„Amerika – Traum und Wirklichkeit“: 250 Jahre USA – Ist der American Dream am Ende?

ZDF-Programmschwerpunkt über die zerrissene Supermacht zwischen Glanz und Ruin

Florian Gessner
Florian Gessner – 12.05.2026, 14:06 Uhr

Die USA feiern in diesem Jahr ihr 250-jähriges Bestehen. Sie sind bis heute das größte Einwanderungsland der Welt und verstanden sich immer als Schmelztiegel. Gleichzeitig entstehen bis heute Konflikte über Identität, Zugehörigkeit und soziale Gerechtigke – Bild: ZDF/Alex Foster/Studio Fritz Gnad/Beetz Brothers Film Production
Die USA feiern in diesem Jahr ihr 250-jähriges Bestehen. Sie sind bis heute das größte Einwanderungsland der Welt und verstanden sich immer als Schmelztiegel. Gleichzeitig entstehen bis heute Konflikte über Identität, Zugehörigkeit und soziale Gerechtigke

Am 4. Juli 1776 verabschiedete der Kontinentalkongress in Philadelphia die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Dreizehn nordamerikanische Kolonien erklärten auf diese Weise offiziell ihre Loslösung von Großbritannien. Jedes Jahr wird dieses historische Datum in den USA als Unabhängigkeitstag (Independence Day) gefeiert. Im kommenden Sommer jährt sich das Gründungsjubiläum der Vereinigten Staaten zum 250. Mal. Aus diesem Anlass zeigen das ZDF sowie ZDFinfo und die Gemeinschaftsprogramme 3sat und arte verschiedene thematisch bezogene Dokumentationen in deutscher Erstausstrahlung, darunter die nachfolgend vorgestellten Highlights.

Den Auftakt macht das ZDF am Dienstag, den 9. Juni um 20:15 Uhr mit der Dokureihe „Amerika – Traum und Wirklichkeit“ von Jan Tenhaven und Jens Strohschnieder, die unter anderem fragen: „Was ist vom Freiheitsversprechen seit der Unabhängigkeit geblieben? Was bedeutete Freiheit damals und bedeutet sie heute?“ In drei Teilen legen die Filmautoren mithilfe von Expertinnen und Experten wie Jill Lepore (Historikerin), Rieke Havertz (Journalistin), Volker Depkat (Historiker), Keisha N. Blain (Historikerin), und Yuval Levin (Politikwissenschaftler) die Diskrepanz zwischen dem idealisierten „American Dream“ und der aktuellen gesellschaftlichen Realität offen.

Der erste Teil „Freiheit“ verdeutlicht anhand verschiedener Biografien von Einwanderern, Aktivisten und radikalen Gruppierungen, dass das Freiheitsversprechen seit jeher von Ausgrenzung begleitet war und bis in die Gegenwart umkämpft ist. Die daran anknüpfende zweite Folge (Nacht vom 10. auf den 11. Juni, 2:00 Uhr) beleuchtet die soziale und politische „Spaltung“ der Nation. Anhand verschiedener Einzelschicksale und der Debatte um Waffenrechte wird gezeigt, wie die gegensätzlichen Vorstellungen von Freiheit und die ökonomische Kluft zwischen Arm und Reich den sozialen Zusammenhalt gefährden. Im dritten Teil (Nacht vom 10. auf den 11. Juni, 2:45 Uhr) steht schließlich die schwindende moralische Autorität der USA als globale „Macht“ im Mittelpunkt: als Supermacht, die sich in einem Spannungsfeld zwischen ihrem Anspruch als demokratisches Vorbild und einer oft von Eigeninteressen geleiteten Machtpolitik befindet.

Die Weltmacht USA feiert ihre Unabhängigkeit und das Versprechen von „Justice and Liberty for all“. Doch was bleibt davon übrig in einer Zeit der Spaltung der Gesellschaft und gebrochenen Ideale? Kann und will Amerika noch Vorbild sein und der Verantwortung gerecht werden, die damit verbunden ist? Foto: KI-gestützt. ZDF/​Alex Foster/​Studio Fritz Gnad/​Beetz Brothers Film Production

Eine weitere dreiteilige Dokureihe folgt am Mittwoch, den 24. Juni um 18:45 Uhr bei ZDFinfo. In „Die Kriege der USA“ zeichnen Karl Alexander Weck, Carsten Binsack und Dagmar Gallenmuelller den Aufstieg der Vereinigten Staaten zur mächtigsten Militärnation nach und erörtern die weltweiten Folgen. Im Fokus stehen der Unabhängigkeitskrieg, der zur Entstehung der USA führte, der Sezessionskrieg, infolgedessen die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde, die beiden Weltkriege, der Vietnamkrieg und der Krieg in Afghanistan als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001. Alle drei Teile können bereits am 17. Juni auf ZDF.de gestreamt werden.

Am Montag, den 29. Juni um 22:25 Uhr zeigt 3sat die Langfassung des Dokumentarfilms „Henry Fonda for President“ von Alexander Horvath als TV-Premiere. Der als detailreicher und unterhaltsamer Essay konzipierte Film wandelt auf den Spuren des US-amerikanischen Schauspielers Henry Fonda, der von 1935 und 1981 in zahlreichen Filmrollen und Fernsehauftritten zu sehen war. Basierend auf seiner Stimme und den von ihm verkörperten Rollen führt die Dokumentation als Roadtrip durch die US-Geschichte von 1651 bis in die 1980er Jahre und verbindet Fondas Familiengeschichte mit zentralen Etappen der US-Geschichte wie der Großen Depression und dem US-amerikanischen Atombombenabwurf auf Hiroshima im Zweiten Weltkrieg. Dabei werden Fondas dargestellte Kinofiguren und sein gesellschaftliches Engagement als öffentliche Person dem damaligen politischen Aufstieg des Filmschauspielers Ronald Reagan gegenübergestellt.

Übergabe des Entwurfs der Unabhängigkeitserklärung, unter anderem verfasst von Benjamin Franklin und Thomas Jefferson, am 28. Juni 1776 an den Kongresspräsidenten in Philadelphia (Gemälde von John Trumbull, 1819) Yale University Art Gallery, New Haven

Auch der Kultursender arte widmet sich dem 250-jährigen Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit:

Alle drei Beiträge sind bereits ab dem 22. Juni online auf arte.tv abrufbar.

Außerdem bietet 3sat am Samstag, den 4. Juli ab 6:00 Uhr unter dem Motto „Happy Birthday, USA“ den ganzen Tag über ein umfangreiches Sonderprogramm an, innerhalb dessen neben Wiederholungen früherer Dokus auch die Spielfilme „Kings of Hollywood“, „Thirteen Days“ und „The Marksman – Der Scharfschütze“ gezeigt werden.

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