„Trapper John, M.D.“: Charles Siebert ist tot

    Darsteller von Stanley Riverside II erlag Corona-Erkrankung

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 01.06.2022, 11:47 Uhr

    Charles Siebert (1938 – 2022) – Bild: IMAGO / Courtesy Everett Collection
    Charles Siebert (1938 – 2022)

    Im Alter von 84 Jahren ist der US-amerikanische Schauspieler Charles Siebert verstorben. Das berichtet nun Deadline. Demnach war der Darsteller bereits am 1. Mai an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung verstorben. Zu größerer Bekanntheit war Siebert mit der Rolle als Dr. Stanley Riverside II gekommen, die er in allen sieben Staffeln des Krankenhausdramas „Trapper John, M.D.“ gespielt hatte.

    Der Part des eher aufgeblasenen Stanley Riverside II war in der Serie so etwas wie der Antagonist für die umgänglichen Protagonisten, Trapper John McIntyre (Pernell Roberts) und Dr. ‚Gonzo‘ Gates (Gregory Harrison). Riversides Vater war der Vorstandsvorsitzende im Krankenhaus, weswegen der Arzt sich in der Regel für etwas Besseres hielt. Allerdings konnte Riverside sich auch durch solide Fähigkeiten beweisen. Für Siebert war es die mit Abstand größte Rolle in seiner Karriere.

    Siebert wurde 1938 in Wisconsin geboren. Er studierte Schauspiel und begann seine Karriere auf den Theaterbühnen der USA, wo er bis 1967 vornehmlich in regionalen Produktionen auftrat. 1968 folgte sein Broadway-Debüt. Parallel kam Sieber zu ersten TV-Rollen, hauptsächlich in Soaps.

    Später war Siebert dann häufiger auch in Dramaserien in Gastrollen zu sehen, unter anderem in „Kojak“, „Detektiv Rockford: Anruf genügt“ oder „Hulk“. Eine wiederkehrende Gastrolle in „Mary Hartman, Mary Hartman“ von Erfolgsproduzent Norman Lear zog später weitere Gastauftritte in dessen Comedyserien nach sich, darunter „All In The Family“, „Good Times“, „Maude“ und „One Day at a Time“.

    1979 zog Siebert dann die Rolle als Riverside in „Trapper John, M.D.“ an Land, der er für knapp über 150 Episoden bis zu ihrem Ende im Jahr 1986 treu blieb. Ab 1982 führte er auch ein halbes Dutzend Mal Regie bei der Serie, was später ein zweites Standbein für ihn wurde – bei 14 weiteren Serien gehörte er ebenfalls zu den Regisseuren.

    Darunter zum Ende seiner Karriere hin auch mehrfach in „Pensacola“, „Hercules“ und „Xena“, während er noch in „Hotel“, „Einer gegen alle – Mancuso, FBI“, „Matlock“ oder „Mord ist ihr Hobby“ vor der Kamera zu sehen war.

    Nach dem Ende seiner Fernsehkarriere zum Jahrtausendwechsel wirkte Charles Siebert noch ab 2012 in seiner Wahlheimat Santa Rosa (Kalifornien) im Umfeld des örtlichen 6th Street Playhouse. Dort würdigte man den Verstorbenen: Er war ein großzügiger Schauspielkollege, hatte einen einnehmenden Sinn für Humor, einen Erfahrungsschatz und reines, ungetrübtes Talent, was ihn zu überragenden, unvergesslichen Darbietungen befähigte. Und weiter: Er war nicht nur ein Vollblut-Künstler, er wurde auch für jeden, der mit ihm arbeitete, zum Mentor.

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