Grimme-Preise gehen 2026 u. a. an die Comedyserien „Tschappel“ und „Gerry Star“
Bild: ZDF / Conrad Lobst/ Prime Video Germany / Petro Domenigg
Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen „Grimme-Preises“ sind bekannt gegeben worden. Insgesamt 16 nominierte Fernsehproduktionen und Einzelleistungen werden mit dem renommierten Preis ausgezeichnet. Zudem vergibt die Marler Gruppe einen Publikumspreis. Studentinnen und Studenten der Universität zu Köln vergeben einen eigenen „Preis der Studierendenjury“. Frank Elstner wird vom Deutschen Volkshochschul-Verband geehrt. Die Verleihung findet am 24. April in Marl statt.
Ausgezeichnet in der Kategorie Fiktion des 62. Grimme-Preises werden die beiden Filme „Tatort – Dunkelheit“ und „Die Nichte des Polizisten“ sowie die Serienformate „Die Affäre Cum-Ex“ und „Tschappel“. Der Spezial-Preis in der Kategorie Fiktion geht an den Film „Unterwegs im Namen der Kaiserin“ für die zeitgemäße Dekonstruktion des Sisi-Hypes durch eine radikale Ästhetik.
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Die Jury der Kategorie Unterhaltung zeichnet in diesem Jahr die Wissenschaftsshow „MAITHINK X – Die Show (2025)“, die Talkshow „smypathisch – die show“ und die Comedyserie „Gerry Star“. Damit schöpft die Jury ihr Preiskontingent erneut aus.
In der Kategorie Information & Kultur erhält erstmals RTL Zwei einen Grimme-Preis: Die Jury zeichnet den Zweiteiler „Hass.Hetze.Hoffnung.“ aus. Ebenso erhalten die Dokumentationen „Das leere Grab“, „Petra Kelly – Act Now!“ und „Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges“ den Preis.
Für ihre besondere journalistische Leistung wird Golineah Atai ausgezeichnet, die die Jury mit ihren ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichten aus der arabischen Welt überzeugen konnten.
Die ausgezeichneten Sendungen in der Kategorie Kinder & Jugend sind die Spielfilme „Grüße vom Mars“ und „Ellbogen“. Einen Spezialpreiserhalten Julius Drost, Moritz Henneberg und Nikita Fedosik für die Protagonisten und die Idee der Dokumentation „Der talentierte Mr. F“.
Die diesjährige Studierendenjury zeichnet mit „KRANK Berlin“ eine Serie von ZDFneo und Apple TV+ aus. Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an die Animationsserie „Lenas Hof“ aus der Kategorie Kinder & Jugend.
Dieser Grimme-Preis Jahrgang zeigt erneut, wie vielfältig im deutschen Fernsehen aktuelle Themen der Zeitgeschichte wie Rassismus, Rechtsradikalismus und die prekäre Lage des Gesundheitssystems, aber auch neuere deutsche Geschichte erzählt werden.
Bei genauerer Betrachtung zeigen sich aber auch thematische Lücken: die Kriege in Europa und im Nahen Osten kommen nicht vor, ebenso die Klimakrise. Fehlt es hier an Mut?
Die Verleihung des 62. Grimme-Preises findet am 24. April im Theater der Stadt Marl statt und wird von 3sat in einer zeitversetzten Zusammenfassung um 22:25 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt. Erstmals führt Journalistin Linda Zervakis durch die Preisverleihung.
Die Preisträger und Nominierten in der Übersicht:
Preisträger der Kategorie Fiktion
„Die Affäre Cum-Ex“ (X Filme Creative Pool GmbH & True Content Entertainment/EPO-Film/Beta Film für ZDF/DR/New8)
„Tatort“ – Dunkelheit (Sommerhaus Filmproduktion für ARD Degeto/hr)
„Tschappel“ (Apollonia Film/Lax Entertainment für ZDF)
Spezial
An Jovana Reisiniger (Buch/Rege/Creation) für „Unterwegs im Namen der Kaiserin“ (maze pictures/Hochschule für Film und Fernsehen für ZDF – Das Kleine Fernsehspiel)
Außerdem nominiert in der Kategorie Fiktion waren:
„Alle die du bist“ (Contando Films & Studio Zentral/Network Movie/Nephilim Producciones für ZDF – Das kleine Fernsehspiel/ZDF)
„Bis es blutet“ (U5 Filmproduktion für ZDF – Das kleine Fernsehspiel/ZDF/ARTE)
„Babo – Die Haftbefehl-Story“ für die Eröffnung eines breiten gesellschaftlichen Debattenraums im Nachgang der Veröffentlichung zu den Themen Drogenmissbrauch, kritische Aspekte der Musikindustrie und Auswirkungen von dysfunktionalen Familienstrukturen auf die Kinder (Netflix)
Niloufar Taghizadeh für ihre herausragenden dokumentarischen Einblicke in Gesellschaft und Kultur des Iran sowie die eindrückliche Vermittlung der Alltagssituation der Bevölkerung im Kriegszustand („Nilas Traum im Garten Eden“, „Googoosh – Made of Fire“, „Tagebuch aus Teheran“) (ZDF/ARTE)
Nominiert für ihre Besondere Journalistische Leistung
Das Team des Projekts „Das Damascus-Dossier“ für die eindringliche Aufbereitung von Recherchen zu Gräueltaten des Assad-Regimes in Syrien (NDR/ARD)
Sophie von der Tann für ihre hochpräzise und menschennahe Berichterstattung über Israel und die palästinensischen Gebiete (BR/ARD)
Preisträger der Kategorie Kinder & Jugend
„Ellbogen“ (Achtung Panda!/Tripod/Istos/Jip/Tarabya Alumni-Fonds für ZDF/ZDF – Das kleine Fernsehspiel)
„Grüße vom Mars“ (Leitwolf/Kinescope Film für NDR/hr/KiKA/MDR)