Faszination Erde Staffel 24, Folge 3: Borneo – Zurück in die Wildnis
Staffel 24, Folge 3
129. Borneo – Zurück in die Wildnis
Staffel 24, Folge 3 (45 Min.)
30 Meter über dem Regenwaldboden: Hannah Emde steigt in einen Urwaldriesen, um Futterpflanzen zu untersuchen. Nur wer den Wald versteht, kann Orang-Utans erfolgreich auswildern.
Bild: Thorsten Eifler / ZDF
Nach mehr als zehn Jahren Vorbereitung sollen drei Orang-Utans in den Tiefen des ältesten Regenwalds der Erde freigelassen werden. Hannah Emde begleitet eine der schwierigsten Auswilderungen weltweit. Tief im ältesten Regenwald der Erde zeigt „Faszination Erde“, wie viel Forschung, Risiko und Hoffnung nötig sind, um Orang-Utans zurück in die Wildnis zu bringen. Der Regenwald im indonesischen Borneo ist ein Ort, an dem Echsen fliegen, Schlangen von Baum zu Baum segeln und Nasenaffen gelassen durch die Kronen turnen. Dieses hochkomplexe Ökosystem ist zugleich einer der letzten Rückzugsorte für Orang-Utans.
Diese Folge von „Terra X: Faszination Erde“ erzählt die Geschichte dieses einzigartigen Lebensraums und folgt drei Orang-Utans auf ihrem Weg zurück in die Freiheit: Kapuan, Putri und Ficz wurden als Babys ihren Müttern entrissen – und konnten von der Borneo Orangutan Survival Foundation (BOSF) gerettet werden. Jetzt sollen sie nach Jahren in der BOSF-Auffangstation in die Freiheit entlassen werden. Bevor es auf die gefährliche Reise geht, besucht Hannah Emde dort die Kinderkrippe, den Kindergarten und die Orang-Utan-Schule und erlebt, wie menschliche Pflegerinnen die Mutterrolle für die Tiere übernehmen – wissend, dass jede Bindung später wieder gelöst werden muss, denn in der Wildnis müssen die Affen alleine zurechtkommen.
Auswilderungen sind extrem selten, denn der Aufwand ist immens. Gesundheitschecks für Menschen
und Tiere, wissenschaftliche Begleitung und nicht nur logistische Extrembedingungen wie schlammige Pisten, wackelige Boote und kaum Schlaf sind herausfordernd. Auch das Wissen, dass jeder noch so kleine Fehler für die Tiere über Leben oder Tod entscheiden kann, ist nervenaufreibend.
Der emotionale Höhepunkt des Films ist schließlich die Auswilderung. Der männliche Orang-Utan Ficz wirkt bedrohlich und entpuppt sich als schwieriger Kandidat, während die Weibchen Kapuan und Putri gut kooperieren. Die Zukunft der Tiere ist ungewiss – aber es gibt Anlass zur Hoffnung. Denn Artenschutz ist Naturschutz. Hannah Emde trifft in der Tuanan-Station Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die den Regenwald erforschen – von Schlafnestern über Futterpflanzen bis zur Rolle der Orang-Utans als „Gärtner des Waldes“. Die indonesische Forscherin Sri Sumi Atomko hat ihr wissenschaftliches Leben den Orang-Utans gewidmet hat.
Mit ihr klettert Hannah Emde zu den Nahrungsbäumen hoch und lernt, warum ohne intakten Wald keine Auswilderung funktionieren kann. Die Bedrohungen für die Tiere in Indonesien sind vielfältig: Neben Abholzung und Plantagen ist illegaler Wildtierhandel ein großes Problem. Hannah Emde folgt Schmuggelrouten, begleitet Hundestaffeln bei nächtlichen Kontrollen und wird Zeugin, wie brutal der Markt für „süße“ Tierbabys ist. Hoffnung hingegen machen Schutzprojekte, Wiederaufforstung und neue Konzepte für die Koexistenz von Mensch und Wildnis. (Text: ZDF)
Deutsche Streaming-PremiereMi. 04.03.2026ZDFmediathekDeutsche TV-PremiereSo. 29.03.2026ZDF