Der Schiffskoch Harrison Okene überlebt 62 Stunden in einer Luftblase im Rumpf eines gesunkenen Schleppers.
Bild: ZDF und DCN Diving
Wie überlebt man auf einer Insel ohne Frischwasser, in einer Luftblase in einem Wrack oder auf einem steuerlosen Katamaran auf dem Pazifik? Drei Schiffbrüchige erzählen ihre Geschichte. Den sechs Teenagern, die auf der Insel ʻAta stranden, hilft ihr Zusammenhalt. Koch Harrison Okene hält es dank seines Glaubens 62 Stunden im Rumpf eines gesunkenen Schiffs aus, und Segler Tim Shaddock denkt: Ohne seine Hündin Bella hätte er die Hoffnung verloren. Trotz moderner Navigation und Satellitenkommunikation: Tausende erleiden jedes Jahr Schiffbruch, manche gehen für immer verloren. Wie meistert man die psychologischen und physischen Herausforderungen in einer aussichtslos scheinenden Situation? Die Protagonisten von drei der dramatischsten Schiffbruchgeschichten der letzten Jahrzehnte erzählen ihre Strategien.
Sione Filipe Totau aus Tonga strandete in den Sechzigerjahren zusammen mit fünf Freunden auf der Insel ʻAta im Südpazifik. Die Jungs überlebten 15 Monate dank ihrer Kenntnisse der Natur und ihrer Freundschaft. Als der Schlepper Jascon 4 im Jahr 2013 vor Nigeria versank, waren die Chancen von Schiffskoch Harrison Okene zu überleben, gering. Er saß in einer Luftblase des auf 30 Metern Tiefe gesunkenen Schiffs. Tauchern gelang es, ihn nach
drei Tagen zu retten.
Er ist davon überzeugt, dass sein Glaube ihn stärkte und stabilisierte. Der australische Einhandsegler Tim Shaddock wollte allein mit seiner Hündin Bella von Mexiko über Französisch-Polynesien nach Australien segeln. Eine mehrere Tausend Kilometer lange Reise. Doch sein Katamaran wurde bei rauem Seegang beschädigt und die Navigation zerstört. Zwei Monate verbrachte er mitten auf dem Pazifik auf dem manövrierunfähigen Gefährt und ernährte sich von rohem Fisch und Sauerkraut. Vielleicht hätte er aufgegeben, doch seiner Hündin zuliebe wollte er durchhalten.
An Originalschauplätzen und authentischen Orten des Geschehens gewähren die ehemaligen Schiffbrüchigen sehr persönliche Einblicke in ihre lebensbedrohlichen Erlebnisse. Der Zuschauer erfährt, wie sie mit Einsamkeit, Angst, Hunger und Durst umgegangen sind und was ihnen geholfen hat, nicht aufzugeben – trotz widriger Umstände. Prof. Hanns-Christian Gunga, Physiologe und Experte für extreme Umwelten von der Charité Berlin, und Prof. Jürgen Margraf, Psychologe und Experte für Angststörungen von der Ruhr-Universität Bochum, ordnen die Herausforderungen, mit denen sich die Schiffbrüchigen konfrontiert sahen, und deren Verhalten vertiefend ein. (Text: ZDF)