RTL-Ausblick 2021: Dschungelshow, „Murmel Mania“ und „Zeugnis für Deutschland“

    „Ninja Warrior Germany“-Allstars, „DSDS“ mit Wendler und „Bachelor“ in Deutschland

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 08.12.2020, 12:57 Uhr

    „Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow“ mit Daniel Hartwich (l.), Dr. Bob und Sonja Zietlow – Bild: TVNOW/Stefan Menne
    „Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow“ mit Daniel Hartwich (l.), Dr. Bob und Sonja Zietlow

    RTL gewährt einen Ausblick auf seine Highlights in den kommenden Monaten. Geschäftsführer Jörg Graf gibt im Rahmen des „Mediengruppe RTL Podcasts“ Einblicke in die Pläne und spricht von einer Programmoffensive im ersten Halbjahr 2021. Er erläutert unter anderem, wie der Dschungelcamp-Ersatz „Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow“ aussehen wird und weshalb Michael Wendler trotz seines inakzeptablen Verhaltens in der kommenden Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ zu sehen sein wird.

    Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow

    Über das Dschungelcamp sagt Jörg Graf: Wir wollten aber auf gar keinen Fall auf ein ‚Ich bin ein Star…‘ verzichten. Ich finde, das Format gehört einfach im Januar zu RTL dazu, es ist wahnsinnig erfolgreich. Wir haben viel überlegt und irgendwann gesagt: ‚Wir machen uns frei davon, mit einer Brechstange in den Schwarzwald zu ziehen und dort den Dschungel nachzuspielen.‘ Das ist es einfach nicht. Es sollen alle Beteiligten dabei sein – die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich, die Autoren und das Kreativteam. Wir machen jetzt das, was eigentlich immer schon alle dachten: Dass der Dschungel heimlich hier in Ossendorf im Studio produziert wird. Jetzt produzieren wir wirklich im Studio. Es soll eine Mischung aus „Favorite Moments“ und lustigen Spielen werden.

    In den 15 Live-Shows kämpfen ab dem 15. Januar täglich ab 22:15 Uhr prominente Dschungelcamp-Bewerber um eine Teilnahme im nächsten richtigen Dschungelcamp 2022. Die Anwärter müssen in Spielen, die einen Bezug zum Dschungel haben, beweisen, ob sie überhaupt tauglich für das Dschungelcamp in Australien sind. Pro Sendung bestimmen die Zuschauer, welcher Anwärter die Show verlassen muss. Nur einer von ihnen erhält im Finale am 29. Januar das „goldene Ticket“ sowie ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro. Darüber hinaus wird in jeder Ausgabe mit Studiogästen und ehemaligen Campern auf die Highlights je einer der vergangenen 14 Staffeln zurückgeblickt. Daneben machen sich die Gäste stark für ihre Lieblinge und lästern über die in Ungnade gefallenen Kandidaten. Dr. Bob ist ebenfalls fester Bestandteil jeder Liveshow und schätzt die IBES-Bewerber ein.

    Unterhaltung und Factual Entertainment

    Bestätigt ist nun außerdem offiziell, dass RTL für das Frühjahr die neue Eventshow „Murmel Mania“ plant, die quasi als Ersatz für den „Domino Day“ dient. Eine Show, in der Promis einen Murmel-Parcours bespielen. Die Idee hängt mit der Faszination für den ’Domino Day“ zusammen, den wir als großes Event mit wochenlanger Vorbereitung so nicht produzieren können. Aber wir wollen das Thema bespielen. Und wir machen neben der Murmel-Mania noch eine Kettenreaktions-Show, die nicht an einem Abend über mehrere Stunden stattfindet, sondern in mehreren Folgen, so Jörg Graf.

    Von der erfolgreichen Physical-Gameshow „Ninja Warrior Germany“ soll es im Frühjahr eine Allstars-Serie geben. Darüber hinaus wird die Musik-Rateshow „I Can See Your Voice“ fortgesetzt, die im Sommer mit zwei Pilotfolgen getestet wurde. Wir sind überzeugt davon, dass das Programm noch mehr kann. Das Format soll überarbeitet werden und mit mehr Folgen zurückkehren. Es wird auch eine neue Staffel von „Der Bachelor“ geben – allerdings in etwas anderer Form. Den ‚Bachelor‘ haben wir nun wie viele andere Produktionen nach Deutschland verlegt. Und ja, man kann sich also auch in Deutschland gut verlieben.

    Darüber hinaus habe man sich auch zum Ziel gesetzt, Unterhaltung mit Relevanz zu verknüpfen. So wird es Anfang des Jahres die neue Show „Zeugnis für Deutschland“ mit Barbara Schöneberger und vielen prominenten Experten geben. Es geht um Fragen wie: Was ist uns wichtig in Deutschland? Wie gehen wir mit einander um? Da wollen wir Deutschland ein Zeugnis ausstellen. Dann gucken wir mal, ob Deutschland versetzt wird oder nicht.

    Außerdem startet am 3. Januar ein ungewöhnliches Erziehungsexperiment namens „Train Your Baby Like a Dog – Die Hund-Kind-Methode“. Da staunt man erst mal. Wir wollen Experimente mit einer tollen Hunde- bzw. Tiertrainerin machen, die die Methodik einer konsequenten Erziehung, aus dem was sie im Umgang mit Tieren gelernt hat, überträgt. Oder auch aus ihrer Erfahrung mit Menschen, denn im Grunde genommen trainieren Hundetrainer ja eher die Menschen als die Tiere. Wir wollen schauen: Kann man das eigentlich auf den Umgang mit Kindern übertragen? Ein sehr, sehr spannendes Experiment! Hundetrainerin Aurea Verebes begleitet zwei Familien bei ihrem mehrwöchigen Trainingsprogramm. Die Umsetzung wurde von Experten aus der Kinder- und Jugendpsychotherapie begleitet und medienpädagogisch betreut. Das Coaching-Format ist sonntags um 19:05 Uhr zu sehen.

    Zum Thema „Deutschland sucht den Superstar“ und Michael Wendler sagt Jörg Graf: ‚DSDS‘ findet statt. Michael Wendler ist bei den Castings dabei, die allesamt abgedreht waren, als er sich entschloss, aus der Jury auszusteigen. Den Rest der Geschichte kennen wir alle. Wir haben uns dazu entschlossen, nicht länger mit Michael Wendler zu arbeiten, seit dem Zeitpunkt, wo wir Kenntnis davon hatten, was er da publiziert hat. Dazu stehen wir auch. Gleichwohl – die Castings sind da. Wir können ihn schon allein aus Fairness-Gründen den Kandidaten gegenüber nicht rausschneiden. Er hat mitgevotet und auch aufgrund seines Jury-Entscheids sind Leute in den Recall gekommen.

    Information und Dokumentation

    Die Stärke und Aufgaben des linearen Fernsehens im Vergleich zu On-Demand-Diensten sieht Jörg Graf wie folgt: Die Strategie ist sehr, sehr klar. Ich glaube, für lineares Fernsehen sind aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen wahnsinnig wichtig. Fiktionale Formate findet man überall, auch sehr stark auf den VoD-Plattformen. Da machen wir gemeinsam mit TVNOW gerade auch eine echte Fiction-Offensive. Aber ich glaube, wenn man auf die linearen Sender schaut, ist aktuelle Information wichtig. So war es noch vor zwei Jahren bei RTL eine ganz große Ausnahme, wenn das Programm am Nachmittag unterbrochen wird oder um 20:15 Uhr kurzfristig mal eben ein 15- bis 20-minütiges Nachrichten-Special gezeigt wird. Das ist zunehmend zu einem Normalfall geworden, wenn wir starke Themen finden. Das RTL-Newsteam sei wild entschlossen, noch mehr zu machen.

    Auch neue investigative Reportagen von Tamer Bakiner und „Team Wallraff“ sind angekündigt, aber auch mit einem neuen Protagonisten: Henning Baum macht mit Polizeischülern eine Ausbildung. Dies sei ein Herzenswunsch von Henning gewesen. Es ist wirklich sehr emotional, sehr stark. Man sieht, was Polizisten teilweise aushalten müssen, zum Beispiel bei Demonstrationen. Wenn jemand selbst sagt: ‚Dieses Thema liegt mir am Herzen, darüber würde ich gerne mal eine Sendung machen‘, dann überträgt sich das sehr stark und wird automatisch glaubwürdig, echt und emotional. Darauf freue ich mich riesig. Dazu planen wir über Henning Baum hinaus weitere Specials.

    Unter dem Titel „Alt und abgefahren“ wird es eine neue Dokureihe über 80- bis 90-jährige Autofahrer geben, darüber hinaus wird das Thema „Erben gesucht“ bzw. Ahnenforschung einen Platz im Programm haben. In dem neuen Format „Snackmasters“ versuchen prominente Köche, starke Marken nachzubauen. Hierbei handelt es sich um eine Adaption der britischen Sendung.

    Fiction

    Wenig Neuigkeiten gibt es aus dem fiktionalen Bereich, da die Corona-Krise die Dreharbeiten verkompliziert hat. Dies liegt vor allem daran, dass Serien und Filme on Location gedreht werden, im Gegensatz zu Shows im Studio. An den bereits vor langer Zeit angekündigten Projekten wie „Der König von Palma“, „Faking Hitler“ und der Biographie „Der Spieler“ über Boris Becker will man weiterhin festhalten. Die zurückliegenden Monate habe man vor allem dazu genutzt, um die Drehbücher zu überarbeiten. Darüber hinaus habe man noch einige Überraschungen in petto, die man noch nicht verraten will. Auch die intensive Kooperation mit TVNOW betont Jörg Graf. Ab Januar wird es in jedem Fall neue Folgen der Serien „Der Lehrer“, „Schwester, Schwester – Hier liegen Sie richtig!“, „Magda macht das schon!“ zu sehen geben (fernsehserien.de berichtete). Zudem steht noch die dritte und finale Staffel von „Sankt Maik“ aus.

    Die Corona-Krise habe RTL vor besonders große Herausforderungen gestellt, weil der Sender inzwischen im Gegensatz zu anderen Kanälen nahezu ausschließlich aus Eigenproduktionen besteht und man auf eingekaufte Lizenserien verzichtet. Was wahnsinnig gut geklappt hat, war, dass alle Kolleginnen und Kollegen an einem Strang gezogen haben. Das hat alles nur so gut funktioniert, weil sich wirklich alle unfassbar reingehängt und jede Herausforderung angenommen haben.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Ich habe dieses Jahr RTL nicht eingeschaltet. Und so wie es aussieht werde ich es 2021 auch nicht tun da ich Eigenproduktionen nicht sehen will.

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