• Folge 117 (45 Min.)
    So wie man sie heute kennt, mit ihren roten Klinkern, ihrem an einen Kirchgang erinnernden Fußweg und den beiden prägnanten Türmen ist die Oberbaumbrücke „erst“ 1896 entstanden. Und damit 130 Jahre alt. Dass es sie so noch gibt, verdankt sie der aufwendigen Restaurierung knapp 100 Jahre nach ihrer Entstehung 1995. Sie ist schon immer Grenze gewesen: Einst zwischen Brandenburg und Berlin, dann zwischen Friedrichshain und Kreuzberg und zu Zeiten der Berliner Mauer zwischen Ost und West. Am Fuße der Oberbaumbrücke haben Tragödien stattgefunden: Fünf Kinder sind hier in der Spree ertrunken, weil DDR Grenzsoldaten eine schnelle Rettung nicht zugelassen haben. Und von ihren Türmen wurde zu Mauerzeiten scharf geschossen: Auf Flüchtende, wie die junge Mutter Jutta Grabert mit ihrem Baby, die es 1962 in einem Ausflugsdampfer nach Westberlin schaffen will. In den Pfeilern der Brücke sind Geschichten versteckt, wie die vom U-Bahnhof „Stralauer Thor“, einem Kuriosum, das es heute längst nicht mehr gibt. Und dann sind da noch die beiden Türme – märkischen Stadttoren nachempfunden – die so manches Geheimnis in sich tragen. Heute verbindet die Oberbaumbrücke mehr als sie trennt: Der nahegelegene „Molecule Man“ des Künstlers Jonathan Borofsky steht symbolisch für die Einheit der Welt und auch die traditionelle Wasserschlacht zwischen den Bezirken Friedrichshain und Kreuzberg in den 2000er Jahren hat letztlich ein versöhnliches Ende genommen. Dieser Geheimnisvolle Ort erzählt Geschichten und Geschichte rund um die Oberbaumbrücke und die Viertel, die an ihren Endpunkten entstanden sind. (Text: rbb)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 18.11.2026 rbb

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