Prosit, Käpt’n Blaubär! 30 Jahre Lügen, dass sich die Balken biegen

    Chronik einer Kultfigur des Kinderfernsehens

    Dennis Braun
    Dennis Braun – 06.10.2021, 10:00 Uhr

    Käpt’n Blaubär im Wandel der Zeit: (v. l. n. r.) 1991, 1996 und ca. 2009 – Bild: Screenshots/WDR/Michael Fehlauer
    Käpt’n Blaubär im Wandel der Zeit: (v. l. n. r.) 1991, 1996 und ca. 2009

    Wenn man fragt, wer wohl der bekannteste Lügner aller Zeiten ist, kommen einem vielleicht einige Namen von Politiker:innen zuerst in den Sinn. Es gibt allerdings eine fiktionale Figur, die auf den Tag genau seit 30 Jahren unbehelligt und ungestraft die hanebüchensten Geschichten zum Besten gibt – und dafür auch noch bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt ist. Die Rede ist von Käpt’n Blaubär, ein anthropomorpher Seebär im Ruhestand, der auf seinem auf einer Klippe ankernden Schiff Elvira lebt, dort mit Vorliebe seinen drei kleinen Enkeln von seinen zahlreichen Weltumsegelungen berichtet und ihnen – im wahrsten Sinne des Wortes – jedes Mal einen Bären aufbindet. Am 6. Oktober 1991 spann er erstmals sein berüchtigtes Seemannsgarn.

    Wobei: Dabei handelt es sich eigentlich nur um das offizielle Geburtsdatum der Figur, die der erfolgreiche Comiczeichner, Illustrator und Schriftsteller Walter Moers (Das kleine Arschloch“, „Adolf, die Nazi-Sau“, Zamonien-Romane) schon im Jahr 1988 erfand. Für das westdeutsche „Sandmännchen“ entwickelte er damals kurze Gute-Nacht-Geschichten mit dem blauen Bären, die 1989 darin zu sehen waren. Große Bekanntheit erlangte er aber erst innerhalb der „Sendung mit der Maus“, wo er am 6. Oktober 1991 im Rahmen einer fünfminütigen Puppentrickserie am Ende der Sendung seine Premiere feierte. Als Synchronsprecher konnte der berühmte Schauspieler Wolfgang Völz gewonnen werden, der ihm einen ganz eigenen norddeutschen Dialekt und Charme verlieh. Der Erfolg mündete in ein ganzes Universum mit diversen TV-Formaten, jeder Menge Merchandise-Artikeln, Büchern, einem Kinofilm und Musicals.

    In unserem Special blicken wir detailliert auf 30 Jahre Käpt’n Blaubär zurück und erklären dessen Erfolgsgeheimnis, das in ausgezeichneter Arbeit vor und hinter der Kamera sowie hinter dem Mikrofon begründet liegt (wer sich speziell für die Mitwirkenden interessiert, findet auf der letzten Seite alle Informationen).

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