Quoten: ARD-Themenabend „Unterwerfung“ floppt völlig, ZDF triumphiert mit Dinos

    „Bachelor in Paradise“ bei RTL erfolgreich, Sat.1 punktet mit Tauschexperiment

    Dennis Braun
    Dennis Braun – 07.06.2018, 09:24 Uhr

    „Unterwerfung“: Edgar Selge als Pariser Literaturprofessor François, der in Versuchung gerät, zum Islam zu konvertieren. – Bild: rbb/NFP/Christine Schroeder
    „Unterwerfung“: Edgar Selge als Pariser Literaturprofessor François, der in Versuchung gerät, zum Islam zu konvertieren.

    Das hat man sich bei der ARD gewiss anders vorgestellt. Der Themenabend „Unterwerfung“ blieb am gestrigen Mittwochabend auf völlig enttäuschendem Quotenniveau hängen. Der gleichnamige Film mit Edgar Selge interessierte zur Primetime nur 1,92 Millionen Zuschauer, die miesen 7,4 Prozent beim Gesamtpublikum entsprachen. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen standen ebenfalls ernüchternde 5,0 Prozent zu Buche. „Maischberger“, die im Anschluss an den Film über „Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?“ mit ihren Gästen diskutierte, steigerte sich zwar auf 2,41 Millionen Zuseher und 9,9 Prozent, war damit aber ebenfalls deutlich von einem Erfolg entfernt.

    Die meistgesehene Sendung des Tages lief beim ZDF und hieß „Jurassic World“. Die Free-TV-Premiere des Dino-Films brachte es auf insgesamt 4,68 Millionen Zuschauer und stolze 17,9 Prozent und heimste noch dazu den Zielgruppensieg ein: 1,52 Millionen bedeuteten hier nicht minder starke 17,8 Prozent. Das anschließende „heute journal“ hielt noch 3,46 Millionen Menschen bei den Mainzern, mit dem „auslandsjournal“ war um 22.35 Uhr angesichts 1,98 Millionen und nur noch 10,2 Prozent dagegen kein Staat mehr zu machen.

    Eine Woche vor dem Finale konnte sich die RTL-Kuppelshow „Bachelor in Paradise“ derweil wieder um 1,6 auf nun sehr gute 15,7 Prozent bei den Werberelevanten steigern. Insgesamt zählte die Show 2,22 Millionen Zuschauer. In beiden Fällen markierte man sogar neue Bestwerte. „stern TV“ hielt sich später mit 12,8 Prozent noch auf ordentlichem Niveau. Eigentliches Prunkstück war aber mal wieder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, das am Vorabend tolle 21,5 Prozent erzielte.

    Sat.1 profitiert mittwochs derzeit vom allgemeinen Quotenhöhenflug der Sozialdokus. Das Tauschexperiment „Plötzlich arm, plötzlich reich“ bescherte dem Bällchensender in dieser Woche gute 9,8 Prozent bei 830.000 jungen Zusehern. Die „SAT.1 Reportagen“ „In der Schuldenfalle: Hoffnung auf ein neues Leben!“ und „Stolz statt Stütze! Ich will kein Geld vom Staat“ steigerten sich im weiteren Verlauf sogar auf zweistellige Werte von 10,0 und 11,6 Prozent.

    Auch Schwestersender ProSieben feierte dank „Grey’s Anatomy“ einen erfolgreichen Start in den Abend. 930.000 Zuschauer entsprachen überdurchschnittlichen 11,3 Prozent in der Zielgruppe. Danach fingen jedoch die Probleme an: Die extrem quotenschwache Neuauflage von „Will & Grace“ konnte diesmal wieder nicht von der guten Vorlage profitieren und stürzte auf desolate 5,2 und 4,3 Prozent ab. Angesichts dessen ist es kaum verwunderlich, dass auch „New Girl“ ab 22.15 Uhr mit zweimal 4,7 Prozent böse unter die Räder geriet.

    Umgekehrt lief es für RTL II: Während die „Teenie-Mütter“ zur besten Sendezeit nicht über 4,1 Prozent hinauskamen, legte eine weitere Folge leicht auf 4,4 Prozent zu. „Babys! Kleines Wunder – großes Glück“ verzeichnete danach recht solide 5,2 Prozent. Auch der Filmabend bei kabel eins kam etwas schwer in die Gänge. Den Thriller „Ein perfekter Mord“ wollten nur 340.000 14- bis 49-Jährige sehen, mehr als 4,1 Prozent waren damit nicht drin. Für „Domestic Disturbance – Tödliches Vertrauen“ ging es dann aber deutlich auf tolle 7,2 Prozent nach oben. Schlusslicht – und zwar mit großem Abstand – wurde VOX, wo die international gefeierte neue Serie „Big Little Lies“ das unterirdische Auftaktniveau der vergangenen Woche nicht verlassen konnte und lediglich 3,5 und 3,7 Prozent erzielte.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • User 1205618 (geb. 1970) am 13.06.2018 03:56melden

      Die Masse sieht sich lieber den Sozial-Doku-Schrott und gefakte Dating-Versuche an, als sich mit einer zu Recht mit Preisen ausgezeichneten Serie auf Vox gut und ansprechend unterhalten zu lassen. Aber Vox ist wohl von der Reichweite weder der richtige Sender noch die richtige Sendezeit. Und die sonstigen Zuschauer in Deutschland das Niveau einer solchen Serie wohl einfach zu hoch.
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