die lateinische Schrift die vietnamesische ab und wurde zum Ausdruck für Nationalstolz und Unabhängigkeit. (3): Vietnam: Nguyens Entensuppe Auf dem Markt in Hanoi kauft Nguyen eine Ente für ihre Suppe. Zu Hause gibt sie zunächst das Geflügel zusammen mit Zwiebeln, Ingwer und gegrillten Schalotten in einen Kochtopf. Dann bereitet sie die weiteren Zutaten vor: Fischsoße, Fadennudeln, Bambussprossen und frische Kräuter. Sobald die Ente gar ist, wird alles zusammengefügt – und fertig ist die Suppe! (4): Vietnam: Der König der Hochstapler In den 1880er Jahren war Vietnam eine französische Kolonie und begehrtes Ziel für alle, die auf Eroberungen aus waren. Einer dieser Glücksritter, Charles David de Mayréna, versuchte bei den Einheimischen das Unmögliche: ein eigenes Königreich zu gründen … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 17.04.2026 arte
  • Folge 299 (45 Min.)
    (1): Delft: Die schönste Stadt in Vermeers Bilderwelten Das Städtchen Delft im Westen der Niederlande mit seinen Kanälen und prächtigen Bürgerhäusern aus rotem Backstein zeugt bis heute von den Erfolgen der niederländischen Kaufleute. Hier erblickte 1632 mit Johannes Vermeer einer der großen Meister der niederländischen Malerei das Licht der Welt. Weltberühmt sind seine Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, „Dienstmagd mit Milchkrug“ und „Ansicht von Delft“. Weitaus weniger bekannt, aber nicht minder geheimnisvoll, ist dagegen Vermeers Geburtsstadt. (2): In den Niederlanden: Blühender Wohlstand In den Niederlanden ist die Tulpe ein Star. Sie eint das Volk, bringt Farbe in die Landschaft und ist die Heldin des Nationalepos. Jedes Jahr wird ihr deshalb ein eigener Tag sowie ein achtwöchiges Festival gewidmet. Die Geschichte der ursprünglich nicht einheimischen Blume ist untrennbar mit der des Landes verbunden und handelt von Faszination, Spekulation und manchmal auch vom nackten Überleben. Die Niederlande produzieren heute einen Großteil der weltweit verkauften Tulpen. (3): Niederlande: Renés Bohnensuppe mit Algen In Lutjewinkel führt uns René auf den letzten Bauernhof der Niederlande, wo Bohnen noch auf traditionelle Art angebaut werden – darunter auch die Wieringer in den Farben Weiß und Orange, der holländischen Nationalfarbe. Die Bohnen bereitet René als Suppe zu, weitere Zutaten sind Queller, Meerlattich und Hecht. (4): Niederlande: Mit dem Fahrrad Richtung Zukunft Speichen, Lenker, Räder überall – Drahtesel sind von den Straßen Amsterdams nicht mehr wegzudenken. Doch erst eine Aktion im Jahr 1965 sicherte dem Fahrrad einen Platz im Herzen der Amsterdamer und inspirierte auch andere europäische Hauptstädte … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 24.04.2026 arte
  • Folge 300 (44 Min.)
    (1): Claude McKays buntes Marseille Der 1889 geborene jamaikanische Autor Claude McKay war einer der ersten Vertreter der Harlem Renaissance. Als er 1924 in Marseille landete, war er in den USA bereits ein anerkannter Dichter. Krank und ruhebedürftig ließ sich der Poet, Weltenbummler und Freigeist für ein paar Jahre in der südfranzösischen Hafenstadt nieder. Ihr buntes Treiben inspirierte ihn zu zwei Romanen: „Romance in Marseille“, der erst 2020 wiederentdeckt und veröffentlicht wurde, und „Banjo: A Story without a Plot“ (1929), eine erstaunlich moderne Geschichte über eine Gruppe von Vagabunden sowie über Liebe und Musik, Sex und Alkohol und die Entdeckung der eigenen Negroness. (2): Die Fischerhütten von Marseille Die südfranzösische Mittelmeermetropole mit ihren berühmten Calanques ist seit jeher dem Meer zugewandt. Einst war sie ein Fischerdorf. In dieser Zeit entstanden die Cabanons: Hütten, in denen die Fischer ihre Ware aufbewahrten. Als mit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert Arbeiter nach Marseille strömten, wurden die Cabanons zu Wohnhäusern und Symbolen einer Lebensart „à la marseillaise“. (3): Marseille: Hervés Aioli Hervé verrät sein Rezept für ein typisches Gericht der Provence: Aioli. Dafür braucht es frische Eier, eine bunte Auswahl an Gemüse, Kabeljau und vor allem sehr viel Knoblauch. (4): Marseille: Eine originelle Besucherin Seit mehr als 2.000 Jahren ist Marseille ein Ort der Begegnung zwischen Nord- und Südeuropa, Reisenden und Waren aus aller Welt, und der alte Hafen war schon immer Mittelpunkt dieses geschäftigen Treibens. Im 19. Jahrhundert ging hier eine ganz besondere Touristin an Land … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 01.05.2026 arte

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