2026 (Folge 297⁠–⁠309)

  • Folge 297 (45 Min.)
    (1): Venedig: Tintorettos helldunkles Reich Im irisierenden Spiegel aus Himmel und Wasser verändert Venedig mit seinen gewundenen Gässchen, prächtigen Palästen und weltberühmten Kanälen jeden Augenblick sein Gesicht. Tintoretto verstand es schon als junger Maler, diesen besonderen wechselhaften Reiz der Lagunenstadt einzufangen. Tintoretto schuf unzählige Werke, sowohl für die Kirche als auch für Privatleute. Sein inbrünstiger Stil machte ihn zum Symbol für die venezianische Malerei der Renaissance und bereitete den Weg für die Malerei des Barocks. (2): Venedig, eine in Samt gehüllte Stadt Der Samt von Venedig trägt seinen Namen nicht umsonst: Seine Lichtreflexe und leuchtenden Farben erinnern an die zahlreichen Kanäle der Stadt. Um den kostbaren Stoff zu erhalten, wird hochwertige Seide in einer ausgefeilten Webtechnik verarbeitet. Rote Farbe und die aufwendigen Muster machen das Produkt einzigartig. Damals zeugte es vom Reichtum und der politischen Macht der Stadt – und tatsächlich ist der Samt noch heute eine der wichtigsten Einnahmequellen der Serenissima. (3): Guidos italienisches Erbsen-Risotto Guidos Risotto mit grünen Erbsen ist ein typisches venezianisches Frühlingsgericht. Wie bei so vielen einfachen italienischen Rezepten spielt die Auswahl der Zutaten eine große Rolle. Beim Reis schwört Guido auf die Sorte Vialone Nano – dazu kommen Weißwein, Parmesan und frische Erbsen. (4): Venedig: Eine explosive Premiere Venedigs Macht mag vergangen sein, doch noch immer strahlt die Stadt in voller Pracht. In der St.-Markus-Bucht wird bis heute die symbolische Hochzeit der Serenissima mit dem Meer gefeiert (ʺFesta della Sensaʺ). Damit wird auch an den Friedensvertrag erinnert, der 1177 vom Papst Alexander III. und Kaiser Friedrich Barbarossa in Venedig unterzeichnet wurde. Der venezianische Doge Sebastiano Ziani vermittelte in diesem Konflikt. Dieser neue Frieden und der Zugang zum Meer haben es Venedig ermöglicht, ein großes Handelsimperium aufzubauen. Doch im Sommer 1849 ist die Lagune auch Schauplatz eines katastrophalen Experiments … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 10.04.2026 arte
  • Folge 298 (44 Min.)
    (1): Anna Moï und die bittersüße Geschichte Vietnams Die Schriftstellerin Anna Moï wurde 1955 in Saigon geboren und schreibt in ihrer zweiten Muttersprache Französisch. 2003 kehrte sie, das Kriegskind, in die Heimat zurück und wurde mit ihren Erinnerungen konfrontiert. Im Jahr darauf erschien der Roman „Schwarzer Reis“. Darin beschreibt sie das Schicksal der beiden Schwestern Tan und Tao, die während des Krieges von südvietnamesischen Soldaten verhaftet, gefoltert und interniert werden. Inmitten des Leids werden ihnen die Erinnerungen an die Gerüche und Geräusche Saigons zur Zuflucht. (2): Vietnam: Lateinische Schrift als Identität Von der Hauptstadt Hanoi bis zur alten Kaiserstadt Hue: Die Vietnamesen sind gerne anders. So verwendet Vietnam als einziges Land auf dem asiatischen Kontinent das lateinische Alphabet. Importiert wurde es von Jesuitenpriestern, die damit die vietnamesische Sprache transkribierten und die Bevölkerung evangelisierten. Nach und nach löste die lateinische Schrift die vietnamesische ab und wurde zum Ausdruck für Nationalstolz und Unabhängigkeit. (3): Vietnam: Nguyens Entensuppe Auf dem Markt in Hanoi kauft Nguyen eine Ente für ihre Suppe. Zu Hause gibt sie zunächst das Geflügel zusammen mit Zwiebeln, Ingwer und gegrillten Schalotten in einen Kochtopf. Dann bereitet sie die weiteren Zutaten vor: Fischsoße, Fadennudeln, Bambussprossen und frische Kräuter. Sobald die Ente gar ist, wird alles zusammengefügt – und fertig ist die Suppe! (4): Vietnam: Der König der Hochstapler In den 1880er Jahren war Vietnam eine französische Kolonie und begehrtes Ziel für alle, die auf Eroberungen aus waren. Einer dieser Glücksritter, Charles David de Mayréna, versuchte bei den Einheimischen das Unmögliche: ein eigenes Königreich zu gründen … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 10.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 17.04.2026 arte
  • Folge 299 (45 Min.)
    (1): Delft: Die schönste Stadt in Vermeers Bilderwelten Das Städtchen Delft im Westen der Niederlande mit seinen Kanälen und prächtigen Bürgerhäusern aus rotem Backstein zeugt bis heute von den Erfolgen der niederländischen Kaufleute. Hier erblickte 1632 mit Johannes Vermeer einer der großen Meister der niederländischen Malerei das Licht der Welt. Weltberühmt sind seine Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, „Dienstmagd mit Milchkrug“ und „Ansicht von Delft“. Weitaus weniger bekannt, aber nicht minder geheimnisvoll, ist dagegen Vermeers Geburtsstadt. (2): In den Niederlanden: Blühender Wohlstand In den Niederlanden ist die Tulpe ein Star. Sie eint das Volk, bringt Farbe in die Landschaft und ist die Heldin des Nationalepos. Jedes Jahr wird ihr deshalb ein eigener Tag sowie ein achtwöchiges Festival gewidmet. Die Geschichte der ursprünglich nicht einheimischen Blume ist untrennbar mit der des Landes verbunden und handelt von Faszination, Spekulation und manchmal auch vom nackten Überleben. Die Niederlande produzieren heute einen Großteil der weltweit verkauften Tulpen. (3): Niederlande: Renés Bohnensuppe mit Algen In Lutjewinkel führt uns René auf den letzten Bauernhof der Niederlande, wo Bohnen noch auf traditionelle Art angebaut werden – darunter auch die Wieringer in den Farben Weiß und Orange, der holländischen Nationalfarbe. Die Bohnen bereitet René als Suppe zu, weitere Zutaten sind Queller, Meerlattich und Hecht. (4): Niederlande: Mit dem Fahrrad Richtung Zukunft Speichen, Lenker, Räder überall – Drahtesel sind von den Straßen Amsterdams nicht mehr wegzudenken. Doch erst eine Aktion im Jahr 1965 sicherte dem Fahrrad einen Platz im Herzen der Amsterdamer und inspirierte auch andere europäische Hauptstädte … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 17.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 24.04.2026 arte
  • Folge 300 (44 Min.)
    (1): Claude McKays buntes Marseille Der 1889 geborene jamaikanische Autor Claude McKay war einer der ersten Vertreter der Harlem Renaissance. Als er 1924 in Marseille landete, war er in den USA bereits ein anerkannter Dichter. Krank und ruhebedürftig ließ sich der Poet, Weltenbummler und Freigeist für ein paar Jahre in der südfranzösischen Hafenstadt nieder. Ihr buntes Treiben inspirierte ihn zu zwei Romanen: „Romance in Marseille“, der erst 2020 wiederentdeckt und veröffentlicht wurde, und „Banjo: A Story without a Plot“ (1929), eine erstaunlich moderne Geschichte über eine Gruppe von Vagabunden sowie über Liebe und Musik, Sex und Alkohol und die Entdeckung der eigenen Negroness. (2): Die Fischerhütten von Marseille Die südfranzösische Mittelmeermetropole mit ihren berühmten Calanques ist seit jeher dem Meer zugewandt. Einst war sie ein Fischerdorf. In dieser Zeit entstanden die Cabanons: Hütten, in denen die Fischer ihre Ware aufbewahrten. Als mit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert Arbeiter nach Marseille strömten, wurden die Cabanons zu Wohnhäusern und Symbolen einer Lebensart „à la marseillaise“. (3): Marseille: Hervés Aioli Hervé verrät sein Rezept für ein typisches Gericht der Provence: Aioli. Dafür braucht es frische Eier, eine bunte Auswahl an Gemüse, Kabeljau und vor allem sehr viel Knoblauch. (4): Marseille: Eine originelle Besucherin Seit mehr als 2.000 Jahren ist Marseille ein Ort der Begegnung zwischen Nord- und Südeuropa, Reisenden und Waren aus aller Welt, und der alte Hafen war schon immer Mittelpunkt dieses geschäftigen Treibens. Im 19. Jahrhundert ging hier eine ganz besondere Touristin an Land … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 24.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 01.05.2026 arte
  • Folge 301 (44 Min.)
    (1): Charlotte Perriands inspirierendes Japan Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Le Corbusier ging die französische Architektin Charlotte Perriand (1903⁠–⁠1999) nach Japan. Die Reise wurde zum Aha-Erlebnis: In Tokio und Kyoto entdeckte Perriand 1940 die zeitlose Schlichtheit des japanischen Baustils und ließ sich vom traditionellen Kunsthandwerk inspirieren. Zurück in Frankreich brachte sie Bambus, buddhistische Formen und Tatamis in ihre eigenen Kreationen ein und entwarf modulierbare, offene Wohnräume sowie Möbel von universeller Eleganz. (2): Die geheimnisvollen Damen von Kyoto Kyoto war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes und damit japanische Hauptstadt. Seit mehr als 1.000 Jahren ist die Stadt eines der Zentren der traditionellen japanischen Kultur. In ihren historischen Gassen mit den Holzhäusern sind manchmal noch Geishas zu sehen. Diese reizenden, hoch gebildeten Unterhaltungskünstlerinnen wurden zum Wahrzeichen der Stadt. Die Geishas, auch Geikos genannt, sind die Hüterinnen der feinen japanischen Lebensart und führten lange eine geheimnisumwobene Existenz. (3): Mayumis Bento In Tokio bereitet Mayumi ein Bento vor: eingelegtes Gemüse, Reis und die Reste vom Vortag, so lautet das Rezept. So gelingt ein günstiges und schnell zubereitetes Gericht zum Mitnehmen. Mayumi kocht Mais, schneidet Rettichstängel klein und brät sie mit Sesam an. Lachsscheiben kommen für einige Minuten in den Ofen. Mayumi gibt zunächst den gekochten Reis in die Bentobox und verteilt dann die übrigen Zutaten darauf. (4): Jagd auf Schwerter Die berühmten Katana-Schwerter sind seit Jahrhunderten der Stolz der japanischen Samurai. Um jeden Versuch einer Revolte der japanischen Schwertkämpfer im Keim zu ersticken, wurde im 16. Jahrhundert als besonders erniedrigende Maßnahme Jagd auf ihre Schwerter gemacht … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 01.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 08.05.2026 arte
  • Folge 302 (45 Min.)
    (1): Agatha Christies Englische Riviera Agatha Christie liebte die Küstenregion von South Devon mit ihren atemberaubenden Landschaften. Die Englische Riviera ist geprägt von schroffen Steilküsten, üppigen Gärten und versteckten Buchten. Hier, in den nostalgischen viktorianischen Häusern und verträumten englischen Gärten, begann die junge Agatha, sich ihre Geschichten auszudenken. (2): Badetourismus made in Britain Großbritannien ist eine riesige Insel, die vom Meer umgeben ist und von Kiesstränden und Badeorten gesäumt wird. Das britische Strandleben ist eine bunte Mischung aus Jahrmärkten, blasser, sonnenempfindlicher Haut und bunt bemalten Umkleidekabinen. Badevergnügen am Meer kennt man hier seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Davor waren das Planschen im Wasser und das Bad in der Sonne überhaupt kein Thema. So überraschend es also auch klingen mag: Der Badetourismus ist eine britische Erfindung! (3): Williams Schweinebraten mit Äpfeln In Brighton liest William frisch vom Baum gefallene Äpfel auf und bringt sie in seine Küche, um ein traditionelles Gericht zuzubereiten: Schweinebauch mit knuspriger Schwarte und Apfelsoße. Bei William weckt die einzigartige Mischung aus herzhaftem Fleisch und süßen Früchten Kindheitserinnerungen. (4): Die Regenschirm-Polemik Portsmouth, eine Hafenstadt mit Marinestützpunkt, erstreckt sich an der englischen Südküste entlang eines Meeres voller Schiffe. Die Engländer haben seit jeher eine symbiotische Beziehung zum Wasser – und dies selbst zu Lande, denn hier regnet es durchschnittlich 136 Tage im Jahr. Früher bedeutete ein kleiner Spaziergang, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Regenschauer abzubekommen – bis ein Brite, ein Abenteurer mit vielen Gesichtern, sich der Sache annahm … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 08.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 15.05.2026 arte
  • Folge 303 (44 Min.)
    (1): Arnaldur Indriðason und die kalte Schönheit Islands Island bezaubert mit schroffem Charme aus windgepeitschten Vulkanlandschaften und nebelverhangenen Hauptstraßen. Arnaldur Indriðason schöpft in der dunklen Schönheit seiner Heimatinsel die Inspiration für seine mysteriösen Krimis, die heute in ganz Nordeuropa bekannt sind. (2): Island: Strick mir einen Pullover! Um sich in Island vor dem eisigen Wind zu schützen, gibt es nichts Besseres als einen Lopapeysa. Dieser ebenso warme wie leichte Pullover wird aus Lopi hergestellt, der Wolle isländischer Schafe. Und von diesen gibt es auf Island doppelt so viele wie Menschen. Dank der geduldigen Tiere konnten sich die Wikinger seinerzeit in dieser unwirtlichen Gegend niederlassen. Im 20. Jahrhundert, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde der Lopapeysa modernisiert – auch wenn die traditionellen isländischen Muster noch immer dazugehören. Das Know-how seiner Herstellung wird in Zeiten der Globalisierung von lokalen Genossenschaften bewahrt. (3): Hans’ isländischer Fisch in Béchamelsoße Ob in Reykjavík oder anderswo auf der Insel: Fisch in Béchamelsoße ist perfekt für Leib und Seele. Früher diente das Rezept der Resteverwertung, mittlerweile ist es ein beliebtes Gericht, dessen Hauptzutat fangfrischer Schellfisch ist. Hans reicht dazu Kartoffeln und traditionelles Roggenbrot. (4): Island: Jagd auf Wale und … Basken Die Gemeinde Hólmavík in den nördlichen Westfjorden Islands liegt in einer beschaulichen Bucht am Fuße der von Gletschern erodierten Berge. Im tiefen Wasser der Fjorde tummeln sich riesige Säugetiere mit imposanten Flossen: Wale, seit Jahrhunderten die begehrte Beute einer äußerst brutalen Jagd, die im 17. Jahrhundert auch zu einem Massaker zwischen Menschen führte. Damals wagten sich die Basken – wahre Meister des Walfangs – bis nach Island vor. Doch schnell wurden aus Jägern Gejagte … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 15.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 22.05.2026 arte
  • Folge 304 (38 Min.)
    (1): Die bayerische Kantate „Carmina Burana“ Die lateinischen Gesänge der „Carmina Burana“ klingen, als stammten sie aus dem Mittelalter. Tatsächlich komponierte Carl Orff die Melodien in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts. Als Inspirationsquelle für seine musikalischen Geistesblitze, die in keine Schublade passen, diente dem Künstler seine bayerische Heimat, die ebenso vielfältig und ambivalent ist wie das berühmte Werk. (2): Berchtesgaden, das bayerische Land der Legenden Das Berchtesgadener Land ist eine spektakuläre Gebirgsregion an der bayerisch-österreichischen Grenze. Im 20. Jahrhundert erlangte Berchtesgaden als zweiter Regierungssitz des NS-Regimes traurige Berühmtheit … Doch die unerschütterlichen Berge und dichten Wälder der deutschen Alpen erzählen noch viel ältere Geschichten und geheimnisvolle Legenden. (3): Susannes saures Lüngerl In München bereitet Susanne ein traditionelles Gericht der bayerischen und österreichischen Küche zu: saures Lüngerl. Die Kalbslungen werden eine Dreiviertelstunde lang gekocht und anschließend kleingeschnitten. Essig verleiht dem Rezept seine besondere Note. Dazu werden Semmelknödel gereicht. Die Gäste lassen es sich schmecken. (4): Bayern: Die Abtei der Überlebenden Nicht weit von München befindet sich die Erzabtei St. Ottilien, in der Benediktinermönche wie in einem kleinen Dorf zusammenleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Ort für Tausende Überlebende zum Symbol der Rückkehr ins Leben. Das erste Konzert nach der Befreiung glich einer Wiederauferstehung … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 29.05.2026 arte
  • Folge 305 (45 Min.)
    (1) Albert Edelfelts Lobgesang auf Finnland Der finnische Historienmaler und geniale Porträtist Albert Edelfelt verewigte Ende des 19. Jahrhunderts die größten Männer seiner Zeit, darunter Louis Pasteur und Zar Nikolaus II. Der Visionär wurde in ganz Europa gefeiert, blieb seiner Heimat jedoch im Herzen treu. Die Bilder, die er jeden Sommer in Finnland malte, veranschaulichen und feiern die Kultur einer Nation im Aufbruch. (2) Finnland, Land der Sammler Die finnischen Landschaften prägen dichte Nadel- und Birkenwälder und tausende, oft eiskalte Seen. Die Finnen ziehen seit Jahrhunderten in die Natur und sammeln alles, was sie hergibt. Denn das Sammeln ist in Finnland ein Grundrecht. (3) Finnland: Stephans Chaga-Kaffee mit Brötchen In Levi macht sich Stephan bei minus 25 Grad Celsius auf die Suche nach Chaga-Pilzen und wird auf den Birken in der Nähe seines Hauses fündig. Unter freiem Himmel kocht er sie mehrere Stunden lang mit Gewürzen und Zucker zu einem Sirup, mit dem er seinen heißen Milchkaffee verfeinert. Dazu serviert er Brötchen mit Konfitüre und gefrorenen Marzipan. (4) Finnland: Wo der Weihnachtsmann „thank you“ sagt Am Rand des Polarkreises im Norden Finnlands liegt ein besonderes Dorf: das Weihnachtsmanndorf! Dass sich der eigentlich im Wald beheimatete Santa nach dem Zweiten Weltkrieg dort niederließ, verdankt sich dem Besuch einer First Lady … (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 28.08.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 04.09.2026 arte
  • Folge 306 (44 Min.)
    (1): Das kaledonische Exil der unverbesserlichen Louise Michel Beim Anblick der einsamen Landschaften Neukaledoniens, dem Archipel der Gegensätze, laufen einem Schauer über den Rücken. Die Sträflingsinseln, auf denen man im 19. Jahrhundert Kriminelle und politische Gefangene inhaftierte, galten als äußerst unwirtlich – angeblich gab es dort sogar Menschenfresser! Louise Michel war Sträfling Nummer 2.182. Sie verbrachte sieben Jahre in der Strafkolonie, wo man versuchte, sie zu brechen. Doch sie kam gestärkt zurück, verwirklichte ihre Ideale und erfand sich als Ethnographin, Botanikerin und Dichterin neu. (2):Neukaledonien: Wilder Westen in der Südsee Die südpazifische Inselgruppe Neukaledonien gehört zu Frankreich, obwohl sie rund 17.000 Kilometer vom Mutterland entfernt liegt. Die Hauptinsel Grande Terre hat viele Gesichter, und im Hinterland – auf Französisch „La Brousse“ genannt – findet man sogar Cowboys. Die Broussards widmen ihr Leben der Viehzucht, ganz stilecht wie im Wilden Westen. (3): Neukaledonien: Fisch im Bananenblatt von Marie-Noëlle Auf der Île des Pins faltet Marie-Noëlle Bananenblätter, um darin Fisch zu garen. Sie gibt Taro und Yamswurzel (zwei tropische Knollen), Kürbis, Meeräschen-Filets und frisch gepresste Kokosmilch hinein. Anschließend gart sie die Papilloten sanft in der Glut, damit der Fisch schön zart bleibt. (4): Neukaledonien: Das Erbe der deportierten Kabylen Auf Neukaledonien halten Muslime anlässlich des Opferfestes Eid am Ende des Ramadans ein Dankesgebet ab. Das Gebet gehört zu den grundlegenden muslimischen Ritualen und findet hier in einer der zwei Moscheen der pazifischen Inselgruppe statt: dem islamischen Zentrum Nessadiou in Bourail. Die religiöse Stätte an der Westküste der Hauptinsel Grande Terre bezeugt einen kaum bekannten Abschnitt der französischen Kolonialgeschichte. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 04.09.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 11.09.2026 arte
  • Folge 307 (45 Min.)
    (1) Ramuntcho – Pierre Lotis Baskenland Im Baskenland, wo das wilde Meer auf die Berge trifft, findet sich eine unberührte Natur. Schon im 19. Jahrhundert erschien diese Region als exotisch und geheimnisvoll. Auch der große Seefahrer Pierre Loti, der schon die ganze Welt umsegelt hatte, erkannte die Schönheit des Baskenlands. Inspiriert von seinen unzähligen Aufenthalten in dieser Gegend schrieb er den Roman „Ramuntcho“, in dem er seine Eindrücke und das Leben in den Dörfern detailliert schildert. Das Baskenland war ihm so ans Herz gewachsen, dass er sich diesmal auf dem Festland auf eines seiner großen Abenteuer begab. (2) Die heiligen Wege des Baskenlandes Jahr für Jahr begeben sich Hunderttausende Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela. Auf dem Weg von Frankreich nach Spanien bildet das Baskenland die vielleicht schönste Etappe der Reise – aber auch die anstrengendste: 25 Kilometer Serpentinen führen durch die baskischen Pyrenäen. Entlang dieses heiligen Wegs, den Menschen seit Jahrtausenden gehen, finden sich uralte archäologische Zeugnisse, die von der Urreligion der Basken erzählen, und Städte mit unverfälschter Atmosphäre, die an die Anfangs- und Blütezeit dieser Pilgerreise erinnern. (3) Frankreich: Guilhems Poulet basquaise Im Dorf Saint-Martin-d’Arberoue im französischen Baskenland bereitet Guilhem in seinem Foodtruck ein typisch baskisches Hühnergericht zu: Poulet basquaise. Dazu brät er Knoblauch, Zwiebeln, süße Paprika und Tomaten an und gibt ein regionales Peperoni-Gewürz dazu. In dieser Soße lässt er sein Huhn köcheln – fertig! Ein todsicheres Rezept. (4) Das absolute Muss: Biarritz – Der Jungfrauenfelsen Der „Rocher de la Vierge“ hat die Form eines Schiffsrumpfs und ist das Wahrzeichen von Biarritz. Auf der Spitze des Felsvorsprungs im Meer mit der atemberaubenden Sicht auf den Golf von Biskaya wacht seit dem 19. Jahrhundert eine Marienstatue über Schiffsleute und Badegäste. Doch sie ist nicht die einzige … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 18.09.2026 arte
  • Folge 308 (45 Min.)
    (1): Das Peking des letzten Kaisers Die Verbotene Stadt ist die legendäre Residenz der chinesischen Kaiser. Jahrhunderte lang war Besuchern der Zutritt verwehrt. Bernardo Bertolucci machte sie 1987 zum Schauplatz seines Monumentalfilms „Der letzte Kaiser“. Er war der erste ausländische Filmemacher, der die schier endlose Abfolge quadratischer Höfe und majestätischer Pforten filmen durfte. Der für seine linke Haltung bekannte Regisseur erzählte die Geschichte von Puyi, dem letzten Kaiser Chinas, der nach der kommunistischen Machtergreifung 1949 ein Leben als Gärtner im botanischen Garten der Hauptstadt fristete. Schon der Filmtitel verheißt das Ende einer Ära. (2): China: Die Kunst der Kalligrafie Die Kalligrafie ist in China ein nationaler Schatz. Die Kulturtechnik an der Schnittstelle von Kunst und Schrift existiert seit mehr als 3.500 Jahren und war lange Zeit ein Privileg der Mächtigen. Als Instrument der Macht wurde sie in der Qin-Dynastie in ganz China vereinheitlicht. Die Kalligrafie blieb jedoch lange den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten, bis die Kommunisten sie Mitte des 20. Jahrhunderts demokratisierten: Diese Form der Volksbildung war ein zentrales Element der maoistischen Ideologie. (3): China: Karamellisierte Schweinerippchen von Liu In Chengdu bereitet Liu einen Klassiker der Küche aus Sichuan zu. Zuerst kocht sie die Schweinerippchen mit Ingwer, Lauch und Reiswein. Anschließend karamellisiert sie das Fleisch in unraffiniertem Zucker und fügt eine süß-saure Soße und Brühe hinzu. Vor dem Servieren streut sie noch etwas Sesam über das typische Gericht. (4): China: Das Geheimnis des Porzellans Ob auf Tischen, Bürgersteigen und sogar auf Bäumen – in den Straßen von Jingdezhen ist das Porzellan allgegenwärtig. Seit 2.000 Jahren verarbeitet man hier Kaolin zu „weißem Gold“ von unnachahmlicher Qualität. Viele Neugierige sind dem Geheimnis der Chinesen auf der Spur … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 25.09.2026 arte
  • Folge 309 (45 Min.)
    (1) Das Schweizer Exil von Gustave Courbet 1873 sah sich der Maler Gustave Courbet (1819⁠–⁠1877) gezwungen, seine Staffelei an den Ufern des Genfer Sees aufzubauen. Der Schöpfer des Selbstporträts „Der Verzweifelte“ (1844/​45) und des Skandalgemäldes „Der Ursprung der Welt“ (1866) war auf der Flucht: Wegen seiner aktiven Teilnahme am Aufstand der Pariser Kommune wurde er polizeilich gesucht. Also rasierte sich der gesundheitlich angeschlagene Starkünstler, nahm einige Bilder und seine Ausrüstung unter den Arm und flüchtete bei Nacht und Nebel über die französisch-schweizerische Grenze. Der rebellische Künstler, der den Anarchisten nahestand, fand in der Schweiz neue Motive, die seiner Maßlosigkeit entgegenkamen. (2) An der Waadtländer Riviera lebt es sich gut – und diskret Die Waadtländer Riviera ist berühmt für ihre Traumlandschaft von fast zu perfekter Schönheit mit schwindelerregenden Gipfeln, die sich im glitzernden Wasser des Genfer Sees spiegeln, Bilderbuchdörfern und Märchenschlössern. In den vergangenen 150 Jahren hat sich die nur 30 Kilometer schmale Uferregion zudem den Ruf erworben, all denjenigen Zuflucht zu bieten, die ihr Vermögen im Land der Nummernkonten diskret in Sicherheit bringen und vom Fiskus unbehelligt genießen wollen. (3) Julians Barschfilets am Genfer See In Genf zeigt der junge Koch Julian, wie er Barschfilets zubereitet. Fang und Zubereitung dieser Fische haben am Genfer See eine lange Tradition. (4) Schweiz: Der verschwundene Charlie Chaplin Am Nordufer des Genfer Sees, an der Waadtländer Riviera, leben die Reichen und Schönen dieser Welt zurückgezogen in ihren Villen und ausgewählten Pensionaten. Auch Charlie Chaplin verbrachte hier die letzten Tage seines Lebens. Doch wenige Wochen nach seinem Tod im Dezember 1977 verschwand sein Sarg auf spektakuläre Weise … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 02.10.2026 arte

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